Bildung in Berlin: Verschenktes Potenzial | Foto: MohamedHassan/pixabay.com

Bildung in Berlin: Verschenktes Potenzial

„Bildung ist nicht alles, aber ohne Bildung ist alles andere nichts“ – dieser in Anlehnung an Artur Schopenhauer zugespitzten These würde heutzutage wohl niemand auch nur andeutungsweise widersprechen wollen. Ein weiteres Axiom hat Aristoteles genial auf den Punkt gebracht: „(Aus)Bildung ist der beste Reiseproviant auf dem Weg zum hohen Alter“, schrieb er und erklärte Bildung damit zu einer das gesamte Leben beherrschenden Aufgabe.

So weit, so klar – oder doch nicht? Wer in die Geschichte blickt oder sich im Hier und Heute umschaut, der sieht so einige Errungenschaften, viel häufiger jedoch Erschütterndes. Nur in wenigen Hochphasen konnte Bildung die ihr zustehende Position einnehmen – in der Antike, in der Renaissance oder in der modernen bürgerlichen Gesellschaft. Sonst herrscht überwiegend Dunkelheit. Bildung war über Jahrhunderte eine Machtfrage und erst seit einigen Jahrzehnten besteht zumindest theoretisch die Möglichkeit zur allumfassenden Bildung der Mehrheit der Gesellschaft.

Besonders das Internet scheint jegliche Bildungsgrenzen zum Einsturz gebracht zu haben. Jedem steht nahezu jede Informationsquelle offen. Kein Thema, worüber im World Wide Web nichts zu finden wäre. Doch das genau ist das Problem. Um die neuen Möglichkeiten wirklich nutzen zu können, bedarf es staatlicher Fürsorge mit gleichen Bildungschancen für alle. Wie lange darum schon gerungen wird beweist Konfuzius. „Bildung soll allen zuganglich sein. Man darf keine Standesunterschiede machen“, forderte er – Worte, die heute genauso aus irgendeinem Parteiprogramm oder aus jeder beliebigen Bildungsbroschüre stammen konnten.

Spielball der Politik

Die Forderung nach mehr und besserer Bildung ist auch vor Ort Quelle heftiger Debatten. Jahrelang Spielball der Parteien stehen wir heute im Wortsinne vor den Trümmern verfehlter Bildungspolitik. Ein ganzes System ist ins Wanken geraten und es ist völlig unklar, ob es wieder stabilisiert werden kann oder ob es in den kommenden zum bildungs- politischen Kollaps kommt, der den Standort Berlin wirtschaftlich, politisch und kulturell schwer schädigen würde.

Besonders verheerend ist die Lage in den Schulen. Rasant wachsende Schülerzahlen, akuter Lehrermangel, fehlende oder ruinierte Schulgebäude en masse und eine auch hier überhandnehmende Bürokratie ergeben ein Gemisch, dessen Unverträglichkeit neben den Kindern und Jugendlichen zunehmend auch die Berliner Unternehmen zu spüren bekommen. So ist zum Beispiel der Mangel an geeigneten Auszubildenden nicht allein dem demografischen Wandel zuzuschreiben. Mitverantwortung trägt auch eine in vielen Fällen praxisferne und unzeitgemäße Schulbildung.

Was tun?

Warum ist Jugendarbeitslosigkeit trotz Fachkräftemangel in der Bundeshauptstadt noch so hoch? Was bedeutet die Lage im Bildungswesen für den Wirtschaftsstandort? Welche Möglichkeiten der Nachwuchsgewinnung haben die Unternehmen? Was kann die Wirtschaft selber tun, um die Ausbildungssituation zu verbessern? Diesen und anderen Fragen zum Thema (Aus)Bildung werden wir im Folgenden nachgehen.

Bildungspolitischer Aufbruch

Eines der größten Probleme in Berlin ist derzeit die vergleichsweise hohe Jugendarbeitslosigkeit, trotz steigendem Fachkräftemangel. Jeder achte Teenager unter 20 Jahren ist derzeit in der Hauptstadt ohne Job (im Marz 2018 genau 13.267 junge Menschen). Die Folgen der Experimente in der Bildungspolitik der vergangen zwei Jahrzehnte sind noch überall spürbar und müssen durch einen bildungspolitischen Aufbruch schnell behoben werden. Zusätzliche Gelder für die Bildungsinfrastruktur, insbesondere Ganztagsschul- und Betreuungsangebote, Digitalisierung und berufliche Schulen werden versprochen. Aber Geld allein genügt nicht. Genauso wichtig sind klare politische Vorgaben.

 

Trotz steigendem Fachkräftemangel verzeichnet Berlin eine hohe Jugendarbeitslosigkeit | Quelle: BA

Trotz steigendem Fachkräftemangel verzeichnet Berlin eine hohe Jugendarbeitslosigkeit | Quelle: BA

 

Ursachenforschung

Experten vermuten, dass einer der Auslöser für die hohe Arbeitslosenquote unter Jugendlichen die Schulbildung ist. Die schlechte Platzierung beim bundesweiten Ranking des INSM-Bildungsmonitors 2017, spricht für diese Annahme. Dort landete die Hauptstadt auf dem untersten Rang – Platz 16. Eine Konsequenz der harten Sparmaßnahmen im Bildungssektor in den letzten Jahren. Es fehlt an Lehrern und an zeitgemäßer Ausstattung. Wie sinnvoll Quereinsteigerprojekte sind, um mehr Lehrer zu gewinnen, lasst sich jetzt noch nicht abschließend sagen. Das werden die kommenden Jahre zeigen. Bezeichnend ist allerdings die Tatsache, dass Berlin jetzt schon beim Reformkurs Bildung 2.0 deutlich im Rückstand ist. Wenige Berliner Schulen sind digital gut aufgestellt und benutzen digitale Unterrichtsmaterialien wie SMART Boards oder iPads. Die Bildungspolitik erklärt zwar, die „Schulen sind für die Schüler da, nicht für die Wirtschaft“, das bedeutet aber nicht, dass auf eine wirtschaftsnahe Ausbildung verzichtet werden kann. Im Gegenteil, es ist im Interesse der Schüler genauso wie der Unternehmen, die ausbilden.

Drohende Gefahren

Eine wirkliche Herausforderung ist die äußerst heterogene Schülerschaft. Nirgendwo sonst werden so viele Kinder unterschiedlicher Nationalität beschult und ausgebildet, wie in Deutschlands Hauptstadt. Das ist Fakt, darf aber nicht als Vorwand dafür dienen, dass die Entwicklungsmöglichkeiten für Jugendliche immer noch stark von der sozialen Herkunft abhängig sind. Jährlich brechen unter anderem aus diesem Grund rund 3.000 Jugendliche in Berlin ohne Abschluss die Schule ab. Das ist mit fatalen Folgen für ihre weitere Entwicklung verbunden, denn gering qualifizierte Arbeitskräfte werden immer weniger gebraucht. Gelingt es nicht, diese Jugendlichen zu integrieren, droht ihnen Arbeitslosigkeit und soziale Isolation. Um dem entgegenzuwirken, wollen Sandra Scheeres (SPD), Senatorin für Bildung, Jugend und Familien, und Elke Breitenbach (Die Linke), Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, einige Veränderungen durchsetzen. Geplant sind eine Vielzahl von Maßnahmen, unter anderem mehr Sozialarbeiter an den Schulen und mehr Lehrpersonal durch die Forderung von Quereinsteigern.

Aus der Schule in den Beruf

Laut der IHK blieben 2017 nur elf Prozent der Bewerber unversorgt. Allerdings gaben insgesamt 30 Prozent der Befragten aus den Schulen nicht an, ob sie studierten, ins Ausland gingen oder was sie sonst nach dem Abschluss getan haben. Im letzten Jahr galt das für rund 6.200 junge Menschen. Diese Zahlen spiegeln sich auch am Rückgang der Bewerberzahlen für Betriebe wider, obwohl genügend Schulabgänger vorhanden sind, nutzen immer weniger Jugendliche die Möglichkeit der Vorbereitung auf das Berufsleben.

Dem soll zukünftig die engere Zusammenarbeit von dem Bund und Berlin mit der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg sowie der Bundesagentur für Arbeit entgegenwirken. „Mit Unterzeichnung der Initiative Bildungsketten unterstutzt die Bundesregierung unsere Strukturen und stärkt sie“, so Scheeres. Gemeinsam soll die Begleitung und Unterstützung von Jugendlichen beim Übergang von der Schule in den Beruf gefordert werden. Bildung soll zwar die Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben sein, dient aber nicht als Berufsvorbereitung. Die findet im Lehrplan der Schulen einfachen keinen Platz. Mittlerweile arbeitet allerdings die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales schon an dem Pilotprojekt „Erprobung neuer Zugange in die Ausbildung“. So soll das alte Übergangssystem an die neuen Herausforderungen, beispielsweise Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, angepasst werden.

 

Bildung wird für jeden eine immer wichtigere Lebensaufgabe | Foto: geralt/pixabay.com

Bildung wird für jeden eine immer wichtigere Lebensaufgabe | Foto: geralt/pixabay.com

 

Versäumnisse der Wirtschaft

Allerdings liegt die Verantwortung nicht nur in der Bildungspolitik, den Schulen oder den Elternhäusern, sondern auch bei den Unternehmen selbst. Bei aller Kritik an den ungenügenden Rahmenbedingungen im Bildungssektor, müssen sich viele Unternehmer fragen lassen, was sie selbst für die Nachwuchssicherung tun. Hier bietet sich ein ernüchterndes Bild. Nur rund 5.020 der ansässigen Industrie- und Handelsunternehmen bilden überhaupt aus – ein Bruchteil, angesichts über 152.144 steuerpflichtigen Unternehmen (Stand 2016). Befragt nach den Gründen, warum sie nicht ausbilden, schieben viele Unternehmer anderen die Schuld zu. Vorgeschoben werden der Mangel an Zeit für die Azubis, die hohen Betriebskosten und insbesondere die Ausrede in Zeiten des Fachkräftemangels keine geeigneten Bewerber zu finden. Gern wird auch der demographische Wandel als Argument angeführt, der aber bei einer so hohen Jugendarbeitslosigkeit kaum einen Einfluss haben sollte.

Einen Großteil des Nachwuchses zieht es bundesweit an die Universitäten. Im Wintersemester 2017/18 schrieben sich allein in Berlin rund 183.000 Menschen für ein Hochschulstudium ein – ein neuer Rekord! Für eine Berufsausbildung meldeten sich dagegen nur 20.816 (IHK Berlin – Stand 2017) junge Leute an. Die ganze Widersprüchlichkeit der Lage auf dem Markt für Ausbildungsstellen ist daran zu sehen, dass es trotz der der hohen Jugendarbeitslosigkeit im vergangenen Ausbildungsjahr, 1.197 unbesetzte Ausbildungsstellen und 2.348 unversorgte Bewerber gab.

Dazu kommt noch die hohe Quote derer, die ihre Berufsausbildung vorzeitig abbrechen. Eine Umverteilung der unversorgten Bewerber auf die freien Plätze wäre denkbar, aber die Rechnung geht nicht auf. Immer mehr Berliner Unternehmen beklagen sich über die mangelnde Qualifikation und Motivationen der jugendlichen Bewerber. Mittlerweile sind es neun von zehn Unternehmen, die auf die schlechte Qualifikation ihrer Bewerber sowie mangelnde Leistungsbereitschaft und Motivation aufmerksam machen. Aber auch hier muss differenziert werden, denn die Rahmenbedingungen einer beruflichen Ausbildung sind nach heutigen Maßstäben für junge Menschen einfach nicht mehr attraktiv genug, weswegen sich viele für ein Studium entscheiden. Allein steuerlich hat der Studentenstatus im Vergleich zur Position eines Azubis nicht von der Hand zu weisende Vorteile. Auch hier bedarf es, wie bereits im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vermerkt, einer Anpassung beziehungsweise einer Auswertung der beruflichen Ausbildung. Das Berliner Bildungssystem braucht eine moderne duale Ausbildung, um gleichwertige Berufs- und Bildungschancen für junge Menschen bieten zu können.

 

Quelle: DGB Ausbildungsreport, Deutscher Gewerschaftsbund

Quelle: DGB Ausbildungsreport, Deutscher Gewerschaftsbund

 

Sinkende Ansprüche

Aus der Not wird eine Tugend gemacht – das gilt zurzeit vor allem für die Wirtschaft der Hauptstadtregion. Einige Unternehmen fuhren schon gar keine Einstellungstests mehr durch. Die nachgerückten jungen Bewerber bekommen dann auf Unternehmenskosten Nachhilfe. Andererseits lehnen Unternehmen eine Mindestvergütung für Azubis ab. „Weder ein Parlament noch ein Ministerium sollten darüber entscheiden, wieviel Geld Auszubildende bekommen. Das ist Sache der Betriebe und der Tarifparteien. Es besteht die Gefahr, dass eine politische Untergrenze eine ganze Reihe von Ausbildungstarifvertragen aushebelt“, gab der UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck zu Bedenken. Ohne Investition herrscht allerdings auch beim Nachwuchs Stagnation. Die Wirtschaft muss sich starker in die Nachwuchsgewinnung einbringen und langfristig ihre zukünftigen Fachkräfte heranziehen. Wer am Nachwuchs spart, hat wirtschaftlich keine Zukunft.

Ausbildungsqualität

Die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan wollte schon vor Jahren mit einer „PISA-Studie“ für Azubis die Ausbildungsqualität feststellen lassen. Letztlich scheiterte die Umsetzung bereits an der Finanzierung. Den Unternehmen hatte ein Azubi-PISA höchstwahrscheinlich nicht geschadet. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) führte bereits 2012 einen Report mit Schwerpunkt Ausbildung durch. Darf man der Auswertung des DGB-Ausbildungsreports 2017 glauben, hat sich seitdem kaum etwas getan. Neben der Quantität der Bewerber, mangelt es in der Hauptstadt auch an der Qualität der Ausbildung in den Berufsschulen und den Betrieben. Es fehlt den Berufsschulen vor allem an finanziellen Mitteln, insbesondere für Instandsetzungen, Neubauten und technische Ausrüstung. Obwohl Reformen (allen voran das Berufsbildungsgesetz) zwingend notwendig sind, plädiert die DGB-Bundesjugendsekretarin Manuela Corte dafür, auch unter Zeit- und Handlungsdruck die pädagogische Komponente, garantiert durch qualifizierte Lehrer, der berufsschulischen Ausbildung nicht zu vernachlässigen. Auch braucht es laut der DGB von der Bundesregierung einheitliche Qualitätsstandards und eine gesetzliche Regelung, um Berufsschule und Betrieb besser zu verzahnen.

Die Auswertung des Reports zeigte aber auch ein mehr als wackliges Ausbildungsfundament bei den Betrieben. Fehlende Zusicherung der Übernahme, unbezahlte Überstunden und zum Teil fehlt sogar ein gesetzlich vorgeschriebener Ausbildungsplan. Wozu dann eine berufliche Ausbildung werden sich die Jugendlichen fragen. Nicht ohne Grund sagt der Volksmund: Wie man sich bettet, so liegt man. Die Entwicklung und Sicherung des Fachkräftebedarfs ist aus bildungspolitischer Sicht eine der zentralen Aufgaben der Wirtschaft. Sie müssen letztlich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen, sodass sie für junge Menschen attraktiv sind, sie dort gut versorgt sind und zukünftig bleiben mochten. Auch die Unternehmen verkennen oft, Arbeit mit dem Nachwuchs ist eine Investition in die Zukunft.

Vorfahrt für die Ausbildung

Viele Unternehmen wurden gern mehr Beschäftigung aufbauen. Ohne die dringend benötigten Fachkräfte wird das allerdings schwer. Sie fehlen im Metall und Elektrohandwerk, im Bereich Sanitär, Heizung und Klima, im Dienstleistungsbereich und in der Bauwirtschaft, so das Fazit der UVB Kompakt 1/2018 Umfrage. Stetig sinkt die Anzahl der Jugendlichen, die sich für kaufmännische Berufe und auch technische Berufe entscheiden.

Die Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) befürchtete also zurecht eine weitere Verstärkung des Fachkräftemangels. Von der Bildungspolitik fordern sie eine Reformagenda unter dem Motto „Vorfahrt für die Ausbildung“. In der Verantwortlichkeit herrscht offenkundig zwischen der Bildungspolitik und der Wirtschaft noch Uneinigkeit. Berlin ist im Improvisieren recht gut, dennoch bedarf es mehr Dialogmöglichkeiten, zum Beispiel einen „Runden Tisch Bildung“, wie es die Redaktion der BERLINboxx vorschlagt. Schließlich gibt es einen nicht von der Hand zu weisen den Zusammenhang zwischen dem Bildungssystem und der Arbeitslosenquote. Wer schon als junger Mensch in die Arbeitslosigkeit gerät, rutscht schnell in die Langzeitarbeitslosigkeit ab. Das wäre verschenktes Potenzial. Die Hauptstadt hat ein stabiles Wirtschaftsklima, einen perfekten Nährboden für innovative Start-ups und genügend junge Menschen, um sich zu einem Top-Standort mit guten Fachkräften weiterzuentwickeln. Den Nachwuchs zu erreichen und eingehend zu fordern, sollte für die Politik wie auch die Wirtschaft oberste Priorität haben. Berlin muss auch aus beruflicher Sicht lebenswert sein.

Fordern und fördern

Unzählige Beispiele belegen: Kooperationen der Wirtschaft, mit Kitas, Grund- und weiterführenden Schulen früher anzubahnen. Beispielhaft ist die Gewobag mit der Lernwerkstatt am Mehringplatz. Beide sind Teil der Initiative des Berliner Handwerks „Berliner Schulpate“. Deren Ziel ist es, Grundschulen und Unternehmen in Quartieren mit erhöhtem Förderbedarf zusammenzubringen und zu starken. Dank der Schulkooperationen können sich die Betriebe sozial engagieren und frühzeitig Schüler auf sich aufmerksam machen. Gemeinsame Projekte zwischen Bildung und Wirtschaft können den Schülern wertvolle Fähigkeiten für das Berufsleben mitgeben, ihnen schon frühzeitig eine berufliche Orientierung bieten. Wenn die Schulen, die Senatsverwaltung und die Unternehmen enger zusammenrucken und gemeinsam Projekte koordinieren, können die Übergangssysteme in den Beruf für junge Menschen nicht nur erleichtert werden, sondern auch dafür sorgen, dass sich wieder mehr Betriebe zur Ausbildung des Nachwuchses entschließen.

Einige Berliner Unternehmen haben das Potenzial des Selbst-aktiv-werdens bereits erkannt. Auszubildende werden individuell von den Betrieben gefordert, Trainee-Programme erleichtern den Übergang von der Schule oder dem Studium in den Berufsalltag und viele- Firmen bilden ihre Mitarbeiter auch intern kontinuierlich weiter. Vorbildlich ist auch die Berliner IHK, die sich mit einem Programm darauf spezialisiert hat Studienabbrecher aufzufangen und für einen Ausbildungsberuf im Handwerk anzuwerben. Immer mehr Betriebe bieten schon ähnliche Angebote an – mit Erfolg.

Potenzial entfalten

Die Wirtschaft der Hauptstadt kann den jungen Auszubildenden und Absolventen den Einstieg in das Berufsleben erleichtern, indem sie gezielt auf sie zugehen oder sich mit ihren Bedürfnissen auseinandersetzen. Den einen Schuldigen zu suchen ist leicht, dabei teilen sich die Betriebe, die Schulen, die Elternhäuser und die Bildungspolitik die gesellschaftliche Verantwortung. Fakt ist: Wer sich seinen Nachwuchs selbst heranzieht, hat für die Zukunft vorgesorgt. Wenige deutsche Großstädte sind so multikulturell geprägt und besitzen ein so hohes Potenzial, bestehend aus jungen, aufgeschlossenen Menschen wie Berlin. Es fehlt nur noch der Impuls in die richtige Richtung. Das ist doch keine schlechte Ausgangslage. (lj)

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