Kosten für Bauland in Berlin explodieren

Wer in Berlin bauen möchte, muss einiges an Grundstückskosten einplanen. Laut Angaben des statistischen Bundesamtes ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Berlin um 77% gestiegen. 2016 mussten Investoren im Schnitt 393 Euro pro Quadratmeter Bauland zahlen – im letzten Jahr stieg der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf satte 695 Euro.

Als Folge steigerten sich auch die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen in Berlin um 26%. Bei den Grundstücken selbst verhielt es sich jedoch gegensätzlich. Die Anzahl an verkauften Grundstücken reduzierte sich um 155. Ebenso die verkaufte Fläche: 2016 wurden noch 2,4 Millionen Quadratmeter Bauland verkauft, 2017 hingegen nur noch 1,7 Millionen Quadratmeter. Diese Zahlen sind ein Indiz für sich verknappende Ressourcen auf dem Immobilienmarkt.

Es wird mehr Bauland in Randbezirken verkauft

Die verschiedenen Bezirke fallen in der Gesamtbetrachtung ganz unterschiedlich ins Gewicht. Während in Spandau die Kosten für einen Quadratmeter Bauland 2017 bei durchschnittlich 247 Euro lagen, zahlten Käufer in Friedrichshain-Kreuzberg fast 4900 Euro. Es scheint daher nicht verwunderlich, dass weniger als zwei Prozent der Verkäufe auf letzteren Bezirk entfielen. Das Landesamt für Statistik teilte jedoch mit, dass die hohen Kosten in dem Szenebezirk durch einen nicht näher definierten „Ausreißer“ zustande kamen.

Doch auch ohne den „Ausreißer“ lässt sich ein klarer Trend erkennen – und der geht in die Randbezirke. Die meisten Grundstücke wurden 2017 in Marzahn-Hellersdorf verkauft, gefolgt von Pankow, Treptow-Köpenick und Spandau. Was jedoch in der Statistik nicht auftaucht, sind die Charakteristika der Bezirke. In den Randbezirken sind beispielsweise wesentlich mehr freie Flächen verfügbar als innerhalb des Rings. Dazu kommen vielschichtige Unterschiede im Baurecht und den Zielgruppen der Bezirke. Viel. Ein rein statistischer Vergleich der Bezirke ist daher nur begrenzt aussagekräftig.

Grundstückskosten gefährden Projekte des Senats

Vor allem für die ehrgeizigen Ziele des Senats könnten die Grundstückspreise zum Problem werden. Die rot-rot-grüne Regierung hat sich vorgenommen, in dieser Legislaturperiode 30.000 neue Wohnungen zu bauen. Die Miete dieser Wohnungen soll zehn Euro je Quadratmeter nicht übersteigen. Sollten die landeseigenen Unternehmen für die Realisierung der Projekte jedoch Bauland ankaufen müssen, könnten diese Ziele gefährdet sein. „Als landeseigene Gesellschaft haben wir den Auftrag, bezahlbaren Wohnraum herzustellen“, bestätigte Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft Howoge. „Die aktuelle Marktsituation macht es uns jedoch immer schwerer.“

Katrin Lompscher (Linke), Senatorin für Stadtentwicklung, erläuterte, dass der Erwerb von Grundstücken durch private Investoren unproblematisch sei, solange eine zügige Bebauung stattfinde. „Leider ist das aber häufig nicht der Fall, und hinter dem Erwerb steht vor allem die Erwartung an einen höheren Gewinn“, betonte die Senatorin. Auch bei den anderen Parteien herrscht Konsens über eine erwünschte zügige Bebauung. Dennoch dürfe der Senat nicht der Ausbau der Infrastruktur vor Ort vergessen , fordert der baupolitische Sprecher der CDU, Christian Gräff. „Das macht mehr Sinn, als unangemessen teure Immobilienankäufe in der Innenstadt durchzupeitschen.“

Senat fordert eine Spekulationspreisbremse

Um der Preissteigerung entgegenzusteuern, fordert der Senat eine Spekulationsbremse. Doch da das Land im Steuerrecht keine ausreichende Befugnis habe, müsse der Bund die Spekulation stärker regulieren, findet Senatorin Lompscher. „Berlin hat den Verkauf zum Höchstpreis längst eingestellt, der Bund muss endlich nachziehen“, so die Senatorin.

Als zusätzlichen Lösungsansatz auf Landesebene fordert die Vorsitzende des Verbands Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU), Maren Kern, die Politik auf, „ernst zu machen mit einer aktiven Liegenschaftspolitik“. Sie sieht die Bebauung großer Eigentumsflächen, wie beispielsweise des Tempelhofer Felds oder der Elisabethaue, als Lösung für die Wohnungsnot. Das Ziel sei, „dass gemeinwohlorientierte Bauherren vergünstigtes Land für den Bau bezahlbarer Mietwohnungen bekommen.“ Bei diesen Flächen müsste sich der Senat jedoch gegen Anwohnerproteste und Bürgerinitiativen durchsetzen. (ke)

Senat verwirft Umbau von Olympiastadion in reines Fußballstadion

Die Leichtathletik-EM hat gezeigt, dass große Sportveranstaltungen nach wie vor Menschenmassen ins Olympiastadion locken können. Allerdings ist die Zukunft des Stadions ungewiss. Ankermieter Hertha BSC wünscht sich ein reines Fußballstadion, doch der Senat erteilt dem Umbau eine Absage.

Sportsenator Andreas Geisel (SPD) hält einen Umbau des Olympiastadions für „ziemlich ausgeschlossen“. Da das Land Berlin Eigentümer des Stadions ist, müsste der Umbau aus der Landeskasse finanziert werden. Damit verwirft der Senator seinen eigenen Vorschlag. „200 Millionen Euro Steuergelder einzusetzen und Hauptnutzer Hertha BSC sagt hinterher, so wolle er es nicht, ist ganz schön viel Geld. Das halte ich für ausgeschlossen“, erklärte der Sportsenator gegenüber dem rbb. Im Rahmen eines Umbaus wären LED-Leinwände angebracht, und die Tribünen näher an das Spielfeld geführt worden. Der Senat schlägt lediglich eine Modernisierung des Stadions vor, da nichtsdestotrotz die „Vorzugsvariante des Landes Berlin ist, dass Hertha weiter im Olympiastadion spielt.“

Hertha plant ein neues Stadion im Olympiapark

Hertha plant hingegen, angrenzend an das Olympiastadion ein neues Stadion zu errichten. Den Neubau würde der Verein privat finanzieren. Als Grund für die Abkehr vom Olympiastadion nannte der Fußballclub die Größe des Stadions. Es sei nie vollkommen gefüllt, weshalb bei den Spielen keine richtige Stimmung aufkomme. Daher soll das neue Stadion nur noch 55.000 Zuschauer fassen. Im Vergleich dazu – das Olympiastadion fasst knapp 75.000 Zuschauer. Den vom Senat vorgeschlagenen Umbau des Olympiastadions sieht auch der Verein als problematisch an. „Wir glauben nicht, dass es möglich ist, durch einen Umbau eine solche Atmosphäre herzustellen, wie wir sie brauchen. Das Olympiastadion kann man nicht steiler und kompakter bekommen“, sagte Hertha-Manager Michael Preetz dem Tagesspiegel gegenüber.

Momentan stehen einem Neubau jedoch einige Hindernisse im Weg. Das Land müsste Hertha die neue Fläche im Olympiapark überlassen. Zudem müsste die Infrastruktur ausgebaut werden. Das neue Stadion soll an den U-Bahnhof Ruhleben angebunden sein. Straßen müssten ausgebaut werden und neue Parkplätze entstehen. Außerdem spielen sowohl die Interessen der Anwohner aus Charlottenburg-Wilmersdorf, ebenso wie der Lärmschutz im Planungsprozess eine weitere Rolle.

Was wird ohne Hertha aus dem Olympiastadion?

Der Mietvertrag von Hertha BSC läuft 2025 aus. Die große Frage ist, was danach mit dem Olympiastadion geschieht. Ohne den Hauptmieter droht das Stadion die meiste Zeit des Jahres leer zu stehen. Das würde millionenschwere Verluste für das Land Berlin bedeuten. Aus diesem Grund versuchte der Senat, den Verein von einem Verbleib im Stadion zu überzeugen. Oder im Falle eines Neubaus zumindest einen Kompromiss auszuhandeln. Eine Möglichkeit wäre es, besucherstarke Spiele, wie Hertha gegen München, weiterhin im Olympiastadion auszutragen. Außerdem müsste der Verein eine Konkurrenzausschlussklausel unterschreiben, um dem Olympiastadion keine Gewinne abzuwerben.

Politisch wird ein Verbleib Herthas im Stadion von der FDP unterstützt. Stefan Förster, sportpolitischer Sprecher der FDP im Abgeordnetenhaus, plädiert dafür, alles beim Alten zu belassen. Er forderte provokativ, der Verein solle doch durch besseren Fußball und günstigere Konditionen Zuschauer ins Stadion locken. Allerdings steht die FDP mit diesem Vorschlag alleine dar, denn nicht nur die Parteien, auch Hertha BSC zeigte sich wenig begeistert. Die Koalition gab an, beide Möglichkeiten prüfen zu wollen, und sich nachfolgend festzulegen. Die CDU hingegen steht einem Neubau offen gegenüber.

Ist eine Entscheidung in Sicht?

Zurzeit sieht es nicht danach aus, als würden sich die Parteien bald einigen. Hertha hofft auf eine Entscheidung zugunsten seiner favorisierten Lösung, um zeitnah mit dem Neubau beginnen zu können. Auch der Sportausschuss des Abgeordnetenhauses plädiert für eine zügige Entscheidung. „Wir sollten möglichst noch in diesem Jahr, spätestens aber Anfang 2019 eine Entscheidung treffen, ob Hertha ein neues Fußballstadion bauen kann. Alles andere wäre unfair gegenüber dem Verein“, heißt es von Karin Halsch, Vorsitzende des Sportausschusses. Immerhin scheinen die Fronten sich in diesem Punkt einig zu sein. (ke)

Berliner Tourismus: Ausgewogenes Wachstum im 1. Halbjahr 2018

Der Berlin-Tourismus hat sich in den ersten sechs Monaten des Jahres gut entwickelt. Rund 6,4 Millionen Besucher kamen von Januar bis Juni 2018 in die deutsche Hauptstadt. Das waren rund 4,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 4,2 Prozent auf insgesamt 15,3 Millionen. Die Zahl der Besucher aus dem Ausland, die von Januar bis Juni nach Berlin reisten, stieg um 4,7 Prozent auf rund 2,5 Millionen. Aus dem Inland kamen 4,3 Prozent mehr Gäste, insgesamt rund 4 Millionen.

„Berlin ist das Schaufenster Deutschlands. Mit vier Prozent haben sich die Besucherzahlen in der Hauptstadt auf einem gesunden Niveau weiterentwickelt. Das Wachstum wird gleichmäßig von den Besuchern aus dem In- und aus dem Ausland getragen“, sagt Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin.

Kongressgeschäft: Erstmals mehr als 1 Million internationale Teilnehmer in Berlin

Auch die Berliner Kongresswirtschaft verzeichnete im ersten Halbjahr 2018 ein konstantes Wachstum. 65.790 Veranstaltungen (+2,8% im Vergleich zum Vorjahr) mit 5,08 Millionen Teilnehmern (+2,4 %) fanden in Berlin statt. Dabei kamen erstmals mehr als 1 Million Gäste aus dem Ausland – das sind zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Zu den wichtigsten Auslandsmärkten zählen Großbritannien sowie die USA. Durch die Tagungs- und Kongressreisenden wurden in Berlin 3,98 Millionen Übernachtungen generiert, eine Steigerung von zwei Prozent im Vorjahresvergleich. Somit trägt die Kongressbranche stabil zu einem Viertel der touristischen Übernachtungen in Berliner Hotelbetten bei.

Burkhard Kieker: „Das Tagungs- und Kongressgeschäft entwickelt eine verlässlich hohe Wertschöpfung für Berlin. Insbesondere der internationale Anteil der Geschäftsreisenden sorgt in der Stadt für hohe Einnahmen und sichere Jobs.“

Ausblick: „Nur mit Euch“ – Berlin lädt zum Fest zum Tag der Deutschen Einheit

visitBerlin wirbt in Kooperation mit Kulturprojekte Berlin im August und September deutschlandweit für Berlin als Reiseziel und einen Besuch des offiziellen Festes zum Tag der Deutschen Einheit, das vom 1. bis zum 3. Oktober in Berlin stattfindet. Die „Nur mit Euch“-Städtetour führt in fünf deutsche Städte: Dresden, Frankfurt am Main, München, Stuttgart und Köln. Im Mittelpunkt der Aktion steht eine einzigartige Spiegelinstallation. (red)

Family Summer Event am Kudamm-Beach Halensee

Die Kinder hatten einen Heidenspaß und mit ihnen die glücklichen Eltern. Das wohl schönste Kinderfest der Hauptstadt lockte am Sonntag mehr als 1.000 Kinder und Eltern in den Kudamm-Beach am Halensee. Schon von weitem konnte man die vielen bunten Luftballons sehen, die auf das kindgerecht geschmückte Gelände an der Königsallee hinwiesen. Und auf dem Gelände, das direkt zum Halensee führt, alles was ein Kinderherz erträumt.

Auf dem Halensee konnten die Kleinen Stand-up Paddling fahren oder mit bunten Gummitieren und Matratzen „in See stechen“. Die hochkreative Maria Köster von Maria’s Kinderclub – dürfte vielen als langjährige Geschäftsführerin vom Szene-Restaurant Borchardt`s bekannt sein – zeichnete mit ihren Partnerinnen Oksana Kolenitchenko (Fashion Mama Berlin) und Friederike Werner (Pepper PR) für Idee und Organisation verantwortlich. Die drei jungen Mütter überzeugten Siegfried Nehls von der Sanus AG und Tom Siebert von Allianz Roskos&Meier sowie den BMW-Händler Nefzger davon, als Sponsoren die finanzielle Grundlage für das Familienfest zu sichern.

Eltern und Sponsoren spenden für guten Zweck

Siegfried Nehls, der auch Hauptsponsor des Jüdischen Lichterfestes Chanukka am Brandenburger Tor ist, unterstützte mit Leidenschaft – insbesondere weil aus einem Teil der Erlöse des Festes krebskranken Kindern geholfen wird. Siegfried Nehls: „Wir unterstützen mit diesem Familienfest den Verein Kolibri Hilfe für krebskranke Kinder Deutschland e.V., der beispielhaft krebskranken Kindern, deren Eltern, Angehörigen und Freunden hilft und damit viel Leid zumindest mindert.

In Deutschland erkranken rund 1.800 Kinder jährlich bis zum 15. Lebensalter an Krebs. In den letzten drei Jahrzehnten haben sich die Heilungschancen für die jungen Patienten deutlich verbessert. Trotzdem ist die Erkrankung eines Kindes an Krebs nach wie vor eine extreme Belastung für die gesamte Familie. Hier ist Hilfe und Unterstützung gefragt und die geben wir mit voller Überzeugung!“

Prominenter Support

Der Verein Kolibri wird von vielen Prominenten unterstützt, so zum Beispiel von Boxtrainer Ulli Wegener, der Moderatorin Inka Brause oder Gesundheitspolitiker Mario Czaja.

Auch Tom Siebert, Partner bei Allianz RoskosMeier, der das erste Mal zu den Unterstützern des Family Summer Events zählt, betont die besondere Verpflichtung, kranken Kindern zu helfen: “Gerade wer auf der Sonnenseite des Lebens steht, sollte ein großes Herz zeigen bei diesem ernsten Thema!“

Das Kinderfest am Halensee war somit in jeder Hinsicht ein voller Erfolg: Viel Spaß und Freude für die rund 1.000 Kinder und Eltern und ein satter Scheck für den Verein Kolibri. Das sollte Schule machen! (fs)

Stockender Wohnungsbau: Berlin schafft 100 neue Stellen

Berlin ist nicht nur politisch gesehen ein wichtiges Zentrum, sondern auch ein attraktiver Wirtschaftsstandort für zahlreiche Investoren und Unternehmen. Im Zuge des daraus resultierenden starken Bevölkerungswachstums, platzt die Hauptstadt buchstäblich aus allen Nähten. Vor allem die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist dramatisch gestiegen.

Um dem Bevölkerungszuwachs zu begegnen, hat sich die rot-rot-grüne Koalition den Bau von 30.000 kommunalen Wohnungen bis 2021 zum Ziel gesetzt. Dabei sollen die meisten Wohnungen in den Bezirken Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Spandau entstehen. Allein in Lichtenberg sind bis zu 19-mal mehr neue Wohnungen als in Charlottenburg-Wilmersdorf geplant. Allerdings könnte der Senat den im Koalitionsvertrag vereinbarten Bau von 30.000 Wohnungen aufgrund des sich zuspitzenden Personalmangels noch weiter verfehlen als bisher absehbar.

Koalition wird die eigenen Wohnungsbauziele wohl verfehlen

Vor zwei Jahren haben SPD, Linke und Grüne im Koalitionsvertrag festgelegt, bis 2021 rund 55.000 zusätzliche landeseigene Wohnungen anzustreben, davon mindestens 30.000 Neubauwohnungen. Diese Zahlen musste Bausenatorin Katrin Lompscher jedoch vor kurzem nach unten korrigieren. Statt den 30.000 Wohnungen werden voraussichtlich nur 25.000 in den nächsten drei Jahren gebaut. Daraufhin hagelte es Kritik von allen Seiten, sowohl von der Opposition als auch von den Koalitionspartnern.

Letztendlich sei die mangelnde politische und administrative Unterstützung Schuld an der Wohnungsbaumisere. Die Wohnungsbaugesellschaften, die im Koalitionsvertrag zum Neubau der Wohnungen verpflichtet sind, beklagen sich über die mangelnde Unterstützung der Senatorin. „In Berlin herrscht kein konstruktives Bau- und Wachstumsklima“, urteilte Maren Kern, Chefin des Berliner Wohnungsverbandes BBU. Immer wieder scheitern Brauprojekte durch Proteste der Anwohner oder Bürgerinitiativen, die die Bebauung verhindern wollen. Lösungsvorschläge auf Senats- und Bezirksebene gibt es jedoch meist keine.

Senat plant 100 neue Stellen

Während die Wohnungsbaugesellschaften sich über die mangelnde Unterstützung des Senats beklagen, kritisiert Senatorin Lompscher die mangelnde Personalausstattung der Bezirke. Wenigstens hier ist nun eine Lösung in Sicht: Um den stockenden Wohnungsneubau zu beschleunigen, sollen in den Behörden 100 neue Stellen entstehen. Die neuen Stellen seien vor allem in den Stadtplanungs- und Umweltämtern der Bezirke vorgesehen. Allerdings sind die 100 Stellen bislang nicht im Doppelhaushalt 2018/2019 eingeplant, weshalb sie erst ab 2020 besetzt werden können. „Es macht aber keinen Sinn, so lange zu warten, wenn man beschleunigen will“, so Lompscher. „Das heißt also, dass wir diese 100 Stellen entweder aus dem laufenden Haushalt finanzieren oder in einem Nachtragshaushalt abbilden müssen“, sagt die Senatorin weiter.

Die 100 neu geschaffenen Stellen sind Teil des sogenannten Beschleunigungsprogramms für den Wohnungsbau, das Ende dieses Monats im Senat vorgelegt werden soll. Weiterhin sieht das Programm vor, die Wohnungsbaugesellschaften dazu aufzufordern, ihre Prioritäten nicht nur auf große, zeitaufwendige Bauvorhaben zu setzen, sondern ihren Fokus auch auf Dachausbauten, Aufstockungen und Ergänzungsbauten auf eigenen Grundstücken zu legen. Ob bis Ende 2021 die reduzierten Wohnungsbauvorhaben eingehalten werden, bleibt abzuwarten. Lompscher zeigte sich dem Vorhaben gegenüber jedoch zuversichtlich. (dn)

Millionenschwere Zuschläge für Lehrer an Brennpunkt-Schulen

An Schulen in sozialen Brennpunkten zu unterrichten, ist oftmals nicht attraktiv für Lehrer. Der Senat will nun neue Anreize schaffen, um den Lehrermangel an Brennpunkt-Schulen zu bekämpfen. Geplant ist ein Gehaltszuschlag für Lehrkräfte und Erzieher an Schulen mit hoher Armutsquote unter den Schülern.

Laut Maja Lasic, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, soll sich dieser Zuschlag auf monatlich 300 Euro brutto belaufen. Etwa 2.000 der insgesamt 30.000 Lehrer an Berliner Schulen könnten von dem Vorhaben profitieren.

Nicht nur Lehrer profitieren

Lehrkräfte allein können oftmals die Aufgaben an Problemschulen nicht bewältigen. Kriminalität, schwierige Elternarbeit und Anforderungen der Inklusion erschweren den Schulalltag. Daher setzt das Land vor allem in Grundschulen auf Erzieher, die den Unterricht unterstützen. Die Erzieher können nun auch mehr Geld erhalten; ihre Zulage soll die nächsthöhere Gehaltsstufe vorwegnehmen. „Das kann bei jeder Person anders ausfallen – zwischen 70 und 350 Euro“, bestätigt Lasic. Man kann jedoch keine einheitliche Zulage auszahlen, da Erzieher im Gegensatz zu Lehrern an Tarifverträge gebunden sind.

Der Doppelhaushalt des Senats stellt 17 Millionen Euro für die Gehaltszuschläge zur Verfügung. Das Geld reicht damit allerdings nur für Pädagogen an etwa 50 von Berlins fast 800 Schulen. Allerdings können lediglich Schulen, an denen mindestens 80% der Schüler Sozialleistungen erhalten, das Geld in Anspruch nehmen. Der berlinweite Durchschnitt von Hartz-IV-Schülern liegt bei 35%, also deutlich unter dem der Brennpunkt-Schulen.

Entlastung von Quereinsteigern an Brennpunkt-Schulen

Derzeit unterrichten besonders viele Quereinsteiger an Brennpunkt-Schulen. Die Anreize der Regierung sollen voll ausgebildete Lehrer an die Schulen holen, nicht zuletzt, um die Quereinsteiger zu entlasten. Diese müssen nämlich häufig neben dem Unterricht ein Fach berufsbegleitend „nach“-studieren. Zusätzlich ist an den sozialen Brennpunkten pädagogisches Geschick gefragt. Obwohl Quereinsteiger in Crash-Kursen geschult werden, ersetzen diese kein vollwertiges Lehramtsstudium, welches auch pädagogische Ansätze vermittelt. Eine stärkere personelle Aufstellung von ausgebildetem Lehrpersonal kann Schüler, ebenso deren Eltern, im Alltag unterstützen.

Abschließend muss die Senatsverwaltung für Finanzen den Plan bestätigen. „Wir haben das letzte Gespräch mit der Senatsverwaltung für Finanzen noch nicht geführt, ich hoffe aber, dass wir es schaffen, dass es bei der vereinbarten Höhe von 300 Euro bleibt“, betonte Lasic gegenüber dem Tagesspiegel. Die Bildungspolitikerin hofft, die Zuschläge noch in diesem Jahr auszahlen zu können. Ob die Anreize tatsächlich mehr Lehrer an Problemschulen locken, bleibt jedoch fragwürdig. Denn es ist nicht gewiss, ob für die Pädagogen das zusätzliche Geld die Herausforderung an einer Brennpunkt-Schule zu unterrichten, aufwiegt. (ke)

 

Green Economy Index: Aufholbedarf bei Energie und Mobilität

Für die Erfüllung der Klimaziele in Berlin besteht vor allem in den Bereichen Energie und Mobilität noch großer Aufholbedarf. Das geht aus der zweiten Ausgabe des „Green Economy Index 2025“ hervor, den die IHK jetzt vorgelegt hat.

Der Index ist ein Analyseinstrument, das die Leistungsfähigkeit Berlins in relevanten Feldern ökonomisch-ökologischer Nachhaltigkeit misst. Der Index wurde 2016 zum ersten Mal veröffentlicht und liegt nun mit aktuellen Zahlen für 2018 vor.

Der Green Economy Index

Der Green Economy Index besteht aus 18 Indikatoren aus den Bereichen Energie, Wasser, Kreislaufwirtschaft und Mobilität, die klassische “Win-Win-Situationen” von Ökonomie und Ökologie umschreiben. Für jeden Indikator wird ein Zielwert für das Jahr 2025 ausgegeben und die aktuelle Zielerreichung ermittelt. Der Gesamtindex ist mit einem Wert von 37% gegenüber 2016 (31%) leicht gestiegen.

Dazu sagt Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin: „Die Green Economy ist mit fast 80.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 22 Milliarden Euro ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Berlin. Der Green Economy Index formuliert konkrete Handlungsansätze an die Politik, deren Umsetzung wirtschaftliches Wachstum erzeugt und gleichzeitig die ökologische Leistungsfähigkeit des Standorts fördert.

Aufholbedarf bei Energie und Mobilität erforderlich

Die positive Entwicklung der Werte im Green Economy Index ist erfreulich, jetzt muss sich diese Entwicklung allerdings noch verstetigen und in vielen Bereichen auch deutlich beschleunigen. Denn der positive Trend kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in einigen Bereichen noch großen Aufholbedarf gibt. Deshalb ist nun wichtig, die im Index formulierten Handlungsempfehlungen zügig anzugehen.

Priorität sollten hierbei die Maßnahmen haben, die sich positiv auf mehrere Bereiche oder Indikatoren auswirken. Das sind insbesondere die Umsetzung der im Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 (BEK 2030) aufgeführten Maßnahmen in den jeweiligen Sektoren und die Stärkung der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand, insbesondere bei der energetischen Sanierung des öffentlichen Gebäudebestandes. Weiterhin gehören dazu Innovationsanreize und die Bereitstellung von Informationen bei der Nutzung von Energie und anderen Ressourcen und nicht zuletzt der Ausbau und die qualitative Verbesserung des ÖPNV.“

Darüber hinaus zeigen auch die Mobilitätsindikatoren weiterhin Handlungsbedarf auf. Die Werte verharren im unteren Bereich, positiv ist lediglich die Entwicklung der Fahrgastzahlen im ÖPNV, die Werte für Zeitverlust durch Stau haben sich lediglich durch eine veränderte Berechnungsgrundlage verbessert.

Positve Entwicklung in der Wasserwirtschaft

Die Wasserwirtschaft ist auf einem guten Weg. Auch hier folgt der größte Sprung einer methodischen Veränderung beim Indikator für Gründächer, die nun genauer gemessen werden können. Insgesamt ist der Grad der Zielerreichung für die Wasserwirtschaft jedoch hoch. (red)

Smart, solidarisch, urban: Das ist die „Berlin-Strategie 2030“

Berlin soll weltoffener, sozialer und nachhaltiger werden. Das sind die formulierten Ziele der „Berlin-Strategie 2030“, die die Senatskanzlei derzeit erarbeitet. Die Fortschreibung der alten Strategien von 2014 und 2016 soll bisherige Konzepte aktualisieren und Defizite abbauen. Bürger und Verbände sind jedoch weniger beteiligt.

Das Konzept rückt die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, verbesserte Integration und effizientere Verwaltungsstrukturen in den Vordergrund. Der ressortübergreifende Plan will damit Folgen der Sparpolitik von vergangenen Regierungen ausgleichen. Unter Federführung der Senatskanzlei und Berlins regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) sollen sogenannte „Meilensteine“ für die Zeit nach 2020 erarbeitet werden. Im Frühjahr 2020 soll die fertige „Berlin-Strategie“ verabschiedet werden.

Neue Formen der Partizipation

Die rot-rot-grüne Regierung hält am Prinzip der Bürgerbeteiligung fest. Dennoch soll diese „mit geringerem Aufwand“ gestaltet werden. Die Idee: Es sollen „Strategieforen“ ins Leben gerufen werden. Bei diesen können Mitglieder der Senatsverwaltung und 100 Akteure der Zivilgesellschaft in Workshops über politische Themen debattieren, um die „Meilensteine“ gemeinsam zu erarbeiten. Die Ansätze müssten anschließend vom Begleitkreis auf ihre Machbarkeit geprüft werden. Der Begleitkreis soll sich aus den Bezirksbürgermeistern, Vertretern des Abgeordnetenhauses und ausgewählten Repräsentanten der Stadt zusammensetzen. Außerdem werden 40 Bürger zufällig ausgewählt, um den Begleitkreis zu verstärken.

Zu wenig, findet Volker Hassemer (CDU), Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin. Der Ex-Senator fordert eine gemeinsame Zielsetzung von Politik und Bürgern. Seine Stiftung schlägt dafür die Diskussionsreihe „Forum Berlin“, bei der 30 Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft politische Fragen vor einem Publikum erörtern würden, vor. Zudem sollen die Debatten im Internet veröffentlicht werden. Doch die Regierung möchte die Kosten für solch eine Veranstaltung derzeit nicht tragen. Hassemer kämpft weiter: „Ich fühle mich verpflichtet, das Forum aufzubauen“. Mit Erfolg? Die „Berlin-Strategie“ schließt eine Beteiligung der Stiftung nicht aus. Sie könne beispielsweise im Lenkungskreis agieren, neben mehreren Senatsverwaltungen.

Kritik der Opposition an der „Berlin-Strategie“

Die Opposition äußerte jedoch Kritik am geplanten Strategiepapier. CDU-Politiker Stefan Evers bemängelt die beschränkte Handlungsfähigkeit des aktuellen Konzepts mit den Worten: „Was für eine Strategie soll das sein? So wird Berlin keine Fahrt aufnehmen.“ Er plädiert für eine schnelle Umsetzung von kurzfristigen Maßnahmen. Auf Unverständnis stößt auch, dass „die Bürgerbeteiligung bei diesem zentralen Thema im Losverfahren erfolgen soll.“ Evers, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU, ist dem Vorschlag der Stiftung Zukunft Berlin hingegen nicht abgeneigt.

Rot-Rot-Grün hat durch das anhaltende Wirtschaftswachstum mehr Spielraum bei der Gestaltung des Konzepts. So erhält das Referat „Politische Grundsatzangelegenheiten/Strategien für Berlin“ unter Leitung von Robert Drewinicki jährlich 430.000 Euro. Unter anderem für Rathaus-Dialoge, Gutachten und die Entwicklung der „Berlin-Strategie 2030“. Die müssen nun genutzt werden, um die Pläne des Referats zu konkretisieren. Die Zeit drängt: Berlin braucht konkrete Pläne, um den Anforderungen der kommenden Jahre gewachsen zu sein. Schließlich hat die Stadt große Ziele und will smart, solidarisch und urban sein. (ke)

Berliner Senat plant massive Veränderungen im Nahverkehr

Langes Warten, überfüllte Züge. Vor allem im Sommer können Bahnfahrten zur Tortur werden. Doch genau das soll jetzt besser werden. Im Berliner Nahverkehr soll ein 10-Minuten-Grundtakt zukünftig die Regel sein. Das ist das formulierte Ziel des Entwurfs für den Nahverkehrsplan 2019-2023 des Senats. Neben der Optimierung in den Fahrtzeiten soll auch die Busflotte modernisiert werden. Dieselfahrzeuge sollen durch Elektrobusse ersetzt werden. Autonome Kleinbusse werden bereits getestet.

Auch Pendler können aufatmen. Nach langem Stillstand sollen nun auch die stetig wachsenden Berliner Randbezirke besser angebunden werden. Durch den starken Zuzug in den Berliner Speckgürtel muss der Nahverkehr ausgebaut werden. CDU-Verkehrspolitiker Oliver Friederici fasst die Anforderungen treffend als „Berlin braucht mehr U-Bahn“ zusammen. Allerdings wird der Ausbau des U-Bahn-Netzes in der Politik noch rege diskutiert. Während der Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Regierung dem Ausbau des Straßenbahn- und Fahrradnetzes höchste Priorität einräumt, plädiert Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) nachdrücklich für den Ausbau des U-Bahn-Netzes. Die Senatorin betont, dass eine langfristige Planung notwendig sei. „Es muss vermieden werden dass alle auf das Auto umsteigen, die nicht direkt innerhalb des S-Bahn-Rings wohnen“, so die Senatorin, „daher brauchen wir entsprechende Anschlüsse.“

Was soll sich laut Nahverkehrsplan ändern?

Beim U-Bahn-Netz ist bisher eine Erweiterung der vorhandenen Linien geplant. Für den Ausbau der Linien U6, U7 und U8 laufen bereits Machbarkeitsprüfungen. Geplant ist eine Verlängerung der U6 Richtung Norden bis zum Flughafen Tegel. Zudem soll die U7 besser an den zukünftigen Flughafen BER angebunden werden, um nach dessen Öffnung erwartete Passagierströme zu transportieren. Auch wird seit vielen Jahren über eine Verlängerung der U8 bis in Märkische Viertel diskutiert.  Bei der S-Bahn konzentriert man sich auf den Ausbau der Linie S21 auf der Nord-Süd-Strecke. Sie soll den Nordring mit dem Hauptbahnhof verbinden. Bis 2030 sind zusätzliche Verlängerungen bestehender S-Bahn-Linien geplant, um die Berliner Randgebiete besser an den ÖPNV anzuschließen

Geplant ist auch der weitere Ausbau des Tram- und Busnetzes. Neue Metro- und Express-Buslinien sollen bestehende Lücken im Fahrplan schließen. Insgesamt prüft der Senat die Machbarkeit von über 10 neuen Metro- und Expressbuslinien. Zudem sind bei der Straßenbahn Netzerweiterungen in alle Richtungen geplant. Die heute hauptsächlich im Ostteil der Stadt verkehrende Straßenbahn soll zukünftig vermehrt auch in der City-West fahren. Die Strecken sind zum Teil schon im Bau und sollen bis 2021 in Betrieb genommen werden.

Fahrgast- und umweltfreundliche Maßnahmen

Umwelttechnisch setzt der Senat auf Ökostrom. Die Busse sollen bis 2030 auf Elektromobilität umgerüstet werden. Bis 2023 plant die BVG, Elektrobusse zu kaufen, die in Betriebshöfen geladen werden können. Oberleitungsbusse, einst für tot erklärt, erleben ein Revival: bis 2030 sollen sogenannte „Streckenlader“-Busse auf den Straßen unterwegs sein. Diese laden während der Fahrt ihre Batterien auf, sodass sie Teilstrecken ohne Oberleitungen überbrücken können. Der Senat geht dennoch von einem erforderlichen Neubau von 240 Kilometern Leitungen aus.  Entsprechende Netze sollen bald in Spandau getestet werden

Bei all den neuen Maßnahmen kommen auch die Fahrgäste nicht zu kurz. Denn für diese plant der Senat, längere Fahrzeuge einzusetzen und die Taktung der Fahrten zu verkürzen. So sollen überfüllte Bahnen vermieden werden. Außerdem arbeitet die S-Bahn an neuen Informationssystemen, um besser bei Störfällen zu informieren. Sie sollen verhindern, dass Fahrgäste ratlos am Gleis stehen, wenn ihr Zug ausfällt.  Der Nahverkehrsplan muss jedoch zuerst  von den einzelnen Ressorts überarbeitet werden. Es wird sich zeigen, ob die Probleme der verkehrlichen Infrastruktur durch die geplanten Maßnahmen überwunden werden können. (ke)

Berliner Speckgürtel: Jetzt boomen die Gemeinden

Die Hauptstadt ist ein teures Pflaster: Im ersten Quartal 2018 kostete eine Immobilie in Berlin-Mitte durchschnittlich 5.923 €/m². Ein Preis, den sich viele weder leisten können, noch wollen. Der Blick bei der Suche nach Wohneigentum wandert ins Umland. Aber ist der Berliner Speckgürtel wirklich noch eine Alternative? Die aktuelle Analyse des Immobiliendienstleisters McMakler kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: steigende Marktpreisentwicklungen im gesamten Berliner Umland im ersten Halbjahr 2018 gegenüber dem ersten Halbjahr 2017. Bei fast der Hälfte der Regionen legen die Preise sogar um mehr als zehn Prozent zu.

„Zahlreiche Seen, dichte Wälder und unverwechselbare Alleen – wohnen im grünen Speckgürtel von Berlin ist beliebt und äußerst attraktiv. Aber auch die explodierenden Immobilienpreise der Innenstadt treiben Immobiliensuchende ins Umland. Das befeuert die Preisentwicklung in allen Gemeinden, vor allem die bis dato günstigeren Standorte im Osten und Norden, wie Altlandsberg oder Oranienburg, holen sichtlich auf“, sagt Hanno Heintzenberg, Geschäftsführer von McMakler.

Berliner Preisniveau erreicht: Einige Umlandgemeinden sind teurer als Stadtbezirke wie Treptow oder Köpenick

Die teuersten Immobilien des Berliner Umlands mit durchschnittlich 3.756 €/m² liegen in den Gemeinden Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow. Gefolgt von Potsdam, wo Käufer derzeit 3.301 €/m² zahlen. Das ist ein Preisanstieg um fast zwölf Prozent beziehungsweise um über acht Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017. Demnach sind diese zwei Umlandregionen sowie Glienicke/Nordbahn im Preisvergleich mit der Hauptstadt teurer als einige Berliner Stadtbezirke, wie Treptow oder Köpenick, wo der Quadratmeter im ersten Quartal 2018 durchschnittlich 2.802 Euro beziehungsweise 3.138 Euro kostete.

Die höchste Preissteigerung allerdings gab es im ersten Halbjahr 2018 in Zeuthen mit satten 14,7 Prozent auf 2.553 €/m², dicht gefolgt von Glienicke/Nordbahn mit 13,9 Prozent auf 3.212 €/m² und Wildau mit 13,8 Prozent auf 2.538 €/m². Unter den Spitzenreitern befinden sich unter anderem Straußberg, Altlandsberg, Petershagen/Eggersdorf, Fredersdorf-Vogelsdorf, Werneuchen, Oranienburg, Legebruch und Velten, die im Preisranking zwar auf den letzten Plätzen rangieren, aber deren Quadratmeterpreise im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 zwischen zehn und über 13 Prozent in die Höhe kletterten. Damit holen die Speckgürtelregionen im Osten und Norden Berlins deutlich auf.

Suchradius der Kaufinteressenten vergrößert sich

„Wir beobachten einen Überschwappeffekt im Berliner Speckgürtel. Gut zu sehen auch bei den Gemeinden Großbeeren und Wustermark, die von den hohen Preisen ihrer Nachbarn Potsdam, Teltow und Stahnsdorf profitieren. Der Suchradius der Kaufinteressenten erweitert sich immer mehr. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen“, schätzt der Immobilienexperte von McMakler.

Am günstigsten lässt sich Wohneigentum in Wustermark und Mittenwalde mit 2.103 €/m² beziehungsweise 1.769 €/m² erwerben. Damit liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohnimmobilien im Speckgürtel nur noch in Mittenwalde unter 2.000 Euro. Zudem sind Immobilien in Mittwalde nur halb so teuer wie in Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow.

Ausbau des Verkehrsnetzes macht äußere Regionen des Speckgürtels attraktiver

Auffällig ist auch, dass die Preisentwicklungen in Dallgow-Döberitz, Hennigsdorf und Brieselang nahezu stagnieren und sich der Preisanstieg unter einem Prozent kaum bemerkbar macht. Auch in Eichwalde und Falkensee mit durchschnittlichen Quadratmeterpreise um 2.520 €/m² beziehungsweise 2.823 €/m² erhöhen sich die Preise um nur 2,5 Prozent. Das ist ein weiteres Zeichen, dass Immobiliensuchende – vor allem junge Familien – auf andere Standorte ausweichen, um günstiger ein Haus oder eine Wohnung zu erwerben. „Wer mit dem Gedanken spielt, eine Immobilie im Berliner Umland zu kaufen und nur über ein begrenztes Budget verfügt, sollte nicht zu lange zögern. Die Preisentwicklung kennt aktuell nur eine Richtung und die zeigt nach oben. Zudem macht der weitere Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes auch die äußersten Regionen des Speckgürtels immer attraktiver“, ergänzt Heintzenberg.

Die Datenerhebung des Immobiliendienstleisters basiert auf einer Auswertung inserierter Kaufangebote für Häuser und Wohnungen (nur Bestandsbauten, Baujahr bis 2016) verschiedener Immobilienportale für das erste Halbjahr 2017 und erste Halbjahr 2018. Da sich jede Immobilie im Baujahr, der Wohnlage und Ausstattung unterscheidet, sind diese Immobilienpreise keine Grundlage für eine exakte Berechnung des Quadratmeterpreises, sondern dienen als Orientierung. (red)