Berliner Flugverkehr: Neue Langstreckenflüge nach Nordamerika | Foto: pixabay.com

Berliner Flugverkehr: Neue Langstreckenflüge nach Nordamerika

Gute Nachrichten für Touristen aus den USA und Kanada sowie Nordamerika-Fans: Die Fluggesellschaft Primera Air kündigte vier neue Langstreckenflüge für den Flughafen Berlin-Tegel an. Ab Juni 2019 sollen Angaben von visitBerlin zufolge mehrere Male pro Woche die Metropolen Toronto, Philadelphia und Boston angeflogen werden. Zudem wird eine neue Strecke eingerichtet, die täglich Passagiere in die Weltstadt New York City bringen soll.

Berlin bei Langstreckenflügen auf den hinteren Plätzen

Sowohl als Start-up– als auch als Tourismusmetropole gewinnt Berlin zunehmend an internationaler Bedeutung. Dennoch verfügt der Flughafen TXL nur über sechs interkontinentale Flüge. Damit liegt er im Ranking der Hauptstädte auf einem der letzten Plätze. Nur fünf andere Städte, wie Kiew oder Bratislava, bieten noch weniger Flüge an. Im Vergleich: An Londons Flughafen Heathrow können sich Reisende über 155 Langstreckenflüge freuen. Sogar Frankfurt am Main zählt 109 Langstreckenflügen und liegt somit deutlich vor der Hauptstadt.

Nun erkannte die dänische Fluggesellschaft Primera Air die Lücke im Flugverkehr. „Die Ansiedlung von Primera Air ist ein weiterer Erfolg für Berlin“, freut sich Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin. „Besonders Boston und Toronto sind zwei gute Ergänzungen unserer interkontinentalen Anbindungen. Die Airline nutzt die Chancen unserer Stadt.“

Lufthansa: Langstreckenflüge von und nach Berlin unprofitabel

Vor allem den Cheflobbyist der Lufthansa, Kay Lindemann, dürften die neuen Strecken des Konkurrenten ärgern. Noch vor wenigen Wochen erklärte die größte deutsche Fluggesellschaft, sie habe nicht die Absicht Langstreckenflüge von Berlin aus anzubieten. Die Stadt sei nur eine „überschaubare wirtschaftliche Kraft“, so Lindemann. „Wir binden die Hauptstadt gut an. Dennoch hat Berlin keine Dax-Konzerne, ist auch sonst kein Wirtschaftszentrum“, rechtfertigte er das Vorgehen seines Konzerns. Diese Einschätzung stieß in Wirtschaft und Politik aus vehementen Widerspruch. „Berlin ist die Hauptstadt der größten und wichtigsten Volkswirtschaft wie auch der wissenschaftliche Hotspot Europas“, verteidigte IHK-Vizegeschäftsführer Christoph Irrgang Berlins internationale Bedeutung.

Nicht zum ersten Mal stehen Anschuldigungen im Raum, dass die Lufthansa die Hauptstadt vernachlässige. Schon nach Einstellen der Direktverbindung Berlin – New York City im März kritisierte der regierende Bürgermeister, Michael Müller (SPD), die Maßnahmen der deutschen Fluggesellschaft. „Berlin zieht immer mehr Menschen aus beruflichen, aber auch aus touristischen Gründen an. Das Einstellen der Direktverbindung nach New York ist deshalb falsch und gegen den langfristigen Entwicklungstrend der Stadt“, sagte er dem Tagesspiegel. In den folgenden Monaten bestätigte sich Müllers Einschätzung: Die Zahl der Geschäftsreisenden kletterte im ersten Halbjahr 2018 auf über 5 Millionen und auch die Anzahl der Touristen blieb mit 6,4 Millionen hoch.

Immer mehr Flugverkehr zwischen Berlin und New York City

Die Zahlen sprechen jedenfalls für sich: Mit 200.000 Touristen im ersten Halbjahr 2018, 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr, liegen die USA nur knapp hinter Großbritannien bei der Zahl der internationalen Berlin-Besucher. Auch von deutscher Seite aus sind die USA ein beliebtes Reiseziel. Im Jahr 2017 wurden auf der Strecke von Berlin-Tegel zum New Yorker JFK Airport 430 Flüge mit einem Fahrgastaufkommen von 93.297 Passagieren gezählt. Das sind knapp 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Es zeigt sich, dass das Interesse der Berliner an Flügen in die USA steigt, und umgekehrt. Nun wird eben ein dänisches, statt eines deutschen Unternehmens die Bedürfnisse der Passagiere erfüllen. (ke)

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