Immer mehr Berliner ziehen nach Brandenburg

Anscheinend zieht es nicht nur Störche nach Brandenburg. Auch immer Berliner entfliehen den hohen Mieten in der Hauptstadt und verlegen ihren Wohnsitz in das Nachbarbundesland. Das ergaben die jüngsten Daten des Bundesamts für Statistik.

Bundesamt für Statistik veröffentlicht Wanderungszahlen für Berlin

Wie in jeden Jahr hat das Bundesamt für Statistik hat nun die Wanderungszahlen vorgelegt. Allein auf die innerdeutsche Bevölkerungswanderung bezogen, sind aus Berlin im vergangenen Jahr mehr Menschen vorgezogen als neue Bewohner hinzugekommen. So lebten Ende 2018 etwa 8.000 Menschen weniger in Berlin als noch im Jahr zuvor.

Dennoch hat Berlin in den vergangenen zwei Jahren an Bevölkerung zugelegt. Rund 109.000 Menschen sind aus dem Ausland in die Hauptstadt gezogen. Zu ihnen gehören Flüchtlinge, EU-Bürger und Arbeitnehmer aus der ganzen Welt. Gleichzeitig sind etwa 71.000 Menschen aus Berlin ins Ausland gegangen. In der Gesamtbilanz ist Berlin dadurch im Vergleich zum Vorjahr um 31.000 Personen gewachsen.

Dass die Berliner Bevölkerung deutlich langsamer anwächst, läge, so Martin Axnick, Referent für Bevölkerungsstatistiken im Berliner Landesamt für Statistik daran, dass weniger Menschen aus dem Ausland in die Hauptstadt und immer mehr Berliner nach Brandenburg ziehen.

Brandenburg – kein Bundesland hat mehr Zuzügler

Im vergangenen Jahr sind rund 33.000 Berliner nach Brandenburg gezogen. Damit bilden sie die größte Gruppe der Zuzügler nach Brandenburg. Insgesamt wohnten 2018 etwa 15.000 Menschen mehr in Brandenburg als im Vorjahr. In Vergleich: Kein anderes deutsches Bundesland profitierte so sehr von innerdeutscher Zuwanderung. Den Großteil der Berliner zieht es in den Speckgürtel. Doch auch weiter entfernte Städte wie Eberswalde und Neuruppin sind sehr beliebt.

Dennoch stehen in Brandenburg tausende Wohnungen leer

Trotz des starken Zuzugs stehen landesweit noch immer rund 27.000 Wohnungen leer. In diesen Wohnungen könnten rund 60.000 Menschen wohnen – das entspricht in etwa der Größe einer Stadt wie Frankfurt (Oder).

„Es geht darum, Wachstum gleichmäßig zu verteilen und die Voraussetzungen dafür zu verbessern, dass hier keine Region den Anschluss verliert“, sagte Maren Kern, Vorstand des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Der dringendste Handlungsbedarf besteht vor allem im Ausbau von Nahverkehrs- Bildungs- und Sozialinfrastruktur sowie in der regionalen Wirtschaftsförderung, damit Brandenburg nachhaltig attraktiv bleibt. (aw)

Casino statt Pferdewetten: Sponsor Spielbank Berlin auf dem Schlagerhammer-Festival in Hoppegarten

Schon 1868 konnte die Traditionsrennbahn in Hoppegarten neben Wilhelm I. und Otto von Bismarck die zahlreichen Zuschauer begeistern und auch heute noch drücken die Pferdesportfans den Rennpferden und Jockeys, auf die sie gewettet haben, die Daumen. Am vergangenen Wochenende jedoch verwandelte sich die historische Galopprennbahn in Hoppegarten in ein riesiges Schlager-Sommerfest mit vielen Attraktionen. Schon das Line-Up war beeindruckend: Sämtliche Größen der Schlagerszene gaben sich die Ehre und spielten ihre Hits auf dem Schlagerhammer-Festival. Marianne Rosenberg, Michelle, Michael Wendler, Beatrice Egli, Bernhard Brink, Ella Endlich, Vincent Gross, Feuerherz, Anna-Carina Woitschak und die Kultbands Karat sowie Dschinghis Khan standen auf der Showbühne und sorgen für ausgelassene Stimmung unter den mehr als 20.000 Schlager-Fans.

Hauptgewinn war eine Kreuzfahrt von TUI Cruises: v.l.n.r. Normen Sträche, Programmchef und Moderator bei Radio B2, David Schnabel, Geschäftsführer Spielbank Berlin, Oliver Dunk, Geschäftsführer Radio B2. Foto: offenblende/Spielbank Berlin

Casino-Feeling auf dem Festivalgelände

Mittendrin die Spielbank Berlin, die nicht nur als Sponsor das Festival unterstützte, sondern auch mit dem „Casino on Tour“-Team eigens eine Spielbank-Lounge auf dem Festivalgelände aufgebaut hatte. Glücksspiel-Fans konnten dort angewiesen durch professionelle Croupiers und Dealer Roulette spielen, sich an den Spielautomaten vergnügen oder ganz klassisch das Glücksrad drehen. Highlight war die Verlosung einer Kreuzfahrt auf der Mein Schiff® von TUI Cruises, die in Kooperation mit TUI ausgespielt wurde.

Spielbank Geschäftsführer David Schnabel mit Moderatorin Inka Bause. Foto: offenblende/Spielbank Berlin

Schlager + Glücksspiel = Begeisterte Gäste

Spielbank Geschäftsführer David Schnabel freute sich über die gelungene Veranstaltung und viele glückliche Gesichter: „Die Spielbank Berlin ist seit mehr als vierzig Jahren ein zuverlässiger Partner der Stadt Berlin. Wir betreiben in der Hauptstadt vier Spielbanken und sind damit ein Anziehungspunkt für Berlinerinnen und Berliner sowie die Besucher unserer Stadt. Ein Event wie der Schlagerhammer ist der perfekte Anlass, um die Menschen mit unserem modernen und vielseitigen Spielangebot zu begeistern. Ich gratuliere allen Gewinnerinnen und Gewinnern und freue mich, dass der Schlagerhammer und die Spielbank-Lounge die Festivalbesucher begeistert haben und wir gemeinsam ein außergewöhnliches Event feiern konnten.“ (red)

Mietendeckel: Berliner Mieterverein stellt eigenes Konzept vor

Der Berliner Mieterverein (BMV) hat nun ein eigenes Konzept für einen landesweiten Mietendeckel vorgeschlagen. Statt die Mieten für die nächsten fünf Jahre einzufrieren, soll es verbindliche Obergrenzen geben.

Alternativer Mietendeckel vom Berliner Mieterverein

In Berlin wird man wohl nicht müde, Alternativen für den vom rot-rot-grünen Senat beschlossenen Mietendeckel zu finden. Dennoch ziemlich überraschend war, dass der aktuelle Vorschlag vom Berliner Mieterverein kam. Anderes als im bisherigen Eckpunktepapier erarbeitet, sollen die Mieten, so der Vorschlag der BMV, nicht eingefroren werden. Stattdessen sollen verbindliche Obergrenzen gelten, die vom Alter der Wohnungen und von deren Größe abhängen.

So könnte bei 25 Prozent der Berliner Mietwohnungen weiterhin die Miete steigen. Jedoch sollen Mieten unter den Obergrenzen maximal um 1,5 Prozent pro Jahr steigen dürfen. „Dies hat auch den Vorteil, dass Baugenossenschaften oder gemeinwohlorientierte Mieter weiterhin gut wirtschaften können“, sagte BMV-Geschäftsführer Reiner Wild.

Berechnungsgrundlage anders als beim Mietendeckel der Bausenatorin

Als Berechnungsgrundlage soll auch nicht der aktuelle Mietendeckel vom Mai 2019 dienen. „Als Basis sollen die Mittelwerte des Berliner Mietspiegels 2011 zuzüglich der Lebenshaltungskosten, die sich von 2010 bis 2018 auf insgesamt 12,2 Prozent beliefen, herangezogen werden“, sagte Wild am Dienstag. Denn dies sei das letzte Jahr gewesen, indem in der Hauptstadt die erforderliche Leerstandsreserve von drei Prozent noch existierte und kein Wohnungsmangel herrschte, so Wild weiter.

Nach der vom Mieterverein vorgelegten Tabelle liegen die zulässigen Mietpreishöchstwerte demnach zwischen 5,17 Euro je Quadratmeter und Monat für eine 1973 bis 1990 in Ost-Berlin errichtete Wohnung und bis zu 9,79 Euro für eine 2003 bis 2018 errichtete Wohnung.

Zuschläge für Modernisierungen weiterhin möglich

Zudem soll es weiterhin ohne behördliche Genehmigung möglich und teils umlagefähig sein, Modernisierungen durchzuführen. Die Zuschläge dafür müssen sich jedoch an festen Oberwerten orientieren. So sollen zum Beispiel energetische Maßnahmen mit Zuschlägen von bis zu 83 Cent je Quadratmeter möglich sein. Darüber hinaus sollen Kosten für Modernisierungen angepasst an den realen Baukostenindex in den folgenden Jahren steigen dürfen. „Damit wird ein enormer bürokratischer Aufwand vermieden“, sagte Wild.

Gleich bleibt, dass Neubauten von dem Mietendeckel ausgenommen sind. (aw)

Kulturtipp für den Sommer: „Your New Quarters“ von Thomas Ravens eröffnet Ausstellungsreihe Images of Architecture # 1

Das B-Part, dem neuen Stadtlabor und Think Tank für New Work and Life auf dem Gelände der zukünftigen Urbanen Mitte Am Gleisdreieck, hat sich seit seiner Eröffnung Ende März als begehrte Adresse für Start-ups, Kunst und Dialog etabliert. Damit wirft das ökologisch richtungsweisende Holzgebäude einen Blick auf nachhaltige Quartiersentwicklung und urbane Mobilität in der sich stetig wandelnden Stadt. Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher hat dem Projekt denn auch eine „gesamtstädtischer Bedeutung“ zugesprochen.

In direkter Nachbarschaft zum BRLO Brauhaus gibt das B-Part einen weiteren Vorgeschmack darauf, welches Potenzial in der Stadtentwicklung am Gleisdreieck steckt: als sinnstiftendes und inspirierendes Quartier für Nachbarn, Parkbesucher und alle in Zukunft hier arbeitenden Menschen.

Kunst ist dabei integraler Bestandteil des Konzeptes und wechselnde Ausstellungen zeigen ein breites Spektrum an Sichtweisen und Stilen. Bis zum 13. August zeigt der in Berlin lebende Künstler Thomas Ravens in der Ausstellungsreihe Images of Architecture bei B-Part Exhibition seine ausdrucksstarken wie surreal-düsteren urbanen Landschaften.

Die „New Quarters“ in Ravens‘ Bildern scheinen teils futuristisch und visionär, sind dies jedoch nur im Sinn eines historischen Echos aus einer Le Corbusier-Moderne, die längst von einem Konzept wie dem „Anthropozän“ überrollt wurde. Man ahnt, alle von Ravens abgebildete Architektur wird zerstört werden, existiert vielleicht schon gar nicht mehr oder befindet sich in einem dauerhaft eingefrorenen, paradoxen Zustand der Auslöschung. Man kann hier an Walter Benjamins Sturm des Fortschritts denken, jener „Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft“ – während der verlaufende Himmel im Hintergrund Albrecht Dürers „Traumgesicht“ zu zitieren scheint, jene so eindringliche Manifestation unbewusster Ängste.

Ravens Bilder, meist – auch farblich eindringliche – Tuschezeichnungen, stellen so zeitgenössische Fragen mit hoher Dringlichkeit. Dass neue Quartiere nicht auf neutralem Grund stehen, ist seinen Bildern anzusehen. (red)

Thomas Ravens im B-Part Am Gleisdreieck

Thomas Ravens im B-Part Am Gleisdreieck | Foto: BERLINboxx

Images of Architecture #1

Thomas Ravens – “Your New Quaters”
Ausstellung: 13. Juli bis 3. August 2019
B-Part Exhibition curated by loop
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 14-18 Uhr

Luckenwalder Str. 6b, 10963 Berlin

Müllers Idee vom 365 Euro Jahresticket kostet das Land Berlin 270 Millionen Euro

In der vergangenen Woche verkündete der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, dass er für Berlin ein Jahresticket für 365 Euro nach dem Wiener-Modell möchte. Laut den aktuellen Hochrechnungen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) würde dieses Unterfangen dem Land Berlin gut 270 Millionen Euro kosten.

Kann Berlin sich das Jahresticket für 365 Euro leisten?

Aktuell kostet ein Jahresabonnement für eine VBB-Umweltkarte bei monatlicher Zahlung 761 Euro pro Jahr. Um eine Reduzierung auf gut die Hälfte zu realisieren, bräuchte die BVG nach aktuellen Schätzungen einen Zuschuss von rund 170 Millionen Euro, für die S-Bahn kämen dann noch mal circa 100 Millionen dazu.

Hinzukommt, dass die Zahl der Abokunden in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist und wohl auch noch weiter steigen wird.

Finanzlage der BVG noch immer auf wackeligen Beinen

Nicht lange ist es her, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) als chronisch unterfinanziert galt und jährlich hohe zweistellige Millionenverluste erwirtschaftete. Erst durch harte Sparmaßnahmen kam der landeseigene Betrieb wieder in die schwarzen Zahlen. Eine Belastung von weiteren 100 Millionen im Jahr kann der Betrieb also nicht stemmen, daher muss hier das Land Berlin als Eigentümer tief in die Tasche greifen.

Von BVG-Sprecherin Petra Nelken hieß es dazu am Sonntag: „Ob ein 365-Euro-Jahresticket für Berlin eingeführt wird oder nicht, ist eine politische Entscheidung, die unser Eigentümer, das Land Berlin, zu treffen hat. Klar ist aus unserer Sicht, dass er für Zuschussbedarf, der dann entstünde, aufkommen müsste. Zusätzliche Tarifvergünstigungen müssen wie zusätzliche Angebote entgolten werden.“

Verkehrsbund für höhere Preise

Vom Verkehrsbund Berlin-Brandenburg (VBB) hieß es zuletzt, dass die Ticketpreise im Verbund ab Januar 2020 sogar erhöht werden müssten. Denn auch die Brandenburger Verkehrsunternehmen können sich eine Halbierung der Ticketpreise wirtschaftlich nicht leisten.

Alternative Finanzierungsvorschlage bereits in der Tasche

Um die benötigten finanziellen Mittel für das vergünstigte Jahresticket aufzubringen, gibt es bisher verschiedene Vorschläge von Seiten des Berliner Senats und dem Regierenden Bürgermeister. So ist zum Beispiel die Rede von einem sogenannten Bürgerticket. Gemeint ist damit eine Mobilitätsabgabe, die alle Berlinerinnen und Berliner gleichermaßen zahlen sollen. Zudem sollen für die Ausgleichzahlungen auch der Bund in die Pflicht genommen werden. (aw)

Berlin Hauptbahnhof: Dach bleibt kurz

Das Dach des Berliner Hauptbahnhofs bleibt auf einer Seite verkürzt. Nach jahrelanger Lagerung der Stahlträger und maßgefertigten Glasscheiben hat die Deutsche Bahn nun die entsprechenden Teile verkauft. Der Hauptbahnhof wurde bereits 2006 veröffentlicht. Lange war unklar, ob die fehlenden Dachteile noch ergänzt werden.

Elemente des Hallendachs sind abgeschrieben

„Die Elemente des Hallendachs waren abgeschrieben“, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn mit. „Die Stahlteile wurden zur Wiederverwertung weiterverkauft und die Glasteile zur Entsorgung/zum Recyceln an eine entsprechende Fachfirma verkauft.“ Damit bleibt es bei der Dachlänge von 321 Metern – etwa 130 Meter weniger als ursprünglich geplant. Ein Teil der Fahrgäste braucht deshalb nun weiterhin beim Aussteigen in Berlin manchmal einen Regenschirm.

Kürzeres Dach wegen Fußball WM 2006

Um den Hauptbahnhof rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu eröffnen, hatte der damalige Chef der Deutschen Bahn Hartmut Mehdorn mehrere Spar- und Beschleunigungsmaßnahmen veranlasst. Dazu zählte unter anderem, das Dach für die oberen Bahnsteige verkürzt zu bauen. Der Architekt Meinhard von Gerke hatte ursprünglich eine Dachlänge von 450 Metern vorgesehen. Weiterhin wurden die Decken über den unterirdischen Bahnsteigen in einer vereinfachten und damit kostengünstigeren Variante fertiggestellt.

Von Gerke klagte, mit Verweis auf sein Urheberrecht, gegen die Sparmaßnahmen. Der Rechtsstreit endete 2008 mit einem außergerichtlichen Vergleich. Trotzdem kam es danach noch vermehrt zu Forderungen, das Dach des Bahnhofs zu vollenden. Da diese Forderungen vor allem von Berliner Politikern gestellt wurden, veranlasste der Bundestag eine Machbarkeitsstudie.

Zusatzkosten von 145 Millionen

Ein Gutachten von 2014 ergab, dass eine spätere Verlängerung noch möglich gewesen wäre – allerdings mit veränderten Vorschriften. Die daraus resultierenden Zusatzkosten wurden darin auf 145 Millionen berechnet. Zudem hätten die wichtigen Fernbahn- und S-Bahnstrecken unter dem Dach für dessen Ergänzung neun Monate unterbrochen werden müssen, begründet die Deutsche Bahn die Ablehnung.

Mit täglich mehr als 300.000 Reisenden und Besuchern belegt der Berliner Hauptbahnhof Platz vier unter Deutschlands Fernbahnhöfen. Lediglich Hamburg, München und Frankfurt am Main liegen noch vor dem Bahnhof der Hauptstadt. Rund 1.300 Züge halten dort jeden Tag – Tendenz steigend. (lb)

Wohnungswirtschaft: Bauen in Berlin so teuer wie nie

Gut drei Milliarden Euro investieren Wohnungsunternehmen 2019 für Neubauten und Modernisierungen in Berlin. Doch was sie dafür bekommen, ist im Vergleich zu 2013 deutlich weniger. Denn Bauland in der Bundeshauptstadt wird immer teuer.

Baulandpreise lassen Wohnungswirtschaft tiefer in die Tasche greifen

Neben dem beschlossenen Mietendeckel treiben auch die aktuellen Entwicklungen der Baupreise die Wohnungsbranche um. Die Wohnungsunternehmen seien in Sorge, sagt Maren Kern, Vorsitzende des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). So ergab eine Studie des Verbandes, dass die Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche zwischen den Jahren 2015 und 2019 um circa 38 Prozent gestiegen seien. Wo Unternehmen vor vier Jahren noch etwa 2.000 Euro Baukosten pro Quadratmeter veranschlagten, sind es heute laut BBU eher 2.750 Euro. Neben der Baupreisinflation seien vor allem gesetzliche Vorgaben der Grund für diese Entwicklung, erklärt die Verbandschefin.

Radikaler Anstieg der Baulandpreise – wenig freie Flächen

Wohnungsbauunternehmen fällt es immer schwerer, passende Grundstücke in der Hauptstadt zu finden. So könnten, nach einer Schätzung des BBU, allein die Genossenschaften in Berlin pro Jahr gut 2.000 Wohnungen errichten, ständen ihnen freie Flächen zur Verfügung. Derzeit bauen sie nur circa 1.000 Wohnungen pro Jahr. „Noch bauen unsere Unternehmen im Zuge der Nachverdichtung vor allem auf eigenen Grundstücken. Diese Reserve ist aber weitestgehend aufgebraucht.“, erklärt sie.

Darüber hinaus sind die Preise für neues Bauland in den letzten Jahren radikal angestiegen. Berechnungen des BBU ergaben, dass zwischen 2013 und heute die Baulandpreise um ganze 470 Prozent gestiegen sind. Um das in Berlin heiß diskutierte bezahlbare Wohnen zu ermöglichen, müsse auch bezahlbares Bauen ermöglicht werden, sagt Kern. Ein weiteres Problem: Die Firmen treffen wiederholt auf Widerstand der Nachbarschaften.

Investitionsausgaben auf Rekordniveau

Trotzdem befinden sich die Investitionsausgaben der 140 BBU-Mitglieder auf Rekordniveau. Genossenschaften und Wohnungsbaugesellschaften geben 2019 etwa 3,2 Milliarden Euro für Modernisierung, Instandhaltung und Neubau aus. Laut BBU seien die Ausgaben damit im Gegensatz zu 2018 noch einmal um 39 Prozent gestiegen. 7.513 Wohnungen sollen noch in diesem Jahr von dem Geld gebaut werden. Eine Fertigstellung von gut 44.700 neuen Wohnungen ist für den Zeitraum zwischen 2019 und 2023 geplant. Die Verbandschefin erklärt: „Innerhalb von nur fünf Jahren werden fast so viele Wohnungen errichtet, wie in den letzten 30 Jahren“. Die Investitionspläne seien ehrgeizig und müssen mit Blick auf den Mietendeckel refinanziert werden, sagt Kern. (lb/aw)

Siemensbahn – die Planung kann beginnen

Am vergangenen Freitag wurde ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem besseren Nahverkehrsangebot in der Metropolregion vollzogen. Berlin vertreten durch den Regierenden Bürgermeister Michael Müller und die Deutsche Bahn vertreten durch Ronald Pofalla, Infrastrukturvorstand, vereinbarten die Finanzierung für vorgezogene Planungsleistungen zur schnellen Reaktivierung der Siemensbahn.

Siemensbahn soll wieder rollen

Mit dem neuen Siemens-Campus soll 2030 auch wieder die Siemensbahn im Westen Berlins fahren. Für erste Planungsleistungen wie Bestandsprüfung, Umweltstudien, Schallgutachten und Vermessung hat das Land Berlin nun 2,3 Millionen Euro bereitgestellt.

Müller und Pofalla unterschreiben Finanzierungsvertrag Siemensbahn

Die Unterschriften werden gesetzt und damit kann die Planung für die Reaktivierung der Siemensbahn losgehen. | Foto: BERLINboxx

„Es ist ein gutes Signal, dass es jetzt losgeht mit der Siemensbahn. Hier verbindet sich Berlins Industrialisierungsgeschichte mit der Zukunft der Industrialisierung im 21. Jahrhundert. Der Senat ist ganz vorne mit dabei mit finanziellem Engagement aber vor allem mit seiner Digitalisierungsstrategie und Industriepolitik, um den digitalen Wandel zu einem Erfolg für alle Berlinerinnen und Berliner zu machen“, sagte Michael Müller in seiner Rede.

Der Wiederaufbau der Siemensbahn ist eins von insgesamt neun Projekten des Entwicklungsprogramms i2030, welches Berlin und Brandenburg schon 2017 mit der DB vereinbart haben.

„Das Projekt i2030 zeigt nochmal wie nah Berlin und Brandenburg beieinanderstehen. Wir sind eine gemeinsame Lebens- und Arbeitsregion und damit natürlich auch eine gemeinsame Verkehrsregion Berlin-Brandenburg“, betonte Kathrin Schneider, brandenburgische Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung.

Historischer Industriestandort Berlin-Siemensstadt

Bereits 1929 wurde die 4,5 Kilometer lange Strecke von Jungfernheide bis nach Gartenfeld errichtet, um die Siemensstadt auf dem Schienenweg zu erschließen. Rund 9.000 Siemens-Mitarbeiter nutzten die Siemensbahn um zu ihrem Arbeitsplatz im Westen der Stadt zu gelangen. Schon damals schloss die Siemensbahn an den S-Bahn-Ring an und fuhr so an allen wichtigen Arbeiterwohnquartieren vorbei. Zur Zeit der Berliner Teilung wurde 1980 nach einem Streik der Zugverkehr eingestellt.

Bahnhof Siemenstadt

Auch auf der Strecke der Siemensbahn – der historische Bahnhof Siemensstadt | Foto: BERLINboxx

Doch die Stecke befindet sich noch immer im Anlagenbestand der DB Netz AG und gewinnt mit dem Bau der neuen Siemensstadt „Kiez der Macher“ wieder an Bedeutung. Auf dem Industriegelände in Spandau soll ein moderner, vielseitig nutzbarer, urbaner Stadtteil der Zukunft entstehen, wo Arbeiten und Wohnen möglich ist.

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft

Die am historischen Bahnhof Wernerwerk getroffene Vereinbarung stärkt den Berliner Nahverkehr und regiert damit auf die wachsende Metropolregion. „Die Siemensbahn ist ein großartiges Beispiel dafür, wie ein Schienenprojekt schnell, gemeinsam und beherzt auf den Weg gebracht wird. Mit einem starken Nahverkehr leisten wir unseren Beitrag und bieten Pendlern und Anwohnern eine attraktive und zuverlässige Anbindung mit hoher Taktung“, betonte Ronald Pofalla.

Ein zweites Projekt von gesamtstädtischer Bedeutung ist im Zentrum Berlins gelegen. Es bietet – wie die Siemensbahn – eine bedeutende Verbesserung der Berliner Verkehrsinfrastruktur. Denn die Urbane Mitte am Gleisdreieck, gleich neben dem Potsdamer Platz gelegen, wird die Verlängerung der S21 mit Halt am Gleisdreieck beherbergen.

Bahnhof Werderwerk

Hier am historischen Bahnhof Werderwerk fand der erste wichtige Schritt für die Reaktivierung der Siemensbahn statt. | Foto: BERLINboxx

S-Bahn-Anbindung am Gleisdreieck

Seit den 1990er Jahren wurde über eine zusätzliche S-Bahn-Strecke in Nord-Süd-Richtung diskutiert, die die bisherige Verkehrsachse ergänzt. Aktuell wird seit 2010 in drei Bauabschnitten die Trasse für diese neue Linie mit der Bezeichnung S21 gebaut. Bald wird dann der Hauptbahnhof aus allen Himmelsrichtungen per S-Bahn erreichbar sein. Im ersten Bauabschnitt der neuen S-Bahn-Linie wird am Nordring schon gebaggert. Der zweite Bauabschnitt zwischen dem Hauptbahnhof und Potsdamer Platz ist in Planung. Das Gleisdreieck wird im dritten Bauabschnitt angeschlossen, die Strecke führt von hier bis zum Bahnhof Südkreuz.

Für das Gleisdreieck bedeutet der Neubau, dass sich der Standort als Drehkreuz etablieren wird. Bisher ist er nur mit der U-Bahn erreichbar. Die S21 wird aus dem U-Bahnhof einen Umsteigebahnhof machen. Davon kann auch die Urbane Mitte Am Gleisdreieck profitieren. Das geplante Quartiersprojekt teilt sich das Grundstück mit der S-Bahn-Trasse.

Kulturelle Angebote statt Parkplätze

Im Quartier Urbane Mitte Am Gleisdreieck entstehen Arbeitsplätze, Gewerberäume sowie kulturelle und sportliche Angebote für alle Stadtbewohner. Und für alle Menschen, die hier ihren Arbeitsplatz haben werden, wird es eine gelungene Verbindung sein: ein moderner Arbeitsplatz mitten in der Stadt, mit Blick auf den Park am Gleisdreieck und die perfekte Anbindung an den Berliner Nahverkehr. Mit der S21 oder doch mit der U-Bahn – wer hier arbeiten wird, kann das Auto stehen lassen. Konsequenterweise wird die Urbane Mitte kulturelle und sportliche Freiräume bieten – und auf Parkplätze verzichten.

Die Siemensbahn und die S21 zeigen also, dass in Berlin ein Umdenken stattfindet. Es dient allen Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohnern, wenn die beiden Projekt Vorbildcharakter haben, und Quartiersentwicklung und moderne Mobilität gemeinsam gedacht werden. (aw)

Bundesweit aktiver Bauentwickler KRIEGER + SCHRAMM mit Ludwig-Erhard-Preis 2019 ausgezeichnet

Der Ludwig-Erhard-Preis wird seit 1997 jährlich verliehen und würdigt ganzheitliche Managementleistungen deutscher Unternehmen und Institutionen. In der Kategorie „Kleine Unternehmen“ konnte sich die KRIEGER + SCHRAMM Unternehmensgruppe durchsetzen und wurde mit dem Ludwig-Erhard-Preis in Silber 2019 ausgezeichnet. In Kooperation mit der EFQM als europäische Stiftung zur Förderung von Spitzenleistungen werden in den Levels of Excellence Anerkennung im Sinne eines Liga-Prinzips vergeben. Dadurch werden die Organisationen auf dem Weg zur Excellence durch das Feedback der Assessoren systematisch unterstützt.

Excellence-Gedanke findet zunehmend Verbreitung

Thomas Kraus, Vorsitzender der Initiative Ludwig-Erhard-Preis, gratulierte bei der festlichen Preisverleihung in Berlin allen Gewinnern und lobte die exzellenten Unternehmen. „In diesem Jahr haben wir mehr Bewerber denn je. Besonders die zahlreichen Bewerber aus der Automobil-Industrie und dem Bildungssektor sind für uns ein positives Signal, dass der Excellence-Gedanke Verbreitung findet.“

Krieger + Schramm setzt sich ein für eine nachhaltige Projektentwicklung

KRIEGER + SCHRAMM wurde 1992 im thüringischen Dingelstädt gegründet und betreibt heute Niederlassungen in Frankfurt/Main, Kassel, München und seit 2018 auch in Berlin. Der moderne Baudienstleister steht für Qualität, Innovation und Leistungsfähigkeit, der die gesamte Wertschöpfungskette von der Grundstücksakquise, über die Planung, Bauausführung und Vertrieb bis weit über die Gewährleistungsphase hinaus abbildet. Dabei setzt sich das Unternehmen für eine nachhaltige Projektentwicklung ein und zeichnet sich aus durch ein umfassendes soziales Engagement.

Der Gründer und heutige geschäftsführende Gesellschafter Matthias Krieger hat als ehemaliger Leistungssportler die Mentalität und Zielorientierung aus dem Sport konsequent auf das Unternehmen übertragen – mit Erfolg. Durch eine ausgeprägte Mitunternehmer-Kultur und klar definierte Ziele schafft es KRIEGER + SCHRAMM die hochgesteckten Ziele zu erreichen.

Klare strategische Ausrichtung

„Wir freuen uns über die Auszeichnung mit dem Ludwig Erhard Preis und danken den Auslobern für diese besondere Ehrung“, so Matthias Krieger. „Unsere klare strategische Ausrichtung hilft uns allen, unsere Vision nicht aus den Augen zu verlieren. Wir fokussieren uns ganz klar auf unsere Schlüsselziele. Wir binden all unsere Mitunternehmer ein und arbeiten hart, aber mit Freude für die Erreichung unserer Ziele. Das macht KRIEGER + SCHRAMM so besonders! Ich bin stolz auf mein Team und freue mich auf die Zukunft“, macht Matthias Krieger deutlich.

Selbst global agierende Investoren nutzen die Expertise des thüringischen Unternehmens. Immer im Mittelpunkt stand dabei das wohngesunde Bauen im Vordergrund. „Im Bereich des Wohngesunden Bauens sind wir eine Benchmark“, erklärt Matthias Krieger. „Unsere Kunden sollen in einem gesunden Umfeld leben.“

Soziales Engagement

Besonderen Wert legte das Unternehmen auf seine regionalen Wurzeln. Ebenso wichtig ist das Ziel, das Thema Nachhaltigkeit, zukunftsorientiertes und umweltbewusstes Bauen in die Breite zu tragen. Bereits zum neunten Mal verlieh die Dagmar + Matthias Krieger Stiftung 2019 den DMK Award für nachhaltiges Bauen. Mit der Auszeichnung werden engagierte Architekten, Planer und Projektentwickler gefördert.

Mit großem Engagement fördert die Stiftung Bildung und Innovationen in der Region. Dabei werden ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgt, Sport, Kultur und Bildung werden gefördert und unterstützt. Ein Beispiel ist die „Talent Company“, ein Projekt zur Berufsorientierung von Schülern. Auch für die Hauptstadt sind schon erste soziale Engagements geplant. So befindet sich Krieger + Schramm bereits in Gesprächen für die Gründung einer „Talent Company“ in Berlin. (red)

CG Gruppe AG: Weiteres Richtfest für urbanes Kiezquartier in Berlin-Friedrichshain

Im Friedrichshainer Samariter-Viertel nimmt eine weitere urbane Quartiersentwicklung der CG Gruppe Gestalt an. Aus einem ehemals unbewohnten Fabrikgelände entsteht ein attraktives Ensemble mit Raum für Wohnen, Arbeiten und Kultur. Typisch für den deutschlandweit tätigen Projektentwickler: Ein altes Fabrikgebäudeaus den 1890er Jahren wird erhalten und mit Liebe zum Detail in Wohnungen umgewandelt, obwohl es nicht unter den Denkmalschutz fällt.

Alt und Neu im Samariterviertel

Dazu Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe: „Die Kombination aus Neubauten und historischen Altbauten sowie eine Quartiersgestaltung, die bis ins Detail auf die örtlichen Gegebenheiten und Bedürfnisse ausgerichtet wird, ist uns bei innerstädtischen Entwicklungen ein besonderes Anliegen. Das Carré Sama-Riga im nachgefragten Berliner Stadtteil Friedrichshain bietet einen gelungenen Mix unterschiedlicher Angebote für nahezu jedes Einkommen.“

 

Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe AG | Foto: Marie Staggat

 

Quartier mit Wohn- und Gewerbebereich

Besonderes Merkmal des Quartiers ist die Aufteilung in einen Wohn- und Gewerbebereich. Ein maßgeblicher Teil der Gewerbefläche wird von dem sozialen Träger Lebensraum e.V. genutzt werden, der ein Familienzentrum im Erdgeschoss und eine Kita im 1. OG betreiben wird. Damit wird der von Planungsbeginn an verfolgte Grundanspruch der CG Gruppe nun erfolgreich umgesetzt.

Der ehemals stark verwilderte Standort war praktisch unnutzbar. Nun werden zahlreiche Details aus der geretteten historischen Bausubstanz in das Bauvorhaben integriert und das gesamte Areal wieder in die Kiezkultur eingegliedert. Die entstehende Hofsituation ermöglicht ein Miteinander von Wohnen, Arbeiten und Unterhaltung und trägt zum Austausch der künftigen Bewohner und Nutzer bei. Auch dieses Konzept war unter Einbezug der Nachbarschaft und Interessengemeinschaften im Umfeld entwickelt worden.

 

Das Carré Sama-Riga | Foto: bloomimages

 

Tiefgarage, Spiel- und Grünflächen

Das Carré Sama-Riga umfasst Neubauten an der Rigaer Straße und im Hofbereich. Die Neubauten und die Hoffläche werden mit einer Tiefgarage unterkellert, der Hof selbst erhält attraktiv gestaltete Spiel- und Grünflächen. Auf einer Gesamtfläche von ca. 12.150 m² realisiert die CG Gruppe an dem Standort 133 Mietwohnungen sowie etwa 2.600 m² Gewerbefläche und 78 Tiefgaragenstellplätze.

Das Bauprojekt mit einem Verkaufsvolumen von 44 Mio. € wurde entsprechend des Kerngeschäfts der CG Gruppe bereits an eine institutionelle Versorgungsanstalt übergeben und trifft auf eine rege Nachfrage. Die Mietpreise betragen je nach Ausstattung und Lage der Wohnungen etwa 11,50 € bis 13 €. Damit bewegen sie sich innerhalb eines Budgets, dass sowohl für Singles wie auch für kleine und große Familien realisierbar ist. Die ersten Mieter können voraussichtlich im kommenden Jahr einziehen. (red)