Starke Räume für starke Kinder: Laughing Hearts bezieht neues Domizil in Charlottenburg

„Unser Erfolg ist das Lächeln der Kinder“ – so lautet das Motto von Laughing Hearts. Der Verein setzt sich seit 10 Jahren dafür ein, dass Heimkindern und sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine erfolgreiche Zukunft ermöglicht wird. Um mit seinem wachsenden Team auch zukünftig Kindern und Jugendlichen viele Chancen eröffnen zu können, hat der Verein neue Büroräume in der Kaiser-Friedrich-Straße bezogen. Diese wurden am Montagabend feierlich eingeweiht. Die Beschaffung, Sanierung und Innenausstattung in Rekordzeit übernahm der Unternehmer Christoph Gröner, CEO und Gründer der CG Gruppe sowie aktives Vorstandsmitglied von Laughing Hearts.

Laughing Hearts neue Buroräume

Helle Räume und einladende Arbeitsplätze: Die neuen Räumlichkeiten des Berliner Vereins Laughing Hearts können sich sehen lassen. Die Büros sind modern ausgestattet und großzügig eingerichtet. Großer Wert wurde darauf gelegt, dass sich die Mitarbeiter von Laughing Hearts an ihrer künftigen Wirkungsstätte wohlfühlen.

Laughing Herts neue Räumlichkeiten in der Kaiser-Friedrich-Straße

Laughing Hearts neue Räumlichkeiten in der Kaiser-Friedrich-Straße in Charlottenburg | Foto: Marie Staggat

Ziele des Vereins

Laughing Hearts unterstützt Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen, indem gezielt Talente und Interessen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sport und Freizeit gefördert werden. Damit möchte der Verein soziale wie berufliche Perspektiven aufzeigen und den Schützlingen die Chance auf eine positive Entwicklung geben. Aktuell unterstützt Laughing Hearts etwa 2.300 Kinder und Jugendliche in 22 Einrichtungen in Berlin.

„Unser Ziel ist es alle Kinder zu unterstützen und zu erreichen. Heimkinder dürfen nicht benachteiligt werden, aufgrund von nicht intakten sozialen Strukturen. Wir wollen eine Normalität schaffen und nicht nur mit Geld und Kleidung helfen. Sie sollen die gleichen Zukunftsperspektiven, wie alle Kinder haben“, so Dr. Nidal Al- Saadi.

Herzenssache und Pflicht zugleich

Vorstandsmitglied Christoph Gröner stellt mit viel persönlichem Einsatz immer wieder neue Kooperationen auf die Beine, um Laughing Hearts zu unterstützen. Für den Immobilienentwickler ist der Verein ein Herzensprojekt: „Bei Laughing Hearts geht es darum, benachteiligten Kindern den Start ins Leben zu erleichtern. Dieses Ziel hat für mich einen ganz besonderen Stellenwert. Es freut mich sehr, dass der Verein so erfolgreich arbeitet, dass nun neue Räumlichkeiten benötigt wurden und wir diese so schnell realisieren konnten. Die gelungene Gestaltung der Büros war mir ein echtes Anliegen. Ich empfinde auch als Unternehmer eine spezielle Verantwortung, derart wichtige Projekte für unsere Gesellschaft mit aller Kraft zu unterstützen.“

Dr. Nidal Al-Saadi, Vorstandsvorsitzender von Laughing Hearts, ist stolz auf das bisher Erreichte und freut sich ebenfalls über die neuen Büroräume: „Die neuen Räumlichkeiten sind für uns ein großer und wichtiger Schritt und helfen uns maßgeblich dabei, auf die anstehenden Aufgaben vorbereitet zu sein. In den vergangenen zehn Jahren konnten wir gemeinsam schon vieles auf die Beine stellen. Benachteiligten Kindern Chancen zu eröffnen und ihnen glückliche Momente zu schaffen, sind dabei immer unser Ziel und Anspruch gewesen. Mein Dank geht an alle, die uns bei diesem wichtigen Vorhaben unterstützen.“

Um auch in Zukunft benachteiligte Kinder und Jugendliche fördern zu können, finden regelmäßig verschiedene Spendenveranstaltungen wie zum Beispiel die jährliche Laughing Hearts Charity Gala und das Laughing Hearts Race, powered by CG Gruppe AG, statt. Die Erlöse kommen direkt dem Verein und damit den Kindern zugute. Auch die Berliner Wirtschaft unterstützt den Verein tatkräftig. Durch die Arbeit von Laughing Hearts wird Tausenden von Kindern und Jugendlichen die Perspektive eröffnet, positiv in die Zukunft blicken zu können. (red)

Zum Tod von Heidi Hetzer: Wenn die Welt nicht groß genug ist…

Weltenbummlerin, Unternehmerin, Berliner Original: „Ich kann ja nur Auto“, sagte Heidi Hetzer einmal. Eine Aussage, die – wie so oft – von diesem für sie so typischen Augenzwinkern und einer fast mädchenhaften Koketterie begleitet wurde. Dabei war sie für viele Menschen viel mehr als nur eine autoverrückte Berlinerin. Mit Benzin im Blut, niemals ängstlich und von einer unerschütterlichen Lebensfreude angetrieben, war sie ein Symbol dafür, dass man sich vor dem Älterwerden nicht zu fürchten braucht. Gerade noch hat Heidi Hetzer den nächsten Trip geplant. Von November 2019 bis Mai 2020 sollte es wieder nach Afrika gehen, sie wollte diesmal mit ihrem umgebauten pinken Toyota-Geländewagen entlang der Westküste des Kontinents fahren.

Die Leidenschaft für Motoren und Rennen zeigte sich schon früh. 1953 – gerade einmal 16 Jahre alt –  fuhr sie ihr erstes Rennen. Insgesamt 150 Trophäen hat die Motorsportlerin im Laufe ihrer Rennfahrerkarriere gewonnen. Im Alter von 31 übernahm die gelernte Kfz-Mechanikerin das Unternehmen ihres Vaters, das sie über die Jahre hinweg zu einem der größten Berliner Autohäuser ausbaute – bekannt über die Stadtgrenzen hinaus. 2012 verkaufte sie die Firma, da weder ihre Tochter noch ihr Sohn Interesse daran hatten, das Familienunternehmen weiterzuführen.

„Ich lebe nicht mehr, aber ich habe gelebt“

Nun ist Heidi Hetzer gestorben, das Goethe-Zitat „Ich lebe nicht mehr, aber ich habe gelebt“ ist als letzter Eintrag auf ihrer Homepage zu sehen. Ein Satz, der zutreffender nicht sein könnte. Denn Heidi Hetzer war eine Frau, die auf bestehende Normen pfiff und tat, wonach ihr als bekennende Motorsportbegeisterte und Globetrotterin der Sinn stand. Immer treu an ihrer Seite war ihr geliebter Oldtimer Hudo, mit dem sie 40 Länder durchreist hatte und dabei 34 mal in die Werkstatt musste. Kleinere Pannen am Wegesrand, die meistens rasch eigenhändig erledigt wurden, nicht mitgezählt.

Bis zuletzt hatte sie eine Offenheit, eine Neugier auf das Fremde und einen unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen. Auf ihrer Weltreise, die Heidi Hetzer im Alter von 77 Jahren antrat, führte sie ihr Weg mit Hudo rund 85.000 Kilometer durch die Türkei, den Iran und China bis nach Neuseeland und über die USA wieder zurück nach Berlin. Achtmal hat sie dabei den Äquator überquert.

Spielbank Berlin war Sponsor der Weltreise

Die Spielbank Berlin war damals als Unterstützer und Sponsor mit an Bord. Günter Münstermann, damals Geschäftsführer der Spielbank Berlin, verabschiedete die Grande Dame des Motorsports damals persönlich und drückte die Daumen für den anstehenden weltumspannenden Road-Trip.

Auch nach ihrer Rückkehr besuchte Heidi Hetzer die Spielbank Berlin mehrmals und war auch Gast bei diversen Charity-Events. Für ihr soziales Engagement wurde sie vor einigen Jahren sogar mit der Benennung einer neuentdeckten Orchideenart geehrt. Heidi Hetzer war immer mit Vollgas bei der Sache, ganz gleich ob beim Charity-Pokern oder beim Autofahren.

Die „benzinverrückte Berliner Göre“

Die Eindrücke ihrer Weltreise verarbeitete Heidi Hetzer nach ihrer Rückkehr in einem Buch mit dem Titel „Ungebremst leben: Wie ich mit 77 Jahren die Freiheit suchte und einfach losfuhr“. Diesmal ist die „benzinverrückte Berliner Göre“, wie sich selbst einmal genannt hat, losgefahren, ohne dass es eine Rückkehr gibt. Doch eines steht fest: Wo immer sie jetzt auch ist, langweilig wird es ihr ganz sicher nicht! Wir aber werden sie vermissen. Mach’s jut, Heidi. (ak)

 

Berliner Parklets – erst verschmäht und nun doch genutzt

Mit der Errichtung sogenannter Parklets in der Bergmannstraße in Kreuzberg sowie an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg wollte der rot-rot-grüne Senat den Berlinerinnen und Berlinern einen Gefallen tun – stieß damit zunächst aber nur auf Ablehnung und Spott.

Projekt „Parklets“

„Parklets“ sind etwa 12 Meter lange Holzbuchten, die für rund 883.000 Euro entlang der Bergmannstraße gebaut wurden. Aus der beliebten Straße soll damit eine „Begegnungszone“ werden. Für Fußgänger wurden attraktive Sitzgelegenheiten und für Radfahrer ausreichend Stellplätze geschaffen.

Die Parklets sollen ein Jahr lang getestet werden, bevor weitere Projekte in Planung gegeben werden. Der ursprünglicher Starttermin war im Oktober 2018. Doch die ersten Buchten waren zu breit. Sie blockierten zum Teil die Radwege und mussten daher nachgebessert werden. So verschob sich der Start um einen Monat.

Begeisterung hält sich in Grenzen

Wenige Wochen nach der Errichtung der Holzbuchten kamen erste Beschwerden. Anwohner ärgerten sich darüber, dass diese verdreckt, ungenutzt und zu teuer gewesen seien. Darüber hinaus würden die Parklets zu viel Platz wegnehmen. Durch sie wurde die Straße von neun auf knappe sieben Meter verengt. Die Parkmöglichkeiten wurden beidseitig reduziert. Aus Platzmangel sollte schließlich auch das Bergmannstraßenfest in die Kreuzbergstraße verlegt werden – da der Verein sich aufgelöst hat, wurde es nun vorzeitig komplett abgesagt. Bereits im Januar diesen Jahres forderten Anwohner das vorzeitige Ende der neuen Parklets.

Sinneswandel der Bevölkerung?

Am Osterwochenende nun die Wende. Bei strahlendem Sonnenschein sitzen zahlreiche Menschen in den Parklets – sie essen, trinken, unterhalten sich. Manche bleiben länger, um ein Buch zu lesen, andere stoppen nur kurz, um sich von einem Spaziergang auszuruhen. Aber alle nutzen die bisher so verhassten Parklets.

Eine Anwohnerin, die es sich am Ostersonntag mit Croissant und Kaffee auf einer der Liegen gemütlich gemacht hatte, versichterte dem Tagesspiegel, dass die Kritiker in den kommenden Wochen schon umschwenken würden.

An diesem Beispiel wird klar, dass man geduldig sein muss, um ein Projekt wie dieses richtig beurteilen zu können. Zudem muss dabei mitgedacht werden, dass die Holzbuchten gerade einmal im November ergerichtet wurden und der Sommer, also die attraktive Draußenjahreszeit, gerade erst im Kommen ist. (lb)

Flughafen Tegel – Großes Chaos zum Ferienstart

Lange Wartezeiten, überforderte Mitarbeiter und verpasste Flüge – pünktlich zum Beginn der Osterferien ist am Flughafen Tegel großes Chaos angesagt. Und passend dazu kommen nun auch noch erneut Zweifel an dem Eröffnungstermin vom künftigen Hauptstadtflughafen BER.

20 Prozent mehr Passagiere als 2018

Im Laufe der letzten Woche wurde die Situation am Flughafen Tegel immer angespannter. Auch am heutigen Montagmorgen kommt es wegen der Sperrung des Flughafen-Tunnels auf der Autobahn A111 erneut zu Staus  und langen Wartezeiten. Bis Donnerstag müssen die Betroffenen noch mit Einschränkungen rechnen.

Vor allem in Terminal C kommt es aufgrund der langen Warteschlangen vor dem Check-in und dem Sicherheitscheck zu Gedrängel. Dies teilten auch zahlreiche Fluggäste auf sozialen Netzwerken mit. Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg erwartet im Ostermonat rund 20 Prozent mehr Passagiere als im Jahr 2018. „Allein am ersten Ferienwochenende (12. bis 14. April) erwartet die Flughafengesellschaft mehr als 2.200 Flüge mit mehr als 240.000 Passagieren“, teilt ein Sprecher der Flughafengesellschaft mit.

Keine Kapazität für die vielen Reisenden

Für den Flughafen Tegel war ursprünglich eine Kapazität von 12 Millionen Fluggästen geplant. Die tatsächliche Zahl an Reisenden pro Jahr liegt bei weitem jedoch über 20 Millionen, was sich in diesem Jahr deutlich bemerkbar macht. Solange sich die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER weiterhin verzögert, müssen die Flughäfen Tegel und Schönefeld weiterhin deutlich oberhalb ihrer geplanten Kapazität arbeiten.

Umso verärgerter sind die Fluggäste über die Nachricht, dass der BER auch zum zuletzt angepeilten Eröffnungstermin im Oktober 2020 nicht fertig wird. In einem aktuellen Gutachten wurden über 10.000 Mängel aufgelistet. Mit so vielen Mängeln gibt es kein TÜV-Zertifikat und ohne Zertifikat beginnt keine Abnahme durch das Bauamt. Das Verkehrsministerium fordert bis Mittwoch den 17. April eine Stellungnahme der Verantwortlichen des BER zur aktuellen Lage.

Bis eine dauerhafte Lösung für das Problem vorliegt, sollen Reisende am besten auf Ausweichflughäfen in nahegelegenen Städten zurückzugreifen, empfehlen Experten. (tf)

Gutachten der Deutschen Wohnen wissenschaftlicher als der Mietspiegel 2015?

Die Berliner Gehag GmbH, Tochterfirma der Deutschen Wohnen, wollte eine Miete oberhalb des Mietspiegels und ging damit vor Gericht. Das Landesgericht entschied, dass die Mieterhöhung einer Zehlendorfer Wohnung mithilfe eines Gutachters durchgesetzt werden darf. Außerdem wurde der  Mietspiegel zu einer nicht rechtsicheren Orientierung für die Preisgestaltung erklärt.

Berliner Mietspiegel ist angreifbar und nicht rechtssicher

Bei den letzten Versuchen etwas an der Gültigkeit des Mietspiegels zu ändern, blieb die Deutsche Wohnen erfolglos. Im neusten Fall korrigierte das Landgericht die Entscheidung der ersten Instanz jedoch und traf das Urteil zugunsten der Deutsche Wohnen. Der Mietspiegel von 2015 wurde vom Gericht für angreifbar und nicht rechtskräftig erklärt. Der Mietspiegel sei laut dem gerichtlich bestellten Sachverständigen nicht nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt worden und stelle keine geeignete Schätzgrundlage dar.

Unsicherheit bei Mietern

Die Wohnungsgesellschaft darf die Miete einer Wohnung in der Argentinischen Allee 193 in Zehlendorf nun um 42,83 Euro erhöhen. Genehmigt wurde die Maßnahme vom Gericht aufgrund der Begründung eines Sachverständigen, der „nachvollziehbar geschildert hat, wie er zu seiner Bewertung aufgrund von Vergleichswohnungen aus dem Datenbestand der Deutsche Wohnen gelangt ist“.

Für Mietervertreter ist das eine schwere Niederlage und auch bei vielen anderen Beteiligten kommt Verwirrung auf. Reiner Wild, Chef des Berliner Mietervereins, kritisiert die Begründung des Gerichts. Er meint, ein Gutachten entspreche noch viel weniger den Ansprüchen wissenschaftlicher Grundsätze als ein Mietspiegel. Außerdem würde es eventuell andere Besitzer dazu animieren, ihre Mieten über dem Mietspiegel anzusetzen.

Auch der Vorsitzende von „Haus und Grund“ Wilmersdorf, Wolfgang Becker ist der Meinung, dass der Mietspiegel eine sinnvolle Orientierung und Sicherheit bei der Festlegung der Miethöhe sei.  Ein Gutachten sei außerdem viel zu teuer.

Die Deutsche Wohnen fühlt sich durch das gerichtliche Sachverständigengutachten und die Entscheidung des Landgerichts in ihrer Auffassung bestätigt, dass „der Berliner Mietspiegel 2015 nicht unter Einhaltung wissenschaftlicher Regeln erstellt wurde und daher dem Anspruch eines qualifizierten Mietspiegels nicht entspricht.“ (tf)

Forderungskatalog „Fridays for Future“: 180 Euro pro Tonne als Co²-Steuer

Die Klima-Aktivisten von „Fridays For Future“ veröffentlichten erstmalig einen Katalog mit Forderungen an die Politik. Unter anderem wollen sie eine CO²-Steuer, die klimaschädliche Güter drastisch verteuern würde. Große Auswirkungen hätte dies vor allem auf das Verhalten der Verbraucher.

Forderungen der Klimaschützer

Seit Wochen demonstrieren regelmäßig unzählige, engagierte Jugendliche in Deutschland bei den Fridays for Future“ für den Klimaschutz. In Berlin treffen sich die Schülerinnen und Schüler dafür meist am Invalidenpark und marschieren dann gemeinsam über die Friedrichstraße und das Regierungsviertel, bis zum Brandenburger Tor. Bei der letzten Berliner Demo gab es rund 25.000 Teilnehmer.

Nun erhöht die Klimaschutzbewegung den Druck auf die Politik noch einmal erheblich. Kritiker haben den Streikenden immer wieder vorgeworfen, nicht radikal und präzise genug zu sein. Sie sollten außerdem eigene Lösungsansätze entwickeln und genaue Ziele äußern. Die Vertreter erstellten nun erstmalig einen Katalog mit sechs konkreten Anforderungen an die Politik.  Am Montag stellten sie ihre Grundforderungen dann bei einer  Pressekonferenz im Berliner Naturkundemuseum vor. Ein Punkt auf ihrer Liste war eine CO²-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Ihre Vorstellungen liegen dabei bei 180 Euro pro Tonne CO², was eine beachtliche Summe ist. Ein Flugticket würde dadurch um ein mehrfaches teurer werden, was die Geringverdiener stark belasten würde. „Eine so hohe Steuer würde klimaschädliches Handeln schnellstens beenden“, so Sebastian Grieme, Vertreter von „Fridays for Future“.

Folgen für Verbraucher

Eine weitere Forderung ist der Ausstieg aus der Kohleenergie und das am besten sofort. Noch 2019 soll nach dem Forderungskatalog ein Viertel der Kohlekraftwerke abgeschaltet werden und bis 2030 dann endgültig alle. Bis 2035 fordern sie 100 Prozent erneuerbare Energien und eine Verringerung der Emissionen auf „Netto-Null“. Solange die Politik nicht anfängt zu handeln, werden die Streiks weitergehen, so Klimaaktivist Sebastian Grieme. Ganz so einfach und schnell werden die Forderungen der Schüler aber kaum umsetzbar sein. Die drastische Erhöhung von CO²-Emissionen würde Energieträger, Lebensmittel, Konsumgüter oder Reisen extrem verteuern. Die Mehrkosten für ein T-Shirt lägen beispielweise bei 1,89 Euro. Ein Kilogramm Rindfleisch wäre um ganze 2,58 Euro teurer.

CDU-Generealsekretär Paul Ziemiak lädt einige der Vertreter und Klimaaktivisten zu einem Gespräch in die Parteizentrale ein. Er hält es für enorm wichtig in direkten Kontakt mit den jungen Menschen zu treten und sich so schnell wie möglich auszutauschen. (tf)

Spielbank Berlin: Beiratsmitglied Gregor Gysi überreicht Scheck über 5.000 Euro an traditionsreichen Tourenseglerverein TSG 1898

In seiner Funktion als Beiratsmitglied der Spielbank Berlin überreichte LINKEN-Politiker Gregor Gysi dem Vereinsvorstand der Freien Vereinigung der Tourensegler Grünau 1898 e.V. einen Scheck über 5.000 Euro. Der Verein kann auf eine über 100jährige Geschichte zurückblicken und hat durch seine aktiven Regattasegler – unter ihnen Europameister und Deutsche Meister – einen Bekanntheitsgrad weit über Berlin hinaus erlangt.

„Meine Wahl ist auf den TSG 1898 gefallen, weil es sich hier um einen Ur-Berliner Verein handelt, der jungen Menschen die Möglichkeit bietet, den Segelsport kennenzulernen – was sehr viel sinnvoller ist, als wenn sie an andere Dinge herangeführt werden“,  so Gregor Gysi.

Der TSG 1898 in Berlin Schmöckwitz zeichnet sich durch seine nachhaltige Jugendarbeit aus | Foto: Business Network

Vereinsleben mit Teamgeist und Zusammenhalt

Der Verein sitzt am idyllischen Langen See in Berlin Schmöckwitz und zeichnet sich durch breit gefächerte Vereinsaktivitäten sowie zahlreiche Regattawettbewerbe aus. Die von der TSG 1898 ausgetragenen Regatten, wie z. B. der Alfred-Wahrendorf-Preis, der Heinz-Urban-Preis, der Edgar-Jambor-Preis (ehemals Rossdeutscher-Arnoldi-Preis), der Geldner-Preis und insbesondere der Niemeyer-Cup finden regen Zuspruch und sind nur einige der Höhepunkte der vielfältigen Vereinsaktivitäten. Das Vereinsleben ist insbesondere durch einen starken Zusammenhalt und außergewöhnlichen Teamgeist geprägt. Einen besonderen Stellenwert haben im Verein deshalb auch die gemeinschaftlichen Aktivitäten wie das große Sommerfest, das im Rahmen des Niemeyer-Cups stattfindet, das jährliche Kinderfest und darüber hinaus auch in den Wintermonaten Aktivitäten wie Winterwanderungen, historische Stadtführungen, Bowlingnachmittage, eine Kinderweihnachtsfeier sowie die traditionsreiche Silvesterfeier.

„Wir danken Herrn Gysi und der Spielbank Berlin, wir freuen uns sehr über die großzügige Finanzspritze“ sagt Harald Nowka, Jugendwart des TSG 1898 e.V., „mit dem Geld haben wir ein neues Trainingsboot finanziert, das wir dringend für die Nachwuchsausbildung benötigen.“

Beirat der Spielbank mit eigenem Fördertopf

Die Spielbank Berlin unterstützt nicht nur seit vielen Jahren kulturelle und sportliche Events der Bundeshauptstadt, sondern ermöglicht auch ihren Beiräten die Unterstützung von unterschiedlichen sozialen Einrichtungen, Projekten und Vereinen aus dem Budget eines eigenen Fördertopfes. Erst kürzlich wurden durch die Beiratsmitglieder der Spielbank Berlin Schecks an den TSV Wittenau, den Köpenicker Mellowpark und den SCL Sportclub Lebenshilfe Berlin e.V. überreicht.

„Die Förderung des Hauptstadt-Sports ist der Spielbank Berlin bereits seit vielen Jahrzehnten ein ganz besonders wichtiges Anliegen“, so David Schnabel, Geschäftsführer der Spielbank Berlin. „Berlin verfügt über eine hervorragende Vereinskultur, von dem die Menschen in vielerlei Hinsicht profitieren. Wir freuen uns sehr, dass die Wahl unseres Beiratsmitglieds Gregor Gysi auf den TSG 1898 gefallen ist, eine Berliner Institution, die nicht nur zahlreiche erfolgreiche Sportler hervorgebracht hat, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Vereinsleben im Berliner Südosten leistet.“ (red)

Victress Awards Gala 2019

Gestern Abend fanden zum 14. Mal die Victress Awards in Berlin statt. Es handelt sich dabei um ein Event zu Ehren eindrucksvoller, starker Frauen in Führungspositionen, die einen Award für ihre besondere Leistung erhalten. Gefeiert wurde im Rahmen einer festlichen Gala in der Universität der Künste. Durch den Abend führte TV-Moderator Matthias Killing. Das bunt gemischte Publikum bestand aus rund 1.000 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, darunter auch viel Prominenz

Weibliche Vorbilder die inspirieren und motivieren

Jedes Jahr werden die Victress Awards an besondere Frauen verliehen, die durch ihre herausragende Leistung als Inspiration für die weibliche Gesellschaft gelten. Sie sind der Beweis dafür, dass sich Erfolg, Leadership und Weiblichkeit hervorragend vereinen lassen und motivieren damit andere, sich hohe Ziele zu setzen und ihre Träume zu verwirklichen. In insgesamt sieben verschiedene Kategorien, von Gesundheit bis Technologie, kürte die Jury jeweils eine Frau zur Preisträgerin.

Claudia Pechstein (Preistraegerin VICTRESS of the YEAR AWARD), Laudator Udo Lindenberg bei Victress Award Gala | Foto: agentur baganz

Die Preisträgerinnen

Claudia Pechstein, Eisschnellläuferin und mehrfache Olympiasiegerin, bekam als Ausnahmeerscheinung den „Victress of the Year 2019“ Award. Der Victress Cyber Award ging an Ilijana Vavan, Managing Director von Kaspersky. Sie vereint in ihrer Person den Nerd, die liebende Mutter und die Top-Managerin. In ihrer Rede am gestrigen Abend sprach sie über den viel zu geringen Frauenanteil in der Cybersicherheit und die Unterdrückung von Frauen weltweit. Sie machte darauf aufmerksam, dass Frauen selbst in Deutschland noch nicht vollkommen gleichgestellt seien und forderte zur gemeinsamen Veränderung auf.

Weitere Siegerinnen waren unter anderem Rita Flügge-Timm (Musikmanagerin „DolceRita Recordings“), Nelly Kostadinova (Geschäftsführerin Lingua World) und das Nachwuchs-Victress Kimberly Klebolte. Als akademische Überfliegerin kämpft sie weltweit für Chancengleichheit.

Alle Preisträgerinnen erhielten eine Award-Skulptur und ein Parfum aus der Berliner Parfume-Manufaktur Birkholz. Nach der Verleihung gab es eine ausgelassene After-Show-Party mit großer Tombola, bei der es als großes Highlight eine sieben tägige Luxusreise nach Venedig zu gewinnen gab. (tf)

Randbebauung des Tempelhofer Feldes – CDU plant neue Gewerbeflächen

Für Berliner Unternehmen wird es zunehmend schwerer, bezahlbare Gewerbe- und Industrieflächen zu finden. Aus diesem Grund plant die Berliner CDU schon eine ganze Weile, das Tempelhofer Feld für Gewerbetreibende zu nutzen und ausschließlich Firmen dort ansiedeln zu lassen.

Randbebauung ausschließlich für Gewerbeflächen

Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) möchte aus dem Tempelhofer Feld ein Zentrum für kleine und mittelständische Unternehmen schaffen und Gewerbeflächen darauf bauen. Geplant sind vor allem Dienstleistungs-, Handwerks- und kleinteilige Industrieunternehmen bis 250 Mitarbeiter. Bestenfalls entstehen aus den einzelnen Gewerben Wertschöpfungsketten und Möglichkeiten der Kooperation.

Neben Gewerben sollen auf der rund 300 Hektar großen Fläche auch Betriebskindergärten entstehen. Laut Christian Gräff, Landesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU und MIT- Vorsitzender, eigne sich das ehemalige Flughafengelände ideal als Grundlage für neue Gewerbeflächen. Unter anderem, weil das Gelände gut an die Autobahn und den öffentlichen Nahverkehr angebunden sei. Mit der Randbebauung sollen daher in erster Linie Gewerbeflächen entstehen und keine Wohnungen.

Aus dem alten Terminalgebäude möchte die Landesregierung ein Zentrum für Künstler und Kreative machen, um eine Mischnutzung zu erzeugen.

Mehrheit gegen Wohnbebauung

2014 hatte sich die Mehrheit der Berliner in einem Volksentscheid gegen eine Wohnbebauung des ehemaligen Flugfeldes ausgesprochen. Diese Entscheidung ist juristisch jedoch nicht bindend. Auch die CDU hat sich trotz der aktuellen Wohnungsnot ausdrücklich gegen eine Wohnbebauung ausgesprochen. Trotzdem entstehen auf der Fläche eventuell einige kleinere Betriebswohnungen für Mitarbeiter der angesiedelten Unternehmen. Der Großteil der Fläche soll in jedem Fall frei bleiben, um weiterhin als Park genutzt werden zu können.

Auf der Landesdelegiertenversammlung des Wirtschaftsverbandes am Mittwoch soll diesbezüglich ein Leitantrag beschlossen werden. Dort äußert die MIT unter anderem, dass sie sich „bei allen Parteien und politischen Gremien dafür einsetzen, dass auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof, inklusive des Bestandsgebäudes, ausschließlich Räume für klein- und mittelständische Unternehmen entstehen“. Für die Finanzierung von Bau und Sanierung hofft die MIT auf Fördermittel der Europäischen Union und des Bundes. Um Vermietung, Verwaltung und den Bau solle sich laut MIT die Tempelhof Projekt GmbH kümmern.

Auch die regierende SPD zieht eine Randbebauung in Erwägung. Sie sind im Gegensatz zur CDU für eine Bebauung mit Wohnungen. (tf)

Tarifkonflikt gelöst: Acht Prozent mehr Lohn für alle BVG-Mitarbeiter

Lange hat es gedauert, bis sich die Gewerkschaft Verdi und der kommunale Arbeitgeberverband  einig wurden. In den vergangenen Wochen kam es im Zusammenhang mit dem Tarifstreit zu drei Warnstreiks, bei denen Busse und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe stillstanden. Gefordert wurden kürzere Wochenarbeitszeiten und eine Erhöhung der Gehälter. Nach mehreren Warnstreiks und einer Sitzung bis tief in die Nacht hinein, einigten sich die Verhandlungspartner gestern Abend schließlich auf einen zufriedenstellenden Tarifkompromiss.

BVG-Streik – Einigung mit Erfolg

Die rund 14.000 Mitarbeiter der BVG erhalten nach Einigung mit dem KAV Berlin eine monatliche Gehaltserhöhung von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro. Diese Erhöhung wird rückwirkend zum 01. Januar 2019 gezahlt. Zusätzlich steigt die Summe des Weihnachtsgeldes um 200 Euro. Auch bei der Einteilung in Tarifgruppen werden Änderungen vorgenommen. Im Zuge des Tarifstreits wurde kritisiert, dass die Gehälter zu weit auseinander gingen und somit ungerecht verteilt seien. Zahlreiche Tätigkeiten werden nun in höhere Tarifgruppen eingestuft und alle Berufsgruppen berücksichtigt. BVG-Vorstand Dirk Schulte ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis, unter anderem auch weil die Attraktivität der BVG als Arbeitgeber steigt. Seiner Meinung nach leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorbildliche Arbeit und tragen einen erheblichen Teil zur Mobilität der Stadt bei. Dieses Engagement müsse belohnt und geschätzt werden.

Nicht durchgesetzt wurde die Forderung von einer 36,5-Stunden-Woche für alle. Alle Mitarbeiter, die seit 2005 eingestellt wurden, arbeiten weiterhin 39 Stunden pro Woche.

Fahrkartenpreise steigen

Der Beschluss bringt durch die erhöhten Gehälter eine erhebliche Steigerung der Personalkosten mit sich. Doch wer finanziert das?

Einen Teil der benötigten finanziellen Mittel wird der Berliner Senat beisteuern. Nun steht aber auch die Frage im Raum: Inwieweit werden die Ticketpreise steigen? Die BVG ist auf das Fahrgeld angewiesen, da es neben den Staatszuschüssen ihre höchste und wichtigste Einnahmequelle ist. Zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember soll daher eine Erhöhung der Fahrkartenpreise erfolgen. In welcher Höhe und Ausführung diese erfolgen wird, ist aktuell noch unklar. (tf)