Mit mobilen Polizeiwachen ab sofort schneller im Einsatz. | Foto: pixabay.com

Abschreckung und Bürgernähe: Fünf mobile Polizeiwachen für Berlin

Am Alexanderplatz hat sich das Konzept schon eingespielt. Die Containerwache auf dem Platz, die Polizei-Ermittlungsgruppe „Alex“ und eine verbesserte Zusammenarbeit von Polizei und Staatsanwälten sei auf einem guten Wege, sagt Innensenator Andreas Geisel (SPD). Es gebe vermehrt Strafanzeigen, die Zahl der Gewalttaten in Mitte sinke. Heute will er fünf neue mobile Polizeiwachen vorstellen, die an Orten mit viel Kriminalität in Berlin vorfahren sollen. Mit den Mercedes-Benz-Sprintern will die Polizei präsent sein als Ansprechpartner für Bürger und Kriminelle abschrecken.

Die neuen Polizeibusse sind wie eine Polizeistation ausgestattet mit beleuchteter Markise, Klimaanlage, Kühlbox, Funkanlage, Notebook mit Anbindung ins Polizei-Datennetz und Scanner. Die mobilen Wachen sind mit drei Beamten besetzt und fahren jeden Tag für sechs Stunden verschiedene Kriminalitätsbrennpunkte an. Dazu werden bis zu zehn weitere Beamte in der Umgebung ausschwärmen. Allerdings warnt der Innensenator vor übertriebenen Erwartungen: „Dass die Kriminalität verschwindet, ist sehr unwahrscheinlich.“

 

Die neuen Polizeibusse sind wie eine Polizeistation ausgestattet. | Foto: Bundespolizei

Die neuen Polizeibusse sind wie eine Polizeistation ausgestattet. | Foto: Bundespolizei

 

Mobile Polizeiwachen an kriminalitätsbelasteten Orten

Als Hotspots wurden der Nollendorfplatz ausgewählt, wo täglich 13 Straftaten registriert werden, Vorplatz Staaken-Center an der Heerstraße in Spandau, das Märkische Zentrum am Wilhelmsruher Damm, der S-Bahnhof Schönweide und der Vorplatz U-Bahnhof Warschauer Straße, wo an die hundert Drogendealer aktiv sind. Im Vorfeld buhlten Politiker und Bürger um die Standorte. Allein in Spandau sammelten Anwohner tausend Unterschriften für diesen zusätzlichen Schutz.

Die mobilen Wachen sind seit längerem geplant. Flankierend zu der steigenden Anzahl von Polizeikräften hat Innensenator Geisel in den vergangenen eineinhalb Jahren die technische Ausstattung verstärkt und ihre Einsatzmöglichkeiten ausgeweitet. Mit seinen Vorhaben, die Videoüberwachung in der Stadt auszuweiten und an Orten mit viel Kriminalität Kameras fest zu installieren, stößt er jedoch auf Kritik der linken und grünen Koalitionspartner.

Mehr Befugnisse für Polizisten

Rund eine halbe Million Euro wurden in die fünf Busse investiert. An den kriminalitätsbelasteten Orten haben die Polizeibeamten mehr Befugnisse und können beispielsweise Menschen auch ohne einen konkreten Tatverdacht kontrollieren. (hf)

 

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.