Berlin ist offiziell „Fairtrade Town“

Berlin ist nun auch offiziell zertifizierte Fairtrade-Stadt. Die Vielzahl der Akteure, die für die Teilnahme an der Kampagne in Berlin gewonnen wurden, sowie die vielen Veranstaltungen über den fairen Handel hat die Initiative TransFair e.V. beeindruckt. Dieses Engagement wird nun mit dem offiziellen Titel gewürdigt.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop: „Wir gestalten unsere Wirtschaftspolitik nachhaltig. Die Auszeichnung zur Fairtrade Stadt ist eine großartige Bestätigung des Engagements der Berlinerinnen und Berliner. Think global, act local – es hat globale Auswirkungen, welchen Kaffee wir trinken oder welches Kleid wir kaufen. Wir wollen und können in Berlin bewirken, dass Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern verbessert werden.“

Fairer Handel in Berlin

Die Verleihung des Titels im November ist der Auftakt für weitergehende Aktivitäten für den Fairen Handel in Berlin, gemeinsam mit den Bezirken und der Zivilgesellschaft. Damit soll das bestehende Aktionsbündnis ausgebau und eine gemeinsame Vision für den Fairen Handel in Berlin entwickelt werden.

Dieser Titel ist auch eine Verpflichtung. Ziel ist, dass auch das Berliner Vergaberecht stärker auf fairen Handel setzt. Wichtig sei, dass Fußbälle ohne Kinderarbeit hergestellt werden und Schokoladenbauern ihren fairen Anteil erhalten. In der Wirtschaftssenatsverwaltung wird hinsichtlich dessen, gerade an einem geeigneten Rahmen für die faire Vergabe im Berliner Vergabegesetz gearbeitet. Dazu werden die bestehenden Regelungen zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen optimiert.

Auch Bezirke können sich auf den Titel bewerben

Die Berliner Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) fördert schon seit vielen Jahren Fairtrade-Projekte von Berliner Nichtregierungsorganisationen und wird die Szene weiterhin tatkräftig unterstützen und beraten.

Aber nicht nur die Bundeshauptstadt ist jetzt Fairtrade Town. In den Stadtstaaten können sich auch die Bezirke auf den Titel bewerben. Die Berliner Bezirke sind seit vielen Jahren mit großem Engagement Vorreiter im Fairen Handel. Einige von ihnen haben den Titel bereits erworben. In diesem Jahr wird neben Friedrichshain-Kreuzberg auch Steglitz-Zehlendorf zum Fairtrade Town gekürt. (red)

Berliner Immobiliengipfel bei Sammler Usinger

Die Top-Entscheider der Berliner Immobilienwirtschaft trafen sich zum fünften Mal bei Gastgeber Sammler Usinger und der British Chamber of Commerce Germany (BCCG) auf der Zwei-Terrassen Veranstaltung am Unternehmenssitz der renommierten Anwaltskanzlei im Waldorf Astoria. Sabine Usinger moderierte souverän eine große Expertenrunde zum Thema „Internationale Investoren in Berlin – Neue Standorte und Projekte“.

Dabei wurde deutlich, dass Berlin nach wie vor eine hohe Anziehungskraft für Investoren aus aller Welt besitzt – und das trotz widriger politischer Bedingungen. Auffällig war, dass die Berliner Politik durch Abwesenheit glänzte. Dafür hat die mit Christian Gérôme (Allgemeine Immobilien-Börse GmbH), Alexander Harnisch (Diamona & Harnisch Projektmanagement GmbH), Christoph Fahle (betahaus Berlin), Thomas Graf (Drees & Sommer SE), Nikita Roshkow (Ahoy! Berlin), Jutta Heim-Wenzler (Tempelhof Projekt GmbH) sowie Andreas Völker (BNP Paribas Real Estate Consult GmbH) hochkarätig besetzte Diskussionsrunde unisono klar formuliert, dass Berlin noch viele Potenziale bietet.

Berlin braucht mehr Wohnungen

Der Geschäftsführer der Allgemeinen Immobilien-Börse GmbH Christian Gérôme brachte es auf den Punkt: „Kein Land exportiert so viele perfekte Produkte in alle Welt wie Deutschland. Das schafft Sicherheit. Wir sind das wohl sicherste Land in Europa – ohne Brexit, ohne Skandale und ohne Wirtschaftskrisen. Die Menschen suchen Sicherheit und das deutsche Grundbuch‎ ist das wohl sicherste der Welt. Deswegen kaufen auch viele Ausländer in Berlin.“

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte an die Politik der deutschen Hauptstadt. „Wir brauchen mehr Wohnungen in der ‎Stadt. Denn Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Die hohen Mietpreise kommen nur durch eine Verknappung zustande. Dabei hat keine andere Stadt auf dieser Welt mehr Potenzialflächen als Berlin. Jede andere große Stadt träumt von vielen Brachflächen. Wir beziehungsweise unsere Politiker sind jedoch nicht in der Lage, diese Flächen als Bauland auszuweisen“, so Gérôme.

Berlin muss sein Potenzial ausschöpfen

Ob für Gewerbe, zum Wohnen, zur Miete oder zum Kauf – das Interesse an Flächen in Berlin steigt rasant. Zwar hält der Boom auf dem Immobilienmarkt weiterhin an, doch schöpft die Hauptstadt sein Potenzial nicht vollkommen aus. Viel zu lange dauert der Wohnungsbau. Nicht zuletzt musste die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, die angestrebten 30.000 Wohnungen, die bis 2021 entstehen sollen, auf 25.000 runter kalkulieren.

Die Situation in der Wohnungspolitik ist noch immer sehr angespannt. Der Wohnungsbau kommt schon lange nicht mehr mit der steigenden Nachfrage hinterher. Obwohl die Wohnungsnot von allen Seiten erkannt wird, wird von der Politik zu wenig dagegen unternommen. „Wir müssen mehr Druck auf die Politiker ausüben und wir müssen den Menschen sagen, wie wir nach vorne kommen“, fordert Projektentwickler Gérôme. (fs)

Berliner Tourismus: Ausgewogenes Wachstum im 1. Halbjahr 2018

Der Berlin-Tourismus hat sich in den ersten sechs Monaten des Jahres gut entwickelt. Rund 6,4 Millionen Besucher kamen von Januar bis Juni 2018 in die deutsche Hauptstadt. Das waren rund 4,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 4,2 Prozent auf insgesamt 15,3 Millionen. Die Zahl der Besucher aus dem Ausland, die von Januar bis Juni nach Berlin reisten, stieg um 4,7 Prozent auf rund 2,5 Millionen. Aus dem Inland kamen 4,3 Prozent mehr Gäste, insgesamt rund 4 Millionen.

„Berlin ist das Schaufenster Deutschlands. Mit vier Prozent haben sich die Besucherzahlen in der Hauptstadt auf einem gesunden Niveau weiterentwickelt. Das Wachstum wird gleichmäßig von den Besuchern aus dem In- und aus dem Ausland getragen“, sagt Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin.

Kongressgeschäft: Erstmals mehr als 1 Million internationale Teilnehmer in Berlin

Auch die Berliner Kongresswirtschaft verzeichnete im ersten Halbjahr 2018 ein konstantes Wachstum. 65.790 Veranstaltungen (+2,8% im Vergleich zum Vorjahr) mit 5,08 Millionen Teilnehmern (+2,4 %) fanden in Berlin statt. Dabei kamen erstmals mehr als 1 Million Gäste aus dem Ausland – das sind zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Zu den wichtigsten Auslandsmärkten zählen Großbritannien sowie die USA. Durch die Tagungs- und Kongressreisenden wurden in Berlin 3,98 Millionen Übernachtungen generiert, eine Steigerung von zwei Prozent im Vorjahresvergleich. Somit trägt die Kongressbranche stabil zu einem Viertel der touristischen Übernachtungen in Berliner Hotelbetten bei.

Burkhard Kieker: „Das Tagungs- und Kongressgeschäft entwickelt eine verlässlich hohe Wertschöpfung für Berlin. Insbesondere der internationale Anteil der Geschäftsreisenden sorgt in der Stadt für hohe Einnahmen und sichere Jobs.“

Ausblick: „Nur mit Euch“ – Berlin lädt zum Fest zum Tag der Deutschen Einheit

visitBerlin wirbt in Kooperation mit Kulturprojekte Berlin im August und September deutschlandweit für Berlin als Reiseziel und einen Besuch des offiziellen Festes zum Tag der Deutschen Einheit, das vom 1. bis zum 3. Oktober in Berlin stattfindet. Die „Nur mit Euch“-Städtetour führt in fünf deutsche Städte: Dresden, Frankfurt am Main, München, Stuttgart und Köln. Im Mittelpunkt der Aktion steht eine einzigartige Spiegelinstallation. (red)

Family Summer Event am Kudamm-Beach Halensee

Die Kinder hatten einen Heidenspaß und mit ihnen die glücklichen Eltern. Das wohl schönste Kinderfest der Hauptstadt lockte am Sonntag mehr als 1.000 Kinder und Eltern in den Kudamm-Beach am Halensee. Schon von weitem konnte man die vielen bunten Luftballons sehen, die auf das kindgerecht geschmückte Gelände an der Königsallee hinwiesen. Und auf dem Gelände, das direkt zum Halensee führt, alles was ein Kinderherz erträumt.

Auf dem Halensee konnten die Kleinen Stand-up Paddling fahren oder mit bunten Gummitieren und Matratzen „in See stechen“. Die hochkreative Maria Köster von Maria’s Kinderclub – dürfte vielen als langjährige Geschäftsführerin vom Szene-Restaurant Borchardt`s bekannt sein – zeichnete mit ihren Partnerinnen Oksana Kolenitchenko (Fashion Mama Berlin) und Friederike Werner (Pepper PR) für Idee und Organisation verantwortlich. Die drei jungen Mütter überzeugten Siegfried Nehls von der Sanus AG und Tom Siebert von Allianz Roskos&Meier sowie den BMW-Händler Nefzger davon, als Sponsoren die finanzielle Grundlage für das Familienfest zu sichern.

Eltern und Sponsoren spenden für guten Zweck

Siegfried Nehls, der auch Hauptsponsor des Jüdischen Lichterfestes Chanukka am Brandenburger Tor ist, unterstützte mit Leidenschaft – insbesondere weil aus einem Teil der Erlöse des Festes krebskranken Kindern geholfen wird. Siegfried Nehls: „Wir unterstützen mit diesem Familienfest den Verein Kolibri Hilfe für krebskranke Kinder Deutschland e.V., der beispielhaft krebskranken Kindern, deren Eltern, Angehörigen und Freunden hilft und damit viel Leid zumindest mindert.

In Deutschland erkranken rund 1.800 Kinder jährlich bis zum 15. Lebensalter an Krebs. In den letzten drei Jahrzehnten haben sich die Heilungschancen für die jungen Patienten deutlich verbessert. Trotzdem ist die Erkrankung eines Kindes an Krebs nach wie vor eine extreme Belastung für die gesamte Familie. Hier ist Hilfe und Unterstützung gefragt und die geben wir mit voller Überzeugung!“

Prominenter Support

Der Verein Kolibri wird von vielen Prominenten unterstützt, so zum Beispiel von Boxtrainer Ulli Wegener, der Moderatorin Inka Brause oder Gesundheitspolitiker Mario Czaja.

Auch Tom Siebert, Partner bei Allianz RoskosMeier, der das erste Mal zu den Unterstützern des Family Summer Events zählt, betont die besondere Verpflichtung, kranken Kindern zu helfen: “Gerade wer auf der Sonnenseite des Lebens steht, sollte ein großes Herz zeigen bei diesem ernsten Thema!“

Das Kinderfest am Halensee war somit in jeder Hinsicht ein voller Erfolg: Viel Spaß und Freude für die rund 1.000 Kinder und Eltern und ein satter Scheck für den Verein Kolibri. Das sollte Schule machen! (fs)

Stockender Wohnungsbau: Berlin schafft 100 neue Stellen

Berlin ist nicht nur politisch gesehen ein wichtiges Zentrum, sondern auch ein attraktiver Wirtschaftsstandort für zahlreiche Investoren und Unternehmen. Im Zuge des daraus resultierenden starken Bevölkerungswachstums, platzt die Hauptstadt buchstäblich aus allen Nähten. Vor allem die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist dramatisch gestiegen.

Um dem Bevölkerungszuwachs zu begegnen, hat sich die rot-rot-grüne Koalition den Bau von 30.000 kommunalen Wohnungen bis 2021 zum Ziel gesetzt. Dabei sollen die meisten Wohnungen in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Spandau entstehen. Allein in Lichtenberg sind bis zu 19-mal mehr neue Wohnungen als in Charlottenburg-Wilmersdorf geplant. Allerdings könnte der Senat den im Koalitionsvertrag vereinbarten Bau von 30.000 Wohnungen aufgrund des sich zuspitzenden Personalmangels noch weiter verfehlen als bisher absehbar.

Koalition wird die eigenen Wohnungsbauziele wohl verfehlen

Vor zwei Jahren haben SPD, Linke und Grüne im Koalitionsvertrag festgelegt, bis 2021 rund 55.000 zusätzliche landeseigene Wohnungen anzustreben, davon mindestens 30.000 Neubauwohnungen. Diese Zahlen musste Bausenatorin Katrin Lompscher jedoch vor kurzem nach unten korrigieren. Statt den 30.000 Wohnungen werden voraussichtlich nur 25.000 in den nächsten drei Jahren gebaut. Daraufhin hagelte es Kritik von allen Seiten, sowohl von der Opposition als auch von den Koalitionspartnern.

Letztendlich sei die mangelnde politische und administrative Unterstützung Schuld an der Wohnungsbaumisere. Die Wohnungsbaugesellschaften, die im Koalitionsvertrag zum Neubau der Wohnungen verpflichtet sind, beklagen sich über die mangelnde Unterstützung der Senatorin. „In Berlin herrscht kein konstruktives Bau- und Wachstumsklima“, urteilte Maren Kern, Chefin des Berliner Wohnungsverbandes BBU. Immer wieder scheitern Brauprojekte durch Proteste der Anwohner oder Bürgerinitiativen, die die Bebauung verhindern wollen. Lösungsvorschläge auf Senats- und Bezirksebene gibt es jedoch meist keine.

Senat plant 100 neue Stellen

Während die Wohnungsbaugesellschaften sich über die mangelnde Unterstützung des Senats beklagen, kritisiert Senatorin Lompscher die mangelnde Personalausstattung der Bezirke. Wenigstens hier ist nun eine Lösung in Sicht: Um den stockenden Wohnungsneubau zu beschleunigen, sollen in den Behörden 100 neue Stellen entstehen. Die neuen Stellen seien vor allem in den Stadtplanungs- und Umweltämtern der Bezirke vorgesehen. Allerdings sind die 100 Stellen bislang nicht im Doppelhaushalt 2018/2019 eingeplant, weshalb sie erst ab 2020 besetzt werden können. „Es macht aber keinen Sinn, so lange zu warten, wenn man beschleunigen will“, so Lompscher. „Das heißt also, dass wir diese 100 Stellen entweder aus dem laufenden Haushalt finanzieren oder in einem Nachtragshaushalt abbilden müssen“, sagt die Senatorin weiter.

Die 100 neu geschaffenen Stellen sind Teil des sogenannten Beschleunigungsprogramms für den Wohnungsbau, das Ende dieses Monats im Senat vorgelegt werden soll. Weiterhin sieht das Programm vor, die Wohnungsbaugesellschaften dazu aufzufordern, ihre Prioritäten nicht nur auf große, zeitaufwendige Bauvorhaben zu setzen, sondern ihren Fokus auch auf Dachausbauten, Aufstockungen und Ergänzungsbauten auf eigenen Grundstücken zu legen. Ob bis Ende 2021 die reduzierten Wohnungsbauvorhaben eingehalten werden, bleibt abzuwarten. Lompscher zeigte sich dem Vorhaben gegenüber jedoch zuversichtlich. (dn)

Green Economy Index: Aufholbedarf bei Energie und Mobilität

Für die Erfüllung der Klimaziele in Berlin besteht vor allem in den Bereichen Energie und Mobilität noch großer Aufholbedarf. Das geht aus der zweiten Ausgabe des „Green Economy Index 2025“ hervor, den die IHK jetzt vorgelegt hat.

Der Index ist ein Analyseinstrument, das die Leistungsfähigkeit Berlins in relevanten Feldern ökonomisch-ökologischer Nachhaltigkeit misst. Der Index wurde 2016 zum ersten Mal veröffentlicht und liegt nun mit aktuellen Zahlen für 2018 vor.

Der Green Economy Index

Der Green Economy Index besteht aus 18 Indikatoren aus den Bereichen Energie, Wasser, Kreislaufwirtschaft und Mobilität, die klassische “Win-Win-Situationen” von Ökonomie und Ökologie umschreiben. Für jeden Indikator wird ein Zielwert für das Jahr 2025 ausgegeben und die aktuelle Zielerreichung ermittelt. Der Gesamtindex ist mit einem Wert von 37% gegenüber 2016 (31%) leicht gestiegen.

Dazu sagt Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin: „Die Green Economy ist mit fast 80.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 22 Milliarden Euro ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Berlin. Der Green Economy Index formuliert konkrete Handlungsansätze an die Politik, deren Umsetzung wirtschaftliches Wachstum erzeugt und gleichzeitig die ökologische Leistungsfähigkeit des Standorts fördert.

Aufholbedarf bei Energie und Mobilität erforderlich

Die positive Entwicklung der Werte im Green Economy Index ist erfreulich, jetzt muss sich diese Entwicklung allerdings noch verstetigen und in vielen Bereichen auch deutlich beschleunigen. Denn der positive Trend kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in einigen Bereichen noch großen Aufholbedarf gibt. Deshalb ist nun wichtig, die im Index formulierten Handlungsempfehlungen zügig anzugehen.

Priorität sollten hierbei die Maßnahmen haben, die sich positiv auf mehrere Bereiche oder Indikatoren auswirken. Das sind insbesondere die Umsetzung der im Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 (BEK 2030) aufgeführten Maßnahmen in den jeweiligen Sektoren und die Stärkung der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand, insbesondere bei der energetischen Sanierung des öffentlichen Gebäudebestandes. Weiterhin gehören dazu Innovationsanreize und die Bereitstellung von Informationen bei der Nutzung von Energie und anderen Ressourcen und nicht zuletzt der Ausbau und die qualitative Verbesserung des ÖPNV.“

Darüber hinaus zeigen auch die Mobilitätsindikatoren weiterhin Handlungsbedarf auf. Die Werte verharren im unteren Bereich, positiv ist lediglich die Entwicklung der Fahrgastzahlen im ÖPNV, die Werte für Zeitverlust durch Stau haben sich lediglich durch eine veränderte Berechnungsgrundlage verbessert.

Positve Entwicklung in der Wasserwirtschaft

Die Wasserwirtschaft ist auf einem guten Weg. Auch hier folgt der größte Sprung einer methodischen Veränderung beim Indikator für Gründächer, die nun genauer gemessen werden können. Insgesamt ist der Grad der Zielerreichung für die Wasserwirtschaft jedoch hoch. (red)

Smart, solidarisch, urban: Das ist die „Berlin-Strategie 2030“

Berlin soll weltoffener, sozialer und nachhaltiger werden. Das sind die formulierten Ziele der „Berlin-Strategie 2030“, die die Senatskanzlei derzeit erarbeitet. Die Fortschreibung der alten Strategien von 2014 und 2016 soll bisherige Konzepte aktualisieren und Defizite abbauen. Bürger und Verbände sind jedoch weniger beteiligt.

Das Konzept rückt die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, verbesserte Integration und effizientere Verwaltungsstrukturen in den Vordergrund. Der ressortübergreifende Plan will damit Folgen der Sparpolitik von vergangenen Regierungen ausgleichen. Unter Federführung der Senatskanzlei und Berlins regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) sollen sogenannte „Meilensteine“ für die Zeit nach 2020 erarbeitet werden. Im Frühjahr 2020 soll die fertige „Berlin-Strategie“ verabschiedet werden.

Neue Formen der Partizipation

Die rot-rot-grüne Regierung hält am Prinzip der Bürgerbeteiligung fest. Dennoch soll diese „mit geringerem Aufwand“ gestaltet werden. Die Idee: Es sollen „Strategieforen“ ins Leben gerufen werden. Bei diesen können Mitglieder der Senatsverwaltung und 100 Akteure der Zivilgesellschaft in Workshops über politische Themen debattieren, um die „Meilensteine“ gemeinsam zu erarbeiten. Die Ansätze müssten anschließend vom Begleitkreis auf ihre Machbarkeit geprüft werden. Der Begleitkreis soll sich aus den Bezirksbürgermeistern, Vertretern des Abgeordnetenhauses und ausgewählten Repräsentanten der Stadt zusammensetzen. Außerdem werden 40 Bürger zufällig ausgewählt, um den Begleitkreis zu verstärken.

Zu wenig, findet Volker Hassemer (CDU), Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin. Der Ex-Senator fordert eine gemeinsame Zielsetzung von Politik und Bürgern. Seine Stiftung schlägt dafür die Diskussionsreihe „Forum Berlin“, bei der 30 Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft politische Fragen vor einem Publikum erörtern würden, vor. Zudem sollen die Debatten im Internet veröffentlicht werden. Doch die Regierung möchte die Kosten für solch eine Veranstaltung derzeit nicht tragen. Hassemer kämpft weiter: „Ich fühle mich verpflichtet, das Forum aufzubauen“. Mit Erfolg? Die „Berlin-Strategie“ schließt eine Beteiligung der Stiftung nicht aus. Sie könne beispielsweise im Lenkungskreis agieren, neben mehreren Senatsverwaltungen.

Kritik der Opposition an der „Berlin-Strategie“

Die Opposition äußerte jedoch Kritik am geplanten Strategiepapier. CDU-Politiker Stefan Evers bemängelt die beschränkte Handlungsfähigkeit des aktuellen Konzepts mit den Worten: „Was für eine Strategie soll das sein? So wird Berlin keine Fahrt aufnehmen.“ Er plädiert für eine schnelle Umsetzung von kurzfristigen Maßnahmen. Auf Unverständnis stößt auch, dass „die Bürgerbeteiligung bei diesem zentralen Thema im Losverfahren erfolgen soll.“ Evers, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU, ist dem Vorschlag der Stiftung Zukunft Berlin hingegen nicht abgeneigt.

Rot-Rot-Grün hat durch das anhaltende Wirtschaftswachstum mehr Spielraum bei der Gestaltung des Konzepts. So erhält das Referat „Politische Grundsatzangelegenheiten/Strategien für Berlin“ unter Leitung von Robert Drewinicki jährlich 430.000 Euro. Unter anderem für Rathaus-Dialoge, Gutachten und die Entwicklung der „Berlin-Strategie 2030“. Die müssen nun genutzt werden, um die Pläne des Referats zu konkretisieren. Die Zeit drängt: Berlin braucht konkrete Pläne, um den Anforderungen der kommenden Jahre gewachsen zu sein. Schließlich hat die Stadt große Ziele und will smart, solidarisch und urban sein. (ke)

Leichtathletik-EM: Auftakt für Spitzensport in Berlin

Nachdem die European Championships bereits am 02. August begonnen haben, startet nun auch die Leichtathletik-EM als Teil des Sportwettbewerbs in Berlin. Bis zum 12. August werden sich die Athleten in 23 Disziplinen messen. Die Qualifikationsrunden werden viermal vormittags und die Finalrunden an sechs Abenden ausgetragen. Die Austragungsorte sind neben dem Olympia Stadion auch der Breitscheidplatz in der City-West, wo die sogenannte „Europäische Meile“, inklusive der Generali Arena, errichtet wurde.

Die „Europäische Meile“ verfolgt ein neuartiges Konzept, das vorsieht die Wettkämpfe aus dem Olympiastadion in die Innenstadt zu bringen. Auf der Bühne, vor der rund 3.000 Zuschauer Platz finden, ist ein umfassendes Entertainment-Programm geplant. Täglich gibt es ab 13 Uhr verschiedene Shows, ab 22 Uhr findet eine „Golden Hour“ statt, während der sich Besucher über Live-Musik freuen können. Doch das Entertainment-Programm soll auch wichtige Gesundheitsthemen vermitteln – der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) veranstaltet auf der Bühne und in Mitmach-Zelten Thementage zu gesundheitlichen Bereichen wie „Stress“, „Laufen“ oder „das richtige Sitzen“. Die Zuschauer können sich zudem auf emotionale Momente gefasst machen, denn auf der Bühne finden die 38 Siegerehrungen statt. Zusätzlich werden die Wettkämpfe aus dem Olympiastadion auf drei Screens live und kostenlos übertragen. Erkennbar ist die „Europäische Meile“ schon von weitem durch den 50-Meter hohen Glockenturm der Gedächtniskirche, der in den orange-blauen Farben der European Championships verhüllt wurde.

Wirtschaftsfaktor Sport: Großveranstaltungen bringen nicht nur Zuschauer in Höchststimmung

Laut einer Studie der Investitionsbank Berlin (IBB) stärken Sportevents die Berliner Wirtschaft nachhaltig um mehr als eine halbe Milliarde Euro. Ein Teil dieser Summe setze sich aus den Ausgaben von Besuchern dieser Events zusammen, so Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der IBB. „Dazu kommen die staatliche Sportförderung und die Investitionen in Sportstätten in Höhe von 203 Mio. Euro, die ebenfalls positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung Berlins beitragen.“ Neben der Leichtathletik-EM finden dieses Jahr weitere sportliche Großereignisse wie der Berlin-Marathon (15./16. September), das Internationale Stadionfest (ISTAF, 02. September) und eine Runde des Bahnrad-Weltcups (30. November – 2. Dezember) in Berlin statt. Außerdem folgt auf die Leichtathletik-EM die Para-EM, die vom 20.-26. August in Berlin stattfinden wird.

Berlins Sportwirtschaft umfasst knapp 2.000 Unternehmen und erwirtschaftete im Jahr 2015 eine Milliarde Euro. Damit liegen die Umsätze der Sportwirtschaft deutlich vor denen der Berliner Finanzwirtschaft (650 Mio. Euro). Im Vergleich mit anderen großen deutschen Städten hat die Hauptstadt die Nase vorn, Sportumsätze stiegen um 30 Prozent, so die Studie weiter. In der Stadt zählt die Sportbranche insgesamt 13.000 Mitarbeiter, das entspricht 0,9 Prozent aller Beschäftigten. Damit ist die Branche ein wichtiger Wirtschaftszweig des Landes. Der Spitzensport fungiert hierbei als Impulsgeber, dem der Breitensport folgt.

Sterne am Berliner Leichtathletik-Himmel

Die EM bietet einigen Berliner Star-Athleten eine Bühne. Im Diskus-Werfen treten die Brüder Robert und Christopher Harting (SCC Berlin) an. Beide sind Olympiasieger (2012 und 2016), jedoch wird es für Robert Harting der letzte internationale Wettkampf sein. Zudem tritt der EM-Vize von 2014, Lucas Jakubczyk (SCC Berlin), dieses Jahr in gleich zwei Kategorien an: 100-Meter-Sprint und 4×100-Meter-Staffel. Johannes Motschmann, vom LG Nord Berlin, wird sein Können beim 3.000-Meter-Hindernis-Lauf unter Beweis stellen.

Bei den Frauen geht Lisa-Marie Kwayie, vom Neuköllner SF, im 100-Meter-Sprint an den Start. Außerdem kann man sich auf Svea Kohlbrück (SCC Berlin) und Karolina Pahlitzsch (SV Preußen Berlin) bei der 4×400-Meter-Staffel freuen. Caterina Granz (LG Nord Berlin), Gold-Gewinnerin der Cross-WM der Studenten, geht im 1.500-Meter-Lauf an den Start. In der Disziplin 20-Kilometer-Gehen wird Emilia Lehmeyer (Polizei SV Berlin), Deutsche Meisterin von 2017 und 2018, auf der Strecke zu sehen sein. Allen Athleten soll Berlino, das offizielle Maskottchen der EM, das durch die enge Freundschaft zu Weltrekordhalter Usain Bolt bei der WM 2009 bekannt wurde, Glück bringen. (ke)

Nyris: Berliner Start-up unter den 25 besten Deep-Tech Innovationen Europas

Gute Nachricht für Berlin: Das Start-up Nyris hat es in das Finale der europaweiten EIT Digital Challenge geschafft und zählt damit zu den 25 besten Deep Tech Innovationen Europas. Das Jungunternehmen setzte sich mit seiner auf künstlicher Intelligenz basierten Software in der Kategorie Digital Industry gegen zahlreiche Konkurrenten durch.

Der angesehene Digitalwettbewerb sucht zum fünften Mal in Folge nach den europäischen besten Deep-Tech Technologien. Deep-Tech steht für hochkomplexe Technologien, die auf wissenschaftlicher Forschung oder technischen Innovationen basieren und digitale Transformation befeuern. Star-tups in der Wachstumsphase – sogenannte Scaleups – konnten sich in fünf Kategorien bewerben.

Eine Software mithilfe künstlicher Intelligenz

Nyris tritt in der Kategorie Digital Industry an. Das 2015 gegründete Unternehmen hat eine Software entwickelt, die mithilfe künstlicher Intelligenz Objekte auf Bildern wiedererkennt. Diese „visuelle Suchmaschine“ ermöglicht es zum Beispiel, Produkte in einem Online-Store mithilfe eines Bildes anstelle von Text zu suchen. Das einzigartige Konzept liefert in den Bereichen 1D (Codes), 2D (print2web) und 3D (reale Produkte) sehr genaue Ergebnisse, die in weniger als einer Sekunde angezeigt werden. Die Lösung steht Kunden – z.B. aus Einzelhandel und Industrie – als Software-as-a-Service zur Verfügung.

„Wir haben die Scaleups sehr sorgfältig im Hinblick auf ihre Technologie, ein überzeugendes Geschäftsmodell und ein schnelles Wachstum ausgewählt“, sagt Dominik Krabbe, EIT Digital Challenge Lead. “Jetzt freuen wir uns, in der Endrunde noch mehr über Nyris zu erfahren.“

EIT Digital ruft zum dritten Mal den europaweiten Wettbewerb EIT Digital Challenge aus

Die Endrunde findet am 18. Oktober 2018 in Brüssel statt. Hier hat Nyris die Chance, sich vor einer international besetzen Expertenjury gegen vier andere europäische Scaleups in der Kategorie Digital Industry durchzusetzen. Dem Gewinner winkt ein Preis im Wert von 100.000 Euro. Dieser setzt sich zusammen aus einem vollen Jahr Wachstumsunterstützung durch den EIT Digital Accelerator im Wert von 50.000 und einem Preisgeld von 50.000 Euro. (red)

Wohnungsnot wird durch komplexe Bürokratiestrukturen verschärft

Die Wohnungsnot in Berlin ist ein häufig diskutiertes Thema. Die Wirtschaft boomt, der Zuzug in die Hauptstadt reißt nicht ab. Prognosen zufolge werden in Berlin 2035 mehr als 4 Millionen Einwohner leben. Die Verknappung des Wohnraums spannt den Immobilienmarkt zusehends an. Laut der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung müssten jährlich ca. 10.000 neue Wohnungen fertig gestellt werden, um die Nachfrage zu stillen. Doch anstatt mehr Baugenehmigungen zu erteilen, wurden laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg im ersten Quartal 2018 weniger ausgestellt. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen belief sich auf 880, das sind knapp 23% weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Eine Vielzahl weiterer Anträge bleibt jedoch aufgrund fehlenden Personals unbearbeitet.

Bürokratische Hindernisse

Komplexe bürokratische Vorgänge werden als Kostentreiber beim Wohnungsbau gesehen. Neben langwierigen Genehmigungsverfahren sorgen auch staatliche Anforderungen für ein Ausbremsen des Bauprozesses. Gesetzliche Auflagen erhöhen die Baukosten um 10%. Die Zahl der Anforderungen an neue Bauprojekte hat sich laut ZIA seit 1990 von 5.000 auf knapp 20.000 vervierfacht. Neben der energetischen Gebäudesanierung muss auch auf den Lärm- und Brandschutz geachtet werden. Für letzteren gilt beispielsweise, dass Gebäude zwei nicht verbundene Fluchtwege haben müssen. Solche Maßnahmen müssen in die Planung mit einbezogen werden, was diese verkompliziert.

Politisch tut sich auf dem Gebiet nicht viel. Im vergangenen April stellte die Fraktion der FDP im Bundestag einen Antrag, der für Entbürokratisierungen plädierte. Im Antrag hieß es: „Laut dem Endbericht der Baukostensenkungskommission ist der Anstieg der Baukosten auf den Einfluss  von  Anforderungs-  und  Qualitätsveränderungen  zurückzuführen,  aber  auch  auf  gesetzliche  Änderungen.“ Die Kosten sollten durch eine verpflichtende Folgenabschätzung von neuen Gesetzen für den Wohnungsbau reduziert werden. Der Antrag wurde Anfang Juli letztendlich abgelehnt. Nach Ansicht von Union und SPD sei die Regierung schon auf dem besten Weg, ihre Ziele zu erreichen. Einzig eine vermehrte Bautätigkeit sei erforderlich, um die Wohnungsknappheit zu bewältigen. Die jetzige Regierung hat sich das Ziel gesetzt, in dieser Legislaturperiode 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen.

Regionale Ansätze gegen die Wohnungsnot

Auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sieht in der Bautätigkeit die Lösung. Maßnahmen, wie das kooperative Baulandmodell, werden vom Senat in den Vordergrund gerückt. Das Konzept des Senats sieht vor, bis 2021 rund 60.000 Wohnungen neu zu bauen, oder fertig zu stellen. Senatorin Katrin Lompscher dazu: „Wir sind auf einem guten Weg. Um das Defizit der vergangenen Jahre schrittweise abzubauen und den Wohnungsmarkt nachhaltig zu entspannen, müssen alle Beteiligten diesen konsequent weiter beschreiten“. Im vergangenen Jahr verfehlte der Senat sein selbstgestecktes Ziel um rund 8.000 Wohnungen.

Trotz der gegenwärtigen Wohnungsnot stoßen einige Bauprojekte auf Widerstand. Bürgerinitiativen und Anwohnerproteste legen dem Bau Steine in den Weg. Es entstehe der Eindruck, Bezirke würden absichtlich die Genehmigungsprozesse verlangsamen, um unliebsamen Konflikten mit Anwohnern aus dem Weg zu gehen, mutmaßte Andreas Becher, Vorsitzender des Bundes deutscher Architekten, gegenüber dem rbb. Investoren sind die Betroffenen der langen Prozesse. Laut einer Studie, die der WELT vorliegt, wurde „zeitaufwendige, bürokratische Kommunikation“ von jedem zweiten Unternehmen als Kostentreiber beim Neubau genannt.

Ist eine Lösung in Sicht?

Obwohl alle Seiten das Problem der Wohnungsnot erkennen, sieht es nicht danach aus, als würde die Bürokratie in naher Zukunft vereinfacht werden. Die Investoren wünschen sich ein Zurückschrauben der Standards, doch die Politik sieht keine Notwendigkeit dafür. Somit ist, zumindest in absehbarer Zeit, keine Einigung der verschiedenen Parteien in Sicht. Dennoch wird das Problem zumindest anerkannt und diskutiert. Das ist ein guter Anfang, aber nicht ausreichend, da die Zeit drängt und die Stadt immer weiter wächst. (ke)