Laughing Hearts Gala: Unternehmer spenden 1.350.000 EUR für Heimkinder

Auf der Bühne des Hyatt am Potsdamer Platz der britische Superstar Marlon Roudette mit dem Welthit „When the Beat Drops out“, unter den Gästen Laughing Hearts-Schirmherrin Gesundheitssenatorin Dilek Kolat, Berliner Sparkasse-Vorstandsmitglied Tanja Müller-Ziegler, der Immobilienunternehmer Christoph Gröner, Boxweltmeister Arthur Abraham, AG-City-Chef Klaus-Jürgen Meyer, Stararchitekt Prof. Stephan Braunfels, BERLINboxx-Verlegerin Dr. Angela Wiechula, Laughing Hearts-Vorstandsvorsitzender Dr. Nidal Al Saadi. Die Gewinner des Gala-Spenden-Dinners waren eindeutig die 2000 Heimkinder, die seit fast 10 Jahren von Laughing-Hearts gefördert werden. Am Ende dieses in jeder Beziehung außergewöhnlichen Abends spendeten die großherzigen Unternehmer 1.350.000 EUR für den guten Zweck.

Christoph-Gröner, Arthur-Abraham und Dr. Nidal-Al-Saadi (v.l.n.r.) machen sich für Kinder stark | Foto: Marius Schwarz

Dilek Kolat, Christoph Gröner und Nidal Al-Saadi gelingt ein Spendenrekord

1.350.000 EUR Spendenaufkommen an einem Abend ist eine absolute Rekordsumme. Im Vergleich: Die Operngala für die Deutsche Aids Stiftung in der Deutschen Oper erzielte in diesem Jahr mit Großspenden von Konzernen eine Summe von 500.000 EUR.

Was die mittelständischen Unternehmer, die den gemeinnützigen Verein Laughing Hearts 2009 gegründet haben, erreicht haben, verdient eine besondere Auszeichnung und Wertschätzung.

Alle Vereinsmitglieder engagieren sich nicht nur finanziell sondern auch ganz persönlich.

Top-Sponsor Christoph Gröner mit seiner Ehefrau Anja Gröner | Foto: Marius Schwarz

Unermüdlich im Einsatz auch Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender des größten deutschen Projektentwicklers CG Gruppe, der sich mit Überzeugungskraft und persönlichem Engagement für die soziale Gleichstellung und Chancengleichheit von Heimkindern in unserer Gesellschaft einsetzt. Schirmherrin Senatorin Dilek Kolat zeigte sich beeindruckt von der Spendenfreundlichkeit der Gäste: „Für mich stehen die Perspektiven, die mit dieser Initiative für Kinder geschaffen werden, im Fokus und es ist mir ein besonderes Anliegen, es den Kindern mit schönen Erlebnissen zu erlauben, den oft schwierigen Alltag für kurze Zeit zu vergessen“.

Insgesamt sind in Deutschland etwa 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von Armut betroffen – in Berlin fast jedes dritte Kind. Dieser soziale Missstand stellt ein ernstzunehmendes Problem in der Hauptstadt dar. Häufig fehlt es in den betreuenden Einrichtungen an Geld für ärztliche Zusatzbehandlungen, Nachhilfe und Beiträge für Sportvereine oder Musikunterricht. Geringere Bildungschancen, Ausgrenzung oder Schwierigkeiten bei der Ausbildungssuche sind häufig die Folge.

Engagement für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche

Um dem Missstand der sozialen Benachteiligung bei Kindern und Jugendlichen zu begegnen, gründeten Berliner Unternehmer im Mai 2009 den gemeinnützigen Verein Laughing Hearts e. V. Ziel des Vereins ist es, das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen so früh wie möglich zu stärken, sie aktiv in ihr gesellschaftliches Umfeld zu integrieren und ihnen durch Aufzeigen von sozialen wie beruflichen Perspektiven einen gleichberechtigten Werdegang zu ermöglichen. In enger Zusammenarbeit mit Berliner Heimen, Betreuern und vielen Partnern werden derzeit 22 Kinderheime in Berlin mit ca. 2.200 Kindern und Jugendlichen betreut.

Sozialen Einrichtungen steht für die Freizeitgestaltung eines Kindes pro Jahr meist nur ein knappes Budget zur Verfügung. Laughing Hearts-Präsident, der Internist Dr. Nidal Al-Saadi: „Das Anliegen von Laughing Hearts ist es, Heimkinder in individuellen Belangen zu unterstützen, die über die generelle Grundversorgung hinausgehen. Den Kindern soll, ihren Wünschen entsprechend, die Integration in bestehende, einrichtungsexterne Freizeit- und Bildungsangebote ermöglicht werden. Die individuelle Förderung erfolgt im Rahmen des Leistungskataloges, der die vier wesentlichen Themenbereiche Sport, Bildung, Gesundheit und Freizeit umfasst“. Ohne Zweifel war die 9. Laughing Hearts-Gala wieder ein Lichtblick für bürgerschaftliches Engagement. (FS)

 

 

 

 

 

 

El Bocho Ausstellung: Finest Street-Art from Berlin

London hat Banksy, Berlin hat El Bocho: Ausstellung „Goldene Zeiten“ in der Raab Galerie

Farbenfroh, verspielt, mitunter cartoonesk – doch immer mit Hintersinn und doppeltem Boden – so präsentieren sich die Kunstwerke des Berliner Street-Art Künstlers El Bocho zur Eröffnung der Ausstellung „Goldene Zeiten“ in der Berliner Raab Galerie in Charlottenburg.

Der Künstler selbst will unerkannt bleiben, freut sich aber über den großen Besucherstrom in die Raab Galerie, unweit des Berliner Savigny-Platzes.

Selbstbildnis El Bocho

Bereits vor seinem Illustrations- und Typografiestudium fanden sich El Bochos Arbeiten ab 1997 im Stadtbild. Damit ist er gemessen an den Maßstäben der Streetart-Szene eine beständige Größe. In Berlin gehört El Bocho zu den Künstlern, die das Stadtgesicht sichtbar prägen. Dadurch, dass er im Herzen der Hauptstadt mit vielseitigen und originellen Arbeiten ständig auffällt, hat er sich einen Namen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus gemacht.

„Wichtig ist mir die Demokratisierung der Kunst“, so der Künstler, der immer noch die Stadt als seinen Spielplatz nutzt und seine Arbeiten auf der Straße zeigt. „Gerade Kids und Jugendliche finden oft keinen Zugang zur Kunst in Galerien oder Ausstellungen. Daher ist es wichtig, meine Kunst auch im Straßenbild zu präsentieren und diese damit jungen Menschen zugänglich zu machen.“

Kommunikation und Bezugnahme auf das urbane Leben sind der Hauptbestandteil seiner Arbeit. So sieht El Bocho sich als beobachteter Beobachter. Wichtig ist ihm die Arbeit außerhalb der Kunstszene, da diese mehr als nur ein bestimmtes Publikum erreicht. El Bocho greift die Reaktionen der Betrachter auf und verwendet sie in seinen Arbeiten. So entsteht ein ständiger Kommunikationsfluss mit der Öffentlichkeit.

Um dieses zu erreichen, thematisiert er gegenwartsnahes Geschehen, beispielsweise durch Kalle und Bernd, die geklebten Überwachungskameras, die sich auch schon mal in eine Ampel verlieben können oder Passanten zurechtweisen oder Little Lucy, die charmante Katzenfeindin. In diesen humorvollen Plakatserien kommentiert El Bocho die Lebensweise der Stadt.

Auch in seinen Porträtserien, die in der Galerie Raab (Berlin) sowie parallel auf den Strassen Berlins zu finden sind, taucht er in die Gedankenwelt der Stadtmenschen ein. Dafür benutzt El Bocho handgefertigte Plakate, die bis zu vier Meter hoch sind. Er bedient sich einer eigens von ihm entwickelten Plakatierungstechnik, bei der sich spezielles Plakatpapier unter Sonnen- und Witterungseinwirkung langsam mit dem Untergrund verbindet. Das Plakat unterliegt somit einem ständigen Wandel. El Bocho benutzt neben etablierten Streetarttechniken wie Installationen, Schablonen oder Cut-Outs unter anderem auch Wandkacheln, die er bereits in vielen Metropolen Europas im Stadtbild installiert hat.

 

Die Ausstellung in der RAAB Galerie (Goethestraße 81, 10623 Berlin) läuft noch bis zum 13. Januar 2018. Die Öffnungszeiten sind Mo-Fr, 10-19 Uhr und Sa, 10-16 Uhr.

 

Link zur Galerie: http://www.raab-galerie.de/

Bilder: Copyright RAAB Galerie Berlin

 

Friede Springer mit Preis der Deutschen Gesellschaft ausgezeichnet

Gestern wurde Friede Springer in Berlin mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft e. V. für Verdienste um die deutsche und europäische Verständigung ausgezeichnet.

Wie Franz Müntefering und Lothar de Maizière, die Co-Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft e. V., betonten, habe die Preisträgerin alle Generationen ermutigt, für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie einzustehen. Gerade in letzter Zeit werde deutlich, dass sich alle Gutgesinnten für Verständigung in Deutschland und Europa einsetzen müssten. Friede Springer erhalte den Preis in Anerkennung ihres herausragenden Engagements und ihres jahrzehntelangen Wirkens für das Miteinander in Deutschland, den Dialog der Kulturen, den Abbau von Vorurteilen sowie ihr Eintreten für die deutsch-israelische Freundschaft und ihre Unterstützung für die politische Bildungsarbeit im Sinne der historischen Aufarbeitung.

Friede Springer hat sich für Freiheit und Einheit eingesetzt

Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble unterstrich in seiner Laudatio das beispielhafte Engagement der diesjährigen Preisträgerin. Die deutsche Gesellschaft wie auch die Pflege der Beziehungen Deutschlands in aller Welt würden Menschen mit Gerechtigkeits- und Gemeinsinn brauchen, die Verantwortung übernehmen, so Schäuble. Friede Springer habe sich immer wieder für unsere Rechts- und Freiheitsordnung eingesetzt, die keineswegs selbstverständlich sei. „Gerade der 9. November erinnert uns daran“, betonte Schäuble. Dieser „deutsche Schicksalstag“ sei ein Datum voller Gegensätze. Der Ausrufung der Republik 1918 folgte 1938 die Schande der Reichspogromnacht. Der 9. November 1989, der Tag des Mauerfalls, sei wiederum auch zu einem Tag grenzenloser Freude geworden. Historische Zusammenhänge bewusst zu halten, sei ein Verdienst Friede Springers. Sie habe sich immer für Freiheit und Einheit eingesetzt.

Der Preis der Deutschen Gesellschaft e. V. wird seit 2005 verliehen. Die Preisverleihung findet traditionell im Rahmen einer Feierstunde am 9. November in Berlin statt. Preisträger waren u. a. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Künstler Martin Walser und Armin Mueller-Stahl, Altbundespräsident Richard von Weizsäcker oder der heutige Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker. 2016 erhielt Bundestagspräsident a. D. Norbert Lammert den Preis.

Dr. h. c. Friede Springer ist Mehrheitsaktionärin und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Axel Springer SE sowie Gremienmitglied in einer Reihe gemeinnütziger Gesellschaften und Vereine. Sie ist Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes und hat neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen im Jahre 2000 den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland erhalten. Seit vielen Jahren engagiert sie sich mit den von ihr geleiteten Stiftungen für das Gemeinwesen. (red)

Gemeinsam für eine soziale und wirtschaftlich starke Stadt

Auf dem 9. Berliner Quartiersrätekongress wird die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Stadt diskutiert.

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, lädt am Freitag, den 10. November zum 9. Berliner Quartiersrätekongress ein. Die Veranstaltung ist eine besondere Kooperation zwischen dem Berliner Parlament, den Quartiersräten als Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft und der Verwaltung. Im Abgeordnetenhaus von Berlin werden sie sich den komplexen Aufgaben zur Verbesserung der Bildung, der Integration und der Lebenssituation der Menschen in den Quartieren widmen. Im März 2019 jährt sich der Senatsbeschluss zum Programm „Soziale Stadt mit der Einführung“ des Berliner Quartiersmanagements zum 20. Mal.

Gemeinsam für eine soziale Stadt

Schon im Vorfeld des diesjährigen Kongresses wurde das Programm „Soziale Stadt“ proaktiv durch Fragebögen mitgestaltet. Das Ziel ist, das Programm auch 2018 fortzuführen. Das Motto der Veranstaltung lautet „Mitmachen-Mitentscheiden-Selbermachen: Quartiersräte gestalten Stadt“. Gemeinsam sollen wichtige Impulse für die weitere Programmausrichtung gewonnen werden.

Ehrenamtliches Engagement für die Stadtteile

„Ich schätze die ehrenamtliche Arbeit der Quartiersräte, weil sie den Menschen im Quartier eine Stimme geben. Lassen sie uns gemeinsam darüber nachdenken, wie die Fördermittel des ProgrammsSoziale Stadt‘ dort eingesetzt werden können, wo sie am dringendsten gebraucht werden und wo sie den größten Nutzen für möglichst viele Menschen in den Quartieren bringen. Für die weitere Ausgestaltung des Programms ‚Soziale Stadt‘ in Berlin ist mir das Wort der lokalen Spezialisten, die Quartiersräte ja sind, besonders wichtig“, so die Senatorin Lompscher.

Derzeit engagieren sich über 1.000 Quartiersräte in den 34 Quartiersmanagementgebieten der Stadt. Die Gremien werden alle zwei Jahre neu gewählt. Das Hauptanliegen der Räte ist es, den Stadtteil attraktiver zu machen, die Chancen der Kinder auf Bildung zu erhöhen, die Kommunikation untereinander herzustellen und das Zusammenleben der Bewohnerinnen und Bewohner unterschiedlicher ethnischer Herkunft im Quartier zu stärken.

Städtebau wird aktiv mit Projekten gefördert

Das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ unterstützt die Stabilisierung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter Stadtteile. Mit gezielten Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und den öffentlichen Raum wird das Wohnumfeld aufgewertet. Für die Umsetzung der Programmpunkte hat der Berliner Senat ein Quartiersmanagementverfahren ins Leben gerufen und setzt es in Zusammenarbeit mit den Bezirken um. Die jeweiligen Quartiersmanagement-Teams unterstützen lokale Aktivitäten der Bewohnerinnen und Bewohner, vernetzen und kooperieren mit verschiedenen Initiativen. In diesem Jahr wird das Programm mit finanziellen Mitteln in Höhe von 26,8 Millionen Euro  gefördert. Mittlerweile umfasst das Programm „Soziale Stadt“ 230 Einzelprojekte. (red)

 

 

Social Business Panda Coffee: Konsum muss Mehrwert haben

Good Coffee. Good Karma.

Wir alle konsumieren täglich. Schon morgens, noch bevor der Tag so richtig begonnen hat, geht es los. Zum Wachwerden brauchen wir Kaffee (Tchibo Kaffeereport 2017). Ein von weit her importiertes Gut, das zu unserem Tagesablauf gehört, wie Gesichtwaschen und Zähneputzen. Und uns zu besseren Menschen machen könnte.

Nachhaltigkeit ist trotz der Geiz-ist-geil-Mentalität der Deutschen in aller Munde. Es gibt fair produzierte und gehandelte Kleidung, Gebrauchsgegenstände und Lebensmittel, aber man muss länger suchen, genauer hingucken und tiefer in die Tasche greifen. Dafür bekommt man nicht nur ein gutes Gewissen, sondern auch beste Qualität und unterstützt eine faire Wertschöpfungskette. Panda Coffee geht sogar noch einen Schritt weiter.

Fair Trade und fair Play mit Panda Coffee

Das Social Business bietet in seinem Online-Shop nicht nur direkt gehandelten Kaffee an, sondern überzeugt durch Initiative und Transparenz. So erfährt der Konsument alles über die Hintergründe des Kaffee-Anbaus, wird über gängige Vorurteile und Missstände aufgeklärt und kann sich überzeugen, dass Panda Coffee allen Kriterien des nachhaltigen Konsums entspricht.

Da es dem Unternehmen mit seinem wegweisenden Geschäftsmodell nicht reicht, den Menschen entlang der Wertschöpfungskette eine verlässliche Lebensgrundlage durch über Fair Trade liegende Löhnen und Unterstützung bei der Infrastruktur der Anbauregion zu bieten, unterstützt das Unternehmen mit 3 Euro pro verkauftem Kilogramm humanitäre und artenschutzerhaltende Hilfsprojekte. Respekt vor so viel Engagement – mehr Nachhaltigkeit durch Konsum ist kaum möglich. (red)

Berliner Studentenwohnungen werden immer teurer

Die steigenden Preise für Wohnraum in Berlin machen auch vor Studentenbuden nicht Halt. Kurz vor Beginn des Wintersemesters sind Tausende Studenten immer noch auf Wohnungssuche.

Das Berliner Studierendenwerk verfügt in Berlin über 9.380 Wohnheimplätze in 33 Wohnanlagen, die Zahl der Bewerber hat sich innerhalb von einer Woche von 4.600 auf über 5.400 erhöht.

Berlin hatte im vergangenen Wintersemester vor einem Jahr bereits 180.096 Studenten, in diesem Wintersemester kommen noch einmal 5.000 hinzu. Was das Angebot in Studentenwohnungen betrifft, so liegt Berlin deutschlandweit an letzter Stelle. Das Verhältnis von Studierenden und Wohnheimplätzen liegt bei gerade einmal 5,2 Prozent, der Bundesdurchschnitt liegt bei 9,2 Prozent.

Eine Wohnung innerhalb des S-Bahn-Rings kann sich der Großteil der Studierenden nicht mehr leisten. Auch Bezirke, in denen man früher noch günstig wohnen konnte, haben erheblich zugelegt. Lediglich in Bezirken wie Marzahn oder Hohenschönhausen lässt sich mit Glück noch etwas finden, dafür sind die Wohnungen entsprechend abgelegen. Die klassische Wohnalternative für Studenten ist die WG. Doch auch hier lässt sich kaum noch ein Zimmer für unter 400 Euro finden, vor vier Jahren lag der Durchschnittspreis für ein WG-Zimmer noch bei 335 Euro.

Bereits 2015 hatte der Senat den Bau von 5.000 weiteren Wohnheimplätzen beschlossen. Doch selbst das wird kaum reichen, wenn jedes Semester Tausende neue Studenten in die Stadt strömen.

Berlin ist die Stadt der Singles, daher sind Ein- bis Zwei-Zimmer-Appartements sehr begehrt und entsprechend teuer. Genau das ist aber auch das Segment, in dem die meisten Studenten suchen. Hinzu kommen die rapide steigenden Preise und ein Wohnungsbau, der nicht hinterherkommt.

Studierenden in Berlin bieten sich also in absehbarer Zeit wenig Möglichkeiten, eine günstige Wohnung in der Stadt zu finden. (red)

EXPO REAL 2017: TRENDBAROMETER FÜR DIE IMMOBILIENBRANCHE

Die Gewerbemesse für nationale und internationale Immobilienfachleute und Investoren findet in diesem Jahr in München bereits zum zwanzigsten Mal statt und ist Pulsmesser für die gesamte Branche.

Die Immobilienwelt freut sich seit langem auf den Fixpunkt des Jahres, auf die wichtigsten Trends, auf das Netzwerken, möglicherweise bereits auf Geschäftsabschlüsse von zuvor eingeleiteten Projekten und auch auf Feiern unter Kollegen und Gleichgesinnten. Die Besucherzahlen in diesem Jahr haben schon einmal einen neuen Rekord aufgestellt: Mit über 2.000 Ausstellern aus 35 Ländern sind in diesem Jahr 13 Prozent mehr Unternehmen vertreten als im Vorjahr, 41.500 Besucher haben den Weg auf die Messe gefunden.

 

EXPO REAL 2017. ©: Wikipedia.org; ClaudiaMesse

Die EXPO REAL ist dabei nicht allein ein Forum, in dem das Motto „see and be seen“ gilt – sondern ein fest eingeplantes und wesentliches Arbeitsinstrument, ein Marktplatz, der Trends veranschaulicht, der das Zusammenkommen und das Networking ermöglicht und auch einen Wissenstransfer unter den Akteuren der Branche herstellt.

Stand Berlin Brandenburg. © Runze & Casper Werbeagentur GmbH

In den letzten Jahren sah sich die Immobilienbranche jedoch mit tiefgreifenden Änderungen konfrontiert. Die Projektvolumen sind hoch wie nie, die Investmentvolumina haben ungekannte Dimensionen erreicht und die Digitalisierung krempelt die ganze Branche um. Das Geld ist dank Niedrigzins billig zu haben – und das ist die conditio sine qua non der Immobilienwirtschaft.

Doch was sind die Trends 2017? Wohin wird die Reise gehen? Werden wieder Rekorde gebrochen? Geht die Reise irgendwann bergab? Oder bleibt alles beim Alten?

Diese Fragen sind von großer Bedeutung für die Messebesucher der EXPO REAL. Mehrere Themenkomplexe zeichnen sich als aktuelle Trends ab und geben wohl die Stoßrichtung für die Zukunft vor.

Trend 1: Die Digitalisierung. © pixabay

TREND #1 – DIE DIGITALISIERUNG

Auch in diesem Jahr prägt die Immobilienwelt kaum ein anderes Thema so stark wie die allgegenwärtige Digitalisierung. Genauso wie die Frage, was es mit dem Begriff eigentlich auf sich hat. Die Branche muss aufpassen, ihr Potenzial nicht zu verschenken, denn ausgerechnet bei den Themen Digitalisierung und Innovation – zwei Faktoren für zukünftiges Wachstum – sind immer noch wesentliche Defizite sichtbar. Dabei ist fast jeder Bereich der gesamten Wertschöpfungskette von der Digitalisierung betroffen – angefangen von der Gebäudetechnik, über Facility Management und den Maklerbereich bis hin zum milliardenschweren Investmentbereich. Die Kenntnisse innerhalb der Immobilienunternehmen in verschiedenen digitalen Themenfeldern weichen noch deutlich voneinander ab. Sei es im Bereich Big Data, Predictive Analytics, Blockchain, Sensorik, Mensch-Maschine-Schnittstellen oder Robotik – die Marktakteure müssen diese Themenfelder und die ihr zugrundeliegenden Anwendungen in ihr Unternehmen integrieren und ihre Prozesse entsprechend modifizieren. Basierend darauf müssen sie neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die beispielsweise eine Erhebung aller relevanten Gebäudedaten in Echtzeit ermöglichen. Digitale Alleinstellungsmerkmale zu gewinnen, das ist eine der wichtigsten Bedingungen für die Zukunftssicherheit des eigenen Unternehmens. Manche Teilbranchen dürften sich den kommenden Jahren immerhin von Grund auf verändern. Zum ersten Mal wird bei der Expo Real das Thema Start-ups und PropTechs in den Vordergrund gestellt. Laut aktuellen PropTech-Studien heißt der Top-Trend der kommenden Jahre ‚virtuelle Besichtigungen‘. Da wird auf der Messe sicher ein Vorgeschmack zu sehen sein.

Unternehmen wie die Berliner EichenGlobal, eine Tochter von Rubina Real Estate, befasst sich mit der Digitalisierung in der Immobilienbranche. „Gebäudetechnik ist nur eines der Felder in denen die Möglichkeiten der Digitalisierung deutlich sichtbar werden. Keyless entry, Smart pads für den Kontakt mit Verwaltung und Hausmeister, das alles gibt es schon und wird sich deutlich verstärken“, sagt Carsten Heinrich, Geschäftsführer von Rubina Real Estate und EichenGlobal. „Sehr spannend ist aber auch das digitale Bauen, das perspektivisch verspricht, günstiger und schneller bauen zu können.“

Viele Unternehmen, die in den Bereichen Facility-, Property- und Asset Management und Immobilienverwaltung tätig sind, haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt. Susanne Tattersall, geschäftsführende Gesellschafterin der Tattersall • Lorenz, Immobilienverwaltung- und management GmbH, weiß um die große Bedeutung der digitalen Möglichkeiten: „Durch die wachsende Digitalisierung lässt sich die Effizienz im Property Management deutlich erhöhen: Automatisierte Serviceprozesse bieten ein besseres Nutzenpotenzial für alle Beteiligten. Tattersall • Lorenz steht dem aufgeschlossen gegenüber und nutzt die Möglichkeiten bereits in vielen Bereichen. Hier auf der EXPO REAL werden wir sicherlich weitere Inspirationen gewinnen können.“

Trend 2: Wohnen © SANUS AG

TREND #2 – WOHNEN IST NACH WIE VOR MEGATHEMA

Das Thema Wohnen wird auf der Messe-Plattform als dauerhaft wichtiges Thema der Branche mit allen Aspekten wie zum Beispiel der Schaffung bezahlbaren Wohnraums bespielt. Denn die Zuwanderung bedeutet vor allem, dass es immer mehr Menschen in die wirtschaftlich blühenden Städte zieht und dort entsprechend Wohnraum benötigt wird.

Gewerbeimmobilien hingegen sind in den A-Cities mittlerweile rar. Besonders im Büro- oder Hotelsektor sind jüngst vor allem Forward-Deals vorherrschend. Kaum ist ein Projekt in Entwicklung, wird schon gekauft und das oft zu Mondpreisen, die bereits die Dimensionen einer fertiggestellten Immobilie erreichen. Daher suchen viele Investoren nach anderen Anlagemöglichkeiten.

Das hat auch das Thema Wohnen wieder verstärkt in den Vordergrund gerückt – sowohl von Seiten der Investoren wie auch der Entwickler. Insbesondere in den Metropolen wie München, Hamburg und Berlin ist Wohnraum Mangelware. Die kürzlich veröffentliche Berliner Wohnungsbauprognose geht von einem Bedarf von 194.000 zusätzlichen Wohnungen bis zum Jahre 2030 aus. Es gilt, zum einen dieser Wohnungsknappheit mit Neubau zu begegnen, zum anderen sind die Renditen immer noch etwas höher sind als bei Gewerbeimmobilien, die aufgrund der hohen Preise immer mehr unter Druck geraten.

Projektentwickler wie die Berliner SANUS AG sehen nach wie vor gute Möglichkeiten in der Hauptstadt. „Es gibt aus unserer Sicht nur eine Möglichkeit, dem zunehmenden Wohnraummangel in Städten wie Berlin zu begegnen: Neubau! Die Preise sind rapide gestiegen, das ist schlicht und einfach die Folge der drastisch erhöhten Nachfrage. Das ist das Einmaleins der Marktökonomie“, so Siegfried Nehls, Vorstand SANUS AG. „Gemeinsam mit der Politik und den städtischen Wohnungsbaugesellschaften sind private Investoren dazu bereit, den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Das ist eine Herausforderung, die nur gemeinsam zu bewältigen ist.“

Trend 3: Der BREXIT. © CCO Creative Commons

TREND #3 – IMMER NOCH DER BREXIT

Es ist weiterhin unklar, was die konkreten Ergebnisse und Folgen der Verhandlungen zum EU-Austritt Großbritanniens sind. Absehbar ist aber schon ein deutlicher Aufschwung für die Bürostandorte in Kontinentaleuropa. Finanzmetropolen wir Frankfurt am Main werden zunehmend interessant, bedeutende Bankhäuser, wie etwa Morgan Stanley, Goldman Sachs, sogar die Royal Bank of Scotland, haben bereits ernstzunehmende Abschiedsbekundungen geäußert. Viele haben bereits erste Vorbereitungen getroffen und angekündigt, Tausende Mitarbeiter ins EU-Gebiet abzuziehen. Hinzu kommen noch die EU-Behörden, die London verlassen müssen – wie etwa die Europäische Arzneimittelbehörde EMA oder die Europäische Bankenaufsicht (EBA), für die sich in erster Linie Frankfurt am Main, aber auch Mailand und Paris interessieren.

Auch wird damit gerechnet, dass die Investments in London sukzessive nachlassen und verstärkt auf dem Kontinent stattfinden werden. Deutschland hat London bereits als Topinvestmentstandort bei Büros überholt. Das Transaktionsvolumen überstieg nach vorläufigen Zahlen in den ersten neun Monaten 2017 auf dem Büro- und Gewerbemarkt das Vorjahresergebnis deutlich. Deutschland kann im Vergleich zu Großbritannien mit Stabilität punkten, denn nach wie vor gilt der deutsche Immobilieninvestmentmarkt als sicherer Anlagehafen für internationale Investoren. Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 deuten darauf hin, dass eine neue Regierung den weltoffenen Kurs fortsetzt wird und Deutschland sich weiterhin internationalen Investoren gegenüber aufgeschlossen zeigt.

„Es ist deutlich spürbar, dass Berlin in den letzten Jahren international deutlich an Attraktivität gewonnen hat“, sagt Carsten Heinrich. „Dafür ist auch der Brexit verantwortlich. Wir betreuen viele ausländische Kunden, vor allem aus China, die es verstärkt in die deutsche Hauptstadt zieht.“

Trend 4: B-Lagen und Umland. © CC by 3.0.de

TREND #4 – B-LAGEN WERDEN IMMER BELIEBTER

In den main cities haben die Immobilienpreise zum Teil schon schwindelerregende Höhen erreicht. Die Renditen sind dafür in Talfahrt. Viele erwarten für die A-Cities und andere Premium-Lagen keinen signifikanten Wertzuwachs. Doch abseits der Top-Lagen in den üblichen Hotspots Berlin, München und Hamburg können Käufer und Anleger noch Schnäppchen machen.  Das Risiko, in solche Standorte zu investieren, ist mittlerweile relativ niedrig, da auch diese steigende Bevölkerungszahlen aufweisen.

Im ersten Halbjahr 2017 machten die sieben Top-Cities Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf insgesamt 60 Prozent des Transaktionsvolumens am Immobilienmarkt aus. In Städten wie München, Frankfurt oder Stuttgart sind die Risiken eines Immobilieninvestments sehr gering. Da jedoch die Preise so stark gestiegen sind, sind dort auch die erzielbaren Renditen mittlerweile deutlich niedriger. B-Städte wie Osnabrück, Wolfsburg oder Flensburg dagegen sind die Gewinner, denn sie bieten die besten Gelegenheiten, weil das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite noch stimmt.

Trend 5: Büro- und Gewerbeflächen. © wikipedia.org/Naturally Selenator

TREND #5 – ANFORDERUNGEN AN BÜRO- UND GEWERBEFLÄCHEN

Es kommt längst nicht mehr nur auf Größe und Zuschnitt an. Das Verknüpfen von Flächen mit zeitgemäßen Serviceleistungen ist ein Trend, der sich über verschiedenste Nutzungsbereiche erstreckt. Im Bürosegment drückt er sich vor allem im Aufkommen von Coworking Spaces aus. Die Nutzer mieten nicht mehr nur die Fläche, sondern gleichzeitig auch die nötige Büroinfrastruktur und Serviceleistungen. Aufenthaltsqualität ist das wichtigste Kriterium – die Arbeitenden müssen sich wohlfühlen. Ähnliches gilt für Hotels. Die Lobby als sozialer Raum gewinnt im Vergleich zur Raumgröße immer stärker an Bedeutung. Auch Shopping-Center müssen ihren Kunden einzigartige Einkaufserlebnisse bieten. Neben umfangreichen Serviceleistungen ist es vor allem wichtig, Schnittstellen zwischen analoger und digitaler Shoppingwelt einzurichten.

Die Schweizer Unternehmensgruppe SSN Group engagiert sich stark in der Hauptstadt und entwickelt auch Top-Bürostandorte in Berlin. Zu den Projekten gehören das Franklinhaus, das über 10.800 Quadratmeter Büromietfläche verfügen wird und insbesondere das Landmark-Projekt Quartier Bundesallee, dessen Bürogebäude bereits an die Berliner Volksbank verkauft wurden, die an dem Standort ihre Hauptstadtrepräsentanz einrichten wird.

„Für den Berliner Büromarkt mit seinem geringen Angebot an freien Mietflächen ist die Schaffung neuer Büroflächen dringend erforderlich“, so Jürgen Overath, Deutschland-Chef der SSN Group. „Nach wie vor sind eine zentrale Lage und eine repräsentative Anmutung entscheidend für die Bewertung einer Büroimmobilie, Faktoren wie die digitale Infrastruktur und weitere Serviceleistungen gewinnen aber zunehmend an Bedeutung.“

Die HD Handelsimmobilien GmbH fokussiert sich darauf, ein Portfolio mit Handelsimmobilien aus ganz Deutschland aufzubauen. Zu den Objekten gehören unter anderem das Kannenstieg-Center in Magdeburg und die Burggalerie in Mühlhausen. Nils Blömke, Geschäftsführer der HD Handelsimmobilien GmbH setzt auf ein zukunftsorientiertes Vorgehen: „Die Anforderungen an Handelsimmobilien ändern sich innerhalb von Jahren – nicht nur im Mieterbesatz selbst, sondern auch bei der Aufenthaltsqualität. Wir stellen die verschiedenen Käufergenerationen mit ihren Kommunikationsbedürfnissen in den Mittelpunkt unseres Denkens. Die Generation Y erwartet von einer Handelsfläche Kommunikationsqualität und digitale Connectivity. Die ältere Kundengeneration erwartet Service und ein tradiertes Einkaufserlebnis. Die Zukunft des Handels liegt in der Austarierung dieser Anspruchshandlungen. Hier sind wir gefordert, in die Zukunft zu denken.“

Experten wie Carsten Heinrich, Siegfried Nehls, Susanne Tattersall, Nils Blömke und Jürgen Overath sind sich einig, dass ein Ende des Booms nicht abzusehen ist. Der deutsche Immobilienmarkt hat noch viel Potenzial und die internationale Anziehungskraft wird weiter zunehmen. „Der Großraum Berlin gehört zu den Regionen, in denen die Immobilienpreise bis 2030 weiter steigen – oder zumindest stabil bleiben“, sagt Siegfried Nehls. „Die Preise sind gestiegen, aber Berlin hat einfach viel Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Metropolregionen. Eine Immobilienblase ist aus meiner Sicht nicht zu befürchten.“ (ak)

 

Mehr Infos: https://www.berlinboxx.de/expo-real-2017/

LINK: http://www.exporeal.net/index-2.html

Berliner Speckgürtel: Immer mehr Menschen weichen ins Umland aus

In Berlins Innenstadt wird es immer enger: Mehr als eine Viertel Million Menschen strömte in den fünf Jahren von 2011 bis 2016 in die Stadt, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in der vergangenen Woche mitteilte. Ein Trend, der sich weiterhin fortsetzen und sogar verstärken wird, davon gehen sämtliche Prognosen aus. Die Baugenehmigungszahlen halten schon lange nicht mehr Schritt mit dem Bedarf, im ersten Quartal 2017 sind sie sogar zurückgegangen. Branchenkenner werfen der rot-rot-grünen Politik vor, ein schlechtes Klima für den privaten Wohnungsbau zu erzeugen. Damit rücke das Ziel, bis 2030 194.000 zusätzliche Wohnungen zu schaffen, schlichtweg in unerreichbare Ferne. Denn, auch da sind sich die Experten einig, ohne private Entwickler wird es unmöglich, den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.

Die Folge: Wohnungen werden knapper und damit natürlich auch teurer, so dass immer mehr Menschen, vornehmlich Familien und Senioren, in das Berliner Umland ausweichen. Dort ist der Baugrund nicht nur ungleich günstiger, die Gemeinden und Regionen haben die Gunst der Stunde erkannt. Die Argumente für ein Wohnen im Berliner Umland sind nicht von der Hand zu weisen: Leben im Grünen, weniger Verkehr und Lärm, die Hauptstadt direkt vor der Tür – von den bezahlbaren Preisen ganz zu schweigen. Städte wie Großbeeren, Wustermark oder Schwante sind idyllisch, verfügen über eine gute Infrastruktur und sind verkehrstechnisch gut erreichbar. Ein wichtiger Faktor, denn wenn die Anbindung funktioniert, sind Brandenburgs Städte eine echte Alternative zum Wohnen in Berlin.

„Solche Ausweichbewegungen ins Umland sind nicht die Reaktion auf die kooperative Baulandentwicklung oder den Mangel an Bauland. Der Grund ist das rapide Wachstum der Berliner Bevölkerung, dem die Bautätigkeit nicht hinterher kommt“, so Siegfried Nehls, Vorstand der SANUS AG. „Berlin verfügt über ausreichend Bauflächen.“

Tatsächlich gehen Schätzungen von genügend Flächen für etwa 300.000 Wohnungen aus. Das Potenzial muss eben auch genutzt werden. „Bauen ist langwierig! Um auf den rapide gestiegenen Bedarf zu reagieren, braucht es seine Zeit“, sagt Nehls. „Die Bauwirtschaft hat in den vergangenen Jahren viel vollbracht. Die SANUS AG hat seit 1996 über 5.000 Wohneinheiten realisiert und einen Mangel an Bauflächen sehe ich in Berlin nicht. Daher  bin ich zuversichtlich, dass sich die Unternehmen auch in Zukunft gemeinsam mit der Politik und den Menschen der Herausforderung stellen werden.“

Letztlich ist es immer eine persönliche Entscheidung – nicht jeder will mitten in einer Metropole leben. Berlin wird nicht umhin kommen, zusätzlichen Wohnraum in der Innenstadt zu entwickeln. Und doch wird das Leben im Umland für viele eine Alternative sein –  nicht nur wegen der günstigeren Preise. Schließlich profitiert die Metropole von einem vitalen Umfeld – und dieses hat wiederum die Großstadt direkt vor der Tür.

Ein solches Verhältnis kann symbiotisch sein, wenn die Zusammenarbeit stimmt. Die Stimmen, die eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg fordern, werden daher immer lauter. „Berlin und Brandenburg können die Zukunft nur gemeinsam bewältigen. Das betrifft vor allem die Flächen- und Verkehrsplanung, die besser aufeinander abgestimmt werden müssen. Der Ausbau des Nahverkehr hat oberste Priorität“, so das Statement des BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (ak)

 

Bildquelle: Wikipedia, Jorges, CC BY-SA 3.0

 

 

Bahnpendler aus Brandenburg: Warten auf ein Expressnetz nach Berlin

Lange Fahrzeiten, unpünktliche Züge, schlechte An- und Verbindungen sind eine regelrechte Zumutung für Hauptstadtpendler, aber auch für Touristen und Berliner. Geplant sind laut der Deutschen Bahn Bauarbeiten an 50 Streckenabschnitten oder Einzel-Bauarbeiten. Das ist auch dringend notwendig, denn Staus auf der Autobahn sind fast genauso lang wie die wartenden Pendlerschlangen vor den Zügen.

Einst wurde das Konzept „Zielnetz 2000“ aufgestellt, um den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Metropolenraum von Berlin und Brandenburg zu regeln. Dabei sollte der Vorortverkehr deutlich vom Regional Express-Verkehr getrennt werden. Allerdings ist 2017 von einem funktionierenden „Stadt-Express-Netz“ oder einer Koordinierung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Regionalverkehr nicht viel zu spüren. Grund dafür sind vor allem die Einsparmaßnahmen der Vergangenheit, u.a. zusätzliche Halte von Regional-Zügen im Berliner Umland. Die hätten beispielsweise den Vorortverkehr mit der S-Bahn entlasten können. Mittlerweile sind selbst die RE-Züge völlig überfüllt.

Der tägliche Pendlerstrom will nicht abreißen

Derzeit pendeln, laut dem rbb|24-Pendleratlas, ca. 280.000 Beschäftigte pro Werktag zwischen Berlin und Brandenburg. Davon sind 200.000 Beschäftige aus Brandenburg, die in der Hauptstadt berufstätig sind. Wohnen in Brandenburg und arbeiten in Berlin ist ein geeignetes Modell, um den Wohnungsmarkt in der Hauptstadt zu entlasten. Da die Mehrheit der Pendler die Bahn nutzt, muss ein gut ausgebautes Bahnliniennetz als Grundvoraussetzung vorhanden sein. Bis 2030 erwartet Brandenburg sogar noch weiteren Zuzug in den Berliner „Speckgürtel“. Wirtschaftlich profitabel ist das sowohl für Brandenburg, als auch für die Hauptstadt. Allerdings sind die jetzigen Bahnkapazitäten schon fast ausgelastet, bei erneuert wachsenden Pendlerzahlen und zunehmenden Baustellen zu einem Hindernis werden. Die neue Mobilitätsstrategie für Berlin-Brandenburg wurde bereits am Anfang diesen Jahres vorgestellt.

„Der Einfall ersetzt nicht die Arbeit“

In der Entwicklungsstrategie für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Berlin und Brandenburg der Innoverse GmbH, im Auftrag der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg steht: „Um allen Brandenburger Städten gute Entwicklungschancen zu sichern, muss der Regionalverkehr deutlich anspruchsvollere Fahrzeit-Ziele anstreben. So sollen alle Mittelzentren im Berliner Umland in maximal 30 Minuten vom Berliner Zentrum erreichbar werden, die Oberzenten und meisten Mittelzentren in maximal 60 Minuten und alle übrigen Mittelzentren in maximal 90 Minuten.“ Schon der deutsche Soziologe und Ökonom Max Weber sagte: „Der Einfall ersetzt nicht die Arbeit.“ Die Landesplanung Berlin-Brandenburg als auch die Deutsche Bahn stehen vor vielfältigen Koordinations- und Organisationsaufgaben. Schon jetzt hapert es bei der Taktung der S-Bahnen: Pendler im Gebiet Oberhavel-Reinickendorf wünschen sich eine Zehn-Minuten-Taktung der S25 zwischen Hennigsdorf und Tegel und der S1 zwischen Hohen Neuendorf und Frohnau. Ein weiteres Problem sind die überlasteten Regionalzüge, wie der RE1, die wegen zu kleiner Bahnsteige ihre Kapazitäten nicht erhöhen können. Eine Erweiterung des S-Bahn Streckennetzes, würde den Regionalverkehr entlasten. Zurzeit wird über eine mögliche Fortführung der Linie S25 bis nach Stahnsdorf spekuliert, aber konkrete Pläne liegen noch nicht vor.

Was lange währt, wird gut?

Lichtblicke sind einerseits der fast fertige Regionalbahnsteig am S-Bahnhof Ostkreuz, der eine bessere Anbindung an das S-Bahnliniennetz ermöglicht. Zusätzlich wird Ende August auch der Ausbau des Bahnhofs Strausberg bei Berlin fertig sein. S- und Fernverkehr werden dort ebenfalls getrennt und ermöglichen somit eine Erhöhung der Fahrgast-Kapazitäten sowie den Ausbau des Fernverkehrs Richtung Ost allgemein. Bleibt zu hoffen, dass die Hauptstadtpendler auf die Umsetzung der Mobilitätsstrategie nicht so lang warten müssen wie auf ihre Züge. (red)

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vPE Bank am Potsdamer Platz feiert einjähriges Jubiläum am neuen Standort

„Innovative Bankstrategien sichern die Zukunft“

Gäste aus ganz Deutschland feierten mit den Direktoren der vPE Bank Thomas Kickermann, Richard Giessel und Karen Terpogossov das einjährige Bestehen der Bank am Potsdamer Platz.

In seiner Begrüßungsrede bedankte sich Thomas Kickermann für die Wertschätzung der Kunden für die Erfolgskriterien der Bank: „Unabhängigkeit, Transparenz und Vertrauen sind unsere Handlungskriterien. Diese konsequente Ausrichtung unseres Handelns an den Interessen unserer Kunden bestätigt uns in unserer Geschäftspolitik“, so Kickermann. Karen Terpogossov ergänzt: „Es kommt jetzt darauf an, die Bank zu einer Bank 4.0 weiterzuentwickeln. Innovative Bankstrategien sichern die Zukunft.“

Die vPE Bank konnte in dem ersten Jahr in den Räumen am Potsdamer Platz die Kundenbasis signifikant ausbauen. Nach dem Empfang erwartete die Gäste ein konzertantes Erlebnis der Sonderklasse. Vom Bankhaus ging es per pedes in die gegenüberliegende Philharmonie zum Einstandskonzert des neuen Chefdirigenten und künstlerischen Leiters des Deutschen Symphonie-Orchesters, Robin Ticciati.

Glanzvoller Auftakt von Robin Ticciati in der Philharmonie. Q: BERLINboxx

Gäste bei diesem beeindruckenden Debüt mit Werken von Ri­chard Strauss, „Also sprach Zarathustra“,  Jean-Féry Rebel, „Les éléments“ und der deut­schen Erst­auf­füh­rung von Tho­mas Lar­chers Sym­pho­nie Nr. 2 „Ke­no­taph“ waren Haus­herr Sir Simon Ratt­le, gleichzeitig Mentor des jungen gerade mal 34-jährigem Chefdirigenten, Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Mo­ni­ka Grüt­ters, Bun­des­tags­prä­si­dent Nor­bert Lam­mer, und der lang­jäh­ri­ge Re­gie­ren­de Klaus Wo­wer­eit, Meret Be­cker, Boris Al­ji­no­vic und TV-Talkerin Dunja Hayali sowie der britische Botschafter Sir Sebastian Wood und GASAG-Chefin Vera Gäde-Butzlaff.

Thomas Kickermann war sich mit seinen Gästen einig: „Ein herausragender kultureller Abend und der Beginn einer inspirierenden Ära für das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin.“ (FS)

 

Link: http://sonycenter.vpeag.com/

 

Titelfoto: v.l.n.r.: Thomas Kickermann, Managing Director, Richard Giessel, Executive Relationship Manager, Karen Terpogossov, Managing Director. Q: vPE Bank