Parklets in der Berliner Innenstadt scheinen doch keine so schlechte Idee zu sein.

Berliner Parklets – erst verschmäht und nun doch genutzt

Mit der Errichtung sogenannter Parklets in der Bergmannstraße in Kreuzberg sowie an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg wollte der rot-rot-grüne Senat den Berlinerinnen und Berlinern einen Gefallen tun – stieß damit zunächst aber nur auf Ablehnung und Spott.

Projekt „Parklets“

„Parklets“ sind etwa 12 Meter lange Holzbuchten, die für rund 883.000 Euro entlang der Bergmannstraße gebaut wurden. Aus der beliebten Straße soll damit eine „Begegnungszone“ werden. Für Fußgänger wurden attraktive Sitzgelegenheiten und für Radfahrer ausreichend Stellplätze geschaffen.

Die Parklets sollen ein Jahr lang getestet werden, bevor weitere Projekte in Planung gegeben werden. Der ursprünglicher Starttermin war im Oktober 2018. Doch die ersten Buchten waren zu breit. Sie blockierten zum Teil die Radwege und mussten daher nachgebessert werden. So verschob sich der Start um einen Monat.

Begeisterung hält sich in Grenzen

Wenige Wochen nach der Errichtung der Holzbuchten kamen erste Beschwerden. Anwohner ärgerten sich darüber, dass diese verdreckt, ungenutzt und zu teuer gewesen seien. Darüber hinaus würden die Parklets zu viel Platz wegnehmen. Durch sie wurde die Straße von neun auf knappe sieben Meter verengt. Die Parkmöglichkeiten wurden beidseitig reduziert. Aus Platzmangel sollte schließlich auch das Bergmannstraßenfest in die Kreuzbergstraße verlegt werden – da der Verein sich aufgelöst hat, wurde es nun vorzeitig komplett abgesagt. Bereits im Januar diesen Jahres forderten Anwohner das vorzeitige Ende der neuen Parklets.

Sinneswandel der Bevölkerung?

Am Osterwochenende nun die Wende. Bei strahlendem Sonnenschein sitzen zahlreiche Menschen in den Parklets – sie essen, trinken, unterhalten sich. Manche bleiben länger, um ein Buch zu lesen, andere stoppen nur kurz, um sich von einem Spaziergang auszuruhen. Aber alle nutzen die bisher so verhassten Parklets.

Eine Anwohnerin, die es sich am Ostersonntag mit Croissant und Kaffee auf einer der Liegen gemütlich gemacht hatte, versichterte dem Tagesspiegel, dass die Kritiker in den kommenden Wochen schon umschwenken würden.

An diesem Beispiel wird klar, dass man geduldig sein muss, um ein Projekt wie dieses richtig beurteilen zu können. Zudem muss dabei mitgedacht werden, dass die Holzbuchten gerade einmal im November ergerichtet wurden und der Sommer, also die attraktive Draußenjahreszeit, gerade erst im Kommen ist. (lb)

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