Neuer Verein „Wirtschaft kann Kinder“ unterstützt Straßenkinder in Zeiten der Corona-Krise mit 300.000 Euro

Der von Unternehmer Christoph Gröner und Professor Dr. Rüdiger Grube neu gegründete Verein „Wirtschaft kann Kinder“ hat seine erste Hilfsaktion gestartet und Spenden in Höhe von 300.000 Euro für die Off Road Kids Stiftung eingesammelt. Die Off Road Kids Stiftung wurde zur Integration von Straßenkindern, Minderjährigen und jungen Erwachsenen mit geringem oder fehlendem familiären Halt in der Gesellschaft gegründet. Neben der Hilfe in akuten Notlagen von Straßenkindern und jungen Obdachlosen sollen die Stiftungsgelder dazu beitragen, dass sich die Situation von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen langfristig verbessert.

Spendensammeln in der Pandemie

Der Verein „Wirtschaft kann Kinder“ hatte bereits für Ende März zu einer großen Charity-Gala unter der Schirmherrschaft von First Lady Elke Büdenbender in Hamburg eingeladen – mit dem Ziel, möglichst viele Spendengelder für Off Road Kids zu sammeln. Aufgrund der Corona-Krise muss die Veranstaltung jedoch auf den 30. Oktober 2020 verschoben werden. Dennoch benötigt die Stiftung gerade in der aktuellen Pandemiesituation dringend Unterstützung, sodass der kürzlich gegründete Verein „Wirtschaft kann Kinder“ schon jetzt aktiv wurde und eine eindrucksvolle Spendensumme organisieren konnte.

Zukunftschancen von benachteiligten Kindern und Jugendlichen

Zu den maßgeblichen Spendern gehören die Unternehmen allmyhomes GmbH (Florian Frey, 25.000 Euro), AWR Abbruch GmbH (Ilmy Viqa, 25.000 Euro), WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH (Wolfgang von Moers, 25.000 Euro), ein Schweizer Unternehmer (100.000 Euro), verschiedene kleine Spenden zur Charity Gala (25.000 Euro) sowie die Gröner Unternehmensgruppe GmbH (100.000 Euro) von Christoph Gröner, der erneut beweist, welchen Stellenwert die Zukunftschancen von benachteiligten Kindern und Jugendlichen für ihn haben.

 

„Off Road Kids ist eine Stiftung mit einem wichtigen Anliegen, die sich großartig für Kinder und Jugendliche einsetzt, die auf der Straße oder in schwierigen Verhältnissen leben“, sagt Christoph Gröner, Gründungsmitglied von „Wirtschaft kann Kinder“. „Durch die Corona-Krise steht diese Stiftung nun an einem kritischen Punkt, da die Pandemie uns alle schwer trifft und das Leid von Kindern und Jugendlichen auf der Straße aus dem Fokus geraten ist. Dabei sind diese in besonderem Maße von der Krise betroffen und benötigen dringend unsere Unterstützung.“

Situation ist in der Coronakrise dramatisch

Markus Seidel, Vorstandssprecher der Off Road Kids Stiftung, beschreibt die dramatische Situation: „Durch die derzeitige Kontaktsperre und das engere Zusammenleben der Familien erwarten wir in Kürze einen Anstieg von jungen Menschen, die schon fast oder ganz von zu Hause rausgeflogen sind. Daher ist es dringend erforderlich, unsere Beratungsangebote auszubauen. Aber seit Beginn der Corona-Krise ist unser Spendenaufkommen komplett eingebrochen. Das Netzwerk und die Initiative von Christoph Gröner und Dr. Rüdiger Grube versetzen uns in die Lage, unsere Beratungsangebote nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern sogar auszubauen. Das ist wichtig, denn so können wir den von Obdachlosigkeit bedrohten jungen Menschen in Deutschland ungebremst dabei helfen, dauerhafte Zukunftsperspektiven zu finden.“

Streetwork-Stationen in Berlin, Dortmund, Frankfurt, Hamburg und Köln

Alle 30 Streetworker und Sozialarbeiter der Off Road Kids Stiftung werden während der Corona-Krise auch als Online-Berater der digitalen Streetwork-Station sofahopper.de eingesetzt. „Schnelle Erreichbarkeit und rasche Hilfe sind gerade in der jetzigen Situation enorm wichtig. Wir sind „Wirtschaft kann Kinder“ sehr dankbar für die unkomplizierte und schnelle Unterstützung. Junge Menschen sollten in der Corona-Krise auf keinen Fall obdachlos werden, denn das ist jetzt noch gefährlicher als sonst.“ Die Off Road Kids Stiftung betreibt Streetwork-Stationen in den Ballungsgebieten Berlin, Dortmund, Frankfurt, Hamburg und Köln. Mit sofahopper.de hat „Off Road Kids“ das einzige bundesweit verfügbare Online-Beratungsangebot für junge Menschen geschaffen, denen Obdachlosigkeit droht. Allein im letzten Jahr wurden 1.400 relevante Hilferufe online entgegengenommen. Ziel ist es, die Lebenssituation der verzweifelten jungen Menschen so früh wie möglich zu stabilisieren und gemeinsam dauerhafte Lebensperspektiven zu erarbeiten. Das ist den Streetworker seit 1993 schon mehr als 6.000-mal erfolgreich gelungen.

Förderung aus der Wirtschaft für eine außergewöhnliche Stiftung

Professor Dr. Rüdiger Grube, Vorstand des Vereins „Wirtschaft kann Kinder“ und zugleich Kuratoriumsvorsitzender der Off Road Kids Stiftung, ergänzt: „Gerade dieser aus der Pandemie erwachsenden Problematik gilt es mit dem Angebot sofahopper.de effektiv entgegen zu treten. Als ehemaliger Bahn-Chef habe ich mit der Deutschen Bahn viele Jahre lang die Off Road Kids unterstützt und tue dies aus Überzeugung bis heute auch als Privatmensch. Es freut mich besonders, meinen Freund Christoph Gröner für die Förderung dieser außergewöhnlichen Stiftung gewonnen zu haben und Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen.“ (red)

Berlins Investitionsbank IBB arbeitet unter Hochdruck: Fördergelder fließen bereits

Unternehmen und Solo-Selbständige in Berlin, die von Corona-bedingten Wirtschaftseinbußen betroffen sind, können seit vorletzter Woche Landeshilfsmittel bei der Investitionsbank Berlin (IBB) beantragen. Die ersten Gelder überwies die IBB bereits am Freitag.

IBB zahlt bereits die ersten Fördermittel aus

Das COVID-19-Virus hält seit mehr als zwei Wochen die Regierung in Atem. Denn der Senat ist genötigt gleich auf mehreren Ebenen in Form von Beschlüssen und Fördermitteln einzugreifen, um die Pandemie in der Hauptstadt in den Griff zu bekommen. So muss sie in Krankenhäusern die Kapazitäten der Intensivstationen aufrüsten, dafür sorgen, dass die Bürger möglichst wenig körperlichen Kontakt haben und wirtschaftliche Folgen soweit eindämmen, dass keine Massenarmut entsteht. Keine leichte Aufgabe für die Abgeordneten Berlins.

Doch langsam scheinen die Bemühungen zu fruchten. Zusammen mit der IBB stellte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop in den vergangenen Tagen millionenschwere Soforthilfen für Unternehmen auf die Beine, die nun seit Freitag auf den Konten der Antragsteller eingehen. So überwies die IBB am Freitag die ersten 110 Zuschüsse für Solo-Selbständige und kleinere Betriebe bis 10 Mitarbeiter. Diese bekamen im Durchschnitt etwa 9.000 Euro, die vom Bund und Land zur Verfügung gestellt wurden. Die IBB hätte bereits mehr Anträge bearbeitet, aber ein Datenschutzproblems störte am Freitag den Prozess. Dieses Problem sei nun gelöst und man könne heute weiterarbeiten, teilte die IBB mit. Zudem berichtete Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz, dass genug Geld vorhanden sei.

Ansturm auf die Fördermittel enorm

„Wir haben bisher 836 vollständig eingereichte Anträge mit einem beantragten Volumen von 152 Millionen Euro erhalten. Damit erreichen wir innerhalb einer Woche das Kreditvolumen, das wir sonst innerhalb eines halben Jahres erzielen“, erklärte Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des IBB-Vorstands. „In dieser außergewöhnlichen Situation, haben wir in der IBB alle Kräfte gebündelt, um diesen Ansturm zu bewältigen. Wir versuchen für die Berliner Unternehmen da zu sein und freuen uns, dass wir vielen mit Krediten helfen können.“

Problematischer erscheint die Lage des Rettungsfonds für größere Unternehmen. Ursprünglich beschloss der Senat eine Hilfe von 100 Millionen Euro anzubieten, welche er mit der Zeit auf 200 Millionen Euro aufstocken wollte. Nun zeichnet sich jedoch bereits ab, dass man allein für die bisher eingegangenen Anträge über 300 Millionen Euro benötigen wird. Daher verkündete die IBB, dass sie zunächst keine weiteren Anträge annehme und das weitere Vorgehen mit dem Senat abstimmen werde.

Auch Berliner Hausbanken müssen jetzt helfen

Da die Kapazität der IBB offensichtlich nicht ausreichen, um der Lage Herr zu werden, fordert Pop via Twitter auch die Berliner Hausbanken mit Hilfe des Bundes zu mehr Unterstützung auf: „Das Bundesgeld der KfW muss auch nach Berlin fließen, hier sind die Geschäfts- und Hausbanken gefragt! Diese Krise bewältigen wir nur gemeinsam – mit dem Bund, dem Land und allen Bankinstituten.“

Berliner helfen Berlinern

Allerdings kann eine Gesellschaft eine Krise nur bestmöglich überstehen, wenn alle mithelfen. Deshalb hat eine Gruppe von „Herzblut-Berlinern“, wie sie sich selbst nennen, jetzt die Non-Profit Aktion „Helfen.Berlin“ gestartet. Die Plattform bietet jedem die Möglichkeit seine Lieblingsbars, Clubs, Restaurants oder auch Theater zu unterstützen, die derzeit geschlossen bleiben müssen. Denn trotz der staatlichen Fördergelder fürchten viele dieser Betriebe um ihre Existenz. Damit die Berliner ihre Stammlokale auch nach der Corona-Krise wieder besuchen können, haben sie jetzt die Chance Gutscheine zu kaufen, die sie bei der Wiedereröffnung einlösen können. (aak)

Unternehmen zeigen Solidarität in der Corona-Krise

Corona hat die Welt fest im Griff. Krisenzeiten wie diese sind immer beängstigend, schaffen Verunsicherung und stellen altbekannte Muster auf den Prüfstand. Aber sie bringen auch häufig das Beste im Menschen zum Vorschein. In der Corona-Krise entsteht eine umfassende Solidarität zwischen den Menschen. So kann man derzeit beobachten, wie Wirtschaftsunternehmen einen Beitrag leisten, um den Menschen bei der Bewältigung der Corona-Krise zur Seite zu stehen.

Solidarität in der Krise

Die Corona-Krise legt das öffentliche Leben nahezu komplett lahm, die Wirtschaft leidet. Die daraus entstehenden Folgen sind noch gar nicht absehbar. Jeden Tag gibt es neue Meldungen über die dramatischen Auswirkungen der notwendigen Einschränkungen. Die Ungewissheit über das Ende des Ausnahmezustands schürt weitere Ängste. Zahlreiche Unternehmen müssen trotz großangelegter Förderinitiativen des Staates um ihre Existenz fürchten.

Dennoch kann man etwas Positives in den Entwicklungen der letzten Wochen beobachten: Da generell jeder von der Krise betroffen ist, entsteht zurzeit eine vorher nicht dagewesene Solidarität zwischen den Bürgern. Junge Menschen gehen für ihre älteren Nachbarn einkaufen, Supermarktkassierer bekommen plötzlich Trinkgeld und das medizinische Pflegepersonal erhält endlich die langverdiente gesellschaftliche Anerkennung.

IHK Berlin: „Unternehmen helfen Unternehmen“

Aber nicht nur das, auch in der Welt der Wirtschaft entwickelt sich ein Gemeinschaftssinn. So startete etwa die Berliner Industrie und Handelskammer (IHK) vor kurzem das Projekt „Unternehmen helfen Unternehmen“, um Firmen eine Plattform zum Austausch zu geben. Die Idee ist folgende: Unternehmen können ihr Hilfsangebot inklusive Kontaktdaten auf der Website der IHK veröffentlicht, sodass hilfesuchende Betriebe sich direkt an die zuständigen Stellen wenden können. Beispielsweise bietet das Transportunternehmen SEMKE24 seine Leistungen an Hilfesuchende, wie die Feuerwehr oder die Katastrophenschutzorganisation THW, falls sie unter Fahrzeug- oder Personalmangel leiden. Es gibt aber auch Selbstständige, wie Clemens Zocher, der seine Dienstleitung als Fotograf kostenlos zur Verfügung stellt.

Hilfsangebote von allen Seiten

Zusätzlich ruft die IHK in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verbänden wie der DEHOGA Berlin und dem Unternehmensverband Berlin-Brandenburg zur Spende von Schutzausrüstung auf. Dadurch soll der Mangel an Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Einmalschutzhandschuhe in Kliniken und Arztpraxen bekämpft werden.

Die Düsseldorfer LEG-Immobilien-Gruppe spendete gemeinsam mit der Stiftung ‚Dein Zuhause hilft‘, 100 Boxen mit Spiel- und Beschäftigungsmaterial und stellte unter dem Motto „Gemeinsam durch die Corona-Krise“ ein 10-Punkte-Papier für Schutz und Absicherung von Kunden und Mitarbeitern vor.

Immoscout 24: Hilfsprogramm für Makler in Not

Immoscout24 startete vergangene Woche mit einem Hilfspaket ein Sofortprogramm, bestehend aus drei Maßnahmen: den gewerblichen Kunden wird ein Zahlungsaufschub von bis zu neun Monaten gewährt, private Anbieter können ab dem 27. März für einen Monat kostenlos inserieren und bestehenden Makler-Kunden hilft das Unternehmen nach der Krise mit zusätzlichen kostenlosen Mandaten.

Deutsche Wohnen: Umschichtung in Corona-Hilfsfonds

Die Deutsche Wohnen schlägt ihren Aktionären statt der gewohnten 65 Prozent der operativen Erträge (FFO) eine Quote von nur 60 Prozent vor. Mit dem gesparten Geld soll ein etwa 30 Millionen schwerer Corona-Hilfsfonds finanziert werden. Dieser kommt Mietern, Handwerkern und Dienstleistern des Konzerns zur Hilfe, die durch das Corona-Virus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.  „Wer gehen davon aus, dass unsere Aktionäre unserem Vorschlag zustimmen und ein starkes Signal der Unterstützung senden“, so Michael Zahn, CEO der Deutsche Wohnen.

Homeoffice-Offensive

Mit einem zweimonatigen kostenfreien Testzugang unterstützt das Datenmanagementunternehmen Evana die Immobilienbranche bei der Umstellung auf flexible Onlinelösungen für das Arbeiten von Zuhause. Auch für Bestandskunden des Proptechs gibt es Hilfe: sie müssen für zwei Monate keine Onboardingkosten für neue Objekte zahlen. „Die Anfragen, wie Unternehmen auf ihre Dokumente und Daten aus dem Homeoffice zugreifen können, haben in den vergangenen Tagen stark zugenommen“, erklärte Sascha Donner, Chief Innovation & Product Officer bei Evana. „Das betrifft vor allem die schnelle Migration von bestehenden Insellösungen.“

Verzicht auf Kündigungen

Wie bereits zahlreiche Immobilienunternehmen, unterstützt nun auch die Magdeburger Wohnungsgesellschaft Wobau ihre Mieter: Stundungen werden verlängert und Mieterhöhungen sowie fristlose Kündigungen für die Mieter der rund 19.500 Wohneinheiten ausgesetzt. Ebenfalls geschützt sind die mehr als 450 Wobau-Gewerbemieter in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, deren Geschäfte aufgrund des Corona-Virus geschlossen bleiben müssen. Eine vorbildliche Idee ist der Ausbau eines Nachbarschaftshilfe-Netzwerks, für das Wobau einen Flyer zum Ausdrucken zur Verfügung stellt.

Deutschlandweit zeigen sich Immobilienunternehmen solidarisch und nutzen ihre Möglichkeiten, um den Menschen unter die Arme zu greifen! Ein Segen für kleine Unternehmen oder Selbstständige, die in finanzielles Ungleichgewicht geraten sind, für Mieter und Mitarbeiter. In jedem Fall ein wichtiges Zeichen der Hoffnung in schwierigen Zeiten. Die Branche steht zusammen und verbreitet Optimismus, die Corona-Krise gemeinsam zu überstehen! (aak)

IBB Wohnungsmarktbericht 2019: Wie wohnt Berlin?

Die Bevölkerung Berlins wächst nach wie vor, auch wenn sich die die drastischen Zuwächse der vergangenen Jahre etwas abgeflacht haben. 2018 lebten in der Hauptstadt 3.644.826 Menschen. Das ist der höchste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg und ein Plus von 31.331 Menschen von 2017 auf 2018. So eines der Ergebnisse des aktuellen Wohnungsmarktberichts, der durch Bausenatorin Katrin Lompscher und IBB-Vorstand Dr. Jürgen Allerkamp vorgestellt wurde.

Berlin wächst kontinuierlich

Die steigende Bevölkerungszahl prägt demnach weiterhin die Lage am Berliner Wohnungsmarkt. Während das knappe Angebot an preisgünstigem Wohnraum vor wenigen Jahren noch ein Problem der Innenstadt darstellte, erstreckt es sich seit 2018 über das gesamte Stadtgebiet und teilweise auch über die Stadtgrenzen hinaus in das Berliner Umland. Dort wuchs die Bevölkerung von 2014 bis 2018 um 5,5 % und überstieg damit das Wachstum der Bundeshauptstadt (5,0 %).

Berlin reagiert auf den Nachfrageüberhang mit Wohnungsbau in steigenden Anzahlen. Die Baustatistik verzeichnete 2018 mit 16.706 fertiggestellten Wohnungen erneut einen Höchstwert innerhalb der letzten 20 Jahre (2017: 15.669, +6,6%). Betrachtet man die Bautätigkeit des Umlandes mit, wurden 2018 in der Hauptstadtregion 24.078 Wohnungen fertiggestellt. Doch das ist nicht genug, wie Dr. Jürgen Allerkamp festhält: „Obwohl sich die Bauintensität auf einem Rekordniveau befindet, fehlen weiterhin rund 145.000 Wohnungen in der Stadt, die durch weiteren Wohnungsbau entstehen müssen.“

Wir sprachen mit der Bausenatorin über Stadtentwicklung und Wohnungsbau in Berlin.

Bausenatorin Katrin Lompscher | Foto: Thomas Hedrich, Fotostudio Charlottenburg

Steigende Mieten sind die Folge

Die Folge sind weiterhin steigende Mieten und Kaufpreise. Eine zentrale Erkenntnis des Berichts ist, dass knapp 40 Prozent der Haushalte mehr als 30 Prozent ihres jeweiligen Nettoeinkommens für ihre Bruttokaltmiete aufwenden. Die besorgniserregende Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt sich hier überdeutlich, denn besonders hoch ist die Belastung für Haushalte, die ab 2015 ihre Wohnung bezogen haben. „Damit Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen durch diese Entwicklung nicht aus ihren Kiezen verdrängt werden, hat Berlin unter anderem den Milieuschutz stark ausgebaut und das Gesetz zur Einführung eines Mietendeckels beschlossen“, so Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen. „Dieses verbietet überhöhte Mieten und verschafft den Mieterinnen und Mietern in unserer Stadt eine Atempause. Der IBB Wohnungsmarktbericht 2019 zeigt uns damit erneut, wie notwendig die wohnungspolitischen Maßnahmen des Senats für alle Berlinerinnen und Berliner sind.“

2019 leichte Stagnation der Angebotsmieten 

Immerhin stagnieren die Angebotsmieten 2019 erstmalig. Berlinweit wurde eine mittlere Angebotsmiete von 10,45 EUR/m² aufgerufen, was einem Anstieg von lediglich 0,13 EUR/m² bzw. 1,3 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Jede zehnte Wohnung wurde für unter 7,00 EUR/m² (nettokalt) angeboten, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr gleichkam (2018: 9 %). Nahezu flächendeckend lagen die mittleren Angebotsmieten in der Innenstadt bei 12,00 EUR/m² und mehr. Im Gegensatz zu den Angebotsmieten verzeichneten sowohl die angebotenen Kaufpreise für Eigentumswohnungen als auch für Ein- und Zweifamilienhäuser weiterhin einen dynamischen Anstieg. Im Mittel wurden Eigentumswohnungen für 4.777 EUR/m² angeboten (2018: 4.200 EUR/m²). Die Verwirklichung eines Eigenheimes kostete 2019 im Durchschnitt 549.990 EUR (2018: 498.600 EUR). Erstmals gab es dabei keinen Unterschied mehr zwischen den angebotenen Kaufpreisen für Bestands- und Neubauobjekte.

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin | Foto: IBB

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin | Foto: IBB

„Berlin braucht weiter zusätzliche Wohnungen“, sagte Dr. Jürgen Allerkamp. „Diese müssen bedarfsgerecht und bezahlbar sein. Wir tun alles dafür, hier Voraussetzungen zu schaffen, um unter schwieriger werdenden Bedingungen Anreize zu setzen, damit unterschiedlichste Investoren hier ihren Beitrag leisten können. Das scheint angesichts der Corona-Epidemie etwas in den Hintergrund gerückt zu sein. Dennoch bleibt es eine zentrale Aufgabe für unsere Stadt, gerade wenn die Corona-Krise überstanden sein wird.“

Miet- und Singlehaushalte überwiegen im Wohnungsmarkt

Berlin ist nach wie vor eine Mieterstadt: Rund 83 Prozent der Menschen leben in der Hauptstadt zur Miete, mehr als die Hälfte der Menschen leben in Einzelhaushalte, gefolgt wird die Gruppe von Zweipersonenhaushalten, meist Alleinerziehende oder kinderlose Paare. Tatsächlich gibt gerade die erste Fraktion im Schnitt am meisten Gehalt für seine Miete aus: Etwa jeder zehnte Singlehaushalt zahlt 50 Prozent seines Bruttoeinkommens an seinen Vermieter.

Corona und Mietendeckel: Prognosen für 2020 sind unklar

Der Blick in die Zukunft ist derzeit ungewiss. Sicher ist bisher nur, dass die derzeitige Corona-Krise einen enormen Einfluss auf den Wohnungsmarkt der nächsten Zeit haben wird. Lompscher betonte jedoch, dass die Auswirkungen der Pandemie zurzeit noch nicht vorhersehbar sind und sie sich daher mit Spekulationen zurückhalten wolle. „Die Corona-Krise wird sicher eine Delle in der allgemeinen Entwicklung zur Folge haben. Wie stark diese Delle im Jahresschnitt dann tatsächlich ausfallen wird, das ist im Moment noch vollkommen unklar“, so die Senatorin. Auch der Einfluss des seit Februar 2020 gültigen Mietendeckels ist noch nicht abzusehen, dazu ist aktuell schlicht die Datenlage noch nicht ausreichend. Wird der gebeutelte Berliner Wohnungsmarkt durch die Corona-Pandemie weiter in die Krise stürzen? Fortsetzung folgt…(aak)

Berliner Senat beschließt Hochhaus-Leitbild

In der Hauptstadt soll es bald neue Regeln für den Hochhausbau geben. Zu diesem Zweck beschloss der rot-rot-grüne Senat Ende Februar sein Hochhaus-Leitbild. Mit den Richtlinien soll einerseits die Schaffung neuer Wohn- und Gewerbeflächen, andererseits aber auch die Konsensbildung zwischen Projektentwicklern und Anwohnern erleichtert werden.

Zusammensetzung des Leitbilds

Das Berliner Hochhaus-Leitbild beinhaltet Verfahrensgrundsätze für die Vorbereitung und Umsetzung von Hochhausprojekten, planerische Entscheidungsprinzipien und Vorschläge zur Einbeziehung der Öffentlichkeit. Damit will die Senatsverwaltung Standards für künftige Hochhausvorhaben im Land Berlin definieren, mit denen dringend benötigte Wohn- und Gewerbeflächen geschaffen, gleichzeitig aber auch Kieze, Grünanlagen und Kulturdenkmäler geschützt werden. Die Vorgaben betreffen ökologische, gestalterische, denkmalschutzbezogene, nutzungsspezifische und architektonische Aspekte.

Zu den weiterführenden Zielen der Leitlinien gehören:

–        die Stabilisierung städtischer Räume
–        die Eingrenzung von Bodenspekulationen
–        die Unterstützung der Stadtentwicklung

Immobilienexperte David Gramzow begrüßt den Vorstoß: „Bei dem anhaltend starken Zuzug und dem begrenzten Platzangebot muss Berlin einfach in die Höhe wachsen. Natürlich darf das nicht um jeden Preis geschehen. Es muss klare Regeln geben, die das Stadtbild mit seinen typischen Kiezen, aber auch Grünflächen und architektonische Denkmäler schützen. Von daher ist der Vorstoß der Senatsverwaltung absolut zu begrüßen.“

Zentrales Anliegen – gemischte Hochhausnutzung

Einen besonderen Stellenwert innerhalb der Vorgaben hat die gemischte Nutzung von Hochhäusern. So dürfen bei Gebäuden mit einer Höhe von mehr als 60 Metern nur 70 Prozent der Flächen für Büros oder Hotels zur Verfügung gestellt werden.  Für den Rest ist eine anderweitige Nutzung vorzusehen, beispielsweise als Wohnraum.

Darüber hinaus müssen Erdgeschosse und Dachterrassen der Häuser öffentlich zugänglich sein. Denkbar sind hier unter anderem Nutzungskonzepte für Geschäfte und Cafés.

Einen Überblick über die neuen Leitlinien finden Sie auf der Webseite der Berliner Senatsverwaltung.

Einschränkungen beim Hochhausbau

Damit der Hochhausbau sich nicht negativ auf die Lebensqualität der Anwohner und auf typische Berliner Strukturmerkmale wie die abwechslungsreichen Kieze auswirkt, umfassen die Leitlinien eine Reihe von Einschränkungen.

Diese beziehen sich auf den Denkmalschutz, städtebauliche Eigenarten, Naturschutzgebiete, den Flächennutzungsplan, die Verkehrsanbindung und den Zentrumsbezug.

So ist ein Hochhausbau etwa dann ausgeschlossen, wenn das geplante Gebäude Eigenart und Erscheinungsbild von Denkmälern wesentlich beeinträchtigen würde. Untersagt ist er weiterhin in Einfamilienhaus-Siedlungen und Naturschutzgebieten. Einen Überblick über sämtliche Standort- und Prüfkriterien finden Sie in dieser Broschüre der Berliner Senatsverwaltung.

In Kraft treten sollen die Leitlinien, sobald das Abgeordnetenhaus abschließend darüber befunden hat. (red)

Bund schützt Mieter bei Zahlungsunfähigkeit

Ein Ende der Corona-Krise ist noch lange nicht in Sicht und viele Bürger wissen schon jetzt nicht, wie sie ihre Miete zahlen sollen. Am Wochenende erarbeitete der Bund ein Gesetz, welches zahlungsunfähige Mieter vor dem Wohnungsverlust schützt, wenn die Leistungslücke nachweislich durch das Virus entsteht.

Mieter können, wenn notwendig, auch nachzahlen

Die Krise spitzt sich weiter zu. Die Regierung beschloss am Wochenende, alle nicht lebensdienlichen Geschäfte zu schließen und setzte ein bundesweites Kontaktverbot durch. Wie groß die wirtschaftlichen Verluste werden, weiß aktuell niemand und mit der Ungewissheit kommt die Angst. Denn viele Bürger fürchten nicht nur um ihre Gesundheit, sondern sehen ihre gesamte Existenz bedroht.

Durch ein neues Gesetz möchte der Staat zu mindestens eine Sorge ihrer Staatsangehörigen lindern: Kann jemand zurzeit die Miete für seine Wohnung nicht zahlen, darf der Vermieter den Vertrag nicht kündigen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Corona-Epidemie nachweislich der Grund für das Zahlungsunvermögen ist. Zudem ist der Mieter angewiesen Unterstützung in Form von Wohngeld beim Staat zu beantragen. Damit die wirtschaftlichen Bürden nicht auf den Vermieter abgewälzt werden, verabschiedete die Regierung eine weitere Regelung. So darf auch ein Kreditinstitut seinen Vertrag nicht auflösen, wenn ein Vermieter seinen Darlehn nicht zahlen kann. Allerdings handelt es bei den Regelungen für Vermieter und Mieter nicht um Erlässe, sondern lediglich um Aufschübe der Zahlungen. Die Ausnahmeregelungen gelten vorübergehend für drei Monate ab dem 01. April. Ob eine Verlängerung notwendig ist, bleibt abzuwarten.

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen BFW zeigt sich zufrieden mit dem heutigen Ergebnis. „Auf der Grundlage der Kabinettsbeschlüsse können wir den betroffenen Mietern zielgenau zu helfen, ohne das wirtschaftliche Risiko allein auf den Vermieter zu übertragen und eine wirtschaftliche Kettenreaktion auszulösen. Auch den Mieter geben die Beschlüsse die notwendige Orientierung, wie und wo sie bei Einkommensausfällen, die sich auf die Mietzahlung auswirken, vorgehen müssen“, resümierte Andreas Ibel, Präsident der BFW. „Der Kabinettsbeschluss bietet mit diesem ersten Schritt gute rechtliche Voraussetzungen für Mieter und Vermieter, die Krise zu schultern. Um die wirtschaftlichen Folgen für die Unternehmen müssen sich jetzt in enger Abstimmung die Bundesministerien für Wirtschaft und Finanzen kümmern!“

Berliner Senat rettet seine Unternehmen vor der Insolvenz

Berlin hat in den vergangenen Tagen bereits viel getan, um seine Bewohner vor einem wirtschaftlichen Ruin zu bewahren. Neben einer Soforthilfe für Clubs, Bars und Restaurants unterstützt der Senat auch Solokünstler und Freiberufler durch monetäre Hilfsmittel. (aak)

Führungswechsel in der CG Gruppe: Christoph Gröner geht in den Aufsichtsrat

Die CG Gruppe gehört zu den größten Wohnungsentwicklern der Republik. Das Unternehmen wurde vor mehr als 25 Jahren von Christoph Gröner gegründet und seitdem erfolgreich durch den Vollblutunternehmer geführt. Zukünftig wird die CG Gruppe jedoch als Consus RE AG firmieren. Christoph Gröner verlässt den Vorstand und wechselt in den Aufsichtsrat der CG Gruppe. Als Gründer und einer der Hauptaktionäre der CG Gruppe wird er der Gesellschaft auch zukünftig eng verbunden bleiben.

Jens Jäpel ist neuer CEO der Census RE AG

Jens Jäpel ist neuer CEO der Consus RE AG | Foto: Census RE AG

Jens Jäpel wird neuer CEO der Consus RE AG

Jens Jäpel wird mit sofortiger Wirkung zum Vorstandsvorsitzenden (Chief Executive Officer, CEO) der CG Gruppe AG („CG Gruppe“) ernannt. Bisher war Jens Jäpel als Generalbevollmächtigter der Consus Real Estate AG und Verwaltungsrat der Consus Swiss Finance AG tätig und verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich Development. Jens Jäpel wird als neuer CEO von Jürgen Kutz (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) weiterhin als Chief Operating Officer (COO) sowie Theodorus Gorens, Chief Financial Officer (CFO), unterstützt.

Optimale Nutzung von Synergieeffekten im Konzern

Die CG Gruppe ist seit 2017 eine Tochtergesellschaft der Consus und damit Teil des größten Immobilienentwicklers Deutschlands. Consus wird in Zukunft mehr Verantwortung im operativen Geschäft seiner Tochtergesellschaft übernehmen. Dadurch werden Synergien innerhalb des Gesamtkonzerns optimal genutzt und erweitert sowie der langfristige und nachhaltige Erfolg der Gruppe weiter ausgebaut.

Andreas Steyer, Vorsitzender des Aufsichtsrates der CG Gruppe, sagt: „Wir danken dem Unternehmer Christoph Gröner für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie sein hohes persönliches Engagement bei der Weiterentwicklung der CG Gruppe hin zu einem der bundesweit führenden Projektentwickler. Wir freuen uns darüber, dass er dem Unternehmen weiter verbunden bleibt.“

Kerngeschäft bleibt unverändert

„Immobilien sind mehr als nur Produkte – mit ihnen verbindet sich eine Weltanschauung“, so das Credo von Christoph Gröner, der die seine Initialen repräsentierende Marke „CG“ behält.

Die Umfirmierung ist ein weiterer konsequenter Schritt der Integration innerhalb des Gesamtkonzerns. Das Kerngeschäft in den Segmenten Entwicklung und Bau bleibt im Wesentlichen unverändert. Der Fokus liegt auch in Zukunft auf der Entwicklung von dringend benötigten Wohnimmobilien in Ballungszentren und ganzheitlichen Quartieren in den großen deutschen Städten. Dabei soll auch der Bestand des Gesamtkonzerns an der Wertschöpfung – Neubau von Wohnimmobilien – erheblich partizipieren („Build and Hold“ Konzept). (red)

Immobilienprofi Lars Schriewer ist neuer Alleinvorstand von Accentro

Führungswechsel bei einem der marktführenden Wohnungsprivatisierer Deutschland: Accentro Real Estate wird künftig nicht mehr von Jacopo Mingazzini geführt. Der bisherige Alleinvorstand verlässt das in der Hauptstadt beheimatete Unternehmen, da er sich anderen Aufgaben zuwenden wolle. Nach einer cooling-off-Periode soll Mingazzini in zwei Jahren in den Aufsichtsrat gewählt werden. Mingazzini war acht Jahre, seit März 2012, das einzige Vorstandsmitglied der Gesellschaft.

Immobilienprofi Lars Schriewer ist zukünftiger Alleinvorstand

Neuer Alleinvorstand wird Lars Schriewer. Der erfahrene Real Estate- und Kommunikationsprofi ist Gesellschafter der Anden Beteiligungs GmbH und war vorher unter anderem bei der Schweizer SSN Group als Vice President Communications & Investor Relations sowie bei den Wohnungsgesellschaften Vivacon (Direktor Kommunikation) und Westgrund beschäftigt. Die SSN Group entwickelte in der Hauptstadt das Quartier Bundesallee, zukünftiger Sitz der Berliner Volksbank, das Franklin-Haus in Charlottenburg und THE WILHELM in Berlin-Mitte. 2019 wurde das Unternehmen durch die Consus AG übernommen.

Bundesweiter Marktführer in der Wohnungsprivatisierung

Die ACCENTRO Real Estate AG ist marktführend in der Wohnungsprivatisierung in Deutschland. Neben dem Heimatmarkt Berlin konzentriert sich das Unternehmen auf aussichtsreiche Metropolregionen wie Hamburg, Rhein-Ruhr, das Rhein-Main-Gebiet, Leipzig. Erst kürzlich baute der Immobilienkonzern  sein Engagement in Berlin aus und erwarb 115 Wohneinheiten mit einer nicht näher bezifferten Gesamtfläche für einen Preis von 23,9 Millionen Euro. Zuvor wurden in weiteren Transaktionen in der Hauptstadtregion 113 Einheiten für insgesamt 16,35 Millionen Euro beurkundet. Darüber hinaus wird das Portfolio im Laufe der ersten Jahreshälfte 2020 um weitere Objekte im Wert von 7 Millionen Euro in Köln, Bonn und Krefeld ergänzt.

Im Geschäftsbereich Privatisierung verkauft ACCENTRO Wohnungen aus dem eigenen Bestand an Eigennutzer und Kapitalanleger oder – zusammengefasst als Portfolios – an institutionelle Investoren. Im Geschäftsbereich Services & Ventures vermarktet ACCENTRO Wohnungen für Investoren und Projektentwickler – auch im Rahmen von Beteiligungen an Joint Ventures. (red)

 

Berliner Senat plant COVID-19-Krankenhaus

Die Corona-Pandemie breitet sich weiter aus und fast stündlich werden neue Maßnahmen getroffen, um dies zu verhindern – Clubs, Theater und Sportstätten bleiben geschlossen. Den Ernst der Lage verdeutlichen auch die neusten Bemühungen zur Eindämmung des Virus des Berliner Senats. Ein neues Krankenhaus für Corona-Patienten soll auf dem Messegelände entstehen.

Oberste Priorität: Engpässe vermeiden

Der Berliner Senat geht den Forderungen der Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci nach und plant ein COVID-19-Krankenhaus, welches bis zu 1.000 Patienten beherbergen kann. Mit Hilfe der Bundeswehr und weiteren Partnern entsteht das Hospital voraussichtlich auf dem Berliner Messegelände. „Diese Maßnahme ist eine Ergänzung zu der gut aufgestellten Berliner Krankenhauslandschaft, um möglichen Engpässen zu begegnen.“, betont Kalayci. Wann genau die zusätzlichen Kapazitäten verfügbar sind, ist jedoch noch unklar.

Berlins Krankenhäuser rüsten auf

Da der Senat den Höhepunkt der Ausbreitung des Virus noch erwartet, sind weitere Maßnahmen in Planung. Die Berliner Notfalleinrichtungen werden in drei Versorgungsstufen eingeordnet. So werden zukünftig Patienten je nach Schweregrad ihrer Erkrankung in der dafür vorgesehenen Einrichtung behandelt. Hinter der Arbeitsteilung steht die Hoffnung, dass Mediziner somit maximal effizient agieren können. Gleichzeitig sind die Hospitäler angewiesen ihre Kapazitäten in den Intensivstationen aufzustocken. Insbesondere für hinreichende Beatmungsgeräte sollen die Zuständigen Sorge tragen. Aber nicht nur das – der Senat fordert die Krankenhäuser zudem auf, medizinische Behandlungen, die nicht dringend notwendig sind, zu verschieben. Dadurch können sich die Ärzte verstärkt auf die COVID-19-Patienten fokussieren.

Corona hält Deutschland fest im Griff

Aktuell gibt 9.919 bestätigte Corona-Infizierte in Deutschland, 383 von ihnen leben in Berlin. Mit drastischen Maßnahmen versucht die Regierung die Ausbreitung des Virus zu entschleunigen. Daher finden immer mehr Restriktionen des öffentlichen Lebens statt. Bars, Clubs, Kinos, Kitas und Schulen hat der Berliner Senat bereits geschlossen. Auch in den Nachbarländern der Republik sieht es nicht besser aus, teilweise sogar schlimmer: Erst vor zwei Tagen verordnete der französische Präsident Macron eine Ausgangssperre, die gestern in Kraft getreten ist. Ob die deutsche Regierung diesen radikalen Schritt ebenfalls für notwendig empfindet, bleibt abzuwarten. (aak)

Parley For The Oceans – Surfboard-Art gegen Plastik um Meer

Unmengen an Plastikmüll landen jeden Tag in den Ozeanen und belasten das Ökosystem samt seiner Meeresbewohner und zahlreichen Biotope. Kunst ist eine Möglichkeit, mit kreativer Symbolik ein Bewusstsein für die Verschmutzung der Ozeane zu schaffen, wie ein aktuelles Projekt der bedeutendsten deutschen Gegenwartskünstlerin Katharina Grosse zeigt. die für ihre raumfüllenden Sprayarbeiten bekannte Freiburgerin hat für Parley For The Oceans Surfboards farblich bearbeitet, um auf die Umweltschutzinitiative aufmerksam zu machen.

Umweltfreundliche Wellenreiter von Katharina Grosse

Die Arbeiten der international gefeierten und in Berlin lebenden Künstlerin werden inzwischen auf der ganzen Welt, unter anderem in der Schweiz, Frankreich, China und den USA, ausgestellt. Dabei hat sich Katharina Grosse besonders durch ihre abstrakten Arbeiten einen Namen gemacht. Für ihr aktuelles Projekt, das in Zusammenarbeit mit Parley For The Oceans entstanden ist, hat sie 20 Surfboards entworfen, um symbolisch ein Zeichen gegen die Verschmutzung der Weltmeere zu setzen. Kein Werk gleicht dem anderen. Alle Exponate ahmen in ihrer Farbigkeit und Dynamik die Bewegung der Wellen nach und tragen sichtbar die Handschrift der Künstlerin. Zudem sind ihre kreativen Interpretationen der Weltmeere, festgehalten auf nachhaltig erwirtschaftetem Holz, Harz und Glasfaserstoff, nicht nur gelungene Kunstwerke und eine Hommage an die Ozeane, sondern unterstützen auch einen guten Zweck. Denn die Erlöse der verkauften Surfboards gehen alle an das Parley Global Cleanup Network.

Parley For The Oceans – im Kampf gegen die Verschmutzung der Meere

Hinter dem Netzwerk Parley Global Cleanup Network, einem Zusammenschluss von Organisationen, die Plastikmüll von Stränden und aus Flüssen entfernen, steckt die Umweltorganisation Parley For The Oceans. Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 setzt sich die Initiative für den Schutz der Meere vor Plastikmüll ein. Durch Aufklärung und Bildung, direkte Maßnahmen, ökologische Innovationen und Forschung soll gegen die Verschmutzung der Ozeane vorgegangen werden, die nicht nur die Vielfalt der Meerestiere bedroht, sondern auch zunehmend die Gesundheit von Konsumenten des Fischhandels gefährdet.

Parley For The Oceans-Gründer Cyrill Gutsch hat die ernstzunehmende Entwicklung der Meeresverschmutzung treffend zusammengefasst: „We are at war with the oceans. If we win, we lose it all.” Glaubt man aktuellen wissenschaftlichen Studien, bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit, die Ozeane zu retten. Umweltforscher gehen davon aus, dass bis 2025 alle Korallenriffe verschwunden sein werden und Meereslebewesen in den nächsten Jahrzehnten ein Massensterben droht. Allerdings scheint es trotz aktueller politischer Bemühungen schwierig, die Verschmutzung der Ozeane einzudämmen. So befinden sich Schätzungen von Parley for the Oceans zufolge bereits 250.000 Tonnen Plastik im Meer – Tendenz steigend.

Gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Ozeane leisten

Um ihrem erklärten Ziel, der Rettung der Meere, näher zu kommen, arbeitet die Umweltorganisation mit zahlreichen Unternehmen, Marken, Künstlern und Wissenschaftlern zusammen. So kooperiert Parley For The Oceans nicht nur mit Katharina Grosse, sondern auch mit den Malediven, den Vereinten Nationen und seit 2015 auch mit adidas. Gemeinsam mit dem Modelabel entwickelt die Organisation zum Beispiel Sportbekleidung aus recycelten Plastikabfällen und Netzen aus dem Meer. Die aktuelle Kooperation mit der deutschen Künstlerin präsentiert die Kunstwerke in New York und Berlin. Auf einer Künstlerdiskussion in der Galerie König mit Grosse und dem Bestsellerautor Frank Schätzing (Der Schwarm) wurden die Boards in Berlin vorgestellt und – kein Wunder – auch schnell verkauft. (sz)

Die BERLINboxx unterstützt die Umwelt Organisation Parley For The Oceans mit verschiedenen Aktionen im Jahr 2020.