Regierender Bürgermeister schließt neue Kooperationen in Australien

Am heutigen 17. Oktober kehrt der Regierende Bürgermeister Michael Müller von seiner Australienreise zurück. Gemeinsam mit seiner dreißigköpfigen Delegation hatte Müller sechs Tage lang mehr als 30 Termine wahrgenommen. Neben zahlreichen Treffen mit Spitzenpolitikerinnen und Politikern in der australischen Hauptstadt Canberra und den Bundesstaaten Queensland sowie New South Wales, wurden dabei vier neue Vereinbarungen zur Förderung von Kooperationen in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Medizin unterzeichnet.

„Deutschland und Australien verbindet seit 2013 eine strategische Partnerschaft, die wir durch unsere Begegnungen vor Ort weiter stärken konnten“, erklärte Müller. Zahlreiche Gespräche zu Themen wie Digitalisierung, Medizin, Stadtentwicklung, Einwanderung und Integration hätten deutlich gemacht, wie wichtig der direkte Dialog zwischen den föderalen Systemen ist, so der Regierende. Beide Seiten würden von den Kooperationen profitieren.

Regierender Bürgermeister vereinbart Kooperation zwischen Berlin und Queensland

In Brisbane und Sydney hatte sich Müller mit Regierungsmitgliedern und Repräsentanten der Bundesstaaten Queensland sowie New South Wales getroffen. In der australischen Hauptstadt Canberra folgten dann Gespräche auf der Bundesebene mit Mitgliedern der Regierung von Premierminister Scott Morrison und Vertretern der Opposition, darunter dem Schattenminister für Innovation und Forschung.

Mit Annastacia Palaszczuk, Premier von Queensland, vereinbarte Müller, der auch Senator für Wissenschaft und Forschung ist, am 11. Oktober in Brisbane eine Zusammenarbeit zwischen dem Land Berlin und dem Bundesstaat bei der medizinischen Forschung und Versorgung. Zu diesem Zweck wird eine gemeinsame Expertengruppe mit Mitgliedern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitseinrichtungen eingerichtet.

Berliner Universitäten bauen Partnerschaften aus

Auch die Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen der Hauptstadt profitierten von der Australienreise des Regierenden. Die FU, HU und TU Berlin sowie die Charité gehen eine neue Partnerschaft mit der University of Melbourne ein. Die Vereinbarung umfasst die Studierendenmobilität, gemeinsame Forschungsprojekte, den Austausch beim Technologietransfer und den gegenseitigen Zugang zur Forschungsinfrastruktur. Zusätzlich hat die TU Berlin eine Vereinbarung mit der University of Technology Sydney geschlossen. Schwerpunkt dieser ist die Anbahnung neuer Projekte in der Digitalisierungsforschung. Die beiden Universitäten erweitern damit ihre seit 2017 bestehende strategische Partnerschaft.

Des Weiteren geht der Technologiepark Adlershof eine Kooperation mit dem Tonsley Innovationspark aus Adelaide ein. Beide Parteien wollen den Transfer von Know-how bei der Entwicklung von Wirtschafts- und Technologieparks fördern und somit eine vertiefte Zusammenarbeit bei Innovationsinitiativen ermöglichen. Die Vereinbarung wurde in Anwesenheit des Ministers für Handel und Investitionen des Bundesstaates South Australia unterzeichnet. (red)

EXPO REAL 2018: Themen, Trends, Rekorde

Im Herbst ist EXPO-Zeit! Europas größte B2B-Fachmesse konnte auch in diesem Jahr wieder neue Rekorde aufstellen: Rund 45.000 Besucher (6,6 Prozent mehr als im Vorjahr) besuchten die Stände von fast 2.100 Ausstellern auf der EXPO REAL in München.

Zwischen dem 08. und 10. Oktober strömten Fachleute, Planer, Ingenieure, Städtebauer, Finanzinstitute, Vertreter der Städte, Makler und Berater aus aller Welt in die bayrische Landeshauptstadt, um ihre Ideen und Projekte zu präsentieren. Die Besucher kamen aus insgesamt 72 Ländern und repräsentierten sämtliche bedeutende Metropolregionen. Neu dabei waren Immobilienstandorte wie Liverpool oder Sofia, was die expandierende Tendenz der Messe verdeutlicht. Grundsätzlich zeigten all die Rekorde vor allem eines: Die Immobilienwirtschaft boomt nach wie vor. Seit Jahren befindet sie sich im Aufschwung und ein Ende der Party ist nicht in Sicht.

Hauptstadtregion stark vertreten

Berlin und Brandenburg waren auf der EXPO REAL wieder stark repräsentiert. Am Gemeinschaftsstand der Hauptstadtregion stellten 50 Partnerunternehmen aus Projektentwicklung, Consulting, Förderung und Facility Management ihre Projekte und Dienstleistungen vor. Zudem kamen viele Berliner Fachbesucher nach München, um die einmalige Networkinggelegenheit zu nutzen.

Die Podiumsdiskussionen auf dem Berlin-Stand machten eins deutlich: In Berlin passiert viel, die Stadt verändert sich fortlaufend. Außerdem erfreut sie sich nach wie vor großer Beliebtheit. „Wenn es so weiterläuft, wird das Wachstum der Stadt von den Menschen getrieben, die in der Stadt leben und arbeiten wollen und die Spaß an Berlin haben. Unternehmen, die zukunftsgewandte Projekte realisieren wollen, finden die dafür benötigten Menschen in Berlin. Das ist positiv und verändert Berlin“, so Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner, auf der Messe.

Inspirierendes Stadtquartier

Doch um den Zuzug von Privatpersonen und Unternehmen sowie die damit verbundene Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen befriedigen zu können, muss noch mehr geschehen. Die Devise lautet: Bauen, bauen, bauen! Ein Beispiel für ein neues Stadtquartier, bei dem das Thema „Neues Arbeiten“ eine wichtige Rolle spielt, ist die Urbane Mitte am Gleisdreieck der COPRO AG. Hier entstehen bis 2025 sieben Gebäude mit Höhen zwischen 25m und 90m, in denen alle Aspekte des idealen Lebens und Arbeitens harmonisch vereint werden: Neues Arbeiten, Mobilität, geförderte Kunst und Kultur, Innovation sowie Digitalisierung schaffen ein Stadtquartier mit hoher sozialer Verantwortung.

Das Quartier zeichnet sich vor allem auch durch seine besondere Verkehrsanbindung aus. Neben zwei U-Bahnlinien (U1 und U2) gibt es eine direkte Anbindung an den Fernradweg. Außerdem soll hier ein S-Bahnhof der Linie S21 (City-S-Bahn) entstehen, wodurch das Projekt zu einem herausragenden ÖPNV-Verkehrsknotenpunkt von Berlin wird.

Marc F. Kimmich, Vorstand der COPRO AG, stellte auf der Messe sein Pionierprojekt B-Part vor, das im Februar 2019 eröffnen wird und einen Ausblick erlaubt auf die Kreativ und Innovationskraft des geplanten Quartiers. B-Part ist ein Labor für das ideale Stadtquartier der Zukunft. Auf 1.000 Quadratmetern bietet das temporäre Holzgebäude direkt am Park am Gleisdreieck Raum für alle, die mit neuen Formen von Leben und Arbeiten in der sich wandelnden Stadt experimentieren wollen. Im von St. Oberholz gemanagten Coworking-Bereich entstehen rund 100 Plätze für flexibles Arbeiten. Ein öffentliches Café, Ausstellungen, Kunst und Kultur, Panels und Publikationen zu Urban Future-Themen stehen im B-Part für Kollaboration und Partizipation. Kimmich ist sicher, dass viele Innovationsfelder, die im B-Part einen Blick auf die Zukunft erlauben, auch im Projekt Urbane Mitte Berlin am Gleisdreieck zur Anwendung kommen und das Stadtquartier damit zu einem Innovationstreiber machen.

Auf dem Foto (v.l.n.r.) Bernd Duda, Leiter der Geschäftsstelle Berlin, Berlin Hyp AG; Marc F. Kimmich, Vorstand, COPRO AG; Dorothee Wetzler-Stöbe, Moderatorin; Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen | Foto: Business Network

Auf dem Foto (v.l.n.r.) Bernd Duda, Leiter der Geschäftsstelle Berlin der Berlin Hyp AG; Marc F. Kimmich, Vorstand der COPRO AG; Dorothee Wetzler-Stöbe, Moderatorin; Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen | Foto: Business Network

Topaktuelle Diskussionen

Im Zuge der dreitägigen Messe hatten alle Teilnehmer ausreichend Gelegenheit, um über aktuelle Themen der Baubranche zu diskutieren. Die „soziale Frage unserer Zeit“, der Wohnungsmangel in Deutschland, gehörte zu den meistdiskutierten nationalen Schwerpunkten. Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat, sprach sich für die Relevanz neuer Lösungen und Maßnahmen aus: „Mit einem gemeinsamen Maßnahmenpaket von Bund, Ländern, Kommunen und Verbänden müssen wir die soziale Frage angehen.“

Wenig überraschend war die Kritik an der Politik der Bundesregierung, die auf der EXPO REAL laut wurde. Die Baubranche beklagte stockende Genehmigungsprozesse und einschränkende Auflagen. „Statt auf eine weitere Verschärfung des Mietrechts sollte sich die Politik in erster Linie auf die Beschleunigung von Planungs- und Baugenehmigungsprozessen konzentrieren“, bemängelte Andreas Mattner, Präsident des ZIA. Trotz des Wohnungsmangels ist der deutsche Wohnportfoliotransaktionsmarkt auf dem Weg, sein zweitbestes Ergebnis in den vergangenen zehn Jahren einzufahren. Auf beachtliche 14,7 Milliarden Euro summiert sich das Volumen des bisherigen Jahresverlaufes. Das ging aus einer Analyse des Immobilienberatungsunternehmens NAI Apollo hervor.

Der Schweizer Projektentwickler SSN Group, der vorwiegend in deutschen Metropolregionen aktiv ist, sieht eine große Chance für die Zukunft in der Entwicklung ganzer Quartiere. Er stellte sein Milestone-Projekt VAI Campus in Stuttgart vor. „Die Entwicklung von Quartieren stellt uns als Entwickler vor ganz besondere Herausforderungen. Kurz gesagt: Vielfalt, Nachhaltigkeit und Qualität sind aus meiner Sicht die entscheidenden Faktoren für die Quartiersentwicklung der Zukunft“, so SSN CEO Michael Tockweiler.

Die SSN Group bei der Vorstellung ihres Projekts

Die SSN Group bei der Vorstellung des Projekts in Stuttgart | Foto: SSN Group

Digitalisierung bietet großes Potenzial

Einig waren sich die Fachbesucher allerdings bei einem anderen Thema: Digitalisierung. Dazu präsentierten mehr als 60 junge Technologieunternehmen ihre Innovationen im Real Estate Innovation Forum (REIN) auf der EXPO REAL. Um auf den aktuellen Trend zu reagieren, erweiterten die Veranstalter den Umfang des REINs in diesem Jahr. Wolfgang Moderegger, REIN-Gründer und -Initiator erklärte: „Mit dem Real Estate Innovation Network ist es uns gelungen, ein europäisches Ökosystem für Innovationen in der Immobilienbranche aufzubauen.“

Auch über das REIN hinaus war das Thema Digitalisierung in allen Bereichen der Messe vertreten. „Daten sind der Wert der Zukunft. Die Immobilienwirtschaft befindet sich allerdings noch in einem frühen Stadium der Digitalisierung“, sagte Stefan Lutz, CEO von IBM Deutschland, auf der Messe. Pilotprojekte großer Unternehmen, wie das erste vollständig digital geplante und realisierte BIM-Projekt der CG Gruppe in Erfurt, verdeutlichen das Potenzial der Digitalisierung für das Baugewerbe. „Durch die neuen Technologien können Fehler frühzeitig erkannt und behoben werden, was Kosten spart und die Qualität steigert“, erklärte Christoph Gröner, der Vorstand und Gründer der CG Gruppe bei deren Empfang auf der EXPO REAL. Immobilienpionier Siegfried Nehls, Vorstand und Gründer des Berliner Projektentwicklers SANUS AG, fasste zusammen: „Die Ideen sind alle da – wir müssen sie nur umsetzen!“

Immobilienexperte Christoph Gröner auf der Veranstaltung Der Berliner Wohnungsmarkt aus Expertensicht | Foto: Runze & Casper

Die EXPO REAL als Ort zum Networking

Neben vielfältigen Fachgesprächen war Networking wieder ein zentraler Bestandteil der EXPO REAL.  „Zahlreiche Start-ups haben Kooperationspartner und Investoren gefunden“, freute sich Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung von Messe München. Denn ein Vorteil der EXPO REAL, im Vergleich zu anderen Immobilienmessen ist, dass sie das gesamte Spektrum der Immobilienwirtschaft abbildet. Und somit ist sie Ideal für Start-ups, die Investoren suchen.

Die Berliner Immobilienexperten von Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate nutzen die Messe, um ihr internationales Netzwerk weiter auszubauen. Sie sprachen mit den Kollegen von Lennar International aus den USA. Topthema: Natürlich der Berliner Immobilienmarkt, der längst auch für US-Anleger zu den weltweiten Hotspots zählt.

Foto: Rony Tamayo (r.), Vice President international Lennar International, Carsten Heinrich (2.v.r.), CEO Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate, Oliver Diethert (2.v.l.), Head of Akquisition Hathaway HomeServices Rubina Real Estate) und Chris Riebold (l.), Strategic Advisor Lennar International | Foto: Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate

Zudem können sich die Teilnehmer über strukturelle Veränderungen in allen Bereichen der Branche austauschen. „Das auf Sachwerte abzielende institutionelle Kapital steigt an. Wir befinden uns in der Reifephase des klassischen Immobilienzyklus – und wir sehen große strukturelle Veränderungen durch den demografischen Wandel und bei der Nutzung von physischen Räumen“, fasste John O’Driscoll, European Head of Transactions bei AXA IM – Real Assets, die Gesamtsituation der Immobilienwirtschaft zusammen. Trotz der weltweiten Reifephase im Konjunkturzyklus stieg die Investitionstätigkeit auf dem Weltmarkt der aktuellen Studie „Winning in Growth Cities“ zufolge auf grandiose 1,8 Billionen US-Dollar.

Es zeigt sich: Auch in diesem Jahr war die EXPO REAL in München der Treffpunkt für das Who is Who der Immobilienwirtschaft. Trotz dunkler Wolken am Himmel war die Stimmung gelöst. Insbesondere im Zusammenhang mit der lange aufgeschobenen Digitalisierung der Branche zeigt sich endlich wahrer Pioniergeist. Was daraus wird – auf der EXPO REAL 2019 gibt es ganz sicher Antworten! (red)

Diesel-Fahrverbote: Viel Ärger und saubere Luft für Berlin

Das Urteil ist gefällt. Am Dienstag sprach sich das Berliner Verwaltungsgericht für Fahrverbote in Berlin aus. Damit stimmt es einer Klage der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) zu. Sie erwirkte zuvor bereits in Städten wie Hamburg, Stuttgart und Frankfurt am Main Fahrverbote. Zwar hatte die DUH gefordert, den gesamten Innenstadtbereich für ältere Diesel zu sperren, dies erschien den Richtern aber unangemessen.

In vielen Bereichen innerhalb der Innenstadt werden bereits die gesetzlichen Grenzwerte für Stickstoffoxide eingehalten, begründete der Vorsitzende Richter Ulrich Meinecke die Entscheidung. Nur auf einigen Strecken wird die kritische Grenze von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft überschritten. Als besonders belastet bezeichnete Meinecke die Leipziger Straße, die Brückenstraße, die Reinhardtstraße, die Friedrichstraße, die Stromstraße sowie Alt Moabit in Berlin-Mitte. Zudem legte das Gericht Fahrverbote für den Kapweg und die Leonorenstraße fest. Auf insgesamt 117 Straßenabschnitten (circa 15 Kilometer Strecke) muss der Senat nachfolgend prüfen, ob hier Fahrverbote notwendig sind.

Eine Lösung mit vielen Problemen

Betroffen von den Verboten sind rund 200.000 Autofahrer, die sich bislang von den Verboten nicht sehr begeistert zeigten. Dazu kommen etliche Pendler und Lastwagenfahrer. Das Verbot richtet sich an Fahrer von Dieseln der Abgasnormen 1 bis 5; moderne Diesel der Euronorm 6 sind bislang vom Verbot ausgenommen. Allerdings plädiert die DUH dafür, die Verbote auf moderne Diesel mit den Euronormen 6a, 6b und 6c auszuweiten. „Auch die Euro-6-Diesel sind ja bekanntermaßen nicht alle sauber“, kommentierte ein Sprecher der Senatsverkehrsverwaltung den Vorschlag am Montag. Von einer Ausweitung wären Schätzungen zufolge über 300.000 Fahrer betroffen.

Eine wichtige Frage scheint allerdings noch nicht geklärt: Wie kontrolliert man die Einhaltung der Verbote? Hierfür schlägt die SPD die Einführung einer sogenannten Blauen Plakette für saubere, nachgerüstete Diesel vor. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hingegen schloss diese Möglichkeit in der Vergangenheit bereits kategorisch aus. Jedoch besteht noch ein weiteres Problem: Bei der Berliner Polizei fehlt es an Kapazitäten, um entsprechende Kontrollen durchzuführen. „So lange der Senat der Polizei nicht 3000 weitere Stellen genehmigt und so lange es keine blaue Plakette gibt, mit der saubere Diesel gekennzeichnet werden können, werden die Regelungen nicht umgesetzt werden können“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher des polizeilichen Landesbezirks Berlin.

Wirtschaft verurteilt Fahrverbote

Kritische Stimmen melden sich auch aus der Wirtschaft. Laut der Handwerkskammer Berlin sind Handwerksbetriebe und Dienstleister in dem Bereich überproportional von den Verboten betroffen. Sie müssen mit ihren Dieselfahrzeugen auch Kunden in der Innenstadt erreichen. „Egal ob Handwerker oder Handwerkskunde – in beiden Fällen sind Handwerksbetriebe die Leidtragenden. Das kann nicht sein“, kritisierte Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin.

Diese Einschätzung teilt auch die IHK Berlin-Brandenburg. „Die weiteren Planungen müssen vor allem den Wirtschaftsverkehr beachten“, mahnte der Präsident der IHK Ostbrandenburg, Carsten Christ. Einer Umfrage der IHK zufolge sind 50 Prozent aller Unternehmen in Berlin und Brandenburg von den Fahrverboten betroffen. Das entspricht etwa 80.000 betroffenen Betrieben. „Lokale Fahrverbote kann die Stadt verkraften, solange der Lieferverkehr gesichert und die Durchfahrtverbote zeitlich begrenzt bleiben“, ergänzte Dr. Beatrice Schramm, die Präsidentin der IHK Berlin. Somit deuten sich schon jetzt Ausnahmeregelungen für einige Diesel an. Und das bedeutet wiederum einen ungeheuren bürokratischen Aufwand für die prüfenden Behörden. Angesichts dieser Komplikationen stellt sich die Frage, wie effektiv die streckenweisen Fahrverbote tatsächlich sind.

Ungenügende Maßnahmen des Senats

Doch sind die Fahrverbote besser als überhaupt keine Veränderung, führten die Richter in diesem Prozess an. Berlin überschreitet den Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft um ganz 9 Mikrogramm. Angesichts solch einer Übertretung seien die bisherigen Maßnahmen des Senats schlicht nicht ausreichend und eine „rückläufige Tendenz“ der Werte nicht genug.

Bis zuletzt hatte der Senat versucht, Fahrverbote abzuwenden. Regine Günther (parteilos, für Grüne), Senatorin für Verkehr und Umwelt, äußerte noch vor dem Prozess auf Twitter, streckenbezogene Fahrverbote seien für sie die letzte Option. Stattdessen setzte die Verkehrsverwaltung für Umwelt bislang vor allem auf Anreize anstelle von Verboten, beispielsweise für Elektromobilität. So initiierte Günther, unter anderem, dass die Busse der BVG bis 2030 auf Elektroantriebe umgerüstet werden. Außerdem führte die Senatsverwaltung Tempo-30-Begrenzungen auf belasteten Strecken ein. Noch steht allerdings nicht fest, wie effektiv diese zur Senkung der Werte beitragen.

Die Behörden sind für die Einhaltung der Grenzwerte zuständig. Kommen sie ihrer Verpflichtung nicht nach, hat das Konsequenzen. Es liegt jetzt am Senat, die Interessen der Wirtschaft und Anwohner gleichermaßen zu vertreten und das Urteil angemessen umzusetzen. (ke)

Deutschlandweit aktiver Top-Entwickler

Die Schweizer SSN Group treibt ihre Landmark-Projekte nicht nur in Berlin weiter voran. Des Weiteren zählt die konzernunabhängige Unternehmensgruppe, laut dem Analyseinstitut bulwiengesa, zu den Top 10 Entwicklern deutschlandweit. Die SSN Group ist als Immobilien-Projektentwickler vorwiegend in deutschen Großstädten und in der Schweiz tätig. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bundesweit bei knapp unter 4 Milliarden Euro, die Berliner Projekte haben ein Volumen von circa 600 Millionen Euro.

Top-Entwickler mit Fokus auf Berlin

Das „Quartier Bundesallee“ mit sieben Gebäuden in unmittelbarer Nähe zum Kurfürstendamm ist die Berliner Visitenkarte des Unternehmens und wächst rasch in die Höhe. Im dazugehörigen
Wohnungsprojekt „Momente Berlin“, das Ende 2019 fertiggestellt wird, sind fast alle Wohnungen verkauft. Für Michael Tockweiler, CEO der SSN Group, ist das Quartier nur ein Teil des Engagements in der Hauptstadt: „Berlin steht bei uns verstärkt im Fokus neben den weiteren Metropolregionen in Deutschland. Denn das Ziel der Entwicklung des Quartiers Bundesallee war es, die Lücke an diesem exponierten und hochwertigen Standort mit einem Ensemble zu schließen, das in jeder Hinsicht auf Qualität setzt.“

CEO der SSN Group: Michael Tockweiler | Foto: SSN

In unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tors realisiert die SSN Group außerdem die Residenz „THE WILHELM“. Bis 2022 sollen dort luxuriöse Eigentumswohnungen unterschiedlicher Größe
entstehen. Die notwendigen Vorarbeiten zum Bau sind bereits im Juni 2018 angelaufen. An der Charlottenburger Franklinstraße entwickelt das Unternehmen zudem ein modernes Bürogebäude mit insgesamt 10.800 Quadratmetern.

In der ersten Reihe im Herzen Mannheims

Im Herzen Mannheims entwickelt die SSN Group das Projekt No 1. Dort wurden bereits die Arbeiten an der Untergeschossdecke abgeschlossen. Die Gesamtmietfläche beträgt 20.500 Quadratmeter, 65 Prozent der Wohnungen sind bereits vermietet. Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für Ende 2019 geplant. „Das No. 1 in Mannheim ist ein bedeutendes Landmark-Projekt im Portfolio der SSN Group“, sagt Bernhard H. Hansen, Deutschlandchef der SSN Group. „Unser Gebäude wird ein Teil des neuen Glückstein-Quartiers sein und diesem bedeutenden Areal ein neues Gesicht geben.“

Mitten im Frankfurter Finanzdistrikt

Mitten im Frankfurter Bankenviertel realisiert die Schweizer SSN Group ein Hotel- und Apartment-Konzept. Für das Projekt zeichnet das preisgekrönte Architekturbüro MSM Meyer Schmitz-
Morkramer verantwortlich, dass für das „2 Stay“ ein spektakuläres und individuelles Konzept entworfen hat.

Zu den weiteren Top-Projekten der SSN Group gehören das „Holsten Quartier“ und das „Neue Korallusviertel“ in Hamburg, „Covent Garden“ in München, die „Brauhöfe Passau“, die „Villa Berg“ in Stuttgart sowie die Quartiersentwicklung „Garden Campus/Eiermann Campus“ in Stuttgart Vaihingen als „Smart City“-Konzept, die in enger Zusammenarbeit mit der Stadt realisiert wird. Die große Vielfalt an Standorten und Objekten stehen für das Selbstverständnis des Unternehmens, ebenso der hohe Anspruch an die Qualität der Objekte. „Wir legen besonderes Augenmerk darauf, dass die Ausführung unserer Objekte höchsten Qualitätsansprüchen genügt, die Grundlage dazu bilden die Digitalisierungen in der Immobilienbranche und Nachhaltigkeitslabel wie LEED“, so Michael Tockweiler. Einen Überblick über ihre Projekte und einen Einblick in die Unternehmensphilosophie bietet die SSN Group auch auf der EXPO REAL in München (Halle C1,Stand 342). (ak)

Zu wenig Bauland verschärft Lage am Wohnungsmarkt

Der Berliner Wohnungsmarkt ist weiterhin sehr angespannt. Es fehlen Wohnungen in hoher Zahl, darunter in erster Linie preiswerte Mietwohnungen. Angebotsdefizite auf hohem Niveau bestehen auch im mittleren  Mietsegment. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Das sind die zentralen Befunde des „IBB Wohnungsmarktbarometer 2018“. Rund 200 Expertinnen und Experten des Berliner Wohnungsmarktes geben darin ihre Einschätzungen zur Lage am Berliner Wohnungsmarkt  ab. Als die größten Probleme am Mietwohnungsmarkt identifizieren die Befragten die Baulandknappheit, die steigenden Nettokaltmieten und den Widerstand gegen neue Bauvorhaben. Die Baulandknappheit gewinnt bei den genannten Problemlagen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal an Relevanz. Für zwei Drittel der Experten steht die Baulandfrage an oberster Stelle.

Jede fertiggestellte Wohnung zählt auf dem Wohnungsmarkt

In der aktuellen Situation zählt jede fertiggestellte Wohnung. Doch seit geraumer Zeit werden deutlich mehr Wohnungen genehmigt als fertiggestellt. Welche Gründe gibt es für diese Diskrepanz? „Besonders häufig nennen die Befragten spekulative Absichten, aber auch Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft, komplexe Bauvorschriften oder Widerstände gegen neue Bauvorhaben“, sagt Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der Investitionsbank Berlin (IBB). „Durch Gründe wie diese wird der dringend benötigte zusätzliche Wohnraum nur deutlich zeitversetzt oder gar nicht realisiert.“

Mehr private Investoren gesucht

Leistet der öffentlich geförderte Mietwohnungsbau einen Beitrag zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes? Hier ist das Meinungsbild der Experten gespalten. Jeder zweite Befragte misst dem öffentlich geförderten Mietwohnungsbau einen mittleren bis sehr großen Beitrag zur Marktentlastung bei, die andere Hälfte allerdings nur einen geringen bzw. gar keinen. Als Gründe hierfür wurden vor allem die geringen Fertigstellungszahlen bzw. der zu geringe Anteil am aktuellen Neubau genannt. Diese dringend benötigten Wohnungen entstehen bisher vor allem durch die Aktivitäten der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. „Beim geförderten Mietwohnungsbau brauchen wir auch einen größeren Beitrag der privaten Investoren. Wir suchen daher gezielt diese Zusammenarbeit, um zu einer breiteren Entlastung des Wohnungsmarktes zu kommen“, erklärt Dr. Jürgen Allerkamp.

Weiter Eigentumswohnungen gefragt

Beim Wohneigentum  werden  besondere Bedarfe weiterhin für Eigentumswohnungen gesehen. Im Miet- wie im Eigentumsbereich sind vor allem Wohnungen im unteren und mittleren  Preissegment von Bedeutung. Gefragt sind dabei kompakte bis mittelgroße Wohnungen.

Das Investitionsklima für den Neubau von Wohnraum sowie für Bestandsmaßnahmen und den Erwerb bestehenden Wohnraums  schätzen die Wohnungsmarktexperten derzeit positiv ein. Im Ausblick gehen sie jedoch in allen Segmenten von nennenswerten Eintrübungen aus. Das beste Investitionsklima besteht gegenwärtig für den Neubau von Eigentumswohnungen. (red)

Innovationscampus: Einigung erzielt – vorerst

Ein neuer Innovationscampus des Konzerns Siemens könnte dem Land Berlin zufallen, oder weltweit ausgeschrieben werden. Es geht um eine Investition von 600 Millionen Euro. Der Kampf um das Millionenprojekt geht weiter: Am Donnerstag gingen die entsprechenden Verhandlungen in die nächste Runde. Das Land Berlin hofft, ohne eine allgemeine, internationale Ausschreibung das Projekt an Land ziehen zu können. Hingegen Siemens fordert für sein Entgegenkommen Zugeständnisse des Senats.

Wie solche Zugeständnisse aussehen könnten, darüber einigten sich die Verhandlungsparteien im sogenannten „Konzept- und Eckpunktepapier für den Standort Berlin.“ Allerdings ist dessen Inhalt vertraulich. Berlins großer Vorteil ist die bereits vorhandene, geschichtsträchtige Siemensstadt. Sie müsste lediglich umgebaut und modernisiert werden. Denn schon seit 170 Jahren ist der Konzern in der Hauptstadt tätig. Daher hält Cedrik Neike, Siemens-Digitalisierungsvorstandschef, die Siemensstadt für eine „tragfähige Grundlage für unser Konzept.“

Wirtschaftsstandort Berlin

Die Berliner Politik sieht das ähnlich. Eine Neuerrichtung der Siemensstadt könnte ein wichtiger Meilenstein für die Berliner Wirtschaft sein. Von einem „Ankerpunkt“ sprach sogar Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), der notwendig sei, um die „Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Berlin international zu stärken und zu sichern.“ Zuspruch findet die Einschätzung Müllers auch von seiner Koalitionspartnerin, Ramona Pop (Grüne), Senatorin für Wirtschaft und Energie. „Wir wollen den Innovationscampus auf den Weg bringen, ein zukunftsweisendes Projekt für Siemens, die Siemensstadt und ganz Berlin“, sagte Pop.

Siemens erwägt, in Spandau einen Campus für Innovation und Entwicklung einzurichten. Für Berlin spricht der Status als Start-up-Metropole und Universitätsstadt, denn das bietet den Nährboden für zukünftige Innovation. Zudem ist Berlin als Hauptstadt ein Fenster zur Welt, was das international agierende Unternehmen Siemens für lukrative neue Aufträge nutzen könnte. Darüber hinaus bietet die Siemensstadt wortwörtlich Platz für Innovationen: Auf knapp 950.000 Quadratmetern können nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch dringend benötigte Wohnfläche geschaffen werden.

Verhandlungen über Innovationscampus stocken

Knackpunkt der stockenden Verhandlungen ist der Denkmalschutz. Viele Gebäude der Siemensstadt, wie das Umspannwerk, stammen noch aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Daher gestaltet es sich ihre Sanierung als schwierig. Immerhin herrscht Einigkeit zwischen dem Senat und Konzern darüber, wie der zukünftige Campus aussehen soll. Berichten des Tagesspiegels zufolge sollen sogar die alten Fassaden erhalten, dahinter aber moderne Innovation Labs errichtet werden.

Ein weiterer Diskussionspunkt ist die Verkehrsanbindung des Innovationscampus. Zwar ist eine S-Bahntrasse vorhanden; diese liegt allerdings seit 1980 still. Sie wieder aufzubauen wäre sehr zeit- und kostenintensiv, aber möglich. Außerdem würde der Wiederaufbau der Siemensbahn noch einen weiteren Vorteil mit sich bringen: Nur wenige Kilometer von der Siemensstadt entfernt entstehen derzeit am Waterkant in Spandau tausende Wohnungen. Auch diese benötigen einen Zugang zum Nahverkehr. Die Lösung für zukünftige Infrastrukturprobleme könnte die Siemensbahn sein.

Entscheidung steht noch aus

Noch ist ungewiss, ob Berlin die Zusage für das Projekt erhält. Bereits am Donnerstag sprach Siemens-Manager Neike von einem großen Interesse an einem Innovationscampus aus dem In- und Ausland. Doch mit den gegenwärtigen Zugeständnissen stehen die Chancen gut, dass der Innovationscampus nach Berlin kommt. „Wir werden jetzt zeitnah alle Optionen im Vorstand prüfen und zügig eine Entscheidung treffen, um die nächsten Schritte einzuleiten“, versprach Neike. Da beide Seiten mit Hochdruck an einer Lösung arbeiten, könnte schon bald eine Wahl feststehen. (ke)

Berliner Büromarkt: Leerstandsquote sinkt weiter

Zum Ende des dritten Quartals erreicht der bisherige Flächenumsatz des Jahres 2018 auf dem Berliner Büromarkt 591.200 Quadratmeter. Er liegt damit 16 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres von 704.000 Quadratmetern. So stellt es Cushman & Wakefield in seiner aktuellen Büromarktstudie fest. Das Vermietungsvolumen bleibt mit dem erzielten Resultat jedoch auf einem hohen Niveau: Der Flächenumsatz übertrifft den Fünfjahresdurchschnitt für den Vergleichszeitraum der ersten drei Quartale um neun Prozent. Um ganze 28 Prozent übertrifft es sogar den langjährigen Zehnjahresdurchschnitt.

Angebotsmangel auf dem Büromarkt

Flächenanmietungen von Flexible-Workspace-Anbietern bleiben bislang unter dem Niveau des Vorjahres. Wurden in den ersten neun Monaten 2017 rund 26.000 Quadratmeter vermietet, so waren es im aktuellen Jahr nur 20.800 Quadratmeter. Weitere Gesuche sind im Markt vorhanden, doch wird es für die Anbieter schwerer, geeignete Flächen für ihre Konzepte zu finden. Ein Jahresumsatz wie im letzten Jahr, als 65.000 Quadratmeter für Flexible-Workspace-Flächen umgeschlagen wurden, ist für das Jahr 2018 eher unwahrscheinlich.

Als hemmender Faktor für den Flächenumsatz wirkt auch das stetig geringer werdende Flächenangebot im Bestand. Ende des dritten Quartals erreicht der Leerstand einen neuen Tiefstand von 307.200 Quadratmetern. Die Leerstandsquote beträgt Ende September lediglich 1,6 Prozent, zum Ende des Halbjahres waren es noch 2,2 Prozent. In den stark nachgefragten zentralen Lagen Berlins ist der Büromarkt noch angespannter. Hier sind nur noch rund 89.000 Quadratmeter für einen kurzfristigen Bezug verfügbar. Ein ähnlich niedriges Leerstandniveau gab es in Berlin zuletzt Anfang der 1990er-Jahre.

Großnutzer bevorzugt

Antje Helmer, Associate Director bei Cushman & Wakefield in Berlin, sagt: „Insbesondere für Nutzer, die Flächen im Segment unter 1.000 Quadratmetern suchen, ist es kaum noch möglich, kurzfristig geeignete Flächen zu finden. Während Großnutzer mit einem längeren Planungshorizont auf Projektentwicklungen ausweichen, ist eine Wartezeit von mehreren Jahren für kleinere Unternehmen keine Option. Zudem bevorzugen Eigentümer in der Regel zunächst die Anfragen von Großnutzern, bevor sie kleinteilige Flächen in ihren Projektentwicklungen anbieten.“ Dieser Trend war auch im dritten Quartal zu beobachten: Sechs der sieben Verträge über mehr als 5.000 Quadratmeter Bürofläche wurden als Vorvermietungen in Projektentwicklungen unterzeichnet. Im Gesamtjahr war dies bei zehn von 15 Verträgen in dieser Größenklasse der Fall.

Hinzu kommt, dass ein Großteil der Flächen in Neubauprojekten vom Büromarkt bereits absorbiert ist. Für die Flächen, die bis zum Jahresende fertig gestellt werden sollen (rund 42.000 Quadratmeter), beträgt die Vorvermietungsquote 75 Prozent. Von den mehr als 600.000 Quadratmetern neuer Büroflächen, die für 2019 erwartet werden, sind bereits heute mehr als 60 Prozent vermietet.

Durchschnitts- und Spitzenmieten steigen weiter

Der Wettbewerb um die knappen Flächen spiegelt sich in der Mietpreisentwicklung wider: Die nachhaltig erzielbare Spitzenmiete ist in den letzten zwölf Monaten um 4,50 Euro auf jetzt 32,00 Euro pro Quadratmeter und Monat gestiegen.

„Für besondere Flächen, wie zum Beispiel in den oberen Etagen des Office Towers Upper West, liegen die Preise mittlerweile deutlich über der Spitzenmiete von 32 Euro. Es ist davon auszugehen, dass für Bürotürme, die zukünftig an den Markt kommen, wie beispielsweise am Hauptbahnhof und in der MediaSpree, im Einzelfall Mietabschlüsse von mehr als 40 Euro pro Quadratmeter im Monat möglich sind. Der Wettbewerb um diese Flächen wird die Spitzenmiete weiter in die Höhe treiben“, so Antje Helmer.

Auch die über alle Neuabschlüsse der letzten zwölf Monate gewichtete Durchschnittsmiete befindet sich weiterhin im Aufwind. Sie notiert aktuell bei 19,70 Euro pro Quadratmeter und Monat. In den zentralen Bürolagen ergibt sich ein Durchschnittswert von 23,30 Euro monatlicher Quadratmetermiete. Damit spannt sich die Situation auf dem Büromarkt zunehmend an. (red)

Ralph Winter: Eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte

Beteiligung am Co-Living Prop-Tech QUARTERS (New York-Berlin)

Vor 14 Jahren kaufte Ralph Winter als Chef des US-amerikanischen Private Equity-Giganten Cerberus zusammen mit Goldman Sachs die hochverschuldete Wohnungsgesellschaft GSW mit 66.000 Wohnungen vom Land Berlin. Diese Privatisierung galt als die bislang größte in Deutschlang und war der Auftakt zu einer anhaltenden Serie. Damals zeigte Winter aber auch mit der größten privaten Ausbildungsplatzinitiative in Deutschland soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement, wofür Cerberus vielfach ausgezeichnet wurde.

Cerberus und CORESTATE: Leuchttürme der deutschen Immobilienwirtschaft

2006 gründete Winter dann seine eigene Gesellschaft, die CORESTATE Capital Group. Es gelang ihm, in wenigen Jahren einen der führenden börsennotierten europäischen Immobilien-Investment-Manager mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 25 Milliarden Euro zu werden. Zu den Kunden zählen vermögende Privatanleger, Family Offices sowie institutionelle Anleger. Im Jahr 2016 folgte der Börsengang des Erfolgsunternehmens. Nur wenige Monate nach dem Einstieg an der Börse kletterte die Aktie von anfänglichen 15 Euro auf beachtliche 50 Euro. Winter ist noch heute Vorsitzender des Investment Committees von CORESTATE. Heute ist die Gesellschaft mit 900 Mitarbeitern an 42 Standorten in sieben Ländern tätig.

Winters Erfolgsgeschichte geht weiter: Die W5 Group

Winter galt seit jeher als Innovator in der Immobilienwirtschaft und als ein Macher, der über ein hochkarätiges internationales Netzwerk verfügt. Vor neun Jahren gründete der Erfolgsunternehmer sein Family Office W5 Group in den USA, wo er seit fünf Jahren lebt. Dennoch befindet sich der Hauptsitz des Unternehmens in der Zug/Baar in der Schweiz, wodurch der internationale Anspruch der W5 Group klar ersichtlich ist. Mithilfe von Investment-Teams in Europa und den USA konzentriert sich die W5 Group auf internationale Immobilien- und Private-Equity-Transaktionen.

Winter investiert in Co-Living

Mit der Ankündigung, dass die W5 Group an der Co-Living Company QUARTERS beteiligt, meldete Winter sich in den vergangenen Tagen mit der nächsten Success-Story zurück. Und das wieder mit höchstem Anspruch. Er prognostiziert eine vollkommen neue Assetklasse, die nun auch bei institutionellen Investoren zunehmend Akzeptanz findet: Die Co-Living Spaces. In diesem Bereich führend ist das Prop-Tech Unternehmen QUARTERS, was zum Branchenprimus Medici Living gehört.

QUARTERS betreibt rund 2.000 Zimmer in Deutschland, den USA und den Niederlanden. Erst 2012 gegründet beschäftigt das Unternehmen mit Sitz in New York und Berlin mittlerweile rund 85 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten. Das Unternehmen wird die Investition der W5 Group nutzen, um seine internationale Expansion zu beschleunigen.

All-Inclusive bei QUARTERS

Inspiriert durch den weltweiten Erfolg des Co-Working-Modells, das Menschen gemeinsame Arbeitsplätze zur Verfügung stellt, bietet der Co-Living-Anbieter QUARTERS gehobene, moderne und voll vernetzte Apartments für das digitale Zeitalter an. Mitglieder der QUARTERS-Community sind Teil eines globalen Netzwerks, das sich von New York City über Chicago und weitere internationale Hotspots bis hin nach Berlin erstreckt.

So erleichtert QUARTERS nicht nur das Leben in der Stadt, sondern macht es auch erschwinglicher. Mit der All-inclusive-Rechnung sind Miete, Nebenkosten, Mobiliar, die Nutzung von Smart-Home-Technologien, Streaming-Diensten und Gemeinschaftsräumen sowie die Teilnahme an wöchentlichen Veranstaltungen abgedeckt.

Schneller Wachstumskurs erwartet

„Co-Living ist ein neues Segment des Immobilienmarktes, das Wohnkonstellationen mit höherer Dichte und attraktiven Gemeinschaftsräumen bietet, die einen komfortablen, gemeinschaftsbasierten Lebensstil ermöglichen, der nicht nur erschwinglich, sondern auch für Mieter äußerst komfortabel ist“, betont Winter.

Als Befürworter der Co-Living Bewegung glaubt er, dass der Markt an einem Wendepunkt für schnelles, nachhaltiges Wachstum steht. „Der Markt ist noch weitgehend unerschlossen, daher glaube ich, dass es Platz für viele verschiedene Wettbewerber gibt. Angesichts des Track-Record und der Performance von QUARTERS erwarte ich einen anhaltend schnellen Wachstumskurs.“

Auch in Zukunft auf Erfolgskurs

Begeistert von der neuen Kooperation zeigt sich auch der CEO von QUARTERS, Gunther Schmidt. „Wir waren auf der Suche nach einem erstklassigen Immobilienpartner, um einen bedeutenden Player auf dem Co-Living-Markt aufzubauen“, so Schmidt. „Die Kombination unseres community- und technologiebasierten Wohnungsangebots für Millenials mit dem richtigen Immobilienprodukt ist für unser Geschäftsmodell entscheidend, um langfristige, stabile Einkommensströme zu erzielen. Ralph Winters Erfahrung in den verschiedenen Arten von Mikro- und Wohnprodukten passt perfekt.“

Winters untrügliches Gespür für Entwicklungs- und Innovationsschübe in der Wirtschaft wird ihm auch hier Recht geben. Schließlich hat er als einer der ersten die Assetklasse Studentenwohnen etabliert und zu einem Megatrend gemacht. (fs)

Neue Kooperation: Mehr Akzeptanz für Tourismus

Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, visitBerlin-Geschäftsführer Burkhard Kieker sowie Vertreterinnen und Vertreter von zwölf Berliner Bezirken unterzeichneten am heutigen Tag eine gemeinsame Kooperationsvereinbarungen zur bezirklichen Tourismusentwicklung. Die Kooperation ist ein erster Meilenstein in der Umsetzung des neuen Berliner Tourismuskonzepts 2018+. Verabschiedet hatte der Senat diese bereits im April 2018.

„Berlin zieht Menschen weltweit an. Alle wollen nach Berlin, zum Leben, zum Arbeiten, aber insbesondere auch zum Erkunden. Berlin erleben, bedeutet mehr als nur Reichstag und Brandenburger Tor zu besichtigen. Berlin ist eine offene und gastfreundliche Stadt“, bescheinigt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop der deutschen Hauptstadt.

Bezirke stehen im Mittelpunkt

Wichtig ist der Senatorin, diese Akzeptanz zu erhalten und frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Vor allem, da es ernstzunehmende Warnzeichen gibt, dass die Akzeptanz schwindet. In Berlin findet sich die Vielfalt in den Kiezen, deswegen rückt die Kooperation die Potenziale der Bezirke nun stärker in den Mittelpunkt. „Endlich gibt es eine Unterstützung der Tourismusarbeit der einzelnen Bezirke. Das kommt allen zu Gute: den Bezirken, den Berlinerinnen und Berlinern und den Touristinnen und Touristen, “ so Senatorin Pop.

Unterstützung findet ihre Einschätzung auch von Burkhard Kieker, dem Geschäftsführer von visitBerlin. „Unser Stadtmarketing lebt von den Impulsen und Ideen aus den Berliner Bezirken“, sagt Burkhard Kieker. „Jetzt können wir eine gute Arbeitsstruktur für die nächsten Jahre aufbauen, damit die Bezirke die Aufmerksamkeit erhalten, die ihnen zusteht. Darüber freue ich mich sehr.“

Intensivere Kooperation für mehr Akzeptanz

Erklärtes Ziel der Kooperation ist es, die Zusammenarbeit mit den Bezirken zu intensivieren und die Akzeptanz für den Tourismus in der Stadt zu stärken. All das geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Berlinerinnen und Berlinern. In den vergangenen Wochen führten die Kooperationspartner bereits zahlreiche Gespräche in allen Bezirken, um die aktuelle Situation zu analysieren.

visitBerlin wird künftig im Sinne einer Unternehmensberatung für die Bezirke fungieren. So unterstützt es die Bezirke in der Vermarktung ihrer touristischen Angebote und hilft bei der Entwicklung neuer Angebote auf Bezirksebene, die sich an Berlin-Gäste, aber auch an Berlinerinnen und Berliner richten. Dazu gehören neue, bezirksübergreifende kultur- und aktivtouristische Themenrouten, die visitBerlin weltweit vermarkten. So können neue Impulse für Berlin-Besucher gesetzt werden, die dazu einladen, auch bislang unbekannte Orte zu erkunden.

Zudem wird visitBerlin eine bezirksbasierte Marktforschung aufbauen. Schulungen und Beratungen zu nachhaltiger Reisemobilität, Tourismusakzeptanz, Monitoring und Barrierefreiheit bietet visitBerlin ebenfalls an. (red)

HD Gruppe: Immobilienwerte mit Zukunft

Baukräne bestimmen das Bild vieler deutscher Metropolen. Die Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen ist ungebremst. Die HD Gruppe hat sich das Ziel gesetzt, ihre Projekte – egal ob im Wohn- oder Gewerbebereich – nachhaltig und zukunftsorientiert zu planen und zu entwickeln.

Mit dem Tochterunternehmen HD Handelsimmobilien GmbH (HDHI) hat sich die HD Gruppe auf die Revitalisierung von Handelsimmobilien spezialisiert. Ein derzeitiges Objekt ist die Burggalerie im thüringischen Mühlhausen, welche für rund zehn Millionen Euro noch in diesem Jahr revitalisiert wird. Dabei geht es um mehr als nur einen neuen Anstrich. „Neben baulichen Anpassungen muss das Angebot eines Einkaufszentrums auf die unterschiedlichen Käufergenerationen ausgerichtet werden“, erklärt HDHI-Geschäftsführer Nils Blömke. „Natürlich wollen wir im Idealfall eine Vollvermietung erreichen, aber die Läden müssen auch zu den Käufergruppen passen, damit sich die Geschäfte langfristig halten können.“

F³ – Fit for Future

Die HDHI verfolgt dabei ihr eigenes Konzept namens F³ – Fit for Future. Darunter versteht das Unternehmen eine zukunftsorientiere und nachhaltige Revitalisierung der Handelsimmobilien, wozu neben der Anpassung des Angebots an Käufergruppen auch praktische Aspekte gehören. „Wir wollen erreichen, dass unsere Einkaufszentren an Aufenthaltsqualität gewinnen und für die Menschen ansprechend sind. Ältere Generationen legen Wert auf eine gute Beratung, junge Menschen wollen hingegen unterhalten werden. Hier spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Aber auch ganz einfach Dinge wie komfortable Parkplatzgrößen sind ein wichtiges Thema“, so Blömke.

Trends erkennen, Wandel berücksichtigen

Dass der Gründer der HD Gruppe, Herbert Dzial (HD), ein Gespür für die richtigen Projekte hat, hat er in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. So etwa auch bei Mikroapartments, die nicht nur für Studierende, sondern auch Pendler sowie Singles eine lukrative Alternative zum WG-Zimmer sind. Während andere Projektentwickler noch abgewogen haben, ob die Nachfrage nach solchen Kleinstapartments groß genug wär, begann Dzial im dritten Quartal 2015 bereits mit dem Bau eines Student Housing-Projektes in der Dudenstraße (Schöneberg). Insgesamt sind hier 154 Apartments auf 6.100 Quadratmetern entstanden, die die HD Gruppe an MPC Capital veräußert hat.

Doch Dzials Pläne gehen weiter. „Der demografische Wandel schreitet immer weiter fort. Anders als vor einigen Jahren haben sich aber auch die Erwartungen an Pflegeimmobilien und Senioreneinrichtungen geändert. Es geht um mehr als altersgerechte Bedürfnisse“, führt Dzial aus. „So möchten Senioren möglichst lange selbständig bleiben und sich selbst versorgen können. Beim Bau von solchen Objekten muss also auch an Nahversorgungs- und Dienstleistungsangeboten gedacht werden.“ Ähnlich wie bei Mikroapartments ist die der Wunsch nach Serviceleistungen wie z. B. einem „Concierge“, der sich um die Belange der Bewohner kümmert, groß. Daher wird der Servicecharakter mit den Erfahrungen aus den Mikroapartments und dem Center Management von Einkaufszentren stärker in den Mittelpunkt gestellt. Kürzlich hat die HD Gruppe die Praxisklinik Sudenburg, bestehend aus 19 Wohn- und Praxiseinheiten, in Magdeburg erworben. Auf dem Nachbargrundstück plant die HD Gruppe eine betreute Einrichtung, in der auch die von Dzial aufgeführten Aspekte berücksichtigt werden sollen.

Expansion nach Portugal

Die HD Gruppe schaut auch über Deutschland hinaus. Im Juni verkündete Herbert Dzial die Expansion seiner Unternehmensgruppe nach Portugal, mit einem Schwerpunkt auf der Metropolregion Lissabon. Für ein erstes Wohnungsbauprojekt hat Dzial ein rund 5.500 Quadratmeter großes Grundstück im Norden Lissabons von einer portugiesischen Familiendynastie erworben. Derzeit sind drei Gebäude mit 158 Wohnungen sowie Büros, Einzelhandelsflächen und 215 Stellplätze geplant. Direkt daneben baut die portugiesische Zentralbank ein Verwaltungsgebäude für ca. 1.500 Mitarbeiter.

„Die Nachfrage nach Wohnraum insbesondere in Lissabon steigt seit 2013 kontinuierlich an – sowohl als Anlageobjekt als auch für die Eigennutzung – etwa durch Fachkräfte oder Studierende, die die Stadt für sich entdeckt haben“, so Dzial. „Die Stadt ist ein Hotspot und auch wirtschaftlich geht es aufwärts, weshalb wir Lissabon als Investitionsstandort ausgemacht haben. Die Tourismusbranche boomt, die kreative Start-up-Szene wächst konstant und auch namhafte Unternehmen wie Google oder Zalando eröffnen Büros und Technologie-Hubs in der Metropolregion. Lissabon wird auch ‚das neue Berlin‘ genannt.“

Für Portugal spricht auch, dass Genehmigungsprozesse für Bauvorhaben wesentlich unkomplizierter und schneller abzuwickeln sind als derzeit in Deutschland. Auch deswegen soll das Projekt im Stadtteil São Domingos de Benfica nicht das einzige in der 2,8 Millionen Einwohner umfassenden Stadt am Tejo bleiben. Die HD Gruppe evaluiert weitere Grundstücke für die Entwicklung und den Bau von Wohn- und Student Housing-Projekten in der Metropolregion. Weitere Ankäufe sind für das 3. Quartal 2018 avisiert. (cr)