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WoMoKo: Mietkosten vs. Transportkosten – Was ist günstiger?

Egal ob auf dem Land oder in der Stadtmitte: Beide Arten des Wohnens können ihre  Schattenseiten haben. Möchte man Berliner Stadtleben und Lifestyle in vollen Zügen genießen, begegnen einem dementsprechend hohe Mietkosten, dafür kann man mit öffentlichen Verkehrsmittel relativ günstig von A nach B fahren. Wohnt man dagegen etwas außerhalb Berlins, gibt man das Gesparte durch die verhältnismäßig niedrigen Mietkosten direkt wieder für die lange Strecke in die Stadt aus.

Was ist nun günstiger? Das Stadtleben oder das Vorstadtleben ? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben Berlin und Brandenburg ca. 150.000 Euro aufgebracht, um in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg VBB das Programm WoMoKo (Wohn-und Mobilitätskostenrechner)  zu entwickeln.

Was ist WoMoKo?

Wie funktioniert also das Programm WoMoKo? Das Konzept basiert auf einem Zusammenspiel zwischen belegbaren Daten und Schätzungen. Das Fundament der Mietkosten sind die Zahlen der im Durchschnitt aufkommenden Immobilienkaufpreisen und Nettokaltmieten, mit Berücksichtigung der Nebenkosten wie Strom- und Wasserverbrauch, Heizkosten und so weiter.

Um die Kosten für die  Autos zu ermitteln, hat sich WoMoKo an den ADAC gewandt, die in einer Kostenaufstellung Daten wie Anschaffungspreis, Reparaturkosten, Steuern u.ä. aufgelistet haben. Wie genau das Programm tatsächlich ist, wird deutlich wenn man sieht, welche Faktoren weiterhin berücksichtigt wurden. So spielen  auch die

Zulassungsdaten des Kraftfahrtbundesamtes mit der sich zwischen verschiedenen Fahrzeugtypen wählen lässt, eine wichtige Rolle bei der Analyse.

Die Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel sind dagegen etwas leichter zu ermitteln, da die Tarifpreise im VBB festgelegt sind und das Jahresabo dementsprechend auf den Monat gerechnet werden kann. Der Vorteil liegt laut Staatssekretär Jens-Holger Kirchner darin, dass „die Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel im Vergleich zu der Autoentwicklung wesentlich überschaubarer bleiben.“

Die Chefin des VBB Susanne Henckel sagt, dass das Konzept der WoMoKo, durch die detaillierte Analyse und Berücksichtigung vieler Aspekte für viele Menschen eine immense Hilfestellung sein kann,  da die Kostenunterschiede verschiedener Standorte deutlich werden.

Auto oder Nahverkehr?

Wer den günstigsten Weg zu seiner Arbeit, den Freunden oder sonstigen Plätzen finden möchte, muss das Programm einmal für die öffentlichen Verkehrsmittel und einmal für das Auto  verwenden.

Zwar bietet das Konzept viele und detaillierte Analysen, allerdings findet es auch seine Grenzen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, eine Kombination aus Auto und Nahverkehr zu erstellen, auch die Informationen über den günstigeren Wohnort sind mit WoMoKo nicht zu ermitteln.

Allerdings befindet sich die Entwicklung des Programms noch in der Anfangsphase. Laut Staatssekretärin Ines Jesse vom Infrastrukturministerium kann WoMoKo bisher lediglich im Osten, wie Frankfurt (Oder); Rheinsberg im Norden, Rathenow im Westen und Lübben im Süden, verwendet werden. Das Ziel ist allerdings, das Programm deutlich zu erweitern und schließlich auf ganz Deutschland auszudehnen.

Die Konkurrenz schläft nicht

In den Großstädten München und Hamburg gibt es ähnliche Programme, die sogar eine noch genauere Analyse darbieten. So lässt sich zum Beispiel die Uhrzeit für die günstigste Fahrt des Nahverkehrs ermitteln. Ein weiterer Faktor ist das Berechnen der Wohn-und Mobilitätskosten nach der Eingabe des Arbeitsplatzes. Das Resultat verwundert kaum: Das Leben in Hamburg ist teurer als das in Berlin. (red)

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