Girls‘ Day 2020 – das Berufsorientierungsprojekt für Mädchen findet wieder statt

Am 26. März ist es soweit – zum 20. Mal findet der Mädchenzukunftstag statt, um dem weiblichen Nachwuchs interessante Einblicke in ihre Studien- und Berufsmöglichkeiten zu geben – ganz frei von Geschlechterklischees. Wieder sind Sie mit Ihrem Unternehmen und Verband dazu aufgerufen, an dem bundesweiten Girls’ Day teilzunehmen und Schülerinnen ab der fünften Klasse neue Perspektiven für ihre berufliche Zukunft zu eröffnen – vom Bauingenieurswesen bis hin zur Industriemechanik.

Mädchen und Technik? Auf jeden Fall!

Aber auch obwohl Mädchen sich zunehmend für MINT-Fächer interessieren, sind Frauen im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen immer noch unterrepräsentiert. Mit dem Mädchenzukunftstag sollen Mädchen ungeahnte Talente für sich entdecken und möglicherweise sogar schon wichtige Kontakte knüpfen.

Projekt mit Erfolg

Bereits im Jahr 2001 startete der Girls‘ Day deutschlandweit und hat inzwischen schon fast zwei Millionen teilnehmende Mädchen erreicht. Allein am Mädchenzukunftstag im vergangenen Jahr waren rund 130.000 Schülerinnen dabei. Für Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ein großer Erfolg: „Mädchen begeistern sich für Zukunftsberufe, ganz gleich ob im Handwerk, in der IT oder im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Der Mädchen-Zukunftstag ist ein Turbo für MINT-Berufe.“

Wie der Rückblick auf die vergangenen Jahre zeigt, hat der Tag auch positive Auswirkungen auf die teilnehmenden Unternehmen. So konnten sie nicht nur ihr Image verbessern, sondern auch Kontakte mit potenziellen zukünftigen Arbeitnehmerinnen herstellen. Außerdem belegte die Studie „Girls’Day und Boys’Day – klischeefreie Berufsorientierung, die wirkt!“, dass über 25 Prozent der Unternehmen ehemalige Teilnehmerinnen des Girls‘ Days als Praktikantin oder Auszubildende einstellten. (sz)


Aufruf an Organisationen, Betriebe und Hochschulen

Am 26. März 2020 findet wieder deutschlandweit der Girls‘ Day für Mädchen ab der 5. Klassenstufe statt. Wie bereits in den vergangenen Jahren übernimmt der Bezirksbürgermeister von Reinickendorf Frank Balzer die Schirmherrschaft.

Tragen Sie Ihr Angebot kostenlos in die Aktionslandkarte unter www.girls-day.de

Interessierte Mädchen, Eltern und Lehrkräfte nutzen diese Plattform zur Aktionssuche und Kontaktaufnahme.

Die Besuche der Mädchen werden ca. drei bis vier Stunden Zeit in Anspruch nehmen.

 

Neue Pläne für Karstadt am Hermannplatz

Über die Neubaupläne des österreichischen Immobilien- und Handelsunternehmens SIGNA Holding GmbH für das Karstadt am Hermannplatz wird seit einiger Zeit stark diskutiert. Bereits im August letzten Jahres hatte der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt, der sich gerade den Vorwürfen der Aktenmanipulation stellen muss, die Pläne des Immobilienunternehmens abgelehnt: „Ich bedauere, dem Vorhabenträger keine besseren Nachrichten überbringen zu können und bedanke mich das Engagement der SIGNA GmbH und dem Büro Chipperfield.“

Nun scheint es so, als wolle die SIGNA-Gruppe, die Galeria Karstadt Kaufhof im Juni 2019 komplett übernommen hatte, dem Bezirk entgegenkommen. Wie die Berliner Morgenpost berichtete, seien die von Kritikern befürchteten Luxuswohnungen und Hotels des Unternehmens doch nicht geplant.

Initiative Hermannplatz: „Wir nehmen uns das Recht auf Stadt“

Doch die Bedenken gegen das Projekt sind noch nicht aus dem Weg geräumt. Noch immer gibt es deutliche Gegenstimmen, auch von Seiten der Bevölkerung. Am heutigen Dienstag sind daher als Reaktion auf die Präsentation der Umbaupläne des Immobilienunternehmens im Neuköllner Stadtentwicklungsausschuss Gegendemonstrationen zu erwarten.

So hat die Initiative Hermannplatz, die sich für den Erhalt des Gebäudes in seiner jetzigen Form ausspricht, eine Kundgebung im Rathaus Neukölln geplant. Die Kritiker des Großprojekts von SIGNA befürchten lang andauernde Bauarbeiten, den Verlust von Arbeitsplätzen und eine drohende Immobilienblase. Außerdem üben sie auch Kritik an der CDU, die ebenfalls heute ihren Antrag „Neukölln unterstützt das Neubauvorhaben von Karstadt am Hermannplatz“ vorstellt: „Die CDU meint, über unsere Köpfe hinweg beschließen zu können, dass ‚Neukölln’ das Bauvorhaben von SIGNA unterstützt. Sie vertritt damit ausschließlich die Interessen des Immobilienkonzerns und handelt frontal gegen die Interessen der Neuköllner*innen“, so ein Mitglied der Initiative.

Mischquartier zum Wohnen und Arbeiten

Geht es nach den Projektentwicklern von SIGNA, soll die 1929 gebaute Warenhausimmobilie an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln zu einem Mischquartier umgebaut werden. In dem rund 72.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex sind unter anderem Büros, Wohnungen und soziale Einrichtungen geplant. Außerdem sollen eine große Markthalle und eine öffentlich zugängliche Dachterrasse entstehen, um die Lebensqualität des Kiezes zu steigern.

Die Baupläne orientieren sich dabei an den Ursprüngen des Gebäudes in den 1920er Jahren. Damals konnte man in „Europas modernstem Warenhaus“ nicht nur Einkäufe tätigen, sondern auf der großzügigen Dachterrasse auch Essen gehen oder tanzen. In der Ausstellung „90 Jahre Karstadt am Hermannplatz“, die bereits im September letzten Jahres eröffnete, können Interessierte die Entwicklung des Traditionsgebäudes von 1929 bis heute verfolgen.

Baustadtrat Schmidt will keinen „Monumentalbau“

Nach dem „Nein“ des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg im August 2019 hatte SIGNA noch im Oktober vergangenen Jahres ein Hoffest am Hermannplatz organisiert, um den öffentlichen Dialog zu fördern und die Kiezbewohner stärker am Projekt zu beteiligen. „Ein lebendiger Ort, an dem jeder willkommen ist – das ist unsere Vision für das neue Karstadt-Gebäude am Hermannplatz“, so Timo Herzberg, CEO von SIGNA Real Estate Germany.

Bisher sträubt sich Schmidt aber weiterhin gegen das Vorhaben des Immobilienunternehmens. In einer Stellungnahme des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg im August 2019 begründete er die Absage unter anderem mit der aus seiner Sicht nicht angemessenen „Reinszenierung“ des Gebäudes als Shoppingcenter. Außerdem befürchte er zu hohen Mieten durch die kostenintensive Umstrukturierung des Gebäudes, das historisch für die Stadt bedeutsam ist. (sz)

 

„100 Jahre (Groß-)Berlin“ – eine Stadt der Chancen

Vor genau 100 Jahren wurde mit der Gründung von „Groß-Berlin“ ein bedeutender Grundstein für die deutsche Hauptstadt, wie wir sie heute kennen, geschaffen. Anlässlich des Jubiläums präsentierte der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, heute mit weiteren Akteurinnen und Akteuren der Initiative „100 Jahre (Groß-)Berlin“ im Roten Rathaus ein vielseitiges Programm für das Jahr 2020. Müller blickte in seiner Rede in die Vergangenheit, würdigte bisherige Errungenschaften und zog Parallelen zu aktuellen Entwicklungen in der chancenreichen Hauptstadtregion.

Berlin als Impulsgeber – damals wie heute

100 Jahre (Groß-)Berlin

„Das Groß-Berlin-Gesetz ist der entscheidende historische Schritt zur Metropole Berlin gewesen“, so Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin. | Foto: BERLINboxx

Die Entwicklung der deutschen Metropole zur Millionenhauptstadt und wichtigem Standort für Wirtschaft und Wissenschaft sei laut dem Regierenden Bürgermeister vor allem dem ehemaligen Oberbürgermeister Adolf Wermuth zu verdanken. Er setzte 1920 die Reform als „Vater von ‚Groß-Berlin‘“ auch gegen Proteste etwa aus Spandau und Zehlendorf durch und initiierte zahlreiche wichtige Entwicklungen wie den Ausbau der Infrastruktur sowie die Förderung von Wissenschaft und Forschung.

"100 Jahre (Groß-)Berlin"

Besonderes Jubiläum in Berlin: Aufsteller „100 Jahre (Groß-)Berlin“ im Roten Rathaus. | Foto: BERLINboxx

Auch zukünftig soll Berlin weiterhin wichtige Impulse für Kultur, Kunst und vor allem Wissenschaft und Forschung setzen und Deutschland als Vorreiterstadt von Entwicklung voranbringen. Nicht zuschauen, sondern selbst Impulse setzen, sei, so der Regierende, die Devise. Geplant ist unter anderem eine Förderung des Mobilitätsangebots durch die Erweiterung des U-Bahnnetzes, eine Teilnahme der Hauptstadt als Modellregion für das 365-Euro-Ticket Projekt oder eine Bewerbung als Standort für die nächste Internationale Automobilmesse. Außerdem kündigte Müller an, die Digitalisierung in der Hauptstadt voranzutreiben und das Deutsche Herzzentrum zum „digitalen Herzzentrum der Welt“ zu machen.

Gründung „(Groß-)Berlins“ als Meilenstein

Ein Blick zurück offenbart auch Schattenseiten. Mit Hinblick auf die politische Situation im Berlin der 1920er Jahre erinnerte Müller daher auch an das Privileg politischer Freiheit in Deutschland und appellierte an alle, die Demokratie durch ein „gemeinsames Gegenhalten“ gegen Gefährder zu stärken. Denn: „Berlin ist wieder die Stadt der Chancen. Und Berlin sollte aus meiner Sicht auch wieder die Stadt sein, die diese Chancen ergreift.“

Initiative für die Hauptstadt der Zukunft

"100 Jahre (Groß-)Berlin"

Veranstaltungen im Januar und Februar: Berlin100-Plakatausstellung der Universität der Künste im Roten Rathaus. | Foto: BERLINboxx

Den Initiatoren des Projekts lag die Einbeziehung der Berlinerinnen und Berliner selbst besonders am Herzen: „Wir sind dankbar, dass wir dieses Jubiläum aus der Breite der Stadtgesellschaft heraus mit einer großen Zahl von Einrichtungen und in verschiedener Weise engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern ausrichten können, die sich zur Initiative‚ 100 Jahre (Groß-)Berlin‘ zusammengeschlossen haben. Dadurch ist es gelungen, ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm zu organisieren, um das große Ereignis in seinen vielen Facetten angemessen darzustellen“, so Michael Müller.

Programm von „100 Jahre (Groß-)Berlin“

Die Initiative „100 Jahre (Groß-)Berlin“ wurde am 1. März 2017 gegründet, um mit Veranstaltungen an das bedeutsame Ereignis zu erinnern. Ein bedeutendes Projekt in diesem Jahr ist zum Beispiel der „Internationale städtebauliche Ideen-Wettbewerb Berlin-Brandenburg 2070“ des Architekten- und Ingenieur-Vereins Berlin. Außerdem eröffnet am 30. September 2020 die Ausstellung „Unvollendete Metropole. 100 Jahre Städtebau für (Groß-)Berlin“. Architekt und Initiator des Wettbewerbs, Tobias Nöfer, sieht die Hauptstadt als „Experimentierfeld“, um zu erforschen, wie die Stadt der Zukunft gestaltet wird. (sz)

Was bewegt uns in 2020? – Die Lage bleibt vertrackt

Welche Themen beschäftigen Deutschland in diesem Jahr? Klimawandel, Digitalisierung und Rechtsruck? Um diese Fragen zu beantworten, hat die BERLINboxx mit Philipp Hübl, Philosoph und Autor von Werken wie „Die aufgeregte Gesellschaft“, „Bullshit-Resistenz“ oder „Der Untergrund des Denkens“ gesprochen und einen spannenden, aber auch kritischen Ausblick in das Jahr 2020 erhalten.

Was wird Deutschland im Jahr 2020 umtreiben?

Vor allem der Klimawandel wird Deutschland in den nächsten Jahren weiter polarisieren. Die junge, gut ausgebildete und progressive Generation der unter 30-Jährigen ist für den Naturschutz besonders sensibilisiert. Die Älteren, Konservativen und Rechten sehen in den Forderungen der Klimaschützer die Signatur der urbanen Eliten, von denen sie sich nichts sagen lassen wollen – schon gar nicht, dass wir alle über unsere Verhältnisse gelebt haben. Diese Trotzhaltung ist absurd, nicht nur, weil sich die Experten selten so einig sind wie beim menschengemachten Klimawandel, sondern auch, weil Naturkatastrophen und daraus resultierende Migrationsbewegungen uns alle betreffen, ganz unabhängig vom Parteibuch.

Themen in 2020

„Vor allem der Klimawandel wird Deutschland in den nächsten Jahren weiter polarisieren“, ist sich Hübl sicher. | Foto: ubicroot via Pixabay

Die Lage bleibt vertrackt: Deutschland sollte als eine der führenden Industrienationen eine Vorbildfunktion einnehmen, wird aber Gefahr laufen, durch notwendige drastische Maßnahmen in wichtigen Wirtschaftszweigen wie der Automobilindustrie an globalem Einfluss zu verlieren, während die Hauptverursacher China und die USA ihren CO2-Ausstoß kaum oder gar nicht zurückfahren. Andererseits verstricken sich auch Lifestyle-Klimaschützer oft genug in Widersprüche. Sicher, SUVs braucht praktisch niemand. Aber kosmopolitische Städter, die ein autofreies Deutschland fordern, haben auf dem Land noch nie stundenlang auf den Bus gewartet – und hinterlassen trotzdem mit ihren Flügen nach Bangkok und Tulum einen riesigen CO2-Fußabdruck, der größer ist als beim brandenburgischen Jeep-Besitzer, der zweimal im Jahr Urlaub an der Ostsee macht.

Die Klimakatastrophe verhindern wir nur, wenn wir aufhören, die Handlungen einzelner zu verdammen und stattdessen als Gesellschaft weltweit radikal umdenken. Die Bundesregierung muss zum Beispiel massiv in die Entwicklung von Öko-Technologien investieren, statt immer noch Braunkohlebergbau zu subventionieren.

Stichwort Digitalisierung: Wird Deutschland bzw. Europa weiter abgehängt oder bekommen wir die Kurve?

Viele, die die Digitalisierung in Europa kritisieren, denken zuerst an fehlende Glasfaserkabel oder das schlechte WLAN im ICE. Doch der Erfolg der amerikanischen GAFA-Unternehmen (Google, Amazon, Facebook, Apple) gründet nicht primär auf neuen Technologien, sondern vor allem auf dem Lebensstil der Gründer: radikale Offenheit. Ihr Geschäftsmodell funktioniert nicht nach der alten BRD-Logik, alles Schritt für Schritt zu optimieren. Sie wollen „Disruption“ – und zwar um jeden Preis. Und dafür werden sie belohnt, frei nach ABBA: „The winner takes it all“.

Noch vor einigen Jahren war der Blick in die Vergangenheit vorteilhaft, um den Schritt in die Zukunft zu meistern. Heute geht das nicht mehr. Weniger Tradition ist gefragt, dafür mehr Antizipation. Weniger Verwaltung, mehr Entscheidung. Das ist, um mit Immanuel Kants Worten zu sprechen, keine Frage des Verstandes, sondern eher eine Frage des Willens. In Deutschland und Europa müssen Unternehmen zuallererst deutlich offener, mutiger, individueller und kreativer werden. In der Schule und den Universitäten wird das dem Nachwuchs bisher eher abtrainiert.

Rechtsruck, Antisemitismus, hetze in den sozialen Medien – in welche Richtung entwickelt sich die deutsche Gesellschaft?

Auch wenn die Nachrichten und die öffentliche Diskussion einen anderen Eindruck erwecken: Laut der „Mitte-Studie“ (im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung) gehen Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in der Gesamtgesellschaft eher zurück. So fiel Muslimfeindlichkeit in Deutschland im Jahr 2018 etwas geringer aus als im Jahr 2002 und auch der Antisemitismus war 2004 noch fast doppelt so hoch wie in den Jahren 2018/2019.

Doch jetzt kommt das große Aber: Die absoluten Zahlen sind immer noch sehr hoch. So haben etwa ein Fünftel der Deutschen antisemitische Einstellungen sowie negative Vorbehalte gegenüber Muslimen. Antisemitische Straftaten erreichten im letzten Jahr den Höchstwert seit Anfang des Jahrhunderts. Und auch wenn offenbar nur eine kleine Gruppe hauptsächlich rechtsradikaler Täter verantwortlich ist: Die Wirkung ist verheerend für die in Deutschland lebenden Minderheiten. Auch in den sozialen Medien produziert eine winzige Gruppe am rechten Rand (2 Prozent) den Großteil des Hasses und der Fake News (80 Prozent), wie Studien in Deutschland und den USA zeigen. Aber auch hier betrifft der Effekt uns alle. Deshalb müssen gerade die (halb-)anonymen Straftaten im Netz konsequenter verfolgt und geahndet werden, zum Beispiel mit neuen Online-Meldestellen bei den Strafverfolgungsbehörden.

wichtige Themen in 2020 sind Digitalisierung

„In Deutschland und Europa müssen unternehmen zuallererst deutlich offener, mutiger, individueller und kreativer werden“, sagt der Philosoph. | Foto: Jannoon028/Freepik.com

Andererseits werden die Menschen in Deutschland, aber auch weltweit immer weltoffener und toleranter. Die Kriminalität ist hierzulande auf dem niedrigsten Stand seit Daten erhoben werden. Und dass wir so viel und intensiv über Hass im Netz, Diskriminierung und einzelne politische Straftaten diskutieren, zeigt: Wir sind insgesamt moralisch anspruchsvoller geworden. Zur Erinnerung: Im Bundeswahlkampf 1969 zwischen CDU und SPD gab es bei Auseinandersetzungen mehr als 200 Verletzte auf beiden Seiten.

Ist das Projekt GroKo gescheitert und ein Ende der bürgerlichen Parteien eingeläutet?

Der Ausdruck „GroKo“ ist schon seit einigen Jahren nicht mehr zeitgemäß, denn die sechs Parteien im Bundestag nähern sich in den Prozentzahlen allmählich einander an, vor allem bei den jungen Wählern. So hat die CDU allein bei der letzten Bundestagswahl über 1,2 Million Wähler an den Tod verloren. Bei der SPD waren es 760.000, und ebenso viele wanderten zu den Grünen ab.

Die Statistiken zeigen auch, dass der Ausdruck „bürgerliche Parteien“ als Sammelbezeichnung für Union und FDP dem sozialen Wandel nicht mehr gerecht wird. Die Grünen sind die bürgerlichste aller Parteien: Sie haben nicht nur einen höheren Bildungsstand und ein höheres Einkommen als beispielsweise CDU- und CSU-Wähler, sondern sie leben auch mehrheitlich in Städten. Die Parteienvielfalt hat ihren Preis: Selbst wenn die GroKo bis zum Jahr 2021 hält, müssen sich die Wähler in Zukunft auf schmerzhafte Kompromisse einstellen. Für die Regierungsbildung gibt es bald zwar mehr Kombinationsmöglichkeiten, aber gleichzeitig wird sich der Zwang verstärken, ungewohnte Zweier- und Dreier-Koalitionen zu bilden. (aw)

Zur Person

Philipp Hübl ist 1975 in Hannover geboren. Von 2012 bis 2018 war er Junior-Professor für theoretische Philosophie an der Universität Stuttgart. Zuvor hatte er bereits Philosophie an der RWtH Aachen und an der Humboldt-Universität zu Berlin gelehrt, danach an der Universität der Künste Berlin. Heute lebt er in Berlin, schreibt zu gesellschaftlichen und politischen Themen unter anderem in der Zeit, FAZ, taz, NZZ sowie im Philosophie Magazin und hält Vorträge.

 

Bund und Länder investieren in der Hauptstadt Millionen in Künstliche Intelligenz

Berlin ist in Deutschland bereits seit Jahren Vorreiter für Künstliche Intelligenz. Mit zahlreichen KI-Start-ups und zwei KI-Forschungszentren an der Technischen Universität ist die Hauptstadt als Innovations-Hotspot für Wissenschaft und Praxis gerade zu prädestiniert.

Am gestrigen Mittwoch stellten Michael Müller, Regierender Bürgermeister und Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, die aktuellen Förderungsmaßnahmen der Bundesregierung für den Bereich KI vor. Geplant ist eine Zusammenführung der beiden KI-Forschungszentren der TU (Berlin Big Data Center (BBDC) und Berliner Zentrum für Maschinelles Lernen (BZML)) zu einem KI-Leuchtturm im neuen Berlin Institute for the Foundation of Learning and Data (BIFOLD).

18 Millionen Euro für den neuen KI-Leuchtturm

Mit der Entstehung des neuen Zentrums soll die Expertise im Bereich der Künstlichen Intelligenz erweitert und gebündelt werden. Im Zuge dessen entstehen auch acht neue KI-Professuren an der TU Berlin und an der Freien Universität Berlin, die Forschung und Ausbildung im Bereich Big Data und maschinellem Lernen verknüpfen sollen. Daher hat das Bundesforschungsministerium jetzt zugesichert, 18 Millionen Euro beizusteuern und somit seine Förderung auf insgesamt 32 Millionen Euro für den Zeitraum zwischen 2019 und 2022 zu erhöhen.

BIFOLD bringt die Hauptstadt voran

Für Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, ist dieser Schritt ein wichtiger Meilenstein, um die KI-Forschung in der Hauptstadt voranzubringen: „In BIFOLD werden zentrale KI-Kompetenzen gebündelt. BIFOLD wird auch einen Schwerpunkt auf Forschung zu Transparenz und Erklärbarkeit von KI-Systemen sowie ethische Aspekte legen. Das unterscheidet uns gerade von KI-Forschungsstandorten auf anderen Kontinenten. Wir brauchen exzellente Forschung, um Deutschland zu einem Spitzenstandort für KI zu machen. Deshalb macht das BMBF BIFOLD möglich und unterstützt kraftvoll den Ausbau der weiteren deutschen KI-Kompetenzzentren durch eine Verdopplung der Mittel.“

Auch Prof. Dr. Christian Thomsen, Präsident der TU Berlin, ist überzeugt von der Fusion der Forschungszentren: „Der technologische Fortschritt ist heute mehr denn je mit gesellschaftlichen Debatten um Regulierung, Transparenz und Verantwortung verflochten. Auch für diese richtige und notwendige Rückkopplung mit gesellschaftlichen Fragestellungen und Herausforderungen bieten sich dem BIFOLD als integraler Bestandteil der TU Berlin beste Voraussetzungen.“

Berlin als Innovations-Hotspot für Künstliche Intelligenz

Das neue Zentrum BIFOLD soll den Standort Berlin für den weltweiten Wettbewerb rüsten und noch attraktiver für intelligente KI-Experten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen machen. Dabei ist die Hauptstadt in Sachen KI in der Wirtschaft bereits sehr erfolgreich: 48 Prozent der deutschen KI-Start-ups wurden zwischen 2012 und 2017 in der Hauptstadt gegründet und über ein Viertel der deutschlandweiten KI-relevanten Unternehmen haben ihren Sitz in der Metropolregion Berlin-Brandenburg. Die aktuellen Entwicklungen lassen darauf schließen, dass die Hauptstadt das Gebiet der KI auch in der Zukunft voranbringen wird. (sz)

Sportförderung: Spielbank-Beiratsmitglied Klaus Böger überreicht 11.100 EURO an Traditionsclub Berliner TSC e.V.

Die Spielbank Berlin fördert erfolgreiche Vereinsarbeit in der Hauptstadt! Klaus Böger, Ehrenpräsident des Landessportbundes Berlin, überreichte in seiner Funktion als Beiratsmitglied der Spielbank Berlin gemeinsam mit Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer der Spielbank Berlin, einen Scheck in Höhe von 11.100 Euro an den Berliner TSC e.V.

Scheckübergabe an den Berliner TSC e.V.: Hendrik Bielka, Vorstand Berliner TSC, Klaus Böger, Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer Spielbank Berlin, Christopher Krähnert, Geschäftsführer Berliner TSC mit Gewichthebern, Basketballern und Karateka. Foto: Business Network

Berliner TSC: Einer der größten Mehrspartensportvereine der Hauptstadt

Der in Pankow ansässige Berliner TSC (offiziell Berliner Turn- und Sportclub e. V.) ist einer der größten Mehrspartensportvereine der Stadt und gliedert sich heute in 22 Abteilungen mit insgesamt rund 5.000 Mitgliedern. Gegründet wurde der Verein bereits 1963 in der ehemaligen DDR und hat über die Jahrzehnte nicht nur an Größe, sondern auch an Popularität gewonnen. Seit Beginn an versteht sich der Berliner TSC als ein Verein, der den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele, mit einer ganz persönlichen Geschichte, individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten sieht. Im Vordergrund steht dabei solidarisches und loyales Verhalten untereinander, denn ein respektvolles und faires Miteinander soll die Entwicklung der eigenen Möglichkeiten bei den Mitgliedern fördern und die Selbstverantwortung des Einzelnen steigern.

„Der Berliner TSC kann auf eine lange und erfolgreiche Geschichte in der Hauptstadt zurückblicken“, so Geschäftsführer Christopher Krähnert. „Besonders stolz sind wir auf die Tatsache, dass es gelungen ist, Menschen über den Sport miteinander zu verbinden und so eine gemeinschaftliche Freude am Sport und einen festen Zusammenhalt untereinander zu schaffen. Wir danken Klaus Böger und der Spielbank Berlin für die großzügige Unterstützung.“

 

Unterstützung durch Ehrenamtliche

Der Verein ist inzwischen auf 22 Abteilungen gewachsen. Zu den jüngeren zählen Finswimming, Roller Derby, Basketball, Triathlon und Rhythmische Sportgymnastik. In den Abteilungen läuft alles reibungslos, weil sich in den Leitungsgremien insgesamt 110 Ehrenamtliche engagieren. Hinzu kommen etwa 260 lizenzierte Übungsleiter, die im Verein Woche für Woche ehrenamtlich das Training leiten.

„Der Berliner TSC ist ein Aushängeschild des Hauptstadtsports und beweist durch seine großartige Arbeit, wie wichtig ein funktionierendes Vereinswesen für unser aller Miteinander ist“, so Klaus Böger. „Mein persönlicher Dank gilt auch den vielen Ehrenamtlichen, die den Erfolg des Vereins mit begründen. Nur so kann der Berliner TSC ein umfassendes Spektrum an Sportarten anbieten und damit die Menschen begeistern und motivieren. Die großen Erfolge in der Vereinsgeschichte zeigen ausdrücklich, dass Berlin eine feste Größe im deutschen Sport ist.“

Mit dem Geld wurden unter anderem eine neue Trainingsmatte für die Karateka, Trainingsanzüge für die Gewichtheber und neue Spieltrikots für die Basketballer angeschafft. Außerdem dient die Unterstützung der Spielbank Berlin als Anschubfinanzierung zur Etablierung eines Kurssystems für Erwachsene und Senioren beim Berliner TSC.

 

Spielbank Berlin: Förderer des Hauptstadtsports

Die Spielbank Berlin unterstützt nicht nur seit vielen Jahren soziale, kulturelle und sportliche Institutionen, sondern ermöglicht auch ihren Beiräten die Unterstützung von unterschiedlichen sozialen Einrichtungen, Projekten und Vereinen, die den Beiratsmitgliedern wichtig sind, aus dem Budget eines eigenen Fördertopfes. 2019 wurden mehr als 60.000 Euro an kulturelle und soziale Einrichtungen sowie Sportvereine überreicht.

„Die Förderung des Hauptstadtsports war uns schon immer ein wichtiges Anliegen“, so Gerhard Wilhelm. „Die Unterstützung regionaler Vereine und Organisationen ist Teil unserer Unternehmensphilosophie. Wir freuen uns sehr, dass die Wahl unseres Beiratsmitglieds Klaus Böger auf den Berliner TSC gefallen ist, einen traditionsreichen Berliner Sportverein, der in Berlin fest verwurzelt ist, die Menschen in ein funktionierendes Vereinswesen integriert und sie durch seine Erfolge begeistert.“ (red)

Die Hauptstadt im Poker-Fieber: Internationales Poker-Festival WPT DeepStacks begeistert Spieler aus aller Welt

Vom 7. bis zum 13. Januar 2020 richtete die Spielbank Berlin erneut eines der größten europäischen Pokerturniere des Jahres aus und konnte somit die Erfolgsgeschichte Berlins als Mekka der europäischen Pokerszene fortschreiben. Mit dem Poker-Festival WPT DeepStacks hat die Berliner Traditionsbank so die Hauptstadt für einige Tage zum Mittelpunkt der Pokerwelt gemacht. Außerdem konnte das Event Besucher aus mehr als 50 Ländern in die Spree-Metropole locken.

Full House in der Spielbank Berlin. Foto: Business Network

Poker-Mekka Berlin

Höhepunkt war das €1.100 + 100 WPT DeepStacks Main Event, das vom 10. bis zum 13. Januar mit drei Starttagen gespielt wurde. Der Gesamtpreispool betrug in diesem Jahr mehr als 683.000 Euro. Neben prominenten Poker-Profis und zahlreichen Freizeit-spielern waren auch Gewinner aktueller großer internationaler Pokerturniere zu Gast. Nach einem dramatischen Finale sicherte sich Daniel Szymanski aus Berlin den Turniersieg und konnte insgesamt 130.000 Euro mit nach Hause nehmen. Zweiter Sieger wurde Barlomiej Paradowski aus Polen, der sich über 83.000 Euro freuen konnte.

Gastgeber und verantwortlich für den korrekten Ablauf: Die Geschäftsführer der Spielbank Marcel Langner (l.) und Gerhard Wilhelm neben Poker-Chef Bernd Plätrich (r.). Foto: Business Network

Heimsieg: Hauptgewinn geht nach Berlin

Nachdem im letzten Jahr der Schweizer Thomas Hofmann den Turniersieg nach Hause bringen konnte, ist in diesem Jahr ein Berliner an der Reihe. „Das WPT DeepStacks Berlin Festival ist ein Muss für jeden ambitionierten Pokerspieler“, so der glückliche Sieger Daniel Szymanski.

Eines der wichtigsten Poker-Events weltweit

Die renommierte World Poker Tour ist in den USA seit vielen Jahren eine feste Größe innerhalb der Turnierserien und gilt weltweit als eines der wichtigsten Poker-Events überhaupt. Den größten Reiz macht dabei – neben dem Spiel selbst – sicher die Tatsache aus, dass man sich über unterschiedliche Satellite-Turniere bereits mit günstigen Buy-Ins für das Main-Event qualifizieren kann. Mit ein wenig Glück ist es daher auch für Anfänger möglich, am großen Finale teilzunehmen und ganz oben zu landen.

Die Geschäftsführer der Spielbank Berlin: David Schnabel, Gerhard Wilhelm und Marcel Langer (v.l.n.r.). Foto: Business Network

Highlight im Kalender der Spielbank Berlin

„Für uns gehört das WPT Deepstacks Berlin Festival zu den absoluten Highlights des ganzen Jahres“, so Marcel Langner, Geschäftsführer der Spielbank Berlin. „Berlin ist der Poker-Hotspot Deutschlands und wir freuen uns, den vielen Pokerfans aus aller Welt hier im Zentrum der Hauptstadt den perfekten Rahmen bieten zu dürfen. Gemeinsam mit der WPT haben wir für das WPT Deepstacks Berlin Festival ein abwechslungsreiches und spannendes Programm zusammengestellt und sind uns sicher, dass wir damit allen Pokerfans ein unvergessliches Erlebnis beschert haben.“ (ak)

Wirtschaft nimmt Politik in die Pflicht: Christoph Gröner fordert mehr Ein- und Weitsicht

Eine Erfolgsgeschichte, die ganz klein begonnen hat. Schon während seines Studiums hat Christoph Gröner als Bauhelfer gejobbt und anschließend angefangen in Immobilien zu investieren – mit zunehmendem Erfolg! Heute ist er mit der nach ihm benannten CG Gruppe Deutschlands führender Mietwohnungsentwickler und aktiv in sämtlichen Metropolregionen der Republik. Rund 800 Mitarbeiter und ein Portfolio das seines gleichen sucht zeichnet das Unternehmen aus.

Feindbild Christoph Gröner

Kurz: Ein unternehmerischer Erfolg sondergleichen. Doch dieser ruft auch Kritiker auf den Plan. Für so manchen Bezirkspolitiker in Berlin, der gegen Gentrifizierung kämpft, wurde der erfolgreiche Bauunternehmer zur Zielscheibe. Seine Auseinandersetzung mit Florian Schmidt, seines Zeichens Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg ist legendär. Für die linke Szene ist Gröner gar ein regelrechtes Feindbild. Erst kürzlich wurden Baustellen der CG Gruppe in Leipzig sabotiert, auch ein Projekt der CG Gruppe in Berlin ist der autonomen Szene ein Dorn im Auge.

 

Ronald Pofalla fordert mehr Einsatz für Digitalisierung und Fortschritt

CG Gruppe Neujahrsempfang, Keynote-Sprecher Profalla

Keynote-Speaker Ronald Pofalla. Foto: Business Network

Doch Gröner lässt sich nicht einschüchtern. Auf dem Neujahrsempfang seiner CG Gruppe, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert, gab sich der Unternehmer nun kämpferisch. Gemeinsam mit Keynote-Speaker Ronald Pofalla, Vorstand der Deutschen Bahn, nahm Gröner die Entscheider aus der Politik in die Pflicht: Mangelhafte Umsetzung der dringend notwendigen Digitalisierung, langwierige und komplizierte Verfahren in den Behörden, zu wenig Einsatz für Klimaschutz. Gröner und Pofalla sehen dringenden Handlungsbedarf in den oberen Etagen der Politik, aber auch in den Amtsstuben der zuständigen Kommunen und Gemeinden. Zu viel Bürokratie, zu wenig Fortschritt, Klientelpolitik und nicht eingehaltene Versprechen – das macht sowohl der Deutschen Bahn als auch der CG Gruppe zu schaffen.

CG Gruppe ist Vorreiter im Klimaschutz

Ein Beispiel, das aktuell in aller Munde ist, ist der Klimaschutz. „Andere reden nur, wir sind aktiv im Klimaschutz“, Gröner sieht seine CG Gruppe als innovativen Vorreiter in Energiefragen, moderne Photovoltaik- und Geothermieanlagen sind unbedingter Bestandteil von Projekten der CG Gruppe. Bei einem Projekt in Fellbach/Stuttgart wurden zudem Windströmungsturbinen eingesetzt. „Die Politik diskutiert lieber über das Tempolimit, das bewiesenermaßen so gut wie nichts zur CO2-Einsparung beitragen würde. Deutlich zielführendere Maßnahmen sind auf der politischen Agenda – und im Übrigen auch auf der Medienagenda – leider nicht zu finden.“

Digitalisierung in der Baubranche

Ein besonderes Anliegen sind Gröner die digitalen Möglichkeiten in der Bauindustrie. Nur durch die digitale Transformation kann sich die deutsche Bauindustrie verändern, um Bauen zukünftig einfacher, schneller und günstiger zu gestalten – so das Credo des Unternehmers. BIM und serielle Fertigung, das sind die Schlagworte, die nicht weniger als die Zukunft des Bauens bedeuten. Gröner sieht in diesen Bereichen großen Handlungsbedarf und ruft die gesamte Branche dazu auf, die Möglichkeiten zu nutzen und damit Wohnraum zu schaffen, der für Menschen aus allen Einkommensschichten bezahlbar ist. Die Strategien der Politiker, auf Wohnraummangel und Kostenexplosionen zu reagieren, sind aus Gröners Sicht populistisch und wenig bis gar nicht zielführend. Mietendeckel, Enteignung und Co. führen zu mehr Problemen als Lösungen – so die feste Überzeugung des Selfmade-Millionärs.

Herzensangelegenheit: Einsatz für die Schwachen der Gesellschaft

Was den Chef der CG Gruppe besonders auszeichnet, ist sein Einsatz für die Schwachen in der Gesellschaft, ganz besonders Kinder und Jugendliche liegen Gröner am Herzen. Ein wesentlicher Teil des Gewinns der CG Gruppe, aber auch aus Gröners privatem Vermögen, kommt Einrichtungen und Institutionen zugute, die sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmern. Der Unternehmer ist überzeugt „Wirtschaft kann Kinder!“ In diesem Zusammenhang nahm Gröner die anwesenden Branchenkollegen in die Pflicht: „Wir alle müssen etwas tun und uns gegen Ungerechtigkeit und Benachteiligung stellen. Jeder muss im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv werden. Denn nur so kann es uns gelingen, in einer fairen Gesellschaft zu leben, in der alle die gleichen Chancen haben.“

Ein Unternehmer, der sich einsetzt und damit auch aneckt. Oft fühlt sich Gröner zu einseitig dargestellt und versucht, den Dialog zu führen – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Doch fest steht, dass der Ausnahme-Unternehmer weiter seinen Weg gehen und die Erfolgsgeschichte der CG Gruppe fortschreiben wird. Am meisten davon profitieren neben der gesamten Branche, die hoffentlich dem Vorreiter und Taktgeber Gröner besonders in Digital- und Energiefragen folgen werden, die Städte in ihrer Wohnungsnot, aber ganz besonders auch Kinder und Jugendliche, denen durch die großzügige Unterstützung ein fairer Start ins Leben ermöglicht wird. (red)

Ausstellung „Haus-Ruckner-Co – Stadt von Morgen“ im B-Part Am Gleisdreieck eröffnet

Wieder einmal ist die Urbane Mitte Am Gleisdreieck, ein Projekt der COPRO, zum Zentrum zukunftsweisender Visionen geworden. Am gestrigen Donnerstagabend fand die Eröffnungsfeier der Ausstellung „Haus-Rucker-Co – Stadt von Morgen“ in dem bedeutenden Stadtquartier im Herzen Berlins statt. Im Dialog mit Manfred Ortner (Haus-Rucker-Co), Markus Penell (O&O Baukunst, Urbane Mitte) und Boris Hars-Tschachotin (Kurator Syd Mead – Future Cities) im B-Part wurden Fragen nach zukünftigen Lebens- und Arbeitswelten diskutiert.

Futuristische Stadtlandschaften zwischen Kunst, Architektur und Science-Fiction

Mit den geladenen Gästen konnten unterschiedlichste Ideen für das urbane Zusammenleben von morgen in einem dynamischen Dialog zusammengeführt werden. Von den futuristischen und teils apokalyptischen Stadtvisionen des US-amerikanischen Designers Syd Mead bis hin zu den aktuell geplanten Entwicklungen in der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck wurden interessante Impulse aus den Bereichen Kunst, Architektur und Science-Fiction gesetzt.

Haus-Rucker-Co

Futuristische Zeichnungen einer modernen Stadt. | Foto: Haus-Rucker-Co

Auch die Ausstellung, die von Mittwoch bis Samstag zwischen 14 und 18 Uhr noch bis zum 8. Februar 2020 im B-Part Exhibition zu bestaunen ist, schließt an die zukunftsweisenden Visionen der Künstler an und schafft eine Brücke zwischen den unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen. Neben ausgewählten Zeichnungen und Kollagen beinhaltet sie Fotografien und Filmdokumente des Kollektivs Haus-Rucker-Co, das mit den Gründern von O&O Baukunst, Manfred und Laurids Ortner, in den 1970er und 1980er Jahren bahnbrechende Architekturprojekte umsetzte.

„Rebellische Stadtraumintervention“ mit Haus-Rucker-Co

Die österreichische, 1967 gegründete Architektengruppe um Laurids Ortner, Manfred Ortner, Günter Zamp Kelp, Klaus Pinter und C. Michels, zählte in den 1970er und 1980er Jahren zur internationalen Kunstszene und stellte mit ihren architektonischen Utopien eine Brücke zwischen Architektur und Kunst her. Inspiriert von den Weltraumprojekten der 1960er Jahre und mit dem Ziel vor Augen, klassische und konventionelle Raumstrukturen zu durchbrechen, transformierten sie mit Projekten wie dem „gelben Herz“ in Wien oder der „Oase Nr.7“ in Kassel die Stadtlandschaft in futuristische Zukunftswelten.

Die aktuelle Ausstellung im B-Part Am Gleisdreieck ist eine Hommage an die Arbeiten des Haus-Rucker-Co und regt ebenso wie in den 1970er und 1980er Jahren zur „Bewusstseinserweiterung“ an. Außerdem ist sie für den Architekten Manfred Ortner geradezu der Inbegriff der Stadt der Zukunft, wie er dem radio 1 vom rbb mitteilte: „Die Urbane Mitte rund ums Gleisdreieck ist ein geradezu idealer Platz, eine etwas andere Stadt zu schaffen, die Berlin wahrscheinlich dringend braucht.“

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung und der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck

„Haus-Rucker-Co – Stadt von Morgen“
Ausstellung: 10. Januar – 8. Februar 2020
Kuratoren der Ausstellung: Boris Hars-Tschachotin, Rüdiger Lange
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 14-18 Uhr
Luckenwalder Str. 6b, 10963 Berlin

Urbane Mitte Am Gleisdreieck
https://urbane-mitte.de/

B-Part Am Gleisdreieck
https://bpart.berlin/de/

 

Ortner & Ortner Baukunst plant Siemens Campus und Urbane Mitte Am Gleisdreieck

Nach dem städtebaulichen Planungswettbewerb für die Urbane Mitte Am Gleisdreieck des Projektentwicklers COPRO hat das renommierte Berliner Architekturbüro Ortner & Ortner Baukunst nun auch den Wettbewerb für den neuen Siemens Campus in Spandau gewonnen. Damit plant das Büro die zwei bedeutendsten Zukunftsquartiere der Hauptstadt.

Siemensstadt 2.0 – modernes Stadtquartier zum Wohnen und Arbeiten

Nach einem zweitägigen Bewertungsprozess konnte sich O&O Baukunst gemeinsam mit dem Büro capatti staubach Urbane Landschaften gegen 16 weitere Architektur- und Stadtplanungsbüros durchsetzen. Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, ist überzeugt, dass sich der Entwurf von O&O Baukunst wunderbar als Basis für Entwicklung der neuen Siemensstadt eignet: „Wir haben uns für einen Entwurf entschieden, der künftig die Gestaltung der Siemensstadt 2.0 leiten wird. Einen Entwurf, der unsere Ansprüche in außergewöhnlicher Weise berücksichtigt und gleichzeitig Raum lässt für neue Gedanken und Entwicklungen, für Wissenschaft und Forschung, für Zukunft.“

Auch Cedrik Neike, Vorstand der Siemens AG, gab sich nach der Entscheidung der hochkarätigen, 16-köpfigen Jury und 50 weiteren Experten zuversichtlich, mit Ortner & Ortner die richtige Wahl getroffen zu haben: „Heute haben wir einen weiteren Meilenstein erreicht, aus der historischen Industrie-Ikone Siemens in Spandau einen Berliner Zukunftsort zu gestalten. Es wird ein neuer, lebenswerter Stadtteil entstehen, in dem die Bürger wohnen, arbeiten, lernen und forschen können. Wir holen den Kiez zu uns in die Siemensstadt. Wir holen Berlin und die Welt zu uns.“

Siemensstadt 2.0

Perspektivische Darstellung der geplanten Siemensstadt. | Foto: Siemens AG/Ortner & Ortner Baukunst

„Smart City“ mit Wohnungen, Forschungseinrichtungen und Büros

Der Bau des modernen Stadtquartiers soll bereits im Jahr 2022 beginnen und 2030 fertiggestellt werden. Dabei ist für die Fläche des Riesenprojekts von 70 Hektar ein gemischtes Nutzungskonzept mit Wohn-, Arbeits- und Forschungsflächen geplant. So sollen die alten Schaltwerkhallen des Konzerns künftig für öffentliche und kulturelle Einrichtungen genutzt und weitere Gebäude für Schulen und Wissenschaftszentren gebaut werden. Umstritten ist noch das 150 Meter hohe Hochhaus, das mittig auf dem geplanten Stadtplatz der neuen „Smart City“ entstehen und sowohl Wohnungen als auch Hotels beherbergen soll.

Investition in Millionenhöhe für Gebäude und Infrastruktur

Mit dem Projekt will der Traditionsstandort Siemens, der bereits vor über 100 Jahren in Spandau gebaut wurde, den neuen Anforderungen Berufstätiger gerecht werden sowie Lebens- und Arbeitswelten gekonnt verbinden. Um die Entwürfe des Architektenbüros umzusetzen, hatte das Unternehmen bereits angekündigt, 600 Millionen Euro zu investieren – eine weitere Finanzierungsspritze in ähnlicher Höhe steuert der Senat bei, der vordergründig eine funktionierende Infrastruktur und einer Reaktivierung der Siemensbahn für das neue Stadtquartier fördert.

Siemens Campus und Urbane Mitte Am Gleisdreieck – Blick in die zukünftige Stadtentwicklung

Nicht nur mit dem „Jahrhundertprojekt“ des Technologiekonzerns setzt das Architektenbüro Ortner & Ortner wichtige Impulse für die zukünftige städtebauliche Gestaltung in der Hauptstadt. Auch das Stadtquartier Urbane Mitte Am Gleisdreieck ist ein bedeutender Schritt, um dem Bevölkerungswachstum in Berlin und Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz nachzukommen. Aktuell macht das Urban Ideation Lab im B-Part Am Gleisdreieck wieder von sich reden. Denn Anfang dieses Jahres werden erneut für sechs Monate ausgewählten Lab-Fellows die Räumlichkeiten des Zukunftslabors beziehen, um ihre innovativen und nachhaltigen Ideen weiterzuentwickeln. (sz)