Jahresbericht 2017 des Berliner Luftgütemessnetzes erschienen | Foto: pixabay.com

Berliner Luft weiterhin zu stark mit Stickstoffdioxid belastet

Der Jahresbericht des Berliner Luftgütemessnetzes für 2017 zeigt einen Rückgang bei der Belastung mit Feinstaub (PM10 und PM2,5) sowie niedrige Ozonwerte. Die Stickstoffdioxidwerte waren an verkehrsreichen Straßen immer noch zu hoch. Allerdings ist hier ein Trend zu abnehmenden Konzentrationen zu beobachten (Abb. 10, S. 32).

Während 2017 die Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid am Stadtrand mit 12-14 µg/m³ und in den Wohngebieten der Innenstadt mit 20-28 µg/m³ weit unter dem Grenzwert für das Kalenderjahr von 40 µg/m³ lagen, wurde der Grenzwert an fast allen 29 Messstellen an verkehrsreichen Straßen zum Teil deutlich überschritten. Nur an der Messstelle am Eichborndamm wurde der Jahresmittelwert für NO2 eingehalten.

Senatsverwaltung leitet Maßnahmen ein

Um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen, hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet. Für fünf besonders belastete Straßenabschnitte wird eine Pilotphase mit Tempo 30 zeigen, inwieweit NO2-Werte durch eine Verstetigung des Verkehrs gesenkt werden können. Seit April läuft die Pilotphase in der Leipziger Straße, seit Juni in der Potsdamer Straße zwischen Potsdamer Platz und Kleistpark. Das Berliner Luftgütemessnetz begleitet die Pilotphasen mit Messungen.

Weitere Maßnahmen zur Minderung der Stickoxidemissionen sind die Nachrüstung der BVG-Busflotte mit wirksamen Stickoxidfiltern, der Ersatz von alten durch neue saubere Busse sowie die Anschaffung von E-Bussen. Am Hardenbergplatz, an dem sich zahlreiche Bushaltestellen der BVG befinden, hat dies seit 2014 zu einem Rückgang der NO2-Belastung um 37 Prozent geführt. Auch für 2017 war ein weiterer Rückgang zu verzeichnen.

Ozonkonzentrationen waren 2017 sehr niedrig

Bei einigen klassischen Luftschadstoffen wie z.B. Schwefeldioxid werden die Grenzwerte schon seit Jahren Zeit unterschritten. Die langjährigen Zeitreihen im Jahresbericht illustrieren in vielen Fällen Erfolgsgeschichten der Luftreinhaltung. Das Augenmerk gilt heutzutage vor allem den Luftschadstoffen Ozon, Partikel PM10 und PM2,5 (Feinstaub) sowie Stickstoffdioxid.

Auf Grund des regnerischen Sommers waren die Ozonkonzentrationen 2017 sehr niedrig und es wurden keine Schwellenwerte erreicht oder gar überschritten. Für Partikel PM10 (Feinstaub) wurden 2017 an allen Messcontainern deutlich weniger als die zulässigen 35 Überschreitungen des Grenzwertes von 50 µg/m³ für den Tag verzeichnet. Erfreulich ist die Entwicklung beim Indikator für die durchschnittliche Exposition für Partikel PM2,5, dem AEI (average exposure index). Mit diesem Index wird erstmals die Belastung der Menschen in ihrer Wohnumgebung in den Blick genommen. Für den zurückliegenden Dreijahreszeitraum wurde bereits das nationale Minderungsziel für den Zeitraum 2019-2021 erreicht. Die Messungen zeigen, dass auch Berlin hierzu seinen Beitrag geleistet hat. Die Mittelwerte der Berliner AEI-Stationen sanken von 17,2 µg/m³ im Jahr 2016 auf 15,7 µg/m³ im Jahr 2017.

Rückgang bei der Belastung mit Feinstaub

Insbesondere für Feinstaub (Partikel PM10 und PM2,5) ist seit ein zunehmender Beitrag aus Holzfeuerungen zu verzeichnen. Das Berliner Luftgütemessnetz führt hierzu umfangreiche Messungen und Untersuchungen durch, zum Teil in Kooperation mit Forschungsinstituten, um dieser Entwicklung frühzeitig begegnen zu können.

Die Luftgüte in Berlin wird durch Messungen und Probenahmen an 16 Messcontainern und an zusätzlichen 23 Messstellen in verkehrsreichen Straßen ermittelt. Alle Standorte sind sorgfältig und entsprechend den gesetzlichen Anforderungen platziert. Für die Messungen, Probenahmen und Analysen wird moderne und hochwertige Technik eingesetzt und die Qualität der Messungen aufwändig gesichert. Damit verfügt das Land Berlin über eine außergewöhnlich umfangreiche und belastbare Datenbasis zur Beurteilung der Luftqualität. (red)

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