Unternehmen zeigen Solidarität in der Corona-Krise

Corona hat die Welt fest im Griff. Krisenzeiten wie diese sind immer beängstigend, schaffen Verunsicherung und stellen altbekannte Muster auf den Prüfstand. Aber sie bringen auch häufig das Beste im Menschen zum Vorschein. In der Corona-Krise entsteht eine umfassende Solidarität zwischen den Menschen. So kann man derzeit beobachten, wie Wirtschaftsunternehmen einen Beitrag leisten, um den Menschen bei der Bewältigung der Corona-Krise zur Seite zu stehen.

Solidarität in der Krise

Die Corona-Krise legt das öffentliche Leben nahezu komplett lahm, die Wirtschaft leidet. Die daraus entstehenden Folgen sind noch gar nicht absehbar. Jeden Tag gibt es neue Meldungen über die dramatischen Auswirkungen der notwendigen Einschränkungen. Die Ungewissheit über das Ende des Ausnahmezustands schürt weitere Ängste. Zahlreiche Unternehmen müssen trotz großangelegter Förderinitiativen des Staates um ihre Existenz fürchten.

Dennoch kann man etwas Positives in den Entwicklungen der letzten Wochen beobachten: Da generell jeder von der Krise betroffen ist, entsteht zurzeit eine vorher nicht dagewesene Solidarität zwischen den Bürgern. Junge Menschen gehen für ihre älteren Nachbarn einkaufen, Supermarktkassierer bekommen plötzlich Trinkgeld und das medizinische Pflegepersonal erhält endlich die langverdiente gesellschaftliche Anerkennung.

IHK Berlin: „Unternehmen helfen Unternehmen“

Aber nicht nur das, auch in der Welt der Wirtschaft entwickelt sich ein Gemeinschaftssinn. So startete etwa die Berliner Industrie und Handelskammer (IHK) vor kurzem das Projekt „Unternehmen helfen Unternehmen“, um Firmen eine Plattform zum Austausch zu geben. Die Idee ist folgende: Unternehmen können ihr Hilfsangebot inklusive Kontaktdaten auf der Website der IHK veröffentlicht, sodass hilfesuchende Betriebe sich direkt an die zuständigen Stellen wenden können. Beispielsweise bietet das Transportunternehmen SEMKE24 seine Leistungen an Hilfesuchende, wie die Feuerwehr oder die Katastrophenschutzorganisation THW, falls sie unter Fahrzeug- oder Personalmangel leiden. Es gibt aber auch Selbstständige, wie Clemens Zocher, der seine Dienstleitung als Fotograf kostenlos zur Verfügung stellt.

Hilfsangebote von allen Seiten

Zusätzlich ruft die IHK in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verbänden wie der DEHOGA Berlin und dem Unternehmensverband Berlin-Brandenburg zur Spende von Schutzausrüstung auf. Dadurch soll der Mangel an Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Einmalschutzhandschuhe in Kliniken und Arztpraxen bekämpft werden.

Die Düsseldorfer LEG-Immobilien-Gruppe spendete gemeinsam mit der Stiftung ‚Dein Zuhause hilft‘, 100 Boxen mit Spiel- und Beschäftigungsmaterial und stellte unter dem Motto „Gemeinsam durch die Corona-Krise“ ein 10-Punkte-Papier für Schutz und Absicherung von Kunden und Mitarbeitern vor.

Immoscout 24: Hilfsprogramm für Makler in Not

Immoscout24 startete vergangene Woche mit einem Hilfspaket ein Sofortprogramm, bestehend aus drei Maßnahmen: den gewerblichen Kunden wird ein Zahlungsaufschub von bis zu neun Monaten gewährt, private Anbieter können ab dem 27. März für einen Monat kostenlos inserieren und bestehenden Makler-Kunden hilft das Unternehmen nach der Krise mit zusätzlichen kostenlosen Mandaten.

Deutsche Wohnen: Umschichtung in Corona-Hilfsfonds

Die Deutsche Wohnen schlägt ihren Aktionären statt der gewohnten 65 Prozent der operativen Erträge (FFO) eine Quote von nur 60 Prozent vor. Mit dem gesparten Geld soll ein etwa 30 Millionen schwerer Corona-Hilfsfonds finanziert werden. Dieser kommt Mietern, Handwerkern und Dienstleistern des Konzerns zur Hilfe, die durch das Corona-Virus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.  „Wer gehen davon aus, dass unsere Aktionäre unserem Vorschlag zustimmen und ein starkes Signal der Unterstützung senden“, so Michael Zahn, CEO der Deutsche Wohnen.

Homeoffice-Offensive

Mit einem zweimonatigen kostenfreien Testzugang unterstützt das Datenmanagementunternehmen Evana die Immobilienbranche bei der Umstellung auf flexible Onlinelösungen für das Arbeiten von Zuhause. Auch für Bestandskunden des Proptechs gibt es Hilfe: sie müssen für zwei Monate keine Onboardingkosten für neue Objekte zahlen. „Die Anfragen, wie Unternehmen auf ihre Dokumente und Daten aus dem Homeoffice zugreifen können, haben in den vergangenen Tagen stark zugenommen“, erklärte Sascha Donner, Chief Innovation & Product Officer bei Evana. „Das betrifft vor allem die schnelle Migration von bestehenden Insellösungen.“

Verzicht auf Kündigungen

Wie bereits zahlreiche Immobilienunternehmen, unterstützt nun auch die Magdeburger Wohnungsgesellschaft Wobau ihre Mieter: Stundungen werden verlängert und Mieterhöhungen sowie fristlose Kündigungen für die Mieter der rund 19.500 Wohneinheiten ausgesetzt. Ebenfalls geschützt sind die mehr als 450 Wobau-Gewerbemieter in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, deren Geschäfte aufgrund des Corona-Virus geschlossen bleiben müssen. Eine vorbildliche Idee ist der Ausbau eines Nachbarschaftshilfe-Netzwerks, für das Wobau einen Flyer zum Ausdrucken zur Verfügung stellt.

Deutschlandweit zeigen sich Immobilienunternehmen solidarisch und nutzen ihre Möglichkeiten, um den Menschen unter die Arme zu greifen! Ein Segen für kleine Unternehmen oder Selbstständige, die in finanzielles Ungleichgewicht geraten sind, für Mieter und Mitarbeiter. In jedem Fall ein wichtiges Zeichen der Hoffnung in schwierigen Zeiten. Die Branche steht zusammen und verbreitet Optimismus, die Corona-Krise gemeinsam zu überstehen! (aak)

Hilfe für alle: Senat bietet Corona-Informationen in unterschiedlichen Sprachen an

Ängste, Fake News, Ungewissheit – das Land Berlin möchte dagegen vorgehen und allen Bewohnern helfen, egal, ob sie Deutsch sprechen oder nicht. Daher stellt der Senat alle wichtigen Informationen rund um Corona in unterschiedlichsten Sprachen sowohl schriftlich als auch in Form von Podcasts zur Verfügung.

Kampf gegen Corona: Informationen müssen für alle verständlich sein

In Zeiten, wo Abstand halten ein Gesetz und ein großes Haus mit Garten ein noch größeres Privileg als ohnehin schon ist, leiden vor allem Menschen, die auf kleinesten Raum miteinander auskommen müssen. Da wirkt die Situation in Flüchtlingsheim derzeit noch miserabler als vor dem Ausbruch der Pandemie. Denn nicht nur die Nähe wird den Menschen aktuell zum Verhängnis – auch Ungewissheit und Fake News schaffen weitere Ängste, da viele Geflüchtete der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind und daher nicht unbedingt Zugang zu seriösen Quellen haben.

Dagegen möchte das Land Berlin vorgehen, indem es aktuelle Informationen über die Corona-Krise in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stellt. So bietet der Senat neben Informationsblättern auch Podcasts an, die man beispielsweise in Türkisch, Arabisch oder Farsi hören kann. „Podcasts eignen sich gut für eine schnelle Verbreitung in sozialen Medien. Deswegen bieten wir diese in acht Sprachen zum Herunterladen und zur weiteren Verbreitung an“, erklärte Alexander Straßmeir, Präsident des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF). In diesen erklären die Mitarbeiter des LAF, wie der Umgang in den Heimen am besten ablaufen könnte und welche Hygienemaßnahmen sinnvoll sind. Und die Informationsquellen kommen scheinbar gut an, da das Angebot des Senats, laut Katarina Niewiedzial, Integrationsbeauftragte des Landes Berlin, inzwischen über 30.000 Menschen erreiche.

Solidarität auch für die Ärmsten der Armen

Das Leben auf der Straße wird durch die Krise noch härter. Durch das Kontakt- und Reiseverbot sind deutlich weniger Passanten auf der Straße, was für Obdachlose weniger Spenden und Pfandflaschen bedeutet. Außerdem haben viele Kleiderkammern geschlossen und die Essensausgabe gestaltet sich schwieriger, da Ehrenamtliche, die zur Risikogruppe gehören, nicht in den Einrichtungen helfen dürfen. Zudem muss auch in den sozialen Einrichtungen der nötige Abstand gewahrt werden.

Damit keiner auf der Straße bleiben muss und eine Quarantänemöglichkeit im Ernstfall vorhanden ist, schafft Berlin vorübergehend neue Unterkünfte. Hierfür mietete das Land eine Jugendherberge an und weitete sein Angebot von 150 Betten in der Kältehilfe zum Ganztagsbetrieb aus. Des Weiteren wird der Senat die Lage beobachten, um gegebenenfalls ihre Hilfestellung aufzustocken.  „Wir brauchen auch für die Obdachlosen in dieser Stadt einen sozialen Rettungsschirm, das heißt konkret: dauerhafte Plätze in Zimmern, hauptamtliche Sozialarbeitende, medizinische und psychologische Beratung. Die schon prekäre Lebenssituation obdachloser Menschen hat sich in den vergangenen Wochen weiter zugespitzt. Wir können die Obdachlosen in dieser Situation nicht einfach auf der Straße lassen.“, fasste Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, die Situation zusammen. (aak)