Hilfe für alle: Senat bietet Corona-Informationen in unterschiedlichen Sprachen an

Ängste, Fake News, Ungewissheit – das Land Berlin möchte dagegen vorgehen und allen Bewohnern helfen, egal, ob sie Deutsch sprechen oder nicht. Daher stellt der Senat alle wichtigen Informationen rund um Corona in unterschiedlichsten Sprachen sowohl schriftlich als auch in Form von Podcasts zur Verfügung.

Kampf gegen Corona: Informationen müssen für alle verständlich sein

In Zeiten, wo Abstand halten ein Gesetz und ein großes Haus mit Garten ein noch größeres Privileg als ohnehin schon ist, leiden vor allem Menschen, die auf kleinesten Raum miteinander auskommen müssen. Da wirkt die Situation in Flüchtlingsheim derzeit noch miserabler als vor dem Ausbruch der Pandemie. Denn nicht nur die Nähe wird den Menschen aktuell zum Verhängnis – auch Ungewissheit und Fake News schaffen weitere Ängste, da viele Geflüchtete der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind und daher nicht unbedingt Zugang zu seriösen Quellen haben.

Dagegen möchte das Land Berlin vorgehen, indem es aktuelle Informationen über die Corona-Krise in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stellt. So bietet der Senat neben Informationsblättern auch Podcasts an, die man beispielsweise in Türkisch, Arabisch oder Farsi hören kann. „Podcasts eignen sich gut für eine schnelle Verbreitung in sozialen Medien. Deswegen bieten wir diese in acht Sprachen zum Herunterladen und zur weiteren Verbreitung an“, erklärte Alexander Straßmeir, Präsident des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF). In diesen erklären die Mitarbeiter des LAF, wie der Umgang in den Heimen am besten ablaufen könnte und welche Hygienemaßnahmen sinnvoll sind. Und die Informationsquellen kommen scheinbar gut an, da das Angebot des Senats, laut Katarina Niewiedzial, Integrationsbeauftragte des Landes Berlin, inzwischen über 30.000 Menschen erreiche.

Solidarität auch für die Ärmsten der Armen

Das Leben auf der Straße wird durch die Krise noch härter. Durch das Kontakt- und Reiseverbot sind deutlich weniger Passanten auf der Straße, was für Obdachlose weniger Spenden und Pfandflaschen bedeutet. Außerdem haben viele Kleiderkammern geschlossen und die Essensausgabe gestaltet sich schwieriger, da Ehrenamtliche, die zur Risikogruppe gehören, nicht in den Einrichtungen helfen dürfen. Zudem muss auch in den sozialen Einrichtungen der nötige Abstand gewahrt werden.

Damit keiner auf der Straße bleiben muss und eine Quarantänemöglichkeit im Ernstfall vorhanden ist, schafft Berlin vorübergehend neue Unterkünfte. Hierfür mietete das Land eine Jugendherberge an und weitete sein Angebot von 150 Betten in der Kältehilfe zum Ganztagsbetrieb aus. Des Weiteren wird der Senat die Lage beobachten, um gegebenenfalls ihre Hilfestellung aufzustocken.  „Wir brauchen auch für die Obdachlosen in dieser Stadt einen sozialen Rettungsschirm, das heißt konkret: dauerhafte Plätze in Zimmern, hauptamtliche Sozialarbeitende, medizinische und psychologische Beratung. Die schon prekäre Lebenssituation obdachloser Menschen hat sich in den vergangenen Wochen weiter zugespitzt. Wir können die Obdachlosen in dieser Situation nicht einfach auf der Straße lassen.“, fasste Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, die Situation zusammen. (aak)

IBB Wohnungsmarktbericht 2019: Wie wohnt Berlin?

Die Bevölkerung Berlins wächst nach wie vor, auch wenn sich die die drastischen Zuwächse der vergangenen Jahre etwas abgeflacht haben. 2018 lebten in der Hauptstadt 3.644.826 Menschen. Das ist der höchste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg und ein Plus von 31.331 Menschen von 2017 auf 2018. So eines der Ergebnisse des aktuellen Wohnungsmarktberichts, der durch Bausenatorin Katrin Lompscher und IBB-Vorstand Dr. Jürgen Allerkamp vorgestellt wurde.

Berlin wächst kontinuierlich

Die steigende Bevölkerungszahl prägt demnach weiterhin die Lage am Berliner Wohnungsmarkt. Während das knappe Angebot an preisgünstigem Wohnraum vor wenigen Jahren noch ein Problem der Innenstadt darstellte, erstreckt es sich seit 2018 über das gesamte Stadtgebiet und teilweise auch über die Stadtgrenzen hinaus in das Berliner Umland. Dort wuchs die Bevölkerung von 2014 bis 2018 um 5,5 % und überstieg damit das Wachstum der Bundeshauptstadt (5,0 %).

Berlin reagiert auf den Nachfrageüberhang mit Wohnungsbau in steigenden Anzahlen. Die Baustatistik verzeichnete 2018 mit 16.706 fertiggestellten Wohnungen erneut einen Höchstwert innerhalb der letzten 20 Jahre (2017: 15.669, +6,6%). Betrachtet man die Bautätigkeit des Umlandes mit, wurden 2018 in der Hauptstadtregion 24.078 Wohnungen fertiggestellt. Doch das ist nicht genug, wie Dr. Jürgen Allerkamp festhält: „Obwohl sich die Bauintensität auf einem Rekordniveau befindet, fehlen weiterhin rund 145.000 Wohnungen in der Stadt, die durch weiteren Wohnungsbau entstehen müssen.“

Wir sprachen mit der Bausenatorin über Stadtentwicklung und Wohnungsbau in Berlin.

Bausenatorin Katrin Lompscher | Foto: Thomas Hedrich, Fotostudio Charlottenburg

Steigende Mieten sind die Folge

Die Folge sind weiterhin steigende Mieten und Kaufpreise. Eine zentrale Erkenntnis des Berichts ist, dass knapp 40 Prozent der Haushalte mehr als 30 Prozent ihres jeweiligen Nettoeinkommens für ihre Bruttokaltmiete aufwenden. Die besorgniserregende Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt sich hier überdeutlich, denn besonders hoch ist die Belastung für Haushalte, die ab 2015 ihre Wohnung bezogen haben. „Damit Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen durch diese Entwicklung nicht aus ihren Kiezen verdrängt werden, hat Berlin unter anderem den Milieuschutz stark ausgebaut und das Gesetz zur Einführung eines Mietendeckels beschlossen“, so Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen. „Dieses verbietet überhöhte Mieten und verschafft den Mieterinnen und Mietern in unserer Stadt eine Atempause. Der IBB Wohnungsmarktbericht 2019 zeigt uns damit erneut, wie notwendig die wohnungspolitischen Maßnahmen des Senats für alle Berlinerinnen und Berliner sind.“

2019 leichte Stagnation der Angebotsmieten 

Immerhin stagnieren die Angebotsmieten 2019 erstmalig. Berlinweit wurde eine mittlere Angebotsmiete von 10,45 EUR/m² aufgerufen, was einem Anstieg von lediglich 0,13 EUR/m² bzw. 1,3 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Jede zehnte Wohnung wurde für unter 7,00 EUR/m² (nettokalt) angeboten, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr gleichkam (2018: 9 %). Nahezu flächendeckend lagen die mittleren Angebotsmieten in der Innenstadt bei 12,00 EUR/m² und mehr. Im Gegensatz zu den Angebotsmieten verzeichneten sowohl die angebotenen Kaufpreise für Eigentumswohnungen als auch für Ein- und Zweifamilienhäuser weiterhin einen dynamischen Anstieg. Im Mittel wurden Eigentumswohnungen für 4.777 EUR/m² angeboten (2018: 4.200 EUR/m²). Die Verwirklichung eines Eigenheimes kostete 2019 im Durchschnitt 549.990 EUR (2018: 498.600 EUR). Erstmals gab es dabei keinen Unterschied mehr zwischen den angebotenen Kaufpreisen für Bestands- und Neubauobjekte.

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin | Foto: IBB

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin | Foto: IBB

„Berlin braucht weiter zusätzliche Wohnungen“, sagte Dr. Jürgen Allerkamp. „Diese müssen bedarfsgerecht und bezahlbar sein. Wir tun alles dafür, hier Voraussetzungen zu schaffen, um unter schwieriger werdenden Bedingungen Anreize zu setzen, damit unterschiedlichste Investoren hier ihren Beitrag leisten können. Das scheint angesichts der Corona-Epidemie etwas in den Hintergrund gerückt zu sein. Dennoch bleibt es eine zentrale Aufgabe für unsere Stadt, gerade wenn die Corona-Krise überstanden sein wird.“

Miet- und Singlehaushalte überwiegen im Wohnungsmarkt

Berlin ist nach wie vor eine Mieterstadt: Rund 83 Prozent der Menschen leben in der Hauptstadt zur Miete, mehr als die Hälfte der Menschen leben in Einzelhaushalte, gefolgt wird die Gruppe von Zweipersonenhaushalten, meist Alleinerziehende oder kinderlose Paare. Tatsächlich gibt gerade die erste Fraktion im Schnitt am meisten Gehalt für seine Miete aus: Etwa jeder zehnte Singlehaushalt zahlt 50 Prozent seines Bruttoeinkommens an seinen Vermieter.

Corona und Mietendeckel: Prognosen für 2020 sind unklar

Der Blick in die Zukunft ist derzeit ungewiss. Sicher ist bisher nur, dass die derzeitige Corona-Krise einen enormen Einfluss auf den Wohnungsmarkt der nächsten Zeit haben wird. Lompscher betonte jedoch, dass die Auswirkungen der Pandemie zurzeit noch nicht vorhersehbar sind und sie sich daher mit Spekulationen zurückhalten wolle. „Die Corona-Krise wird sicher eine Delle in der allgemeinen Entwicklung zur Folge haben. Wie stark diese Delle im Jahresschnitt dann tatsächlich ausfallen wird, das ist im Moment noch vollkommen unklar“, so die Senatorin. Auch der Einfluss des seit Februar 2020 gültigen Mietendeckels ist noch nicht abzusehen, dazu ist aktuell schlicht die Datenlage noch nicht ausreichend. Wird der gebeutelte Berliner Wohnungsmarkt durch die Corona-Pandemie weiter in die Krise stürzen? Fortsetzung folgt…(aak)

Trotz Corona: Aufsichtsrat des neuen Berliner Flughafens hält am Eröffnungstermin fest

Auch die Bauindustrie leidet massiv unter der Corona-Pandemie. Dennoch halten die Aufsichtsräte an der geplanten Inbetriebnahme des neuen Berliner Flughafens Berlin-Brandenburg (FBB) im Oktober dieses Jahres fest.

FBB: Corona ist eine Hürde, aber nicht unüberwindbar

An eine Eröffnung des BER glauben die Berliner und Brandenburg inzwischen nur noch, wenn sie sie leibhaftig sehen. Auch nachdem die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH letztes Jahr im November verkündete, dass der Flughafen BER am 31. Oktober 2020 offiziell eröffnet wird, bleibt ein Restzweifel. Und jetzt schränkt die Corona-Pandemie auch noch ziemlich jeden Bereich der Deutschen Wirtschaft ein.

Doch jeder Widrigkeit zum Trotz hält der Aufsichtsrat des Flughafens Berlin-Brandenburg (FBB) an dem aktuellen Eröffnungstermin fest: „Die Coronakrise ist für die FBB ein Schlag ins Kontor. Unsere Ertragslage hat sich in den letzten drei Wochen stark verschlechtert. Deswegen müssen wir massiv Kosten sparen und Betriebsausgaben reduzieren. Das bedeutet, jede Neueinstellung, jede Investition, jede Ausgabe steht auf dem Prüfstand. Kurzarbeit wird erforderlich. Eine gute Flughafeninfrastruktur ist nach der Bewältigung der Coronakrise wichtiger als jemals zuvor. Daran und an der Inbetriebnahme am 31.10.2020 werden wir mit aller Kraft arbeiten.“, meinte Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der FBB. Die Fertigstellung des krisenbehafteten Terminal 1 habe sich dank der Beseitigung der Kabel-Restmängel gut entwickelt. Daher könne mit einer Nutzungsfreigabe im April gerechnet werden, so das offizielle Statement der FBB. Das der TÜV derzeit im Homeoffice arbeitet, sei auch keine Beeinträchtigung.

Corona-bedingt: FBB braucht höhere Zuschüsse

Aufgrund der Corona-Krise wird mit massiven Verlusten gerechnet. Nur noch 10 Prozent des üblichen Betriebs findet aktuell an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld statt. Daher ist auch eine vorzeitige Schließung des Flughafen Tegels im Gespräch.

Wie hoch die Einbrüche der Fluggäste im Herbst dieses Jahres noch sein werden, weiß derzeit allerdings noch keiner. Sicher ist nur, dass der FBB schon jetzt auf eine Finanzhilfe von etwa 792 Millionen Euro angewiesen ist, um die ersten Jahre bis 2024 zu überstehen. Der Aufsichtsrat plant die Gelder gleichmäßig zwischen Fremd- und Eigenkapitalgebern aufzuteilen. Welcher Betrag durch die Pandemie noch hinzukommen wird, ist bisher unklar. Laut des Tagesspiegels rechnet Rainer Bretschneider, Aufsichtsratschef des FBB, mit „einem kleinen dreistelligen Millionenbetrag bis zu einem größeren dreistelligen Millionenbetrag.“

Ebenso ist noch nicht absehbar, ob die Probedurchläufe mit Kompassen im Juni wie geplant stattfinden können. Allerdings kann man diese angesichts der vermutlich niedrigeren Zahl Reisender im Herbst etwas geringer gestalten als ursprünglich vorgesehen.

Bauprojekte laufen weiter

Generell möchte der Bund möglichst viele Unterbrechungen von Bauprojekten meiden. Projektleiter sind angewiesen den Betrieb erst einzustellen, wenn die Weiterarbeit als nicht mehr sinnvoll erachtet wird. Beispielsweise kommt es häufiger zu einem Projektverzug, wenn zu viele Mitarbeiter in Quarantäne sind. (aak)

Bund schützt Mieter bei Zahlungsunfähigkeit

Ein Ende der Corona-Krise ist noch lange nicht in Sicht und viele Bürger wissen schon jetzt nicht, wie sie ihre Miete zahlen sollen. Am Wochenende erarbeitete der Bund ein Gesetz, welches zahlungsunfähige Mieter vor dem Wohnungsverlust schützt, wenn die Leistungslücke nachweislich durch das Virus entsteht.

Mieter können, wenn notwendig, auch nachzahlen

Die Krise spitzt sich weiter zu. Die Regierung beschloss am Wochenende, alle nicht lebensdienlichen Geschäfte zu schließen und setzte ein bundesweites Kontaktverbot durch. Wie groß die wirtschaftlichen Verluste werden, weiß aktuell niemand und mit der Ungewissheit kommt die Angst. Denn viele Bürger fürchten nicht nur um ihre Gesundheit, sondern sehen ihre gesamte Existenz bedroht.

Durch ein neues Gesetz möchte der Staat zu mindestens eine Sorge ihrer Staatsangehörigen lindern: Kann jemand zurzeit die Miete für seine Wohnung nicht zahlen, darf der Vermieter den Vertrag nicht kündigen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Corona-Epidemie nachweislich der Grund für das Zahlungsunvermögen ist. Zudem ist der Mieter angewiesen Unterstützung in Form von Wohngeld beim Staat zu beantragen. Damit die wirtschaftlichen Bürden nicht auf den Vermieter abgewälzt werden, verabschiedete die Regierung eine weitere Regelung. So darf auch ein Kreditinstitut seinen Vertrag nicht auflösen, wenn ein Vermieter seinen Darlehn nicht zahlen kann. Allerdings handelt es bei den Regelungen für Vermieter und Mieter nicht um Erlässe, sondern lediglich um Aufschübe der Zahlungen. Die Ausnahmeregelungen gelten vorübergehend für drei Monate ab dem 01. April. Ob eine Verlängerung notwendig ist, bleibt abzuwarten.

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen BFW zeigt sich zufrieden mit dem heutigen Ergebnis. „Auf der Grundlage der Kabinettsbeschlüsse können wir den betroffenen Mietern zielgenau zu helfen, ohne das wirtschaftliche Risiko allein auf den Vermieter zu übertragen und eine wirtschaftliche Kettenreaktion auszulösen. Auch den Mieter geben die Beschlüsse die notwendige Orientierung, wie und wo sie bei Einkommensausfällen, die sich auf die Mietzahlung auswirken, vorgehen müssen“, resümierte Andreas Ibel, Präsident der BFW. „Der Kabinettsbeschluss bietet mit diesem ersten Schritt gute rechtliche Voraussetzungen für Mieter und Vermieter, die Krise zu schultern. Um die wirtschaftlichen Folgen für die Unternehmen müssen sich jetzt in enger Abstimmung die Bundesministerien für Wirtschaft und Finanzen kümmern!“

Berliner Senat rettet seine Unternehmen vor der Insolvenz

Berlin hat in den vergangenen Tagen bereits viel getan, um seine Bewohner vor einem wirtschaftlichen Ruin zu bewahren. Neben einer Soforthilfe für Clubs, Bars und Restaurants unterstützt der Senat auch Solokünstler und Freiberufler durch monetäre Hilfsmittel. (aak)

Führungswechsel in der CG Gruppe: Christoph Gröner geht in den Aufsichtsrat

Die CG Gruppe gehört zu den größten Wohnungsentwicklern der Republik. Das Unternehmen wurde vor mehr als 25 Jahren von Christoph Gröner gegründet und seitdem erfolgreich durch den Vollblutunternehmer geführt. Zukünftig wird die CG Gruppe jedoch als Consus RE AG firmieren. Christoph Gröner verlässt den Vorstand und wechselt in den Aufsichtsrat der CG Gruppe. Als Gründer und einer der Hauptaktionäre der CG Gruppe wird er der Gesellschaft auch zukünftig eng verbunden bleiben.

Jens Jäpel ist neuer CEO der Census RE AG

Jens Jäpel ist neuer CEO der Consus RE AG | Foto: Census RE AG

Jens Jäpel wird neuer CEO der Consus RE AG

Jens Jäpel wird mit sofortiger Wirkung zum Vorstandsvorsitzenden (Chief Executive Officer, CEO) der CG Gruppe AG („CG Gruppe“) ernannt. Bisher war Jens Jäpel als Generalbevollmächtigter der Consus Real Estate AG und Verwaltungsrat der Consus Swiss Finance AG tätig und verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich Development. Jens Jäpel wird als neuer CEO von Jürgen Kutz (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) weiterhin als Chief Operating Officer (COO) sowie Theodorus Gorens, Chief Financial Officer (CFO), unterstützt.

Optimale Nutzung von Synergieeffekten im Konzern

Die CG Gruppe ist seit 2017 eine Tochtergesellschaft der Consus und damit Teil des größten Immobilienentwicklers Deutschlands. Consus wird in Zukunft mehr Verantwortung im operativen Geschäft seiner Tochtergesellschaft übernehmen. Dadurch werden Synergien innerhalb des Gesamtkonzerns optimal genutzt und erweitert sowie der langfristige und nachhaltige Erfolg der Gruppe weiter ausgebaut.

Andreas Steyer, Vorsitzender des Aufsichtsrates der CG Gruppe, sagt: „Wir danken dem Unternehmer Christoph Gröner für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie sein hohes persönliches Engagement bei der Weiterentwicklung der CG Gruppe hin zu einem der bundesweit führenden Projektentwickler. Wir freuen uns darüber, dass er dem Unternehmen weiter verbunden bleibt.“

Kerngeschäft bleibt unverändert

„Immobilien sind mehr als nur Produkte – mit ihnen verbindet sich eine Weltanschauung“, so das Credo von Christoph Gröner, der die seine Initialen repräsentierende Marke „CG“ behält.

Die Umfirmierung ist ein weiterer konsequenter Schritt der Integration innerhalb des Gesamtkonzerns. Das Kerngeschäft in den Segmenten Entwicklung und Bau bleibt im Wesentlichen unverändert. Der Fokus liegt auch in Zukunft auf der Entwicklung von dringend benötigten Wohnimmobilien in Ballungszentren und ganzheitlichen Quartieren in den großen deutschen Städten. Dabei soll auch der Bestand des Gesamtkonzerns an der Wertschöpfung – Neubau von Wohnimmobilien – erheblich partizipieren („Build and Hold“ Konzept). (red)

Die Welt nach Corona

Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei“ ist.

Ein Beitrag von Matthias Horx

Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird” und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt.

Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Dafür möchte ich Ihnen eine Übung anbieten, mit der wir in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nennen sie die RE-Gnose. Im Gegensatz zur PRO-Gnose schauen wir mit dieser Technik nicht »in die Zukunft«. Sondern von der Zukunft aus ZURÜCK ins Heute. Klingt verrückt? Versuchen wir es einmal:

Die Re-Gnose: Unsere Welt im Herbst 2020

Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafé in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Straße bewegen sich wieder Menschen.

Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee, wieder wie früher? Wie damals vor Corona?
Oder sogar besser?
Worüber werden wir uns rückblickend wundern?

Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre führten viele von sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kam. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. Das hat schon mancher erlebt, der zum Beispiel Intervallfasten probierte – und dem plötzlich das Essen wieder schmeckte. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde, sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.

Die gesellschaftliche Höflichkeit, die wir vorher zunehmend vermissten, stieg an.

Jetzt im Herbst 2020 herrscht bei Fußballspielen eine ganz andere Stimmung als im Frühjahr, als es jede Menge Massen-Wut-Pöbeleien gab. Wir wundern uns, warum das so ist.

Wir werden uns wundern, wie schnell sich plötzlich Kulturtechniken des Digitalen in der Praxis bewährten. Tele- und Videokonferenzen, gegen die sich die meisten Kollegen immer gewehrt hatten (der Business-Flieger war besser) stellten sich als durchaus praktikabel und produktiv heraus. Lehrer lernten eine Menge über Internet-Teaching. Das Homeoffice wurde für Viele zu einer Selbstverständlichkeit – einschließlich des Improvisierens und Zeit-Jonglierens, das damit verbunden ist.

Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Das Virus brachte eine neue Kultur des Langtelefonieren ohne Second Screen hervor. Auch die »messages« selbst bekamen plötzlich eine neue Bedeutung. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden mehr zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der Verbindlichkeit.

Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen, auch junge Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge (ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort war). Bücher lesen wurde plötzlich zum Kult.

Reality Shows wirkten plötzlich grottenpeinlich. Der ganze Trivia-Trash, der unendliche Seelenmüll, der durch alle Kanäle strömte. Nein, er verschwand nicht völlig. Aber er verlor rasend an Wert.
Kann sich jemand noch an den Political-Correctness-Streit erinnern? Die unendlich vielen Kulturkriege um … ja um was ging da eigentlich?

Krisen wirken vor allem dadurch, dass sie alte Phänomene auflösen, überflüssig machen…

Zynismus, diese lässige Art, sich die Welt durch Abwertung vom Leibe zu halten, war plötzlich reichlich out.
Die Übertreibungs-Angst-Hysterie in den Medien hielt sich, nach einem kurzen ersten Ausbruch, in Grenzen.

Nebenbei erreichte auch die unendliche Flut grausamster Krimi-Serien ihren Tipping Point.

Wir werden uns wundern, dass schließlich doch schon im Sommer Medikamente gefunden wurden, die die Überlebensrate erhöhten. Dadurch wurden die Todesraten gesenkt und Corona wurde zu einem Virus, mit dem wir eben umgehen müssen – ähnlich wie die Grippe und die vielen anderen Krankheiten. Medizinischer Fortschritt half. Aber wir haben auch erfahren: Nicht so sehr die Technik, sondern die Veränderung sozialer Verhaltensformen war das Entscheidende. Dass Menschen trotz radikaler Einschränkungen solidarisch und konstruktiv bleiben konnten, gab den Ausschlag. Die human-soziale Intelligenz hat geholfen. Die vielgepriesene Künstliche Intelligenz, die ja bekanntlich alles lösen kann, hat dagegen in Sachen Corona nur begrenzt gewirkt.

Damit hat sich das Verhältnis zwischen Technologie und Kultur verschoben. Vor der Krise schien Technologie das Allheilmittel, Träger aller Utopien. Kein Mensch – oder nur noch wenige Hartgesottene – glauben heute noch an die große digitale Erlösung. Der große Technik-Hype ist vorbei. Wir richten unsere Aufmerksamkeiten wieder mehr auf die humanen Fragen: Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander?

Wir staunen rückwärts, wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.

Wir werden uns wundern, wie weit die Ökonomie schrumpfen konnte, ohne dass so etwas wie »Zusammenbruch« tatsächlich passierte, der vorher bei jeder noch so kleinen Steuererhöhung und jedem staatlichen Eingriff beschworen wurde. Obwohl es einen »schwarzen April« gab, einen tiefen Konjunktureinbruch und einen Börseneinbruch von 50 Prozent, obwohl viele Unternehmen pleitegingen, schrumpften oder in etwas völlig anderes mutierten, kam es nie zum Nullpunkt. Als wäre Wirtschaft ein atmendes Wesen, das auch dösen oder schlafen und sogar träumen kann.

Heute im Herbst, gibt es wieder eine Weltwirtschaft. Aber die Globale Just-in-Time-Produktion, mit riesigen verzweigten Wertschöpfungsketten, bei denen Millionen Einzelteile über den Planeten gekarrt werden, hat sich überlebt. Sie wird gerade demontiert und neu konfiguriert. Überall in den Produktionen und Service-Einrichtungen wachsen wieder Zwischenlager, Depots, Reserven. Ortsnahe Produktionen boomen, Netzwerke werden lokalisiert, das Handwerk erlebt eine Renaissance. Das Global-System driftet in Richtung GloKALisierung: Lokalisierung des Globalen.

Wir werden uns wundern, dass sogar die Vermögensverluste durch den Börseneinbruch nicht so schmerzen, wie es sich am Anfang anfühlte. In der neuen Welt spielt Vermögen plötzlich nicht mehr die entscheidende Rolle. Wichtiger sind gute Nachbarn und ein blühender Gemüsegarten.

Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?

RE-Gnose: Gegenwartsbewältigung durch Zukunfts-Sprung

Warum wirkt diese Art der »Von-Vorne-Szenarios« so irritierend anders als eine klassische Prognose? Das hängt mit den spezifischen Eigenschaften unseres Zukunfts-Sinns zusammen. Wenn wir »in die Zukunft« schauen, sehen wir ja meistens nur die Gefahren und Probleme »auf uns zukommen«, die sich zu unüberwindbaren Barrieren türmen. Wie eine Lokomotive aus dem Tunnel, die uns überfährt. Diese Angst-Barriere trennt uns von der Zukunft. Deshalb sind Horror-Zukünfte immer am Einfachsten darzustellen.

Re-Gnosen bilden hingegen eine Erkenntnis-Schleife, in der wir uns selbst, unseren inneren Wandel, in die Zukunftsrechnung einbeziehen. Wir setzen uns innerlich mit der Zukunft in Verbindung, und dadurch entsteht eine Brücke zwischen Heute und Morgen. Es entsteht ein »Future Mind« – Zukunfts-Bewusstheit.

Wenn man das richtig macht, entsteht so etwas wie Zukunfts-Intelligenz. Wir sind in der Lage, nicht nur die äußeren »Events«, sondern auch die inneren Adaptionen, mit denen wir auf eine veränderte Welt reagieren, zu antizipieren.

Das fühlt sich schon ganz anders an als eine Prognose, die in ihrem apodiktischen Charakter immer etwas Totes, Steriles hat. Wir verlassen die Angststarre und geraten wieder in die Lebendigkeit, die zu jeder wahren Zukunft gehört.

Wir alle kennen das Gefühl der geglückten Angstüberwindung. Wenn wir für eine Behandlung zum Zahnarzt gehen, sind wir schon lange vorher besorgt. Wir verlieren auf dem Zahnarztstuhl die Kontrolle und das schmerzt, bevor es überhaupt wehtut. In der Antizipation dieses Gefühls steigern wir uns in Ängste hinein, die uns völlig überwältigen können. Wenn wir dann allerdings die Prozedur überstanden haben, kommt es zum Coping-Gefühl: Die Welt wirkt wieder jung und frisch und wir sind plötzlich voller Tatendrang.

Coping heißt: bewältigen. Neurobiologisch wird dabei das Angst-Adrenalin durch Dopamin ersetzt, eine Art körpereigener Zukunfts-Droge. Während uns Adrenalin zu Flucht oder Kampf anleitet (was auf dem Zahnarztstuhl nicht so richtig produktiv ist, ebenso wenig wie beim Kampf gegen Corona), öffnet Dopamin unsere Hirnsynapsen: Wir sind gespannt auf das Kommende, neugierig, vorausschauend. Wenn wir einen gesunden Dopamin-Spiegel haben, schmieden wir Pläne, haben Visionen, die uns in die vorausschauende Handlung bringen.

Erstaunlicherweise machen viele in der Corona-Krise genau diese Erfahrung. Aus einem massiven Kontrollverlust wird plötzlich ein regelrechter Rausch des Positiven. Nach einer Zeit der Fassungslosigkeit und Angst entsteht eine innere Kraft. Die Welt »endet«, aber in der Erfahrung, dass wir immer noch da sind, entsteht eine Art Neu-Sein im Inneren.

Mitten im Shut-Down der Zivilisation laufen wir durch Wälder oder Parks, oder über fast leere Plätze. Aber das ist keine Apokalypse, sondern ein Neuanfang.

So erweist sich: Wandel beginnt als verändertes Muster von Erwartungen, von Wahrnehmungen und Welt-Verbindungen. Dabei ist es manchmal gerade der Bruch mit den Routinen, dem Gewohnten, der unseren Zukunfts-Sinn wieder freisetzt. Die Vorstellung und Gewissheit, dass alles ganz anders sein könnte – auch im Besseren.

Vielleicht werden wir uns sogar wundern, dass Trump im November abgewählt wird. Die AFD zeigt ernsthafte Zerfransens-Erscheinungen, weil eine bösartige, spaltende Politik nicht zu einer Corona-Welt passt. In der Corona-Krise wurde deutlich, dass diejenigen, die Menschen gegeneinander aufhetzen wollen, zu echten Zukunftsfragen nichts beizutragen haben. Wenn es ernst wird, wird das Destruktive deutlich, das im Populismus wohnt.

Politik in ihrem Ur-Sinne als Formung gesellschaftlicher Verantwortlichkeiten bekam dieser Krise eine neue Glaubwürdigkeit, eine neue Legitimität. Gerade weil sie »autoritär« handeln musste, schuf Politik Vertrauen ins Gesellschaftliche. Auch die Wissenschaft hat in der Bewährungskrise eine erstaunliche Renaissance erlebt. Virologen und Epidemiologen wurden zu Medienstars, aber auch »futuristische« Philosophen, Soziologen, Psychologen, Anthropologen, die vorher eher am Rande der polarisierten Debatten standen, bekamen wieder Stimme und Gewicht.

Fake News hingegen verloren rapide an Marktwert. Auch Verschwörungstheorien wirkten plötzlich wie Ladenhüter, obwohl sie wie saures Bier angeboten wurden.

Ein Virus als Evolutionsbeschleuniger

Tiefe Krisen weisen obendrein auf ein weiteres Grundprinzip des Wandels hin: Die Trend-Gegentrend-Synthese.

Die neue Welt nach Corona – oder besser mit Corona – entsteht aus der Disruption des Megatrends Konnektivität. Politisch-ökonomisch wird dieses Phänomen auch »Globalisierung« genannt. Die Unterbrechung der Konnektivität – durch Grenzschließungen, Separationen, Abschottungen, Quarantänen – führt aber nicht zu einem Abschaffen der Verbindungen. Sondern zu einer Neuorganisation der Konnektome, die unsere Welt zusammenhalten und in die Zukunft tragen. Es kommt zu einem Phasensprung der sozio-ökonomischen Systeme.

Die kommende Welt wird Distanz wieder schätzen – und gerade dadurch Verbundenheit qualitativer gestalten. Autonomie und Abhängigkeit, Öffnung und Schließung, werden neu ausbalanciert. Dadurch kann die Welt komplexer, zugleich aber auch stabiler werden. Diese Umformung ist weitgehend ein blinder evolutionärer Prozess – weil das eine scheitert, setzt sich das Neue, überlebensfähig, durch. Das macht einen zunächst schwindelig, aber dann erweist es seinen inneren Sinn: Zukunftsfähig ist das, was die Paradoxien auf einer neuen Ebene verbindet.

Dieser Prozess der Komplexierung – nicht zu verwechseln mit Komplizierung – kann aber auch von Menschen bewusst gestaltet werden. Diejenigen, die das können, die die Sprache der kommenden Komplexität sprechen, werden die Führer von Morgen sein. Die werdenden Hoffnungsträger. Die kommenden Gretas.

„Wir werden durch Corona unsere gesamte Einstellung gegenüber dem Leben anpassen – im Sinne unserer Existenz als Lebewesen inmitten anderer Lebensformen.”

Slavo Zizek im Höhepunkt der Coronakrise Mitte März

Jede Tiefenkrise hinterlässt eine Story, ein Narrativ, das weit in die Zukunft weist. Eine der stärksten Visionen, die das Coronavirus hinterlässt, sind die musizierenden Italiener auf den Balkonen. Die zweite Vision senden uns die Satellitenbilder, die plötzlich die Industriegebiete Chinas und Italiens frei von Smog zeigen. 2020 wird der CO²-Ausstoß der Menschheit zum ersten Mal fallen. Diese Tatsache wird etwas mit uns machen.

Wenn das Virus so etwas kann – können wir das womöglich auch? Vielleicht war der Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden. Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt.

Aber sie kann sich neu erfinden.
System reset. 
Cool down!
Musik auf den Balkonen!
So geht Zukunft.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.horx.com und www.zukunftsinstitut.de. Von dort ist auch dieser Beitrag von Matthias Horx. 

In Zeiten der Krise: Berlin unterstützt seine Unternehmen

In den vergangenen Tagen mussten zahlreiche Clubs, Bars und Geschäfte in Berlin schließen. Vielen droht bereits nach kurzer Zeit der Anordnung die Insolvenz. Denn obwohl 100 Prozent der Einnahmen ausbleiben, müssen Mieten und Löhne weiterhin gezahlt werden. Um eine Welle der Arbeitslosigkeit zu verhindert, bietet der Berliner Senat den Betreibern deshalb ab sofort monetäre Unterstützung an.

Liquiditätsfond steht ab heute zur Verfügung

Um die schlimmsten Folgen der wirtschaftlichen Katastrophe abzuwenden, stellt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop in Zusammenarbeit mit der Investitionsbank Berlin (IBB) eine Liquiditätshilfe für Unternehmen mit bis 250 Mitarbeitern zur Verfügung. „Das Corona Virus stellt unsere gesamte Gesellschaft vor große Herausforderungen. Diesen Herausforderungen stellen wir uns. Unsere Aufgabe ist es, die Berliner Wirtschaft möglichst unbeschädigt durch die nächsten Wochen und Monate zu geleiten. Wir werden alles unternehmen, damit die Unternehmen gut durch die Krise kommen, um Existenzen zu retten und Arbeitsplätze zu sichern. Ich bin allen Partnern, insbesondere der IBB und der Bundesagentur für Arbeit und ihren engagierten Teams sehr dankbar, dass sie uns in dieser Krise schnell und lösungsorientiert unterstützen.“, erklärt Pop. Anträge können ab heute auf der Webseite der IBB gestellt werden. Zugang haben unter anderem Bars, Clubs und betroffene Freiberufler. Zunächst steht ein 100 Millionen Euro großer Überbrückungskredit bereit, welcher dann nochmal auf 200 Millionen Euro aufgestockt werden könnte. Zusätzlich tragen die Bürgschaftsbanken noch einmal 100 Millionen Euro bei, sodass im Endeffekt 300 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Manche Branchen trifft es besonders stark

Viele Berliner leiden jetzt schon unter dem Entzug der kulturellen Angebote und all den anderen Möglichkeiten, die das öffentliche Leben dem Großstädter normalerweise nahezu rund um die Uhr zur Verfügung stellt. Dennoch ist das Leid derer, die eingeschlossen im Homeoffice ihre Einsamkeit bedauern, nichts im Vergleich zu denen, die gar keiner Arbeit mehr nachgehen können. Nachdem am Wochenende Clubs und Bars schließen mussten, folgten ihnen gestern weitere Ladengeschäfte. Auch Hotels dürfen keine touristischen Übernachtungen mehr anbieten. Zahlreiche Berliner Betriebe haben schlichtweg nicht genug Rücklagen, um einer Insolvenz bei mehrwöchiger Schließung zu entgehen. Denn trotz des Öffnungsverbots müssen sie noch Miete bezahlen und möchten ihre Mitarbeiter vor der Armut zu bewahren.

Fast alles ist geschlossen

Um die rasante Verbreitung des COVID-19-Virus einzudämmen, sind Theater, Clubs und Bars schon seit vergangenem Samstag geschlossen. Seit gestern müssen auch alle Geschäfte bis auf Apotheken, Supermärkte, Lieferdienste und Banken schließen. Restaurants dürfen nur noch bis 18 Uhr eröffnen und es herrschen erhöhte Hygienemaßnahmen. In den vergangenen Tagen ist die Polizei verstärkt durch die Straßen Berlins patrouilliert, um zu kontrollieren ob Lokale und Geschäfte sich an das Gebot halten. (aak)

Immobilienprofi Lars Schriewer ist neuer Alleinvorstand von Accentro

Führungswechsel bei einem der marktführenden Wohnungsprivatisierer Deutschland: Accentro Real Estate wird künftig nicht mehr von Jacopo Mingazzini geführt. Der bisherige Alleinvorstand verlässt das in der Hauptstadt beheimatete Unternehmen, da er sich anderen Aufgaben zuwenden wolle. Nach einer cooling-off-Periode soll Mingazzini in zwei Jahren in den Aufsichtsrat gewählt werden. Mingazzini war acht Jahre, seit März 2012, das einzige Vorstandsmitglied der Gesellschaft.

Immobilienprofi Lars Schriewer ist zukünftiger Alleinvorstand

Neuer Alleinvorstand wird Lars Schriewer. Der erfahrene Real Estate- und Kommunikationsprofi ist Gesellschafter der Anden Beteiligungs GmbH und war vorher unter anderem bei der Schweizer SSN Group als Vice President Communications & Investor Relations sowie bei den Wohnungsgesellschaften Vivacon (Direktor Kommunikation) und Westgrund beschäftigt. Die SSN Group entwickelte in der Hauptstadt das Quartier Bundesallee, zukünftiger Sitz der Berliner Volksbank, das Franklin-Haus in Charlottenburg und THE WILHELM in Berlin-Mitte. 2019 wurde das Unternehmen durch die Consus AG übernommen.

Bundesweiter Marktführer in der Wohnungsprivatisierung

Die ACCENTRO Real Estate AG ist marktführend in der Wohnungsprivatisierung in Deutschland. Neben dem Heimatmarkt Berlin konzentriert sich das Unternehmen auf aussichtsreiche Metropolregionen wie Hamburg, Rhein-Ruhr, das Rhein-Main-Gebiet, Leipzig. Erst kürzlich baute der Immobilienkonzern  sein Engagement in Berlin aus und erwarb 115 Wohneinheiten mit einer nicht näher bezifferten Gesamtfläche für einen Preis von 23,9 Millionen Euro. Zuvor wurden in weiteren Transaktionen in der Hauptstadtregion 113 Einheiten für insgesamt 16,35 Millionen Euro beurkundet. Darüber hinaus wird das Portfolio im Laufe der ersten Jahreshälfte 2020 um weitere Objekte im Wert von 7 Millionen Euro in Köln, Bonn und Krefeld ergänzt.

Im Geschäftsbereich Privatisierung verkauft ACCENTRO Wohnungen aus dem eigenen Bestand an Eigennutzer und Kapitalanleger oder – zusammengefasst als Portfolios – an institutionelle Investoren. Im Geschäftsbereich Services & Ventures vermarktet ACCENTRO Wohnungen für Investoren und Projektentwickler – auch im Rahmen von Beteiligungen an Joint Ventures. (red)

 

Berliner Senat plant COVID-19-Krankenhaus

Die Corona-Pandemie breitet sich weiter aus und fast stündlich werden neue Maßnahmen getroffen, um dies zu verhindern – Clubs, Theater und Sportstätten bleiben geschlossen. Den Ernst der Lage verdeutlichen auch die neusten Bemühungen zur Eindämmung des Virus des Berliner Senats. Ein neues Krankenhaus für Corona-Patienten soll auf dem Messegelände entstehen.

Oberste Priorität: Engpässe vermeiden

Der Berliner Senat geht den Forderungen der Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci nach und plant ein COVID-19-Krankenhaus, welches bis zu 1.000 Patienten beherbergen kann. Mit Hilfe der Bundeswehr und weiteren Partnern entsteht das Hospital voraussichtlich auf dem Berliner Messegelände. „Diese Maßnahme ist eine Ergänzung zu der gut aufgestellten Berliner Krankenhauslandschaft, um möglichen Engpässen zu begegnen.“, betont Kalayci. Wann genau die zusätzlichen Kapazitäten verfügbar sind, ist jedoch noch unklar.

Berlins Krankenhäuser rüsten auf

Da der Senat den Höhepunkt der Ausbreitung des Virus noch erwartet, sind weitere Maßnahmen in Planung. Die Berliner Notfalleinrichtungen werden in drei Versorgungsstufen eingeordnet. So werden zukünftig Patienten je nach Schweregrad ihrer Erkrankung in der dafür vorgesehenen Einrichtung behandelt. Hinter der Arbeitsteilung steht die Hoffnung, dass Mediziner somit maximal effizient agieren können. Gleichzeitig sind die Hospitäler angewiesen ihre Kapazitäten in den Intensivstationen aufzustocken. Insbesondere für hinreichende Beatmungsgeräte sollen die Zuständigen Sorge tragen. Aber nicht nur das – der Senat fordert die Krankenhäuser zudem auf, medizinische Behandlungen, die nicht dringend notwendig sind, zu verschieben. Dadurch können sich die Ärzte verstärkt auf die COVID-19-Patienten fokussieren.

Corona hält Deutschland fest im Griff

Aktuell gibt 9.919 bestätigte Corona-Infizierte in Deutschland, 383 von ihnen leben in Berlin. Mit drastischen Maßnahmen versucht die Regierung die Ausbreitung des Virus zu entschleunigen. Daher finden immer mehr Restriktionen des öffentlichen Lebens statt. Bars, Clubs, Kinos, Kitas und Schulen hat der Berliner Senat bereits geschlossen. Auch in den Nachbarländern der Republik sieht es nicht besser aus, teilweise sogar schlimmer: Erst vor zwei Tagen verordnete der französische Präsident Macron eine Ausgangssperre, die gestern in Kraft getreten ist. Ob die deutsche Regierung diesen radikalen Schritt ebenfalls für notwendig empfindet, bleibt abzuwarten. (aak)

Parley For The Oceans – Surfboard-Art gegen Plastik um Meer

Unmengen an Plastikmüll landen jeden Tag in den Ozeanen und belasten das Ökosystem samt seiner Meeresbewohner und zahlreichen Biotope. Kunst ist eine Möglichkeit, mit kreativer Symbolik ein Bewusstsein für die Verschmutzung der Ozeane zu schaffen, wie ein aktuelles Projekt der bedeutendsten deutschen Gegenwartskünstlerin Katharina Grosse zeigt. die für ihre raumfüllenden Sprayarbeiten bekannte Freiburgerin hat für Parley For The Oceans Surfboards farblich bearbeitet, um auf die Umweltschutzinitiative aufmerksam zu machen.

Umweltfreundliche Wellenreiter von Katharina Grosse

Die Arbeiten der international gefeierten und in Berlin lebenden Künstlerin werden inzwischen auf der ganzen Welt, unter anderem in der Schweiz, Frankreich, China und den USA, ausgestellt. Dabei hat sich Katharina Grosse besonders durch ihre abstrakten Arbeiten einen Namen gemacht. Für ihr aktuelles Projekt, das in Zusammenarbeit mit Parley For The Oceans entstanden ist, hat sie 20 Surfboards entworfen, um symbolisch ein Zeichen gegen die Verschmutzung der Weltmeere zu setzen. Kein Werk gleicht dem anderen. Alle Exponate ahmen in ihrer Farbigkeit und Dynamik die Bewegung der Wellen nach und tragen sichtbar die Handschrift der Künstlerin. Zudem sind ihre kreativen Interpretationen der Weltmeere, festgehalten auf nachhaltig erwirtschaftetem Holz, Harz und Glasfaserstoff, nicht nur gelungene Kunstwerke und eine Hommage an die Ozeane, sondern unterstützen auch einen guten Zweck. Denn die Erlöse der verkauften Surfboards gehen alle an das Parley Global Cleanup Network.

Parley For The Oceans – im Kampf gegen die Verschmutzung der Meere

Hinter dem Netzwerk Parley Global Cleanup Network, einem Zusammenschluss von Organisationen, die Plastikmüll von Stränden und aus Flüssen entfernen, steckt die Umweltorganisation Parley For The Oceans. Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 setzt sich die Initiative für den Schutz der Meere vor Plastikmüll ein. Durch Aufklärung und Bildung, direkte Maßnahmen, ökologische Innovationen und Forschung soll gegen die Verschmutzung der Ozeane vorgegangen werden, die nicht nur die Vielfalt der Meerestiere bedroht, sondern auch zunehmend die Gesundheit von Konsumenten des Fischhandels gefährdet.

Parley For The Oceans-Gründer Cyrill Gutsch hat die ernstzunehmende Entwicklung der Meeresverschmutzung treffend zusammengefasst: „We are at war with the oceans. If we win, we lose it all.” Glaubt man aktuellen wissenschaftlichen Studien, bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit, die Ozeane zu retten. Umweltforscher gehen davon aus, dass bis 2025 alle Korallenriffe verschwunden sein werden und Meereslebewesen in den nächsten Jahrzehnten ein Massensterben droht. Allerdings scheint es trotz aktueller politischer Bemühungen schwierig, die Verschmutzung der Ozeane einzudämmen. So befinden sich Schätzungen von Parley for the Oceans zufolge bereits 250.000 Tonnen Plastik im Meer – Tendenz steigend.

Gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Ozeane leisten

Um ihrem erklärten Ziel, der Rettung der Meere, näher zu kommen, arbeitet die Umweltorganisation mit zahlreichen Unternehmen, Marken, Künstlern und Wissenschaftlern zusammen. So kooperiert Parley For The Oceans nicht nur mit Katharina Grosse, sondern auch mit den Malediven, den Vereinten Nationen und seit 2015 auch mit adidas. Gemeinsam mit dem Modelabel entwickelt die Organisation zum Beispiel Sportbekleidung aus recycelten Plastikabfällen und Netzen aus dem Meer. Die aktuelle Kooperation mit der deutschen Künstlerin präsentiert die Kunstwerke in New York und Berlin. Auf einer Künstlerdiskussion in der Galerie König mit Grosse und dem Bestsellerautor Frank Schätzing (Der Schwarm) wurden die Boards in Berlin vorgestellt und – kein Wunder – auch schnell verkauft. (sz)

Die BERLINboxx unterstützt die Umwelt Organisation Parley For The Oceans mit verschiedenen Aktionen im Jahr 2020.