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„Made in Berlin“ ist wieder gefragt
Die Berliner Wirtschaft kann sich gegen die Krise gut behaupten. | Foto: Patrick Robert Doyle on Unsplash

„Made in Berlin“ ist wieder gefragt

18. Oktober 2021

Der Spoiler direkt zu Anfang: Im kommenden Jahr kann sich das Berliner Wirtschaftswachstum um vier Prozent übertreffen. Wie kommt’s? Die Volkswirte der Investitionsbank Berlin (IBB) erwarten für die Hauptstadt nach einem Wachstum von 2,1 Prozent im ersten Halbjahr gegenüber den ersten sechs Monaten 2020 einen weiteren Schub in den letzten beiden Quartalen 2021. So kann demnach ein Bruttoinlandsprodukt für das Gesamtjahr für Berlin mit 3 Prozent gerechnet und das wirtschaftliche Niveau des Jahres 2019 damit zum Jahreswechsel 2021/2022 wieder erreicht werden.

Berlin trotzt der Krise – vor allem international

Dass Berliner Produkte gefragt sind, trotz Krise, zeigt die gestiegene Zahl der Berliner Industrieumsätze. Deutlich wird dies an den Zahlen der ersten sieben Monaten 2021, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent gestiegen sind. Selbst wenn man die die Umsätze zum Vorkrisenniveau 2019 vergleicht, stiegen diese dennoch um 4,8 Prozent.

Auf internationaler Bühne erfahren die Berliner Exporte einen Zuwachs durch den starken Aufschwung in den USA und China. Hier konnten die Produkte der Hauptstadt um 13,8 Prozent im ersten Halbjahr 2021 zulegen.

„Die Berliner Wirtschaft beweist ihre Widerstandsfähigkeit. Die Industrie und der Außenhandel konnten das Vorkrisenniveau bereits wieder einholen, und die Auftragsbestände in der Bauindustrie befinden sich auf einem 20-jährigen Rekordhoch.“ hebt Dr. Hinrich Holm, Vorsitzender des Vorstands der IBB hervor.

Doch nicht alle können profitieren

Holm weist jedoch auch auf gegenwärtige und zukünftige Risiken hin: „Warnzeichen sind der zunehmende Fachkräftemangel sowie Lieferengpässe, z.B. bei Halbleitern und Baustoffen, die das Wachstum im zweiten Halbjahr ausbremsen können.“

Neben diesen Risiken kämpfen einige Teile der Berliner Wirtschaft noch sehr mit den Auswirkungen der Krise, etwa das Berliner Gastgewerbe. Hier sanken die Umsätze in den ersten sieben Monaten um 47,4 Prozent. Auch im nationalen und internationalen Tourismus kam es zu einem wiederholten Stillstand. Dort brachen die Gästezahlen von Januar bis Juli um 54,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein.

Die positive wirtschaftliche Entwicklung kann nicht über die Schwierigkeiten und Herausforderungen einiger Wirtschaftszweige hinwegtäuschen und dass die Krise nicht für alle eine Chance ist. (kk)