Solarzellen | Foto: Pixabay

3,1 Millionen Euro Förderung für zukunftsweisende Solarzellen

Die Oxford Photovoltaics Germany GmbH, eine Tochtergesellschaft des britischen Unternehmens Oxford PV – The Perovskite Company, investiert knapp 15 Millionen Euro in die Errichtung einer Betriebsstätte zur Entwicklung, Herstellung und zum Vertrieb von Solarzellen in Brandenburg an der Havel. Bereits im November 2016 wurde zu diesem Zweck der ehemalige Forschungs- und Entwicklungsstandort von Bosch übernommen.

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit 3,1 Millionen Euro aus dem Programm Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW-G). Das Ziel ist der Aufbau einer Pilotlinie, um die von Oxford PV entwickelte Perowskit-Solartechnologie zur Marktreife zu bringen. Mit der Investition sind 18 neue Arbeitsplätze verbunden. Den Fördermittelbescheid haben Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber und Kerstin Jöntgen, Mitglied des Vorstandes der Förderbank ILB, in dieser Woche an das Unternehmen übergeben.

Britisches Unternehmen Oxford PV investiert in Brandenburg an der Havel

Minister Gerber erklärte beim heutigen Unternehmensbesuch: „Ich freue mich, dass die Oxford PV einen Standort in Brandenburg gewählt hat, um hier ihre neue Solartechnologie zur Marktreife zu bringen und Solarzellen ,made in Brandenburg‘ zu produzieren. Die Entscheidung des britischen Unternehmens belegt, dass unser Land attraktiv ist für innovative Hochtechnologie-Unternehmen – denn bei der Standortentscheidung konnte sich Brandenburg gegen zahlreiche andere internationale Standorte durchsetzen.

Für Brandenburg sprach neben gut ausgebauter Verkehrslogistik nicht zuletzt, dass hier hoch qualifizierte Mitarbeiter, insbesondere Entwicklungsingenieure, zur Verfügung stehen. Auch die große Expertise von Dienstleistern und Lieferanten in der Region im Photovoltaikbereich fiel bei der Entscheidung von Oxford PV für Brandenburg in die Waagschale. Ich bin überzeugt, dass sich die Produktionsstätte von Oxford PV zu einem Leuchtturm entwickeln wird, der Maßstäbe setzen und weit über die Region hinausstrahlen wird.“

Neuartige Perowskit-Solarzellen sollen hier zur Marktreife gebracht werden

ILB-Vorstandsmitglied Kerstin Jöntgen  sagte anlässlich der Ansiedlung in Brandenburg: „Wenn Hochtechnologie-Unternehmen in Brandenburg Produktionsstandorte aufbauen, dann ist das immer ein Grund zur Freude. Oxford PV hatte im Vorfeld intensiv nach einer Fertigungsstätte in den USA und Europa gesucht und sich aufgrund der hohen Anforderungen an Maschinen, Infrastruktur und Qualifizierung der Mitarbeiter letztendlich für Brandenburg als Standort entschieden. Damit erlebt auch die ehemalige Bosch-Produktionsanlage in Brandenburg an der Havel eine sinnvolle Nachnutzung.“

Solarzellen, die aus dem Mineral Perowskit gefertigt sind, weisen seit Beginn der Forschungen die höchste Leistungssteigerung aller Solartechnologien auf. Seit 2009 hat sich der Wirkungsgrad von vier Prozent auf knapp 23 Prozent gesteigert. Durch die vergleichsweise simple und preiswerte Herstellung sind Perowskit-Zellen die momentan vielversprechendste Weiterentwicklung im Bereich der Solartechnologien.

ILB Förderung ermöglicht Produktweiterentwicklung

Oxford PV plant, die Technologie in Form sogenannter Tandem-Solarzellen, die neben Perowskit auch aus Silizium bestehen, auf den Markt zu bringen. Damit kann der Wirkungsgrad weiter erhöht werden.

Frank P. Averdung, Chief Executive Officer von Oxford PV, ergänzte: „Die Förderung der ILB für die Pilotlinie in Brandenburg ermöglicht es uns, die Perowskittechnologie von der Laborgröße auf die marktübliche Wafergröße aufzuskalieren und schließlich bis zur Produktreife weiterzuentwickeln.
Mittelfristig wollen wir durch die Tandembauweise einen Wirkungsgrad von über 30 Prozent erreichen. Für die Markteinführung der Module wurde bereits eine Kooperation mit einem führenden Zell- und Modulhersteller geschlossen.“ (red)

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