Wieder mehr Menschen in Berlin ohne Job

Die Zahl der Arbeitslosen in Berlin ist im Januar saisonbedingt gestiegen. 182 502 Männer und Frauen waren als arbeitsuchend gemeldet, 9898 mehr als im Dezember, wie die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,6 Punkte auf 9,8 Prozent.

Damit verharrte die Quote jedoch wie im Vormonat 0,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

„Die Zahl der Arbeitslosen hat in Berlin wie in Brandenburg spürbar zugenommen“, sagt Andreas Fleischer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB). „Das ist aber kein Grund zur Beunruhigung. Der Aufschwung in der Hauptstadtregion wird auch weiterhin neue Stellen schaffen. Verantwortlich für die leichte Eintrübung ist erstens der Saisoneffekt durch den Winter. Zweitens suchen nun immer mehr Geflüchtete eine Beschäftigung. Bei den arbeitslosen Ausländern ist die Arbeitslosigkeit deutlich um 6,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat gestiegen. Diese Menschen bekommen am ehesten eine Chance auf eine Arbeit oder eine Ausbildung, wenn die Politik den Arbeitsmarkt nicht mit noch mehr Regulierungen und Eingriffen überzieht.“

Nicht alle Menschen ohne Job werden bei der Arbeitslosenzahl mitgezählt, darunter ältere Langzeitarbeitslose, Teilnehmer von Fort- und Weiterbildungen, Flüchtlinge in Sprachkursen und Menschen, die sich nicht arbeitsuchend melden. Die sogenannte Unterbeschäftigung mit allen Betroffenen lag im Januar bei 253 044, das waren 7422 Frauen und Männer mehr als im Dezember.

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt Dr. Marion Haß, Geschäftsführerin Wirtschaft & Politik der IHK Berlin:  „Der Berliner Arbeitsmarkt sendet die ersten Frühlingsboten schon im Januar. Trotz saisonbedingten Wachstums der Arbeitslosenzahlen verbessert sich die Arbeitslosigkeit weiter strukturell. Davon profitieren insbesondere jugendliche Arbeitslose. Innerhalb von nur acht Jahren hat sich deren Zahl halbiert. Die entsprechende Arbeitslosenquote stabilisiert sich mittlerweile auf einstelligem Niveau. Diese Entwicklung ist nicht nur ein Ergebnis der guten Konjunktur, sondern auch der ungebrochenen Ausbildungsbereitschaft der Berliner Wirtschaft. Wir sehen aktuell ein Rekordangebot an Ausbildungsplätzen. Um diese Stellen besetzen zu können, müssen die Jugendberufsagenturen mit mehr finanziellen Mitteln für eine aufsuchende Beratung ausgestattet werden. Entsprechende Konzepte liegen auf dem Tisch. Wir erwarten vom neuen Senat nun ein klares Bekenntnis zur Stärkung der beruflichen Bildung.“ (ak)
 

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