Verkehrspolitik Berlin: Wie sicher sind eigentlich Fußgänger?

Der Schutz schwacher Verkehrsteilnehmer ist leider in der Hauptstadt bisher nur ein Randthema, Personenschäden müssen aktiver vermieden werden. Obwohl seit Anfang des Jahres die Sicherheit von Fahrradfahrern in der Berliner Verkehrspolitik vermehrt berücksichtigt wurde, fehlt der Schutz für Fußgänger. Dabei zeigen zwei Beispiele, wie notwendig entsprechende politische Maßnahmen sind.

Haltestellen bieten keinen Schutz für Fußgänger

Mitte Oktober kam ein PKW von der Fahrbahn ab und raste ungebremst in eine Tram-Haltestelle. Eine 57-jährige starb noch am Unfallort und zwei weitere Fahrgäste wurden schwer verletzt (BZ Artikel).

Der Unfallwagen in der Straßenbahn-Haltestelle (Foto: spreepicture)

Der Aufbau einer Tram-Haltestelle, Bushaltestelle oder allgemein die Fußgängerbereiche der Hauptstadt bieten wenig Schutz. Bisher gab es nur Konzepte, zuletzt das vom Senat verabschiedete Verkehrssicherheitsprogramm „Berlin Sicher Mobil“ 2020, um den Fahrradverkehr sicher zu gestalten. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise die Haltestellen massiver zu konstruieren oder Poller zu setzen.

Poller oder kein Poller, das ist hier die Frage

Seit dem Anschlag am Breitscheidplatz ist die Thematik noch weiter in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Betonpoller sind mittlerweile eine Auflage der Berliner Polizei zum Schutz von Weihnachtsmärkten. Allerdings sind sich Dekra Experten und Polizei über diese Sicherheitsmaßnahme uneinig. Experten konnten in verschiedenen Crashtests beweisen, dass selbst Betonpoller Fußgängern nur mäßigen Schutz bieten. Effektiver wären Poller, die fest in der Straße verankert werden müssen. Seit April diesen Jahres liegen die Ergebnisse vor, aber der Senat reagierte bisher nicht. Warum auch weiterhin mögliche Personenschäden billigend in Kauf genommen werden, bleibt fraglich. (red)

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