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Berliner Polizeikommissar erhält Auszeichnung für Anti-Stalking-App
Frage-und-Antwort-Tool soll Stalkingopfern helfen | Foto von Andrew Neel von Pexels

Berliner Polizeikommissar erhält Auszeichnung für Anti-Stalking-App

05. Januar 2022

Seit 2007 ist Stalking strafbar und wird im Extremfall mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet. Die Opfer leiden oft psychisch und körperlich an den Folgen dieser Taten. Leider stellt es für viele Betroffene ein Problem dar, Stalking frühzeitig als Straftat zuerkennen und diese dann zur Anzeige zu bringen. Die neue App des Berliner Polizeikommissars Turgay Akkaya soll in Zukunft Abhilfe leisten.

Für seine wertvolle Arbeit wurde dem jungen Polizeikommissar der Eberhard-Fischer-Preis von der gleichnamigen Gesellschaft für herausragende wissenschaftliche, publizistische und kulturelle Leistungen von übergeordneter gesellschaftlicher Bedeutung verliehen.

Frage-und-Antwort-Tool soll Stalkingopfern helfen

Im Rahmen seiner Bachelorarbeit entwickelte der 34-jährige eine Anti-Stalking-App, die effektive Kriminalprävention im Bereich Stalking leistet. Unter Anleitung von Christian Matzdorf, Professor für Kriminalistik am Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement der HWR Berlin, führte er eine empirische Projektstudie zur Risikoanalyse für Betroffene durch. Ausgehend von diesen Ergebnissen entwickelte Akkaya eine Checkliste.

Die App ist als eine Art Frage-und-Antwort-Tool aufgebaut und gibt den Nutzer*innen gezielte Thesen vor, denen sie zustimmen oder widersprechen. Die Antworten werden daraufhin mit einem Merkmalskatalog abgeglichen. Anhand der Übereinstimmungen mit den definierten Kriterien wird bestimmt, ob und in welchem Maße die wiederholte Kontaktaufnahme und Belästigung den Tatbestand des Stalkings erfüllt. Opfer können ihre Lage so besser einschätzen und den Fall den Strafverfolgungsbehörden melden sowie sich an Hilfevereine wie dem Weißen Ring wenden. „Das Thema beschäftigt mich schon lange, denn bei der Polizei habe ich es im Berufsalltag immer wieder zum Beispiel mit häuslicher Gewalt zu tun, die potenziell Merkmale von Stalking-Ansätzen aufweist“, so Akkaya. (bk)