Johann König – Blinder Galerist

Johann König, einer der wichtigsten deutschen Galeristen, verliert als Kind durch einen Unfall fast vollständig seine Sehkraft. In seinem Buch beschreibt er, wie es ihm gelang, die Welt und die Kunst neu wahrzunehmen.

Blinder Galerist

Andy Warhol, Isa Genzken, On Kawara, Rosemarie Trockel – von Kindheit an ist Johann König umgeben von großen Künstlern und ihrer Kunst. Mit zwanzig gründet er eine Galerie, obwohl er kaum etwas sieht. Was bedeutet es, nicht sehen zu können und Galerist zu werden? Wie kann man sich Kunst erschließen, wenn man sich auf seine Augen nicht verlassen kann? Was ist Sehen überhaupt, wenn die Welt um einen herum verschwimmt? Als Kind bekommt Johann König von Gerhard Richter Indianerkassetten geschenkt. Sein Vater Kasper nimmt ihn mit in die Städelschule und nach New York in das Atelier von Jeff Koons. Ein tragischer Unfall mit zwölf  Jahren wirft ihn komplett aus der Bahn. Am tiefsten Punkt erkennt er, dass Kunst seine Rettung ist. In einer Betonkirche aus den Sechzigern betreibt er heute eine der spektakulärsten Galerien Deutschlands.

Profil Johann König

Johann König, geboren 1981, ist Galerist. Seine Berliner Galerie gilt als eine der wichtigsten Orte für Gegenwartskunst. Seit 2015 ist die KÖNIG GALERIE in der umgebauten St.-Agnes-Kirche in Kreuzberg. Die von ihm vertretenen Künstlerinnen und Künstler sind in Museen und Sammlungen in der ganzen Welt vertreten. Zu den Künstlern der Galerie zählen unter anderen Monica Bonvicini, Katharina Grosse, Jeppe Hein, Michael Sailstorfer, Norbert Bisky und Erwin Wurm.

Profil des Autors Daniel Schreiber

Daniel Schreiber, geboren 1977, ist als Kunstkritiker für verschiedene internationale Zeitungen und Magazine tätig. Er ist Autor der Susan-Sontag-Biografie „Geist und Glamour“ (2007), sein hochgelobter persönlicher Essay „Über das Trinken und das Glück“ wurde 2014 zum Bestseller. Er lebt in Berlin. (red)

Stephanie Otto wird neue BSR-Chefin

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) wird auch weiterhin von einer Frau geführt. Der Aufsichtsrat der BSR hat am Donnerstag Stephanie Otto zur neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Nach Vera Gäde-Butzlaff und Tanja Wielgoß, die Anfang des Jahres zu Vattenfall wechselte, ist sie damit die dritte Frau in Folge, die den landeseigenen Entsorgungsbetrieb leitet. Die 52-Jährige werde ihr neues Amt am 1. Oktober 2019 antreten, teilte die BSR mit.

Von AWB zu BSR

Die Stelle der Vorstandsvorsitzenden war seit Monaten frei, denn Ex-Chefin Tanja Wielgoß war bereits zum Jahresbeginn zur Vattenfall Wärme AG gewechselt. Diese hatte die Position seit November 2014 besetzt. Nach dem Wechsel von Wielgoß beauftragte die BSR die Headhunter-Agentur Selaestus damit, bis zum 1. Juli eine neue Chefin zu finden. Dies scheint nun gelungen zu sein.

Stephanie Otto ist seit 2010 bei den Abfallbetrieben Köln (AWB) tätig. Derzeit ist sie dort als Prokuristin und Bereichsleiterin für Vertrieb, Marketing, EDV sowie Organisation zuständig. Die AWB ist wie die BSR ein landeseigenes Unternehmen und für Abfallbeseitigung und Recycling sowie Straßenreinigung und Winterwartung zuständig. Allerdings beschäftigt die AWB lediglich circa 1.750 Mitarbeiter, wohingegen die BSR mit 5.400 zu den größten Arbeitgebern der Hauptstadt gehört.

Profil Stephanie Otto

Stephanie Otto hat in England an der Henley Business School Business Administration studiert. Nach ihrem Abschluss sammelte sie ihre ersten beruflichen Erfahrungen beim Energieversorger RWE. Zudem war sie, bevor sie bei der AWB zu arbeiten begann, als Beraterin selbstständig. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben wird sein, die tiefen Gräben in der BSR-Belegschaft zuzuschütten. Weiterhin wird sie sich den Vorgaben des Abfallwirtschaftskonzeptes aus der Senatsumweltverwaltung stellen müssen, das eine erhebliche Reduzierung der Müll-Menge vorsieht.

Die Berliner Wirtschaftssenatorin und BSR-Aufsichtsratsvorsitzende Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich erfreut über die dritte Frau in Folge an der Spitze des landeseigenen Unternehmens: „Mit Stephanie Otto konnten wir eine ausgewiesene Fachfrau für den Vorstandsvorsitz gewinnen.“ (lb)

Stephanie Otto

Die neue BSR-Chefin Stephanie Otto | Foto: BSR

Die umstrittene Begegnungszone Bergmannstraße

Am Dienstagabend trafen sich rund 280 Anwohner aus dem Bergmannkiez im Columbia Theater, um mit Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis 90/ Die Grünen) und Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos für die Grünen) über die Zukunft der Bergmannstraße zu diskutieren und erneut ihre Meinung zu äußern. In kleinen Gruppen sollten sich die Teilnehmer zu den wesentlichen Fragen der Begegnungszone äußern. Das Ergebnis zeigte, dass sich die meisten Anwohner eine komplett autofreie Straße wünschen.

Grüne Punkte auf der Bergmannstraße

Seit einiger Zeit beschäftigen sich der Berliner Senat und die Bezirke mit den Möglichkeiten der Begegnungszone Bergmannstraße. Zur Verkehrsberuhigung gilt momentan Tempo 20 und am Straßenrand stehen die umstrittenen Parklets. Auch die Abstellplätze für Fahrräder sind neu.

Seit Ostern kleben auch noch grüne Punkte auf dem Asphalt, ein weiteres Element der Verkehrsberuhigung. Die Straße wurde in verschiedene Felder wie „weitestgehend autofrei“, „Entschleunigung des Straßenverkehrsflusses“ und „Autoverkehr“ eingeteilt. Die Punkte sollen Autofahrer dazu animieren langsam zu fahren – die meisten halten diese Idee jedoch für reine Geldverschwendung.

Die Straße wurde zum Experimentierfeld

Baustadtrat Schmidt möchte die Bürgerbeteiligung ausbauen und plant weitere Zusammenkünfte. Gemeinsam mit den Anwohnern will er offen darüber diskutieren, ob die Bergmannstraße sogar komplett autofrei werden könne.

Das „Projekt Parklets“ wurde vom Baustadtrat selbst als gescheitert erklärt. „Das waren Rohrkrepierer“, gab er offen zu. Trotzdem werden die Holzpodeste vorerst nicht abgebaut und die Testphase läuft weiter. „Der große Andrang bei unserer Werkstatt zeigt, wie die Themen Begegnungszone und Mobilitätswende die Gemüter bewegen“, sagte Schmidt.

Auch Verkehrssenatorin Günther unterstützt das Projekt des  Grünen-Baustadtrats. Sieist gespannt auf neue Entwicklungen. „Die Bergmannstraße ist ein spannendes Experimentierfeld für die Verkehrswende“, sagte sie. Berlin sei bei weitem nicht die einzige Stadt, die in solchen Testphasen Neues im Straßenraum ausprobiert.

Im Fokus sollte laut Günther eine Neuverteilung des öffentlichen Straßenraums stehen, damit mehr Platz für Fußgänger sowie für den Radverkehr entsteht und ein sicheres Überqueren der Straße möglich ist. (tf)

 

Berliner Mobilitätsgesetz: Hohe Investitionen für barrierefreie, sichere und klimafreundliche Mobilität

Großstädte wie Stockholm und London haben zur Erhaltung ihrer Lebensqualität bereits eine City-Maut eingeführt. In dem skandinavischen Land beschwert sich kaum einer der wohlhabenden Einwohner über die Stausteuer und in London fahren die meisten ohnehin lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ob sich so eine drastische Maßnahme auch in Berlin problemlos umsetzen ließe, ist unklar. Um eine ganzheitliche Verbesserung des Verkehrssystems zu erreichen, zielt das Berliner Mobilitätsgesetz auf eine nachhaltige Verkehrswende ab.

„Wenn die Zahl der Autos weiter wächst, steuert Berlin in eine Sackgasse“

Die Idee einer autogerechten Stadt hat Berlin enorm geprägt und verändert. So wurden Straßenbahnsysteme abgeschafft und die Zahl der Radfahrer nahm ab. Die Folge: Einwohner können sich heute kaum vor lärmenden Autobahnen retten. Trotzdem scheint der Platz auf Berlins Straßen für die vielen Autos immer noch nicht auszureichen und der Druck auf das Berliner Verkehrssystem steigt stetig.

Nicht nur, dass die Zahl der Autounfälle angestiegen ist, auch der hohe Kohlendioxid-Ausstoß schadet unserer Gesundheit und dem Klima. Harald Moritz, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen warnt vor einer Sackgasse, auf die Berlin zusteuert. Erst in den letzten Jahren kam vermehrt das Bewusstsein dafür, dass die Anzahl an Autos zu hoch ist und unsere Lebensqualität negativ beeinflusst. London und Stockholm haben es geschafft ihre Lebensqualität durch die Einführung einer City-Maut zu erhalten, betont Moritz. Kopenhagen hingegen setze verstärkt auf die Förderung des Radverkehrs.

Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit und Klimaschutz

Durch das gestiegene Umweltbewusstsein der Berlinerinnen und Berliner in den letzten Jahren wuchs die Zahl der Radfahrer erneut und auch der Nahverkehr ist für viele Einwohner attraktiver geworden. Trotzdem müssen laut Moritz härtere Maßnahmen ergriffen werden, sonst drohe ein Verkehrskollaps.

Gemeinsam mit den Einwohnern der Hauptstadt, möchte die rot-rot-grüne Koalition mithilfe des Mobilitätsgesetzes und einer nachhaltigen Ausrichtung an einer Verkehrswende arbeiten. Darin enthalten ist zum Beispiel ein Ausbauprogramm für den Radverkehr und die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Im Fokus stehen der Klimaschutz, Barrierefreiheit und der Vorrang von umweltschonenden Transportmitteln. Rund 28 Millionen Euro sollen in die Infrastruktur, sowie in neue Busse und Bahnen investiert werden, um mehr Platz auf den Straßen zu schaffen und gleichzeitig die Mobilitätsbedürfnisse zu befriedigen. (tf)

 

Beschluss über Einführung eines Berliner Mietendeckels

Berlins SPD beschließt die Einführung des Mietendeckels und vertagt den Beschluss zur Enteignung.

Bauen, kaufen, deckeln. So lautet das Konzept, welches Mieterhöhungen stoppen und Mieterinnen sowie Mieter schützen soll. Am Sonnabend entschied sich die Berliner SPD einstimmig für das Konzept eines Berliner Mietendeckels. Folglich sollen alle Mieten in Berlin für fünf Jahre eingefroren werden. Der Mietendeckel soll vor allem zunächst Luft schaffen, bis sich der Mietmarkt durch Neubau und Kauf entspannt hat. Mitunter soll es Vermietern außerdem untersagt sein, Mieten bis zur Obergrenze des Mietspiegels zu erhöhen. Bis 2021 soll der Mietenstopp eingeführt werden. Das Ziel dabei ist, das Mietpreisniveau zu stabilisieren und den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten.

Die SPD fordert darüber hinaus eine Erhöhung  des Wohnungsneubaus von derzeit 15.000 Wohnungen auf jährlich 25.000. Dies soll vor allem dem Kernproblem, dem Mangel an Wohnungen, entgegenwirken und mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Bis Juni soll Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) dem Senat eine durchsetzbare Regelung vorlegen, um das Vorhaben so schnell wie möglich umsetzen zu können.

Keine Entscheidung über Enteignung

Zum Thema Enteignung von Wohnungskonzernen gehen die Meinungen stark auseinander. Hier setzte sich der Regierende Bürgermeister und SPD-Landeschef Michael Müller vorläufig mit einer Verschiebung durch. Die restliche SPD positionierte sich bisher nicht zum Volksbegehren zur Enteignung. Auch die CDU äußert Kritik an dem Vorhaben. Vorerst wurde der Beschluss auf den nächsten SPD-Landeskongress im Herbst vertagt. Zu den rechtlichen und finanziellen Auswirkungen von Enteignungen gebe es bisher nur „gefühlte Fakten“, betont Julian Zado, Vize-Landeschef der SPD. Außerdem stehe man noch am Anfang der Diskussion und benötigt mehr Zeit.

Schon ab dem 06. April sammeln Mieterinitiativen Unterschriften für das Volksbegehren „Deutsche Wohnen und Co. enteignen“. Dies wird vor allem von den Linken unterstützt und auch die Grünen dürften sich diesbezüglich positiv positionieren. Die Jusos diskutieren heute schon Enteignungen bei mehr als 20 Wohnungen. (tf)

Wird Tropical Islands bald verkauft?

Das Badeparadies Tropical Islands in Brandenburg könnte demnächst einen neuen Besitzer bekommen. Am 03.04.2018 bestätigte das Unternehmen, dass nach weiteren Partnern für Investitionen gesucht wird. Letztendlich könnte das ein Komplettverkauf bedeuten. „Unser Mehrheitsgesellschafter Tanjong, Colin Au und die Geschäftsführung sind seit Langem in Gesprächen, wie man das geplante Investitionsvolumen über die kommenden Jahre stemmen kann“, so die Sprecherin von Tropical Islands, Katja Benk.

Verkauf von Tropical Islands kann bis zu 300 Millionen Euro einbringen

Der Mehrheitseigentümer von Europas größtem tropischen Urlaubsresort Ananda Krishnan und sein Geschäftspartner Colin Au prüfen derzeit in Zusammenarbeit mit einer Investmentbank wie groß das Interesse an Tropical Islands ist.

Dem Wirtschaftsinformationsdienst Bloomberg zufolge befinden sich die Verhandlungen mit potenziellen Käufern in einem frühen Stadium. Der Verkauf der Freizeitanlage könnte um die 300 Millionen Euro einbringen.

Besitzer kündigten Anfang dieses Jahres bereits eine Investition von 300 Millionen Euro an

Das Resort verfügt über eine Fläche von rund 100.000 Quadratmeter. Die Anlage ist unter anderem mit einem Hotelkomplex, einem eigenen Regenwald mit circa 600 Pflanzenarten, einem Wasserpark sowie einem Wellnessbereich ausgetattet. Trotz des großen und vielfältigen Angebots kündigten die Besitzer Anfang dieses Jahres eine Investition von 300 Millionen Euro in das lukrative Geschäft an.

Geplant war es die tropische Kuppel im Spreewald im Innen- und Außenbereich zu erweitern. Die Kapazität der Freizeitanlage sollte demnach von circa 2.000 Betten auf 9.000 erhöht werden. Es gehe den Besitzern nicht nur um die Erhöhung der Kapazitäten, sondern vor allem um eine Weiterentwicklung. Die Konkurrenz in der europäischen Freizeitpark-Branche sei laut Angaben des Geschäftsführers, Michiel Illy, sehr stark.

Was ändert sich durch den möglichen Verkauf?

Tropical Islands ist im Besitz der Tanjong-Gruppe aus Malaysia. Die Hauptanteile des Ressorts gehören Ananda Krishnan, der sich laut Angaben des Düsseldorfer Handelsblatts mehr auf seinen Heimatmarkt konzentrieren möchte. Die Geschäfte in Asien laufen schwierig. Sein Unternehmen Aircel, ein Mobilfunkanbieter in Indien, meldete im März 2018 Insolvenz an. Die Summe des Verkaufs kann der Milliardär demnach gut für seine Heimatprojekte gebrauchen kann.

Ob und wann ein Verkauf tatsächlich stattfindet, steht noch nicht fest. Für die Besucher der Freizeitanlage würde sich durch einen Besitzerwechsel des Tropical Islands allerdings nichts ändern. (ls)

Babyboom vs. Fachkräftemangel – Deutschland fehlt es an Erziehern

Der Fachkräftemangel in Deutschland trifft nicht nur private Unternehmen, sondern auch den öffentlichen Sektor. Die Kombination ist denkbar schlecht: Während die Geburtenrate von Jahr zu Jahr steigt, sinkt die Zahl an qualifiziertem Personal in den Kindertagesstätten sukzessiv.

Eltern lassen nichts unversucht, um ihren Kinden einen Kitaplatz zu verschaffen: Dutzende Bewerbungen schreiben, einen Lebenslauf über die Kleinstkinder verfassen, sich ehrenamtlich auf dem Kuchenbasar einbringen oder den Erziehern ein süßes Foto des Kindes per Whatsapp senden, um möglichst im Gedächtnis zu bleiben.Trotz all der Bemühungen werden die meisten Eltern letztendlich mit einem Wartelistenplatz vertröstet, der teils länger dauert als die Kindergartenjahre betragen. Für die Eltern, die Erzieher und die Kinder ist der Mangel an Kitaplätzen zu einer unzumutbaren Belastung geworden.

Babyboom in Deutschland auf Rekordkurs

Während die Kitaplätze immer mehr schrumpfen, verzeichnet Deutschland parallel dazu die höchste Geburtenrate seit 1973. Im Jahr 2016 erblickten laut Statistischem Bundesamt über 790.000 Kinder das Licht der Welt.

Wesentliche Faktoren die zu Deutschlands Babyboom beitragen, sind vor allem die Bevölkerungszusammensetzung, die sich durch die steigenden Migranten in den letzten Jahren stark verändert hat, die Elternzeit, die fehlenden oder geringen Kita-Gebühren, die sich positiv entwickelnde Familienförderung und zu guter Letzt die gute Konjunktur. Denn Deutschland erlebt derzeit den längsten Aufschwung seit den 1960er Jahren. Die Arbeitslosigkeit befindet sich derzeit auf einem Nach-Wende-Tief.

 

Babyboom vs. Fachkräftemangel – Deutschland fehlt es an Erziehern| Foto : Pexels

Babyboom vs. Fachkräftemangel – Deutschland fehlt es an Erziehern | Foto : Pexels

Fruchtbarkeitsrate von Konjunktur abhängig

Laut Soziologen lässt sich die Fruchtbarkeitsrate an der strukturellen Situation der Wirtschaft messen. Der Einfluss von Konjunktur und Arbeitslosigkeit auf die Realisierung des Kinderwunsches wird in vielen Studien belegt.

Die Soziologin Chiara Ludovica Comolli untersuchte die Geburtenrate in dem Zeitraum der Finanzkrise von 2000-2013. Aus der Studie ging hervor, dass die Krise Frauen mit einem geringen Bildungsniveau wenig beeinflusst hat. Bei Familien im Mittelstand fand dagegen ein immenser Rückgang der Geburtenrate in Folge der steigenden Arbeitslosenzahlen statt.

Berlin braucht mehr Fachkräfte – Scheeres plant Initiative für Erzieher

In Berlin sollen laut Schätzungen des paritätischen Wohlfahrtsverbandes in diesem Jahr 3.000 Kinder keinen Kitaplatz bekommen. Zwei wesentliche Faktoren tragen dazu bei, dass es immer weniger junge Menschen gibt, die eine Ausbildung als Erzieherin ausüben wollen: Die fehlende Vergütung während der Ausbildung und die Geringschätzung und niedrige Bezahlung nach der Ausbildung. Genau das plant Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) in Zukunft zu ändern. Zum einen soll eine vergütete Ausbildung eingeführt werden, zum anderen soll eine grundsätzlich höhere Eingruppierung im Tarifvertrag der Länder stehen.

„Nur so erhält der Beruf die Wertschätzung, die er tatsächlich verdient“, so Senatorin Scheeres. Anfang Mai wird der Antrag bei der Jugend- und Familienministerkonferenz beraten. Zudem sieht der Antrag vor, Quereinsteiger für den Beruf zu gewinnen. Förderung und Fortbildungen sollen vor allem lebenserfahrene und ältere Bewerber in Form von Aufstiegs-Bafög erhalten. „Ich gehe davon aus, dass die Ministerkonferenz im Mai der Bundesregierung den Auftrag erteilen wird, die einzelnen Punkte umzusetzen. Ich freue mich, dass Frankziska Giffey als neue Bundesfamilienministerin bereits deutlich gemacht hat, dass sie dem Thema eine hohe Priorität hat“, erklärte Scheeres.

Sind Grundschullehrer und Erzieher auf gleichem Niveau?

Kritik hagelt es für die Forderung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffeys, dass Bund und Länder die Erzieher wie Grundschullehrer bezahlen sollen. Es steht außer Frage, dass es eine qualifizierte und umfassende Ausbildung benötigt, um fundiertes Wissen in den Feldern der Pädagogik und Psychologie so zu erlernen, um als Erzieher kompetent agieren zu können. Allerdings sollte das Niveau eines Lehramt-Studiums nicht mit einer Erzieherausbildung gleichgesetzt werden. Auch der Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS) hält einen solchen Zuschlag für zu hoch.

Dennoch ist Scheers bundespolitische Initiative unabdingbar, um wieder mehr Menschen für den Beruf als Erzieher zu gewinnen. (ls)

Affordable Luxus: Gewinnen Sie einen Aufenthalt im Designhostel Generator in Berlin Mitte

Die in Europa führende Design-Hostelkette Generator ist bekannt für ihr außergewöhnliches Konzept: Luxuriöse Unterkünfte zu erschwinglichen Preisen in top internationalen Städten quer durch Europa. Die Kette zählt aktuell 12 Standorte, drei davon in Deutschland. Das Generator Berlin Mitte bietet zudem für Dauergäste Luxus-Apartments, die über einen längeren Zeitpunkt gemietet werden können.

Generator ist Europas führende Hostelkette

Von dem Fast Company Magazin unter die Top 50 der innovativsten globalen Unternehmen gewählt, stellt das Unternehmen Europas am schnellsten wachsende Hostelkette mit Top-Standorten dar. Generator Hostels bieten designorientierte Unterkunftsmöglichkeiten in den zentralsten europäischen Städten wie Dublin, London, Kopenhagen, Hamburg, Berlin (Mitte und Prenzlauer Berg), Venedig, Barcelona, Paris, Amsterdam, Stockholm und Rom.

Egal, ob Sie einen Business-Trip nach Berlin planen oder mit Ihren Liebsten über die Osterfeiertage verreisen möchten, das erfolgreiche Konzept der Generator Hostels ist einzigartig und zeichnet sich durch eine neue Art stylischer und geselliger Reiseunterkünfte aus. Generator versteht es die angesagtesten Städte Europas – und bald auch Miami in Amerika – durch gut gelegene und top ausgestattete Hostels zu Erkundungs- und Erlebnisorten der Extraklasse zu machen.

Gewinnen Sie eine Übernachtung inmitten des pulsierenden Herzens der Hauptstadt

Mit “BERLINboxx“, dem Business Magazin der Hauptstadt, haben Sie die Chance, eine Übernachtung im Generator Hostel Berlin Mitte im Premium Zweibettzimmer für zwei Personen zu gewinnen – inmitten des pulsierenden Herzens der Hauptstadt.

Berlin vereint Kultur, exzellente Bars und Restaurants, so dass garantiert für jeden Geschmack etwas dabei ist. Das vielfältige Kultur- und Freizeit-Angebot wird dem weltweiten Ruf der Stadt als kulturelle Hochburg, die bekannte Künstler und Musiker aus aller Welt anlockt, mehr als gerecht. Außergewöhnliche Partynächte sowie Bar- und Restaurantbesuche stehen auf der Tagesordnung, sowohl für Touristen, als auch für waschechte Berliner!

Von Theater-, Konzert- oder Opern-Besuchen, über Museen oder Vernissagen, bis hin zu Restaurants vielfältiger, internationaler Küchen, gibt es in Berlin nichts, was es nicht gibt!

Generator bietet eine ideale Unterkunft für Reisende

Ganz zentral gelegen in Berlin Mitte ist die Unterkunft – das Generator Hostel – nicht nur der optimale Schlafplatz, sondern gleichzeitig der perfekte Ausgangs- und Verweilplatz für Reisende aus aller Welt sowie Business-Gäste. Das Hostel befindet sich in unmittelbarer Nähe zur bekannte Shoppingmeile Friedrichstraße und dem Hackeschen Markt, mit seinen teils versteckten Boutiquen und Cafés. Außerdem sind fußläufig attraktive Sehenswürdigkeiten, vielseitige Bars, Restaurants und Shops zu erreichen.

Um den Aufenthalt im Hostel so unvergesslich wie möglich zu gestalten, fährt das Generator Hostel Berlin Mitte ein besonderes Konzept auf, welches von einer preisgekrönten Inneneinrichtung, über sorgfältig geplante Veranstaltungen mit lokalem Flair bis hin zu einem vielfältigen und einzigartigen Essens- und Getränkeangebot reicht. Gemäß der Generator Tradition ungewöhnliche Orte in extravagante Design-Immobilien zu verwandeln, wurden für das Generator Hostel Berlin Mitte zwei ehemalige Bürogebäude aus dem 19. Jahrhundert zu einem designfokussierten Hostel mit besonderem Augenmerk auf Kunst umgewandelt.

Die Kupfer Bar

Ein besonderes Extra stellt die hauseigene „Kupfer Bar“ dar, die längst nicht mehr nur Anziehungspunkt für Hostelgäste, sondern ein beliebter Treffpunkt für Einheimische ist. Ein historischer Innenhof, eine Bücherei sowie ein hauseigenes Café laden zum Entspannen ein.

Kupfer Bar | Foto: Generator Hostels LTD

Kupfer Bar | Foto: Generator Hostels LTD

Für einen erholsamen Schlaf sorgen anschließend maßgefertigte Betten in Mehrbett-, privaten Doppelzimmern oder Luxus-Apartments.

Mehr Infos zum Gewinnspiel erfahren Sie auf unserer Facebook-Seite (red)

 

Baustelle Kulturforum als Vorzeigeprojekt

Berlin eilt der Ruf voraus, dass Großprojekte immer zu teuer werden und viel zu lange dauern. Das befürchtete die Öffentlichkeit auch von der wichtigsten Kulturbaustelle Deutschlands, dem Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als Humboldt Forum, im Herzen der Hauptstadt. Doch es kam anders.

Einer, der von Anfang an etwas gegen dieses Negativszenario hatte, war und ist Wilhelm von Boddien. Bereits 1992 initiierte der gelernte Kaufmann den Fördervereins Berliner Schloss e. V., um den Wiederaufbau mithilfe von Spendengeldern zu realisieren. Ende 2017 sind schon drei Viertel der Bauzeit (von 2013 bis 2019) zurückgelegt. Nach wie vor sieht von Boddien das Datum zur Fertigstellung des Schlosses als Kulturforum Ende des Jahres 2019 als ein Versprechen an, das es einzuhalten gilt. Dagegen ist für den BER nun schon der siebte Eröffnungstermin im Herbst 2020 festgelegt. Nur weil für den BER niemand Verantwortung übernehmen möchte, sollte die Skepsis nicht auf alle Berliner Großbauprojekte überschwappen.

Die Kritiker werden immer stiller

In den vergangenen Jahren durchlebte von Boddien zusammen mit den Mitarbeitern des Fördervereins Höhen und Tiefen. Ähnlich wie bereits beim BER zeigte die öffentliche Meinung zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als Humboldt Forum gleichzeitig ein Spektrum von großem Enthusiasmus bis vernichtender Kritik. In den Medien Berlins überwogen zunächst schmähende Herabsetzungen des Wiederaufbaus des Schlosses. Es wurde als Fake oder Disneyland diskreditiert. „Gerade einmal zehn Prozent unserer Spender kamen so zur Zeit der Grundsteinlegung aus Berlin. Jetzt sind es schon über 50 Prozent“, meint von Boddien.

Das kritische Medienecho ist überwiegend verhallt und die Berliner beginnen sich mit dem Bauprojekt zu identifizieren. „Nachdem wir nun das Projekt einigermaßen erfolgreich nach vorn gebracht haben und auch täglich mehr von der historischen Schönheit des Gebäudes sichtbar wird, werden auch scharfe Kritiker immer stiller“, so von Boddien. Kein Anlass für von Boddien, in Höhenflüge oder in Eitelkeiten zu verfallen. Bescheiden beharrt der Norddeutsche darauf, dass er über seinen Verdienst daran in seinem Alter nicht mehr nachdenkt und der Ruhm den Spendern und Mitarbeitern gebührt.

105 Millionen Euro für das Projekt

Der Kaufmann steht zu seinem Wort und so hat er mit dem Förderverein bereits 76 Millionen der versprochenen 105 Millionen Euro bereitstellen können. Mit der nahenden Fertigstellung des Schlosses erhöht sich auch wieder der Druck aus der Öffentlichkeit auf den Erfolg der Spendensammlung. „Deswegen werde ich so lange an der Erfüllung meines Versprechens arbeiten, bis auch der letzte Cent abgeliefert wurde“, sagt Wilhelm von Boddien. Bislang bleibt er optimistisch, die fehlenden Fördergelder noch rechtzeitig beschaffen zu können.

Sein Weg dazu führt über die Begeisterung der Berliner und Hauptstadttouristen beim Anblick des fertiggestellten Humboldt Forums mit seiner berühmten historischen Schlossfassade. Daran richtet sich seine zukünftige Öffentlichkeitsarbeit aus – und in der Ehrung der Spender, die mit ihrer Spende öffentlich in die Wiederaufbaugeschichte des Schlosses eingehen. Zahlreiche Spender sowie die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter helfen ihm intensiv dabei. Die Verantwortung für das Gemeinschaftsprojekt übernimmt von Boddien mit einer überraschenden Gelassenheit, von der sich die BER-Verantwortlichen eine Scheibe abschneiden könnten. (lj)

Zalando feiert für neues Hauptquartier Richtfest am Spreeufer

Zalando hat nach einem starken Weihnachtsgeschäft die Ziele für das Gesamtjahr 2017 erreicht. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der Umsatz um bis zu 24 Prozent auf bis zu 4,5 Milliarden Euro. Co-Vorstandschef Rubin Ritter spricht von einem „starken Endspurt“.

Nun hat der führende Onlinehändler  an diesem Donnerstag den Richtkranz über der zukünftigen Firmenzentrale in Berlin-Friedrichshain gehoben. Rund 2.500 Mitarbeiter werden in dem siebenstöckigen Büro-Komplex arbeiten.

Richtfest am Spreeufer: Zalando-Chefs und Senatorin Ramona Pop fehlten

Mehrere Hundert Menschen kamen zum Richtfest in Berlin-Friedrichshain neben der Mercedes-Benz-Arena an der East Side Gallery. Nur die Firmenchefs und die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, die kurzzeitig abgesagt haben, fehlten. Vertreten wurde Zalando-Chef Rubin Ritter von Raimund Paetzmann, Vice President Corporate Real Estate: „Wir sind in vielen europäischen Ländern tätig. Aber Berlin ist ganz klar unsere Heimat und soll es auch bleiben“, so der Zalando-Manager.

„Das neue Zalando-Hauptquartier zeigt eindrucksvoll, wie schnell sich ein Berliner Start-up zu einem der größten Arbeitgeber der Region entwickelt hat“, sagt Andreas Hochreuter, Abteilungsleiterin der Senatsverwaltung für Wirtschaft, die Senatorin Ramona Pop vertrat. Zalando war im Oktober 2017 der größte Mode-Onlinehändler Deutschlands und verfügt über einen der umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland.

Zalando etabliert sich zum führenden Onlinehändler

2008 gründeten David Schneider und Robert Gentz den Internet-Versandhändler Zalando. Bekannt wurde Zalando zunächst durch den Onlinevertrieb von Schuhen. In den folgenden Jahren wurde das Sortiment um Kleidung und Accessoires erweitert. Ab Frühjahr 2018 kommen auch Kosmetika hinzu.

Vor zehn Jahren wurde Zalando als Start-up in Berlin noch belächelt, doch nun ist der Onlinehändler zu einem der größten Arbeitgeber der Stadt geworden. Weltweit arbeiten fast 14.000 Angestellte für das Unternehmen und die Zahl steigt weiter. So kamen im Vorjahr 2000 neue Mitarbeiter dazu. In Berlin sind es aktuell 6000 Mitarbeiter. Das Geschäft wächst rasant und so investierte Zalando Millionen Euro in ein neues Quartier.

Neues Quartier in Berlin

Berlins erfolgreichster Onlinehändler investierte stolze 140 Millionen Euro in das neue Luxus-Quartier am Friedrichshainer Spreeufer. Auf der 42.000 Quadratmeter großen Fläche sollen Büros, Parkplätze, ein Gastronomiebereich und eine Kindertagesstätte entstehen. Ende September dieses Jahres soll der Bau fertiggestellt werden. Anfang 2019 will Zalando dann in das Hauptquartier gegenüber der East Side Gallery ziehen. 2.500 Mitarbeiter sollen in dem neuen Quartier arbeiten. (dn)