Limitierte Produkte in einem Pop-up Store und Abwechslung für den Kunden | Foto: pixabay.com

Pop-up Stores mischen das Berliner Gewerbe auf

Pop-up Stores haben nichts mit ungeliebter Werbung am Computer zu tun und es handelt sich dabei auch nicht um Probierhäppchen am Stiel. Vielmehr geht es um ein für Kundschaft und Unternehmen gleichermaßen interessantes Werbe- und Verkaufskonzept – den Laden auf Zeit. In Berlin gewinnen die Stores immer mehr an Bedeutung und mischen das Berliner Gewerbe auf.

Der Standort ist das Experiment

Als Pop-up Store bezeichnet man allgemein ein Geschäft, das auf kurzfristig leerstehenden oder ungenutzten Gewerbeflächen für einen befristeten Zeitraum betrieben wird. Dabei handelt es sich um ein temporäres und zum Teil exklusives Einzelhandelsgeschäft. Der Aufbau kann sehr unterschiedlich gestaltet sein, von einem Lagerverkauf bis zu einer Boutique ist alles möglich.

Kleine Verkaufsflächen an etablierten Standorten ermöglichen es Start-ups und jungen Unternehmen, Ideen, Konzepte und Produkte mehr oder weniger unverbindlich und ohne das Risiko größerer Verluste zu testen. Das lohnt sich auch dann, wenn ein Online-Shop ins Offline-Segment expandieren will. Um das zu erreichen, lässt der neue Trend Werbefachleute kreativ werden und Kunden auf abwechslungsreiche Shoppingtouren gehen.

 

Pop-Up Stores mischen das Gewerbe auf | Foto: Wikimedia Commons/Alexmaresgarcia

Pop-up Stores mischen das Gewerbe auf | Foto: Wikimedia Commons/Alexmaresgarcia

 

Ein Konzept für Unternehmen und Kunden

Unternehmen nutzen dieses Konzept häufig, um zu testen ob sich eine Standortexpansion an einem bestimmten Ort lohnt. Wie entwickelten sich die Verkaufszahlen? Nimmt die Kundschaft den Laden an oder kann sie vielleicht sogar ausgebaut werden? Welche Zielgruppe wird genau bedient? Der „Laden auf Zeit“ beantwortet viele dieser potenziellen Fragen und gibt Erfahrungswerte mit auf den Weg.

Da Pop-up Stores als alternative Werbemaßnahmen oft genug mit Sonderangeboten und Rabatten einhergehen, profitiert die Kundschaft ebenfalls. Durch die teilweise limitierte Ware der Stores, wird eine schnelle und hohe Nachfrage generiert.

Der Pop-up Store als Nische

Der erste Pop-up Store Amerikas wurde 1997 eröffnet, doch in Deutschland kam die Idee erst 2015 richtig an. Das Konzept funktioniert jedoch nicht für jede Branche gleichermaßen. So sind die meisten Stores dieser Art in der Gastronomie und Modeindustrie in Betrieb. Ein bekanntes Beispiel für ein Pop-up Store in Deutschland ist die Bekleidungshauskette Peek & Cloppenburg. Das Konzept des Unternehmens fokussierte sich Anfang des Jahres auf Produkte, die in anderen Geschäften selten zu finden waren. Hierbei stellte man neue Marken und Kollektionen-Highlights vor, die auf aktuelle Themen abgestimmt waren. Peek & Cloppenburg verbindet nicht nur die Eigenmarke mit dem Vertrieb von weiteren international etablierten Marken, sondern auch traditionelle Standorte mit Online-Shopping. Nach der Eröffnung des ersten Hauses in Düsseldorf, wurde eine weitere Filiale 1901 in Berlin eingeweiht. Inzwischen ist das Unternehmen in Berlin acht Geschäftsstellen stark und setzt sich außerdem für faire Produktionsstandards sowie sozialverträgliches Handeln ein. Im Online-Magazin können sich Kunden über aktuelle Trends informieren und Inspirationen für die eigene Sommermode schöpfen.

 

Experiment Standort - die Hackeschen Höfe Berlin | Foto: pixabay.com

Pop-up Store Experiment Standort – die Hackeschen Höfe Berlin | Foto: pixabay.com

 

Zur Fashion Week  wird der Naturkosmetikhersteller Lavera in der Mall of Berlin für neun Tage einen Store eröffnen. Dieser lockt mit herkömmlichen Produkten der Marke, sowie einem Labor, in dem der Kunde eigene Duschgels und Lippenstifte kreieren kann. Auch die zentral gelegenen Hackeschen Höfe bieten immer wieder Abwechslung durch temporäre Verkaufsexperimente. Aktuell hat Dr. Bronner’s dort einen Store eröffnet, in dem tierversuchsfreie Körperpflegeprodukte zu finden sind. (ta)

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