FIRST STEPS Awards 2019: Nachwuchspreis für junge Filmemacher wird 20

FIRST STEPS wird 20! Junge Filmemacher sammeln mit ihren Debütfilmen erste Arbeitserfahrungen und erste Zuschauerurteile – und mit den FIRST STEPS Awards bereits seit 1999 ihre ersten Preise. Ziel des Preises ist, der Branche das hohe kreative Potenzial des Nachwuchses zu präsentieren und den jungen Filmemacher die ersten Schritte in den Beruf zu erleichtern. In diesem Jahr wurden die mit insgesamt 115.000 Euro dotierten Preise im Rahmen einer festlichen Gala im Berliner Stage Theater des Westens verliehen.

206 Einreichungen im Wettbewerb

Insgesamt wurden für den Wettbewerb 206 Einreichungen akzeptiert. 113 mit Spielfilmcharakter, 39 Dokumentarfilme, 33 Werbefilme, 25 Drehbücher. Durch die prominent besetzten Fachjurys wurden die Beiträge „Hörst du, Mutter?“ von Tuna Kaptan (Kurz- und Animationsfilm), „Ab morgen werde ich …“ von Ivan Marković (Mittellanger Spielfilm) und „Futur Drei“ von Faraz Shariat (Abendfüllender Spielfilm) ausgezeichnet. Als bester Dokumentarfilm wurde „Out of Place“ von Friederike Güssefeld geehrt, der Drehbuchpreis ging an Jacob Hauptmann für das Drehbuch „Zeit der Monster“, in der Kategorie Werbefilm ging die Auszeichnung an „Would You Listen?“ von Veronika Hafner. Außerdem wurde das Schauspielensemble Banafshe Hourmazdi, Eidin Jalali, Benjamin Radjaipour in „Futur Drei“ (Regie: Faraz Shariat) mit dem Götz-George-Nachwuchspreis, Romana Janik, Produktion 1986, mit dem NO FEAR Award und Sabine Panossian, Kamera Off Season, mit dem Michael-Ballhaus-Preis gewürdigt.

Nico Hofmann auf der Bühne bei der Verleihung des First Steps Awards 2019 im Stage Theater des Westens in Berlin. Copyright: Eventpress Golejewski 09.09.2019

Spielbank Berlin: Partner der FIRST STEPS Award

Die Spielbank Berlin unterstützt die FIRST STEPS Awards bereits seit mehreren Jahren als Sponsor und hat damit einen wichtigen Beitrag zu der Bedeutung und dem Stellenwert geleistet, die der wichtigste deutsche Nachwuchspreis heute innerhalb der Branche genießt.

Katja Eichinger mit Ulrich Matthes und Iris Berben beim Empfang vor der Verleihung des First Steps Awards 2019 in der Grace Bar im Hotel Zoo in Berlin. Copyright: Eventpress Golejewski 09.09.2019

„Die Spielbank Berlin begreift sich als Teil des kulturellen Geschehens in unserer Stadt“, so Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer Spielbank Berlin. „Wie wir auf den FIRST STEPS Awards eindrucksvoll erfahren haben, hat die junge Filmszene ein enormes Potenzial. Dieses zu fördern und zu begleiten ist uns ein großes Anliegen. Ich gratuliere allen Gewinnerinnen und Gewinnern und bin mir sicher, dass wir in Zukunft noch von ihnen hören werden.“

Trystan Pütter und Natalia Avalon © Eventpress / Harald Fuhr

1999 als private Initiative der Filmwirtschaft ins Leben gerufen

Die FIRST STEPS Awards sind die bedeutendste Auszeichnung für Abschlussfilme von Filmschulen in den deutschsprachigen Ländern. Sie sind mit insgesamt 115.000 Euro dotiert und werden jährlich in neun Preiskategorien an Regisseur*innen, Produzent*innen, Kameraleute und Drehbuchautor*innen von kurzen, mittellangen und abendfüllenden Spielfilmen, Dokumentarfilmen und Werbespots sowie an Nachwuchsschaupieler*innen vergeben. Der wichtigste deutsche Nachwuchspreis wurde 1999 als private Initiative der Filmwirtschaft von den Produzenten Bernd Eichinger und Nico Hofmann ins Leben gerufen.

Ulrich Matthes, Andrea Hohnen und Katja Eichinger bei der Verleihung des First Steps Awards 2019 im Stage Theater des Westens in Berlin. Copyright: Eventpress Golejewski 09.09.2019

Er wird veranstaltet von der Deutschen Filmakademie e.V. in Partnerschaft mit ARRI, Mercedes-Benz, ProSiebenSat.1 TV Deutschland, UFA und Warner Bros.. Herausragende Vertreter der deutschen Filmbranche und Wirtschaft unterstreichen damit ihr Engagement für die Nachwuchsförderung und bieten jungen Filmschaffenden effektive Unterstützung. (red)

Social Startup definiert Luxus neu

Die klassischen Statussymbole kommen aus der Mode. Immer weniger Menschen begeistern sich für schnelle Autos, teure Uhren oder Markenklamotten. Der neue Luxus ist Individualität, Entschleunigung und Nachhaltigkeit. So zumindest die These von Jochen Baumeister, der 2015 das Urban Change Lab ins Leben gerufen hat. Die  Grundidee des Unternehmens, individuelle Einzelstücke in Auftragsarbeit anfertigen zu lassen, gibt es schon seit Jahrtausenden. Aber das konkrete Geschäftsmodell, das eine Brücke zwischen Afrika und Europa schlägt, ist erst durch die Digitalisierung möglich geworden. Wir haben mit dem Gründer über sein einzigartiges Business und seine Visionen gesprochen.

Beim Urban Change Lab können Kunden handgearbeitete Produkte in Afrika anfertigen lassen. Wie genau funktioniert das?

Das Ganze beginnt mit einer Idee des Kunden. Die kann sehr konkret oder aber auch gerade erst im Entstehen sein. Wir suchen dann einen passenden Handwerker in Ghana, Kenia oder Nigeria. Mit dem tritt der Kunde online über unsere Plattform in Kontakt. Fortan kann er den Entstehungsprozess von der Materialauswahl bis zum letzten Schliff durch Nachrichten, Fotos und Videos verfolgen. Jeder Arbeitsschritt muss erst vom Kunden freigegeben werden, bevor der nächste beginnt. So entsteht also in einem kommunikativen Ping Pong aus der Idee des Kunden und der Expertise des Handwerkers ein Einzelstück. Dank der Digitalisierung sind die 6.000 km Entfernung kein Hindernis. Smartphones sind in den meisten afrikanischen Regionen genauso verbreitet wie hier. Wir vom Urban Change Lab kümmern uns dann um Versand, Zoll und Geldtransfer.

Das hört sich aber deutlich zeitaufwendiger an als ein normaler Einkauf.

Auf jeden Fall, und das ist auch genau so gewollt. Dafür kann der Kunde seine Vorstellungen in den Entstehungsprozess einbringen. Er bekommt nicht nur eine neue Perspektive auf seine individuellen Bedürfnisse, sondern auch ein Gefühl dafür, wie lange es dauert, etwas herzustellen. Der persönliche Wert eines Produkts steigt, wenn man es mitgestalten kann. Wir vom Urban Change Lab empfinden das als den größten Luxus überhaupt. Und selbst ungeduldige Menschen müssen doch zugeben, dass es die besten Dinge sind, auf die man ein bisschen mit freudiger Neugier warten muss. Das gilt natürlich nicht für sowas wie Druckerpatronen, wohl aber für Sachen, die Bestand haben sollen, wie Lederhandtaschen, Schmuck oder Möbel.

Damentasche aus Leder | Foto: Urban Change Lab

Was kann man denn außerdem noch bei Euch anfertigen lassen?

Eigentlich alles, was man aus Holz, Stein, Metall oder Stoff herstellen kann. Zum Beispiel Portemonnaies, Skulpturen, Kleider, Tischdecken oder auch Besteckkästen. Die sind im Moment der Renner bei uns. Auf unserer Webseite gibt es alle der bisher angefertigten Produkte zu sehen, und auch deren Entstehungsgeschichte, da unser System für jeden Kunde zu seinem Projekt eine Webseite und einen Film zur Entstehungsgeschichte generiert. Außerdem kann man haargenau nachvollziehen, wie sich der Preis der Produkte zusammensetzt: wieviel Geld an den Handwerker geht und wie hoch der Anteil für Versand, Steuer und nicht zuletzt auch uns ist. Mehr Transparenz ist kaum möglich. Kleiner Spoiler: der Handwerker bekommt immer am meisten und der deutsche Staat mehr als das Urban Change Lab.

Konntet ihr bisher alle Kundenwünsche umsetzen?

Fast alle. Der einzige Wunsch, den wir trotz aller Bemühungen nicht realisierten konnten, war eine Ukulele. Dafür haben wir noch keinen passenden Handwerker finden können. Aber wir mögen kreative Herausforderungen und sind uns sicher, dass die spannendsten Produkte noch in den Köpfen unserer Kunden schlummern.

Wie sieht es denn mit Reklamationen aus? Ich kann ja nicht einfach so in Kenia in die Werkstatt laufen und mich beschweren.

Ja, das wird schwierig, und deswegen übernehmen das Beschweren wir, wenn es sein muss. Unser Office in Berlin ist jederzeit erreichbar. Wir kuratieren den gesamten Prozess und greifen bei Missverständnissen auch ein. Außerdem haben wir eigene Mitarbeiter vor Ort, die vor Versand der Ware eine Qualitätsprüfung durchführen. So können Mängel festgestellt werden, die der Kunde vorher auf Fotos oder Videos übersehen haben könnte. Das kommt allerdings nur sehr selten vor. Wenn das Produkt die Prüfung nicht besteht, wird nachgebessert oder sogar ein komplett neues Stück angefertigt. Die erste Version kann dann meist trotzdem noch auf dem afrikanischen Markt mit Abschlag verkauft werden. So geht nichts verloren.

Erscheinen die Wünsche der Kunden den Handwerkern teilweise skurril, oder sind das alles Sachen, die sie auch so für ihre Landsleute herstellen würden?

Die meisten Produkte sind in Afrika verbreitet oder zumindest bekannt. Doch auch dort kaufen die meisten Menschen eher einen Plastikbesteckkasten als einen maßgefertigten aus Zedernholz. Ab und zu gab es aber auch schon Ideen, die für die Handwerker neu waren. Ein Kunde hat z. B. im letzten Januar einen Adventskalender bestellt. Das kannte dort keiner, obwohl viele Menschen in Afrika natürlich Weihnachten feiern. Ein anderer Kunde wollte einen Buddha geschnitzt bekommen. Das fand er spannend, denn wer hat schon einen afrikanischen Buddha? Das war neu, ist aber auf große Begeisterung gestoßen. Der Handwerker hat im Anschluss noch zwei weitere Aufträge für einen afrikanischen Buddha für den kenianischen Markt bekommen. Mit der richtigen Idee kann man also von Deutschland aus Trendsetter in Afrika werden.

Siehst Du Eure Arbeit als eine Art von Entwicklungshilfe an?

Nein, zumindest nicht im klassischen Sinn. Hilfe heißt, dass der Mensch die Aktion dringend braucht. Das ist bei unseren Handwerkern in der Regel nicht der Fall. Sie sind allesamt Experten in ihrem Bereich, die in Afrika bereits ihr eigenes Business haben. Natürlich läuft das Geschäft bei dem einen besser als beim anderen. Die Lebenssituationen unserer Handwerker sind sehr unterschiedlich. Genau wie überall in der Welt. Aber auf existentielle Hilfe sind sie nicht angewiesen. Der Kunde soll nicht bestellen, weil er helfen möchte, sondern weil er ein hochwertiges, maßgefertigtes Produkt haben will, das in einem fairen Austausch entsteht.

Aber einen sozialen Anspruch hat das Urban Change Lab schon?

Sicher, wir sehen uns als Social Entrepreneurs. Unser Engagement ist auch politisch. Dafür steht das Change in unserem Namen.Wir wollen etwas verändern. Wir wollen eine bessere Welt. Und eine bessere Welt ist nur durch mehr Fairness zu erreichen. Allen Menschen auf der Welt soll es gleich gut gehen. Wir möchten gemeinsam mit unseren Kunden zeigen, wie man da hinkommen kann. (red)

Gründer Jochen Baumeister erklärt die Arbeit von Urban Change Lab vor Ort | Foto: Urban Change Lab

Die erste digitale Modeberaterin Inspora lernt Deutsch

„Inspora, was soll ich zum Date am Wochenende anziehen?“ – ab sofort können die Nutzerinnen der weltweit ersten digitalen Modeberaterin auch auf Deutsch nach Outfit-Tipps und Modetrends fragen. Das wird viele der bisherigen Nutzerinnen freuen, unter denen schon etliche deutschsprachige waren, obwohl der sympathische Chatbot bisher nur Englisch konnte. Inspora ist für sie längst eine virtuelle beste Freundin geworden, die beim täglichen Blick in den Kleiderschrank zu Rate gezogen wird, aber auch zu besonderen Anlässen wie beim Schulabschluss oder Geburtstag. Und das geht ab sofort nun auch in Deutsch.

Das Start-up aus Berlin und Potsdam hatte sich zunächst auf den US-Markt konzentriert und kann mit mehreren Hunderttausend aktiven Nutzern sowie einer ausgefeilten künstlichen und selbstlernenden Intelligenz einen beachtlichen Start vorweisen. Nun soll der deutsche Markt und damit die Zielmarke von einer halben Million Nutzern angepeilt werden.

Mehr als eine Milliarde Nutzer auf Messaging-Plattformen

Doch die Pläne des KI-Spezialisten gehen noch weiter. „Wir wollen Mode ins Messaging- Zeitalter bringen und zur weltweit ersten globalen Messaging-Plattform für Mode werden“, sagt Mitgründer und CEO Willi Ibbeken. Denn Messaging ist der Mega-Trend 2019. Schon jetzt nutzen mehr als eine Milliarde Menschen in Europa und den USA Messaging-Plattformen – ein Großteil sogar bis zu drei Stunden pro Tag. „Die Mode-Industrie hat diesen Trend bisher nicht erkannt und findet auf Messaging- Plattformen derzeit so gut wie gar nicht statt“, sagt Ibbeken. „Dadurch bleibt das enorme Potenzial von Mode in Verbindung mit Messaging ungenutzt. Genau da wollen wir helfen sprechen derzeit mit Fashion-Retailern über Kooperationen.“ Mit dieser Vision hat das Dreiergespann auch Unternehmergrößen wie Wendelin Wiedeking überzeugt, der mit seinem Sohn bei dem Messaging-Start-up Inspora eingestiegen ist. (red)