Bargeld adé: Bezahldienst Google Pay startet in Deutschland. | Foto: Google

Bargeld adé: Bezahldienst Google Pay startet in Deutschland

Mit dem Deutschlandstart der Google Pay App wird nicht nur das Bargeld überflüssig, sondern auch die Geldkarte. Der Bezahldienst für Android-Betriebssysteme des Internetriesen Google ermöglicht kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone. Die Kreditkarte der eigenen Bank muss dazu mit Google Pay verbunden werden, der Rest wird automatisch übertragen. Mit der App kann ein Online-Kauf schneller abgeschlossen, aber auch in stationären Geschäften bezahlt werden. Google überträgt Rechnungs- und Lieferdaten automatisch, ist dabei jedoch lediglich die Schnittstelle zwischen Bank und Händler.

Die Deutschen, die beim Bezahlen bislang eher noch aufs traditionelle Bargeld oder die Geldkarte setzen, zeigen sich skeptisch. In eigener Sache ermittelte Google, dass hierzulande noch 51 Prozent der Zahlungen bar bezahlt werden, nur 46,6 Prozent mit Karte. Bis zu 120 schweißtreibende Klicks waren bisher für den Abschluss eines Online-Kaufs nötig. Mit Google Pay sind es nur noch drei.

Bezahldienst mit simpler Nutzung

Die drei Voraussetzungen für die Nutzung von Google Pay sind ebenso simpel wie offensichtlich. Für die Nutzung von Google Pay muss ein Android-Smartphone mindestens der Generation 5.0 verwendet werden. Der Kunde benötigt eine Kreditkarte und die Bank muss das neue Angebot von Google unterstützen. Mit an Bord sind bisher die Commerzbank, ihr Ableger Comdirect, N26 und der Bezahldienst Boon. Auch die Kreditkartenriesen Visa und Mastercard kooperieren. 90 Prozent ihrer kompatiblen Lesegeräte unterstützen bereits kontaktloses Bezahlen, bis 2020 sollen alle umgerüstet werden.

Google-Manager Spencer Spinnell beruhigt die Fans zudem: Man stünde erst am Anfang und lade generell alle Banken ein, sich anzuschließen. Für Online-Käufe kann der Dienst auch von Kunden anderer Banken genutzt werden. Der Trend geht nicht nur bei anderen Smartphone-Herstellern wie Apple und Samsung, die ein ähnliches Produkt längst auf den Markt brachten, in die Richtung. Auch Banken ziehen stetig nach.

Google Pay ist sicherer als Kreditkarte

Für Google ist Deutschland weltweit das 19. Land, in dem ihre Bezahl-App an den Start geht. Gebühren verlangt der sonst als Datenkrake bekannte Konzern weder von teilnehmenden Banken noch für den Download der App. Ziel ist es lediglich mit dem Angebot des Bezahldienstes zum Kauf eines Android-Smartphones zu bewegen. Auch werden die Daten des Nutzers nicht an Dritte weitergegeben, beteuert Google.

 

Ziel ist es mit dem Angebot des Bezahldienstes zum Kauf eines Android-Smartphones zu bewegen. | Foto: Google

Ziel ist es mit dem Angebot des Bezahldienstes zum Kauf eines Android-Smartphones zu bewegen. | Foto: Google

 

Da die Kreditkartennummer beim Kauf mit Google Pay weder auf der Karte, noch dem Display oder dem Kassenbon zu sehen ist, sei die Transaktion sogar sicherer. Um zu vermeiden, dass die Daten an die Händler gelangen, verwendet Google bei jedem Kauf eine Erkennungsmarke. Diese wird bei jeder Zahlung erneut individuell verschlüsselt, sodass sie für keine weitere Zahlung verwendet werden kann. Für Zahlungen bis 25 Euro muss das Handy jedoch nicht mal entsperrt werden. Ein kurzes Aufwecken des Displays genügt. Ab Beträgen von 25 Euro aufwärts muss die Zahlungen mit PIN-Code oder Fingerabdruck autorisiert werden.

Apple muss aufholen

Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone galt lange als misstrauisch beäugte Zukunftsvision. Umso erstaunlicher sind die bisherigen Kooperationen des Nischengeschäfts. Die Apps von Deliveroo, Ryanair und Flixbus verfügen bereits über eine Google-Pay-Funktion. Bekannte Kollegen wie HelloFresh, Mytaxi und sogar die App der BVG möchten nachziehen. Um mal schnell Milch zu holen reicht das Smartphone auch schon bei Lidl, Aldi-Süd und Kaufland aus. Den Fernseher gibt’s per Google Pay bei Media Markt oder Saturn – aber bitte mit Autorisierung!

 

Mit dem Start in Deutschland verschaffte sich Google einen Vorsprung gegenüber Apple. | Foto: Google

 

Mit dem Start in Deutschland verschaffte sich Google einen Vorsprung gegenüber Apple. Deren Produkt Apple Pay kam schon vor Google 2014 auf den Markt. Über eine Ankunft des Apple-Dienstes in Deutschland wird bislang nur spekuliert. 2018 könnte es laut Experten passieren, der Start könnte sich aber auch weiter verzögern. Ein Grund könnte der Anteil von 0,15 Prozent sein, den Apple bei jeder Transaktion abzweigen möchte, wie die Berliner Zeitung berichtete. (cn)

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