Klassisches Spiel in allen Standorten der Spielbank Berlin

Die Spielbank Berlin hat ihr Spielangebot in den Nebenstandorten in der Ellipse Spandau und am Los-Angeles-Platz neu ausgerichtet. Mit der neuen Spielbankkonzession, die den Spielbetrieb der Spielbank Berlin seit Januar 2018 neu geregelt hat und bis Ende 2032 gilt, ist das Angebot des Klassischen Spiels wie Roulette, Black Jack und Poker für alle Standorte vorgesehen. Die Erfahrungen mit den bisherigen Spielangeboten des Klassischen Spiels in den Standorten in der Ellipse Spandau sowie am Los-Angeles-Platz wurden nun einer kritischen Überprüfung unterzogen und neu ausgerichtet.

Ab sofort wird das sogenannten klassische Spiel auch in Spandau angeboten. Foto: Spielbank Berlin

Klassisches Spiel: Poker, Black Jack und Roulette

Ab sofort bietet die Spielbank Berlin in dem Standort in der Ellipse Spandau neben dem umfangreichen Automatenspiel auch Black Jack, Ultimate-Texas-Hold´em und Poker Cashgames an insgesamt vier Tischen an. In dem Standort am Los-Angeles-Platz, unweit des Kurfürstendamms, wurde das bestehende Angebot aus Spielautomaten und Roulette-Stationen mit Live-Dealern nun um American Roulette und Black Jack an insgesamt ebenfalls vier Spieltischen erweitert.

Die Spielbank Berlin ist auch am Los-Angeles-Platz, unweit des Kudamms, zu finden. Foto: Spielbank Berlin

Neuausrichtung durch Kundenwünsche

„Mit dieser Maßnahme haben wir gezeigt, dass wir in unseren Standorten flexibel auf die Wünsche unserer Gäste reagieren können. Die ursprünglich in den Nebenstandorten angebotenen Spiele des Klassischen Spiels wurden nicht so gut angenommen wie von uns ursprünglich erwartet. Aus diesem Grund haben wir – entsprechend der Rückmeldungen unserer Gäste sowie der Kolleginnen und Kollegen in den Standorten das Spielangebot neu ausgerichtet“, so Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer der Spielbank Berlin. „Es ist unser Anspruch, in all unseren Standorten nicht nur ein reguliertes und verantwortungsbewusstes Spielangebot sicherzustellen, sondern insbesondere auch ein Spielangebot darzustellen, das den Erwartungen und Wünschen unserer Gäste entspricht und so ein attraktives und spannendes Spielerlebnis für Berlinerinnen und Berliner sowie für die Besucher unserer Stadt zu schaffen.“

Vier Standorte der Spielbank Berlin in der Hauptstadt

Alle Standorte der Spielbank Berlin sind zentral gelegen und bieten den Gästen ein außergewöhnliches und sicheres Spielerlebnis. Zusätzlich zu den Standorten in der Ellipse Spandau und am Los-Angeles-Platz betreibt die Spielbank Berlin in der Hauptstadt mit dem Haupthaus am Potsdamer Platz und der Spielbank im Fernsehturm am Alexanderplatz insgesamt vier Spielbankstandorte in der Bundeshauptstadt. Über 500 Mitarbeiter begrüßen in den vier Standorten jährlich rund 600.000 Gäste. Damit ist die Spielbank Berlin eine der erfolgreichsten und größten Spielbanken Deutschlands. (red)

Kulturtipp für den Sommer: „Your New Quarters“ von Thomas Ravens eröffnet Ausstellungsreihe Images of Architecture # 1

Das B-Part, dem neuen Stadtlabor und Think Tank für New Work and Life auf dem Gelände der zukünftigen Urbanen Mitte Am Gleisdreieck, hat sich seit seiner Eröffnung Ende März als begehrte Adresse für Start-ups, Kunst und Dialog etabliert. Damit wirft das ökologisch richtungsweisende Holzgebäude einen Blick auf nachhaltige Quartiersentwicklung und urbane Mobilität in der sich stetig wandelnden Stadt. Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher hat dem Projekt denn auch eine „gesamtstädtischer Bedeutung“ zugesprochen.

In direkter Nachbarschaft zum BRLO Brauhaus gibt das B-Part einen weiteren Vorgeschmack darauf, welches Potenzial in der Stadtentwicklung am Gleisdreieck steckt: als sinnstiftendes und inspirierendes Quartier für Nachbarn, Parkbesucher und alle in Zukunft hier arbeitenden Menschen.

Kunst ist dabei integraler Bestandteil des Konzeptes und wechselnde Ausstellungen zeigen ein breites Spektrum an Sichtweisen und Stilen. Bis zum 13. August zeigt der in Berlin lebende Künstler Thomas Ravens in der Ausstellungsreihe Images of Architecture bei B-Part Exhibition seine ausdrucksstarken wie surreal-düsteren urbanen Landschaften.

Die „New Quarters“ in Ravens‘ Bildern scheinen teils futuristisch und visionär, sind dies jedoch nur im Sinn eines historischen Echos aus einer Le Corbusier-Moderne, die längst von einem Konzept wie dem „Anthropozän“ überrollt wurde. Man ahnt, alle von Ravens abgebildete Architektur wird zerstört werden, existiert vielleicht schon gar nicht mehr oder befindet sich in einem dauerhaft eingefrorenen, paradoxen Zustand der Auslöschung. Man kann hier an Walter Benjamins Sturm des Fortschritts denken, jener „Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft“ – während der verlaufende Himmel im Hintergrund Albrecht Dürers „Traumgesicht“ zu zitieren scheint, jene so eindringliche Manifestation unbewusster Ängste.

Ravens Bilder, meist – auch farblich eindringliche – Tuschezeichnungen, stellen so zeitgenössische Fragen mit hoher Dringlichkeit. Dass neue Quartiere nicht auf neutralem Grund stehen, ist seinen Bildern anzusehen. (red)

Thomas Ravens im B-Part Am Gleisdreieck

Thomas Ravens im B-Part Am Gleisdreieck | Foto: BERLINboxx

Images of Architecture #1

Thomas Ravens – “Your New Quaters”
Ausstellung: 13. Juli bis 3. August 2019
B-Part Exhibition curated by loop
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 14-18 Uhr

Luckenwalder Str. 6b, 10963 Berlin

Trotz Regen: Classic Open Air feiert die „Opera Italiana“

Obwohl der Wettergott nicht recht mitspielen wollte und den Himmel über Berlin mit äußerst ergiebigen Regenwolken bestückt hatte, war die Stimmung am Samstagabend beim diesjährigen Classic Open Air gut. Dank der Regenponchos des Sponsors Spielbank Berlin blieben die Besucher weitgehend trocken.

Classic Open Air – Durchhaltewillen bei den Zuschauern

Begleitet von Meisterwerken der italienischen Oper regnete es am Sonnabend zur Classic Open Air auf dem Gendarmenmarkt zunächst leicht und, wie um die Dramatik zu erhöhen, immer stärker. Dennoch ließen sich die Zuschauer den dritten Abend des Festivals unter dem Motto „Opera Italiana“ nicht verderben.

Ein bisschen Bella Italia im verregneten Berlin

Zum Dank fürs Ausharren bekamen die Zuschauer ein grandioses Sängerfest, das sich ganz dem Belcanto widmete. Zehn Solisten und zwei Chöre ließen, begleitet von dem Philharmonischen Orchester Vorpommern unter dem Dirigat von Florian Csizmadia, die einzigartige Musik von Giuseppe Verdi, Puccini, Donizetti, Rossini und Bellini über den Gendarmenmarkt erklingen. (aw)

Spätis bleiben sonntags zu

Die Berliner Spätverkaufsstellen, besser bekannt als „Spätis“ müssen auch weiterhin am Sonntag geschlossen bleiben. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin beschlossen. Das Urteil wurde bereits im Mai gefällt, allerdings erst am heutigen Mittwoch veröffentlicht. Die Spätis seien „typischerweise allgemein und unspezifisch auf die Versorgung der näheren Umgebung und nicht auf den spezifischen Bedarf von Touristen ausgerichtet“, heißt es zur Begründung in einer Mitteilung vom Mittwoch. „Deswegen dürfen sie weiterhin sonntags grundsätzlich nicht öffnen.“

Spätis sind keine Touristenverkaufsstellen

Geklagt hatte eine Kioskbesitzerin aus Charlottenburg-Wilmersdorf. 2016 war ihr Laden vermehrt auch an Sonntagen geöffnet gewesen. Neben Berlin-Artikeln, Postkarten und Erfrischungsgetränken hat sie unter anderem auch Spirituosen in großen Flaschen, H-Milch, Toastbrot, Zucker, Honig und Kaffee in 500-Gramm-Verpackungen in ihrem Angebot. Das Bezirksamt hat ihr daraufhin die weitere Öffnung sowie den weiteren Verkauf an Sonntagen verboten. Im Falle einer Nichteinhaltung wurde ihr ein Zwangsgeld in Höhe von 1.500 Euro angedroht.

Das Gericht bestätigte die Maßnahmen des Bezirksamtes. Verkaufsstellen müssen an Sonn- und Feiertagen laut dem Berliner Ladenöffnungsgesetz grundsätzlich geschlossen bleiben. Lediglich  Verkaufsstellen, die für den Bedarf von Touristen bestimmte Waren wie Lebens- und Genussmittel zum sofortigen Verzehr anbieten, sind von diesem Gesetz ausgeschlossen. Die Klägerin könne sich laut dem Gericht nicht auf diese Ausnahme für eine Sonntagsöffnung berufen: Ihr Angebot umfasse auch Waren, die nicht zum sofortigen Verzehr geeignet seien.

Typische Touristensouvenirs helfen Klägerin nicht

Zudem ist die Ware eines Berliner „Spätis“ – unabhängig vom konkreten Sortiment – allgemein und unspezifisch. Da der Kiosk der Klägerin vom äußeren Erscheinungsbild und durch seine breite Produktpalette nicht nur auf den spezifischen Bedarf von Touristen abziele, komme auch aus diesem Grund die Ausnahme nicht in Betracht. Dies gelte selbst dann, wenn der Betrieb zusätzlich eine größere Anzahl an touristentypischen Souvenirs vorhalte. (lb)

Bundesweit aktiver Bauentwickler KRIEGER + SCHRAMM mit Ludwig-Erhard-Preis 2019 ausgezeichnet

Der Ludwig-Erhard-Preis wird seit 1997 jährlich verliehen und würdigt ganzheitliche Managementleistungen deutscher Unternehmen und Institutionen. In der Kategorie „Kleine Unternehmen“ konnte sich die KRIEGER + SCHRAMM Unternehmensgruppe durchsetzen und wurde mit dem Ludwig-Erhard-Preis in Silber 2019 ausgezeichnet. In Kooperation mit der EFQM als europäische Stiftung zur Förderung von Spitzenleistungen werden in den Levels of Excellence Anerkennung im Sinne eines Liga-Prinzips vergeben. Dadurch werden die Organisationen auf dem Weg zur Excellence durch das Feedback der Assessoren systematisch unterstützt.

Excellence-Gedanke findet zunehmend Verbreitung

Thomas Kraus, Vorsitzender der Initiative Ludwig-Erhard-Preis, gratulierte bei der festlichen Preisverleihung in Berlin allen Gewinnern und lobte die exzellenten Unternehmen. „In diesem Jahr haben wir mehr Bewerber denn je. Besonders die zahlreichen Bewerber aus der Automobil-Industrie und dem Bildungssektor sind für uns ein positives Signal, dass der Excellence-Gedanke Verbreitung findet.“

Krieger + Schramm setzt sich ein für eine nachhaltige Projektentwicklung

KRIEGER + SCHRAMM wurde 1992 im thüringischen Dingelstädt gegründet und betreibt heute Niederlassungen in Frankfurt/Main, Kassel, München und seit 2018 auch in Berlin. Der moderne Baudienstleister steht für Qualität, Innovation und Leistungsfähigkeit, der die gesamte Wertschöpfungskette von der Grundstücksakquise, über die Planung, Bauausführung und Vertrieb bis weit über die Gewährleistungsphase hinaus abbildet. Dabei setzt sich das Unternehmen für eine nachhaltige Projektentwicklung ein und zeichnet sich aus durch ein umfassendes soziales Engagement.

Der Gründer und heutige geschäftsführende Gesellschafter Matthias Krieger hat als ehemaliger Leistungssportler die Mentalität und Zielorientierung aus dem Sport konsequent auf das Unternehmen übertragen – mit Erfolg. Durch eine ausgeprägte Mitunternehmer-Kultur und klar definierte Ziele schafft es KRIEGER + SCHRAMM die hochgesteckten Ziele zu erreichen.

Klare strategische Ausrichtung

„Wir freuen uns über die Auszeichnung mit dem Ludwig Erhard Preis und danken den Auslobern für diese besondere Ehrung“, so Matthias Krieger. „Unsere klare strategische Ausrichtung hilft uns allen, unsere Vision nicht aus den Augen zu verlieren. Wir fokussieren uns ganz klar auf unsere Schlüsselziele. Wir binden all unsere Mitunternehmer ein und arbeiten hart, aber mit Freude für die Erreichung unserer Ziele. Das macht KRIEGER + SCHRAMM so besonders! Ich bin stolz auf mein Team und freue mich auf die Zukunft“, macht Matthias Krieger deutlich.

Selbst global agierende Investoren nutzen die Expertise des thüringischen Unternehmens. Immer im Mittelpunkt stand dabei das wohngesunde Bauen im Vordergrund. „Im Bereich des Wohngesunden Bauens sind wir eine Benchmark“, erklärt Matthias Krieger. „Unsere Kunden sollen in einem gesunden Umfeld leben.“

Soziales Engagement

Besonderen Wert legte das Unternehmen auf seine regionalen Wurzeln. Ebenso wichtig ist das Ziel, das Thema Nachhaltigkeit, zukunftsorientiertes und umweltbewusstes Bauen in die Breite zu tragen. Bereits zum neunten Mal verlieh die Dagmar + Matthias Krieger Stiftung 2019 den DMK Award für nachhaltiges Bauen. Mit der Auszeichnung werden engagierte Architekten, Planer und Projektentwickler gefördert.

Mit großem Engagement fördert die Stiftung Bildung und Innovationen in der Region. Dabei werden ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgt, Sport, Kultur und Bildung werden gefördert und unterstützt. Ein Beispiel ist die „Talent Company“, ein Projekt zur Berufsorientierung von Schülern. Auch für die Hauptstadt sind schon erste soziale Engagements geplant. So befindet sich Krieger + Schramm bereits in Gesprächen für die Gründung einer „Talent Company“ in Berlin. (red)

Geldsegen für Reinickendorf aus Fördertopf der Spielbank Berlin

In seiner Funktion als Beiratsvorsitzender der Spielbank Berlin spendete CDU-Politiker Frank Steffel an gleich 14 Reinickendorfer Vereine insgesamt 13.500 Euro. Über eine finanzielle Zuwendung konnten sich auch die Saunafreunde Berlin Familiensportverein e.V., der VfB Hermsdorf e.V. und die Nord-Berliner Schützen-Gemeinschaft 1975 freuen, an die Frank Steffel jeweils einen Scheck über 1.000 Euro überreichte. Alle drei Vereine sind in Reinickendorf beheimatet, der Bezirk, den Frank Steffel im Bundestag vertritt.

Saunafreunde Berlin: Synonym für familiäre und sportliche Aktivitäten in Reinickendorf

Seit mehr als 60 Jahren sind die Saunafreunde Berlin ein Synonym für familiäre und sportliche Aktivitäten für alte Altersklassen und Förderung der Verbundenheit mit der Natur. Als Familiensportverein ist, neben der Förderung der Freikörperkultur, das Angebot eines breiten Spektrums von Sportarten und die Betreuung von Kindern und Jugendlichen von großer Bedeutung. Aktuell hat der Verein knapp 800 Mitglieder, davon 200 Kinder. Die Spende soll verwendet werden für die Erneuerung des Beachvolleyball-Feldes.

Scheckübergabe an den VfB Hermsdorf e.V.: v.l.n.r. Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer Spielbank Berlin, Regina Blachwitz, Vizepräsidentin VfB Hermsdorf, Frank Steffel | Foto: Business Network

VfB Hermsdorf e.V. ist einer der ältesten Vereine Berlins

Der VfB Hermsdorf e.V. wurde 1899 gegründet und ist damit einer der ältesten Vereine Berlins. Der Traditionsverein gehört mit seinen rund 3.500 Mitgliedern außerdem zu den größten in Berlin-Reinickendorf. Die vielfältigen Angebote im Leistungssport, aber auch im Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport bieten reichlich Möglichkeiten zur körperlichen Betätigung und zur Stärkung der Gesundheit. Auch Trendsportarten spielen eine zunehmend wichtige Rolle, um für junge Menschen attraktiv zu bleiben.

Scheckübergabe an die Nord-Berliner-Schützen-Gemeinschaft: v.l.n.r Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer Spielbank Berlin, Andreas Koch, 2. Vorsitzender Nord-Berliner-Schützen-Gemeinschaft, Michael Vent, 1. Vorsitzender, Hans-Jörg Alte, Schatzmeister und Frank Steffel | Foto: Business Network

Die Nord-Berliner Schützen-Gemeinschaft blickt zurück auf eine über 40-jährige Geschichte. Aktuell sind 235 Mitglieder aller Altersgruppen sportlich in den Disziplinen des Deutschen Schützenbundes aktiv. Auch die Traditionspflege des Schützenwesens steht im Mittelpunkt des Vereinslebens. Mit dem überreichten Geld sollen die Schießblenden repariert werden.

Die Vereine erfüllen eine wichtige soziale Funktion im Bezirk

„Die ausgewählten Vereine – so unterschiedlich sie auch sein mögen – haben alle eine Gemeinsamkeit, denn sie erfüllen eine wichtige soziale Funktion hier in Reinickendorf“, so Frank Steffel. „Ich bin hier im Bezirk aufgewachsen und heimisch und weiß daher, wie wichtig der Beitrag von Vereinen für unser aller Miteinander ist. Ich freue mich, dass ich mit der Spende diesen Institutionen in meinem Heimatbezirk ein wenig Unterstützung zukommen lassen kann.“

Die Spielbank Berlin gehört zu den größten Unterstützern von Sport und Kultur in Berlin

Die Spielbank Berlin unterstützt nicht nur seit vielen Jahren kulturelle und sportliche Events der Bundeshauptstadt, sondern ermöglicht ihren Beiräten auch die Unterstützung von unterschiedlichen sozialen Einrichtungen, Projekten und Vereinen aus dem Budget eines eigenen Fördertopfes. Erst kürzlich wurden durch die Beiratsmitglieder der Spielbank Berlin Schecks im Wert von über 30.000 Euro an das schwule Anti-Gewalt Projekt MANEO, den TSV Wittenau, den Köpenicker Mellowpark, den SCL Sportclub Lebenshilfe Berlin e.V., die TSG 1898 e.V., den Arbeiter Samariter Bund, den TSV Spandau e.V. und weitere überreicht.

„Die Förderung des Hauptstadt-Sports ist der Spielbank Berlin seit ihrer Gründung ein wichtiges Anliegen“, so Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer der Spielbank Berlin. „Unsere Stadt verfügt über eine hervorragende Vereinskultur, von dem die Menschen in vielerlei Hinsicht profitieren. Wir freuen uns sehr, dass die Wahl unseres Beiratsvorsitzenden Frank Steffel auf Reinickendorfer Vorzeige-Vereine gefallen ist, die allesamt einen wichtigen Beitrag zum Vereinsleben im Berliner Nordwesten leisten.“ (red)

„Digitale Medien gehören heute und auch zukünftig zu unserem Alltag dazu”

Im Gespräch mit Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung

Das Smartphone und digitale Medien sind ein zunehmend wichtiger werdender Bestandteil unseres Alltags. Insbesondere für die sogenannten Digital Natives ist ein Leben ohne Smartphone gar nicht mehr vorstellbar. Fluch oder Segen – oder von beidem ein bisschen? Die BERLINboxx sprach mit Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci über Gefahren der Abhängigkeit von Smartphones, ein Mindestalter für die Nutzung und den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien.

Hand aufs Herz – wie oft schauen Sie auf Ihr Smartphone? Welche Sozial-Media-Kanäle nutzen Sie?

Als Senatorin bin ich viel unterwegs und muss für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichbar sein. Ich schaue daher oft auf mein Smartphone. Ich bin in ständigem Kontakt mit meinem Büro sowie der Staatssekretärin und dem Staatssekretär. Ich nutze Facebook, Twitter und Instagram. Soziale Netzwerke stellen eine großartige Chance da, politische Fragen zu diskutieren und den Bürgerinnen und Bürgern unsere Themen näher zu bringen, aber auch Dinge mitzubekommen, die nicht in den Zeitungen stehen. Im Urlaub versuche ich, mich zu disziplinieren und das Smartphone liegen zu lassen.

Smartphones sind mittlerweile allgegenwärtig. Viele sprechen bereits von einer Abhängigkeit. Doch noch ist die sogenannte Smartphone-Sucht keine anerkannte Diagnose. Wird zu viel Wirbel um das Thema Smartphone-Nutzung gemacht? Wo sehen Sie die Risiken der Smartphone-Nutzung?

Kinder und Jugendliche brauchen eine erste Orientierung in der digitalen Medienwelt. Hier sind besonders die Eltern und Erziehenden gefragt. Das bedeutet: Eltern sollten den Medienkonsum ihres Kindes aktiv und kompetent begleiten und, falls notwendig, auch Grenzen setzen. Risiken sehe ich insbesondere dann, wenn keine realen sozialen Kontakte und keine analoge Freizeitgestaltung mehr vorhanden sind und das Smartphone den kompletten Alltag bestimmt. Kinder müssen sich viel bewegen. Motorik ist wichtig bei der Entwicklung. Die übermäßige Nutzung von Medien darf diese Entwicklung nicht verhindern. Ergebnisse der aktuellen Einschulungsuntersuchung haben gezeigt, dass jedes vierte Kind im Vorschulalter über ein eigenes elektronisches Gerät verfügt. Das macht mir schon Sorge.

Sollte es ein Mindestalter für die Smartphone-und Tablet-Nutzung geben, um Kinder zu schützen?

Es ist durchaus sinnvoll, dass Kinder nicht zu früh ein Smartphone besitzen. Initiativen wie das Projekt „Schau hin“ des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend geben hierbei wichtige Empfehlungen, wie Eltern dies begleiten können. Dabei werden Fragen wie: Welche Empfehlungen gibt es zum Alter für die erste Handyanschaffung? Welche Nutzungszeiten machen in welchem Alter Sinn? Gibt es Regeln, die man mit dem Kind zur Handy Nutzung vereinbaren sollte? durch Expert*innen aufgegriffen und beantwortet. Das kann Eltern dabei unterstützen anhand der Empfehlungen und Hilfen ihren eigenen Weg zu finden. Ich schließe mich den dortigen Empfehlungen an, dass vor dem Alter von elf Jahren Kinder in der Regel kein eigenes Handy benötigen.

Schülerinnen und Schüler müssen verantwortsvollen Umgang mit digitalen Medien lernen

Schüler müssen verantwortsvollen Umgang mit digitalen Medien lernen. | Foto: Bankenverband

Damit sich Schülerinnen und Schüler ohne Ablenkung durch das Handy besser konzentrieren können, hat Frankreich ein weitgehendes Handyverbot für junge Lernende bis 15 Jahren eingeführt. Halten Sie dieses Vorgehen für sinnvoll?

Digitale Medien gehören heute und auch zukünftig zu unserem Alltag dazu. Verbote können sicherlich einiges bewirken, wichtiger ist aber, dass Kinder den adäquaten Umgang mit Smartphones lernen. Klare Regeln an Schulen als auch in der Familie können den Kindern im Umgang mit digitalen Medien helfen, eine Balance zwischen Online und Offline zu finden.

Dorothee Bär fordert eine stärkere Digitalisierung der Schulen und schlägt das Fach „Digitalkunde“ vor, um den Schülerinnen und Schülern eine bewussteren Umgang mit den neuen Medien zu lehren. Was halten Sie von diesem Vorschlag?

Als Gesundheitssenatorin geht es mir um die Gesundheit der Kinder. Das Wichtigste bleibt, dass in jedem Fall Eltern mit ihren Kindern darüber sprechen. (aw)

Zalando eröffnet neuen Firmensitz in Friedrichshain

Der Modehändler Zalando eröffnet am Mittwoch seinen neuen Firmensitz in Friedrichshain. Das Unternehmen wurde 2008 von Robert Gentz sowie David Schneider und mit Kapital von Rocket Internet als Start-up in Berlin gegründet. Seit 2012 zählt das Unternehmen zu den 20 umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland – und befindet sich weiterhin auf Wachstumskurs. Das neue Gebäude ist ein Zeichen des Aufbruchs.

Zalandos neue Zentrale: inspiriert von Berlin

Die neue Zentrale des Berliner Unternehmens besteht aus zwei Gebäuden, einem x-förmigen und einem o-förmigen Haus. Der x-förmigen-Bau verfügt mit circa 30.000 Quadratmetern die größere Fläche. Dort können bis zu 1.500 Angestellte einen Arbeitsplatz finden. Am heutigen Mittwoch wird der Neubau offiziell eröffnet. Allerdings sind die ersten Beschäftigen bereits vor drei Monaten eingezogen. Zur Einweihungsfeier am Mittwochabend sind 250 Gäste eingeladen. Vorstand Rubin Ritter und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) werden Grußworte sprechen.

Sehr zentral gelegen – nahe der East-Side-Gallery –  liegt Zalandos neuer Hauptsitz. Das Gebäude ist mit hohen Glasfronten sehr modern designt. Bei der Gestaltung der Fassade und den Innenräumen hat sich der Modehändler nach eigenen Angaben von der Hauptstadt inspirieren lassen. Das Designkonzept des Hauses spiegele Berliner Flair wider, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die minimalistische Glasfassade, Betonsäulen im hohen Atrium oder schlichte Holztreppen sollen für die Offenheit und Kreativität der Stadt stehen.

Zalando

Zalandos neue Zentrale | Foto: Zalando SE

Berlins Vorzeigeunternehmen

Zalando gilt in der Hauptstadt als Vorzeigeunternehmen, dass sich seit der Gründung 2008 von einem Start-up zu einem international tätigen Unternehmen entwickelt hat. Gerne schmücken sich Politiker mit der erfolgreichen Entwicklung des Modehändlers.

So sagt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) etwa, dass die Entwicklung von Zalando seit der Gründung beispielhaft für die Talente der Hauptstadt stehe: „Zalando ist Berlin. Zalandos Erfolgsgeschichte spiegelt Berlins Stärken Innovation, Kreativität und Offenheit. Aus dem kleinen Berliner Schuhversand-Start-Up ist innerhalb weniger Jahre ein führendes Technologieunternehmen mit mittlerweile über 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstanden“, so Pop. Die dynamische Wirtschaftsentwicklung Berlins passe zu dieser Wachstumskurve, heißt weiter. Die Politikerin erklärt: „Digitalunternehmen wie Zalando sind Wachstumstreiber für unsere Stadt. Der neue Campus bietet für die weitere positive Entwicklung die besten Voraussetzungen. Wir unterstützen die erfolgreiche Digitalwirtschaft unserer Stadt, denn daraus entsteht Zukunft.“

Ambitionierte Ziele

„Zalando hat sich ambitionierte Ziele gesetzt“, sagt Retail-Kenner Jochen Krisch. Verschiedene Einzelhandelsexperten sehen in dem Neubau ein Zeichen für die nächste Phase der Unternehmensentwicklung. In den kommenden Jahren werde der Fokus des Modehändlers auf der Entwicklung zu einem starken Marktplatz liegen, so Krisch. Bereits heute bieten Modemarken den Direktverkauf über Zalando an. Laut Kirsch, ist die Kooperation für beide Seiten vorteilhaft, da Marken von den zahlreichen Zalando-Kunden profitieren würden. Zudem kümmere sich das Unternehmen um Verpackung, Logistik und den Service, so der Experte. Ziel ist es, dass der Umsatz jedes Jahr um mindestens 20 Prozent wächst. Wenn der Plan aufgeht, könnte Zalando vielleicht schon 2020 die Marke von zehn Milliarden Euro Umsatz erreichen. (lb)

Weltweit gutes Klima dank „Berliner Luft“

Das Unternehmen Berliner Luft kann dank des Geschäftsführers Michael Nagl internationale Erfolge feiern. Nach der Wende hatte Nagl den Hersteller von Klimatechnik aus Lichtenberg von der Treuhand übernommen. Es folgte eine ausgiebige Sanierung des ehemaligen volkseigenen Betriebes und damit die Sicherung seiner Zukunft. Heute will Nagl in neue Geschäftsfelder investieren und das Berliner Unternehmen weiter ausbauen.

Berliner Luft: Entwicklung zum größeren Mittelständler

Das Unternehmen entwickelt und baut an 13 Standorten in Deutschland, Österreich, Kroatien, Polen, Brasilien und Mexiko Systeme, Geräte und Komponenten für Klima- und Lüftungsanlagen. Vor allem in Bürogebäuden, aber auch in Gewerbeeinheiten und Industrieanlagen sind die Berliner Klimatechniken verbaut. Mittlerweile ist aus dem ehemaligen kleinen Betrieb aus der Wende ein größerer Mittelständler geworden. Berliner Luft beschäftigt mehr als 800 Mitarbeiter.

Als Volkseigener Betrieb der DDR hatte Berliner Luft mit dem Wechsel zur Marktwirtschaft zu kämpfen. Vor dem Fall der Mauer waren mehr als 2.000 Menschen bei dem Unternehmen tätig. Nachdem Michael Nagl 1994 einen Teil des Unternehmens privatisierte, lag die Zahl nur noch bei 130 Angestellten. Zur Zeiten der DDR lieferte das Unternehmen hauptsächlich an die damaligen Sowjetunion. Westeuropäische Kunden gab es hingegen kaum.

Größter Anbieter für eckige Lüftungsanlagen

Nagl baute nach und nach ein deutschlandweites Netz aus Vertriebs- und Produktionsstandorten auf. In Berlin produziert das Unternehmen in einer kleinen Halle in der Nähe des Firmensitzes. Unternehmensweit produziert der Hersteller von Klimatechnik gut 1,8 Millionen Quadratmeter eckiger Lüftungsanlagen. Berliner Luft ist damit europaweit der größte Anbieter in dem Bereich.

Heute sind die Klima- und Lüftungssystem aus Berlin in Gebäuden auf der ganzen Welt zu finden. Beispielsweise in Frankfurt am Main, Brüssel, Hamburg sowie in China stattete der Mittelständler bereits verschiedene Projekte mit der Technik aus. In der Hauptstadt stellen die Mitarbeiter derzeit vor allem Lüftungskanäle für den Neubau des Medienhauses Axel Springer in Mitte her. Allerdings verändert sich das Geschäft in Berlin. Energiesparende Kühlsysteme werden immer wichtiger.

Umweltbewusstsein der Kunden nimmt zu

Am Standort Bexbach/Saarland arbeitet Berliner Luft vor allem an neuer Technik. Immer gefragter sind Anlagen, mit denen Wärme intelligent zurückgewonnen und erneut in das Kühlsystem eingespeist werden kann. Aber auch bei industriellen Lüftungsanlagen, etwa zur Abluftreinigung bei Lackierereien, verbaut Berliner Luft energieeffizientere Einheiten als noch vor ein paar Jahren. Michael Nagl erklärt: „Das Umweltbewusstsein nimmt zu. Kunden fragen diese ressourcensparenden Systeme verstärkt nach“.

Große Investitionen in Planung

Inzwischen hat sich er Unternehmer allerdings auch neuen Kunden zugewandt. Berliner Luft beliefert seit zwei Jahren zusätzlich Werften mit Klimatechnik. Viele Anlagen aus Berlin sind mittlerweile auf hoher See unterwegs. Vor allem auf Kreuzfahrtschiffen sind die Techniken im Einsatz. Fast zehn Prozent macht das Geschäft mit den Ozean-Riesen inzwischen am Gesamtumsatz von Berliner Luft aus – Tendenz steigend.

Zudem ist die Übernahme eines Produktionsbetriebes oder der Aufbau einer eigenen Fertigungseinheit in der Nähe der französischen Atlantikküste geplant. Zwischen drei und fünf Millionen Euro will Berliner Luft dafür ausgeben, sagt Geschäftsführer Nagl. (lb)

Social Startup definiert Luxus neu

Die klassischen Statussymbole kommen aus der Mode. Immer weniger Menschen begeistern sich für schnelle Autos, teure Uhren oder Markenklamotten. Der neue Luxus ist Individualität, Entschleunigung und Nachhaltigkeit. So zumindest die These von Jochen Baumeister, der 2015 das Urban Change Lab ins Leben gerufen hat. Die  Grundidee des Unternehmens, individuelle Einzelstücke in Auftragsarbeit anfertigen zu lassen, gibt es schon seit Jahrtausenden. Aber das konkrete Geschäftsmodell, das eine Brücke zwischen Afrika und Europa schlägt, ist erst durch die Digitalisierung möglich geworden. Wir haben mit dem Gründer über sein einzigartiges Business und seine Visionen gesprochen.

Beim Urban Change Lab können Kunden handgearbeitete Produkte in Afrika anfertigen lassen. Wie genau funktioniert das?

Das Ganze beginnt mit einer Idee des Kunden. Die kann sehr konkret oder aber auch gerade erst im Entstehen sein. Wir suchen dann einen passenden Handwerker in Ghana, Kenia oder Nigeria. Mit dem tritt der Kunde online über unsere Plattform in Kontakt. Fortan kann er den Entstehungsprozess von der Materialauswahl bis zum letzten Schliff durch Nachrichten, Fotos und Videos verfolgen. Jeder Arbeitsschritt muss erst vom Kunden freigegeben werden, bevor der nächste beginnt. So entsteht also in einem kommunikativen Ping Pong aus der Idee des Kunden und der Expertise des Handwerkers ein Einzelstück. Dank der Digitalisierung sind die 6.000 km Entfernung kein Hindernis. Smartphones sind in den meisten afrikanischen Regionen genauso verbreitet wie hier. Wir vom Urban Change Lab kümmern uns dann um Versand, Zoll und Geldtransfer.

Das hört sich aber deutlich zeitaufwendiger an als ein normaler Einkauf.

Auf jeden Fall, und das ist auch genau so gewollt. Dafür kann der Kunde seine Vorstellungen in den Entstehungsprozess einbringen. Er bekommt nicht nur eine neue Perspektive auf seine individuellen Bedürfnisse, sondern auch ein Gefühl dafür, wie lange es dauert, etwas herzustellen. Der persönliche Wert eines Produkts steigt, wenn man es mitgestalten kann. Wir vom Urban Change Lab empfinden das als den größten Luxus überhaupt. Und selbst ungeduldige Menschen müssen doch zugeben, dass es die besten Dinge sind, auf die man ein bisschen mit freudiger Neugier warten muss. Das gilt natürlich nicht für sowas wie Druckerpatronen, wohl aber für Sachen, die Bestand haben sollen, wie Lederhandtaschen, Schmuck oder Möbel.

Damentasche aus Leder | Foto: Urban Change Lab

Was kann man denn außerdem noch bei Euch anfertigen lassen?

Eigentlich alles, was man aus Holz, Stein, Metall oder Stoff herstellen kann. Zum Beispiel Portemonnaies, Skulpturen, Kleider, Tischdecken oder auch Besteckkästen. Die sind im Moment der Renner bei uns. Auf unserer Webseite gibt es alle der bisher angefertigten Produkte zu sehen, und auch deren Entstehungsgeschichte, da unser System für jeden Kunde zu seinem Projekt eine Webseite und einen Film zur Entstehungsgeschichte generiert. Außerdem kann man haargenau nachvollziehen, wie sich der Preis der Produkte zusammensetzt: wieviel Geld an den Handwerker geht und wie hoch der Anteil für Versand, Steuer und nicht zuletzt auch uns ist. Mehr Transparenz ist kaum möglich. Kleiner Spoiler: der Handwerker bekommt immer am meisten und der deutsche Staat mehr als das Urban Change Lab.

Konntet ihr bisher alle Kundenwünsche umsetzen?

Fast alle. Der einzige Wunsch, den wir trotz aller Bemühungen nicht realisierten konnten, war eine Ukulele. Dafür haben wir noch keinen passenden Handwerker finden können. Aber wir mögen kreative Herausforderungen und sind uns sicher, dass die spannendsten Produkte noch in den Köpfen unserer Kunden schlummern.

Wie sieht es denn mit Reklamationen aus? Ich kann ja nicht einfach so in Kenia in die Werkstatt laufen und mich beschweren.

Ja, das wird schwierig, und deswegen übernehmen das Beschweren wir, wenn es sein muss. Unser Office in Berlin ist jederzeit erreichbar. Wir kuratieren den gesamten Prozess und greifen bei Missverständnissen auch ein. Außerdem haben wir eigene Mitarbeiter vor Ort, die vor Versand der Ware eine Qualitätsprüfung durchführen. So können Mängel festgestellt werden, die der Kunde vorher auf Fotos oder Videos übersehen haben könnte. Das kommt allerdings nur sehr selten vor. Wenn das Produkt die Prüfung nicht besteht, wird nachgebessert oder sogar ein komplett neues Stück angefertigt. Die erste Version kann dann meist trotzdem noch auf dem afrikanischen Markt mit Abschlag verkauft werden. So geht nichts verloren.

Erscheinen die Wünsche der Kunden den Handwerkern teilweise skurril, oder sind das alles Sachen, die sie auch so für ihre Landsleute herstellen würden?

Die meisten Produkte sind in Afrika verbreitet oder zumindest bekannt. Doch auch dort kaufen die meisten Menschen eher einen Plastikbesteckkasten als einen maßgefertigten aus Zedernholz. Ab und zu gab es aber auch schon Ideen, die für die Handwerker neu waren. Ein Kunde hat z. B. im letzten Januar einen Adventskalender bestellt. Das kannte dort keiner, obwohl viele Menschen in Afrika natürlich Weihnachten feiern. Ein anderer Kunde wollte einen Buddha geschnitzt bekommen. Das fand er spannend, denn wer hat schon einen afrikanischen Buddha? Das war neu, ist aber auf große Begeisterung gestoßen. Der Handwerker hat im Anschluss noch zwei weitere Aufträge für einen afrikanischen Buddha für den kenianischen Markt bekommen. Mit der richtigen Idee kann man also von Deutschland aus Trendsetter in Afrika werden.

Siehst Du Eure Arbeit als eine Art von Entwicklungshilfe an?

Nein, zumindest nicht im klassischen Sinn. Hilfe heißt, dass der Mensch die Aktion dringend braucht. Das ist bei unseren Handwerkern in der Regel nicht der Fall. Sie sind allesamt Experten in ihrem Bereich, die in Afrika bereits ihr eigenes Business haben. Natürlich läuft das Geschäft bei dem einen besser als beim anderen. Die Lebenssituationen unserer Handwerker sind sehr unterschiedlich. Genau wie überall in der Welt. Aber auf existentielle Hilfe sind sie nicht angewiesen. Der Kunde soll nicht bestellen, weil er helfen möchte, sondern weil er ein hochwertiges, maßgefertigtes Produkt haben will, das in einem fairen Austausch entsteht.

Aber einen sozialen Anspruch hat das Urban Change Lab schon?

Sicher, wir sehen uns als Social Entrepreneurs. Unser Engagement ist auch politisch. Dafür steht das Change in unserem Namen.Wir wollen etwas verändern. Wir wollen eine bessere Welt. Und eine bessere Welt ist nur durch mehr Fairness zu erreichen. Allen Menschen auf der Welt soll es gleich gut gehen. Wir möchten gemeinsam mit unseren Kunden zeigen, wie man da hinkommen kann. (red)

Gründer Jochen Baumeister erklärt die Arbeit von Urban Change Lab vor Ort | Foto: Urban Change Lab