Berliner Parklets – erst verschmäht und nun doch genutzt

Mit der Errichtung sogenannter Parklets in der Bergmannstraße in Kreuzberg sowie an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg wollte der rot-rot-grüne Senat den Berlinerinnen und Berlinern einen Gefallen tun – stieß damit zunächst aber nur auf Ablehnung und Spott.

Projekt „Parklets“

„Parklets“ sind etwa 12 Meter lange Holzbuchten, die für rund 883.000 Euro entlang der Bergmannstraße gebaut wurden. Aus der beliebten Straße soll damit eine „Begegnungszone“ werden. Für Fußgänger wurden attraktive Sitzgelegenheiten und für Radfahrer ausreichend Stellplätze geschaffen.

Die Parklets sollen ein Jahr lang getestet werden, bevor weitere Projekte in Planung gegeben werden. Der ursprünglicher Starttermin war im Oktober 2018. Doch die ersten Buchten waren zu breit. Sie blockierten zum Teil die Radwege und mussten daher nachgebessert werden. So verschob sich der Start um einen Monat.

Begeisterung hält sich in Grenzen

Wenige Wochen nach der Errichtung der Holzbuchten kamen erste Beschwerden. Anwohner ärgerten sich darüber, dass diese verdreckt, ungenutzt und zu teuer gewesen seien. Darüber hinaus würden die Parklets zu viel Platz wegnehmen. Durch sie wurde die Straße von neun auf knappe sieben Meter verengt. Die Parkmöglichkeiten wurden beidseitig reduziert. Aus Platzmangel sollte schließlich auch das Bergmannstraßenfest in die Kreuzbergstraße verlegt werden – da der Verein sich aufgelöst hat, wurde es nun vorzeitig komplett abgesagt. Bereits im Januar diesen Jahres forderten Anwohner das vorzeitige Ende der neuen Parklets.

Sinneswandel der Bevölkerung?

Am Osterwochenende nun die Wende. Bei strahlendem Sonnenschein sitzen zahlreiche Menschen in den Parklets – sie essen, trinken, unterhalten sich. Manche bleiben länger, um ein Buch zu lesen, andere stoppen nur kurz, um sich von einem Spaziergang auszuruhen. Aber alle nutzen die bisher so verhassten Parklets.

Eine Anwohnerin, die es sich am Ostersonntag mit Croissant und Kaffee auf einer der Liegen gemütlich gemacht hatte, versichterte dem Tagesspiegel, dass die Kritiker in den kommenden Wochen schon umschwenken würden.

An diesem Beispiel wird klar, dass man geduldig sein muss, um ein Projekt wie dieses richtig beurteilen zu können. Zudem muss dabei mitgedacht werden, dass die Holzbuchten gerade einmal im November ergerichtet wurden und der Sommer, also die attraktive Draußenjahreszeit, gerade erst im Kommen ist. (lb)

Flughafen Tegel – Großes Chaos zum Ferienstart

Lange Wartezeiten, überforderte Mitarbeiter und verpasste Flüge – pünktlich zum Beginn der Osterferien ist am Flughafen Tegel großes Chaos angesagt. Und passend dazu kommen nun auch noch erneut Zweifel an dem Eröffnungstermin vom künftigen Hauptstadtflughafen BER.

20 Prozent mehr Passagiere als 2018

Im Laufe der letzten Woche wurde die Situation am Flughafen Tegel immer angespannter. Auch am heutigen Montagmorgen kommt es wegen der Sperrung des Flughafen-Tunnels auf der Autobahn A111 erneut zu Staus  und langen Wartezeiten. Bis Donnerstag müssen die Betroffenen noch mit Einschränkungen rechnen.

Vor allem in Terminal C kommt es aufgrund der langen Warteschlangen vor dem Check-in und dem Sicherheitscheck zu Gedrängel. Dies teilten auch zahlreiche Fluggäste auf sozialen Netzwerken mit. Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg erwartet im Ostermonat rund 20 Prozent mehr Passagiere als im Jahr 2018. „Allein am ersten Ferienwochenende (12. bis 14. April) erwartet die Flughafengesellschaft mehr als 2.200 Flüge mit mehr als 240.000 Passagieren“, teilt ein Sprecher der Flughafengesellschaft mit.

Keine Kapazität für die vielen Reisenden

Für den Flughafen Tegel war ursprünglich eine Kapazität von 12 Millionen Fluggästen geplant. Die tatsächliche Zahl an Reisenden pro Jahr liegt bei weitem jedoch über 20 Millionen, was sich in diesem Jahr deutlich bemerkbar macht. Solange sich die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER weiterhin verzögert, müssen die Flughäfen Tegel und Schönefeld weiterhin deutlich oberhalb ihrer geplanten Kapazität arbeiten.

Umso verärgerter sind die Fluggäste über die Nachricht, dass der BER auch zum zuletzt angepeilten Eröffnungstermin im Oktober 2020 nicht fertig wird. In einem aktuellen Gutachten wurden über 10.000 Mängel aufgelistet. Mit so vielen Mängeln gibt es kein TÜV-Zertifikat und ohne Zertifikat beginnt keine Abnahme durch das Bauamt. Das Verkehrsministerium fordert bis Mittwoch den 17. April eine Stellungnahme der Verantwortlichen des BER zur aktuellen Lage.

Bis eine dauerhafte Lösung für das Problem vorliegt, sollen Reisende am besten auf Ausweichflughäfen in nahegelegenen Städten zurückzugreifen, empfehlen Experten. (tf)

Gutachten der Deutschen Wohnen wissenschaftlicher als der Mietspiegel 2015?

Die Berliner Gehag GmbH, Tochterfirma der Deutschen Wohnen, wollte eine Miete oberhalb des Mietspiegels und ging damit vor Gericht. Das Landesgericht entschied, dass die Mieterhöhung einer Zehlendorfer Wohnung mithilfe eines Gutachters durchgesetzt werden darf. Außerdem wurde der  Mietspiegel zu einer nicht rechtsicheren Orientierung für die Preisgestaltung erklärt.

Berliner Mietspiegel ist angreifbar und nicht rechtssicher

Bei den letzten Versuchen etwas an der Gültigkeit des Mietspiegels zu ändern, blieb die Deutsche Wohnen erfolglos. Im neusten Fall korrigierte das Landgericht die Entscheidung der ersten Instanz jedoch und traf das Urteil zugunsten der Deutsche Wohnen. Der Mietspiegel von 2015 wurde vom Gericht für angreifbar und nicht rechtskräftig erklärt. Der Mietspiegel sei laut dem gerichtlich bestellten Sachverständigen nicht nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt worden und stelle keine geeignete Schätzgrundlage dar.

Unsicherheit bei Mietern

Die Wohnungsgesellschaft darf die Miete einer Wohnung in der Argentinischen Allee 193 in Zehlendorf nun um 42,83 Euro erhöhen. Genehmigt wurde die Maßnahme vom Gericht aufgrund der Begründung eines Sachverständigen, der „nachvollziehbar geschildert hat, wie er zu seiner Bewertung aufgrund von Vergleichswohnungen aus dem Datenbestand der Deutsche Wohnen gelangt ist“.

Für Mietervertreter ist das eine schwere Niederlage und auch bei vielen anderen Beteiligten kommt Verwirrung auf. Reiner Wild, Chef des Berliner Mietervereins, kritisiert die Begründung des Gerichts. Er meint, ein Gutachten entspreche noch viel weniger den Ansprüchen wissenschaftlicher Grundsätze als ein Mietspiegel. Außerdem würde es eventuell andere Besitzer dazu animieren, ihre Mieten über dem Mietspiegel anzusetzen.

Auch der Vorsitzende von „Haus und Grund“ Wilmersdorf, Wolfgang Becker ist der Meinung, dass der Mietspiegel eine sinnvolle Orientierung und Sicherheit bei der Festlegung der Miethöhe sei.  Ein Gutachten sei außerdem viel zu teuer.

Die Deutsche Wohnen fühlt sich durch das gerichtliche Sachverständigengutachten und die Entscheidung des Landgerichts in ihrer Auffassung bestätigt, dass „der Berliner Mietspiegel 2015 nicht unter Einhaltung wissenschaftlicher Regeln erstellt wurde und daher dem Anspruch eines qualifizierten Mietspiegels nicht entspricht.“ (tf)

Forderungskatalog „Fridays for Future“: 180 Euro pro Tonne als Co²-Steuer

Die Klima-Aktivisten von „Fridays For Future“ veröffentlichten erstmalig einen Katalog mit Forderungen an die Politik. Unter anderem wollen sie eine CO²-Steuer, die klimaschädliche Güter drastisch verteuern würde. Große Auswirkungen hätte dies vor allem auf das Verhalten der Verbraucher.

Forderungen der Klimaschützer

Seit Wochen demonstrieren regelmäßig unzählige, engagierte Jugendliche in Deutschland bei den Fridays for Future“ für den Klimaschutz. In Berlin treffen sich die Schülerinnen und Schüler dafür meist am Invalidenpark und marschieren dann gemeinsam über die Friedrichstraße und das Regierungsviertel, bis zum Brandenburger Tor. Bei der letzten Berliner Demo gab es rund 25.000 Teilnehmer.

Nun erhöht die Klimaschutzbewegung den Druck auf die Politik noch einmal erheblich. Kritiker haben den Streikenden immer wieder vorgeworfen, nicht radikal und präzise genug zu sein. Sie sollten außerdem eigene Lösungsansätze entwickeln und genaue Ziele äußern. Die Vertreter erstellten nun erstmalig einen Katalog mit sechs konkreten Anforderungen an die Politik.  Am Montag stellten sie ihre Grundforderungen dann bei einer  Pressekonferenz im Berliner Naturkundemuseum vor. Ein Punkt auf ihrer Liste war eine CO²-Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Ihre Vorstellungen liegen dabei bei 180 Euro pro Tonne CO², was eine beachtliche Summe ist. Ein Flugticket würde dadurch um ein mehrfaches teurer werden, was die Geringverdiener stark belasten würde. „Eine so hohe Steuer würde klimaschädliches Handeln schnellstens beenden“, so Sebastian Grieme, Vertreter von „Fridays for Future“.

Folgen für Verbraucher

Eine weitere Forderung ist der Ausstieg aus der Kohleenergie und das am besten sofort. Noch 2019 soll nach dem Forderungskatalog ein Viertel der Kohlekraftwerke abgeschaltet werden und bis 2030 dann endgültig alle. Bis 2035 fordern sie 100 Prozent erneuerbare Energien und eine Verringerung der Emissionen auf „Netto-Null“. Solange die Politik nicht anfängt zu handeln, werden die Streiks weitergehen, so Klimaaktivist Sebastian Grieme. Ganz so einfach und schnell werden die Forderungen der Schüler aber kaum umsetzbar sein. Die drastische Erhöhung von CO²-Emissionen würde Energieträger, Lebensmittel, Konsumgüter oder Reisen extrem verteuern. Die Mehrkosten für ein T-Shirt lägen beispielweise bei 1,89 Euro. Ein Kilogramm Rindfleisch wäre um ganze 2,58 Euro teurer.

CDU-Generealsekretär Paul Ziemiak lädt einige der Vertreter und Klimaaktivisten zu einem Gespräch in die Parteizentrale ein. Er hält es für enorm wichtig in direkten Kontakt mit den jungen Menschen zu treten und sich so schnell wie möglich auszutauschen. (tf)

Spielbank Berlin: Beiratsmitglied Gregor Gysi überreicht Scheck über 5.000 Euro an traditionsreichen Tourenseglerverein TSG 1898

In seiner Funktion als Beiratsmitglied der Spielbank Berlin überreichte LINKEN-Politiker Gregor Gysi dem Vereinsvorstand der Freien Vereinigung der Tourensegler Grünau 1898 e.V. einen Scheck über 5.000 Euro. Der Verein kann auf eine über 100jährige Geschichte zurückblicken und hat durch seine aktiven Regattasegler – unter ihnen Europameister und Deutsche Meister – einen Bekanntheitsgrad weit über Berlin hinaus erlangt.

„Meine Wahl ist auf den TSG 1898 gefallen, weil es sich hier um einen Ur-Berliner Verein handelt, der jungen Menschen die Möglichkeit bietet, den Segelsport kennenzulernen – was sehr viel sinnvoller ist, als wenn sie an andere Dinge herangeführt werden“,  so Gregor Gysi.

Der TSG 1898 in Berlin Schmöckwitz zeichnet sich durch seine nachhaltige Jugendarbeit aus | Foto: Business Network

Vereinsleben mit Teamgeist und Zusammenhalt

Der Verein sitzt am idyllischen Langen See in Berlin Schmöckwitz und zeichnet sich durch breit gefächerte Vereinsaktivitäten sowie zahlreiche Regattawettbewerbe aus. Die von der TSG 1898 ausgetragenen Regatten, wie z. B. der Alfred-Wahrendorf-Preis, der Heinz-Urban-Preis, der Edgar-Jambor-Preis (ehemals Rossdeutscher-Arnoldi-Preis), der Geldner-Preis und insbesondere der Niemeyer-Cup finden regen Zuspruch und sind nur einige der Höhepunkte der vielfältigen Vereinsaktivitäten. Das Vereinsleben ist insbesondere durch einen starken Zusammenhalt und außergewöhnlichen Teamgeist geprägt. Einen besonderen Stellenwert haben im Verein deshalb auch die gemeinschaftlichen Aktivitäten wie das große Sommerfest, das im Rahmen des Niemeyer-Cups stattfindet, das jährliche Kinderfest und darüber hinaus auch in den Wintermonaten Aktivitäten wie Winterwanderungen, historische Stadtführungen, Bowlingnachmittage, eine Kinderweihnachtsfeier sowie die traditionsreiche Silvesterfeier.

„Wir danken Herrn Gysi und der Spielbank Berlin, wir freuen uns sehr über die großzügige Finanzspritze“ sagt Harald Nowka, Jugendwart des TSG 1898 e.V., „mit dem Geld haben wir ein neues Trainingsboot finanziert, das wir dringend für die Nachwuchsausbildung benötigen.“

Beirat der Spielbank mit eigenem Fördertopf

Die Spielbank Berlin unterstützt nicht nur seit vielen Jahren kulturelle und sportliche Events der Bundeshauptstadt, sondern ermöglicht auch ihren Beiräten die Unterstützung von unterschiedlichen sozialen Einrichtungen, Projekten und Vereinen aus dem Budget eines eigenen Fördertopfes. Erst kürzlich wurden durch die Beiratsmitglieder der Spielbank Berlin Schecks an den TSV Wittenau, den Köpenicker Mellowpark und den SCL Sportclub Lebenshilfe Berlin e.V. überreicht.

„Die Förderung des Hauptstadt-Sports ist der Spielbank Berlin bereits seit vielen Jahrzehnten ein ganz besonders wichtiges Anliegen“, so David Schnabel, Geschäftsführer der Spielbank Berlin. „Berlin verfügt über eine hervorragende Vereinskultur, von dem die Menschen in vielerlei Hinsicht profitieren. Wir freuen uns sehr, dass die Wahl unseres Beiratsmitglieds Gregor Gysi auf den TSG 1898 gefallen ist, eine Berliner Institution, die nicht nur zahlreiche erfolgreiche Sportler hervorgebracht hat, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Vereinsleben im Berliner Südosten leistet.“ (red)

Victress Awards Gala 2019

Gestern Abend fanden zum 14. Mal die Victress Awards in Berlin statt. Es handelt sich dabei um ein Event zu Ehren eindrucksvoller, starker Frauen in Führungspositionen, die einen Award für ihre besondere Leistung erhalten. Gefeiert wurde im Rahmen einer festlichen Gala in der Universität der Künste. Durch den Abend führte TV-Moderator Matthias Killing. Das bunt gemischte Publikum bestand aus rund 1.000 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, darunter auch viel Prominenz

Weibliche Vorbilder die inspirieren und motivieren

Jedes Jahr werden die Victress Awards an besondere Frauen verliehen, die durch ihre herausragende Leistung als Inspiration für die weibliche Gesellschaft gelten. Sie sind der Beweis dafür, dass sich Erfolg, Leadership und Weiblichkeit hervorragend vereinen lassen und motivieren damit andere, sich hohe Ziele zu setzen und ihre Träume zu verwirklichen. In insgesamt sieben verschiedene Kategorien, von Gesundheit bis Technologie, kürte die Jury jeweils eine Frau zur Preisträgerin.

Claudia Pechstein (Preistraegerin VICTRESS of the YEAR AWARD), Laudator Udo Lindenberg bei Victress Award Gala | Foto: agentur baganz

Die Preisträgerinnen

Claudia Pechstein, Eisschnellläuferin und mehrfache Olympiasiegerin, bekam als Ausnahmeerscheinung den „Victress of the Year 2019“ Award. Der Victress Cyber Award ging an Ilijana Vavan, Managing Director von Kaspersky. Sie vereint in ihrer Person den Nerd, die liebende Mutter und die Top-Managerin. In ihrer Rede am gestrigen Abend sprach sie über den viel zu geringen Frauenanteil in der Cybersicherheit und die Unterdrückung von Frauen weltweit. Sie machte darauf aufmerksam, dass Frauen selbst in Deutschland noch nicht vollkommen gleichgestellt seien und forderte zur gemeinsamen Veränderung auf.

Weitere Siegerinnen waren unter anderem Rita Flügge-Timm (Musikmanagerin „DolceRita Recordings“), Nelly Kostadinova (Geschäftsführerin Lingua World) und das Nachwuchs-Victress Kimberly Klebolte. Als akademische Überfliegerin kämpft sie weltweit für Chancengleichheit.

Alle Preisträgerinnen erhielten eine Award-Skulptur und ein Parfum aus der Berliner Parfume-Manufaktur Birkholz. Nach der Verleihung gab es eine ausgelassene After-Show-Party mit großer Tombola, bei der es als großes Highlight eine sieben tägige Luxusreise nach Venedig zu gewinnen gab. (tf)

Randbebauung des Tempelhofer Feldes – CDU plant neue Gewerbeflächen

Für Berliner Unternehmen wird es zunehmend schwerer, bezahlbare Gewerbe- und Industrieflächen zu finden. Aus diesem Grund plant die Berliner CDU schon eine ganze Weile, das Tempelhofer Feld für Gewerbetreibende zu nutzen und ausschließlich Firmen dort ansiedeln zu lassen.

Randbebauung ausschließlich für Gewerbeflächen

Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) möchte aus dem Tempelhofer Feld ein Zentrum für kleine und mittelständische Unternehmen schaffen und Gewerbeflächen darauf bauen. Geplant sind vor allem Dienstleistungs-, Handwerks- und kleinteilige Industrieunternehmen bis 250 Mitarbeiter. Bestenfalls entstehen aus den einzelnen Gewerben Wertschöpfungsketten und Möglichkeiten der Kooperation.

Neben Gewerben sollen auf der rund 300 Hektar großen Fläche auch Betriebskindergärten entstehen. Laut Christian Gräff, Landesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU und MIT- Vorsitzender, eigne sich das ehemalige Flughafengelände ideal als Grundlage für neue Gewerbeflächen. Unter anderem, weil das Gelände gut an die Autobahn und den öffentlichen Nahverkehr angebunden sei. Mit der Randbebauung sollen daher in erster Linie Gewerbeflächen entstehen und keine Wohnungen.

Aus dem alten Terminalgebäude möchte die Landesregierung ein Zentrum für Künstler und Kreative machen, um eine Mischnutzung zu erzeugen.

Mehrheit gegen Wohnbebauung

2014 hatte sich die Mehrheit der Berliner in einem Volksentscheid gegen eine Wohnbebauung des ehemaligen Flugfeldes ausgesprochen. Diese Entscheidung ist juristisch jedoch nicht bindend. Auch die CDU hat sich trotz der aktuellen Wohnungsnot ausdrücklich gegen eine Wohnbebauung ausgesprochen. Trotzdem entstehen auf der Fläche eventuell einige kleinere Betriebswohnungen für Mitarbeiter der angesiedelten Unternehmen. Der Großteil der Fläche soll in jedem Fall frei bleiben, um weiterhin als Park genutzt werden zu können.

Auf der Landesdelegiertenversammlung des Wirtschaftsverbandes am Mittwoch soll diesbezüglich ein Leitantrag beschlossen werden. Dort äußert die MIT unter anderem, dass sie sich „bei allen Parteien und politischen Gremien dafür einsetzen, dass auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof, inklusive des Bestandsgebäudes, ausschließlich Räume für klein- und mittelständische Unternehmen entstehen“. Für die Finanzierung von Bau und Sanierung hofft die MIT auf Fördermittel der Europäischen Union und des Bundes. Um Vermietung, Verwaltung und den Bau solle sich laut MIT die Tempelhof Projekt GmbH kümmern.

Auch die regierende SPD zieht eine Randbebauung in Erwägung. Sie sind im Gegensatz zur CDU für eine Bebauung mit Wohnungen. (tf)

Tarifkonflikt gelöst: Acht Prozent mehr Lohn für alle BVG-Mitarbeiter

Lange hat es gedauert, bis sich die Gewerkschaft Verdi und der kommunale Arbeitgeberverband  einig wurden. In den vergangenen Wochen kam es im Zusammenhang mit dem Tarifstreit zu drei Warnstreiks, bei denen Busse und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe stillstanden. Gefordert wurden kürzere Wochenarbeitszeiten und eine Erhöhung der Gehälter. Nach mehreren Warnstreiks und einer Sitzung bis tief in die Nacht hinein, einigten sich die Verhandlungspartner gestern Abend schließlich auf einen zufriedenstellenden Tarifkompromiss.

BVG-Streik – Einigung mit Erfolg

Die rund 14.000 Mitarbeiter der BVG erhalten nach Einigung mit dem KAV Berlin eine monatliche Gehaltserhöhung von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro. Diese Erhöhung wird rückwirkend zum 01. Januar 2019 gezahlt. Zusätzlich steigt die Summe des Weihnachtsgeldes um 200 Euro. Auch bei der Einteilung in Tarifgruppen werden Änderungen vorgenommen. Im Zuge des Tarifstreits wurde kritisiert, dass die Gehälter zu weit auseinander gingen und somit ungerecht verteilt seien. Zahlreiche Tätigkeiten werden nun in höhere Tarifgruppen eingestuft und alle Berufsgruppen berücksichtigt. BVG-Vorstand Dirk Schulte ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis, unter anderem auch weil die Attraktivität der BVG als Arbeitgeber steigt. Seiner Meinung nach leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorbildliche Arbeit und tragen einen erheblichen Teil zur Mobilität der Stadt bei. Dieses Engagement müsse belohnt und geschätzt werden.

Nicht durchgesetzt wurde die Forderung von einer 36,5-Stunden-Woche für alle. Alle Mitarbeiter, die seit 2005 eingestellt wurden, arbeiten weiterhin 39 Stunden pro Woche.

Fahrkartenpreise steigen

Der Beschluss bringt durch die erhöhten Gehälter eine erhebliche Steigerung der Personalkosten mit sich. Doch wer finanziert das?

Einen Teil der benötigten finanziellen Mittel wird der Berliner Senat beisteuern. Nun steht aber auch die Frage im Raum: Inwieweit werden die Ticketpreise steigen? Die BVG ist auf das Fahrgeld angewiesen, da es neben den Staatszuschüssen ihre höchste und wichtigste Einnahmequelle ist. Zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember soll daher eine Erhöhung der Fahrkartenpreise erfolgen. In welcher Höhe und Ausführung diese erfolgen wird, ist aktuell noch unklar. (tf)

Neue Berlin-Partner

Die Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH hat Zuwachs bekommen. Das sind die neuen Mitglieder…

Cinegramm GmbH – datenbasierter Content für Online und Social Media

Die Cinegramm GmbH ist eine moderne Produktionsfirma, bestehend aus kreativen Filmemachern und Produzenten. Sie produzieren hochwertigen Content in Form von Videos, Podcasts, Fotos und legen großen Wert auf eine kompetente und zielführende Beratung.

Citkar GmbH – Mobilität im Urbanen Lebensraum

Umweltbewusst, komfortabel und günstig. Das ist die citkar GmbH, eine Plattform für urbane Mobilität in unserer Großstadt. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von innovativen Hardware-Produkten, wie dem Loadtser. Der Loadster  ist das erste E-Cargo-Bike mit den Funktionen eines Lieferautos. Es ist kompakt, radwegtauglich und kann führerscheinfrei genutzt werden.

Die Deutsche Kreditbank AG (DKB)

Diese Bank ist auf neuste Technologien spezialisiert und Teil der digitalen Zukunft. Mithilfe der innovativen Banking-App können Privatkunden ihre Bankgeschäfte bequem und sicher von überall steuern. Im Geschäftskundenbereich haben Sie sich auf Zukunftsbranchen wie Gesundheit, Landwirtschaft und erneuerbare Energien fokussiert.

Gillette: die Schärfsten Klingen made in berlin

Auf höchstem Niveau produziert Gilette nun seit mehr als 80 Jahren in Berlin-Tempelhof scharfe Klingen, für eine individuelle Rasur. Die Marke steht für eine einzigartige Expertise und erstklassige, integrierte Fertigungstechnologien und bietet eine große Auswahl an innovativen Produkten.

INTEGR8 − kreative Full-Service Digital-Agentur

Mit ihrem langjährigen Know-how ist die Digital-Agentur ein absoluter Profi im Bereich des Online Marketings. Die Agentur ist spezialisiert auf Strategie, Design und innovative Technologien und zielt darauf ab, Emotionen und Erlebnisse zu schaffen.

LiangDao GmbH: Smart Test und Validierung für autonomes Fahren

Das chinesische Unternehmen LiangDao arbeitet neben Smart Tests und der Validierung für autonomes Fahren ebenfalls an Umgebungserkennung und Multi-Sensorfusion. Außerdem besitzt das Unternehmen eigene Software-Toolchains, umfassende Datenmanagement-Lösungen und erstellt seinen Kunden eine KPI-Analyse.

nok – Generate product experiences at scale

Nok positioniert sich als nachhaltiges Unternehmen, welches sich durch kostenlose Home Try-Outs von bereits retournierter Ware auszeichnet. Besonders daran ist die schnelle Auslieferung binnen 2 Stunden, die per Fahrradkurier erfolgt. Das Konzept schafft einen wirksamen Marketingeffekt, da jeder Tester als kostenloser Brand Ambassador und Werbeträger fungiert.

Polyprint – führender Dienstleister für multimediale Kommunikation

Spezialisiert ist das Unternehmen auf die Bereiche Print, Mail, Web, Fulfillment, Print on demand, klassische Werbemittel oder Großformatdruck. Durch personalisierte Marketingmaterialien ermöglichen sie ihren Kunden eine zielgruppengerechte Ansprache, sowie das Erreichen individueller Umsatzziele.

WLOUNGE

Seit 2016 sind die Gründer von WLounge darin bestrebt, Frauen in der Technologieszene zu ermutigen und zu fördern. Dies basiert auf dem Ansatz, dass Vielfalt ein entscheidender Faktor für große Veränderung und wahre Innovation sei. Sie unterstützen Frauen in jeglichen Geschäftsprozessen und helfen dabei sich selbstbewusst in die Technikszene zu integrieren. (tf)

Verkehrsstatistik 2019 – Deutschlands Verkehrsaufkommen im Überblick

Im Jahr 2018 wurden in Berlin insgesamt 144.325 Unfälle im Straßenverkehr registriert. 45 Personen sind dabei ums Leben gekommen, was zwar im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 25 Prozent bedeutet, jedoch immer noch deutlich unter den Zahlen von 2016 liegt. Jedes Jahr werden die Informationen rund um die Mobilität in Deutschland als Verkehrsstatistik veröffentlicht. Aus den sichtbaren Entwicklungen lassen sich Maßnahmen ergreifen und die Organisation und Planung im Hinblick auf den Verkehr verbessern. Neben den Unfallzahlen gibt es aber noch viele weitere Aspekte, die hier betrachtet werden.

Beliebte Verkehrsmittel der Deutschen

Aus der Zahl der in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeuge kann zum Beispiel geschlossen werden, welche Verkehrsmittel zur Fortbewegung hierzulande am beliebtesten sind. Die aktuellen Zahlen stammen vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), wonach insgesamt 54.602.441 motorisierte Fahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs waren. Aus der unten stehenden Tabelle ergibt sich, dass es sich dabei zum Großteil um Pkw handelt. Das bedeutet, dass die Menschen noch immer am liebsten mit dem eigenen Auto fahren anstatt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder motorisierten Bikes.

PlatzKraftfahrzeugeAnzahl (Stand Januar 2016)
1Personenkraftwagen (Pkw)45.071.209
2Krafträder (z. B. Mororräder und Motorroller, aber auch E-Bikes und Pedelecs)4.228.238
3Lastkraftwagen (Lkw)2.800.780
4Zugmaschinen2.141.495
5Kraftomnibusse78.345

Dieselskandal sorgt für Abwärtstrends

Im Zuge vieler positiver Veränderungen in der Mobilität der letzten Jahre, wie etwa größerer individueller Bewegungsfreiheit und der Gewährleistung von Wirtschaft und Dienstleistungen, sollten diese Zahlen grundsätzlich weiterhin ansteigen. Gleichzeitig sind aber auch Negativtrends zu beobachten, wie z. B. aufgrund des Abgasskandals um Diesel-Pkw.

So konnte das KBA im Jahr 2018 für neu zugelassene Kraftfahrzeuge in Berlin insgesamt einen Rückgang um 2,3 Prozent – das sind etwa 2.313 Kfz weniger als im Jahr 2017 – auf 100.087 Fahrzeuge verzeichnen. Laut den Angaben des Amtes für Statistik in Berlin-Brandenburg waren darunter 81.084 zugelassene Pkw vertreten, wovon lediglich 26,6 Prozent über einen Dieselmotor verfügten. Im Vorjahr waren es noch 31,9 Prozent und im Jahr 2016 sogar 36,6 Prozent.

Und auch die Neuzulassungen von Diesel-Pkw sind in Berlin weiterhin im Abwärtstrend. Gegenüber dem Jahr 2017 wurden 2018 beinahe 5.100 Neuzulassungen weniger registriert. Diese Entwicklung hat sicher zu weiten Teilen die im letzten Jahr viel diskutierten Dieselfahrverbote zur Ursache, welche mit der Gesetzesänderung 2019 bereits in vielen Großstädten praktiziert werden. Auch die Innenstadt Berlins ist streckenweise von Dieselfahrverboten betroffen.

FahrzeugartNeuzulassungen in Berlin im DezemberNeuzulassungen in Berlin von Januar bis Dezember

 

20182017Veränderung in Prozent20182017Veränderung in Prozent
Kraftfahrzeuge insgesamt7.2878.107– 10,1100.087102.400– 2,3
Krafträder86149– 42,34.0373.699+ 9,1
Personenkraftwagen5.9616.441– 7,581.08483.536– 2,9
Kraftomnibusse2140– 47,5206218– 5,5
Lastkraftwagen9981.238– 19,413.20112.790+ 3,2
Zugmaschinen180198– 9,11.0571.663– 36,4
Anhänger233219+ 6,43.9153.963– 1,2

Staus ohne Ende

Trotz der zuletzt sinkenden Zahlen für zugelassene Pkw ist in ganz Deutschland ein enorm hohes Verkehrsaufkommen zu beobachten gewesen, welches zu deutlich mehr Staus geführt hat. Der ADAC hat für das Jahr 2018 einen neuen Rekord von ungefähr 745.000 Staus auf deutschen Autobahnen registriert. Im Jahr 2016 waren es „gerade mal“ 694.000 Staus und auch im Vergleich zu 2017 stieg die Staudatenbank um knapp drei Prozent an. Im Durchschnitt gab es bundesweit somit mehr als 2.000 Staus am Tag.

Und nicht nur die Zahl der Staus erhöht sich, sondern auch deren Länge. Die Gesamtstrecke aller Staus zusammengenommen betrug im letzten Jahr etwa 1,5 Kilometer, was einen Anstieg um circa fünf Prozent bedeutet. 459.000 Stunden mussten die deutschen Autofahrer dabei insgesamt auf der Autobahn stehen.

Der ADAC nannte in erster Linie zwei Gründe für den erheblichen Anstieg dieser Zahlen: Auf der einen Seite soll die um 0,4 Prozent gestiegene Fahrleistung der Kraftfahrzeuge schuld sein und auf der anderen Seite die leicht größere Menge von Baustellen, denn im Jahr 2018 wurden etwa drei Prozent mehr Nadelöhre als im Jahr 2017 verzeichnet. (red)