China macht es vor, Berlin macht es nach: Die Hauptstadt soll künftig mit Elektrobussen ausgestattet werden| Foto: Pexels

China macht es vor, Berlin macht es nach: Die Hauptstadt soll künftig mit Elektrobussen ausgestattet werden

China ist zwar nicht auf dem neuesten Stand was die Technik im Straßenverkehr betrifft, dennoch sind sie der deutschen Hauptstadt in einem Punkt weit voraus: Rund 5.000 Elektrobusse sind auf Chinas Straßen unterwegs. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop besuchte während ihrer Delegationsreise die Stadt Peking, um sich genauer über die Thematik zu informieren. Dafür schaute sie sich am 18.04.2018 einen großen Betriebshof für Elektrobusse, Xiaoying Bus Terminal im Chaoyang Distrikt an.

China zeigt Ramona Pop wie das mit den Elektrobussen funktioniert

State Grid, dem gigantischen staatlichen Netzbetreiber, der für 80 Prozent der Energieversorgung von 1,3 Milliarden Chinesen zuständig ist, erklärte, dass im Xiaoying Bus Terminal die größte und leistungsfähige Ladestation der Welt vorhanden sei. 30 Busse der staatlichen Marke Foton, die mit Daimler kooperiert, können dort gleichzeitig aufgeladen werden. Das vollständige Aufladen beträgt nur 20 Minuten.

Die Crème de la Crème des Unternehmens Foton kamen zu dem Treffen mit der Senatorin. Begrüßt wurde Pop von Liang Zhaowen, Staatssekretär und eine wichtige Führungsposition der Foton-Nutzfahrzeugsparte. Auch Gary Gao, Foton-Manager, war anwesend. Voller Stolz präsentierten sie die Anlage, in der die ganzen Busse an den Ladesäulen zu finden waren. Insgesamt beläuft sich die Kapazität auf 360 Kilowatt. Laut mitgereister Energieexperten würde diese Menge für die Stadt Berlin nicht tragbar sein. Die Frage von Pop, wie stark die Leitung sei, die diese immense Strommenge zur Verfügung stellt, wurde leider nicht richtig beantwortet.

BVG will Elektrobusse auf Berlins Straßen bringen

BVG Chefin, Sigrid Nikutta und Senatorin Pop waren beide von der Vorstellung der Elektrobusse in Peking begeistert. Die rot-rot-grüne Koalition ist seit längerem versucht die Berliner Luft zu verbessern. Gleichzeitig würde dadurch der Lärmpegel auf den Straßen immens verringert werden. Eine erste Ausschreibung für 30 Elektrobusse wurde bereits durchgeführt. Zu einer Zusammenarbeit mit Foton kam es jedoch nicht. Laut Gao ist die Firma daran orientiert, ganze Lösungen zu finden und nicht vereinzelt Busse zu verteilen. Im Sommer 2018 sollen laut Nikutta die nächsten 30 Busse ausgeschrieben und die hauseigene Flotte soll somit stetig auf emissionsarme Antriebe umgestellt werden.

Hierzulande sind die Hersteller noch nicht wirklich überzeugt von den Elektrobussen. Es müsse noch viel erprobt und erforscht werden, bevor man sich an den Zahlen Pekings orientieren kann. Elektrobusse fungieren in Deutschland bisher lediglich als Modellprojekt. Bevor man sie bedenkenlos auf Deutschlands Straßen einsetzen darf, müssen diesbezüglich noch einige Technikfragen geklärt werden. (ls)

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