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Sanus AG: Neubau ist die einzige Option

Die SANUS AG, gegründet 1996, ist eines der führenden Immobilienunternehmen in der Hauptstadt. Das Unternehmen realisiert als Projektentwickler zahlreiche Neubauprojekte in den Segmenten mittleres und gehobenes Wohnen. Seit ihrer Gründung hat die SANUS AG in Berlin mehr als 5.000 Einheiten realisiert.

Herr Nehls, der Berliner Immobilienmarkt gilt als überhitzt. Immer mehr Menschen strömen in die Stadt, die Preise steigen rapide, der Wohnungsleerstand liegt nur noch bei knapp über einem Prozent. Was muss aus Ihrer Sicht unternommen werden?

Ganz einfach: Es muss neu gebaut werden, das ist die einzige Option! Das ist Fakt und wird auch von niemandem bestritten. Auch Senatorin Lompscher hat sich dazu unmissverständlich geäußert. Die Frage ist also nicht, was getan werden muss, sondern wie es getan werden kann. Die Preise sind gestiegen, weil die Nachfrage immer größer wird. Das ist das Einmaleins der Marktökonomie. Es wird nur gelingen, Druck vom Kessel zu nehmen, indem zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird.

Kürzlich hat die Bausenatorin neue Zahlen vorgelegt, die von einem zusätzlichen Bedarf von 194.000 Wohnungen bis 2030 ausgehen. Ist das überhaupt zu schaffen?

Diesen prognostizierten Wohnungsbedarf in einem relativ überschaubaren Zeitraum zu befriedigen, ist sicherlich eine Mammutaufgabe, die aber lösbar ist. Voraussetzung ist, dass alle Beteiligten, also die Politik, die städtischen Wohnungsbaugesellschaften und private Investoren Hand in Hand arbeiten. Auch die Bürger sind dabei gefragt. Wir legen großen Wert darauf, alle unsere Projekte transparent durchzuführen und auf den Bedarf der Menschen auszurichten.

Siegfried Nehls, Gründer und Vorstand der SANUS AG | Foto: SANUS AG

Siegfried Nehls, Gründer und Vorstand der SANUS AG | Foto: SANUS AG

Wie geht die SANUS AG diese Aufgaben an und was sind aktuell die wichtigsten Projekte für Ihr Unternehmen?

In jüngster Zeit haben wir den Fokus verstärkt auf den Neubau gelegt. Ganze Quartiere werden durch die SANUS AG neu entwickelt. 2016 haben wir ein Neubauensemble in der Seesener Straße in Charlottenburg fertiggestellt. Über 200 Wohneinheiten, verteilt auf gut 16.000 Quadratmeter. Aktuell planen wir ein neues Stadtquartier in der Greifswalder Straße in Pankow. Das Projekt sieht vor, bis 2022 an dem Standort über 400 Wohnungen auf insgesamt fast 36.000 Quadratmetern zu realisieren. Das ist aus meiner Sicht der einzig gangbare Weg, um der Wohnungsnot zu begegnen: Die Entwicklung neuer Quartiere auf ehemaligen Brachen und damit die Schaffung neuen Wohnraums.

Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für die zunehmende Attraktivität Berlins?

Dafür gibt es sicher viele Gründe. Um einige zu nennen: Berlin ist die Hauptstadt und hat damit per se eine große Anziehungskraft, vor allem auch für junge Menschen. Die Stadt gilt als hip, schick, bunt und lebendig. Die Wirtschaft hat angezogen und Berlin ist die Startup- City. Auch international hat sich der Stellenwert Berlins deutlich erhöht. Für ausländische Anleger ist die Stadt mittlerweile sehr interessant geworden. Im Übrigen ist das ja ein Zustand, den sich Berlin immer gewünscht hat: Internationales Flair, in einem Atemzug mit Metropolen wie London oder Paris genannt zu werden. Die Metropole ist auf einem guten Weg, was eben dazu führt, dass es die Menschen hierher zieht.

Was meinen Sie: Geht die Party weiter oder droht ein böser Kater?

Der Berliner Immobilienmarkt hat noch viel Potenzial und die internationale Anziehungskraft wird weiter zunehmen. Die Preise sind gestiegen, aber Berlin hat viel Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Metropolregionen. Für Investoren wird die Stadt weiter interessant bleiben, da eine Abschwächung dieses Trends nicht sichtbar ist und die Preise werden damit weiterhin steigen. Eine Immobilienblase ist aus meiner Sicht daher nicht zu befürchten. (ak)