Berliner Wedding wird als neuer Bürostandort immer attraktiver

Durch den begrenzten Platz in der beliebten Berliner Innenstadt entstehen immer mehr Wohnungen und Gewerbebauten in den benachbarten Bezirken. Auch ehemals unattraktive Bezirke haben inzwischen viel zu bieten und sind bei Berlinerinnen und Berlinern deutlich beliebter. Vor allem der multikulturelle Ortsteil Wedding wird laut des global agierenden Immobilienberatungsunternehmens Colliers International immer attraktiver.

Positiver Umbruch nicht nur in der Brunnenstraße

Der Wedding gilt schon seit einigen Jahren als Szeneviertel. Nicht nur als Wohnlage, sondern auch als Bürolage ist er gefragter denn je. Das weiß auch Marcus Lehmann, Head of Office Letting in Berlin bei Colliers International: „Der Wedding als Ortsteil des seit Jahren stark nachgefragten Bezirks Mitte bietet vielen Unternehmen die Möglichkeit, noch freie Büroflächen zu finden.“

So haben neben Sanierungen und Neubauentwicklungen in den letzten Jahren einige Aufwertungen an bestehenden Bürogebäuden stattgefunden. Die Brunnenstraße gilt heute nicht mehr nur als „Verlängerung“ von Mitte, sondern als etablierte Szenegegend und interessante Anlaufstelle für Unternehmen. Auch die Scheringstraße hat mit dem Bürohaus „Grow Berlin“ den aufstrebenden Standort bereichert. Der Bezirk Wedding stelle laut Lehmann eine unglaublich spannende Umgebung dar, die aktuell einen positiven Umbruch erfährt.

Die Beuth Hochschule für Technik Berlin hat zudem in Wedding das größte ingenieurwissenschaftliche Studienangebot in Berlin und Brandenburg und zieht zahlreiche junge Talente in den Bezirk.

Wedding als neue Mitte

In den nächsten Jahren ist laut Lehmann neben den bereits vorhandenen Geschäften, Restaurants und Cafés mit vielen weiteren Projektentwicklungen für den Standort Wedding zu rechnen: „Das urbane Umfeld und die hervorragende Verkehrsanbindung bieten den zukünftigen Nutzern alle Annehmlichkeiten, die man auch in Mitte hat.“ .

Die Planung von Büroneubauten weiterer Eigentümer und Projektentwickler bewegen sich laut Lehmann weiter südlich in der Müllerstraße. In der benachbarten Gerichtsstraße wird der 20.000 Quadratmeter große Bürocampus New Courts zu einem Mietpreis ab 20 Euro pro Quadratmeter entwickelt. (tf)

Verschärfung des Zweckentfremdungsverbots gilt seit einem Jahr

Seit Mai 2014 gilt das Zweckentfremdungsverbot von Wohnraum und wird seitdem in allen Berliner Bezirken angewandt. Das Gesetz dient dem Schutz vor Zweckentfremdung durch Leerstand, Abriss und der Umwandlung in Gewerberaum oder Ferienwohnungen. 2018 wurde das Gesetz noch einmal überarbeitet und deutlich verschärft.

9.300 zweckentfremdete Wohnungen wieder bewohnt

„Das Zweckentfremdungsverbot erweist sich als ein wichtiges Instrument für den Wohnraumschutz in Zeiten eines äußerst angespannten Wohnungsmarktes“, so Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen in Berlin. „Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes 2014 wurden in Berlin ca. 9.300 zweckentfremdete Wohnungen wieder Wohnzwecken zugeführt.“

Mit der Verschärfung des Gesetzes wurde der Abriss von preisgünstigem Wohnraum zur Schaffung teurer Neubauwohnungen stark einschränkt. Nach der neuen Regelung muss bei Abriss von Wohnraum zwingend für Ersatzwohnraum gesorgt werden und der nicht selbst genutzte Ersatz darf zu höchstens 7,92 €/m² vermietet werden.

Auch die Wohnung leer stehen zu lassen, ist nach der Verschärfung nur noch für bis zu drei, statt zuvor sechs Monaten erlaubt. Falls sich der Verfügungsberechtigte weigert, einen zweckentfremdeten Wohnraum wieder für Wohnzwecke zu nutzen, werden seit 2018 außerdem Treuhänder eingesetzt. Die Bußgelder bei jeglichen Verstößen des Gesetzes wurden ebenfalls erhöht.

Eine Nebenwohnung darf seit der Überarbeitung nur noch 90 Tage im Jahr als Ferienwohnung vermietet werden. Zuvor gab es darüber keine gesetzlichen Vorgaben.

Registriernummer für mehr Transparenz

Senatorin Lompscher sieht in der mangelnden Transparenz bei den Vermittlungen über Internetplattformen ein großes Problem: „Mit anderen betroffenen europäischen Metropolen stehen wir dazu bereits im Meinungsaustausch. Für eine bessere Durchsetzbarkeit werden wir die Auskunftsanordnung der Bezirke gegenüber Airbnb unterstützen.“

Als erstes Bundesland gibt es in Berlin seit der neuen Regelung eine Registriernummer, die zu einer größeren Transparenz bei Vermietungen von Wohnraum führen soll. Die Nummer muss immer angegeben werden, wenn eine Wohnung, beispielweise bei Airbnb als Ferienwohnung angeboten wird. Trotz der gesetzlichen Verpflichtung weisen viele Anzeigen aktuell noch keine Registriernummer auf. (tf)

 

Neubauprognose bis 2021: das geschätzte Fertigstellungsvolumen wurde deutlich erhöht

In Berlin gibt es rund 300.000 landeseigene Wohnungen, die von sechs Gesellschaften verwaltet und vermietet werden: degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM. Gemeinsam bewirtschaften sie momentan fast jede fünfte Mietwohnung in Berlin und zeigen stets soziales Engagement. Die Tendenz der geplanten Projekte steigt, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am 7. Mai 2019 mitteilte.

Senatorin Katrin Lompscher zeigt sich erfreut

Die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften haben eine Prognose zu den Neubauten bis 2021 abgegeben und die Zahl deutlich nach oben korrigiert. Das geschätzte Fertigstellungsvolumen liegt nun bei 26.149 Wohnungen und wurde somit um mehr als 2.000 Wohnungseinheiten erhöht. Im gesamten Zeitraum von 2017 bis 2021 wurde eine Anzahl von Baubeginnen von 31.566 Wohneinheiten prognostiziert.

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen ist mit dem vorgestellten Ergebnis mehr als zufrieden. „Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften sind unsere wichtigsten Partner bei der Realisierung und dem Erhalt von leistbarem Wohnraum in unserer Stadt. Ich begrüße das heute vorgestellte Ergebnis deshalb außerordentlich.“ Die Erhöhung sei auf die Beschleunigung von Vorhaben, die Aufnahme neuer Projekte sowie die Einbeziehung Modularer Unterkünfte zurückzuführen. „Mittlerweile haben die sechs Landeseigenen 49.616 Wohnungen in der Planung. Durch vorausschauende Planung sorgen wir so gemeinsam dafür, dass die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften auch 2021 langfristig leistbaren Wohnraum in Größenordnung errichten können und werden.“

100 Jahre Gewobag

Eine der sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften ist die Gewobag. Sie gehört zu den größten Immobilienunternehmen Berlins und bundesweit und plant auch für die nächsten Jahre große Investitionen und Projekte. Rund 12.000 neue Wohnungen will die Wohnungsbaugesellschaft in den nächsten zehn Jahren bauen.

Nächste Woche wird die Gewobag 100 Jahre alt und startet zu diesem Anlass zahlreiche soziale und kulturelle Projekte. Auch Katrin Lompscher ist zur Vorstellung der Projekte erschienen um einen Ausblick auf die Planung der kommenden Jahre zu bekommen. (tf)

 

 

 

 

100 Jahre Gewobag

Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag feiert nächste Woche ihr 100-jähriges Jubiläum. Los ging alles mit der Gründung am 14. Mai 1919 in Spandau. Damals noch unter dem Namen Heimstätten AG Groß-Berlin, besitzt das Unternehmen heute mehr als 62.000 Wohnungen und rund 1.750 Gewerbeeinheiten in der Hauptstadt. Damit zählt Gewobag zu den größten Immobilienunternehmen Berlins und bundesweit. Anlässlich des Jubiläums feiert das Unternehmen mit zahlreichen sozialen und kulturellen Projekten und gibt einen Ausblick auf die Planung für die kommenden Jahre.

Gewobags Ziel: Bauen, Bauen, Bauen

In den nächsten zehn Jahren will die Gewobag 12.000 neue Wohnungen bauen. Zusätzlich sollen 3.000 durch Ankäufe in den Bestand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft kommen. Gewobag-Vorstandsmitglied Snezana Michaelis betonte am Dienstag, dass die Gewobag die gesunde wirtschaftliche Basis und die Unterstützung der richtigen Menschen hätte, um dieses Vorhaben umzusetzen. „Wir halten nicht viel davon Ankündigungen zu machen, die wir später nicht halten können.“, kommentierte Michaelis Bedenken aus dem Publikum.

Rund vier Milliarden Euro will die Wohnungsbaugesellschaft in den kommenden Jahren in die Bestandserweiterung investieren. Schon in den kommenden zwei Jahren ist der Baubeginn für 5.000 Wohnungen geplant. Das Ziel des Unternehmens ist bis 2030, 80.000 Wohnungen im Bestand zu haben.

Vorstandsmitglied und Aufsichtsrat Markus Terboven erklärte, dass diese weiterhin zu angemessenen Preisen vermietet werden sollen. Die Durchschnittsmiete betrage derzeit 6,09 Euro je Quadratmeter und Monat (nettokalt) und diesen Wert wolle man halten.

Besonders in Spandau sind große Projekte geplant. Das festgefahrene Projekt „Gartenfeld“ soll sich nun endlich weiterentwickeln. Mehr als 3.500 Wohnungen werden auf der Insel in einem Gemeinschaftsprojekt mit einem privaten Bauherrn entstehen – 1.300 davon wird die Gewobag später übernehmen.

Senatorin lobt Gewobag

Auch Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, ist am Dienstag anlässlich des Jubiläums zur Vorstellung der Projekte erschienen. Sie gab einen historischen Überblick und lobte vermehrt wie gut das Unternehmen die Berliner Mischung hinbekommen würde. Seit 100 Jahren sei das erste Ziel des Unternehmens, bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen.

Gute Nachrichten vermeldete sie über das „Gartenfeld“-Projekt, dass lange Zeit still stand. Auf der früher von Industriebetrieben genutzten Insel sollen tausende neue Wohnungen entstehen. Damit die zukünftigen Bewohner die Insel verlassen und anreisen können, und nicht im Stau verweilen, muss eine neue Brücke gebaut werden. Für eine bessere Nahverkehrsanbindung wird zudem die Siemensbahn bis 2030 reaktiviert.

Highlights für 2019

Anlässlich des Jubiläums plant die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft verschiedene Veranstaltung über das Jahr verteilt.

Ab Juli 2019 geht es los mit Stadtteilführungen, die die Atmosphäre der unterschiedlichen Kieze einfangen und Teilnehmer versteckte Orte zeigt. Geführt wird durch sechs Berliner Kieze. Teil der Touren ist der „Comedy-Bus“, mit dem Comedian Ades Zabel, durch seinen alten Heimatskiez Haselhorst führt.

Weiterhin sollen neue Projekte zwischen Gewobag und dem Mitmachmuseum entstehen. Eine Zusammenarbeit mit dem Extavium zeigte wie erfolgreich diese Projekte Kinder und Jugendliche spielerisch an sonst eher unbeliebte Themenfelder heranführte. Besonders wichtig ist es der Gewobag, die nächsten Generationen schon im frühen Alter auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz aufmerksam zu machen sowie ein Interesse für Naturwissenschaften zu wecken.

Vom 13.-15. September präsentiert die kommunale Wohnungsbaugesellschaft zudem das künstlerische Freiluftfestival UCA Biennale (Urban Contemporary Art), als größter Vermieter. Dafür wandeln verschiedene Künstler einen 200 Meter langen Straßenabschnitt in einen Kunst-Parcours um. Besucherinnen und Besucher können auf vielfältige Plastiken, interaktive Installationen und Live- Performances gespannt sein.

Zudem wird es ab dem 14. Mai neben Twitter und YouTube nun auch einen offiziellen Facebook- und Instagram-Account geben. Dort werden dann über alle spannenden und wichtigen Informationen des Unternehmens informiert.

Gewobag wird Sponsor des Vereins Wasserfreunde Spandau 04

Anlässlich des Jubiläums hat sich das Unternehmen noch etwas Besonderes einfallen lassen – es wird Hauptsponsor der Wasserfreunde Spandau 04. Ziel sei es vor allem soziale Projekte wie das Kitaschwimmen und Schwimmkurse für Flüchtlingskinder zu unterstützen, so Terboven. Dazu war auch Hagen Stamm, Präsident der Wasserfreunde Spandau 04 am Dienstag geladen. Er sprach über den Vereinsgeschichte des 1904 gerundeten Sportvereins und bedankte sich für die Unterstützung der Gewobag: „Danke für das Engagement – wir werden ein guter Partner sein.“ (lb)

 

Großprojekt Prenzlauer Berg: Vorstellung 1.200 virtueller Wohnungen

Eine Ausstellung in der Kulturmarkthalle an der Hanns-Eisler-Straße zeigt das Zukunftsmodell der Michelangelostraße in Berlin-Prenzlauer Berg. 1.200 neue Wohnungen sollen bis 2030 Prenzlauer Berg bereichern. In der digitalen Welt können sich die Bewohner bereits heute detaillierte Entwürfe anschauen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie das Ergebnis aussehen könnte. Durchgeführt wird das Bauvorhaben als Beteiligungsverfahren zwischen Anwohnern, Bezirksamt und Senat.

Viele Anwohner sowie der Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V. stehen der Planung kritisch gegenüber und bringen sich deshalb aktiv in den Prozess ein.

Zukunftssimulator als Highlight der Ausstellung

Die Ausstellung informiert die Einwohner über das geplante Stadtquartier und zeigt, wie die  Michelangelostraße im Jahre 2030 aussehen könnte. Geplant ist ein komplett neues Quartier mit vielen neuen Wohnungen, die virtuell bereits fertiggestellt wurden. Teil der Ausstellung ist der Zukunftssimulator, mit dessen Hilfe Interessierte die geplanten Wohnungen schon jetzt aus allen Blickwinkeln und zu jeder Jahreszeit betrachten können. Es gibt insgesamt drei sogenannte Prinzipienentwürfe, mit Modellen aus Bauwürfeln und Tafeln. Dazu bekommen die Besucher und Anwohner genaue Erklärungen und Informationen zum bisherigen Verfahren.

Kritik richtet sich gegen zu wenige Parkplätze und neue Straßenbahntrasse

Laut Klaus Risken, Leiter des Pankower Stadtentwicklungsamts, habe es ein Verfahren in dieser Form in Berlin noch nicht gegeben. Die Anwohner sollen durch die Ausstellung „ein Gespür dafür bekommen, wie das Ergebnis wirken wird“, auch wenn der virtuelle Entwurf noch lange nicht endgültig ist.

Auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung äußert positiv sich zum Beteiligungsverfahren. „Es mag zwar länger dauern, aber die Akzeptanz für das Projekt wird steigen. Dem Projekt ist nicht geholfen, wenn wir das Vorhaben gegen den Widerstand der Bevölkerung vorantreiben“, sagt die Leiterin der Wohnungsbauleitstelle, Grit Schade.

Trotz der umfangreichen Bürgerbeteiligung, sind viele Berlinerinnen und Berliner noch immer unzufrieden. Bei den regelmäßigen Treffen bezüglich des Bauvorhabens wurden beispielweise wegfallende Parkplätze und die Platzierung einer neuen Straßenbahntrasse kritisiert.

Der Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße e.V. fordert eine Idee wie die „erhebliche Reduzierung von Freiflächen“ ausgeglichen werden kann. Auch eine Lösung für das Pkw-Stellplatzproblem müsse her. Um die Einwohner auf ihre Sicht des Beteiligungsverfahrens aufmerksam zu machen, hat der Verein seine Argumente auf Schautafeln festgehalten. Am Donnerstag, den 9. Mai ab 18 Uhr findet eine Podiumsdiskussion statt, die die Haltung der Siedlung nochmals verdeutlichen wird. (tf)

Bis zum 12. Mai können sich Interessenten die Ausstellung in der Kulturmarkthalle an der Hanns-Eisler-Straße 93 noch anschauen.

Kreative Ideen für die Stadt von morgen im B-Part entwickeln: Bewerbungsstart für sechs Coworking-Stipendien im Urban Ideation Lab

Visionen gesucht: Das Urban Ideation Lab im B-Part Am Gleisdreieck vergibt geförderte Plätze für Forschung am Stadtquartier der Zukunft. Sechs Kreative, die an Konzepten für die Stadt von morgen arbeiten, können mit dem Stipendium Teil des Urban Ideation Lab-Netzwerkes werden. Diesen Fellows in Residence steht für ein halbes Jahr die Coworking-Infrastruktur von B-Part Am Gleisdreieck kostenlos zur Verfügung. Die Bewerbungsphase hat begonnen und endet am 2. Juni 2019.

Vorbote für die Urbane Mitte Am Gleisdreieck

B-Part Am Gleisdreieck ist ein Gemeinschaftsprojekt des Investors und Immobilienentwicklers COPRO und den Berliner Coworking-Pionieren vom St. Oberholz. Der 1.000 Quadratmeter große zweistöckige Holzbau wurde speziell für diese Nutzung entworfen und neu errichtet. Er steht auf einer Brachfläche am Gleisdreieck auf der das neue Stadtquartier Urbane Mitte Am Gleisdreieck entstehen wird. B-Part als Vorbote der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck schafft im Zentrum Berlins einen Raum für neue Ideen. Es steht fest, dass Städte sich stets weiterentwickeln. Das Urban Ideation Lab sucht Fellows in Residence, die diesen Wandel mitgestalten wollen.

Das Urban Ideation Lab sucht Zukunftsgestalter aller Branchen

Der Standort wirft damit zahlreiche Fragen auf. Im Urban Ideation Lab finden sie einen idealen Raum für ihre Bearbeitung. Wie modellieren wir den Verkehr, wie mobilisieren wir nachhaltige Konzepte, wie arbeiten wir morgen? Es geht um die Suche nach Ansätzen für eine Zukunft in lebenswerten Städten mit sinnvollen Tätigkeiten – nicht nur für eine globale Kreativ-Elite, sondern für alle. Die Fellows des Urban Ideation Labs sind Zukunftsgestalter und können aus allen Bereichen kommen. Für sechs Monate dürfen sie kostenlos die Räumlichkeiten und das Netzwerk des B-Part Am Gleisdreieck nutzen. Im Gegenzug stellen die Stipendiaten ihre Entwicklung für Portraits, Arbeitsergebnisse, Insights oder Studien zur Verfügung.

Sechs Monate Fellow in Residence im B-Part – Zukunftsnetzwerk für immer

Das Urban Ideation Lab ist räumlich in das B-Part Coworking-Space integriert. Ein Verwischen der Grenzen und ein Vermischen der Akteure zählen ausdrücklich zum Konzept. Im Fokus des Urban Ideation Lab stehen die Kernthemen des Stadtquartiers der Zukunft – der künftigen Urbanen Mitte Am Gleisdreieck: Arbeiten und Mobilität der Zukunft, Sport & Gesundheit, Kunst & Kultur sowie Verantwortungsbewusstsein.

Berücksichtigt werden alle Bewerbungen, die bis zum 02. Juni eingehen, die Auswahl erfolgt durch die Jury des Urban Ideation Lab, die sich bis Mitte Juni entscheiden wird. Das Konzept des Urban Ideation Lab ist langfristig angelegt, die Stipendiaten werden auch nach ihrem Fellowship und über das räumlich Bestehen von B-Part hinaus Teil des Zukunftsnetzwerk für das ideale Stadtquartier sein. (mw)

Wie funktioniert eine Bewerbung als Fellow in Residence?

Bewerben können sich alle, die sich mit Ideen beschäftigen wollen, wie in Zukunft in der Stadt gelebt werden könnte. Zur Bewerbung gehören ein Lebenslauf und jeweils eine Seite Motivationsschreiben und eine Darstellung des geplanten Vorhabens.

Bewerbungsschluss: 02. Juni 2019

Kontakt und Bewerbung: lab@bpart.berlin

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden bis Mitte Juni feststehen.

Visionen für die Hauptstadt – Berlin Partner Lunch Break im B-Part Am Gleisdreieck

Das Thema Stadtentwicklung 2019 in Berlin in Verbindung mit einem unaufgeregt konstruktiven Optimismus anzugehen ist aktuell in der Hauptstadt eher ungewöhnlich. Dem Vorstandsvorsitzenden der Copro AG, Marc F. Kimmich gelingt dieser Spagat jedoch: Die perfekte Voraussetzung für das aktuelle Copro-Projekt, die Urbane Mitte Am Gleisdreieck und damit auch für Berlin. Als Gastgeber – gemeinsam mit Annabell Dörksen von Berlin Partner – begrüßte Kimmich die Teilnehmer des Berlin Partner Lunch Breaks im neuen Labor für die Stadt der Zukunft, dem B-Part Am Gleisdreieck und nutzte die Gelegenheit, den Gesprächsteilnehmern seine positive Grundhaltung mit auf den Weg zu geben.

Zum Thema „Flächenmanagement in Berlin“ diskutierten Andreas Schulten, Vorstand der bulwiengesa AG, Unternehmensberater Dr. Markus Vogel und Berlin Partner-Geschäftsführer Dr. Stefan Franzke mit Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt. Das rapide Wachstum der Hauptstadt fordert nicht nur Berlins Bewohner, sondern vor allem auch die politischen Entscheider und die Entwickler. Gibt es überhaupt noch genügend Flächen, um die Spree-Metropole auch morgen noch weiter zu bauen? Sind Hochhäuser vielleicht die Lösung für die steigende Nachfrage? Wie funktioniert Verdichtung in Berlin ohne die ebenfalls dringend benötigten Freiräume zuzubauen?

Angebot und Nachfrage in der wachsenden Stadt

Dr. Stefan Franzke beobachtet den Wohnungsmarkt aus einer ökonomischen Perspektive. Das Flächenangebot kann aus seiner Sicht mit der Nachfrage nicht mithalten. Ältere Menschen suchen erfolglos kleinere Wohnungen, junge Familien wollen sich vergrößern, auch hier sei der Markt nicht in der Lage, der Nachfrage gerecht zu werden.

Geschichtsunterricht in B-Part Am Gleisdreieck

Obwohl Platzprobleme erst seit Kurzem eine Rolle spielen, die Situation ist in Berlin nicht ohne historisches Beispiel. Bereits vor 100 Jahren erforderte Berlins rasantes Wachstum schon einmal große Veränderungen. Dr. Stefan Franzke sieht die Schaffung von Großberlin als Vorbild für eine gelungene Stadtentwicklung. Der gesamtgestalterische Anspruch könnte in der heutigen Entwicklung als Beispiel dienen. Andreas Schulten hingegen sieht die destruktive öffentliche Auseinandersetzung als großes Problem: „Stadtentwicklung wird für die lauten Bürger gemacht. Das ist falsch, wir müssen Politik für unsere nächste Generation machen.“

Eine nachhaltige Stadtentwicklung ist vonnöten

Meist dauert es nicht lange, bis in einer Diskussion über Berliner Bauflächen das Tempelhofer Feld zur Sprache kommt. Die Entscheidungsfindung zur Bebauung des ehemaligen Flughafengeländes halten die Diskutanten für nicht endgültig abgeschlossen. Aber auch über das Tempelhofer Feld hinaus ist sich Dr. Markus Vogel sicher, dass Berlin genügend Flächen besitzt, um gegenwärtigen und zukünftigen Bevölkerungszuwächsen zu begegnen. Mit der dezentralen Stadt bringt er einen wichtigen Punkt in die Debatte ein: Orte außerhalb des S-Bahn-Rings wie Reinickendorf oder Adlersdorf haben erhebliche Potentiale und einen wichtigen Stellenwert im Stadtgefüge. Eine nachhaltige Stadtentwicklung sei jedoch zu lange verschlafen worden und müsse jetzt vorangebracht werden, auch im Austausch und Dialog mit der Zivilgesellschaft.  Nur eine offene Stadt mit einem breiten gesellschaftlichen Spektrum könne auch den Zuzug von Kapital leisten, den Berlin benötigt.

Als Denkanstöße konnten die Teilnehmer des Lunch Breaks darüber hinaus innovative Wohnformen und -konzepte wie Coworking und Mikrowohnen, das Konzept von Quartieren für 24 Stunden und eine Anpassung der Berliner Traufhöhe auf bis zu 60 Meter, mit in den Nachmittag nehmen.

Holz gewordener Optimismus

Gastgeber Kimmich bleibt dennoch weiter optimistisch. Das Konzept von B-Part Am Gleisdreieck löst seine Versprechen ein. Der luftige Holzbau zeigte sich als Location für Zukunftsdiskussionen, denn B-Part wurde gestaltet, um in der Stadt von morgen zu arbeiten. Der Holzbau steht auf dem Gelände, auf dem die Urbane Mitte Am Gleisdreieck entstehen wird und wird als Coworkingspace genutzt. (mw)

Berliner Mobilitätsgesetz: Hohe Investitionen für barrierefreie, sichere und klimafreundliche Mobilität

Großstädte wie Stockholm und London haben zur Erhaltung ihrer Lebensqualität bereits eine City-Maut eingeführt. In dem skandinavischen Land beschwert sich kaum einer der wohlhabenden Einwohner über die Stausteuer und in London fahren die meisten ohnehin lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ob sich so eine drastische Maßnahme auch in Berlin problemlos umsetzen ließe, ist unklar. Um eine ganzheitliche Verbesserung des Verkehrssystems zu erreichen, zielt das Berliner Mobilitätsgesetz auf eine nachhaltige Verkehrswende ab.

„Wenn die Zahl der Autos weiter wächst, steuert Berlin in eine Sackgasse“

Die Idee einer autogerechten Stadt hat Berlin enorm geprägt und verändert. So wurden Straßenbahnsysteme abgeschafft und die Zahl der Radfahrer nahm ab. Die Folge: Einwohner können sich heute kaum vor lärmenden Autobahnen retten. Trotzdem scheint der Platz auf Berlins Straßen für die vielen Autos immer noch nicht auszureichen und der Druck auf das Berliner Verkehrssystem steigt stetig.

Nicht nur, dass die Zahl der Autounfälle angestiegen ist, auch der hohe Kohlendioxid-Ausstoß schadet unserer Gesundheit und dem Klima. Harald Moritz, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen warnt vor einer Sackgasse, auf die Berlin zusteuert. Erst in den letzten Jahren kam vermehrt das Bewusstsein dafür, dass die Anzahl an Autos zu hoch ist und unsere Lebensqualität negativ beeinflusst. London und Stockholm haben es geschafft ihre Lebensqualität durch die Einführung einer City-Maut zu erhalten, betont Moritz. Kopenhagen hingegen setze verstärkt auf die Förderung des Radverkehrs.

Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit und Klimaschutz

Durch das gestiegene Umweltbewusstsein der Berlinerinnen und Berliner in den letzten Jahren wuchs die Zahl der Radfahrer erneut und auch der Nahverkehr ist für viele Einwohner attraktiver geworden. Trotzdem müssen laut Moritz härtere Maßnahmen ergriffen werden, sonst drohe ein Verkehrskollaps.

Gemeinsam mit den Einwohnern der Hauptstadt, möchte die rot-rot-grüne Koalition mithilfe des Mobilitätsgesetzes und einer nachhaltigen Ausrichtung an einer Verkehrswende arbeiten. Darin enthalten ist zum Beispiel ein Ausbauprogramm für den Radverkehr und die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Im Fokus stehen der Klimaschutz, Barrierefreiheit und der Vorrang von umweltschonenden Transportmitteln. Rund 28 Millionen Euro sollen in die Infrastruktur, sowie in neue Busse und Bahnen investiert werden, um mehr Platz auf den Straßen zu schaffen und gleichzeitig die Mobilitätsbedürfnisse zu befriedigen. (tf)

 

Die Baustelle der Zukunft ist digital

Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft in allen Bereichen. Das betrifft auch die Baubranche. Die Büros von Architekten und Planern arbeiten heute mit digitalen Modellen und Projektmanagement-Software.

Wenn es um die Digitalisierung geht, geben sich viele Bauunternehmen noch mit Insellösungen zufrieden: CAD-Modelle dienen zum Beispiel der Planung und Gestaltung. Oder Immobilienfirmen stellen die Vermarktung auf digitale Geschäftsmodelle um, die sogenannten PropTechs. Doch die unterschiedlichen Systeme können aufgrund von Schnittstellenproblem allzu oft nicht miteinander kommunizieren. Das hat zur Folge, dass Daten nicht übertragen werden können und viel Potenzial der neuen Technologien ungenutzt bleibt. Der rasante Wandel in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft erfordert es jedoch, die Digitalisierung auch in der Baubranche voranzutreiben.

Planung am 3D-Modell: Building Information Modelling

Das Computer Aided Design (CAD) erzeugt digitale Konstruktionsmodelle. Die kommen in verschiedenen Branchen zum Einsatz. In der Architektur werden damit zweidimensionale Konstruktionspläne für Gebäude erstellt. In dieser Form können die Pläne dann Ingenieuren oder Behörden vorgelegt werden. Sie werden dann auch zur Kalkulation der Kosten verwendet.

Die konsequente Weiterentwicklung dieser Technologie ist das Building Information Modelling (BIM). Dieser intelligente Prozess basiert auf einem 3D-Modell, enthält allerdings noch viel umfangreichere Informationen. BIM simuliert das gesamte Bauvorhaben bereits vorab am Rechner. Mit dem Modell können zum Beispiel Kollisionsprüfungen durchgeführt werden. So werden mögliche Fehler frühzeitig erkennbar. Bei der Umsetzung in der realen Welt können sie dann vermieden werden. Das reduziert Kosten und Risiken enorm. Doch BIM leistet noch viel mehr.

Die Software kann von allen Projektbeteiligten genutzt werden, um die Abläufe effizienter zu machen. Vom Architekten über die Bauunternehmen bis zum späteren Facility Management – alle greifen auf dieselben Daten zurück. Das kann jedoch nur gelingen, wenn die beteiligten Unternehmen ihre internen Prozesse auf diese Arbeitsweise ausrichten. Es genügt nicht, einige neue Mitarbeiter einzustellen. Denn das Know-how muss in der gesamten Organisation aufgebaut werden. Erschwerend kommt hinzu, dass es bisher in Deutschland noch keinen einheitlichen Standard für das Building Information Modelling gibt, um Funktionsweisen und Verantwortlichkeiten genau zu regeln.

Datenmanagement von Bauprojekten

Auf der Baustelle findet digitale Kommunikation bisher meist auf eher niedrigem Niveau statt. So werden Fotos oder Baupläne beispielsweise per E-Mail versandt. Das geht schnell und ist praktisch, hat aber auch diverse Nachteile. Unter anderem ist nur schwer feststellbar, ob wirklich jeder Verantwortliche die richtigen Daten erhalten hat. Deshalb kommen zunehmend Datenmanagement-Systeme zum Einsatz. Diese digitalen Anwendungen verwalten alle Informationen an einer einzigen Stelle. Die Projektbeteiligten erhalten Zugangsrechte entsprechend ihrer Verantwortlichkeit und erhalten so stets Zugriff auf den aktuellen und verbindlichen Stand der Planung.

„In einem digitalen Projektraum vernetzen wir Bauherren, Architekten und Planungsbüros mit allen anderen Beteiligten“, sagt Martin Seeger, der Berliner Standortleiter von reproplan. Sein Unternehmen hat das Projektmanagement-System ePos entwickelt. Reproplan druckt seit Ende der 70er Jahre Baupläne auf Papier. Und das spiele in der Baubranche auch weiterhin eine entscheidende Rolle, betont Seeger. Denn selbst die praxistauglichste Software ersetzt bis heute nicht den Papierplan an der Wand des Rohbaus oder auf dem Besprechungstisch im Baucontainer. Die Bauleiter und Firmen vor Ort müssen schnell entscheiden und greifen dafür – im wörtlichen Sinne – lieber auf handfeste, maßstabsgerechte Pläne zurück.

Eine elektronische Datenbanklösung jedoch verbessert die Kommunikation: Sobald ein Projektbeteiligter Pläne, Stahllisten und andere wichtige Dokumente veröffentlicht, können diese gleichzeitig an alle Projektbeteiligten verteilt werden – digital und gegebenenfalls gedruckt. Alles ist jederzeit geschützt – durch differenzierte Berechtigungen und verschlüsselte Übertragungen – verfügbar und transparent dokumentiert. Prüfläufe können digitalisiert, Planänderungen über Versionen nachvollziehbar dargestellt und Druckaufträge für Baupläne aus dem System heraus erteilt werden. Die bringt dann ein Kurier oft noch am gleichen Tag zum Ort des Geschehens. So greifen digitale und analoge Prozesse nahtlos ineinander, um die Planung und Bauausführung effizienter zu gestalten, meint Seeger.

Sogar Kleingeräte werden digital

Es mag momentan noch nicht so aussehen, aber die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch – auch im Bereich der Umsetzung von Bauprojekten direkt auf der Baustelle. Verschiedene Firmen bieten zum Beispiel bereits GPS-Tracker für Baumaschinen an, die Diebstähle verhindern sollen. Doch die Zeppelin Baumaschinen GmbH denkt weiter und entwickelt derzeit Tracking-Services für Kleingeräte. Denn gerade die gehen oft verloren, besonders auf Großbaustellen. Mit einem professionellen Asset-Management könnte man unter anderem abhanden gekommene Bohrhämmer oder Sägen lokalisieren.

Das Internet of Things und Big Data werden die Arbeit am Bau tiefgreifend verändern. Wenn die Geräte miteinander kommunizieren und Daten austauschen, können sie den Arbeitern automatisch Empfehlungen geben. So kann zum Beispiel Energie gespart werden.

In einem anderen Bereich führt die Digitalisierung dazu, dass ein großer Teil der Arbeit gar nicht mehr auf der Baustelle stattfindet: Beim seriellen und modularen Bauen werden Fassadenteile oder Elemente der Innenausstattung in einer Fabrik produziert. Die vorgefertigten Module müssen dann vor Ort nur noch montiert werden. Das spart Kosten – und nicht zuletzt Zeit. Letztere ist gerade in der Berliner Baubranche besonders knapp. Denn überall in der Stadt wird gebaut, die Auftragsbücher sind voll. Der hohen Anfrage wird man nur mit modernsten Methoden gerecht werden können. (red)

Neuer Schub für Spandau

Im Gespräch mit Frank Bewig, Bezirksstadtrat für Bauen, Planung und Gesundheit in Spandau

Spandau wird oft belächelt und nicht selten unterschätzt. Dabei ist der Bezirk einer der bedeutendsten Industriestandorte der Hauptstadt und schafft mit 20.000 Wohneinheiten erheblich Abhilfe in Sachen Wohnungsnot. Die BERLINboxx sprach mit Spandaus Baustadtrat Frank Bewig über Chancen und Herausforderungen von Berlins westlichstem Bezirk.

Eine der drängendsten Fragen in Berlin ist die Wohnungssituation. Wie sieht es damit in Spandau aus?

Auch in Spandau wird der Wohnraum knapp. Der Leerstand, der noch vor sechs Jahren vorhanden war, ist inzwischen nicht mehr da. Die Mieten im Bezirk ziehen in einigen Bereichen auch aufgrund der gestiegenen Nachfrage an. Als Reaktion darauf ist der Bezirk Spandau aktuell dabei, kurz- bis mittelfristig Baurecht für rund 20.000 Wohneinheiten insbesondere in den Ortsteilen Siemensstadt, Haselhorst und Hakenfelde zu schaffen. Damit leistet Spandau einen erheblichen Beitrag zur Verbesserung der Wohnraumnachfrage von Berlin insgesamt. Ein großer Anteil an den aktuell zu entwickelnden Flächen wird den öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften zugutekommen, die bezahlbaren Wohnraum in erheblichem Umfang schaffen werden.

Was machen Sie in Spandau im Vergleich zu anderen Bezirken anders?

Die Herausforderungen aber auch Problemlagen stellen sich in einem Außenbezirk wie Spandau ganz anders dar als in Innenstadtlagen. Die Summe aus Gentrifizierung, den Herausforderungen einer zukunftsweisenden Verkehrsanbindung durch öffentlichen Personennahverkehr, vorhandene Flächenpotenziale, der Strukturwandel und die Eigenschaften eines Industriebezirks unterscheiden unseren Bezirk von anderen in Berlin ganz wesentlich. Insofern müssen wir teilweise ganz andere Antworten als andere Bezirke finden. Dabei kommt es uns darauf an, einerseits bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, gleichzeitig aber nicht die Sünden vergangener Zeiten zu wiederholen.

Spandaus sozialstrukturelle Situation hat sich in den letzten Jahren permanent verschärft. Insofern ist es mein Ziel, die vielen Neubauvorhaben zu nutzen, um auch Angebote für Menschen mit mittleren Einkommen zu schaffen.

Was bedeutet die Ansiedlung des Siemens Innovations-Campus für den Bezirk? Wie wird die Ansiedlung Spandau verändern?

Spandau wird durch den Siemens Innovations-Campus einen Schub erleben. Es werden neben rund 200.000 Quadratmeter Wohnfläche, Kitas und Grünflächen mit Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, auch Flächen für Wissenschaft, Forschung, Innovation und Start-ups entstehen. Wir werden dort kein abgeschottetes Industrieareal mehr haben, wie es aktuell an der Nonnendammallee der Fall ist. Vielmehr wird ein neues durchmischtes Quartier entstehen, das attraktiv für junge Menschen sein wird, die vor Ort durch die angesiedelten Start-up-Unternehmen auch ideale Bedingungen für ihren beruflichen Werdegang vorfinden werden. Insgesamt wird der Campus auch das Image Spandaus positiv verändern.

Was sind die größten Herausforderungen für Sie als Baustadtrat in Spandau?

Als Stadtrat ist es neben dem Tagesgeschäft auch meine Aufgabe, den öffentlichen Dienst schlagfertig aufzustellen. Nach Jahren des Sparens und des Stellenabbaus setze ich mich dafür ein, dass meine Ämter mittel- und langfristig personell besser ausgestattet werden und die Fachbereiche entsprechend so aufgestellt sind, dass sie auch tatsächlich das leisten können, was vor dem Hintergrund der wachsenden und sich weiter entwickelnden Stadt von ihnen erwartet wird.

Ebenfalls zu nennen ist hier die zukünftige Bewältigung des stets wachsenden Pendlerverkehrs aus dem Umland. Ich hoffe sehr, dass meine Hinweise an die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr tatsächlich Berücksichtigung finden und mittel- bis langfristig auch umgesetzt werden.

Und nicht zuletzt liegt mir natürlich eine Verbesserung der sozialen Situation der Menschen in unserem Bezirk am Herzen. Durch weitere Durchmischung der Kieze und Quartiere will ich helfen, aus Spandau einen lebenswerteren Bezirk zu machen. (cr)