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China macht es vor, Berlin macht es nach: Die Hauptstadt soll künftig mit Elektrobussen ausgestattet werden

China ist zwar nicht auf dem neuesten Stand was die Technik im Straßenverkehr betrifft, dennoch sind sie der deutschen Hauptstadt in einem Punkt weit voraus: Rund 5.000 Elektrobusse sind auf Chinas Straßen unterwegs. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop besuchte während ihrer Delegationsreise die Stadt Peking, um sich genauer über die Thematik zu informieren. Dafür schaute sie sich am 18.04.2018 einen großen Betriebshof für Elektrobusse, Xiaoying Bus Terminal im Chaoyang Distrikt an.

China zeigt Ramona Pop wie das mit den Elektrobussen funktioniert

State Grid, dem gigantischen staatlichen Netzbetreiber, der für 80 Prozent der Energieversorgung von 1,3 Milliarden Chinesen zuständig ist, erklärte, dass im Xiaoying Bus Terminal die größte und leistungsfähige Ladestation der Welt vorhanden sei. 30 Busse der staatlichen Marke Foton, die mit Daimler kooperiert, können dort gleichzeitig aufgeladen werden. Das vollständige Aufladen beträgt nur 20 Minuten.

Die Crème de la Crème des Unternehmens Foton kamen zu dem Treffen mit der Senatorin. Begrüßt wurde Pop von Liang Zhaowen, Staatssekretär und eine wichtige Führungsposition der Foton-Nutzfahrzeugsparte. Auch Gary Gao, Foton-Manager, war anwesend. Voller Stolz präsentierten sie die Anlage, in der die ganzen Busse an den Ladesäulen zu finden waren. Insgesamt beläuft sich die Kapazität auf 360 Kilowatt. Laut mitgereister Energieexperten würde diese Menge für die Stadt Berlin nicht tragbar sein. Die Frage von Pop, wie stark die Leitung sei, die diese immense Strommenge zur Verfügung stellt, wurde leider nicht richtig beantwortet.

BVG will Elektrobusse auf Berlins Straßen bringen

BVG Chefin, Sigrid Nikutta und Senatorin Pop waren beide von der Vorstellung der Elektrobusse in Peking begeistert. Die rot-rot-grüne Koalition ist seit längerem versucht die Berliner Luft zu verbessern. Gleichzeitig würde dadurch der Lärmpegel auf den Straßen immens verringert werden. Eine erste Ausschreibung für 30 Elektrobusse wurde bereits durchgeführt. Zu einer Zusammenarbeit mit Foton kam es jedoch nicht. Laut Gao ist die Firma daran orientiert, ganze Lösungen zu finden und nicht vereinzelt Busse zu verteilen. Im Sommer 2018 sollen laut Nikutta die nächsten 30 Busse ausgeschrieben und die hauseigene Flotte soll somit stetig auf emissionsarme Antriebe umgestellt werden.

Hierzulande sind die Hersteller noch nicht wirklich überzeugt von den Elektrobussen. Es müsse noch viel erprobt und erforscht werden, bevor man sich an den Zahlen Pekings orientieren kann. Elektrobusse fungieren in Deutschland bisher lediglich als Modellprojekt. Bevor man sie bedenkenlos auf Deutschlands Straßen einsetzen darf, müssen diesbezüglich noch einige Technikfragen geklärt werden. (ls)

Bombenentschärfung am Hauptbahnhof: Verkehrschaos droht

Am Freitagmorgen wird in der Nähe des Hauptbahnhofs eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Tausende Menschen müssen in einem Sperrkreis von ca. 800 Metern rund um den Fundort in der Heidestraße aus Wohnungen, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen evakuiert werden.

Zudem wird der Verkehr rund um den Hauptbahnhof vollständig lahm gelegt und es halten zwischen 10 und 14 Uhr keine Züge dort. In der Hauptstadt droht daher ausgerechnet vor dem Start ins Wochenende ein massives Verkehrschaos.

Fliegerbombe an der Heidestraße entdeckt

Am vergangenen Samstag, den 14. April 2018, stoß ein Kranführer bei Bauarbeiten an der Heidestraße auf eine Bombe. Bei dem Blindgänger handelt es sich um eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. „Ihr Zustand ist sicher; es besteht keine unmittelbare Gefahr“, teilte die Polizei mit.

Da die Bombe nah einer Tankstelle und an Berlins wichtigstem Verkehrsknotenpunkt liegt, muss sie so schnell wie möglich entschärft werden.

In Berlin droht Verkehrschaos

Wie die Polizei mitteilte, wird ab 09.00 Uhr ein 800 Meter weiter Sperrkreis um den Fundort eingerichtet. Die Züge der Deutschen Bahn werden ab 10.00 Uhr am Hauptbahnhof ohne Halt durchfahren. Ab 11.30 Uhr wird der Zugverkehr am und um den Bahnhof dann vollständig eingestellt. Betroffen sind die S-Bahnlinien S3, S5, S7, S75, S9, die U-Bahnlinie U55 sowie die Tramlinien M5, M8, M10. Während der Nahverkehr eingestellt wird, kommt es im Fern- und Regionalverkehr lediglich zu Umleitungen und Unterbrechungen.

 

Ab 11.30 Uhr wird der Zugverkehr am und um den Hauptbahnhof vollständig eingestellt | Foto: Pixabay

Ab 11.30 Uhr wird der Zugverkehr am und um den Hauptbahnhof vollständig eingestellt | Foto: Pixabay

Darüber hinaus ist auch der Luftverkehr am Flughafen Tegel betroffen. „Für den Zeitraum der Entschärfung wird der Flugverkehr für landende Maschinen in beiden Flugrichtungen eingestellt“, sagte der Flughafensprecher Daniel Tolksdorf. Während die Autofahrer Umwege fahren müssen, empfiehlt die Polizei, dass die Anwohner zum Zeitpunkt der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen.

Auch Krankenhäuser und Behörden befinden sich im Sperrgebiet

Im Bereich des Sperrgebietes befindet sich auch die Charité. Daher müssen der nordwestliche Bereich des Campus Charité Mitte, wenige ambulante Bereiche, Teile der Verwaltung und 40 stationäre Betten evakuiert werden. Das Bettenhaus sei allerdings nicht betroffen. Bis zu tausend Patienten müssen das Gelände der Universitätsklinik verlassen.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundeswehrkrankenhaus, der Bundesnachrichtendienst sowie die Berliner Stadtmission befinden sich im Radius und müssen geschlossen werden. Zur Zeit der Entschärfung wird das Bezirksamt zwei Notunterkünfte in der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule an der Quitzowstraße 141 und an der Grundschule Neues Tor, Hannoversche Straße 20 einrichten.

Wie lange die Bombenentschärfung dauern wird und wie viele Menschen von der Aktion betroffen sind, lässt sich noch nicht sagen. (dn)

„FahrradStadtBerlin“ – Senatorin zeichnet Verdienste um den Radverkehr aus

Zum neunten Mal in Folge vergab die Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, am Sonnabend, den 14. April 2018, die Auszeichnung „FahrradStadtBerlin“.

Im Rahmen der Eröffnung der Fahrrad-Messe VELOBerlin wurden die Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet. Geehrt wurden Personen, die sich vor allem im Bereich der Motivation und Kommunikation so engagieren, dass sie Impulse für eine noch stärkere Nutzung des Fahrrades in Berlin setzen.

Preisträgerinnen und Preisträger der „FahradStadtBerlin“

Von Senatorin Günther ausgezeichnet wurden die Bike Citiziens für die Realisierung der Kampagne „Bike Benefit Programm“ im Rahmen der VELOBerlin 2017. Die auf die Stadt und Umgebung spezialisierte Fahrrad-App berechnet die Route für die beste Fahrradstrecke in Echtzeit. Durch exakte Sprachansagen und ohne eine aktive Datenverbindung wird vermieden, dass Roamingkosten anfallen oder der Akku des Handys zu schnell leer geht. Insgesamt wird die App in über 450 Städten weltweit angeboten.

Die Initiative „Mehrwert Berlin“ der Berliner Landesbetriebe wurde für  die Aktion „Wer radelt am meisten?“ ausgezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine Art Wettbewerb der Fahrradfahrer. Alle Kilometer die mit dem Rad von den Teilnehmern gefahren werden, egal ob zur Arbeit oder im Urlaub, werden zusammengerechnet und mit den anderen Teilnehmern verglichen.  Zu guter Letzt wurde das Team des CycleHacks für die Organisation einer Kreativwerkstatt in Berlin geehrt. Das Team entwickelte Innovative Ideen für den Radverkehr. CycleHacks können physische Produkte, digitale Anwendungen oder Ideen zur Fahrradinfrastruktur sein. Das Ziel aller Preisträgerinnen und Preisträger ist es mit ihrer Initiative mehr Menschen zu motivieren, öfter das Fahrrad zu nutzen und das Rad als Transportmittel noch attraktiver zu machen.

 „FahrRat“ und Senatorin Günther entscheiden über Gewinner

„Radfahren ist modern, gesund und umweltschonend. Die diesjährigen Preisträger tragen mit innovativen Ideen und kreativen Konzepten dazu bei, noch mehr Menschen für das Radfahren zu begeistern. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern recht herzlich“, so Senatorin Günther.

Begleitet wird die Auszeichnung „FahrradStadtBerlin“ vom „FahrRat“, bestehend aus einer Zusammensetzung von Verbänden, Initiativen, sowie Vertretern aus dem Verkehrsbereich, der Polizei, der S-Bahn, der BVG, der Wissenschaft und der Bezirke. In gemeinsamer Arbeit mit Senatorin Regine Günther, haben sie die Auswahl für die Auszeichnung getroffen. (ls)

Alle Jahre wieder: Die ILA wächst und wächst

Alle zwei Jahre stürmen zahlreiche Besucher auf die Internationale Luft-und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Um die große Termindichte internationaler Messeereignisse zu entzerren, wurden die Messetage dieses Jahr nicht nur vorverlegt, sondern auch um einen Tag auf nun fünf Tage verlängert.

Die ILA findet vom 25. bis 29. April 2018 am künftigen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg statt und hat um die 3000 Quadratmeter mehr Ausstellungsfläche verkauft als im Jahr 2016.

Die ILA als Treffpunkt für zukunftsorientierte Technologie

Wer das gewisse Know-how über Industrie 4.0, nachhaltiges Fliegen und die allgemein rasante Entwicklung der Luft-und Raumfahrttechnologie besitzt, kann sich auf der Internationalen Luft-und Raumfahrttechnologieausstellung auf hohem fachlichem Niveau austauschen. Industrieexperten, politische Entscheider sowie fundierte Wissenschaftler gehen unter anderem Fragen wie der Erreichung einer Null-Emissionen-Luftfahrt oder der künftigen Regulierung der Drohnen auf den Grund. Natürlich können auch Besucher, denen das gewisse Know-how fehlt, an Tag vier und fünf mitdiskutieren. Die ersten drei Tage der ILA sind allerdings ausschließlich den Fachbesuchern vorbehalten.

 

ILA 2016, Berlin Air Show | Foto: Messe Berlin GmbH

ILA 2016, Berlin Air Show | Foto: Messe Berlin GmbH

Neben dem Austausch über zukunftsorientierte Themen steht vor allem die Knüpfung neuer Geschäftskontakte im Fokus. Über 1.000 Aussteller präsentieren auf der ILA ihre Dienstleistungen und Produkte. Durch spezielle Matchmaking -und Speeddating-Events wird die Zulieferindustrie optimal untereinander vernetzt und der Austausch gefördert.

Programmpunkte der ILA

Kampfflugzeuge, Militärtransporter, Turbinen sowie Großraumjets sind nur einige Highlights, die den Besucher auf der diesjährigen Berliner Air Show erwarten. Die Spitzentechnologie aus allen Geschäftsfeldern der weltweiten Luftfahrtindustrie wird hier präsentiert. Für eine spektakuläre Show stehen 100.000 Quadratmeter Freigeländefläche für die Präsentation der Fluggeräte zur Verfügung. Des Weiteren präsentiert die Luft-und Raumfahrtindustrie Innovationen aus den Bereichen Space, Defense&Security, Aviation, Supplier und Special Features.

Zudem sollen durch das ILA CareerCenter Nachwuchskräfte geworben werden, denn die Branche wächst stetig und damit der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Das CareerCenter der Messe gilt als die größte Aerospace Jobbörse Deutschlands. Zahlreiche Arbeitgeber stellen ihre Branche vor und geben Interessierten Auskunft über Einstiegsmöglichkeiten und freie Stellen in ihrem Unternehmen. (ls)

Spektakulärer Kran-Aufbau am Steglitzer Kreisel

Die Bauarbeiten am Steglitzer Kreisel beginnen mit einem spektakulären Auftakt: In der Nacht vom 16. auf den 17. April 2017 rollt ein Mammut-Kran vor dem Hochhaus an der Schloßstraße an. In den darauf folgenden Tagen wird er zunächst selbst montiert. Anschließend wird er einen kompletten Turmdrehkran in Einzelteilen auf das Dach des Hochhauses in gut 120m Höhe hieven und dort aufzubauen.

Die aufwändigen Kranarbeiten werden etwa 10 Tage andauern. Zunächst wird der Autokran auf seinen Einsatz vorbereitet. Ergänzend werden spezielle Betonfundamente am Boden positioniert und weitere unterstützende Hilfskräne angeliefert. Bereits am 18.04. soll der Autokran mit einer Hebekraft von bis zu 1.000 Tonnen einsatzbereit sein. Die erste Aufgabe für ihn lautet, eine Stahlunterkonstruktion für den Turmdrehkran auf dem Hochhausdach zu installieren.

ÜBerlin bekommt einen Turmdrehkran

Schließlich beginnt der Hauptakt: Über mehrere Tage werden die zahlreichen und schwergewichtigen Einzelteile des Turmdrehkrans auf das Dach transportiert und in luftiger Höhe auf der Stahlunterkonstruktion montiert. Ende April soll der Turmdrehkran dann seine Arbeit auf dem zukünftigen Wohnhochhaus „ÜBerlin“ aufnehmen.

Für die Dauer der Kranarbeiten sowie die anschließende Errichtung einer Schwerlastbühne vor dem Gebäudekomplex wird die Schloßstraße kurz hinter der Abfahrt der A 103 bis zur Kreuzung Grunewaldstraße/Albrechtstraße verengt. Die Durchfahrmöglichkeit für Fahrzeuge bleibt jedoch in beiden Richtungen erhalten.

Ein Spektakel für Kran-Spotter

Jürgen Kutz, Vorstand der CG Gruppe, freut sich auf die Aktion: „Die Kranaufstellung ist größenordnungsmäßig betrachtet der passende Auftakt für unser Großbauvorhaben am Steglitzer Kreisel. Sowohl die Aufstellung des gigantischen Autokrans selbst als auch die anschließende Installation des eigentlichen Turmdrehkrans auf dem zukünftig höchsten Wohnhochhaus von Berlin sind eine logistische und technische Herausforderung, die wir gerne annehmen. Sicher werden sich Berliner „Kran-Spotter“ dieses Ereignis nicht entgehen lassen und die Arbeiten beobachten. Auch wir selbst werden die Kranarbeiten mittels Kamera-Drohne für unsere Baudokumentation festhalten.“

Detaillierte Informationen zum gesamten Bauvorhaben erhalten interessierte Bürger und potenzielle Nutzer des neuen Quartiers im Rahmen einer Veranstaltung zur „Zukunft des Steglitzer Kreisel“ am 24. April 2018 von 17 bis 20 Uhr im alten Rathaus Steglitz gegenüber der Baustelle.

Im Herzstück des Bauprojektes, dem etwa 120 Meter hohen Turm, entstehen nach den Plänen der CG Gruppe unter dem Label „ÜBerlin“ 329 Wohnungen unterschiedlicher Größe. Berliner und die, die einen Platz für ihren ‚Koffer in Berlin‘ suchen, können wählen zwischen Größen von 30 bis durchschnittlich 120 Quadratmeter oder einem der exklusiven Penthäuser.

Berlin bereitet Dieselverbot mit Tempo 30 Experiment vor

Seit dem 09.04.2018 gilt in einem Teil der Leipziger Straße in Berlin die Tempo-30-Zone. Diesbezüglich hat eine Optimierung der Ampelschaltung stattgefunden. Das Experiment des Geschwindigkeitslimits beschränkt sich zunächst auf ein Jahr. Berlin bereitet sich so auf das Dieselverbot vor. Der Ausstoß der giftigen Stickoxide soll somit gesenkt und die Luftqualität verbessert werden.

Etliche Hauptverkehrsstraßen könnten vom Dieselverbot betroffen sein

Die bisherigen Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Berlins Straßen zeigen eine Reduktion von bis zu zehn Prozent. Da in der Leipziger Straße allerdings eine Überschreitung des Stickstoffdioxids (NO₂) von mehr als die Hälfte nachgewiesen wurde, behält sich der Senat andere Maßnahmen vor, falls das Experiment scheitern sollte. „Wir untersuchen prophylaktisch, auf welchen Straßen wir Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge verhängen können“, so Verkehrssenatorin Regine Günther.

Neben der Leipziger Straße gibt es noch viele weitere Straßen, die den EU-Grenzwert immens überschreiten. Zurzeit wird von der Verkehrsverwaltungen geprüft welche Fahrzeuge unter das Dieselverbot fallen würden. Bereits im September 2018 könnten laut dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus Leipzig, Dieselautos mit der Abgasnorm Euro 1 bis 4 aus belastenden Innenstädten ausgesperrt werden. Allein in Berlin und Brandenburg wären davon circa 430.000 Fahrzeuge betroffen.

Anklage gegen Berlin

Berlin und 40 weitere Städte wurden wegen der Überschreitung des NO₂Grenzwerts von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) angeklagt. Sollte das Gericht der Anklage zustimmen und das Tempolimit nicht ausreichen, um den Wert zu senken, sind die Gerichte dazu befugt, die Fahrverbote selbst zu verteilen.

Die DUH sieht die Geschwindigkeitsbegrenzung skeptisch. Selbst wenn dadurch Erfolge erzielt würden, sei das Dieselproblem nicht gelöst, sondern werde lediglich verlagert. „Tempo 30 ist sinnvoll für mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm, für bessere Luft reicht es aber nicht“, so der Hauptgeschäftsführer der DUH, Jürgen Resch.

Kritik am Tempo-30-Limit

Die Stadt Berlin erhält nicht nur von der Deutschen Umwelthilfe Kritik an dem Experiment. Auch Professor Thomas Koch, Leiter des Instituts für Kolbenmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) äußert sich skeptisch: „Tempo 50 ist besser als Tempo 30. Je höher die Last, desto besser. Die Temperatur ist das A und O. Ein Fahrzeug mit niedriger Temperatur tut sich schwer.“

Trotz der Kritik bleibt Senatorin Regine Günther dabei, dass Experiment in diesem Jahr durchzuführen. Durch die langsame Geschwindigkeit können die Autos dichter hintereinander fahren, was einen besseren Verkehrsfluss als Resultat mit sich zieht. Neben dem Limit von 30 km/h auf dem 1, 2 km langen Testabschnitt der Leipziger Straße, wurde auch die Ampelschaltung optimiert. Dadurch wird das ewige Stop-and-go verringert, das bekanntermaßen zum hohen Schadstoffausstoß führt.

Mehr Straßen für Tempolimit in Planung

Im Sommer sollen weitere Berliner Abschnitte mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h versehen werden. Betroffen ist der Bereich vom Potsdamer Platz über die Potsdamerstraße und die Hauptstraße bis hin zum Innsbrucker Platz. Auch der Savignyplatz, die Kantstraße und der Tempelhofer Damm werden künftig in das Modellversuch aufgenommen. Insgesamt macht das eine Länge von 7, 3 Kilometer aus.

Ob und was der Versuch des Tempolimits in Deutschlands Hauptstadt bringen wird, zeigt der Vergleich der Luftqualität zwischen Tempo 30 und Tempo 50 Straßen, im nächsten Jahr. (ls)

Vorbereitende Baumaßnahmen rund um den Steglitzer Kreisel starten am 09. April

In der kommenden Woche werden rund um den Steglitzer Kreisel zahlreiche vorbereitende Maßnahmen zur Baustelleneinrichtung getroffen. Natürlich gibt es auch Einschränkungen im Verkehr. Ab Montag, den 09. April wird die Schloßstraße verengt. Jedoch bleibt die Durchfahrmöglichkeit für Fahrzeuge in beiden Richtungen erhalten. Dahingegen werden die regulären Verkehrsampeln an der Kreuzung Schloßstraße / Grunewaldstraße / Albrechtstraße durch Baustellenampeln ersetzt.

Zudem werden die vor dem Gebäude befindlichen Bushaltestellen der Schloßstraße in die Kuhligkshofstraße verlegt. Lediglich einer von mehreren U-Bahnausgängen vor dem Gebäude mit der Hausnummer 80 wird geschlossen. Alle alternativen Haltestellen und U-Bahnausgänge werden vor Ort entsprechend gekennzeichnet sein. Außerdem werden die Fahrradbügel vor dem Gebäude des Steglitzer Kreisels am 09. April demontiert, so dass ab dem 09. April keine Fahrräder mehr dort angeschlossen werden können. Angeschlossene Fahrräder müssen entfernt werden.

Ein 150m hoher Autokran hievt den Dachkran auf den Steglitzer Kreisel

Voraussichtlich am 17. April wird dann ein ca. 150m hoher 1.000 Tonnen-Autokran angeliefert und auf der Schloßstraße aufgebaut. Der Autokran wird in den Wochen nach seinem Aufbau für die Installation eines Turmdrehkrans auf dem Dach des Kreisels genutzt und Ende April wieder abgebaut. Auf Grund der ausgesprochen beengten räumlichen Verhältnisse vor Ort wird als Baustelleneinrichtungsfläche zudem ab Anfang Mai eine teilweise Überbauung der Schloßstraße errichtet, die während der gesamten Bauzeit von ca. 3 Jahren bestehen bleibt. Der Verkehrsfluss für Autos und Fußgänger wird in diesem Zeitraum durchgängig gewährleistet sein.

Detaillierte Informationen zum Bauvorhaben erhalten interessierte Bürger und potenzielle Nutzer des neuen Quartiers im Rahmen einer Veranstaltung zur „Zukunft des Steglitzer Kreisel“ am 24. April 2018 von 17 bis 20 Uhr im alten Rathaus Steglitz gegenüber der Baustelle. Jürgen Kutz, Vorstand der CG Gruppe AG, gibt sich sehr zuversichtlich: „Die vielen Anfragen, die wir zu diesem spannenden Projekt erhalten, zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich freue ich mich auf einen interessanten Dialog.“

Im Ü3erlin entstehen 327 exklusive Wohnungen

Im Herzstück des Bauprojektes, dem etwa 120 Meter hohen Turm, entstehen nach den Plänen der CG-Gruppe unter dem Label „Ü3erlin“ 327 Wohnungen unterschiedlicher Größe. Berliner und die, die einen Platz für ihren ‚Koffer in Berlin‘ suchen, können wählen zwischen Größen von 30 bis durchschnittlich 120 Quadratmeter oder einem der exklusiven Penthäuser.

 

Brandenburg will Investitionen in Infrastruktur steigern

Neue Linien, mehr Züge und der Ausbau der Infrastruktur: Das Land Brandenburg verstärkt die Investitionen in den Öffentlichen Personennahverkehr. Allein für die Umsetzung kleinerer Vorhaben sind in diesem Jahr Ausgaben von 36 Millionen Euro geplant. Über damit verbunden Aufgaben sprachen wir mit Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg.

Welche Maßnahmen stehen im Land Brandenburg bei der Verkehrsentwicklung im Vordergrund?

In der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg arbeiten wir seit Jahren eng zusammen, um die Mobilität stetig zu verbessern. Dabei haben wir schon viel erreicht, müssen aber noch besser werden. Neue Linien, mehr Züge und bessere Qualität – all das steht im Mittelpunkt des neuen Landesnahverkehrsplans, der im ersten Halbjahr 2018 verabschiedet werden soll. Für das Netz Elbe-Spree beispielsweise haben wir kürzlich deutlich mehr Verkehrsleistungen ausgeschrieben. In diesem Netz sind etwa zwei Drittel unserer Züge unterwegs.

Das Rückgrat der Brandenburger Mobilität ist der Schienenverkehr. Wo ist noch Optimierungsbedarf?

Wir sehen den Ausbaubedarf vor allem in acht Korridoren rund um Berlin. Wir wollen die Engpässe beseitigen, die auf der Stadtbahn bestehen und mehr Kapazitäten auf den Linien Richtung Nauen und nach Cottbus schaffen. Außerdem geht es um Lückenschlüsse bei der S-Bahn. Die Planungen dafür bringen wir auf den Weg. Allein für die kleineren Vorhaben, wie den Bau von Park-and-Ride-Plätzen oder der Sanierung von Bahnhöfen geben wir in diesem Jahr 36 Millionen Euro für etwa 80 Projekte aus.

Wie entwickeln sich die Investitionen in die Verkehrssysteme des Landes Brandenburg?

Investitionen in die Schieneninfrastruktur bringen natürlich wichtige Impulse für die Wirtschaft mit sich. Für die Umsetzung der Verkehrsverträge brauchen wir beispielsweise neue Fahrzeuge. Insgesamt steigen die Investitionen – sowohl in die Straßen als auch in den ÖPNV. Das Budget des Landesbetriebs Straßenwesen lag 2016 bei 400 Millionen Euro, ein Jahr später wurden 450 Millionen Euro eingesetzt. Weitere Investitionen ergeben sich in den kommenden 10 bis 15 Jahren in erheblichem Ausmaß, wenn wir die Projekte im Rahmen von i2030 auf den Weg bringen. Erste überschlägige Schätzungen gehen von 1 Milliarde Euro aus. Für die Busse und Straßenbahnen haben wir ein Paket von 70 Millionen Euro für die Förderung bis 2022 geschnürt.

Was sind Ihre Wünsche für die Entwicklung der Mobilität in den nächsten Jahren?

Basis für unsere Arbeit ist die Mobilitätsstrategie 2030, die wir im vergangenen Jahr vorgestellt haben. Wichtiges Ziel ist die Sicherung der Mobilität unserer Bürgerinnen und Bürger in den ländlichen Räumen und im Berliner Umland. Wir werden den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs fortsetzen, um den Umstieg vom Auto auf die Busse und Bahnen zu erleichtern. Dazu haben wir uns viel vorgenommen und ich wünsche mir, dass wir mit den Planungen für die Infrastrukturprojekte zügig vorankommen, sodass wir 2030 sagen können, wir haben unsere Ziele erreicht. (lj)

Immer mehr Berliner nutzen öffentliche Verkehrsmittel

Ob zur Arbeit oder mal zum nächsten Einkaufszentrum – Tagtäglich nutzen Millionen Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel. Durch den Ausbau der Netze und die Takterhöhung steigt die Attraktivität des Nahverkehrs stetig. Dies zeigen auch die kürzlich veröffentlichen Fahrgastzahlen aus dem Jahr 2017.

BVG bleibt weiter auf Wachstumskurs

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) verzeichnete 2017 enorme Rekordzahlen. Erstmals waren mehr als 4 Millionen Fahrgäste pro Tag unterwegs. Insgesamt zählte die VBB rund 1,47 Milliarden Passagiere. Vor allem konnten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), als eines der 39 Mitgliedsunternehmen des VBB, beträchtliche Rekordzahlen erzielen: Über eine Milliarde Fahrgäste benutzten im vergangenen Jahr den Berliner Nahverkehr. 2016 waren es noch 19 Millionen Fahrgäste weniger.

Nach wie vor bildet die U-Bahn das Rückgrat der öffentlichen Verkehrsmittel. Rund 563 Millionen Fahrgastfahrten zählte die BVG im letzten Jahr. Darüber hinaus wurden auch Busse sowie S- und Straßenbahnen verstärkt genutzt. Neben dem Nahverkehr waren aber auch viele Menschen auf den Regionalverkehr angewiesen. Rund 300.000 Menschen pendelten letztes Jahr zwischen Berlin und dem Umland. Laut Angaben des VBB fuhren 85 Millionen Menschen mit den Regionalzügen. Ob es nun am Umweltbewusstsein der Einwohner, an den Staus oder an den hohen Parkgebühren liegt – nach Einschätzungen der BVG verliert das Auto immer mehr an Stellenwert.

Kommt bald das Minutenticket?

Heute kann ein Fahrgast mit einem Einzelfahrschein zwei Stunden lang im gesamten Stadtgebiet die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Für kurze Fahrten gibt es die sogenannte Kurzstrecke. Doch Tickets für mittellange Strecken und mittellange Reisezeiten innerhalb der Region Berlin gibt es nicht. Daher wird derzeit über ein „Minutenticket“ diskutiert. Wer also lange unterwegs ist, muss auch mehr bezahlen bzw. wer sich nur kurz im Bus oder in der Bahn aufhält, bezahlt dementsprechend weniger.

Über diese Tarifoption zeigt sich die BVG aufgeschlossen: „Wir sind offen für neue Tarifideen, die dazu beitragen, die Attraktivität des Berliner Nahverkehrs weiter zu steigern“, sagt Markus Falkner, Sprecher der BVG. So muss der Kunde nicht den üblichen Betrag für eine Einzelkarte zahlen, wenn er die zwei Stunden nicht voll ausnutzt. „Wir prüfen, ob zeitbasierte Tarife in größerem Maße als derzeit möglich wären“, teilt Susanne Henckel, Geschäftsführerin der VBB, mit. Näheres zum Zeittarif will die VBB noch nichts sagen.

Tarife für Bus und Bahn bleiben 2019 stabil

2014 beschloss der VBB-Aufsichtsrat jeweils zum 1. Januar eines Jahres indexbasierte Tarifanpassungen durchzuführen. Nun gibt es jedoch eine gute Nachricht für Fahrgäste: 2019 wird es wahrscheinlich keine Fahrpreiserhöhung geben. „So, wie sich die Lage derzeit darstellt, sehe ich wenig Spielraum für eine Tarifanhebung“, so Henckel. „Die Entscheidung trifft allerdings der Aufsichtsrat, der auch berücksichtigen muss, wie sich die Personal- und andere Kosten bei den Verkehrsunternehmen entwickelt haben“, erklärte sie weiter.

Ob oder inwiefern sich die Tarife erhöhen werden, entscheidet letztendlich der Index. Dieser zählt die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, Kraftstoff- und Stromkosten. Je geringer der Index ist, desto niedriger ist auch die Preiserhöhung. Nach aktuellem Stand werden die Tarife wohl stabil bleiben.

Derzeit berät sich die Arbeitsgruppe der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz über die Tarifentwicklung. „Ein Thema wird auch sein, neue attraktive Tarifangebote für Azubis und andere Fahrgäste unter 18 Jahren zu schaffen“, kündigte Henckel an. Über diese Tarifvorschläge dürften sich also vor allem die Auszubildenden freuen, die dadurch ihre finanzielle Belastung verringern können. (dn)

VBB: Leistungsfähiger ÖPNV in der Hauptstadtregion

Die Mobilität beschäftigt die 1996 gegründete Verkehrsverbund Berlin- Brandenburg GmbH, kurz VBB. Im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg, der Brandenburger Landkreise und der kreisfreien Städte und in Zusammenarbeit mit den rund 40 ansässigen Verkehrsunternehmen plant, organisiert und prognostiziert der VBB die Verkehrsentwicklung für mehr als sechs Millionen Menschen. Zum Stand der Dinge befragten wir Susanne Henckel, die Geschäftsführerin des VBB.

Frau Henckel, Mobilität ist ein riesiger Komplex mit unzähligen Themen. Welche Frage aus dem schier unendlichen Angebot beschäftigt den VBB zurzeit am meisten?

Als Regiegesellschaft für den ÖPNV in Berlin und Brandenburg beschäftigen uns immer mehrere Aufgaben gleichzeitig. Eins der zentralen Themen zurzeit ist der zunehmende Pendlerverkehr. Die Menschen werden immer mobiler und brauchen mehr durchgehende Verbindungen und mehr Umsteigemöglichkeiten. Wenn Berlin und Brandenburg enger zusammenwachsen, dann müssen wir zusehen, dass wir die Ländergrenzen, Tarifgrenzen, aber auch die Systemgrenzen überwinden.

Wie wollen Sie das erreichen?

Da gibt es viele Ansatzpunkte. Das beginnt bei den Anschlussbeziehungen geht über einheitliche Fahrgastinformationen, der Weiterentwicklung des VBB-Tarifs und digitaler Vertriebsmöglichkeiten bis hin zur besseren Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel – Stichwort multimodal. Natürlich brauchen wir bei der steigenden Nachfrage auch mehr Angebote. Was wieder mit neuen Herausforderungen verbunden ist. Mehr Verkehrsleitung heißt: bessere Infrastruktur, mehr Fahrzeuge, mehr Personal und natürlich entsprechende Finanzmittel.

Ein Beispiel bitte.

Nehmen wir die Infrastruktur. Hier geht es um Gleise, neue Strecken und die Leistungsfähigkeit der Strecken. Wir brauchen Überholmöglichkeiten, Bahnhöfe dort, wo Menschen wohnen und arbeiten, und wenn die Züge länger sein sollen, brauchen wir auch längere Bahnsteige. Auf all dem liegt jetzt der Fokus.

Wie sieht das praktisch aus?

Wir haben alle diese Aufgaben gebündelt und gemeinsam mit den Ländern und der DB das Infrastrukturprojekt „i2030“ ins Leben gerufen. Kerngedanke ist, den Ausbau und die Weiterentwicklung der Infrastruktur in unserer Region voranzutreiben. Dabei werden konkrete Planungen auf den Weg gebracht und nach Abschluss wird dann auch gebaut. Derzeit diskutieren wir auch mit dem Land Berlin, wie wir die Anbindung der S-Bahn-Stationen durch Busse als Zubringer in hoher Qualität neu konzeptionieren können. Außerdem haben wir die Plus-Bus-Linien im Land Brandenburg eingeführt. Dabei geht es um Buslinien, die in der Regel Verbindungen zu den nächsten Bahnhöfen herstellen und kurze Übergangszeiten zum Zug haben. In dem Zusammenhang wollen wir die Digitalisierung nutzen, um die Fahrgastinformation noch besser in den Griff zu bekommen.

Welche Möglichkeiten sehen Sie da?

Viele, aber sie müssen durchdacht sein, funktionieren und auch sorgfältig von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern realisiert werden können. Ich glaube, gerade bei dem Thema Kundeninformation ist es ganz wichtig, dass jeder seinen Elfenbeinturm verlässt, damit ein wirklicher Informationsaustausch über Anschlussmöglichkeiten stattfinden kann. Das klingt in der Theorie ganz gut. Aber in der Praxis gehören Baustellen auf den Straßen und auf den Schienen inzwischen zu unserem Alltag. Wir müssen uns deshalb Gedanken machen, wie wir die Fahrgäste zukünftig mit Informationen und qualitätsvollen Angeboten besser versorgen. Es muss zum Beispiel gelingen, die Menschen schon vor Antritt der Fahrt über mögliche Verspätungen, alternative Fahrtkonzepte und Anschlüsse zu informieren.

Bei all diesen Plänen geht es sicher auch um moderne Fahrzeuge. Wie sieht es damit aus?

In der Fahrzeugindustrie hat sich viel getan, aber es dauert immer noch zu lange von der Idee bis zur Zulassung eines Fahrzeugs. Die Vorgaben sind so komplex, dass die Baugenehmigungs- und Zulassungsprozesse durchschnittlich 60 Monate dauern in Europa – fünf Jahre, bis ein Fahrzeug auf die Schiene kommt. Auch unsere Region hat die Folgen gespürt, wenn die Firmen nicht liefern. Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft musste auf die KISS-Fahrzeuge von Stadler warten, die Deutsche Bahn auf den TALENT und wir warten immer noch auf die sogenannten Twindexx- Fahrzeuge, neue Doppelstockwagen, die seit drei Jahren kommen sollen.

Eine zentrale Rolle in der Region spielt die S-Bahn. Wie wird sie dieser Stellung gerecht?

In der Tat, die S-Bahn ist gewissermaßen das Rückgrat der Mobilität in unserer Region. Deshalb wünschen wir uns von ihr mehr Qualität und Zuverlässigkeit. Die S-Bahn kämpft derzeit mit mehreren Problemen – da gibt es Schwierigkeiten mit den Fahrzeugen und mit der mangelnden Zuverlässigkeit der Infrastruktur. Themen, die uns leider bereits seit Jahren beschäftigen. Außerdem fehlt es an Fahrerinnen und Fahrern. Auch hier könnte uns mehr Digitalisierung helfen, aber Lösungen sind nicht im Laden erhältlich, die müssen erst entwickelt werden. Wir brauchen Innovationen, damit die S-Bahn zu der Qualität zurückfindet, die wir uns wünschen.

Die politischen Beziehungen zwischen Berlin und Brandenburg sind ausbaufähig. Wie ist es im Verkehrsbereich?

Wir haben eine sehr gute, zuverlässige und partnerschaftliche Zusammenarbeit der Länder, die nicht nur in gemeinsamen Verträgen mit der Deutschen Bahn mündet, sondern auch in die Bereitschaft, gemeinsam zu finanzieren. Dies erleichtert die Sache, denn mit einer territorial eng abgegrenzten Finanzierung können wir bei unseren Projekten kaum punkten. Wichtig ist, dass nicht nur die Verantwortlichen intensiv miteinander reden, sondern auch die Planungsinstrumente abgestimmt werden. Der Landesnahverkehrsplan des Landes Brandenburg liegt derzeit im Entwurf vor und wird demnächst verabschiedet. Das Land Berlin stellt gerade seinen neuen Landesnahverkehrsplan auf. Es wäre natürlich ideal, wenn beide ineinandergreifen. Damit befinden wir uns gemeinsam auf einem guten Weg. (uc)

Veranstaltungen

Fahrverbote für Diesel? Die Berliner Mobilitätsgespräche: Sackgasse oder Lösung der Luftreinheit und Vermeidung von Fahrverboten

Die Richter in Leipzig haben entschieden: Die Städte und Länder dürfen ab sofort Fahrverbote für Dieselfahrzeuge erlassen. In Hamburg müssen Autofahrer schon in wenigen Wochen mit Diesel-Fahrverboten rechnen. Laut Planungen sollen an zwei viel befahrenen Straßen im Stadtteil Altona-Nord Durchfahrts-beschränkungen geben.

Angesichts der ständigen Überschreitung von Stickoxidgrenzwerten auch in der Bundeshauptstadt Berlin ist die Politik und Verwaltung in der Pflicht, Bürger vor gesundheitsschädlichen Emissionen zu schützen. Sind die kurzfristigen Maßnahmen des 2. Berliner Mobilitätsgesprächs ausreichend, um die hohen Luftbelastung und den damit verbundene Gesundheitsrisiken für die Berliner Bevölkerung entgegenzuwirken?