Berliner Familien warten monatelang auf Elterngeld | Foto: pixabay.com

Wegen Personalmangel: Berliner Familien warten monatelang auf Elterngeld

Von fehlenden Pflegekräften bis hin zu Lehrern – der Personalmangel in Berlin spitzt sich weiterhin zu. Nun haben auch die Bezirke mit fehlenden Mitarbeitern zu kämpfen. Deshalb warten Eltern derzeit mehrere Monate auf das Elterngeld.

Nach den Richtlinien im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz soll das Elterngeld nach acht Wochen ausgezahlt werden. Allerdings sieht es in der Praxis anders aus. Grund für die Verzögerung seien laut den Bezirken unbesetzte Stellen und kranke Mitarbeiter.

Mehr als 23.000 Anträge

Das Elterngeld gehört zu den sozialen Familienleistungen in Deutschland. Es ermöglicht Müttern und Väterneine finanzielle Unterstützung von bis zu 28 Monaten und sichert somit die wirtschaftliche Existenz von Familien während der Elternzeit. Grundsätzlich erhalten alle Mütter und Väter, die nach der Geburt aufgrund der Betreuung ihres Kindes beruflich pausieren oder weniger als 30 Stunden in der Woche arbeiten, diese Transferleistung.

Abhängig von der Höhe des Nettoeinkommens beträgt das Elterngeld mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro. Ein Elternteil kann diese Leistung mindestens zwei und höchstens 14 Monate in Anspruch nehmen. Wer 25 bis 30 Stunden nebenbei arbeitet, bekommt das sogenannte Elterngeld Plus sogar für den doppelten Zeitraum – das Gehalt wird allerdings gegengerechnet. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie wurden in Berlin vom 01. Januar bis 31. Mai diesen Jahres 23.082 Elterngeldanträge gestellt. Allerdings mussten Eltern zuletzt monatelang auf die Auszahlung warten.

Eltern warten mehrere Monate auf Elterngeld

Schon seit Jahren häufen sich Beschwerden um die verspätete Auszahlung des Elterngeldes. Auch dieses Jahr hat sich nichts an der Situation geändert. Besonders in den drei Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau und Treptow-Köpenick zieht sich die Wartezeit in die Länge. Dabei wurden dort nicht einmal überdurchschnittlich viele Anträge gestellt. In Charlottenburg-Wilmersdorf waren es nur 1.554 von den rund 23.000 Anträgen. Allerdings wartete man dort mit 15 Wochen am längsten. In Pankow hingegen, wo mit 2.978 die meisten Anträge auf Elterngeld eingingen, lief es jedoch schneller. Dort betrug die Bearbeitungszeit bis zu acht Wochen.

„Der Senat muss aufklären, warum die Bearbeitungszeiten so weit auseinandergehen“, fordert FDP-Abgeordnete Maren Jasper-Winter. Von der Senatsverwaltung heißt es: „Wir sind in engem Austausch mit den Bezirken, wie die Verfahren beschleunigt werden können.“ Inzwischen habe der Senat das Elterngeld auf die Prioritätenliste für den „Zukunftspakt Verwaltung“ gesetzt. Vielmehr sollte der Senat jedoch ihr Augenmerk auf den Personalmangel richten. Denn dieser ist einer der Hauptursachen für die Verzögerungen und Bearbeitungsprozessen. (dn)

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