Der Stromausfall betraf auch das Straßenbahnnetz, wodurch der Betrieb auf vier Straßenbahnlinien teilweise eingestellt werden musste | Foto: hpgruesen / Pixabay

Blackout in Berlin bricht alle Rekorde!

Für 31 Stunden blieben im Berliner Stadtteil Köpenick die Lichter aus. Wie es zum größten Stromausfall der jüngeren Berliner Geschichte kommen konnte und wie sich der Blackout auf die Berliner ausgewirkt hat, erfahren Sie im Folgenden.

Am Dienstag, den 19.02.2019 um 14:10 Uhr, fiel im Berliner Stadtteil Köpenick für 31 Stunden der Strom aus. Grund dafür waren zwei 110 Kilovolt-Stromleitungen, die bei Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke durchtrennt worden sind.

Die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin GmbH, die für das Stromnetz verantwortlich ist, meldete Erstaunen und bekundete, dass diese Situation ein Novum sei. Am selben Abend des Vorfalles begann die Stromnetz-Berlin GmbH die Reparaturarbeiten und konnte diese am folgenden Tag um 21:22 Uhr erfolgreich beenden.

Da die Stromleitung direkt beschädigt worden ist, waren alle Haushalte, Gewerbe und Straßenzüge von dem Stromausfall betroffen. Die einzelnen Stromanbieter trifft keine Schuld. Wie es genau zu dem Unfall gekommen ist, muss noch untersucht werden. Anzunehmen ist, dass das Bauunternehmen zu wenige Informationen bezüglich des Trassenverlaufs eingeholt hat oder dass die Informationen fehlerhaft waren.

Laut Verkehrsverwaltung-Berlin wurde das Bauunternehmen auf die Leitungen hingewiesen. Vattenfall hingegen gab bekannt, dass die Baufirma keine Trassenauskunft zu dem Verlauf der Stromleitungen eingeholt habe. Dies wäre aber regelwidrig und könnte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Ein Stadtteil im Ausnahmezustand

Der plötzliche Stromausfall hat die Bewohner des Stadtteils Köpenick kalt erwischt. Die Lichter gingen aus, das Straßenbahnnetz versagte, Kühlanlagen liefen nicht mehr und auch die Warmwasser-Versorgung fiel für einige Zeit aus, da von dem Blackout auch zwei Heizkraftwerke betroffen waren.

Zusätzlich wirkte sich der Stromausfall auch auf einige Handynetze im Stadtteil aus, wodurch es für die Betroffenen schwierig war, an Informationen zu gelangen und Angehörige zu benachrichtigen. Die einzige zuverlässige Informationsquelle bestand in batteriebetriebenen Radios und Funksprechanlagen von Polizei und Rettungswagen.

Für die Dauer des Stromausfalls musste der Betrieb von vier Straßenbahnlinien teilweise eingestellt werden, auch die S-Bahnen fuhren unregelmäßig und hielten nicht an allen Bahnhöfen. Betriebe mussten schließen und hatten Probleme, verderbliche Ware zu kühlen. Auch einige Kitas und Schulen blieben am Mittwoch geschlossen.

Katastrophenschutz hat Schlimmeres verhindert

Drei mobile Wachen und Bereitschaftspolizisten zum Streifendienst wurden am Dienstagabend nach Köpenick verlegt. Die Polizisten kümmerten sich um den Verkehr an großen Kreuzungen, die vom Stromausfall betroffen waren, und sorgten dafür, dass niemand das Chaos des Stromausfalls ausnutzte, um Läden und Wohnungen zu plündern.

Das Krankenhaus Köpenick wurde vom Stromausfall nicht direkt betroffen, da ein Notstromaggregat dafür Sorge trug, die nötigste Stromversorgung zu gewährleisten. Dennoch wurden vorsorglich 23 Patienten der Intensivstation in andere Krankenhäuser der Stadt verlegt.

Darüber hinaus wurde am Archenhold-Gymnasium eine Notunterkunft eingerichtet, um Menschen einen warmen Unterschlupf zu bieten. Auch parkte ein Lkw des Katastrophenschutzes vor dem Rathaus Köpenick, um die anliegenden Bewohner zu informieren und ihnen eine Möglichkeit zu geben, ihre Handys aufzuladen.

Auch in Rudow fiel der Strom aus

Am Mittwochabend fiel dann auch noch im Berliner Stadtteil Rudow der Strom aus. Der Vorfall habe laut Stromnetz Berlin GmbH jedoch nichts mit dem Stromausfall in Köpenick zu tun. Hierbei handelte es sich um einen gewöhnlichen Kabelfehler, der relativ schnell ausgemacht und repariert werden konnte. (red)

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