Dietmar Woidke fordert Ausweitung des Nachtflugverbots am BER

Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) fordert erneut eine Ausweitung des Nachtflugverbots für den Flughafen BER in Schönefeld. In einem Interview gegenüber der Berliner Morgenpost sagte Woidke, dass er derzeit intensive Gespräche mit der Geschäftsführung führe. Das Land Berlin zeigt sich gesprächsbereit.

BER: Flugverbot zwischen fünf und sechs Uhr

Seit Jahren ist das Nachtflugverbot am BER umstritten. Dietmar Woidke fordert ein längeres Flugverbot in der Nacht, um die Anwohner in Brandenburg vor Flug-Lärm zu schützen. Bisher ist ein striktes Flugverbot für die Zeit von 0 Uhr bis 5 Uhr vereinbart. Laut Woidke sollen auch eine Stunde vor und nach dieser Nachtpause Starts und Landungen nur eingeschränkt möglich sein. Allerdings geht es vor allem um die Stunde zwischen fünf und sechs. „Wir glauben, dass die eine Stunde die Möglichkeiten des Flughafens, Geld zu verdienen, nicht schmälert“, sagte Woidke der Berliner Morgenpost.

Nach Berechnungen der Flughafengesellschaft (FBB) würden davon aber die Passagierzahlen erheblich beeinflusst. Je nach Reaktion des Marktes sei mit einem Verkehrsrückgang von acht bis 18 Prozent zu rechnen, heißt es in einer von der FBB in Auftrag gegebenen Untersuchung. Damit würden zwischen den Jahren 2020 und 2035 mindestens 57 Millionen und bis zu 128 Millionen Fluggäste weniger am Flughafen abfliegen können, heißt es weiter.

BER-Chef will längere Flugzeiten

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte sich zuletzt für längere Flugzeiten ausgesprochen. „Wenn wir mit dem BER erfolgreich sein wollen, kommen wir ohne die Randzeiten trotzdem nicht aus“, sagte Lütke Daldrup. „Insbesondere die für die gesamte Region wichtigen Langstreckenverbindungen nach Amerika und Asien müssen die Möglichkeit haben, die Randzeiten nutzen zu können.“ Allerdings liegt die Entscheidung darüber bei den drei Gesellschaftern des Flughafens, Berlin, Brandenburg und dem Bund.

Forderungen vor Landtagswahl

Die Forderung stellt Ministerpräsident Woidke inmitten des Wahlkampfs für die Landtagswahl in Brandenburg im kommenden September. Angesichts schlechter Umfragewerte für die SPD steht er unter Druck, die Ausweitung der Verbotszeit zu fordern. Denn ein erfolgreiches Volksbegehren hatte dies gefordert. In Brandenburg sind nach Schätzungen mehrere zehntausend Menschen von dem Fluglärm des BER betroffen. Die Mitgesellschafter der Flughafengesellschaft, das Land Berlin und der Bund, hatten bisher jedoch wenig Interesse an einer Ausweitung der Verbotszeiten erkennen lassen. Dies scheint sich nun zu ändern.

Prüfauftrag wurde erteilt

Bereits im Januar 2019 stand das Thema bei einer gemeinsamen Sitzung der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg auf der Tagesordnung. Der Bund habe dabei einem Prüfauftrag für eine Ausweitung des Nachtflugverbots nicht widersprochen, hieß es. SPD, die Linken und die Grünen hatten sich im Koalitionsvertrag nicht eindeutig festgelegt. „Ziel ist es, regelmäßig zu Lärmpausen von sieben Stunden in der Nacht zu kommen“, heißt es in der Vereinbarung. Zustimmung für eine Ausweitung der Flugverbotszeiten gab es von den Linke und den Grünen.

Keine Äußerung der Flughafengesellschaft

Das Land Berlin zeigt sich gesprächsbereit. „Die Gesellschafter stehen mit der Flughafengesellschaft zum Thema Nachtflugverbot in engem Austausch“, sagte die Sprecherin des Berliner Senats, Claudia Sünder am Sonntag auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Dagegen wollte sich die Flughafengesellschaft am Sonntag nicht zu dem Thema äußern. Sprecher Daniel Tolksdorf sagte: „Das ist ein Thema der Gesellschafter“. Doch Engelbert Lütke Daldrup hatte bereits in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass er von dem Vorstoß wenig hält. (lb)

 

 

Stephanie Otto wird neue BSR-Chefin

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) wird auch weiterhin von einer Frau geführt. Der Aufsichtsrat der BSR hat am Donnerstag Stephanie Otto zur neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Nach Vera Gäde-Butzlaff und Tanja Wielgoß, die Anfang des Jahres zu Vattenfall wechselte, ist sie damit die dritte Frau in Folge, die den landeseigenen Entsorgungsbetrieb leitet. Die 52-Jährige werde ihr neues Amt am 1. Oktober 2019 antreten, teilte die BSR mit.

Von AWB zu BSR

Die Stelle der Vorstandsvorsitzenden war seit Monaten frei, denn Ex-Chefin Tanja Wielgoß war bereits zum Jahresbeginn zur Vattenfall Wärme AG gewechselt. Diese hatte die Position seit November 2014 besetzt. Nach dem Wechsel von Wielgoß beauftragte die BSR die Headhunter-Agentur Selaestus damit, bis zum 1. Juli eine neue Chefin zu finden. Dies scheint nun gelungen zu sein.

Stephanie Otto ist seit 2010 bei den Abfallbetrieben Köln (AWB) tätig. Derzeit ist sie dort als Prokuristin und Bereichsleiterin für Vertrieb, Marketing, EDV sowie Organisation zuständig. Die AWB ist wie die BSR ein landeseigenes Unternehmen und für Abfallbeseitigung und Recycling sowie Straßenreinigung und Winterwartung zuständig. Allerdings beschäftigt die AWB lediglich circa 1.750 Mitarbeiter, wohingegen die BSR mit 5.400 zu den größten Arbeitgebern der Hauptstadt gehört.

Profil Stephanie Otto

Stephanie Otto hat in England an der Henley Business School Business Administration studiert. Nach ihrem Abschluss sammelte sie ihre ersten beruflichen Erfahrungen beim Energieversorger RWE. Zudem war sie, bevor sie bei der AWB zu arbeiten begann, als Beraterin selbstständig. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben wird sein, die tiefen Gräben in der BSR-Belegschaft zuzuschütten. Weiterhin wird sie sich den Vorgaben des Abfallwirtschaftskonzeptes aus der Senatsumweltverwaltung stellen müssen, das eine erhebliche Reduzierung der Müll-Menge vorsieht.

Die Berliner Wirtschaftssenatorin und BSR-Aufsichtsratsvorsitzende Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich erfreut über die dritte Frau in Folge an der Spitze des landeseigenen Unternehmens: „Mit Stephanie Otto konnten wir eine ausgewiesene Fachfrau für den Vorstandsvorsitz gewinnen.“ (lb)

Stephanie Otto

Die neue BSR-Chefin Stephanie Otto | Foto: BSR

Berlin ist Coworking-Vorreiter in Deutschland

Gemeinsam alleine arbeiten – so lautete das Motto des Coworkings. Aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern finden sich hier Menschen zusammen. In der Kurzstudie „Coworking kompakt – Überblick und Trends“ hat die Berlin Hyp zusammen mit Studenten der IREBS Immobilienakademie Studierende über ihre Vorstellungen ihres zukünftigen Arbeitsplatz befragt. Dabei kam raus, dass Berlin als Vorreiter des Coworkings in Deutschland gilt.

Coworking HotSpot Berlin

Berlin gilt weltweit nach wie vor als Start-up-Metropole und damit auch als Coworking-Vorreiter in Deutschland. Nirgendwo sonst gibt es so viele neue Coworking-Büroflächen wie in Berlin. 2018 wurden 84.000 Quadratmeter in der Hauptstadt umgesetzt. Die wichtigsten Standorte sind die Szenebezirke Mitte, Friedrichhain/Kreuzberg und Tempelhof/Schöneberg.

Momentan gibt es 307.000 Quadratmeter angemietete Fläche an 163 Standorten von 95 Betreibern. Allein 2019 sollen weitere 60.000 Quadratmeter eröffnet werden. Größter Betreiber ist zurzeit WeWork mit 47.000 Quadratmetern. Mit einem Durchschnittspreis von 170 Euro im Monat kostet ein sogenannter *Hot Desk in Berlin, verglichen mit Deutschlands anderen Großstädten, am wenigsten. Dagegen kostet ein fester Arbeitsplatz in einem offenen Arbeitsbereich in der Hauptstadt im Schnitt circa 250 Euro im Monat. Ein Arbeitsplatz im Privatbüro sogar 540 Euro.

Umfrageergebnisse der Kurzstudie

Es wurden 66 Personen im Alter zwischen 19 und 22 über ihre Vorstellungen ihres zukünftigen Arbeitsplatzes befragt. Dabei gaben 47 Prozent an, dass sie flexible Arbeitszeiten anstelle eines klassischen Nine-to-Five-Jobs bevorzugen. Weiterhin legen 78,8 Prozent einen hohen bis sehr hohen Wert auf eine gute Service-Infrastruktur und 72,7 Prozent schätzen Verpflegungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung.

Auffällig ist, dass die Mehrheit der Befragten die Interaktion mit branchenfremden Experten als neutral bewertet. Der branchenübergreifende Austausch ist dabei kein Muss, sondern eher ein netter Zusatz. Außerdem sprechen sich 76 Prozent der Befragten, also mehr als zwei Drittel für einen festen Arbeitsplatz aus.

Steigende Umsatzzahlen und das wachsende Interesse zeigen, dass Coworking mehr als eine Eintagsfliege ist. Die Transformation von einem klassischen Büro in einen geteilten Arbeitsplatz wird immer gängiger. Erfolgreich kann dies jedoch nur sein, wenn die Bedürfnisse der Nutzer langfristig erfüllt werden und der Markt sich weiter anpasst. (lb)

*Hot Desk bedeutet, dass sich verschiede Mitarbeiter zu unterschiedlichen Zeiten einen Büroarbeitsplatz teilen.

 

Berliner Konjunktur kühlt sich ab

Das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage zeigt, dass der Geschäftsklimaindex der Berliner Wirtschaft zum zweiten Mal gesunken ist. Damit liegt er nun bei 137 Punkten. Im Sommer 2018 lag er noch bei 144 Punkten, Anfang 2019 bei 140 Punkten. Die Geschäftsaussichten werden von vielen Unternehmen skeptischer betrachtet als noch vor einem Jahr. Vor allem der Fachkräftemangel, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Energiepreise werden als Hauptursachen benannt.

Berliner Konjunktur: Geschäftsklimaindex weiterhin auf hohen Niveau

Der Geschäftsklimaindex setzt sich aus der aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen zusammen. Aktuell beträgt der Geschäftslageindikator 54 Punkte, Anfang 2019 waren es 59 Punkte. Auch der Erwartungsindikator ist seit Jahresbeginn um einen Punkt und der Indikator für die Personalplanungen um zwei Punkte gesunken. Trotzdem befindet sich der Geschäftsklimaindex weiterhin auf einem hohen Niveau.

Sorge um Energiekosten erstmals gestiegen

Das größte wirtschaftliche Risiko sehen die Unternehmen im Fachkräftemangel, gefolgt von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Zudem ist die Sorge vor steigenden Energiepreisen erstmals gestiegen. Dieser Faktor war vor einem Jahr noch bedeutungslos gewesen. Auch der Inlandsabsatz bereitet mehr Unternehmern Sorgen als noch vor einem Jahr.

„In keiner Branche laufen die Geschäfte schlecht. Wir sehen eine Konjunkturdelle, keine konjunkturelle Krise“, so das Fazit von IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder. Die aktuellen Zahlen seien jedoch ein Weckruf für die Berliner Politik, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu sichern. Drei wichtige Punkte dafür wären eine digitale und kundenorientierte Verwaltung, die Auflösung des Investitionsstaus bei öffentlichen Auftragen und die Möglichkeit, dass die Berliner Wirtschaftspolitik wieder den Geist von Freiheit atmen kann. Mit Debatten um Enteignungen privater Unternehmen werde genau das Gegenteil erreicht, sagte Eder. (lb)

 

Mietendeckel erweckt ungewollte Reaktionen

Mit der Einführung des Mietendeckels wollte der rot-rot-grüne Senat in Berlin den Mietenwahnsinn stoppen – und stieß damit auf zahlreiche Kritik. Eine Maßnahme, die Mieter künftig entlasten soll, könnte das Gegenteil bewirken. Die „jungen Genossenschaften“ und der Verein der „Wohnungsbaugenossenschaften Berlin“ warnen vor der Einführung des Mietendeckels und einer „Zerstörung des sozialen Mietengefüges“. Und der Eigentümerverband Haus & Grund in Berlin rät seinen Mitgliedern, jetzt noch schnell die Miete zu erhöhen und dabei den gesetzlichen Spielraum voll auszuschöpfen.

Countdown zum Mietendeckel

„Erhöhen Sie unbedingt bis zum 17. Juni“, heißt es auf der Internetseite des Haus & Grund Verbands. Dort wurde ein Countdown eingerichtet der die Tagen und Stunden runterzählt, bis der Mietendeckel gilt und damit die letzte Chance bietet die Miete noch einmal zu erhöhen. Der Mietendeckel der Bausenatorin Katrin Lompscher (die Linke), der die Mieten in Berlin für fünf Jahre einfriert, soll ab 2020 gelten. Allerdings soll die Regel rückwirkend von dem Tag an gelten, an dem der Senat die Eckpunkte beschließt. Dies ist für den 18. Juni geplant.

Mieterhöhung als Notwehr

Der Eigentümerverband begründet seinen Aufruf, die Mieten bis zum 17. Juni zu erhöhen, als eine Art Notwehr gegen die Wohnungspolitik von SPD und Linken. Carsten Brückner, Chef des Landesverbands sagt: „Wir erinnern Eigentümer nur daran, was ihnen gesetzlich zusteht“.

Die Reaktion des Geschäftsführers des Deutschen Mieterbundes, Ulrich Ropertz, fällt deutlich anders aus. Er meint: „Dieser Verbandsaufruf zeigt, wie dringend notwendig ein Mietendeckel ist“. Stattdessen schlägt er vor, dass der Senat den Stichtag vorverlegen sollte, damit jetzt ausgesprochene Mieterhöhungen schon nicht mehr gültig sind. Und auch Bausenatorin Katrin Lompscher zeigt sich empört: „Mieterinnen und Mieter werden so zum Faustpfand der Immobilienlobby degradiert“.

„Keine Unterscheidung zwischen großen Vermietern und privaten Einzelvermietern“

Im Inforadio des rbb verteidigte Brückner den Vorstoß, indem er den geplanten Mietendeckel kritisierte. „Es findet keine Unterscheidung statt zwischen sehr großen Vermietern und den privaten Einzelvermietern, die mit den Mieten und Modernisierung gerade keinen Schindluder treiben“, sagt Brückner.

Laut der Internetseite hält Haus & Grund die Mieterhöhung lediglich für Wohnungen erforderlich, in denen Vermieter nicht die maximale Miete ausschöpfen, die laut Mietpreisbremse erlaubt ist. Im Bundesgesetz steht, dass die Miete maximal zehn Prozent oberhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf.

Genossenschaften warnen vor Einfrierung der Mieten

Auch die „jungen Genossenschaften“ und der Verein der „Wohnungsbaugenossenschaften Berlin“ warnen vor der Einführung des Mietendeckels. Die Unternehmen besitzen etwa 90.000 Wohnungen in Berlin und investierten jährlich rund 320 Millionen Euro in Bestand und Neubau. Dennoch liegen ihre Mieten deutlich unter dem Durchschnitt, da sie nicht gewinnorientiert arbeiten.  Zudem sieht ihr ihr Geschäftsmodell keine Modernisierungen mit der Möglichkeit von Umlagen der Kosten auf die Mieter vor. Verfügbare Mittel fließen stattdessen verstärkt in Instandhaltungen.

Moderate Mieterhöhungen statt Mietendeckel

In einer Erklärung der Genossenschaften heißt es: „Die steigenden Baukosten machen auch uns zu schaffen“. Die Instandhaltung sei teuer und hinzu kämen gesetzliche Vorschriften, wie die energetischen Sanierungen für den Klimaschutz und gerade aktuell die Installation der Rauchwarnmelder. Sie schlagen regelmäßige moderate Mieterhöhungen als Ausgleich vor. „Die Besonderheit der genossenschaftlichen Unternehmensform, die eine Reinvestition aller erwirtschafteten Überschüsse vorsieht, muss Berücksichtigung finden“. Sonst seien die sozialen Mietenstrukturen, unser gesamtes Wirtschaften inklusive der Planungen für die kommenden Jahre gefährdet, so die Unternehmen.

Mietenwahnsinn in Berlin

In Berlin sind die Mieten zuletzt so stark gestiegen wie in keiner anderen Großstadt. Mieter müssen in neuen Verträgen mittlerweile mehr als 10 Euro je Quadratmeter zahlen. Als mittlere ortsübliche Vergleichsmiete nennt der Mietspiegel 6,72 Euro, in guten Lagen 7,60 Euro. Diese ist wichtig, da sie die Obergrenze für Mieterhöhungen ist. Mieterbund-Chef Ropertz geht davon aus, dass in Berlin ohnehin schon die Mehrheit der Vermieter die ortsübliche Vergleichsmiete verlangt. Die Aufforderung von Haus & Grund könnte deshalb vor allem jene Mieter treffen, deren Miete in den vergangenen Jahren nicht gestiegen ist. (lb)

 

Russland bereitet sich auf das XXIII. Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg vor

Vom 6. bis 8. Juni 2019 findet in St. Petersburg das 23. Internationale Wirtschaftsforum von St. Petersburg statt.  Das Hauptthema des Forums lautet „Gestaltung der Agenda für eine nachhaltige Entwicklung“.

Überblick Internationales Wirtschaftsforum

Heute ist das St. Petersburg International Economic Forum eine der weltweit führenden Plattformen für die jährliche Kommunikation von Vertretern der Wirtschaft, die Diskussion von Schlüsselfragen der Weltwirtschaft, die regionale Integration und die Entwicklung neuer Industrien.

Das Internationale Wirtschaftsforum veranstaltet jährlich ein Treffen von Staatsoberhäuptern, Führungspersönlichkeiten der internationalen Geschäftswelt und Führungspersönlichkeiten internationaler Organisationen.  Während des Forums stellen Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen vor und es werden Investitionsvereinbarungen geschlossen.

1997 wurde das Forum erstmals abgehalten und steht seit 2006 unter der Schirmherrschaft und Beteiligung des Präsidenten der Russischen Föderation, wodurch sich die Zahl der Delegationen aus verschiedenen Ländern der Welt und der Umfang, der in seinen Bereichen unterzeichneten Vereinbarungen, jährlich erhöhen.

Plattform für einen offenen Dialog

So nahmen 2018 mehr als 17.000 Teilnehmer aus 143 Ländern der Welt am Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg teil. Zu den Ehrengästen des Forums zählten der französische Präsident Emmanuel Macron, der Vizepräsident der Volksrepublik China Wang Qishan, der japanische Premierminister Shinzo Abe und die geschäftsführende Direktorin des IWF Christine Lagarde. Den Ergebnissen des Forums zufolge wurden mehr als 590 Abkommen im Wert von mehr als 2,625 Billionen Rubel unterzeichnet.

Angesichts der aktuellen Lage der Weltwirtschaft und der Vielzahl von Herausforderungen, denen sich Unternehmen gegenübersehen, ist das Forum eine Plattform für einen offenen Dialog und ein praktisches Instrument, um wichtige wirtschaftliche Fragen zu erörtern, mit denen Russland, Entwicklungsländer und die ganze Welt konfrontiert sind und um Barrieren zwischen Russland und anderen Staaten zu beseitigen. (red)

Hohes Tempo für den guten Zweck: Spendenrekord beim Laughing Hearts Race für Berliner Heimkinder

Bei dem diesjährigen Laughing Hearts Race auf der Rennstrecke Bilster Berg bei Paderborn wurde ein neuer Spendenrekord in Höhe von 200.000 Euro aufgestellt. Das große Ziel, mit der sechsten Ausgabe des Charity Race die Gesamtmarke von 900.000 Euro zu knacken, wurde damit erreicht. In den letzten fünf Jahren war es den Veranstaltern bereits gelungen, insgesamt mehr als 700.000 Euro für den guten Zweck zu sammeln. Nach 100.000 Euro im ersten Jahr waren in den folgenden vier Jahren schon jeweils 150.000 Euro gespendet worden. Sämtliche Gelder kommen ohne jede Abzüge direkt dem Verein zugute. Laughing Hearts wurde vor mehr als zehn Jahren in Berlin gegründet und kümmert sich intensiv um Heimkinder und sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche.

Laughing Hearts unterstützt sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche

35 engagierte Hobbyrennfahrer aus der Bau- und Immobilienbranche fuhren für den guten Zweck um die Wette. Der Bilster Berg gehört mit 4,2 Kilometern Streckenlänge, 19 teilweise blinden Kurven und bis zu 26 Prozent Gefälle zu den anspruchsvollsten Rennstrecken Europas. Daher konnten alle Teilnehmer vorab noch ein Fahrsicherheitstraining absolvieren. Ausrichter und Sponsor des Rennens war die CG Gruppe AG, der führende Immobilien-Projektentwickler Deutschlands mit eigener Baukompetenz, der gleichzeitig einer der Hauptunterstützer von Laughing Hearts e.V. ist. Laughing Hearts unterstützt Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen, indem deren Talente und Interessen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sport und Hobby gezielt gefördert werden. Der Verein eröffnet soziale wie berufliche Perspektiven und gibt seinen Schützlingen die Chance auf eine positive Entwicklung. Aktuell unterstützt Laughing Hearts in ganz Berlin 22 stationäre Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen und erreicht circa 2.300 Kinder und Jugendliche.

Heiße Reifen auf dem Bilster Berg | Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld / CG Gruppe AG

„Für uns ist eine kontinuierliche und nachhaltige Arbeit unseres Vereins sehr wichtig. Spendenveranstaltungen wie diese ermöglichen es uns, zahlreiche Projekte für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen“, so Dr. Nidal Al-Saadi, Präsident von Laughing Hearts e.V. „Mein persönlicher Dank gilt allen, die uns bei diesem wichtigen Vorhaben unterstützen. Jeder Einzelne leistet einen Beitrag zum Erfolg von Laughing Hearts und unterstützt damit unmittelbar benachteiligte Kinder und Jugendliche in ihrer weiteren Entwicklung.“

Tatkräftige Unterstützung durch Berliner Wirtschaft

Laughing Hearts wird bei seiner wichtigen Mission von der Berliner Wirtschaft tatkräftig unterstützt. Die CG Gruppe mit Hauptsitz in Berlin fördert den Verein von Beginn an mit vielerlei Sach- und Geldleistungen – etwa kürzlich mit der Beschaffung und Komplettsanierung neuer Räumlichkeiten. Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe und Vorstand von Laughing Hearts, liegt der Auftrag des Vereins besonders am Herzen. Durch sein persönliches Engagement schafft er immer wieder neue Synergien, stellt Kooperationen auf die Beine und trommelt für großzügige Spenden, um Laughing Hearts auch langfristig zu unterstützen. „Alle Kinder sollten gleiche Möglichkeiten und Chancen haben, egal, ob es um einen Zirkusbesuch oder um Nachhilfeunterricht geht“, so Gröner. „Ich danke allen großzügigen Spendern, die heute mit dabei waren und ihren Teil zu diesem bemerkenswerten Ergebnis beigetragen haben. Unser Auftrag ist es, Kindern Lebensfreude, Zuversicht und konkrete Perspektiven zu schenken. Ich bin der festen Überzeugung, dass Armut oder die soziale Herkunft nicht länger entscheidend für die Zukunftschancen von Kindern sein sollen.“

Alle Erlöse des Laughing Hearts Charity Race kommen Berliner Heimkindern zugute | Foto: Cathleen Herwarth von Bittenfeld / CG Gruppe AG

 Laughing Hearts Spendengala im November

Der Termin für den nächsten Spendenmarathon steht bereits fest: Am 09. November 2019 veranstaltet Laughing Hearts wieder die jährliche Charity-Gala, deren Erlöse ebenfalls direkt dem Verein und damit den Kindern zugutekommen. Das diesjährige Ziel lautet, den Spendenrekord aus dem letzten Jahr von mehr als 750.000 Euro erneut zu übertreffen. (red)

Neue Hitzewelle 2019? So behält der Einzelhandel und die Gastronomie einen kühlen Kopf

Spätestens seit dem Sommer 2018 wissen die Deutschen, wie sich eine wirkliche Hitzewelle anfühlt. Über weite Strecken der sonnigen Jahreshälfte hinweg fiel das sonst moderat temperierte Deutschland mit regionalen Spitzentemperaturwerten auf, die mehr an die Mittelmeerregion erinnerten. Ob zu Land oder in den Großstädten – die Auswirkungen der anhaltend hohen Temperaturen waren in unterschiedlichen Facetten deutschlandweit zu spüren. Besonders für Menschen in urbanen Ballungszentren und Städten bringt dies vielfache Herausforderungen mit sich: Neben dem eigenen Wasserhaushalt benötigen auch viele Produkte und die meisten Lebensmittel eine verhältnismäßig kühle Umgebung, um bestehen zu können. Viele Betriebe und Unternehmen fanden sich deshalb spätestens 2018 also in der Situation wieder, unverzüglich effiziente Kühllösungen für ihre jeweiligen Bedürfnisse finden zu müssen. Im Gegensatz zur Deutschen Bahn, deren Klimaanlagenpolitik in ICEs bisher nicht hundertprozentiger Zuverlässigkeit glänzen konnte, gehen Überlegungen zu größeren Anschaffungen meist mit solchen zu Effizienz, Nachhaltigkeit und Kundenservice einher, um Ausfälle zu vermeiden und die Betriebskosten niedrig zu halten.

Warum hochwertige Geräte Hygienestandards unterstützen

In Gastronomie und Einzelhandel werden Kühlschränke und -Theken häufig geöffnet, so dass die geforderte Temperatur immer wieder neu generiert werden muss. Moderne Glasvitrinen und Kühlschränke können dank ihrer starken Kälteleistung etwaige Temperaturschwankungen zwar kurzfristig ausgleichen. Je billiger sie jedoch hergestellt sind, desto schwächer ist in der Regel ihr Kühlaggregat. Wird die Tür zum Kühlbereich allerdings häufig geöffnet, können ältere Geräte dies häufig nicht mehr schnell genug ausgleichen. Die Folge können eine Unterbrechung der Kühlkette und schlimmstenfalls Hygienekonflikte sein.

Es kann daher nur bei hochwertigen Geräten, die die gewünschte Temperatur permanent erhalten und somit die Einhaltung der Kühlkette gewährleisten, von optimaler Hygiene ausgegangen werden. Mit Blick auf die klimatischen Entwicklungen der letzten Jahre konzentrieren sich Unternehmen wie der Berliner Kühlmöbel-Spezialist Kälte Berlin deshalb auf Produktportfolios, bei denen die Modelle ausreichend dimensionierte Aggregate aufweisen. Eine ausgewogene und effiziente Luftführung sowie eine angemessene Isolierung sind essenziell, um langfristig moderate Betriebskosten und Ausfallsicherheit zu gewährleisten. Die stets aufrecht erhaltene Kühlkette garantiert zudem die optimale Lebensdauer der gelagerten Produkte und Güter.

Nachhaltige Umweltbilanz gewährleisten

Weil die Energiebilanz von Kühlsystemen einen wichtigen Kostenfaktor für viele Unternehmen darstellt und Unternehmen vermehrt auf positive Umweltbilanzen achten, reagieren auch die Hersteller von Kühlaggregaten auf die veränderten Kundenwünsche.

Verstärkte Isolierungen, bedarfsgerechte Abtauung, der Einsatz natürlicher Kältemittel, energiesparende Lüfter, elektronisch geregelte Verdichter sowie intelligente Steuerungen mit Einstellungen für den Nachtbetrieb sind zur Norm geworden und müssen dank EU-Richtlinienbeschlüssen von allen Herstellern realisiert werden. Auch der hiesige Gesetzgeber unterstützt diese Ausrichtung durch einheitliche Normung zur Erfassung des gesamten Energieverbrauches.

Spezialisten der Kühltechnik gefragter denn je

Das Internet bietet viele Online-Shops, in denen Unternehmen Kühlmöbel kaufen und unverzüglich bestellen können. Oft verfügen diese Shops über eine riesige Auswahl, die primär reine Kühlmöbel umfasst, lassen im Gegenzug aber das nötige Fachwissen um die beste Lösung für die spezifischen Bedürfnisse ihrer Kunden vermissen. Der Grund dafür liegt – neben dem generellen E-Commerce-Fokus – oftmals an mangelnder Fachkenntnis und Erfahrung. Wirkliche Spezialisten im Bereich der Kühltechnik sind rar, auch wenn sie vor dem Hintergrund der klimatischen Veränderungen der letzten Jahre gefragter denn je sind. Sie liefern heute bei auf Kühllösungen spezialisierten Händlern neben einer kompetenten Beratung auch die langfristige Expertise mit, nach der Unternehmen auf der Suche sind.

Günstige Preise täuschen oft über mangelnde Beratungsqualität hinweg 

Professionalität darf nicht bei der Preispolitik Halt machen. Vermeintliche Schnäppchen, die nur günstig angeboten werden können, weil die Gewährleistung keine Lohnkostenübernahme einschließt, entsprechen nicht dem Geschäftsmodell von erfahrenen Experten auf dem Gebiet der Kühltechnik, sondern finden sich häufig bei weniger spezialisierten Anbietern.

Tatsächliche Spezialisten dagegen stellen beispielsweise sicher, dass die von Kunden gekauften Kühlgeräte mit einer detaillierten Anleitung zur Handhabung und Inbetriebnahme ausgeliefert und von zuvor eingewiesenen Spediteuren entgegengenommen werden. So können Unternehmen die Montage der Produkte problemlos selbst vornehmen, ohne teure Monteure engagieren zu müssen. Der geschulte Support-Service des Spezialisten stellt zudem sicher, dass Unternehmen bei Rückfragen keine langen Loops über die Hersteller in Kauf nehmen müssen, sondern ihre Fragen schnell und kompetent beantwortet bekommen. (red)

Quo vadis Volksparteien? Berliner Entscheider diskutieren beim traditionellen Spargelessen der Berliner Pressekonferenz

Es ist wieder Spargelzeit: Die Größen der Berliner Politik, Wirtschaft und Medien gaben sich ein Stelldichein beim traditionellen Spargelessen der Berliner Pressekonferenz im Restaurant Hugo’s im Interconti. Der Termin gehört zu den Frühlings-Highlights im Veranstaltungskalender und so folgten zahlreiche Gäste dem exklusiven Ruf von Thomas Klein, Vorsitzender der Berliner Pressekonferenz, der ältesten Journalistenvereinigung Deutschlands, um sich über die große Politik, die Zukunft Berlins und weitere aktuelle Themen auszutauschen. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer war in diesem Jahr als Ehrengast geladen, musste ihre Teilnahme an der Veranstaltung wegen einer kurzfristig anberaumten Krisensitzung jedoch absagen. Kein Wunder angesichts der politischen Entwicklungen der letzten Tage.

Der frisch gekürte Spielbank-Chef Gerhard Wilhelm (l.) und der Regierende Bürgermeister Michael Müller | Foto: Dirk Lässig

Die politische Führungsriege der Hauptstadt gab sich die Ehre

Doch dafür war der halbe Senat zu Gast: Neben dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller gaben sich Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, Justizsenator Dirk Behrend, Finanzsenator Matthias Kollatz und Verkehrssenatorin Regine Günther die Ehre. Der neue CDU-Chef Kai Wegner, der CDU-Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger, die Grünen-Fraktionschefinnen Antje Kapek und Silke Gebel sowie die Linken-Chefin Katina Schubert komplettierten die politische Führungsriege der Hauptstadt. „Und alle ehemaligen Regierenden Bürgermeister sind da“, freute sich Thomas Klein. Denn auch Klaus Wowereit, Walter Momper und Eberhard Diepgen ließen es sich nicht nehmen bei Spargel und Wein über die aktuellen Verschiebungen in der Parteienlandschaft und die politische Zukunft der beiden großen Volksparteien zu diskutieren.

Politik meets Wirtschaft meets Medien: Michael Müller (r.), Sanus-Vorstand Siegfried Nehls (l.) und BERLINboxx-Herausgeberin Dr. Angela Wiechula | Foto: Dirk Lässig

„Rezo-Gate“ und Andrea Nahles: Falsche Kommunikationskultur?

Denn es rumpelt ganz gewaltig in der Groko, die Christdemokraten erleben gerade ihr „Rezo-Gate“. der zwar zu erwartende, aber dann doch sehr plötzliche Rücktritt von SPD-Chefin Andrea Nahles sorgte für zusätzlichen Gesprächsstoff. Insbesondere die Chefredakteure fast aller Berliner Medien stellten sich der Frage, ob die Medien wie auch die Politik, den Zugang zu jüngeren Menschen verloren haben. Zu konstatieren ist nichts weniger als ein Paradigmenwechsel in der Kommunikationskultur. Die Medien und vor allem die Nutzergewohnheiten haben sich in den letzten Jahren drastisch geändert. Klassische Medien und die Politik haben fast schon den Anschluss verloren. Dabei dürfe man nicht den Fehler begehen, sich der jungen Generation anzubiedern.

Eine zeitgemäße Kommunikation ist unumgänglich

Dennoch ist ein zeitgemäßes Kommunikationsverhalten der Meinungsführer aus Politik und Medien unumgänglich – so die einhellige Meinung. Doch ganz gleich, welcher Kommunikationskanäle man sich letzten Endes bedient, Qualitätsjournalismus hat bestimmten Regeln zu folgen. Auch in der Frage, wie mit Politikern umzugehen ist. Wurde Andrea Nahles nicht nur parteiintern, sondern auch von den Medien gemobbt und so der Rücktritt der SPD-Chefin herbeigeführt? Oder hat sie, durchaus auch eine Freundin deutlicher Worte, den Niedergang und ihren Rücktritt selbst zu verantworten? Ein Stück weit ist dies die Frage nach der sprichwörtlichen Henne und dem Ei. Einen diesbezüglichen Konsens konnten die Diskutanten jedenfalls nicht erreichen. Spekulationen gab es auch, wer nun neuer Parteichef der Sozialdemokraten werden soll. Und wer wird Spitzenkandidat in Berlin – bei SPD, CDU und Grünen?

Immobilienunternehmer Andreas Schrobback (r.) mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller | Foto: Dirk Lässig

Wirtschaftsvertreter beschwören Miteinander

Über allem schwebte also die große Politik. Doch auch über die Zukunft Berlins unterhielten sich Zoodirektor Andreas Knieriem, die BVG-Chefin Sigrid Nikutta, der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin, Christian Hoßbach und der neue Spielbank-Chef Gerhard Wilhelm. Dabei herrschte Einigkeit darüber, dass es nicht gehen wird, ohne die Wirtschaft mit ins Boot zu holen. Denn auch die Größen der hauptstädtischen Wirtschaft beteiligten sich an den lebhaften Diskussionen. Tenor: Nur gemeinsam ist es zu schaffen, Berlin weiter nach vorne zu bringen. Die Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten ist grundsätzlich vorhanden, doch müsse man mehr tun, um wirklichen Konsens herbeizuführen. Michael Zahn, Chef der Deutsche Wohnen, SANUS-Vorstand Siegfried Nehls, Immobilienprofi Carsten Heinrich von Berkshire Hathaway HomeServices Rubina Real Estate, Andreas Schrobback, Chef der AS Unternehmensgruppe, Nadir Guediri, Managing Director der Copro Projektentwicklung und weitere Vertreter der Branche hielten fest, dass Berlin dringend Wohnungen braucht und man gemeinsam an einem Strang ziehen müsse, um diese Herkulesaufgabe zu bewältigen. Unterstützt wurde das Anliegen der großen Immobilienentscheider von Tobias Nöfer, Geschäftsführer von Berlin 2020, eine Initiative, die für eine zukunftsfähige Vision für die Stadt eintritt.

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Dr. Benedikt Goebel (l.) und Tobias Nöfer (r.) von Berlin 2020 mit Gastgeber Thomas Klein | Foto: Dirk Lässig

Wie geht es weiter mit Berlin? Diese Frage stellt sich nach wie vor, doch herrschte in allen Gesprächen Einigkeit darüber, dass es ohne eine belastbare Kommunikationskultur, die einlädt und nicht ausschließt, die auf Augenhöhe stattfindet und nicht herablassend ist, die veraltete Denkmuster in Frage stellt, nicht geht. (ak)

Berlin: Pendeln kostet Zeit

Im Umland billiger wohnen und in Berlin arbeiten – für viele gehört tägliches Pendeln zum Alltag dazu. Jedes Jahr ziehen mehr Berliner ins Umland als umgekehrt, da Häuser und Wohnungen dort zumeist günstiger sind. Das führt wiederum zu mehr Staus auf den Straßen. Denn wer an den Stadtrand zieht, pendelt dennoch oft zum Arbeitsplatz in die Innenstadt.

Berliner Pendler verlieren pro Jahr 103 Stunden im Stau

Nach Hamburg ist Berlin die Stadt mit den längsten Stauzeiten in Deutschland. Das geht aus dem Stau-Index des Navigationsgeräteherstellers TomTom hervor. Demzufolge brauchen Autofahrer für eine Strecke von 30 Minuten zu Hauptverkehrszeiten morgens 14 und abends sogar 17 Minuten länger. Klingt zunächst gar nicht so viel – summiert sich über das Jahr aber zu einer Anzahl von 103 Stunden.

Besonders lange brauchen Pendler am Montagmorgen und Donnerstagabend. Schneller geht es laut TomTom hingegen am Freitagmorgen oder Montagabend. Zu diesen Zeiten ist auf den Straßen vergleichsweise weniger los.

Nürnberg und Bremen auf Platz drei und vier

Damit stieg das Verkehrsaufkommen 2018 in der Hauptstadt noch einmal leicht. Der letzte Stauindex erschien zuvor 2016. Allerdings vermehrten sich die Wartezeiten für Pendler auch in den anderen 25 untersuchten Städten. Platz drei und vier belegen Nürnberg und Bremen.

Laut Ralf-Peter Schäfer, Leiter des Geschäftsbereichs Verkehrsinformationen und -dienste bei TomTom in Berlin ließen sich die langen Stauzeiten jedoch maßgeblich auf Baustellen entlang der „Hauptverkehrsadern“ der Stadt zurückführen. Schäfer ist für die Erstellung des Traffic Indexes zuständig.

Weitere Städte, die zu den zehn staureichsten Städten Deutschlands gehören, sind zudem Stuttgart, München, Bonn, Frankfurt am Main, Dresden und Köln. Für den aktuellen Traffic Index wurden mehr als 400.000.000 tatsächlich gefahrene Kilometer ausgewertet.

Steigende Mietpreise Ursache für Stau

Laut Schäfer würden die langen Stauzeiten von den Mietpreisen abhängen. In Städten, in denen der Mietpreis besonders hoch oder extrem angestiegen ist, ist auch der Traffic Index außerordentlich hoch. Denn dort seien Menschen besonders oft gezwungen, ihren Wohnort an den Stadtrand zu verlegen und dann täglich zu ihrem Arbeitsplatz in der Innenstadt zu pendeln. Außerdem ist die Anzahl der Pkw-Zulassungen von 2017 auf 2018 von 45,8 Millionen auf 46,5 Millionen gestiegen, wie die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zeigen.

Den Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim überraschen diese Ergebnisse nicht. Er macht die verfehlte Verkehrspolitik der Regierung für die steigenden Stauzeiten verantwortlich. Weiterhin fordert er, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die Prioritäten neu setzt. Statt Autobahnen und Schnellstraßen um zusätzliche Spuren zu erweitern, müsse in den Ausbau von Radschnellwegen und intelligente Verkehrssysteme investiert werden, so Monheim. (lb)