Unter den Linden soll Fußgängerzone werden

Rot-Rot-Grün, zur Erinnerung, möchte ja gut regieren und mehr mit den Bürgern kommunizieren. Doch jetzt geht es in erster Linie um die Touristen. Die sollen künftig ungestört vom Individualverkehr auf dem Boulevard Unter den Linden flanieren. Die geplante Sperrung sorgt im Vorfeld für heftige Kritik, fragt man sich, wie der Verkehr dann in Berlins ohnehin staugeplagten Mitte fließen soll.

Dass Metropolen weltweit den Autoverkehr aus den Innenstädten verbannen, ist nicht neu und auch nicht schlecht. In Berlin ist aber ein verkehrspolitisches Gesamtkonzept schwer erkennbar. Im Bereich Mühlendamm/-Gertrauden- und Grunerstraße wird es durch einen zusätzlich geplanten Umbau sowieso schon eng. Kritiker haben zudem Einwände gegen den beabsichtigten Straßenbahnbetrieb auf der Leipziger Straße. Berlins autofahrende Bürger müssen durch die geplanten Maßnahmen mit weiteren Einschränkungen leben. Kommen dann noch die regelmäßigen Sperrungen durch Veranstaltungen hinzu, heißt es bald wieder: Nichts geht mehr.

Unternehmerverbände sorgen sich zunehmend darum, dass sich diese Art der Verkehrspolitik negative auf die Wirtschaft auswirkt. „Eine solche Sperrung würde für Handel und Gastronomie sehr weitreichende negative Folgen haben. Das gilt auch für die Belastung der Anwohner“, sagte Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), am Freitag in Berlin.  „ Wir fordern eine gründliche Untersuchung der mittel- und langfristigen Folgen eines solchen Eingriffs, bevor derart weitreichende Vereinbarungen getroffen werden.  Das Herz Berlins darf nicht zum verkehrspolitischen Experimentierfeld werden. Wir brauchen ein Konzept für einen besser fließenden Verkehr auf Straße und Schiene statt Scheinlösungen.“

Einen Finanzierungsvorbehalt gibt es für die Fußgängerzone Unter den Linden nicht. Bezahlen sollen nämlich die Berliner Verkehrsbetriebe.

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