S-Bahn baut eigenen Fuhrpark auf.

Berlin baut landeseigenen S-Bahn-Fahrzeugpool auf

Die Landesregierung will bis zu 3,2 Milliarden Euro in die Anschaffung neuer S-Bahn-Züge investieren. Bis 2033 sollen nach und nach 1380 Wagen dazu kommen. Bei der Ausschreibung des S-Bahnbetriebs auf der Stadtbahn und den Nord-Süd-Linien will der Senat unabhängiger werden von der Deutschen Bahn. Deren Tochterunternehmen S-Bahn-Berlin GmbH befährt seit Jahrzehnten die S-Bahnstrecken. Sie hatte zuletzt die Ausschreibung für den Betrieb auf der Ringbahn gewonnen.

Fairer Wettbewerb

„Das neue Vergabekonzept für zwei Drittel des Gesamtnetzes sichert einen wirksamen, fairen Wettbewerb für Hersteller und Betreiber, der die Qualität erhöht und die Kosten senkt“, sagte Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne). Der rot-rot-grüne Senat legt schon die erste Rate für den Kauf der S-Bahnen in das Sparschwein. Aus dem Nachtragshaushalt für 2018/19 werden 300 Millionen Euro für diese Zweck reserviert. In den kommenden Jahren sollen die Zahlungsflüsse so geregelt werden, dass Berlin mit maximal 280 Millionen Euro jährlich belastet wird. Insgesamt sei diese Lösung günstiger für Berlin. Man bekäme als Land günstigere Finanzierungskonditionen als Unternehmen und zudem werde keine Rendite auf das eingesetzte  Kapital erwartet. Diese Renditeerwartung liege bei der Deutschen Bahn bei mindestens acht Prozent.

Neues Vergabeverfahren

Noch im November soll die Branche vorab im EU-Amtsblatt über das große Vorhaben informiert werden. Die eigentliche Ausschreibung soll dann erst ein Jahr später starten. Neu dabei: Diesmal werden zwei Verfahrensansätze miteinander kombiniert. Im sogenannten Kombinationsverfahren haben die Interessenten sowohl die Möglichkeit, ein Angebot für die Gesamtleistung, also für die Komponenten Fahrzeugbeschaffung, Instandhaltung sowie Betrieb in ihrer Gesamtheit abzugeben als auch Einzelangebote auf diese einzelnen Fachlose. Durch diese Ausgestaltung, verbunden mit der Finanzierung des Fahrzeugpools durch das Land, haben viele Anbieter die Chance, sich an dem Verfahren zu beteiligen. Eine Monopolsituation wird vermieden.

Hauptstadt braucht perfektes S-Bahn-Netz

„Wir wollen und müssen den Berliner S-Bahn-Verkehr verbessern und ausbauen, denn eine leistungsfähige S-Bahn ist unverzichtbar für die wachsende Metropole Berlin“, sagt  Verkehrssenatorin Günther. „Berlin und Brandenburg brauchen zuverlässige, moderne und gut ausgestattete Fahrzeuge, damit der umweltfreundliche öffentliche Nahverkehr für immer mehr Menschen attraktiv wird.“ Auf das kombinierte Vergabeverfahren hatten sich die beteiligten  Senatsverwaltungen gemeinsam mit Brandenburg und Koalitionspolitikern nach jahrelanger Debatte verständigt.

Der Zuschlag für beide Teilnetze ist nach einem Verhandlungsverfahren für Ende 2021 geplant. Die ersten Vorserien-Wagen sollen zur Erprobung ab 2026 fahren, die letzten Viertelzüge im Jahr 2033 den Betrieb starten. (kh)

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