Der Wohnungsbau ist 2018 angezogen | Foto: pexels, Dejan Tasic

2018 deutlicher Anstieg der Genehmigungen für Wohnungsbau

Gute Neuigkeiten: Die Neunmonatsbilanz des Statistischen Bundesamts (Destatis) verzeichnet ein deutliches Plus bei den Genehmigungen für den Wohnungsbau.

In den ersten neun Monaten von 2018 sind in Deutschland demnach 262.800 Wohnungen in Neu- und Bestandsbauten genehmigt worden. Das ist ein Plus von 2,3 Prozent (+6.000 Genehmigungen) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahlen beziehen sich sowohl auf den Neubau als auch auf Baumaßnahmen an bereits bestehenden Gebäuden.
Im Wohnungsneubau stiegen die Genehmigungen bis September um 3,2 Prozent auf 233.100 Einheiten. Dies sind 7.200 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Wie schon in früheren Destatis-Jahreszwischenbilanzen resultierte das Plus ausschließlich aus Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (+8,3 Prozent), während die Genehmigungszahlen bei den Ein- und Zweifamilienhäusern um 0,9 Prozent bzw. 4,4 Prozent sanken.

Keine Trendwende trotz Zunahme an Genehmigungen?

Auch wenn die Bilanz auf den ersten Blick positiv ausfällt, warnen große Branchenverbände wie der BFW, IVD sowie der ZIA vor zu viel Begeisterung.

So sieht der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen trotz des Anstiegs keine Trendwende, sondern befürchtet, dass der Anstieg nicht nachhaltig genug ist. „Fast 60% der BFW-Mitglieder haben bei der aktuellen Konjunkturumfrage weiterhin verschlechterte Rahmenbedingungen für den Neubau festgestellt“, so BFW-Präsident Andreas Ibel.

Jürgen Michael Schick, Präsident des Maklerverbands IVD, bezweifelt, dass die „erfreuliche Tendenz“ dem Regierungshandeln zuzuschreiben ist. Die bisherige wohnungspolitische Bilanz sei „eher enttäuschend“. Unter anderem bei der geplanten Sonder-AfA für bezahlbaren Wohnungsneubau gebe es erheblichen Nachbesserungsbedarf.

380.000 Wohnungen pro Jahr sind nötig

Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses, drängt auf ein Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz, um die Genehmigungszahlen weiter anzuheben. Nach Ansicht der Verbände müssten jährlich mindestens 380.000 neue Wohnungen auf den Markt kommen, um dem Wohnungsmangel zu begegnen.

Insgesamt lässt sich daher festhalten, dass trotz des positiven Trends das prominente Problem des Wohnraummangels in Deutschland nicht behoben ist. (red)

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.