#Fame: Welcher Spitzenkandidat hat die beste Social Media-Perfomance?

Die Bundestagswahlen stehen so gut wie vor der Tür. Dass die Social Media-Performance eine immer größere Rolle spielt ist spätestens seit Donald Trumps Wahlsieg klar. Doch wie sieht die Situation in Deutschland aus? Sind die erfolgreichsten Politiker auch immer die größten Influencer? Der Monitoring Spezialist Vico hat die Social Media-Aktivitäten unserer Spitzenkandidaten im Zeitraum vom 1. Januar bis 1. August 2017 analysiert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Christian Lindner insgesamt sehr gut performt, Angela Merkel trotz guter Reichweite eher schlecht. Auch das Interagieren mit Followern ist für Herrn Lindner essentiell. Der liberale Kandidat zählt aktuell über 157.000 Facebook-Fans, an die er sich durchschnittlich etwa zweimal pro Tag wendet. Mit Erfolg, denn Lindner hat die zweitaktivsten Facebook-Fans aller Spitzenkandidaten. Die Engagement-Rate seiner Facebook-Follower beträgt 4,3 Prozent und wird nur um einen Prozentpunkt von der AFD-Kanditatin Alice Weidel übertroffen. Frau Merkel hingegen scheint das soziale Netzwerken einen eher geringeren Stellenwert zu haben – trotz 2,5 Millionen Fans. Gauland ist der einzige unter den genannten Spitzenkandidaten, welcher auf keinem Social-Media-Kanal aktiv ist.

Wenn es um die beste Twitter-Performance geht, so hat Cem Özdemir ganz klar die Nase vorn. Der Grünen-Chef zwitschert im Schnitt sieben Mal am Tag und erreicht dabei die mit Abstand höchste Engagement-Rate aller Bundestags-Spitzenkandidaten in diesem Jahr. Dicht gefolgt von Martin Schulz.

Auf Instagram ist unsere amtierende Kanzlerin die klare Spitzenreiterin mit den meisten Fans, Likes und Kommentaren. (mg)

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Transparenz ist der Schlüssel: So viel verdienen sich unsere Parlamentarier dazu

Vor wenigen Tagen hat die BERLINboxx über das Doppelleben Berliners Beamter berichtet. Fast jeder zehnte übt eine Nebentätigkeit aus. Für Mitglieder des Deutschen Bundestags scheint ähnliches zu gelten.

In der aktuellen Wahlperiode haben die Bundestagsmitglieder 26,5 Millionen Euro an Nebenkünften erhalten. Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Berechnung der Transparenzorganisation Abgeordnetenwatch hervor.

Gut jeder Vierte Parlamentarier hat sich mindestens einmalig 1000 Euro zu den Diäten dazuverdient. CSU-Politiker Philipp Graf Lerchenfeld meldete sogar eine Summe von 2,2 Millionen und rankt somit auf Platz 1. Auf Platz 2 findet sich CDU-Abgeordneter Johannes Röring mit 2 Millionen wieder – CDU-Abgeordneter Albert Stegemann mit 1,6 Millionen auf Platz 3.

Jedoch ist zu beachten, dass es sich bei diesen Abgeordneten um Landwirte handelt, die zudem Pachten, Mitarbeitergehälter und ähnliches bezahlen müssen. Somit sind diese Summen keine Reinverdienste.

Nichtsdestotrotz, besteht durch das „tolerieren“ von Nebentätigkeiten von Abgeordneten auch immer die Gefahr, Lobbyismus zu fördern. Dies kann nur durch ein verbindliches und weitreichendes Lobbyregister vermieden werden. Transparenz ist der Schlüssel. (mg)

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Zweigleisig: Das Doppelleben Berliner Beamter

8 Stunden Nebentätigkeit pro Woche sind erlaubt, also ein sechster Arbeitstag in der Woche. Was sich nach einem geringen Extrastundensatz anhört, kann sich allerdings stark auf das psychische und physische Wohlbefinden auswirken. Für Berlins Beamte jedoch wird dies immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Laut der Berliner Morgenpost übt bei der Polizei fast jeder Zehnte eine Nebentätigkeit aus – bei der Feuerwehr mehr als jeder fünfte. Egal ob Taxifahrer, Stromzähler oder sogar als Komparse vor der Kamera, viele möchten (oder müssen) etwas dazuverdienen. Ganz besonders in den letzten drei Monaten war ein deutlicher Anstieg der Nebenjobs zu verzeichnen. Der Grund: Viele entscheiden sich für einen Nebenjob, sobald die Kinder aus dem Haus sind. Eine weitere Ursache ist eine hohe Scheidungsrate.

Nichtsdestotrotz, ist es nicht wichtig, Berliner Beamte besser zu bezahlen, damit eine weitere Tätigkeit nicht zur Selbstverständlichkeit wird? Denn auch wenn ein weiterer Tag in der Woche sich nach einem zu verschmerzenden Betrag anhört, so kann dies doch langfristige Auswirkungen haben. Wer möchte denn schon, dass die Polizei, dein Freund und Helfer, vollkommen übermüdet und unkonzentriert ihrer Tätigkeit nachgeht? Es wäre doch viel besser für alle Beteiligten, wenn Berlins Beamte ausgeschlafen und entspannt sind. Dies verringert die Fehlerquote, hilft dabei, in Konfliktsituationen besser zu agieren und effizienter zu arbeiten. Langfristig gesehen wäre eine bessere Bezahlung nicht nur angemessen, sondern würde sich zudem positiv auf das Arbeitsklima sowie die Produktivität auswirken. Ein weiterer positiver Nebeneffekt wäre, dass es der Polizei mit Sicherheit nicht an qualifizierten Bewerbern mangeln würde. Nicht umsonst wurde die am 31. Juli endende Bewerbungsfrist um ganze zwei Wochen verlängert. (mg)

Volker Kauder: Trump ist nicht Amerika

Bei einem Dinner, zu dem der Reinickendorfer Bundestagsabgeordnete Dr. Frank Steffel Vertreter von Berliner Wirtschaftsunternehmen und Banken zu einem Gedankenaustausch mit Volker Kauder, dem langjährigen Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und engen Vertrauten von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel eingeladen hatte, nannte Kauder die Bundestagswahl am 24. September eine Richtungsentscheidung für Deutschland.

Wolle man Sicherheit, Verlässlichkeit, Kontinuität und Stabilität müsse man Angela Merkel das Vertrauen aussprechen. Er zitierte den Sänger Campino der Band „Die Toten Hosen“. Dieser hatte in einem Interview mit der „Welt“ im April 2017 die Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Zusammenhang mit europäischen und anderen globalen Krisensituationen gelobt: „Würde jemand diesen Job zurzeit besser machen?“

Thomas Kickermann, Bankier von der vPE Bank am Potsdamer Platz:  „Angela Merkel und Volker Kauder sind Garanten für eine starke CDU und eine starke Union in Deutschland, die sowohl für die Innere Sicherheit, das Wirtschaftswachstum und den sozialen Zusammenhalt einsteht. Europa brauche mehr denn je eine Führungsfigur namens Angela Merkel, die in engster Abstimmung mit den Partnern in der EU die schwierigen Herausforderungen als Chancen begreife und im Sinne der Gründungsväter im 60. Jahr der Römischen Verträge an diesem großen Friedensprojekt weiterarbeite.“ Auch die anderen Wirtschaftsführer kamen übereinstimmend zu der Erkenntnis dass Deutschland gerade in diesen bewegten Zeiten Kontinuität brauche, um seine wichtige Rolle in Europa auch nach der Bundestagswahl spielen zu können.

Volker Kauder, seit 2005 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der am längsten amtierende in der Geschichte der Fraktion, forderte die guten Beziehungen in diesen emotionsgeladenen Zeiten zu den USA zu erhalten und differenzierte zwischen den USA und Trump. Das Land habe viele Präsidenten gesehen und wird noch viele Präsidenten sehen. Gerade jetzt müsse man auf verschiedenen, insbesondere parlamentarischen Ebenen die traditionsreichen guten Beziehungen zum Bündnispartner pflegen.

 

Foto: Gedankenaustausch zwischen Politik und Wirtschaft: CDU/CSU Fraktionschef Volker Kauder und Bankier Thomas Kickermann, vPE Bank am Potsdamer Platz. Bildquelle: BERLINboxx

 

Botanische Nacht 2017 – Mehr als 20.000 Besucher erlebten zwei magische Sommernächte

Zwei aufregende Veranstaltungstage, 20.000 begeisterte Besucher, 150 Künstler, ein Unwetter und heldenhafte Techniker. Die Botanische Nacht 2017 im Botanischen Garten Berlin war ein voller Erfolg. Am vergangenen Wochenende präsentierte sich die beliebte Veranstaltung mit einem gänzlich neuen Konzept: Magische Naturwelten. Der starke Kartenvorverkauf bewog die Veranstalter, die Arbeitsgemeinschaft Schlösser und Gärten, zum ersten Mal in neun Jahren einen zweiten Veranstaltungstag ins Leben zu rufen und die Besucher dankten es ihnen mit großem Zuspruch im Vorfeld in den sozialen Medien und zahlreichem Erscheinen.

Das neue Veranstaltungskonzept „Magische Naturwelten“ ließ den Botanischen Garten Berlin in einem ganz neuen Licht erstrahlen. Die zwei neuen Highlights, die das altbekannte Feuerwerk der letzten Jahre ersetzten, entpuppten sich als wahre Publikumsmagneten und alle acht Themenwelten verzauberten die Flaneure mit liebevoll gestalteten Bühnensituationen, Performances und Lichtinstallationen. „Wir freuen uns sehr über die überwältigenden Besucherzahlen in diesem Jahr“, erklärt Veranstalter Rainer Wohlthat. „Besonders der Trend zu einem deutlich jüngeren und auch internationaleren Zielpublikum bestätigt uns in unserer konzeptionellen Arbeit und lässt uns voller Vorfreude in die nächsten Jahre blicken.“

Nach einem perfekten ersten Veranstaltungstag am Freitag ohne eine Wolke am Himmel, begann der Samstag mit einem Schreckmoment: Gewitter und Platzregen mit bis zu 30 Litern Niederschlag pro Quadratmeter noch wenige Minuten vor Veranstaltungsbeginn stellten alle Beteiligten vor enorme Herausforderungen. „Wir müssen an dieser Stelle ein riesen Lob und ein Dankeschön an unsere Mitarbeiter, Künstler und die Gewerke aussprechen. Sie haben heldenhaftes geleistet und den Botanischen Garten in kürzester Zeit nach dem Unwetter wieder spielfertig gemacht“, lobt Veranstalter Reinhard Mann. „Ohne ihre aufopferungsvolle und hochprofessionelle Arbeit wäre der Samstag nicht das wundervolle Erlebnis für unsere Besucher gewesen, das es war.“

Nach dem Event ist vor dem Event. Seit heute sind Tickets für die 10. Botanische Nacht im Botanischen Garten Berlin online und an allen Vorverkaufsstellen erhältlich: Am 21. Juli 2018 öffnen sich wieder die Tore des Gartens zur Jubiläumsveranstaltung. Ob es wieder zu einem zweiten Veranstaltungstag kommen wird, lassen die Veranstalter jedoch noch offen und abhängig von den Vorverkaufszahlen.

(Foto: Eberhard Kloeppel)

RED Party am Wannsee – vPE Bank spendet gemeinsam mit Berliner Unternehmern 20.000 Euro an die ARCHE

Die wohl beliebteste Sommerparty war auch in diesem Jahr wieder die RED Party am historischen Schwedenpavillon am Wannsee.

 

Mehr als 700 Gäste – darunter Schauspielerin Mariella Ahrens und Verleger Florian Langenscheidt mit Familie, die Werber Olaf und Sven Brandenburg mit Vater, Thomas Klein, Vorsitzender der Berliner Pressekonferenz – waren eingeladen, nicht nur um zu feiern, sondern auch um Gutes zu tun. Gemäß dem Motto „RED“ bot sich ein beeindruckendes Bild von rotgekleideten Gästen auf dem weitläufigen Grundstück und an den Stegen des herrschaftlichen Anwesens.

Dort hatten – neben zahlreichen Yachten – drei eindrucksvolle Hausboote geankert, auf denen ebenfalls ausgiebig gefeiert wurde. Für die Kinder gab es Wassertrips mit der „Banane“ und eine Schatzsuche sowie viele kreative Aktivitäten im Kinderclub. Traditionell war nicht nur die fünfte RED Party, sondern auch die Unterstützung für das Kinderprojekt ARCHE.

„In der heutigen Zeit ist soziales Engagement wichtiger denn je. Um die Schere zwischen Arm und Reich zu verkleinern, ist es wichtig, der Gesellschaft etwas zurückzugeben und denen, die es wirklich nötig haben, zu helfen“, erklärt Karen Terpogossov von der vPE Bank am Potsdamer Platz. „Die ARCHE ist ein Leuchtturmprojekt, das wir gerne unterstützen. Seit 22 Jahren unterstützt der von Pastor Bernd Siggelkow gegründete Verein mehr als 4.000 Kinder mit sozialen und pädagogischen Angeboten“, führt sein Geschäftspartner Thomas Kickermann fort.

 

Foto: Karen Terpogossov, vPE Bank, Bernd Siggelkow, ARCHE, Thomas Kickermann, vPE Bank, Marcus Korn, Allgemeine Immobilien Börse. Bildquelle: BERLINboxx

 

 

Kita Einweihung im Märkischen Viertel mit Senatorin Lompscher

Die evangelische Kindertageseinrichtung Regenbogen in Reinickendorf wurde am heutigen 14. Juli um 15 Uhr eingeweiht. Mit dem Kitaneubau in der Senftenberger Ring 29 wurden 120 Plätze geschaffen. Anwesend waren unter anderem auch die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, der Bezirksbürgermeister von Reinickendorf, Frank Balzer, und die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises, Beate Hornschuh-Böhm. Begrüßt wurden die Gäste von. Die Begrüßung erfolgte durch Kathrin Janert vom Vorstand des Evangelischen Kirchenkreisverbandes für Kindertageseinrichtungen Berlin Mitte-Nord.

 

Bereits am 13. November 2015 fand im Beisein von Bezirksstadtrat Uwe Brockhausen, Bezirksbürgermeister Frank Balzer und Kitaverbandsvorstand Kathrin Janert die Grundsteinlegung statt. Eltern können sich seit März diesen Jahres schon auf die Warteliste für einen Kitaplatz setzen lassen.

(Foto: pm Senatsverwaltung)

Echter Berliner-Bio Gin

Gin gibt es mittlerweile in allen möglichen Varianten – nun kreieren zwei Berliner Freunde einen Berliner Spree Gin

Gabriel Grote und Henning Birkenhake kosteten verschiedene Berliner Gin-Sorten, doch bei jeder fehlte ihnen etwas, die besondere Note. Also beschlossen sie, ihren eigenen Gin herzustellen. Der besondere Berliner Touch: Gurken aus dem Spreewald. Natürlich Bio.

Ganz unerfahren sind die Beiden nicht: Seit ungefähr sieben Jahren produzieren sie den Kräuterlikör Pijökel 55. Und das ziemlich erfolgreich. Der Likör mit dem Geschmack von Zimt, Nelken, Vanille und Kardamom wurde bereits mehrmals ausgezeichnet. Dabei kommen die beiden Männer aus einer ganz anderen Richtung. Sie lernten sich während ihres Studiums an der Musikhochschule Detmold kennen. Tonmeister und Musikproduzent wollten sie werden, schlossen ihr Studium ab, zogen nach Berlin und fingen an in der Branche zu arbeiten. Zusammen gründeten sie eine Firma, die Sounds anfertigte.

Nebenbei experimentierte Grote mit diversen Rezepturen seines Vaters. Dieser war Apotheker und notierte in den 60er Jahre in einem Buch Salben, Tinkturen und Liköre. Es war üblich, dass Apotheker ihre eigenen Liköre herstellten, die entzündungshemmend und verdauungsfördernd wirkten. Es war wortwörtlich eine Schnappsidee, die Grote und Birkenhake dazu brachte, die Produktion des Liköres nach dem Tod des Vaters fortzusetzen. In der Küche ihres Büros finden sich  große Tanks, etliche Flaschen und Gasballons. Ob sich dieser Aufwand lohnen würde, wussten die Geschäftsführer nicht. Nach 20 Tagen ist der Likör fertig. Solang braucht es, die einzelnen Zutaten wirken zu lassen. Monatlich füllen die Hersteller 500 Liter ab. Bis jetzt.

Mit der Idee, künftig auch echten Berliner Bio Gin herzustellen, müssen sich die Unternehmer ausweiten. In Europas ältester Destillerie, einer hessischen Manufaktur, fanden sie einen geeigneten Partner, um ihr wohl behütetes Gin-Rezept zu verwirklichen. In mühevoller Kleinstarbeit tüftelten sie solange an der Rezeptur, bis vollkommene Zufriedenheit herrschte. Die hessische Manufaktur übernahm schließlich Herstellung und Versand.

Um unabhängig und nicht auf Kredite von Banken angewiesen zu sein, starteten die Freunde eine Online-Sammelaktion, um das Startkapital von 15.000 Euro zusammen zu bekommen. Und es sieht gut aus: vier Tage vor Ende der Aktion fehlen lediglich knapp 1.500 Euro, das Projekt scheint gesichert. Bald kann die Produktion starten, sodass Supermärkte und Restaurant den Gin in ihr Sortiment aufnehmen können.

Das fertige Endprodukt hat eine leichte, sommerliche Note bestehend aus Orangen, Zitronen, Koriandersamen sowie Lavendelblüten, Pomeranzenschalen und natürlich den Spreewaldgurken. Das 43-prozentige alkoholische Getränk schmeckt laut den Herstellern am besten pur bei Zimmertemperatur. Das genaue Rezept wird aber gut gehütet – das Rezeptbuch des Vaters ist an einem sicheren Ort versteckt. (fr)

(Foto: Facebook Spree Gin)

 

Schüler helfen leben: Bundesweiter sozialer Tag für Flüchtlinge am 13. Juli

Am heutigen Donnerstag findet der bundesweite Soziale Tag 2017 von Schüler Helfen Leben (SHL) statt. Zehntausende Schüler in ganz Deutschland tauschen die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz und arbeiten einen Tag für den guten Zweck. In diesem Jahr wirft SHL einen genauen Blick auf die Situation Geflüchteter in den Projektregionen Südosteuropa und Jordanien/Syrien – der Fokus liegt dabei auf der gesellschaftlichen Teilhabe.

Welche Projekte konkret mit den Geldern des Sozialen Tages 2017 gefördert werden, entschieden 250 Schüler im Mai auf dem Projektauswahltreffen, dem Schülerkongress zum Sozialen Tag.  Die Delegierten wählten ein Projekt der Organisation „Pomoć Deci“ in Serbien, von dem sowohl Rückkehrer nach Serbien als auch Geflüchtete aus dem Nahen Osten profitieren. Jugendliche Paten unterstützen die Neuankommenden dabei, die Sprache zu lernen, den Schulbesuch (wieder)aufzunehmen oder eine Arbeit zu finden. In Jordanien wird ein Kinder- und Jugendzentrum der Johanniter mit ihrer lokalen Partnerorganisation „Sahel Horan“ in Al Shajara an der syrischen Grenze unterstützt. Um einen geschützten Raum zum Lernen und Spielen zu schaffen, werden dringend benötigte Renovierungsarbeiten und Möbel, außerdem der Aufbau einer Bibliothek finanziert. (red)

Foto: Schüler Helfen Leben

Anti-Café Trend jetzt auch in Berlin

Cafés sind schon lange kein Ort mehr, an dem nur noch Kaffee und Kuchen verspeist wird – Sogenannte Anti-Cafés bieten einen Ort zur Arbeiten und als sozialen Treffpunkt

Auf einen Kaffee oder Tee in einem Café treffen und den neusten Klatsch mit der besten Freundin austauschen oder in der Mittagspause einen Snack zu sich nehmen– sehr beliebt, doch Cafés dienen auch noch zu anderen Zwecken. Den üblichen Arbeitsräumen entkommen und zum Lernen und Arbeiten eine neue Umgebung schaffen. Es ist schon Normalität, alleine im Café zu sitzen und sich bei einem heißen Getränk seiner Arbeit zu widmen.

Wenn da allerdings nicht die Bedienungen wären, die einem ihre Produkte wortwörtlich aufdringen möchten. Alle halbe Stunde wird nachgefragt, ob es denn noch ein Cappuccino sein darf. Wird verneint, so wird der Gast nur begrenzte Zeit geduldet. Jedoch wird er dann dazu aufgefordert die Location zu verlassen, um für die zahlenden Kunden Platz zu schaffen. Einfach nur dasitzen und sich seinen eigenen Dingen zuwenden – das geht nicht.

Geht sehr wohl! Finden die zwei Gründerinnen Louna Sbou und Nina Martin, die ganz nach dem Motto „Hier darfst du alles!“ ein sogenanntes Anti-Café gegründet haben. Das sich im Wedding befindende Café Be‘kech ist ausdrücklich ein Ort des kreativen Schaffens und Arbeitens und dient als sozialer Treffpunkt, ist also wie ein öffentliches Wohnzimmer. Gezahlt werden muss für nichts – außer die Zeit, die hier verbracht wird. Pro Minute werden fünf Cent verlangt, drei Euro die Stunde und ein ganzer Tag kostet maximal 15 Euro. Alles andere, wie W-Lan, Kaffee, Tee, Wasser und sogar vegan-vegetarischen Imbiss gibt es umsonst. Für Selbstversorger besteht die Möglichkeit, sein eigenes Essen mitzubringen und in einer Mikrowelle aufzuwärmen.

Das Anti-Café Konzept bietet sich als angenehmer Ort also zum Arbeiten und Kreativ-Sein an. Das einzige was zählt, ist die eigene Zeit. Lediglich beim Betreten des Cafés werden die Gäste dezent gestört, indem die Bedienungen die Ankunftszeit des Gastes auf einem kleinen Zettel notieren. Zeit ist eben kostbar.

Angefangen beim Namen, Be’kech, der aus den Herkunftsorten der beiden Frauen besteht. Nina Martin, die in Berlin geboren und aufgewachsen ist, arbeitet als Designerin für soziale Projekte. Louna Sbou stammt Marrakesch in Marokko und arbeitet nun als Kulturmanagerin in Berlin. Die Inneneinrichtung besteht aus alten DDR-Tischen mit Holzstühlen und Stoffsesseln, die die Frauen auf einem Trödelmarkt erworben haben. Im Untergeschoss verbreiten die marokkanischen Stoffe und Lampen ein orientalisches Flair. Neben den üblichen Plätzen zum Arbeiten gibt es darüber hinaus auch Telefonkabinen und einen Arbeitsraum zum Mieten. Alles was der moderne Businessmensch von heute braucht!

Mit der Eröffnung dieses Cafés folgen die beiden Frauen einem weltweiten Trend, bei dem es nicht darum geht, einen möglichste großen Gewinn einzufahren, sondern seinen Kunden eine gemütliche Atmosphäre und einen sozialen Treffpunkt zu bieten. Vorreiter waren Cafés gleicher Art in Sankt Petersburg, Kiew, Manchester, Lyon oder London, das erste entstand bereits 2011 in Moskau. (fr)

(Fotonachweis: Facebook be’kech)