Geringeres Bevölkerungswachstum in der Hauptstadt – Berlin ist trotzdem voll

Die deutsche Metropole ist mit seinen vielfältigen Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten ein bedeutender Anziehungsmagnet für Zuziehende aus dem In- und Ausland. Da hilft es nicht gerade, dass die Hauptstadt schon seit Jahren überfüllt ist und mit dem Wohnungsbau nicht hinterherkommt.

Allerdings zeigte sich bei der Fachtagung Bauen und Wohnen des Statistischen Landesamts am Montag im Roten Rathaus, dass Berlin doch nicht mehr so stark wächst wie gedacht. Bis Mitte des Jahres 2019 ist die Bevölkerungszahl der Stadt mit 7.814 mehr Berlinern lediglich um 0,2 Prozent auf knapp 3,6 Millionen Menschen angestiegen. Damit erscheint die Prognose des Senats für das Jahr 2030 mit circa 3,83 Millionen Einwohnern zumindest aktuell nicht mehr utopisch.

Der Berliner Wohnungsmarkt braucht Atempause

Für den Berliner Wohnungsmarkt wäre es wünschenswert, wenn sich die Lage entspannen würde. Denn aktuell müssen Geringverdiener mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für die Bezahlung der Miete ausgeben. Außerdem sind die Baulandpreise in den letzten Jahren exorbitant gestiegen – seit 2008 haben sie sich vervierfacht.

Abwanderung aus der Hauptstadt, Bevölkerungswachstum in Brandenburg

In Zusammenhang mit dem geringeren Bevölkerungswachstum in der Hauptstadt steht möglicherweise die Bereinigung des Berliner Melderegisters. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in einer aktuellen Pressemitteilung angab, wurden im Zuge der Europawahlen im ersten Halbjahr 2019 3.000 weggezogene Anwohner, die sich nicht abgemeldet hatten, aus dem Melderegister gestrichen. Viel entscheidender für das geringere Bevölkerungswachstum sei jedoch eine andere Ursache – die Abwanderung in das benachbarte Brandenburg.

Während die Einwohnerzahl in der Hauptstadt um 0,2 Prozent gesunken ist, ist sie in Brandenburg genau um diesen Wert gestiegen. Dabei fallen zwei Drittel des Zuwachses auf Berlin. Die Entspannung der Wohnsituation in der Hauptstadt scheint aber nun dazu zu führen, dass die Mietpreise im Umland und Brandenburg stark ansteigen. Und nicht nur das – zunehmend verschärfen sich auch das Verkehrsaufkommen und der Kampf um Schul- und Kitaplätze durch die neu Zugezogenen.

Bevölkerungswachstum in Berlin bleibt weiterhin Thema

Wie sich zeigt ist das Thema noch nicht vom Tisch. Berlin ist zwar aktuell keine „Schwarmstadt“ mehr, allerdings ist die Hauptstadt immer noch überfüllt. Außerdem hat auch der Mietendeckel noch ein Wörtchen mitzureden. Denn der vom Senat abgesegnete Beschluss verhindert zwar das Steigen der Wohnpreise in Berlin für die nächsten fünf Jahre, macht die Stadt durch das Eindämmen der Wuchermieten aber eventuell wieder beliebter. (sz)

Grundrente – Groẞe Koalition einigt sich auf Kompromiss

Nach monatelangen Streitigkeiten um die Grundrente haben Union und SPD endlich einen Kompromiss gefunden. Im Koalitionsbeschluss vom 10. November wurde ein Maßnahmenkatalog beschlossen, der die Altersvorsorge in Deutschland sichern soll. Er ist vor allem an Menschen gerichtet, die trotz jahrelanger Arbeit und Zahlung in die Rentenkasse keine auskömmliche Rente bekommen. Diesen Montag soll der Vorschlag den CDU-Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Stärkung der betrieblichen und privaten Vorsorge und Senkung des Arbeitslosenbeitrags

Der Koalitionsbeschluss besteht aus einem sehr umfangreichen Paket, das sowohl die Alterssicherung fördern als auch die Wirtschaft entlasten soll. Ein zentraler Eckpfeiler ist der Rentenaufschlag oberhalb der Grundsicherung. Er ist Geringverdienenden vorbehalten, die mindestens 35 Beitragsjahre geleistet haben. Damit sich die Vorteile durch die Grundrente im Fall einer Kürzung des Wohngelds nicht aufheben, wird zuzüglich ein Wohngeldfreibetrag von rund 80 Millionen Euro eingeführt.

Außerdem soll der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung befristet bis Ende des Jahres 2022 auf 2,4 Prozent herabgesetzt werden. Zusätzlich möchte die Bundesregierung auch einen Beteiligungsfonds für Zukunftstechnologien gründen, um mit 10 Milliarden Euro in Digitalisierung und Klimatechnologien zu investieren.

Finanzielle Verbesserungen für rund 1,5 Millionen Menschen

Die Grundrente wird zum 01.01.2021 eingeführt und betrifft rund 1,5 Millionen Bestands- und Neurentner, darunter sehr viele Frauen. Ab Januar 2021 bis zum Ende des Jahres 2025 hat die Bundesregierung Zeit zu ermitteln, ob die gesteckten Ziele erreicht werden konnten.

Wer ein Recht auf die Grundrente hat, wird durch eine Einkommensprüfung und nicht, wie zuvor diskutiert, durch eine Vermögensprüfung ermittelt. Die festgelegte Einkommensgrenze liegt für Alleinstehende bei 1250 Euro und für Paare bei 1950 Euro. Das Verfahren zur Ermittlung Bedürftiger wird die Deutsche Rentenversicherung gemeinsam mit den Finanzbehörden durchführen. Ein automatisierter Datenabgleich soll gewährleisten, dass Bürgern zeitaufwändige Gänge zu den Ämtern erspart bleiben.

Koalition optimistisch, Kritik aus der Opposition

Für Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der CDU, ist die Einigung der Großen Koalition ein großer Erfolg. Auf Twitter schrieb die Politikerin: „Wir haben für die Grundrente nach langen Verhandlungen einen dicken Knoten durchschlagen. Zugang zur Grundrente bekommt, wer einen Bedarf hat, was durch umfassende Einkommensprüfung festgestellt wird. Das ist ein gutes, vertretbares Ergebnis.“

Allerdings wird der Beschluss nicht durchweg positiv aufgenommen. Kritik kommt teils aus den eigenen Reihen und besonders von der Linken und der FDP. Die Grundrente sei mit zu hohen Auflagen belegt und laut Generalsekretär der FDP in NRW, Johannes Vogel,  lediglich ein Instrument „zur parteipolitischen Gesichtswahrung“.

Auch Hilde Matteis, SPD-Abgeordnete des Deutschen Bundestages, hatte sich noch am 4. November gegen den „Kuhhandel“ der CDU ausgesprochen und via Twitter verlauten lassen: „Die Grundrente soll die Lebensleistung vieler Menschen honorieren, die jahrzehntelang für wenig Geld gearbeitet haben. Sie dürfen nicht in Altersarmut rutschen und dafür dann noch Bittsteller des Sozialstaats werden!“ (sz)

Klaus-Jürgen Meier erneut Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft City e.V.

Am gestrigen Donnerstag hat die Arbeitsgemeinschaft City e.V. seinen Vorstand für die nächsten zwei Jahre gewählt. Zu den ins Amt berufenen Vorstandsmitgliedern zählen Viola Krecker, Geschäftsführerin der Jovi Real Estate GmbH + Jovi Services GmbH mit dem Mandat Centermanagement der East Side Mall; Andrea Pier, Theaterleiterin am Stage Theater des Westens und Executive Producer Stage Entertainment für die Region Berlin sowie das Tourgeschäft; Klaus-Jürgen Meier, persönlich haftender Gesellschafter der Roskos & Meier OHG sowie Peter Ristau, Geschäftsführender Gesellschafter der Kurfürstendamm-Karree GmbH, Peter Ristau Finanzpartner GmbH und Ristau Grundstücksentwicklungs GmbH.

Erneut gewählt wurden auch Carsten D. Colmorgen, seit 2019 Director Germany Conference & Touring C&T GmbH; Dirk Germandi, Aktionär und Vorstand der Profi Partner AG, Geschäftsführer der GrundStein Bauträger GmbH; Gottfried Kupsch, Geschäftsführer der Kupsch Gewerbeimmobilien Management GmbH und der Globe Media Production; Christian Staamann, Rechtsanwalt & Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Kärgel de Maizière & Partner sowie Uwe Timm, geschäftsführender Gesellschafter der TIMM Retail Services GmbH, Centermanagementgesellschaft für das Europa-Center.

Der Vorstandsvorsitzende freut sich auf zukünftige Projekte

Mit Klaus-Jürgen Meier hat der AG City e.V. erneut einen zuverlässigen Vorstandsvorsitzenden gewonnen. Der Unternehmer ist seit 21.02.2005 Vorstandsmitglied des Vereins und war bereits 2007 zum ersten Mal Vorstandsvorsitzender.

Klaus-Jürgen Meier ist zufrieden über seine Ernennung: „Im Namen meiner Vorstandskollegen danke ich allen Mitgliedern für die Wiederwahl und für das somit entgegengebrachte Vertrauen in unsere bisher geleistete Arbeit. Die AG City hat sich mit derzeit 556 Mitgliedern zu einem einflussreichen Netzwerk etabliert. Mit der Installierung des Business Improvement District (BID), zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße, hat die Weiterentwicklung der City West Fahrt aufgenommen. In den nächsten zwei Jahren wollen wir weiterhin die Zukunft unserer Region aktiv mitgestalten. Wir verstehen uns als Schnittstelle zu den Bürgern, Gewerbetreibenden, Anrainern, Medien, Behörden und Politik.“

Beständigkeit für die Zukunft der City West

Nach den Neuwahlen kann die AG City sich wieder voll und ganz seinen geplanten Projekten für das Stadtquartier um den Kurfürstendamm, wie z.B. der Umgestaltung des Mittelstreifens Tauentzienstraße, widmen. Dass diese Projekte in Zukunft weiterhin so intensiv gefördert werden, ist in Anbetracht der Beständigkeit des Vereinsvorstands sicher. (red)

Oskar Schmidts „lautlos“ – eine Ausstellung der Konrad-Adenauer-Stifung e. V.

Oskar Schmidt ist bekannt für seine perfektionistischen und detailverliebten Kunstwerke. Die Ausstellungen des zeitgenössischen Künstlers sind nicht nur in seiner Galerie Tobias Naehring in Leipzig zu sehen, sondern können auch in zahlreichen weiteren deutschen Städten und internationalen Kulturmetropolen wie Amsterdam, Tokyo, London und New York bestaunt werden.

Seine aktuelle Ausstellung „lautlos“ kann vom 07.11. bis zum 14.12. im B-Part Am Gleisdreieck besucht werden. Sie überzeugt mit absoluter Akkuratesse und ermöglicht das, was sich in den Ausstellungstiteln spiegeln soll: Echo-Räume zu schaffen, emotionale Environments zu entwerfen, in denen das Maximum an Stille herrscht und den Betrachter durch die dargestellten Figuren lautlos, in atemberaubender Ästhetik zu sich selbst zu führen.

Stille als Stilmittel der Ausstellung

„Ich wollte weder erzählerisch noch dokumentarisch sein.“ Diese frühere Aussage von Schmidt lässt sich auch wunderbar auf seine Ausstellung „lautlos“ übertragen. Das Stilelement der Stille gebraucht der Künstler ganz bewusst. Denn in der Lautlosigkeit bleibt offen, ob die dargestellten Figuren selbstbestimmt oder fremdgesteuert sind. Oskar Schmidt lässt seine Werke für sich selbst sprechen und rückt dabei Figuren und Settings in den Vordergrund, denen lange Zeit nur die Peripherie der Kunstgeschichte vorbehalten waren.

Ästhetische Lautlosigkeit vor idealer Kulisse

Die kleine, aber feine Ausstellung der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. hat mit dem B-Part Am Gleisdreieck seine ideale Kulisse gefunden. Dieser Ort der internationalen Urbanität bietet in Kombination mit der „lautlosen“ Ausstellung Schmidts eine inspirierende Begegnungsstätte für Interessierte und Kunstliebhaber. Am 21. November findet dort außerdem die Lesung „kulturgeschichten“ ab 19 Uhr statt. In dem Gespräch zwischen dem Schriftsteller Najem Wali und dem Journalisten Michel Abdollahi sollen die Themen kulturelle Vielfalt und Identität in Deutschland diskutiert werden.

Raum für Kunst und Zukunftsideen im Stadtquartier Urbane Mitte Am Gleisdreieck

Das Experimentierlabor der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck – B-Part eröffnete bereits 2019 und bietet Raum für den Austausch von zukunftsorientierten Lösungen bezüglich Arbeit, Mobilität und urbane Gemeinschaft. Es ist auf Initiative der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck entstand. Das Stadtquartier verbindet die Bezirke Mitte, Schöneberg und Kreuzberg und soll bis 2025/26 als zukunftsorientierter Standort im Herzen Berlins fertiggestellt werden. (red)

Weitere Informationen zur Urbanen Mitte Am Gleisdreieck und dem B-Part

Urbane Mitte Am Gleisdreieck
https://urbane-mitte.de/

B-Part Am Gleisdreieck
Luckenwalder Str. 6b
10963 Berlin
https://bpart.berlin/de/

Die Wirtschaft in der Hauptstadtregion feiert 30 Jahre Mauerfall

Beim traditionellen Jahresempfang der Unternehmensverbände Berlin/Brandenburg (UVB) wurde mit 600 Gästen im KaDeWe das 30-jährige Jubiläum des Mauerfalls und die Verbundenheit der Hauptstadtregion gefeiert. Fazit des Abends: Präsident Dr. Büchner sieht noch großes Wachstumspotenzial für Berlin und Brandenburg.

Hauptstadtregion – Landesgrenze keine Trennungslinie

Vor dem 30. Jubiläum des Mauerfalls haben die Unternehmen in der Hauptstadtregion dazu aufgerufen, das erfolgreiche Zusammenwachsen des Landes stärker zu würdigen. „Berlin und Brandenburg sind heute eine der spannendsten und dynamischsten Regionen in Deutschland. Wir sollten stolz auf das sein, was wir seit 1989 gemeinsam erreicht haben, statt das Trennende zu betonen“, sagte Dr. Frank Büchner, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), bei der Eröffnung des traditionsreichen Bierabends am Mittwochabend im KaDeWe.

„Wirtschaftlich ging es vielen Menschen noch nie so gut.“ Mutige Unternehmer und ihre Beschäftigten in Berlin wie in Brandenburg hätten nach dem Fall der Mauer zusammen die Soziale Marktwirtschaft aufgebaut, befand Dr. Büchner weiter. „Vor allem mittelständische Betriebe aus den Bereichen Industrie, Digitalwirtschaft, Bau, Handel, Logistik, Gesundheitswirtschaft oder Tourismus haben die Region in den vergangenen Jahren wieder ganz nach vorne gebracht“, sagte der Präsident des Spitzenverbands. „Ich bin mir sicher, dass wir in Sachen Produktivität und Innovationen noch vieles erreichen können, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen.“ Berlin und Brandenburg sollten hier noch viel intensiver zusammenarbeiten, die Landesgrenze dürfe keine Hürde sein.

Wirtschaft und Politik aus der Hauptstadtregion zu Gast im KaDeWe

Zu dem Jahresempfang begrüßte er zusammen mit UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck rund 600 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Medien. Der UVB-Jahresempfang ist eines der wichtigen gesellschaftlichen Ereignisse in der Hauptstadt. Gekommen waren in diesem Jahr der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey, Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters, die Mitglieder des Berliner Senats sowie der brandenburgischen Landesregierung.

Bierabend des UVB – Harmonie zwischen Politik und Wirtschaft

Besonders begrüßte Dr. Büchner die neu gewählten Abgeordneten des Landtags und wünschte den künftigen Koalitionspartnern SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen viel Glück und Erfolg für ihre Arbeit. Durch verstärkte Investitionen in die Infrastruktur und in die Digitalisierung könne es zukünftig besser gelingen, dass der wachsende Wohlstand überall im Land ankomme. Mit Blick auf Berlin wies Dr. Büchner auf die wirtschaftliche Abschwächung und die konjunkturellen Risiken hin. Im Hinblick darauf müsse das Land alles vermeiden, was den Investitionsstandort belastet. „Angesichts der Beschlüsse zum Mietendeckel sind viele Unternehmen besorgt und verunsichert.“

Die Gäste

Bundes- und Landespolitik waren prominent vertreten u. a. mit: Dr. Franziska Giffey (SPD),  Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Thomas Heilmann (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages, Kai Wegner (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages; Landesvorsitzender CDU Berlin, Christoph Meyer (FDP), Mitglied des Deutschen Bundestages, Landesvorsitzender FDP Berlin, Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, Ralf Wieland (SPD), Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ramona Pop (Bü90/Die Grünen), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Sandra Scheeres (SPD), Senatorin für Jugend, Bildung und Familie, Regula Lüscher, Staatssekretärin im Ressort Stadtentwicklung und Wohnen, Senatsbaudirektorin, Raled Saleh (SPD), Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin

Der UVB konnte wichtige Wirtschaftsvertreter aus seinem „herbstlichen Gipfeltreffen“ begrüßen: Markus Voigt, Präsident VBKI, Udo Marin, Geschäftsführer VBKI, Werner Gegenbauer, Aufsichtsratsvorsitzender Unternehmensgruppe Gegenbauer; Präsident Hertha BSC, Gerhard Wilhelm, Sprecher der Geschäftsführung der Spielbank Berlin, Engelbert Lütke Daldrup, Flughafen-Chef, FBB Flughafen Berlin Brandenburg, Matthias Trunk, Vorstandsmitglied GASAG AG, Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Berlin GmbH, Frank Schmeichel, Gründer Business Network und Verleger BERLINboxx-Wirtschaftsmagazin, Christian Andresen, Inhaber The Mandala Hotel, Präsident Hotel- und Gaststättenverband Berlin (DEHOGA), Vera Gäde-Butzlaff, Vorsitzende des Aufsichtsrats von Vivantes, Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Berlin (red)

Trotz harter Debatten im politischen Tagesgeschäft: Beim Bierabend des UVB an der Fotowand einhellige Harmonie zwischen Wirtschaft und Politik – auch die Bundespolitik gab sich die Ehre!

Bild 1: Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters und Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey fankiert von Christian Amsinck, UVB-Hauptgeschäftsführer und Dr. Frank Büchner

Bild 2: Wirtschaftssenatorin Ramona Pop umrahmt von Christian Amsinck, UVB-Hauptgeschäftsführer und Dr. Frank Büchner, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB).

Bild 3: Wirtschaft im Einklang! (v.l.n.r.) Christian Amsinck, UVB-Hauptgeschäftsführer, Gerhard Wilhelm, Sprecher der Geschäftsführung der Spielbank Berlin, Dr. Frank Büchner, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB)

Bedroht Gentrifizierung den Denkmalschutz?

Kreuzberg, Neukölln, Prenzlauer Berg – in der Hauptstadt wird fleißig modernisiert. Anreiz bieten dabei nicht nur die Einsparungen durch energetische Sanierungen, sondern auch die Umgehung der Mietpreisbremse durch Modernisierungsmaßnahmen. Zudem sollen die ehemals von finanzschwachen Demografien bevölkerten Bezirke auf diese Weise attraktiver für einkommensstärkere und anspruchsvollere Mieter werden.

Besonders betroffen sind dabei zentral liegende Bezirke, die von Wohnungssuchenden bevorzugt werden. Genau im Zentrum der Hauptstadt befinden sich jedoch häufig Altbauten, darunter nicht wenige denkmalgeschützte Bauten. Die werden nun immer öfter saniert – trotz strenger Auflagen.

Denkmalschutz und Renovierung schließen sich nicht aus

Ob ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird, entscheidet die zuständige Behörde des Bundeslands. Qualifiziert für den besonderen Schutzstatus sind Objekte, an deren Erhaltung aus wissenschaftlichen, künstlerischen oder heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht. Sobald ein Gebäude als in dieser Weise erhaltenswert definiert wird, bedürfen selbst kleinste bauliche Arbeiten die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde. Umbauten sind anspruchsvoller als Renovierungsmaßnahmen bei nicht geschützten Immobilien.

„Besonders delikate Stuckarbeiten sollen gern erhalten werden, stellen bei Renovierungsarbeiten oft aber eine besondere Herausforderung dar und können nicht von Laien erledigt werden“, erklärt dazu Kevin Kluge, Geschäftsführer vom Malerbetrieb Kluge.

Auch traditionelle Handwerkstechniken wie zum Beispiel Schablonierarbeiten müssen vom Facharbeiter beherrscht werden. Zu professionellen Renovierungsarbeiten gehören eine gute Kenntnis über die korrekte Verarbeitung spezieller, denkmalgerechter Materialien. Üblicherweise arbeiten hier Handwerksbetriebe, Architekt und Denkmalschutzbehörde eng zusammen. Dann lassen sich selbst für anspruchsvolle Herausforderungen, etwa für den Bedarf eines barrierefreien Zugangs bei gleichzeitigem Erhalt geschützter Türen und Treppen, angemessene Lösungen finden.

Wohnen im Denkmal

Für Mieter ist das Wohnen in denkmalgeschützten Gebäuden etwas ganz Besonderes. Hier verschmelzen Stadtgeschichte mit dem Alltag – der historische Charme der Bauten zieht viele an. Eigentlich ist man als Mieter in solchen Wohnräumen vor unliebsamen Modernisierungsmaßnahmen sicher. Immer häufiger jedoch machen Berliner Denkmalschutzbehörden Zugeständnisse, insbesondere bei energetischen Maßnahmen.

Für Investoren können Sanierungen der Denkmäler sehr attraktiv sein: Es gibt Fördermittel und besondere Steuerabschreibungsmöglichkeiten, der Denkmalwert einer Anlage ist oft zentrales Verkaufsargument beim Weiterverkauf. Dennoch versuchen Investoren immer wieder, die Erklärung einer Immobilie zum Denkmal zu blockieren – zu aufwändig ist es, den Vorgaben gerecht zu werden, die Kostenbelastung ist deutlich höher. Denkmalschutz gilt gelegentlich sogar als Werkzeug, um Mietervertreibung zu verhindern oder die Stadt zu gestalten. Dafür ist das Mittel eigentlich nicht vorgesehen.

Wird der Denkmalschutz ausgehöhlt?

Während Eigentümer ihre Investition des Öfteren durch den Denkmalschutz gefährdet sehen, befürchten besorgte Anwohner und Behörden umgekehrt, dass durch die derzeitigen Geschehnisse im Wohnungsmarkt der Denkmalschutz bedroht wird. Zuletzt gab es beispielsweise Unmut über den geschlossenen Kompromiss zum Böhm-Haus: Darin wurden Wohnungen geschaffen, obwohl der Grundriss eigentlich nicht verändert werden darf.

Der Druck auf Denkmalschutzbehörden wächst von beiden Seiten, der Vorwurf lautet, wirtschaftliche Interessen würden immer öfter vorangestellt. Das zeigte auch der umstrittene Abriss der Deutschlandhalle, die ebenfalls denkmalgeschützt war. Oft widersprechen sich die Bedürfnisse von Denkmalschutz und Eigentümern oder Anwohnern. Zuletzt wurden in der Berliner Verwaltung beispielsweise die Forderung nach Außenjalousien laut – die Hitze sei in vielen der denkmalgeschützten Bauten untragbar, hier sei eine Erneuerung der Regelung notwendig. In solchen Fällen müssen Kompromisse gefunden werden.

Auch der Flughafen Tegel wurde in diesem Jahr unter Denkmalschutz gestellt. Das soll garantieren, dass seine markante, sechseckige Form noch dann erhalten bleibt, wenn der Flughafen nicht mehr in seiner alten Form genutzt wird. In das Gebäude sollen nach derzeitigem Stand eine Hochschule und Büros einziehen. Bisher scheinen bei diesem Projekt die Abstimmungsgespräche aller Beteiligten gut zu verlaufen – nicht immer kann ein so reibungsloser Ablauf aller Parteien sichergestellt werden. Dennoch ist zu hoffen, dass in den umkämpften Berliner Innenbezirken Lösungen gefunden werden können, die die Bedürfnisse Wohnungssuchender und die Schutzwürdigkeit historischer Bauten gleichermaßen berücksichtigen. (red)

Der Alexanderplatz: Geschichte und Zukunft

1969 wurde der weltberühmte Berliner Alexanderplatz zum 20. Geburtstag der DDR neugestaltet und in die Zukunft geführt. Diese war damals freilich eine ganz andere. Der Platz, dem schon durch Alfred Döblins Roman ein Denkmal gesetzt wurde, bekam im Sinne der sozialistischen Moderne ein neues Gesicht. Der Öffentlichkeit wurden damals der Fernsehturm, der Brunnen der Völkerfreundschaft und die Weltzeituhr übergeben.

Der Alexanderplatz: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Auch nach der Wiedervereinigung ist die ikonische Weltzeituhr ein beliebter Treffpunkt geblieben. So auch für den VBKI, der dort auf Carsten Kollmeier traf. Ihm hatte der Designer der Uhr, Erich John,  das Werbe- und Vermarktungsrecht übertragen. Nach einem Blick zurück in die sozialistische Geschichte schaute man in die nicht immer gelungene Gegenwart und wagte zudem einen Blick in die Zukunft des Alexanderplatzes. Architektonisch ist der Platz geprägt durch die Nachkriegsmoderne, den Fernsehturm, das Park Inn Hotel, aber auch die Bauten des Architekten Peter Behrens. Diese sind bereits in den zwanziger Jahren entstanden. Für manche eine Ost-Berliner Betonwüste, für andere ein Abbild der Berliner Geschichte.

Carsten Kollmeier ist Chef der Weltzeituhr Vertriebs UG. Foto: vbki

Magnet für Besucher aus aller Welt

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel, kennt die Probleme des Platzes, glaubt aber fest an seine Zukunft. Schließlich ist der Alexanderplatz ein Touristenmagnet, einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte und einer der belebtesten Plätze Europas -trotz seines negativen Images. Auch Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer der Spielbank Berlin, bestätigt die Anziehungskraft des Alexanderplatzes. Die Spielbank betreibt neben ihrer Hautptniederlassung am Potsdamer Platz auch eine Spielbank an dem zentralen Stadtplatz. „Der Alexanderplatz gehört zu den Zentren der Hauptstadt. Nach wie vor ist er ein Anziehungspunkt für Berlinerinnen und Berliner wie auch für Besucher aus aller Welt“, so Wilhelm. „Sicher trägt der Platz seine deutlich sichtbaren Narben, die ihm die Geschichte zugefügt hat. Die Zukunft des Alexanderplatzes sieht für mich aber ganz anders aus. Mit visionären Konzepten und gestalterischem Mut wird der Platz zu neuer Blüte gelangen.“

Austausch über die Zukunft des Alexanderplatzes: Benjamin Albrecht, Leiter Projektentwicklung TLG AG, Nicole Grummini, Bereichsleiterin U-Bahn BVG, Sebastian Peichl, Head of Marketing&Communications SIGNA, Frank Schmeichel, Business Network und Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer Spielbank Berlin. Foto: vbki

Drei Top-Projektentwickler planen Stadtkrone aus Hochhäusern

An die Zukunft des Alexanderplatzes glauben auch Norman Weichhardt, Timo Herzberg und Benjamin Albrecht. Ersterer vertritt das französische Unternehmen Covivo, Herzberg den deutschen Zweig von Signa, Albrecht das Immobilienunternehmen TLG. Alle drei möchte Teile dessen realisieren, was 1993 die Architekten Hans Kollhoff und Helga Timmermann als Masterplan vorgelegt hatten: Ein Stadtzentrum nach amerikanischem Vorbild mit einer „Stadtkrone“ von Wolkenkratzern, die Berlin eine neue alte Mitte geben sollte. Das Bauvorhaben, dessen Fertigstellung bis 2023 das französische Immobilienunternehmen Covivio plant, ist in mehrfacher Hinsicht etwas ganz Besonderes: Nach der Fertigstellung des Gebäudes soll der Alexanderplatz nach Jahrzehnten wieder als Wohnadresse dienen. Rund 220 Wohnungen sind vorgesehen. Weichhardt möchte mit dem Turm die Lücke schließen, die sich zwischen Park Inn Hotel und Saturn aufmacht. Signa plant, auf dem eigenen Gelände der Galeria Kaufhof ein Hochhaus errichten.

Markante Bauten sollen das Gesicht des Alexanderplatzes verändern

Nach Plänen des Architekturbüros Gewers-Pudewill soll der Turm auf einem Grundstück an der Tamara-Danz-Straße Ecke Wanda-Kallenbach-Straße nahe der Mercedes-Benz Arena entstehen. 90 Meter hoch soll das Hochhaus werden, an dem schon Zalando Interesse bekundet hat. Der markante Bau mit seinen an einen Schiffsbug gemahnenden Vorsprüngen und Terrassen und einer Bruttogeschossfläche von rund 50.000 Quadratmetern soll den Namen „Stream-Tower“ tragen. Für die Hochhäuser, die die TLG Immobilien AG  entwickeln will, soll der gesamte Gebäuderiegel des ehemaligen Hauses der Elektroindustrie aus den späten 60er-Jahren abgerissen werden. Auch das flachere Gebäude an der Karl-Liebknecht-Straße 30, in dem noch das Hofbräuhaus untergebracht ist, soll Platz machen für die insgesamt drei neuen Gebäude vis-à-vis vom Hotel Park Inn. Insgesamt soll das Ensemble gemäß dem geltenden Bebauungsplan ein Flächenpotenzial von 149.500 Quadratmetern haben. Viele Pläne für den altehrwürdigen Stadtplatz.

Timo Herzberg (r.), Deutschlandchef von Signa, im Gespräch mit Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel. Foto: vbki

Optimismus für die Zukunft

Dass der Weg seit 1993 ein langer, nicht unproblematischer, manchmal frustrierender und oft überraschender ist, fasste einer der Diskutanten in die schöne Formel: „Wir hatten in den letzten Jahren oft keine großen Erfolge, aber immer vertiefte Erkenntnisse.“

Städteplanerisch sei die Neugestaltung sinnvoll, um den bisher strukturlosen Alexanderplatz zu fassen, so die Meinung der gesamten Runde. Und dass Carsten Sellschopf, der inspirierend und sympathisch moderierte, auf seine abschließende Frage, wie die Diskutanten denn die Zukunft des Alexanderplatzes sehen, nur positive Antworten erhielt, überraschte keinen. Aber alle machten Lust auf das, was im nächsten Jahrzehnt in der Nachbarschaft von Fernsehturm, Park Inn Hotel und Weltzeituhr entstehen wird. (red)

Neues Stadion für Hertha BSC: die ewige Suche nach einem passenden Grundstück

Am Rande des Olympiaparks, auf dem Gelände des Flughafen Tegel, auf dem zentrale Festplatz – der Fußballverein Hertha BSC wird bei seiner Suche nach einem Grundstück für ein neues Stadion nicht müde. Doch auch bei dem zentralen Festplatz im Norden von Berlin als Standort scheinen die Gegenargumente zu überwiegen.

Ausweichplan: Zentraler Festplatz

Nachdem die Pläne von Hertha BSC, am Rand des Olympiaparks eine Arena zu bauen, vorerst gescheitert sind, hatte die Landesregierung vier mögliche Alternativen für ein neues Stadion prüfen lassen. Die Mieter einer kleinen Genossenschafts-Siedlung wollten dem Bauprojekt nicht weichen.

Von den vier Alternativen liegen drei auf dem Gelände des heutigen Flughafens Berlin-Tegel (westlich der Landebahn, auf der Landebahn nahe dem TXL-Terminal und auf dem nördlichen Rollfeld in der Nähe des Flughafensees) und eines auf dem zentralen Festplatz. Die Senatsverwaltung prüft die Standorte seit Mitte September. An den Gesprächen sind sowohl die landeseigene Tegel Projekt GmbH, die fachlich zuständigen Senatsverwaltungen und der Profiverein selbst beteiligt.

Neues Stadion für Hertha BSC: noch ist alles offen

Ob es dem Berliner Senat jedoch gelingt, Hertha BSC am Flughafen Tegel ein Grundstück für die gewünschte neue Fußballarena zu ermöglichen, ist nach wie vor offen. Denn statt ursprünglich bis Ende Oktober wird jetzt doch länger geprüft. „Das war nicht Thema in der Staatssekretärskonferenz“, sagte Senatssprecherin Claudia Sünder am Dienstag gegenüber der Berliner Zeitung. „Aber es gab eine interne Runde, die sich mit dem Thema befasst hat. Das ist aber noch kein Anlass für öffentliche Mitteilungen.“ Bisher wurde nur bekannt, dass die Verhandlungen „konstruktiv“ verliefen, aber noch kein Ergebnis vorliege. Auch die nach Bericht des Bild-Zeitung bevorzugte Variante „Zentraler Festplatz“ östlich der Stadtautobahn A111 wurde von Seiten des Berliner Senats bisher nicht bestätigt.

Uneinigkeit bei der Eignung

Zwischen dem Profiverein Hertha BSC und dem Berliner Senat herrscht noch Uneinigkeit über die Eignung des zentralen Festplatzes. Der Bundesligaverein ist bisher der Ansicht, dass dieses Grundstück für das geplante Stadion einschließlich der notwendigen Infrastruktur zu klein sei. Entsprechende Sportexperten der rot-rot-grünen Regierung sind an diesem Punkt anderer Meinung.

Unabhängig davon hat der Standort Tegel ein generelles Problem: Es gibt nur eine mangelhafte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Zudem sind die Flächen auf dem heutigen Flughafen Tegel (TXL), der im nächsten Herbst stillgelegt werden und zu einem Wissenschafts- und Industriepark plus Wohnquartier entwickelt werden soll, weitgehend verplant. Soll hier noch ein Stadion entstehen, müssten weit vorangeschrittene Bebauungspläne korrigiert werden.

Wohin mit den Schaustellern?

Eine weitere Frage: Was passiert mit Schaustellern? Bisher wurde der zentrale Festplatz für verschiedene Volksfeste und andere Veranstaltungen genutzt. Diese wären dann nicht mehr möglich und die Schausteller müssten weichen. Hinzukommt: Auch zu diesen Anlässen gab es immer wieder Überlastungen des öffentlichen Nahverkehrs. (aw)

Gute Nachrichten für Amazon: der Edge-Tower kann kommen

Nun wird Friedrichshain wohl doch ein neues Bürohochhaus bekommen. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher lehnte, wie der Tagesspiegel am Wochenende berichtete, einen Rechtsstreit mit dem Bauherrn Coen van Oostrom und seiner Firma Edge ab. Damit scheint nun der Weg frei für das Edge East Side an der Warschauer Brücke und damit für deutlich mehr Präsenz des Onlineriesen Amazon in Berlin.

Absage an Baustadtrat Schmidt (Grüne)

Bis 2023 soll der Edge-Tower fertig gestellt werden. 28 der 35 Etagen will der Online-Händler Amazon mieten und dort rund 3.400 Mitarbeiter unterbringen. In der vergangenen Woche schien dieses Vorhaben jedoch zu scheitern. Florian Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen), Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg hatte eine Neuplanung des Hochhauses verlangt, weil der aktuelle Entwurf zu stark von den ursprünglichen Planungen abwich. Der Bauherr verstoße dadurch gegen den städtebaulichen Vertrag, sagte Schmidt.

Durch das Einschreiten der Senatsbaudirektorin erteilte sie dem Vorschlag des Baustadtrats ein Wettbewerbsverfahren durchzuführen und die bereits erteilte Baugenehmigung für das Gebäude an der Warschauer Straße anfechten, nun eine Absage. Es fehle, so Lüscher, eine einschlägige Rechtsgrundlage für eine nachträgliche Entziehung des Baurechts.

Amazon Tower: Berliner Hochhausleitbild nicht anwendbar

Auch das Gremium, das Senatsbaudirektorin Regula Lüscher in Fragen der architektonischen Gestaltung berät, hatte Zweifel an den Plänen für das 140 Meter hohe Bürohaus Edge East Side an der Warschauer Brücke geäußert. Das Baukollegium hielt sie nicht für gelungen. Denn gemäß der Berliner Hochhausleitline müsse ein Gebäude entstehen, das „eine besonders hohe städtebauliche und architektonische Qualität aufweist“.

Doch offenbar kann das Hochhausleitbild in diesem Fall nicht angewendet werden, da bereits rechtskräftige Baugenehmigung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg vorliegt. Diese ist dem Bezirk zufolge bereits Anfang September erlassen worden, weil dem Vorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegengestanden hatten. Eine finale Entscheidung scheint damit noch nicht getroffen. (aw)

Kleiner Bruder oder Musterknabe? Wohnungsbau Potsdam

Die brandenburgische Landeshauptstadt blickt gespannt nach Berlin. Dort wurde nach langem politischem Gezerre nun der Mietendeckel beschlossen. Auch wenn in juristischer Sicht das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, soll das neue Gesetz ab Anfang 2020 greifen. Was bedeutet das für den Wohnungsbau Potsdam? Wie ist in der Residenzstadt die aktuelle Wohnungssituation? Diese Fragen stellte sich die Immobilienbranche auf dem Potsdamer Immobilientag, der erstmals in dem neuen Gebäude der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) veranstaltet wurde.

Potsdam in den Top 10 der höchsten Preisanstiege

Alle Daten und Fakten zum Potsdamer Immobilienmarkt sollten auf den Tisch – so das Versprechen der Veranstalter. Und die Zahlen sprechen für sich: Die Postbank prognostizierte in ihrem Wohnatlas 2019 bis 2030 einen jährlichen Preisanstieg im Wohneigentum von 1,68 Prozent. Damit landet Potsdam direkt hinter München (1,7 Prozent), deutschlandweit auf dem siebten Platz der größten Preissteigerer.

Wohnungsbau Potsdam: Noch ist Luft nach oben

Auf dem Panel „Wohnen: Hidden Champions für Wohninvestments Ost“ diskutieren Branchenexperten über die hohen Grundstückspreise und die Entwicklungen im Wohnungsbau in Potsdam. Denn die Zahlen zeigen, dass trotz des hohen Bedarfs in den letzten beiden Jahren weniger Wohnungen fertiggestellt wurden, als in den Jahren zuvor. Aus Sicht von Immobilienprofi Siegfried Nehls, Vorstand und Gründer des Berliner Projektentwicklers SANUS AG, ist diese Tatsache „saisonal bedingt“.

Prestigeprojekte Villa Tummeley und Brauhausberg

Das Unternehmen ist in Potsdam mit zwei absoluten Prestigeprojekten am Start: Die Villa Tummeley und der alte brandenburgische Landtag am Brauhausberg. Die Villa Tummeley, ein historisches Schmuckstück am Tiefen See, wird aktuell saniert und um eine Orangerie erweitert. Die Wohnungen gehören zu den teuersten in ganz Potsdam, aufgrund der Lage und Attraktivität des historischen Bauwerks, das hochwertig saniert wird, verwundert das nicht. Laut Siegfried Nehls sind die Käufer Potsdam eng verbunden und stammen aus der Stadt selbst oder dem unmittelbaren Umfeld. Die Wohnungen in der Villa sind bereits sämtlich verkauft. In der Orangerie sind noch Wohnungen zu haben. Am Brauhausberg sollen 130 Wohnungen, ein Hotel mit 100 Zimmern und Büros für das benachbarte Geoforschungszentrum entstehen. Die SANUS hat bereits einen Kaufvertrag geschlossen, um die Anteile der Eureka zu übernehmen. Die Kaufabwicklung soll bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Siegfried Nehls: „Als Residenzstadt bietet Potsdam eine hohe Lebensqualität und rechtfertigt auch höhere Preise.“ Foto: W&R, Tom Dachs

Aus Sicht von Simon Dietzfelbinger, Geschäftsführer von Drees & Sommer, erklären sich die steigenden Preise durch die Attraktivität des Standorts: „Die Preise bestimmen sich nicht zuletzt durch die Lage und die Qualität der Immobilie. Aus meiner Sicht ist in Potsdam noch Luft nach oben.“

Hohe Baukosten- und Baulandpreise

Ein Faktor, der sich naturgemäß in den hohen Preisen niederschlägt sind die hohen Baukosten und die Preise für Bauland. Für Vincent Mulder von Kondor Wessels lohnt sich der Blick in die Niederlande: „Was die Reduzierung der Baukosten betrifft, ist man in den Niederlanden deutlich weiter als in Deutschland. Hierzulande gibt es 16 verschiedene Baugesetzbücher, in den Niederlanden genau eines, das dann für alle Regionen und Städte gilt. BIM und serielles Bauen sind an vielen Stellen Standard und können die Baukosten erheblich reduzieren. Was den Bau von Sozialwohnungen betrifft, könnte man den Bau beispielsweise von der Mehrwertsteuer befreien.“

Ist Potsdam ein Premiumstandort und sind Kaufinteressenten hier anspruchsvoller als anderswo? „Es gibt viel Lebensqualität in Potsdam: Viel Wasser, Kunst und Kultur, die Nähe zu Berlin“, so Vincent Mulder. „Potsdam ist eine Residenzstadt, insofern ist hier ein Luxussegment entsprechend nachgefragt.“

Regine Thorn sieht Verbesserungsbedarf bei der Verkehrsinfrastruktur. Foto: W&R, Tom Dachs

Verbessungsbedarf gibt es aber auch. Regine Thorn, Geschäftsführerin von Thorn Immobilien, sieht diesen vor allem in der Verkehrsinfrastruktur: „Hier muss noch viel getan werden. Potsdam hat eine hohe Lebensqualität, diese sollte nicht durch ein verkorksten Verkehrskonzept gefährdet werden.“

Auswirkungen des Mietendeckels

Doch was sind nun die Auswirkungen des Berliner Mietendeckels auf Brandenburg im Allgemeinen und den Potsdamer Markt im Besonderen? Dazu waren sich die Experten einig. Sie sehen in dem Mietendeckel einen Wettbewerbsvorteil für Brandenburg. Für Vincent Mulder steht fest, dass „durch den Mietendeckel keine neuen Wohnungen entstehen. Der Druck auf den Berliner Speckgürtel wird steigen.“ Aus Sicht von Siegfried Nehls sind derlei Eingriffe generell schlecht für den Markt: „Investoren in Berlin werden aussteigen und sich nach lohnenderen Möglichkeiten umsehen, zum Beispiel im unmittelbaren Berliner Umland und auch in Potsdam.“ Chancen also für die brandenburgische Landeshauptstadt und viele Nachteile für Berlin? Schadenfreude bleibt bei den Experten jedenfalls aus: „Für die Berliner tut’s mir leid, doch viele Bauträger werden nun im Umland investieren, nicht mehr in Berlin. Potsdam wird davon profitieren“, fasst Regine Thorn die Situation zusammen. (ak)