Wie sicher sind öffentliche WLAN-Netze? Datenschutz in Berlin

Das Internet nimmt im Alltag einen immer größeren Stellenwert ein. Es ersetzt die Funktionen von Tageszeitungen, Telefon, Briefkasten und Postamt, von medizinischer Beratung, Supermarkt und Boutique. Lerninhalte, Hausaufgaben, Fort- und Weiterbildungen, sogar der berufliche Alltag wird über das Internet abgehandelt. Dieser Text ist das beste Beispiel dafür: Ohne Internet geht es nicht. Deutschland hinkt im Netzausbau im europaweiten Vergleich hinterher. Insbesondere in ländlichen Regionen gibt es immer noch keinen flächendeckenden zuverlässigen Zugang zum Netz, zumindest keinen mit ernstzunehmenden Übertragungsraten. Wenn das Laden einer einfachen, textbasierten Internetseite ohne eingebundenes Audio- und Videomaterial einige Minuten dauert, kann man nicht wirklich von einer Verbindung sprechen – eher von einer Aussicht auf Verbindung.

Städte sind besser dran

Die großen deutschen Städte machen es vor: Gute Internetverbindungen sind auch in Deutschland technisch möglich. Allerdings fehlen auch hier stellenweise noch die öffentlichen WLAN-Netze. Ein Hindernis im Ausbau der frei verfügbaren Netze in Hotels, Cafés und auf Ämtern, in Schulen und Bibliotheken ist die Störerhaltung. Bislang war es in Deutschland so, dass der Anbieter des WLAN-Netztes, also derjenige, auf dessen Namen die Internetanbindung gemeldet ist, für die Up- und Downloads innerhalb des Netzwerkes verantwortlich gemacht werden kann. Wer also ein öffentliches WLAN anbietet, haftet unter Umständen für illegal geteilte Inhalte. Das ist abschreckend. Allerdings bieten auch in Berlin bislang schon einige Etablissements für ihre Gäste WLAN an, Cafés, Restaurants, Bistros und Hotels beispielsweise. Die Zugänge sind per Passwort geschützt, so dass wirklich nur die Kunden, die das Passwort erfragen, Zugang erhalten. Zugunsten eines Ausbaus der öffentlichen Netze will die Bundesregierung künftig die Regeln etwas ändern, die Störerhaltung soll gelockert werden. Dadurch müssen die Anbieter der Hotspots keine juristischen Abmahnungen mehr fürchten, die bislang mit sehr hohen Kosten verbunden waren.

Berlin ist hier Vorreiter: Bis Ende 2016 waren 650 Access Points installiert, die öffentlich genutzt werden können. Die Hälfte dieser Zugangspunkte befindet sich in Gebäuden, die andere Hälfte ist outdoor verfügbar. Gefördert wurde das Projekt vom Berliner Senat mit einer Anschubfinanzierung, weitere Geldmittel konnten über Werbepartner eingetrieben werden.

Eine Frage der Sicherheit

Öffentliche WLANs, die die Nutzung ohne Eingabe von Passwörtern ermöglichen, sind nach wie vor ein Sicherheitsrisiko. Den Nutzern wird empfohlen, keine persönlichen Daten einzugeben. So attraktiv das Shoppen, die Bankgeschäfte und der berufliche Alltag im Café auch sind: Sie sind in Sachen Datenschutz nicht vertretbar. Denn in offenen Netzwerken können alle Nutzerdaten, die verwendet werden, einfach abgefangen werden. Hotels, Bahnhöfe und andere Orte, die insbesondere von Touristen stark frequentiert werden, sind natürlich für öffentliche WLAN-Netze besonders wichtig. Denn da, wo Menschen zusammenkommen, nutzen sie das Internet, vor allem zur Information und Orientierung. Wer ein öffentliches WLAN nutzen will, sollte sich vergewissern, dass es ein seriöses Angebot ist. Offizielle Netzwerke zeigen auf der Startseite oft ein Logo oder ein Anmeldefenster, die mit den Hinweisschildern der Umgebung übereinstimmen. Die Datenübertragung sollte verschlüsselt stattfinden.

Computer und mobile Endgeräte sollten auf keinen Fall automatisch und ohne Rückmeldung nach freien WLANs suchen, denn auch da werden oft unsichere Netzwerke genutzt. Die manuelle Suche und sorgfältige Selektion ist wichtig. Wichtig auch: Einmal genutzte öffentliche WLANs danach unbedingt aus der Liste der bekannten Netzwerke löschen. Das muss bei den meisten Systemen auch manuell geschehen und kann nicht voreingestellt werden. Steht kein verschlüsseltes öffentliches Netz zur Verfügung, kann eine Software zur Verschlüsselung auf dem eigenen Gerät genutzt werden, beispielsweise in VPN. Das gibt es für alle Geräte und alle Systeme und ist schnell installiert.

Zuverlässige DSL-Provider gesucht

Ein WLAN ist nur dann interessant, wenn die Übertragungsrate stimmt. Ob für die Einrichtung eines öffentlichen WLAN oder eines privaten Netzes zu Hause, es gilt immer, dass der Provider für die Übertragungsgeschwindigkeit r muss. Vergleiche, welcher Vertrag was beinhaltet und wie hoch die Kosten der Provider sind, ob es zu einer Drosselung kommen kann und mehr bieten Vergleichsportale im Internet. Für einen ersten Überblick sind diese Seiten interessant, ob das Angebot tatsächlich am Standort so verfügbar ist, muss individuell erfragt werden. Denn auch in Städten wie Berlin sind die Kapazitäten der verlegten Datenkabel noch nicht optimal, sondern stark straßenzugsabhängig.

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