Der Mietendeckel ist beschlossen – zumindest vorerst

Nach langem hin und her, zahlreichen Missverständnissen und geplatzten Senatssitzungen ist es endlich soweit: Der Mietendeckel ist beschlossene Sache – vorerst. Am Dienstag verkündete der rot-rot-grüne Senat den Gesetzentwurf, der zum 01. März in Kraft treten soll. Allerdings gibt es erneut Gegenwind von den Oppositionsparteien und Branchenverbänden. Sie kündigten an, gegen das Einfrieren der Mietpreise und weitere Regelungen des Gesetzentwurfs zu klagen.

Mietpreisbremse – fünf Jahre keine Mieterhöhung

Durch den beschlossenen Gesetzentwurf soll verhindert werden, dass sich die sowieso schon prekäre Mietsituation in Berlin weiter verschärft. Sollte das Abgeordnetenhaus das Gesetz verabschieden, dürfen Vermieter die Mieten von Wohnungen, die vor 2014 gebaut wurden, für fünf Jahre nicht erhöhen. Außerdem soll es für Mieter möglich sein, ihre Miete senken zu lassen, wenn sie mehr als 20 Prozent über der vereinbarten Obergrenze liegt.

Das „Gesetz zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung“ betrifft künftig circa 1,5 Millionen Berliner Mietwohnungen. Nicht betroffen sind dagegen unter anderem Wohnungen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus, Trägerwohnungen und Wohnheime.

Verschnaufpause für den rot-rot-grünen Senat

Für Senatorin Katrin Lompscher (Linke) ist die Einigung des rot-rot-grünen Senats ein großer Erfolg: „In den nächsten fünf Jahren muss keine Mieter*in mehr fürchten, wegen exorbitanter Mietsteigerungen oder hoher Modernisierungsumlagen das Dach über dem Kopf zu verlieren. Deutlich überhöhte Mieten werden gekappt, bei Wiedervermietung gilt die Vormiete bzw. der entsprechende Wert in der Mietentabelle, sofern die Vormiete darüber liegt. Der Neubau ab 2014 bleibt – wie versprochen – von der Regelung ausgenommen. Ich bedanke mich bei allen, die zum Gelingen dieses wichtigen Projektes beigetragen haben, insbesondere bei den Expertinnen und Experten sowie bei den hochengagierten Initiativen der Stadtgesellschaft.“

Regelungen des Mietendeckels lassen Spielraum zu

Trotz des Mietendeckels sind Zuschläge für Wohnungen geplant, die über eine moderne Ausstattung, beispielsweise eine Einbauküche, wertigen Bodenbelag und einen geringen Energieverbrennungswert verfügen. Ist die Miete einer solchen Wohnung besonders niedrig (unter 5,02 Euro/qm), darf diese bei Wiedervermietung um maximal einen Euro pro Quadratmeter angehoben werden.

Auch wenn der Wohnraum in Gebäuden liegt, die über mehr als zwei Wohnungen verfügen, sind Zuschüsse möglich – die Mietobergrenze erhöht sich um einen Zuschlag von zehn Prozent. Neben Bau und Ausstattung sind Zu- und Abschläge aber auch von der Lage des Gebäudes abhängig. So können bei einer guten Lage 74 Cent pro Quadratmeter Zuschuss verlangt werden.

Zusätzliches Personal für den Mietendeckel

Die Umsetzung des Mietendeckels bedeutet natürlich auch mehr Arbeit für die Bezirke, die für die Einhaltung des Gesetzes und die Bearbeitung der Anträge verantwortlich sind. Deshalb sollen in Berlin insgesamt 250 neue, temporäre Stellen geschaffen werden, um dem Arbeitspensum gerecht zu werden. Härtefallanträge sollen dagegen künftig im Aufgabenbereich der Investitionsbank Berlin liegen.

Unzufriedenheit trotz Einigung?

Trotz des beschlossenen Gesetzes hat der Mietendeckel noch nicht alle Hürden überwunden. Der Gesetzentwurf wird nun dem Rat der Bürgermeister vorgelegt. Außerdem wird sich noch zeigen, ob die Klagen der Oppositionen vor dem Gericht durchgesetzt werden können.

Auch die Immobilienunternehmen und Verbände sind weiterhin skeptisch und sprechen sich gegen den Mietendeckel aus. Präsident des Zentralen Immobilienausschusses, Dr. Andreas Mattner, befürchtet negative Auswirkungen auf den Investitionsstandort Berlin: „Der Mietendeckel führt zu keiner neuen Wohnung in Berlin und er trifft Kleine und Große – vor allem aber trifft er die Stadt Berlin als eine der attraktivsten Städte Europas.“ Es würden ausgerechnet jene Marktteilnehmer getroffen, die sich fair und ausgleichend verhalten: Genossenschaften, kommunale und private Unternehmen und private Vermieter.“ (sz)

Covivio in Deutschland: Daniel Frey und Marcus Bartenstein übernehmen gemeinsam die Unternehmensleitung

Covivio ist als eines der führenden europäischen Immobilienunternehmen bereits seit 20 Jahren Spezialist für Büro-, Hotel- und Wohnimmobilien. In Deutschland ist der Investor und Projektentwickler mit Wohn- und Hotelimmobilien unter anderem in Berlin, Leipzig und Hamburg tätig.

Verstärkung im Bereich Projektentwicklungen, Aquisition und Property Management

Ab November 2019 werden Daniel Frey und Marcus Bartenstein gemeinsam (in der Funktion Co-Head Germany) für die Aktivitäten des Unternehmens in Deutschland verantwortlich sein. Beide werden auch dem Executive Committee der Covivio-Gruppe angehören.

Projektentwicklungen, Akquisitionen, Vertrieb und Asset Management liegen im Verantwortungsbereich von Marcus Bartenstein. Daniel Frey wird die Bereiche Property Management, Zentralbereiche, Finanzen und Corporate Governance leiten. Thierry Beaudemoulin (CEO) wird das Unternehmen Ende Oktober 2019 verlassen und sich neuen Herausforderungen widmen.

Weiterentwicklung mit zwei erfahrenen Geschäftsführern

Marcus Bartenstein, 41, arbeitete von 2000 bis 2006 bei der LBBW Immobilien (ehemals LEG Baden-Württemberg) im Bereich gewerbliche Projektentwicklung, bevor er 2006 zu Covivio kam. Seit 2011 ist er als Geschäftsführer bzw. als Vorstand für Investitionen und Projektentwicklung des Immobilienunternehmens in Deutschland verantwortlich.

Covivio Deutschland

Dr. Daniel Frey bereichert die Unternehmensführung ab November 2019 | Foto: Covivio

Dr. Daniel Frey, 51, arbeitete als Berater bei KPMG und Arthur Andersen, anschließend war er im Bereich Konzernentwicklung und Controlling bei der LBBW Immobilien tätig. 2006 kam er als Geschäftsführer zu Covivio, seit 2007 ist er CFO und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung bzw. des Vorstands in Deutschland.

Gemeinsame Strategieentwicklung für das Unternehmen

Marcus Bartenstein und Daniel Frey werden gemeinsam für die Umsetzung der Strategie von Covivio in Deutschland verantwortlich sein, wo die Gruppe derzeit ein Portfolio von 7,8 Milliarden Euro an Wohnimmobilien, Hotels und Büros hält.

Christophe Kullmann, CEO der Covivio SA, Paris und Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Covivio Immobilien SE, Oberhausen, gibt sich zuversichtlich: «Covivio freut sich, Daniel Frey und Marcus Bartenstein, die beide seit 2006 den Markteintritt in Deutschland und die Weiterentwicklung von Covivio maßgeblich begleitet haben, die gemeinsame Leitung des Unternehmens in Deutschland zu übertragen. Gleichzeitig möchte ich Thierry Beaudemoulin für seinen 13-jährigen Einsatz bei der Entwicklung von Covivio, vor allem in Deutschland, wo unsere Gruppe zu den führenden Immobilienunternehmen gehört, den herzlichsten Dank aussprechen. Wir wünschen ihm den größtmöglichen Erfolg für seine zukünftigen Vorhaben.» (sz)

„Edge East Side Berlin“: Planänderungen beim Bau des Amazon-Towers

Die Baupläne für das Hochhaus „Edge East Side Berlin“ in Friedrichshain-Kreuzberg waren bereits genehmigt – über 3.000 Mitarbeiter sollten in rund vier Jahren 28 der 35 geplanten Stockwerke beziehen und den Bereich Forschung und Entwicklung verstärken.

Nun kann es aber sein, dass es doch noch einmal zu Änderungen kommt. Grund für die Probleme bei der Umsetzung des Riesenprojekts: Es herrschen Uneinigkeiten über den aktuellen Entwurf von Immobilienentwickler Edge Technologies.

Vorbehalte und der Vorwurf des „Vertragsbruchs“

Wie der Tagesspiegel am Freitag berichtete, sei es gemäß den Teilnehmenden des Baukollegiums zu einem „grundlegenden Verständigungsproblem zwischen Baukollegium, Träger des Turmprojektes und den Architekten“ gekommen. Der aktuelle Entwurf weiche vom städtebaulichen Vertrag ab. Zum einen hätte sich die Größe der zuvor festgelegten Grundfläche verändert, zum anderen habe die Bundeswehr Bedenken geäußert, dass das komplett verglaste Gebäude durch Lichtreflexionen Radarsignale behindern könnte.

Laut Tagesspiegel spricht Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) sogar von Vertragsbruch von Seiten der Investoren – das aktuelle Vorhaben sei nicht abgesprochen: „Deshalb habe ich der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorgeschlagen, ein Wettbewerbsverfahren einzufordern und dies notfalls auf dem Wege einer Klage durchzusetzen“. Ob die Durchführung eines neuen Wettbewerbs aber überhaupt sinnig ist, muss noch rechtlich geprüft werden.

Steht das „Edge East Side Berlin” auf der Kippe?

Für die Planer und Immobilienentwickler sind die aktuellen Entwicklungen ein großer Rückschlag. Die Kritik an dem beauftragten Architekten Bjarke Ingels Group bemängelt vor allem den unteren Bereich des Gebäudes. Der Grundriss entspreche nicht den vereinbarten Normen und sei schlichtweg zu groß. Aber auch der Tower entspräche nicht mehr den ursprünglichen Plänen.

Der Unmut gegen das Bauvorhaben hatte sich auch schon vor einigen Tagen durch Tweets der Aktivisten von „Make Amazon Pay“ angekündigt, die den Bau des Towers scharf kritisierten. Auch wenn die Gruppierung aus der Motivation heraus handelte, sich gegen die ihrer Ansicht nach schlechten Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter einzusetzen, zeigte sich, dass im Projekt „Edge East Side Berlin“ noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. (sz)

Spielbank Berlin: Beiratsmitglied Gregor Gysi überreicht 10.000 EURO an gemeinnützige Vereine

In seiner Funktion als Beiratsmitglied der Spielbank Berlin überreichte LINKEN-Politiker Gregor Gysi Schecks in einer Gesamthöhe von 10.000 EURO an kulturelle und soziale Projekte in Berlin. Das Treptow-Köpenicker Jobnetzwerk für Geflüchtete Türöffner e.V. und die im Prenzlauer Berg ansässige Kulturplattform Panda erhielten jeweils einen Scheck in Höhe von 5.000 EURO.

Großer Beitrag für ein wichtiges Miteinander in Berlin

„Meine Wahl ist auf die gemeinnützigen Projekte Türöffner e.V. und Panda e.V. gefallen, weil beide Vereine einen großen Beitrag für ein wichtiges Miteinander in Berlin leisten“, so Gregor Gysi. „Türöffner e.V. vermittelt Geflüchtete in den Arbeitsmarkt und legt somit die Grundlagen für eine gelungene Integration. Die Kulturplattform Panda gehört zu den besonderen kulturellen Institutionen, die so charakteristisch für Berlin sind, und traut sich auch ‚heiße Eisen‘ anzufassen. Ein wichtiger Beitrag für die kulturelle Vielfalt unserer Stadt.“

Grundlage von Integration: Vermittlung von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt

Türöffner e.V. wurde als gemeinnütziger Verein im April 2016 in Berlin gegründet. Das Jobnetzwerk in Treptow-Köpenick besteht aus derzeit 115 Unternehmen aus Kultur, Sport, Kirche und Wirtschaft. Ziel ist es, Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu vermitteln und damit maßgeblich zur Integration beizutragen. Der Verein unterstützt sowohl die Geflüchteten als auch die Unternehmen bei allen damit verbundenen rechtlichen, organisatorischen und vorbereitenden Angelegenheiten. Derzeit bereitet das Jobnetzwerk rund 300 Geflüchtete auf den Arbeitsmarkt vor. Insgesamt konnten bereits 125 Praktika und 65 Festanstellungen vermittelt werden.

Scheckübergabe an Türöffner e.v.: Grit Driewer, Geschäftsstellenleiterin von Türöffner e.V. und Gregor Gysi. Foto: Business Network

„Türöffner e.V. ist auf Hilfe angewiesen, um geflüchtete Menschen und damit auch uns alle bei ihrer nachhaltigen Integration zu unterstützen“, so Grit Driewer, Geschäftsstellenleiterin von Türöffner e.V. „Unser Dank gilt Gregor Gysi und der Spielbank Berlin, die unser wichtiges Anliegen nicht nur erkannt haben, sondern auch ganz konkret fördern.“

Panda e.V.: Alternativer Kulturstandort am Prenzlauer Berg

PANDA e. V. gibt es als gemeinnützigen Verein seit über zehn Jahren an einer für die Berliner Kultur zentralen Stelle im kleinen Hof der Kulturbrauerei. Im Jahr 2000 als russisches Kammertheater gegründet, entwickelte sich das PANDA zu einer interdisziplinären Kunst-, Politik- und Kulturplattform mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, politischen Diskussionen, Kinoabenden und Performances. Daneben sind auch aktuelle politische und gesellschaftliche Themen insbesondere in der ehemaligen SU wie die Situation um die LGBT- und Queerszene in Russland, die Krim-Annexion, der Krieg in der Ukraine und sowie weitere soziale Themen in den Vordergrund gerückt. Mittlerweile ist PANDA nicht nur zum wichtigsten Anlaufort für Kulturschaffende und demokratisch Denkende der russischsprachigen Community, sondern auch zu einer festen Größe der alternativen Kunst in Berlin geworden.

„Wir danken Herrn Gysi und der Spielbank Berlin und freuen uns sehr über die großzügige Finanzspritze“ sagt Svetlana Müller, Vereinsvorsitzende von Panda e.V.. „Das Geld werden wir in den Lärmschutz investieren. Alternative Kulturorte sind in Berlin zunehmend vom Aussterben bedroht, daher freuen wir uns über jede Form der Unterstützung.“

Partner der Hauptstadt: Die Spielbank Berlin

Die Spielbank Berlin unterstützt nicht nur seit vielen Jahren soziale, kulturelle und sportliche Events der Bundeshauptstadt, sondern ermöglicht auch ihren Beiräten die Unterstützung von unterschiedlichen sozialen Einrichtungen, Projekten und Vereinen, die den Beiratsmitgliedern wichtig sind, aus dem Budget eines eigenen Fördertopfes. Im Laufe dieses Jahres wurden bereits mehr als 50.000 Euro an kulturelle und soziale Einrichtungen sowie Sportvereine überreicht.

„Die Spielbank Berlin sieht sich als einen festen und verlässlichen Partner unserer Stadt“, so Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer der Spielbank Berlin. „Es ist uns daher ein Anliegen, Einrichtungen, Vereine und Institutionen zu fördern und zu unterstützen, die Berlin und den Menschen einen Mehrwert bringen. Türöffner e.V. und der Kulturplattform Panda gelingt es, einen wichtigen Beitrag zu leisten. Daher freut es uns, dass die Wahl unseres Beiratsmitglieds Gregor Gysi auf diese beiden Vereine gefallen ist.“ (red)

Fachkräftemangel im Bau: Der Arbeitsmarkt kommt dem Boom nicht hinterher

Die Baubranche brummt – doch tausende unbesetzte Stellen hemmen vielerorts das Wachstum. Besonders in Ostdeutschland fehlt Personal. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter Bauunternehmen in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Vor allem gewerbliche Arbeitnehmer fehlen

Der Bauindustrieverbandes Ost e.V. (BIVO), der 260 Unternehmen mit etwa 20.000 Beschäftigen vertritt, führte die Befragung unter seinen Mitgliedern durch. Demnach berichteten rund drei Viertel der Betriebe, dass sich das Angebot an Fachkräften in den letzten fünf Jahren verschlechtert habe. 19 Prozent der Unternehmen mussten ihre Bauunternehmungen wegen der fehlenden Arbeitskräfte reduzieren. Besonders betroffen seien Maurer sowie Beton- und Gerüstbauer. Im Handwerk fehlt bereits seit Jahren der Nachwuchs, das ist zum Beispiel in der für die Bauindustrie wichtige Metallbranche zu spüren. Jana Marcic, Geschäftsführerin der MWS GmbH, sagte dazu: „Wir als Schweißerbetrieb bekommen den Fachkräftemangel nun schon seit längerer Zeit zu spüren. Unsere Auftragslage ist gut, aber um auf diesem Niveau bleiben zu können, halten wir permanent Ausschau nach qualifizierten Fachkräften.“

Auch studierte Fachkräfte wie Bauingenieure fehlen den Immobilienunternehmen – hier berichteten fast zwei Drittel von einer Verschlechterung des Arbeitsmarktangebots.

Gründe sind vielschichtig

Die Gründe für den Fachkräftemangel im Bau liegen vor allem im demografischen Wandel und dem schlechten Ruf der Baubranche: Angst vor schlechten Arbeitsbedingungen hält viele potenzielle Auszubildende zurück. Zwar bleiben viele Ausbildungsstellen unbesetzt – immer wieder entschließen sich allerdings auch Betriebe, Ausbildungsplätze zu streichen. Das geschieht derzeit vielerorts bei Metallbetrieben. Nicht selten reagieren Unternehmen auf die teilweise schwächelnde Konjunktur, die vor allem der deutschen Autoindustrie zu schaffen macht, mit einer geringeren Zahl an neuen Auszubildenden. Das könnte sich bereits in wenigen Jahren rächen – nämlich, wenn sich die Wirtschaft wieder in einer Aufschwungphase befindet.

Fachkräftedefizit belastet Branche und Wirtschaft

Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften gehört zu den wichtigsten Hemmern für Wirtschaftswachstum in Deutschland. Das ergab unter anderem zuletzt eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Auch hier erwarteten Experten vor allem ein gebremstes Wachstum in den ostdeutschen Bundesländern.

Erwartet wird, dass sich der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren sogar noch verschlimmert. Rund ein Viertel der Beschäftigten ist älter als 55 Jahre, wenn diese Mitarbeiter innerhalb der kommenden Dekade aus dem System altern, gibt es nur ungenügend Nachwuchs. Allein in Berlin betrifft das 8.600 Arbeitnehmende. Hochrechnungen der BIVO zufolge werden bis 2030 rund 70.000 zusätzliche Arbeitnehmer benötigt. Mehr Potenzial sieht die Industrie derzeit vor allem im Zufluss aus dem Ausland, aber auch Bemühungen, mehr weibliche Fachkräfte zu gewinnen, könnten Erleichterung verschaffen. (red)

Mehr Büros für Berlin dank BrainBox OfficeWorking

Der Büromarkt in Berlin bekommt Zuwachs: BRAIN BOX BERLIN, ein 400 Meter langes Büro- und Geschäftshaus mit einem 34 Meter hohen Turm als Blickfang, nimmt am Wissenschaftsstandort Adlershof immer mehr Gestalt an. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Ensembles wird BrainBox OfficeWorking. Der flexible Office Space bietet moderne Büroflächen für jede Herausforderung – und das genau zur richtigen Zeit. Denn nicht nur auf dem Berliner Wohnungsmarkt, auch im Bürosektor sieht es aktuell richtig schlecht aus.

Office Space flexibel gedacht

BrainBox OfficeWorking ermöglicht verschiedene Büroformen – vom kleinen Einzelbüro bis zum großen Teambüro, vom temporären Projektbüro bis zum langfristigen Chefbüro. Über großzügige Office Suites sind ebenso komplette Bereiche für bis zu 50 Personen anmietbar. Und auch einzelne Freelancer finden ihren individuellen Workspace. Das alles ist in Berlin keine Selbstverständlichkeit. Faktisch ist die Bundeshauptstadt vollvermietet. Die Büro-Leerstandsquote liegt bei 1,4 Prozent, berichtet das Analysehaus Colliers International. Und von 587.000 Quadratmetern Büro-Neubauflächen, die 2019 entstehen, seien 90 Prozent längst vorvermietet.

Büroflächen für individuelle Wünsche

Dirk Germandi, Geschäftsführer der Projektgesellschaft Gartenstadt Adlershof mbH & Co. KG, richtet sich mit BrainBox OfficeWorking gezielt an die lebendige Berliner Gründerszene: „Wir bieten den klugen Köpfen Berlins einen neuen Anlaufpunkt! Vor allem junge, dynamische Firmen mit Zukunftsvision, die Kreativbranche sowie kleine bis mittelgroße Unternehmen, die verschiedene Arbeitszonen benötigen, finden bei uns ideale Voraussetzungen.“

Büros im „Factory Look“, nach Kundenwunsch auch mit Ausstattung, schnellstmögliches High-Speed-Internet per Glasfaser und 5G, WLAN-Hotspots auf dem ganzen Gelände, großzügige Besprechungs- und Eventflächen, ein smartes Facility-Management sowie ein Concierge- und Telefon-Service – für all das und mehr steht der flexible Office Space. Das Ziel ist ein angenehmes wie inspirierendes Umfeld, das konzentriertes Arbeiten in harmonischem Ambiente möglich macht.

Der grüne Campus in Adlershof

Ein wichtiger Aspekt von BrainBox OfficeWorking ist das Green-Campus-Konzept. Das Miteinander und Netzwerken in der Büro-Community wird hier explizit gefördert. Beliebte Treffpunkte sind die Gastronomie mitten im Campus, die Lounge- und Barbereiche pro Etage sowie die offen gestalteten Höfe und Außenanlagen mit Rasen, Bäumen und Sitzgelegenheiten.

Auch in Sachen Mobilität wird BrainBox OfficeWorking überzeugen: In der Tiefgarage sind 229 Stellplätze und 20 E-Ladestation geplant. Ausreichende Stellflächen für Fahrräder und Angebote für E-Bikes, E-Roller sowie Car-Sharing gehören ebenso zum Angebot. Ein eigener E-Shuttle-Service verbindet den flexiblen Office Space mit dem Flughafen BER und der S-Bahn.

Los geht’s bis Mitte 2020. Alle Arbeitsplätze sind ab Fertigstellung sofort beziehbar, provisionsfrei und mit flexiblen Laufzeiten ausgestattet. (ak)


Hier sind Vermietungsanfragen möglich:

Nicole Hatzijordanou

Telefon: +49 (0) 30/327766-270 | Mobil: +49 (0) 172 8749529 | E-Mail: nicole.hatzijordanou@profi-partner.de

Katja Zühlke

Telefon: +49 (0) 30/327766-141 | Mobil: +49 (0) 173 6241210 | E-Mail: katja.zuehlke@profi-partner.de

Internet: www.brain-box-berlin.com

EXPO REAL 2019: Immobilienbranche in Party-Stimmung

Die EXPO REAL in München ist nicht nur die größte Gewerbeimmobilienmesse Europas, sondern auch Trendbarometer und Taktgeber für die gesamte Branche. Drei Tage lang nutzten 2.190 Aussteller aus 45 Ländern und rund 46.000 Besucher die EXPO REAL als Plattform für Diskussionen, zum Netzwerken und – vor allem – für Business. Trotz Brexit, aufziehender Rezession und Handelsstreit war die Stimmung gut, es überwog realitätsbezogener Optimismus. Die Kombination aus niedrigen Leerstandsraten, boomender Wirtschaft und der Tiefstzinspolitik der EZB ist nach wie vor ein äußerst kraftvoller Antrieb für die Immobilienmärkte. Experten sehen angesichts der politischen Großwetterlage kein erhöhtes Risiko für die Immobilienwirtschaft in Deutschland.

Doch es gibt auch dunkle Wolken am Horizont: Stichwort Mietendeckel. Die Regulierungsideen aus der Politik sorgten für Diskussionen. Neben dem Mietendeckel, der in Berlin kurz vor seiner Umsetzung steht, fordern manche gar Enteignungen im großen Stil. Branchenexperten sind sich einig: Es reicht! IVD-Präsident Jürgen Michael Schick appellierte an die Politik, keine weiteren Änderungen im Mietrecht mehr vorzunehmen. „Die Investoren brauchen Planungssicherheit und nicht alle vier Wochen weitere Verschärfungen“, erklärte Schick.

Thema Wohnen: v.l.n.r. Mathias Gross, COO Polis Immobilien AG, Frank Schmeichel, Business Network, Nadir Guediri, Geschäftsführer COPRO Development GmbH, Thomas Bergander, Geschäftsführer Taurecon Real Estate Consulting GmbH. Foto: Business Network

Mietendeckel & Co.

Die deutsche Hauptstadt bleibt das Immobilien-Mekka Europas und ist nach wie vor Investor’s darling. Doch die Debatte um den Mietendeckel hat längst auch die Kapitalmärkte erreicht. Der Berliner Senat plant, einen landesweiten Mietendeckel einzuführen, der die Miete auf maximal sechs Euro pro Quadratmeter begrenzen soll – unabhängig von der Lage. Anleger reagieren nervös auf die Pläne aus der Hauptstadt. Obwohl die Zinsen aufs Baugeld historisch niedrig sind und Wohnraum weiterhin knapp ist, sorgen solche Diskussionen um Mietendeckel, Enteignung und Co. für Ärger und Unverständnis.

Branchenvertreter bezeichnen den Gesetzesentwurf als bizarr, realitätsfern und warnen vor katastrophalen Folgen für den Immobilienstandort Deutschland. Ein Mietendeckel, sollte er tatsächlich kommen, signalisiert Stillstand und einen Wechsel im politischen und wirtschaftlichen System der Bundesrepublik. Inländische wie internationale Investoren könnten sich aus dem Berliner Markt zurückziehen – mit gravierenden Folgen für den Wirtschaftsstandort. Mit einer Regulierung, die stranguliert, vernichtet der Senat Vertrauen und den Tatendrang der Menschen, die in die Hauptstadt kommen, um Neues zu schaffen – so einer der vielen Vorwürfe, die sich an die Berliner Verantwortlichen richten.

Der Berlin-Brandenburg-Stand auf der EXPO REAL 2019. Foto: Business Network

Experten befürchten, dass sich die ohnehin schon nicht ausreichende Neubautätigkeit deutlich reduziert. Die Folge: Es entstehen keine neuen Wohnungen. Immobilienprofi Siegfried Nehls, Vorstand des Berliner Projektentwicklers SANUS AG, schätzt die Situation als riskant ein: „Die Berliner Politik spielt ein gefährliches Spiel. Wenn sich die Schaffung von Wohnraum in Berlin nicht mehr rechnet, dann weichen Entwickler und Investoren an andere Standorte aus. Letzten Endes stellt sich dann die Frage, wer in Berlin den dringend benötigen Wohnraum noch schaffen soll.“ Sein Unternehmen SANUS AG ist bereits im Ausland aktiv und realisiert neue Projekte in Mailand und Budapest.

Fachkräftemangel hemmt die Geschäftsentwicklung

Ein weiteres Sorgenkind der Immobilienwirtschaft ist der grassierende Fachkräftemangel. Viele sehen darin die größte Gefahr für die Geschäftsentwicklung. Es ist schwieriger geworden qualifizierte Mitarbeiter zu finden, so der Tenor. Auch Immobilienverwalter und Wohnungsunternehmen kämpfen um Mitarbeiter. Um die besten Köpfe für das Unternehmen zu gewinnen, müssen diese sich strategisch überlegen, wie sie als Arbeitgeber attraktiv bleiben. Doch was sind die Anforderungen junger Menschen an die Arbeitswelt? Bezahlung, Work-Life-Balance, Loyalität und Unternehmenskultur sind Begriffe, die in diesem Zusammenhang immer wieder als Motivationsfaktoren angeführt werden.

Nachwuchs für die Immobilienbranche: Susanne Tattersall im Gespräch mit Dr. Reinhard Kutscher. Foto: Business Network

Susanne Tattersall von TATTERSALL·LORENZ bestätigt, dass das Image und die unternehmerische Ausrichtung eine wichtige Rolle spielen: „Die Reputation unseres Unternehmens ist ein entscheidendes Kriterium. Wir verwalten für interessante Kunden interessante Immobilien. Und wir sind im besten Sinne Mittelstand. Wer sich bei uns im Unternehmen wirklich einbringt, kann sich entwickeln und es weit bringen – anders als vielleicht in einem Konzern mit starren Strukturen.“

Klar ist, dass sich die Ansprüche des Nachwuchses in der Immobilienbranche verändert haben. Transparenz, attraktive Arbeitsmodelle und Unternehmen sowie eine angemessene Bezahlung – Unternehmen der Immobilienbranche werden nicht umhin kommen, geeignete Arbeitnehmer zu umwerben und die Angebote der Konkurrenz zu übertreffen.

Dauerbrenner Digitalisierung

Die Digitalisierung ist Dauerbrenner unter den Gesprächsthemen auf der EXPO REAL. Beim Immobiliendienstleister CBRE sieht man Big bzw. Smart Data als eines der großen Themen der Zukunft. Diskussionen über die Blockchain-Technologie und wie sich diese auf die Immobilienbranche auswirken wird, stießen auf reges Interesse auf der Messe. Eine Möglichkeit: Durch die Blockchain könnten globale Transaktionsfees eingedämmt werden.

Digitalisierung allerorten. Foto: © Copyright 2019, Messe München GmbH, all rights reserved

Als Erfolg verbucht die Messe die neue Halle A3, in der innovative Unternehmen und neue technische Lösungen gebündelt wurden. Hier präsentierten sich mehr als 60 Start-ups und weitere junge Technologieunternehmen dem Publikum. „Wir gehen davon aus, dass diese Innovations-Plattform auch in den kommenden Jahren ein großer Anziehungspunkt der Expo Real sein wird“, resümiert Projektleiterin Claudia Boymanns.

Es tut sich also etwas im Bereich Digitalisierung. Es herrschte zwar schon immer Einigkeit über die Bedeutung des Themas für die Immobilienwirtschaft, in der Vergangenheit waren das aber oft nur Lippenbekenntnisse. Nun kommt Schwung in die Angelegenheit. Themen wie BIM und serielles Bauen sind mittlerweile sind in der Branche angekommen. Auch die Bedeutung der sogenannten Prop-Techs hat stetig zugenommen. Experten sind sicher, dass die gesamte Immobilienwirtschaft immens profitieren wird, wenn die Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden.

Topthema: Zukunftsweisende Projekte

Projekt Urbane Mitte am Gleisdreieck. Bildrechte: Urbane-Mitte-Entwicklungs-GmbH-Co.-KG

Baustellen allerorten – doch die Branche lässt sich die Laune nicht verderben. Beim networken zeigte sich, dass trotz aller Ungewissheiten und Zukunftsängsten der Optimismus deutlich überwiegt. Denn das wichtigste Thema in den Gesprächen waren dann doch neue und zukunftsweisende Bauprojekte wie etwa der Campus Mainview in Offenbach, Grand Central in Frankfurt, das Quartier Elbbrücken in Hamburg oder die Urbane Mitte am Gleisdreieck von COPRO in Berlin. Projekte, die sich um Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit drehen und die Ansprüche und Anforderungen der Menschen von vornherein mitdenken. Das Hauptziel dabei ist nicht Profit, sondern vor allem die Schaffung von Leuchtturmprojekten, architektonischen Highlights und ein Beitrag zur Stadtentwicklung der Zukunft. Das könnte auch möglicherweise ein Schlüssel sein, um den Baufrieden, den viele Branchenvertreter einfordern, wieder herzustellen. (ak)

Unexplained Wealth Order: Umstrittene Rechtspraxis in Großbritannien

Im Januar 2018 führte die britische Regierung ein neues Instrument zur Bekämpfung der Geldwäsche vor allem im Londoner Immobilienmarkt ein, die sogenannte «Unexplained Wealth Order» (UWO). Mittels dieses neuen Rechtsmittels können Politiker und hohe Staatsangestellte von außerhalb Europas sowie Personen, die ihnen nahe stehen und Personen, welche im Verdacht stehen, Besitz in Großbritannien mit illegal erlangtem Vermögen erworben zu haben, zur Darlegung ihrer finanziellen Situation gezwungen werden.

Dieses Untersuchungsinstrument mag dem Kampf gegen Korruption und Kriminalität vordergründig förderlich sein. Bei genauerem Hinsehen stellt man jedoch rasch fest, dass die Umsetzung der UWOs mit zentralen Prinzipien des Rechtstaats in Konflikt steht. So sind die rechtlichen Schranken, welche den britischen Behörden bei der Ausstellung von UWOs auferliegen, vergleichsweise tief. Zudem grenzt das Vorgehen der zuständigen Dienststellen teilweise an Willkür. Da UWOs insbesondere auf vermögende Ausländer ausgerichtet sind, besteht die Gefahr, dass Investoren abgeschreckt werden und zukünftig von Vermögensanlagen in Großbritannien absehen. Eine solche Entwicklung könnte sich zusätzlich negativ auf den Wirtschaftsstandort Großbritannien auswirken, der bereits stark unter den Folgen des Brexit leidet.

Mittel zur Bekämpfung von Geldwäsche

UWOs dienen den britischen Behörden als Untersuchungsinstrument, um nachzuvollziehen, auf welche Weise eine verdächtigte Person Vermögen erworben hat und wie sie in den Besitz der dazu verwendeten materiellen Mittel gelangt ist. Gemäß des «Proceeds of Crime Act 2002» kann eine Vollzugsbehörde (National Crime Agency, «NCA») beim High Court die Ausstellung einer UWO gegen Vermögensgegenstände mit einem Wert von über £50.000 beantragen. Neben Immobilien können auch Schmuck, Autos und weitere Güter betroffen sein. Die UWO wird genehmigt, sofern der begründete Verdacht besteht, dass die legal erworbenen finanziellen Mittel des Besitzers nicht ausreichen, um den Vermögensgegenstand zu erwerben. Mit anderen Worten: Wenn die Vollzugsbehörde davon ausgeht, dass der Eigentümer auf illegalem Wege zu Vermögen gelangt ist und dieses durch den Erwerb des besagten Vermögensgegenstandes in Großbritannien weißgewaschen hat.

Sofern die betroffene Person nicht in der Lage ist, die Gründe für den Erwerb des jeweiligen Vermögensgegenstand sowie die Herkunft der verwendeten Mittel innerhalb der gesetzten Frist glaubhaft offenzulegen, gilt der Verdacht der Geldwäsche als bestätigt. Damit ist der Weg für eine gerichtliche Einziehung frei. Legt der Besitzer die Herkunft der Mittel offen, kann die NCA diese Offenlegung als Nachweis der illegalen Herkunft der Mittel verwenden und die gerichtliche Einziehung der Vermögenswerte beantragen.  Der Besitzer kann enteignet werden und muss zudem mit einer Geld- oder Gefängnisstrafe rechnen. So weit, so gut.

Grosser Interpretationsspielraum

UWOs können gegen Vermögensgegenstände gerichtet sein, deren Besitzer einer von zwei Kategorien zugeordnet werden können: Entweder handelt es sich um Personen, die einer schweren Straftat verdächtigt werden oder mit einer solchen Person in Verbindung stehen. Für Personen von außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes genügt es hingegen bereits, wenn sie als sogenannte «Politically Exposed Person» (PEP) angesehen werden können oder mit einer solchen Person in Verbindung stehen. Als PEP gilt definitionsgemäß, wer aufgrund seiner herausragenden Position in der Öffentlichkeit für Korruption anfällig ist. Ein Verdacht auf kriminelle Tätigkeiten ist in diesem Fall nicht vonnöten. Durch diese Kategorisierung wird offensichtlich der Rechtsstaat strapaziert. Als Personen, die mit einer PEP in Verbindung stehen, können deren Familienmitglieder, Geschäftspartner, Angestellten, Treuhänder, Verwaltungsräte in nahestehenden Gesellschaften und weitere Personen gelten.

Die Vollzugsbehörden haben bei der Identifikation verdächtiger Personen großen Interpretationsspielraum zur Verfügung. So ist es beispielsweise möglich, eine UWO gegen den Ex-Ehepartner oder die Ex-Ehepartnerin eines mutmaßlichen Straftäters oder einer PEP auszustellen, auch wenn seit der Scheidung bereits ein oder mehrere Jahrzehnte verstrichen sind und das betroffene Vermögen erst deutlich später erworben wurde. Ebenfalls denkbar sind Fälle von Vererbungen, bei denen der Vermögensgegenstand von einer PEP oder einer ihre nahe stehenden Person an eine andere Person übergegangen ist. Auch wenn seit Jahren keine Verbindung mehr zwischen den beiden Individuen besteht, kann der Erbe durch eine UWO zur Darlegung des Vermögenserwerbs des Erblassers gezwungen und, bei unzulänglicher Beweislage, enteignet werden.

Die Art der Verbindung zu einer PEP, einer verbundenen Person oder einem mutmaßlichen Straftäter sowie der Zeitraum, der seit dem Bestehen dieser Verbindung vergangen ist, spielen somit für das Ausstellen einer UWO kaum eine Rolle. Zudem wird die Beweislast umgekehrt, die Unschuldsvermutung ausser Kraft gesetzt und der Besitzer zur Beibringung von Nachweisen des Vermögenserwerbes durch Geschäfte gezwungen, auch wenn diese Geschäfte zehn, zwanzig oder mehr Jahre zurück liegen. Damit sind die rechtlichen Hürden für die Vollzugsbehörden zur Durchsetzung einer UWO äußerst niedrig, und die Grenze zur Willkür schnell überschritten. Beispielweise wurde in einer UWO ein Treuhänder als Trustee für eine PEP betrachtet die zum Zeitpunkt als der Treuhänder zum ersten Mal von den fraglichen Vermögenswerten hörte, bereits seit mehr als einem Jahr verstorben war. Nach Auffassung der NCA hinderte der Tod der PEP nicht daran, dass der Treuhänder postum zum Trustee für diese werden konnte.

Abschreckende Wirkung auf Investoren

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit die rechtsstaatlichen Prinzipien der Rechtssicherheit und -gleichheit, der Garantie des Grundrechtes auf Eigentum noch gewährleistet sind. Insbesondere die Rechtssicherheit scheint höchst gefährdet, wenn das Eigentum beispielsweise an Liegenschaften von der Erhältlichkeit Jahrzehnte alter Geschäftsunterlagen abhängt. Investoren, welche nicht aus dem Europäischen Wirtschaftsraum stammen und bei Anlagen in Europa oft vor allem Sicherheit suchen, dürften durch die neue Rechtspraxis vermehrt davor zurückschrecken, ihr Kapital in Großbritannien anzulegen. Immerhin müssen sie bei jeglicher Verbindung zu einer PEP damit rechnen, ins Visier der britischen Behörden zu gelangen und ihre Investitionen im Rahmen einer UWO zu rechtfertigen oder gar zu verlieren. Und diese PEP-Verbindungen müssen nicht einmal sehr eng sein. Zudem werden UWO-Verfahren fast zwangsläufig öffentlich bekannt, was zur Blockierung von Bankguthaben in Drittländer führen dürfte.

Die Folgen eines vermehrten Ausbleibens ausländischer Investition könnten gravierend sein. Wie ein Bericht des Beratungsunternehmens Deloitte aufzeigt, flossen im Zeitraum von 2015 bis 2018 6.7% der global getätigten ausländischen Direktinvestitionen ins Vereinigte Königreich. Auf einer weltweiten Skala liegt Großbritannien damit auf dem zweiten Platz hinter den USA. Zwar stammt ein Großteil dieser Investitionen aus Europa oder den USA, eine Analyse des britischen Office for National Statistics ergab allerdings, dass im Jahr 2016 rund 17% der vermeintlich aus Europa stammenden Direktinvestitionen ein außereuropäisches Ursprungsland hatten. Aufgrund dieser immensen Bedeutung ausländischer Investitionen für die britische Wirtschaft würde bereits eine geringe Reduktion der Anlagen als Folge der abschreckenden Wirkung von UWOs negative Konsequenzen nach sich ziehen.

In einer Zeit, in welcher Großbritannien aufgrund der bisher kaum abschätzbaren Folgen des Brexit und der damit verbundenen Unsicherheit für Investoren weniger attraktiv ist und Immobilienpreise fallen, wird der Wirtschaftsstandort durch die mangelnde Rechtssicherheit im Zuge der UWOs noch zusätzlich geschwächt. Angesichts dieser Zukunftsaussichten wären die britischen Behörden daher gut beraten, klarere Grundlagen für die Ausstellung von UWOs zu schaffen und die Prinzipien des Rechtsstaates auch in der Bekämpfung von Korruption und Geldwäsche nicht weiter zu strapazieren. (red)

 

WerkStadtForum City West erarbeitet gemeinsame Ziele und Strukturen für die City West

Wie geht es in Zukunft weiter mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf? Darauf möchte das WerkStadtForum City West eine Antwort finden.

Auf Initiative des Bezirks Charlottenburg Wilmersdorf, der AG City e.V., der IHK, dem VBKI und dem Werkbund startete deshalb am 09.09.2019 das WerkStadtForum City West mit der ersten Sitzung des Kuratoriums. Eingeladen wurden die Teilnehmer von Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt Charlottenburg Wilmersdorf, Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City e.V. und Gottfried Kupsch Vorstand AG City e.V.

Aufbauend auf diese erste Veranstaltung fand am dann am 26.09.2019 der erste Workshop mit ca. 40 Vertretern der Stadtgesellschaft statt, zu denen auch Vertreter der Fraktionen der BVV des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf gehörten. Dort sollten erste Ziele erarbeitet werden. Weitere Veranstaltungen sind für die kommenden Wochen und Monate geplant. Darüber hinaus soll im WerkStadtForum City West ein ständiger Dialog zum Thema Zukunftsgestaltung City West stattfinden, wozu alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

WerkStadtForum City West: Pläne für die Zukunft von Charlottenburg-Wilmersdorf

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf steht an einem wegweisenden Wendepunkt, an dem auf viele Fragen und Probleme Antworten gefunden werden müssen. Das Stadtleben muss für alle wieder attraktiver werden, indem die Aufenthaltsqualität zukunftsorientiert und nachhaltig verbessert wird. Jetzt kommt es darauf an, wie alle Beteiligten diese seltene Chance ergreifen und Charlottenburg-Wilmersdorf in die Zukunft führen.

Das WerkStadtForum City West hat es sich dabei zur Aufgabe gemacht, im Dialog mit einem fachlich vielseitig aufgestellten Teilnehmerkreis, die Bedürfnisse der Stadt in einem Workshop Format zu diskutieren, Handlungsempfehlungen für ein notwendiges Leitbild zu erarbeiten und im Anschluss konkrete Umsetzungsempfehlungen für zukünftige Bauprojekte abzuleiten.

Schwerpunkte sind neben der räumlichen Orientierung auf die City West und ihre Bedeutung für die Gesamtstadt die Themen Verkehr und Mobilität, soziale Komponenten wie Wohnen und Versorgung, Stadtraum und Stadtökologie (Freiräume und deren Funktion, Städtebau, Stadtgrün, Energie, Nachhaltigkeit) Baugeschichte und Denkmalschutz, Kultur und Medien, sowie Gewerbe, zu dem die Entwicklung der Einzelhandelsflächen, Büroflächen und die Entwicklung des Tourismus gehören. Alles wird dabei immer unter der Prämisse betrachtet, dass die Identität der Stadt nicht verloren gehen darf.

Die Workshops des WerkStadtForum City West

Zu den Workshops des WerkStadtForum City West kommen ca. 40 Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen zusammen. „Wir haben nicht nur Unternehmer, Politiker und Verbände, sondern auch die Kirchengemeinde und Vertreter der Universitäten für eine Zusammenarbeit gewinnen können“, sagt Gottfried Kupsch, Vorstand der AG City e.V. „Damit haben wir die organisatorischen Voraussetzungen, um für die City West einen umfassenden Raumkonsens zwischen den unterschiedlichen Interessen zu finden, wie wir ihn im Grunde auch für ganz Berlin bräuchten.“

Dem 16-köpfigen Kuratorium gehören unter anderem Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt in Charlottenburg-Wilmersdorf, Gottfried Kupsch von der AG City e.V., Jochen Brückmann von der IHK, Michael Knoll vom VBKI sowie Tim Heide vom Werkbund an.

Dem Kuratorium gehören ferner an:

  • Andreas Schulten (bulwiengesa)
  • Christoph Langhof (Langhof Architekt)
  • Stefan Jäckel (ST raum a)
  • Sebastian Seelig (BuroHappold Engineering)
  • Dr. Wolfgang Schäche (Beuth Hochschule)
  • Matthias Blessing (Fachanwalt für öffentliches Baurecht)
  • Stephan Allner (DIE WOHNKOMPANIE)
  • Benedikt Scholler (Drees & Sommer)

„Das Kuratorium soll als ein fachliches Gremium alle Prozesse des Forums begleiten und durch Anregungen und Hinweise verbessern sowie die Inhalte präzisieren und schärfen, um Ergebnisse zu erreichen, die von einer breiten Mehrheit getragen werden können“, sagt Klaus-Jürgen Meier, Vorstandsvorsitzender der AG City e.V. „Das Kuratorium ist jedoch nicht Entscheidungsträger hinsichtlich der Beurteilung und Genehmigung von Projekten.“ Diese Aufgabe stehe allein dem Bezirk zu. Die Organisation und Moderation des WerkStadtForum City West liegt in den Händen von Caroline Lehmann und Wolf Uwe Rilke. (red)

How to find Young Professionals: Was will der Nachwuchs in der Immobilienbranche?

Millennials und die Generation Z drängen auf den Arbeitsmarkt und werden die Arbeitswelt noch für viele Jahre prägen. Sie sind der Nachwuchs, aus denen Unternehmen ihre Mitarbeiter rekrutieren – auch die Immobilienbranche. Für die Zukunft von Unternehmen ist es daher entscheidend, diese Generationen möglichst frühzeitig an sich zu binden. Doch was sind die Anforderungen junger Menschen an die Arbeitswelt?

Bedürfnisse junger Berufseinsteiger – Gehalt spielt immer noch eine zentrale Rolle

Bezahlung, Work-Life-Balance, Loyalität und Unternehmenskultur sind Begriffe, die in diesem Zusammenhang immer wieder als Motivationsfaktoren angeführt werden. Eine Studentenbefragung, die die Messe München im Vorfeld der Expo Real durchgeführt hat, legt jedoch nahe: Vor allem der schnöde Mammon entfaltet durchaus noch eine gewisse Zugkraft auf den Immobiliennachwuchs.

Von den rund 170 befragten Immobilienstudenten und Azubis finden 80% das Thema Gehalt wichtig oder gar sehr wichtig. In der Rangliste der wichtigsten Kriterien bei der Arbeitgeberwahl landen nur zwei Aspekte vor der Kohle: Unternehmenserfolg (89%) und flexible Arbeitszeiten (84%).

Forderungen des jungen Nachwuchses oft unrealistisch

Geschäftsführer, Headhunter und Young Professionals diskutierten dazu auf dem Career Day auf der Immobilienmesse EXPO Real und versuchten Antworten zu finden. Denn aktuell ist der Markt sehr arbeitnehmerfreundlich. Einsteiger können sich ihren Job aussuchen, die Unternehmen bewerben sich um die Spitzenkräfte – nicht umgekehrt!

Doch durch die hohe Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften sind die Vorstellungen von Arbeitnehmern oft auch überzogen. Die eigenen Vorstellungen und die Realität in Bezug auf den eigenen Wert für den Arbeitgeber klaffen oft deutlich auseinander. „Leider matcht der Anspruch oft nicht mit der Leistung“, sagt Susanne Tattersall, geschäftsführende Gesellschafterin des deutschlandweit aktiven Immobilienverwalters Tattersall·Lorenz.

Gesprächsrunde auf der EXPO REAL: v.l.n.r. Caroline Manteuffel, GARBE Industrial Real Estate GmbH, Inga Beyler, Bernd Heuer Karriere GmbH & Co. KG, Susanne Tattersall, TATTERSALL·LORENZ Immobilienverwaltung und -management GmbH, Reinhard Kutscher, Union Investment Real Estate GmbH. Foto: Business Network

Berufswahl – Reputation und Unternehmenskultur als zentrales Kriterium

Wenn es darum geht, Mitarbeiter nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu langfristig zu halten, ist die passende Unternehmenskultur ein wichtiger Aspekt. Und sie wird in einer Zeit, in der viele Unternehmen ähnliche Nebenleistungen anbieten, immer häufiger zum entscheidenden Faktor. Denn es gibt viele „Do’s and Don‘ts“ im Umgang miteinander. Sie entscheiden über die Motivation eines jungen Arbeitnehmers und letztlich auch über dessen Verbleib im Unternehmen. Auch die Authentizität eines Unternehmens ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Faktor.

Susanne Tattersall bestätigt, dass das Image und die unternehmerische Ausrichtung eine wichtige Rolle spielen: „Die Reputation unseres Unternehmens ist ein entscheidendes Kriterium. Wir verwalten für interessante Kunden interessante Immobilien. Und wir sind im besten Sinne Mittelstand. Wer sich bei uns im Unternehmen wirklich einbringt, kann sich entwickeln und es weit bringen – anders als vielleicht in einem Konzern mit starren Strukturen.“

Steigende Gehaltswünsche bei Immobilienstudenten

Ein zentrales Thema waren – natürlich – auch die steigenden Gehaltswünsche der Immobilienstudenten. Susanne Tattersall bestätigte einen Anstieg der Lohnvorstellungen um 30 Prozent: „Ein Bachelorabsolvent mit einem zweijährigen Studium startet deutlich unter 40.000 Euro. Bei einem Masterabsolventen kann ich schon eher verstehen, wenn er in Richtung 50.000 Euro schaut. Dann kommt es auf die Region an. In Berlin sind die Gehälter am niedrigsten, im Süden am höchsten, Frankfurt, Düsseldorf oder Hamburg liegen dazwischen“. Wie viel Arbeitgeber dann aber tatsächlich bereit sind, zu zahlen, ist vom Einzelfall abhängig: Hier spielen Faktoren wie Abschlussnoten, Praktika und der persönliche Eindruck eine wichtige Rolle.

Erfahrung schon in der Ausbildung gewinnen

Wie wichtig es ist, junge Menschen für das Unternehmen zu begeistern, betont auch Dr. Reinhard Kutscher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate GmbH: „Es ist entscheidend für eine langfristige Bindung, junge Menschen direkt nach der Ausbildung oder dem Studium an das Unternehmen zu binden. Doch Führungskräfte wünschen sich oft erfahrene Leute – was ein Widerspruch ist, denn Berufseinsteiger müssen sich erst noch beweisen. Ein guter Ansatz ist aus meiner Sicht eine interdisziplinäre und duale Ausbildung, wie sie beispielsweise die HSBH Hochschule anbietet. So arbeiten junge Menschen schon neben dem Studium in den Unternehmen, lernen diese kennen und eine nachhaltige Bindung kann sich somit schon in der Ausbildung entwickeln. Ein Gewinn für beide Seiten.“

Klar ist, dass sich die Ansprüche des Nachwuchses in der Immobilienbranche verändert haben. Zwar ist der Lohn weiterhin ein relevantes Kriterium, allerdings nehmen inzwischen auch die Unternehmenskultur, transparente Gehälter und flexible Arbeitszeiten eine zunehmend wichtige Rolle für junge Arbeitnehmer ein. Eine Entwicklung, auf die die Branche sich in vielen Bereichen noch einstellen muss. Denn nur so kann es gelingen, Young Professionals zu gewinnen und dauerhaft an das Unternehmen zu binden. (ak)