Immobilienmarkt bricht Rekorde – Wohnungsmarktsituation bleibt kritisch

Rekordjahr für Wirtschaftsimmobilien in der Hauptstadt: mit Investitionen von knapp 12,4 Milliarden Euro im Jahr 2019 konnte Berlin seine Spitzenposition unter den A-Städten Deutschlands bewahren. Nur München erzielte auf dem Immobilienmarkt mit 10,8 Milliarden Euro ein ähnlich hohes Investitionsvolumen. Allerdings bleibt die Situation auf dem Wohnungsmarkt weiterhin kritisch, wie der Antrag auf Verfassungsklage gegen das umstrittene Mietendeckelgesetz zeigt.

Hoher Büroflächenumsatz und Spitzenreiter im Hotelmarkt

Was Büroflächen angeht, konnte die Hauptstadt seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 26,6 Prozent auf eine Millionen Quadratmeter Mietfläche steigern. Auch die Leerstandsquote ist von 1,7 Prozent auf 1,3 Prozent zurückgegangen. Allerdings ist letzteres nicht unbedingt ein Grund zum Aufatmen. Denn mit dem aktuellen Wert ist die Hauptstadt in diesem Bereich von einer gesunden Angebotsreserve entfernt.

Neben den wachsenden Büroflächen kann Berlin jedoch auch einen großen Erfolg im Hotelsegment verzeichnen. Mit etwa 34,2 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr führt die Hauptstadt die Branche im Bundesvergleich mit großem Abstand an. Denn insgesamt erreichten 2019 nur 12 deutsche Städte ein Volumen von über zwei Millionen Übernachtungen.

Kritische Situation auf dem Wohnungsmarkt

Ganz anders sieht es dagegen auf dem Wohnungsmarkt aus. Die Ergebnisse aus dem Frühjahrsgutachten 2020 des Rates der Immobilienweisen, herausgegeben vom Zentralen Immobilien Ausschuss ZIA, zeigen einen hohen Bauüberhang in der Hauptstadt. Aktuell gibt es auf dem Wohnungsmarkt also viele Wohnungen, die zwar bereits genehmigt wurden, aber noch nicht fertiggestellt sind. Auch die steigenden Mietpreise sind ein Indiz für Kapazitätsprobleme auf dem Markt. Aktuell beträgt die mittlere Angebotsmiete 9,60 Euro pro Quadratmeter.

„Wir können in Berlin noch lange nicht von einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt sprechen“, so Niclas Karoff, Sprecher der ZIA-Region Ost. „Von daher sind dem Neubau entgegenwirkende Instrumente wie der Berliner Mietendeckel völlig deplatziert und unvernünftig. Der Vertrauensverlust bei den Investoren, auf die die Stadt dringend angewiesen ist, ist groß. Wohnungsbauvorhaben werden unkalkulierbar und Modernisierungen werden gestoppt – auf Kosten des Klimaschutzes und zu Lasten der Wohnungsbestände und der Mieterinnen und Mieter.“

Die Normenkontrollklage kommt

Der in Zusammenhang mit dem umstrittenen Mietendeckelgesetz gestellte Antrag auf Verfassungsklage scheint allmählich Form anzunehmen – bereits rund 190 Bundestagesabgeordnete haben sich für eine Klage ausgesprochen. Auch Andreas Ibel, Präsident des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen hofft darauf, dass der „Wahnsinn“ auf dem Immobilienmarkt bald gestoppt werde: „Wir begrüßen sehr, dass der Antrag auf ein Normenkontrollverfahren nun die erforderliche Unterstützung im Bundestag hat. Jetzt kann dieser wohnungspolitischen Geisterfahrt in Karlsruhe ein Ende gesetzt werden“ (sz)

7. ISTAF-Indoor in Berlin: Leichtathletik-Spektakel mit Besucherrekord

Das gab es noch nie: Bereits fünf Tage vor dem ersten Startschuss war das ISTAF-Indoor-Spektakel ausverkauft! 12.500 Leichtathletik-Fans besuchten die Hallenvariante des traditionsreichen Leichtathletikspektakels in der Mercedes-Benz Arena und jubelten den 66 Athletinnen und Athleten aus 25 Ländern zu. Dabei mussten sich die Sportlerinnen und Sportler in sieben unterschiedlichen Disziplinen beweisen und gegen hochkarätige Gegner aus aller Welt im Weitsprung, Diskuswurf oder Sprint antreten.

ISTAF-Indoor

Ralf Wieland (SPD), Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses; Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer der Spielbank Berlin und Aleksander Dzembritzki, Staatssekretär für Sport. | Foto: Daniel Hinz

Malaika Mihambo – Weitsprung-Weltmeisterin und Liebling des Abends

Der große Andrang war sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass viele Fans Weitsprung-Talent Malaika Mihambo in Aktion sehen wollten. Die 26-Jährige aus Heidelberg ist seit ihrem Sieg bei den Weltmeisterschaften in Doha im vergangenen Jahr in aller Munde und hat sich bereits den Titel „Sportlerin des Jahres“ und „Leichtathletin des Jahres“ gesichert. Beim diesjährigen ISTAF-Indoor lieferte die Athletin und knackte die sieben Meter-Marke. Mit 7,07 Meter sprang sie vor der zweitplatzierten Ese Brume (6,79) aus Nigeria zum Sieg. „Im letzten Versuch wollte ich den ganzen Schwung vom Publikum mitnehmen. Stehende Ovationen habe ich noch nie im Wettkampf bekommen. Die Fans haben mich gepusht und auf diese Weite katapultiert“, so Mihambo.

ISTAF-Indoor

Preisverleihung: David Schnabel, Geschäftsführer der Spielbank Berlin, überreichte dem Gewinner des 60 Meter Hürdenlaufs, Konstantinos Douvalidis, die Siegertrophäe. | Foto: Daniel Hinz

Sieben Meter sind in der Weitsprungdisziplin und besonders im deutschen Sport eine magische Zahl. Denn Malaika Mihambo ist nach Heike Drechsler (7,37 Meter/1988) und Helga Radtke (7,09 Meter/1985) erst die dritte deutsche Sportlerin, die den Riesensprung schaffte. Aktuell bereitet sie sich bereits auf ihr nächstes großes Ziel vor: Eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Shanice Craft meldet sich eindrucksvoll zurück

Sie hat den Diskus so weit geschleudert wie vor ihr noch keine andere Diskuswerferin in der Halle: Shanice Craft meldete sich nach Verletzungsproblemen eindrucksvoll zurück. Weil jedoch Weltrekorde nur draußen geführt werden, gelten die 64,03 Meter von Shanice Craft als inoffizielle Bestmarke. Und im Kampf um das Tokio-Ticket bringt ihr diese auch keine Punkte. „Aber der Wettkampf hat mir gezeigt, dass ich auf einem guten Weg bin“, sagte die Neuhallenserin nach ihrem furiosen Auftritt. „In erster Linie ist es natürlich ein Show-Wettkampf. Aber wir werfen hier unter neutralen Bedingungen, ohne Windeinflüsse, deswegen sind die Weiten schon ernst zu nehmen. Ich habe mich zurückgemeldet und den anderen gezeigt, dass sie wieder mit mir rechnen können.“

ISTAF-Indoor

Weltrekord im Diskuswurf: Spielbank Berlin Geschäftsführer Gerhard Wilhelm überreichte der Diskuswerferin Shanice Craft die Siegertrophäe. | Foto: Daniel Hinz

Heimsieg für Lisa Marie Kwayie über 60 Meter Sprint

Einen besonderen Erfolg für die deutsche Hauptstadt konnte die Berliner Sprinterin Lisa Marie Kwayie erzielen. In gerade einmal 7,25 Sekunden flog sie die 60 Meter ins Ziel und gewann vor Klara Seidlov und Yasmin Kwadwo. Bei den Männern konnte Emre Zafer Barnes aus der Türkei vor den Deutschen Aleksandar Askovic und Michael Pohl mit 6,60 Sekunden den Sieg für sich entscheiden.

Auch die Stabhochspringer lieferten sich einen spannenden Wettkampf, den schließlich Valentin Lavillenie und Rutger Koppelaar für sich ausmachen konnten. Die beiden Athleten teilten sich den ersten Platz, während Olympiasieger und Favorit Thiago Braz aus Brasilien deutlich hinter seinen Erwartungen zurückblieb und nach drei Fehlversuchen ausschied.

Spielbank Berlin: Sportförderer Nr. 1

ISTAF-Indoor

Siegerehrung mit Marcel Langner, Geschäftsführer der Spielbank Berlin: Shanice Craft erhält für ihren neuen Weltrekord im Diskuswurf ein Preisgeld von 5.000 Euro. | Foto: Daniel Hinz

Neben zahlreichen weiteren Partnern unterstützte auch die Spielbank Berlin das internationale Event als Sponsor maßgeblich. Die Hauptstadt-Spielbank ist schon seit ihrer Gründung dem Sport eng verbunden und fördert zahlreiche soziale, kulturelle und sportliche Vereine und Events. So steht die Spielbank Berlin auch dem ISTAF bereits seit Jahren partnerschaftlich zur Seite, um den Hauptstadtsport weiter voran zu bringen.

„Das ISTAF ist eines der beeindruckendsten Sport-Spektakel der Hauptstadt und in jeder Hinsicht ein absolutes Highlight“, so Gerhard Wilhelm, Geschäftsführer der Spielbank Berlin. „Ich gratuliere allen Siegern und freue mich, dass so viele Fans den Weg zu dieser herausragenden Veranstaltung gefunden haben.“

„Kampf der Geschlechter“ im Diskuswurf

Auch fernab der sportlichen Höchstleistungen bot das ISTAF-Indoor eine große Show: Feuerwerke, tosender Applaus, Maskottchen und das Diskus-Duell „Kampf der Geschlechter“. Trotz der Bestleistung von Shanice Craft, die mit 64,03 Meter einen neuen Weltrekord bei den Frauen warf, konnte sich das Team um die Drittplatzierte bei den letzten drei Europameisterschaften nicht gegen Christoph Harting und seine Sportkollegen durchsetzen. (sz)