Campus Virchow-Klinikum | Foto: Silz /CharitÈ Universitätsmedizin Berlin 2005

Berlin bekommt ein Zentrum für Herzmedizin

Noch im Dezember letzten Jahres wurde das Projekt „Universitäres Herzzentrum Berlin (UHZB)“ für gescheitert erklärt. Nun wird das Vorhaben doch umgesetzt. Denn die Charité und das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) konnten sich auf ein Konstrukt einigen.

Nach dem ersten gescheiterten Anlauf im Dezember gaben die Spitzen beider Einrichtungen sowie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller nun bekannt, dass das neue Kompetenzzentrum doch entstehen wird. „Ich bin extrem erleichtert und glücklich, dass diese Vereinigung zustande gekommen ist“, so der Vorstandsvorsitzende der Charité, Karl Max Einhäupl. Das zukünftige Universitäre Herzzentrum Berlin wurde am Mittwoch bei einer Pressekonferenz auf dem Campus der Charité vorgestellt.

Das Vorhaben drohte zu scheitern

Pläne für den Aufbau eines großen Kompetenzzentrums für Herzchirurgie in Berlin gab es bereits vor mehr als sechs Jahren. Nun soll das Vorhaben endlich verwirklicht werden. Noch vor Weihnachten sah dies jedoch ganz anders aus. Denn die Verhandlungen drohten zu scheitern. So konnten sich die Beteiligten zunächst nicht auf eine Gesellschaftsstruktur einigen. Das DHZB befürchtet nämlich, dass die Charité den finanziellen Ton angeben würde,

Nachdem sich die Verhandlungspartner einigen konnten, ist die Gründung einer gemeinnützigen GmbH noch in diesem Jahr geplant. Dabei soll die Charité 51 Prozent und das DHZB 49 Prozent der Anteile erhalten. Die DHZB wird mit dieser Fusion zu einer universitären Einrichtung.

Berlin bekommt ein großes Herzzentrum

Das neue Herzzentrum wird in Berlin drei Standorte haben: Den Campus Charité in Mitte, den Campus Benjamin Franklin in Steglitz und den Campus Virchow-Klinikum in Wedding.

Schwerpunktstandort soll das Virchow-Klinikum der Charité in Wedding werden. Insgesamt wird das UHZB 1.800 Mitarbeiter und mehr als 500 Betten haben.

Auf dem Gelände des Virchow-Klinikums sind zwei Bauabschnitte geplant. Der erste Bauabschnitt mit fünf Operationssälen und fünf Herzkatheterlaboren soll 110 Millionen Euro kosten. Davon wird das Land Berlin 90 Millionen und das DHZB 20 Millionen Euro beitragen. Der Bau soll schnellstmöglich begonnen werden und wird fünf Jahre dauern. Im zweiten Bauabschnitt hingegen sollen Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie unterkommen. Das gesamte Zentrum wird dann in sieben bis zehn Jahren fertiggestellt.

Ein Leuchtturmprojekt für die Gesundheitsversorgung

Durch die Fusion werden beide Einrichtungen, die Charité und das DHZB, zu einer wissenschaftlich, klinischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Einheit. Mit dem Bündnis werden die beiden Disziplinen, die Kardiologie und die Herzchirurgie, fachübergreifend zusammenarbeiten und so neue Therapien entwickeln können.

„Durch das Zusammengehen können wir mit anderen europäischen Herzzentren in Konkurrenz treten“, so der Charité-Chef Karl Max Einhäupl. Zudem sieht der Regierende Bürgermeister Michael Müller im UHZB „Potenzial für einen weiteren Berliner Leuchtturm in der Gesundheitsversorgung“. Weiterhin sagt Müller, dass es das gemeinsame Ziel sei, die bestmögliche medizinische Versorgung für die Menschen in Berlin zu sichern. (dn)

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.