DEKRA Technology Center: Baustein für die Mobilität der Zukunft | Foto: DEKRA e. V.

DEKRA Technology Center: Baustein für die Mobilität der Zukunft

Obwohl es bereits in der DDR die ersten Pläne dazu gab, eröffnete der Lausitzring im Landkreis Oberspreewald-Lausitz erst im Jahr 2000. Seitdem kämpft die Rennstrecke um den durchschlagenden Erfolg und blieb ein Sorgenkind.

Die DEKRA übernahm die Anlage 2017 komplett und will sie nun in eine sichere Zukunft führen. Welche Ziele damit verbunden sind, erläuterte uns Volker Noeske, Leiter des vor Ort ansässigen DEKRA Technology Centers.

Herr Noeske, welche Pläne verfolgt DEKRA mit der für viele überraschenden Übernahme des Lausitzrings?

Der Lausitzring wird – zusammen mit unserem bestehenden DEKRA Technology Center – das größte unabhängige Prüf- und Testzentrum für das automatisierte und vernetzte Fahren der Zukunft. Hier bieten wir Dienstleistungen für Fahrzeughersteller, Zulieferer, Behörden oder auch Ingenieurdienstleister an. Auf unserem Testoval in direkter Nachbarschaft zum Lausitzring sind wir seit einiger Zeit an unsere Grenzen gestoßen und es war klar, dass wir Kapazitäten ausbauen müssen. Als sich dann die Möglichkeit ergeben hat, den Lausitzring zu übernehmen, hat das natürlich optimal gepasst. Schon jetzt nutzen unsere Kunden die neuen Möglichkeiten, im Laufe dieses Jahres kommen zusätzliche mögliche Testszenarien hinzu.

Wie will DEKRA das angekratzte Image der Rennstrecke aufpolieren?

Ich glaube nicht, dass der Standort für unsere Zwecke ein Imageproblem hat. Unsere Kunden kennen DEKRA als verlässlichen Partner, der mit neutralem Sachverstand und Expertenkompetenz Fahrzeuge und Komponenten prüft. Dass wir dafür nun neben unseren bisherigen Testanlagen den Lausitzring zur Verfügung haben und in Zukunft hier praktisch alle Testszenarien für automatisiertes und vernetztes Fahren aus einer Hand anbieten können, ist ein absoluter Pluspunkt. Und während unter der Woche die Experten Fahrzeuge testen, gibt es an vielen Wochenenden Highlights für Publikum und Endkunden.

Welche Bedeutung haben DEKRA und Lausitzring für die Niederlausitz?

Wir rechnen schon damit, dass sich unser Engagement hier am Lausitzring eher positiv für die Region auswirkt. Man muss es ja auch mal so sehen: Für Tests mit neuen Fahrzeugen, die vielleicht noch nicht jeder sehen soll, hat es durchaus Vorteile, eher nicht dort unterwegs zu sein, wo das pralle Leben tobt. Und: Im Hochschul-Dreieck Dresden-Cottbus-Berlin finden wir gute Voraussetzungen vor, die Experten zu rekrutieren, die wir für unsere Arbeit brauchen. Interessant war auch zu sehen, wie stark nach unserer Ankündigung, den Lausitzring zu übernehmen, die Initiativbewerbungen angestiegen sind. Es gibt viele junge Ingenieure, die aus der Region kommen und in den alten Bundesländern arbeiten, etwa bei Fahrzeugherstellern und Zulieferern. Viele möchten gerne zurück in ihre Heimat – wenn es die entsprechenden Jobs gibt.

Welche Rolle spielen die Tests des DEKRA Technology Centers auf dem Lausitzring bei der Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte?

Wenn das automatisierte und vernetzte Fahren Erfolg haben und sein Potenzial für die Verkehrssicherheit ausspielen soll, steht und fällt das damit, dass die Systeme und Technologien sicher sind und zuverlässig funktionieren. Und genau das stellen Tests und Prüfungen, wie wir sie am Lausitzring durchführen, sicher. Insofern bieten wir hier einen ganz wesentlichen Baustein für die Mobilität der Zukunft an. (red)

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