Das Busdepot der BVG an der Hertzallee. Foto: Sebaso/Wikimedia Commons. Link: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20141115_-_Busdepot_Hertzallee_2_by_sebaso.jpg

CITY WEST: Senatorin Lompscher stellt Pläne für Hertzallee vor

Schon seit Jahren wird um die Fläche hinter dem Bahnhof Zoo an der Hertzallee und um die Neuordnung des Verkehrs auf der Frontseite, dem Hardenbergplatz, gestritten. Viele Ideen wurden in der Vergangenheit bereits diskutiert: Hochhausquartier, Wissenschaftscampus oder BVG-Betriebsbahnhof. Sogar über die Errichtung eines Riesenrades wurde laut nachgedacht.

Aktuell ist das Gelände an der Hertzallee jedoch trostlos und wird kaum genutzt, seit 2007 liegt das zentral gelegene Areal weitgehend brach. Daher hat Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke)  Ende 2017 die Planungen an sich gezogen. Wie die konkreten Pläne für das Quartier inmitten der City West nun aussehen, zeigte die Senatorin im Rahmen einer Standortkonferenz im Palazzo Spiegelpalast. Dieser gastiert aktuell auf der rund 13.000 Quadratmeter großen Fläche.

Bausenatorin Katrin Lompscher. Foto: Martin Rulsch, Wikimedia Commons. Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Katrin_Lompscher_(Martin_Rulsch)_1.jpg

Bausenatorin Katrin Lompscher. Foto: Martin Rulsch, Wikimedia Commons. Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Katrin_Lompscher_(Martin_Rulsch)_1.jpg

„Noch im Frühjahr wollen wir dazu den Aufstellungsbeschluss fertig haben“, versprach die Senatorin den rund 200 Gästen, die der Einladung gefolgt waren.

Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf steht Plänen positiv gegenüber

Auf der Konferenz ging es zunächst um die Nutzung des Bereichs nördlich der Hertzallee. Der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann (SPD), sagte, in dem Bereich wäre eine höhere Dichte durch mehr Hochhäuser vorstellbar. Die Bezirksverordnetenversammlung stünde diesen Plänen positiv gegenüber.

Das Zentrum des nun neu zu ordnenden Gevierts zwischen S-Bahntrasse, Hertzallee und Müller-Breslau-Straße bildet das freie Grundstück, auf dem lange Zeit ein Riesenrad geplant war. Das Areal gehört inzwischen dem Münchener Immobilienunternehmen Reiß & Co. „Wir wollen einen Nutzungsmix aus Büros, einem Gästehaus für die Universität, einem Hotel und studentischem Wohnen“, erläuterte Projektentwickler Oliver Reiß.

Hochhauspläne

Der Entwickler befindet sich dazu bereits in Abstimmung mit der Technischen Universität (TU) Berlin. Geplant sind insgesamt sechs Gebäudeblöcke, von denen einer ein 30-stöckiges Hochhaus direkt an der Hertzallee sein soll. Das Gebäude soll etwas niedriger sein als die Hochhäuser Upper West und Waldorf Astoria am Breitscheidplatz, die jeweils 119 Meter messen.

Die TU soll auf dem nördlichen Teil des Geländes an der Müller-Breslau-Straße ein neues Gebäude für die Mathematik und ein neues Interdisziplinäres Zentrum für Modellierung und Simulation bekommen.

Das Busdepot soll in Richtung der Bahntrasse verschoben werden. Im Gespräch ist ein Grundstückstausch zwischen der BVG und dem Entwickler Reiß. Dieser tritt einen Teil des Riesenrad-Grundstücks an die BVG ab und bekommt im Gegenzug die Flächen des heutigen Busparkplatzes.

Bürger befürworten Studentenwohnung und eine sinnvolle Verkehrslösung

Beim Publikum stießen die Pläne überwiegend auf Zustimmung. Viele Gäste plädierten für eine vernünftige Lösung der Verkehrssituation und die Entstehung von preiswerten Studentenwohnungen.

Jan Holstein, Geschäftsführer SANUS AG: Fotos: SANUS AG

Jan Holstein, Geschäftsführer SANUS AG. Foto: SANUS AG

Für Jan Holstein, Geschäftsführer des Berliner Projektentwicklers SANUS AG, die selbst viel in Charlottenburg-Wilmersdorf baut, ist das Konzept ein gelungenes Beispiel für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Investoren, Senat und Bezirk: „Bezirksbürgermeister Naumann zeigt Weitsicht, wenn er an diesem zentralen Ort eine metropolitane Hochhausplanung in Aussicht stellt. Eine ausgewogene Nutzungsmischung gewährleistet so ein lebendiges Quartier und gibt den Menschen ein bisher brachliegendes Gelände zurück. Davon profitieren alle.“ (ak)

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