Berliner Wohnungsmarkt: Mieten steigen dramatisch | Foto: Wikimedia Commons/Jörg Zägel

Berliner Wohnungsmarkt: Mieten steigen dramatisch

Berlin ist für viele Menschen ein attraktiver Wohn-, Arbeits- und Studienort. Doch die Lage am Wohnungsmarkt spitzt sich immer mehr zu. Die Metropole hat mit drastisch steigenden Mieten zu kämpfen, die in vielen Stadtteilen kaum noch erschwinglich sind. Aus dem kürzlich veröffentlichten Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin (IBB) geht hervor, dass nur noch jede zehnte Wohnung für eine Nettokaltmiete von unter sieben Euro pro Quadratmeter angeboten wird.

„Die stetig steigenden Angebotsmieten machen deutlich, wie wichtig neben dem Neubau auch die Regulierung der Mieten im Bestand ist“, so Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen.

Mietpreise erreichen Rekordhöhe

Berlin verzeichnete 2017 einen Zuwachs von rund 41.000 Menschen. Im Zuge dieses dynamischen Bevölkerungswachstums gestaltet sich die Wohnungssuche für viele Menschen immer schwieriger. Heutzutage findet kaum noch jemand eine Wohnung für unter sieben Euro pro Quadratmeter.

Der Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin (IBB) zeigt auf, dass im letzten Jahr die mittlere Durchschnittsmiete bei 10,15 Euro pro Quadratmeter lag. In den Bezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg wurden sogar über die Hälfte der Wohnungen für mehr als zwölf Euro Kaltmiete angeboten. Zum Vergleich liegt der Mietspiegelwert bei erschwinglichen 6,39 Euro. Seit 2010 sind die Angebotsmieten für freie Wohnungen um 71 Prozent gestiegen.

In Berlin muss mehr gebaut werden

Berlin kann die hohe Nachfrage nach Wohnungen kaum noch stemmen. Denn das Angebot an Wohnungen fällt sehr dürftig aus. So konnte der Bedarf 2016 trotz 13.700 Wohnungen fertiggestellten Wohnungen nicht gedeckt werden. Zwischen 2016 und 2017 sei die Zahl der Baugenehmigungen laut des IBB Wohnungsmarktberichts sogar um knapp 300 Genehmigungen auf 24.700 gesunken.

Trotz dieses Rückgangs ist Dr. Jürgen Allerkamp, Vorsitzender des Vorstands der IBB, zuversichtlich: „Berlin entwickelt sich in den letzten Jahren wirtschaftlich erfreulicherweise sehr gut. Dies lockt immer mehr Menschen in die Stadt. Wir müssen alles dafür tun, dass ausreichend guter Wohnraum für diese neuen Berliner und die ansässige Bevölkerung gleichermaßen zur Verfügung steht. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist wieder deutlich gestiegen, wir sind also hier auf einem guten Weg.“

Bis 2021 sollen rund 100.000 neue Baugenehmigungen erteilt werden. (dn)

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