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Droht bei Knorr-Bremse doch noch Stellenabbau?

Wenige Tage vor Weihnachten konnten 109 Knorr-Bremse Mitarbeiter aufatmen. Denn der Münchner Bahn-Zulieferer teilte mit, dass er die Verlagerung von Hasse & Wrede stoppt. Dabei hatte der Konzern ursprünglich vor, alle Arbeitsplätze aus dem Marzahner Werk nach Tschechien zu verlagern.

Nun steht Knorr-Bremse erneut vor einem großen Problem. Denn in Tegel droht ein Stellenabbau und 400 Mitarbeiter sollen davon betroffen sein.

Der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen

Knorr-Bremse ist ein Nutzfahrzeugzulieferer mit Firmenhauptsitz in München. Gegründet wurde das Unternehmen vom Ingenieur Georg Knorr im Jahr 1905 in Berlin. Heute ist Knorr-Bremse ein weltweit führender Hersteller von Bremssystemen und Anbieter weiterer Subsysteme für Schienen- und Nutzfahrzeuge. An über 100 Standorten in 30 Ländern ist Knorr-Bremse vertreten. Für das Unternehmen arbeiten heute rund 25.000 Beschäftigte auf sechs Kontinente. In Berlin sind es etwa 1.100 Beschäftigte.

2016 konnte der Konzern einen Umsatz von rund 5,5 Milliarden Euro erwirtschaften. Trotzdem droht jetzt ein massiver Stellenabbau. Grund dafür ist das Tochterunternehmen Powertech, das in Tegel produziert. Laut Berliner Morgenpost hat Powertech letztes Jahr 17 Millionen Euro Minus gemacht.

400 Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs

In dem Werk in Tegel stellen bislang 292 Mitarbeiter und etwa 100 Leiharbeiter Energieversorgungssysteme für Schienenfahrzeuge her. Der Konzern Knorr-Bremse plant nun bei Powertech die Arbeitszeit von 35 auf 42 Wochenstunden zu erhöhen, um die wirtschaftliche Schieflage zu begradigen. Sicher sind die Arbeitsplätze bei Powertech dennoch nicht. Laut dem Vorstand von Knorr-Bremse, Klaus Deller, wird der Konzern in den nächsten drei bis sechs Monaten eine grundsätzliche Entscheidung treffen müssen.

Es wird in Betracht gezogen, dass Powertech nach Liberec, in Tschechien umziehen soll. Liberec ist eine Stadt in der Metropolregion Prag. Das Unternehmen ist in dieser Region schon seit über 20 Jahren tätig. Mehr als 500 Mitarbeiter sollen dort mittlerweile tätig sein. Laut Knorr-Bremse gebe es vor Ort eine große Auswahl an qualifizierten Mitarbeitern. Was das Unternehmen jedoch gerne verschweigt: Tschechische Angestellte sollen durchschnittlich nur rund ein Drittel des Gehaltes ihrer deutschen Kollegen verdienen. (dn)

Bankhäuser und FinTech: Kooperation ist die Zukunft

Junge, digitale Finanzdienstleister elektrisieren die traditionelle Bankenwelt. Was dran ist am FinTech-Hype?

FinTech ist mittlerweile ein globaler Megatrend, der das traditionelle Geldgeschäft maßgeblich verändern wird. Verkürzung der Wertschöpfungsketten, digitale Kundengewinnung, Dezentralisierung, Erreichbarkeit rund um die Uhr und eine vollständige Digitalisierung gestalten heute schon die Art und Weise um, wie das Finanzwesen funktioniert. Die vPE Bank, die am Potsdamer Platz im Herzen der Hauptstadt residiert, hat die Zeichen der Zeit erkannt und richtet ihren Fokus verstärkt auf die Digitalisierung des Bankwesens.

Banken müssen den FinTech-Trend in ihre Strategien einbeziehen

Denn der Trend ist unübersehbar: Investitionen in FinTechs steigen, Inkubatoren werden gegründet und Kooperationen publik. Über 750 Millionen Euro sollen bis 2020 investiert werden. Generell sind Partnerschaften zwischen FinTechs und Banken inzwischen vermehrt im Markt zu beobachten, was zeigt, dass sich Banken gegenüber dem FinTech-Trend nicht verschließen können, sondern diesen in ihre strategischen Überlegungen miteinbeziehen müssen, wenn sie den Anschluss an ihre Kunden auf lange Sicht nicht verlieren möchten. Banken müssen anfangen, ihre strategischen Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken, und sich fragen, welche Art von FinTech die strategische Ausrichtung vervollständigt, um weiterhin einen relevanten Wertbeitrag für ihre Kunden zu leisten.

Die Bedeutung an Kooperationen lässt sich auch im Investitionsverhalten in der globalen Finanzbranche beobachten. FinTechs stellen aus Sicht der Managing Partner der vPE Bank, Thomas Kickermann und Karen Terpogossov, keineswegs eine Bedrohung für die Geschäftsmodelle der Banken dar, sondern sollten als Chance für Banken gesehen werden, wenn Kooperationen mit FinTechs als Katalysatoren für einen tiefgreifenden Wandel genutzt werden. „Den Kunden und seine Bedürfnisse ins Zentrum zu stellen ist eine wichtige Gemeinsamkeit, die unser Bankhaus mit FinTech-Unternehmen teilt“, sagt Thomas Kickermann.

Banken können FinTechs auf unterschiedlichste Arten in ihre Unternehmensstrategien miteinbeziehen und Kooperationen eingehen:

  • Durch die Nutzung von FinTechs als Vorbilder und strategische Partner, um von den innovativen Gründern zu lernen und gemeinsam an einer Weiterentwicklung der Produktportfolios zu arbeiten
  • Aufbau von Inkubatoren durch strategische Investitionen in FinTechs, um vorrangig zusätzliche Einnahmequellen zu generieren
  • Durch Nutzung von FinTechs as a Service, wobei selektiv auf den Zukauf von Dienstleistungen des FinTechs zurückgegriffen wird
  • Durch eine Mehrheitsbeteiligung / Akquisition, bei der das FinTech in der Regel vollständig in die Strukturen der Bank integriert wird.

„Es ist unerlässlich, Innovationen nicht nur zu fördern, sondern diese auch zu nutzen.“

„Um von Kooperationen mit FinTechs profitieren zu können, müssen Banken jetzt dieses Potential erforschen, um so die passende Kooperationsform ihres jeweiligen Business und Operating Models zu identifizieren“, so Kickermann. „Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch und loten dabei die besten Möglichkeiten für die Kunden aus, um Finanzgeschäfte und den Kontakt zur Bank weiter zu verbessern.“

„Um unseren Kunden und Partner einen bestmöglichen Service anzubieten, ist es für uns unerlässlich, Innovationen nicht nur zu fördern, sondern diese auch zu nutzen“, sagt Karen Terpogossov.

Das Beste aus zwei Welten: Tradition trifft Zukunft, Start-Up meets Grown-Up. In Zukunft wird es wohl nur miteinander gehen.

 

Link: FinTechs zeigen Banken den Weg in die Zukunft

Link: vPE Bank

 

Mittelständische Unternehmen trotz Social Entrepreneurship in Bedrängnis

Mittelständische Unternehmen haben den deutschen Arbeitsmarkt in den letzten Jahren extrem geprägt. Kleine Unternehmen und Selbstständige sind mit einer klaren Vorbildfunktion vorangegangen und haben gezeigt, dass sozial geprägte Wertvorstellungen keine Handelsbremse darstellen. Und doch halten große Unternehmen weiterhin an veralteten, starren Unternehmensstrukturen fest – und scheinen damit durchzukommen. Denn Mittelständische Unternehmen geraten zunehmend in Bedrängnis. In Zeiten von politischer Unentschlossenheit, die Fusionen von Riesenkonzernen wie Thyssenkrupp und Tata Steel ermöglichen, stellt sich die Frage, welche Rolle Social Entrepreneurship im deutschen Unternehmertum überhaupt noch spielt.

Florian Tanyildiz im Interview

Florian Tanyildiz, Autor und Landesvorsitzender bei DIE JUNGEN UNTERNEHMER in Berlin, erlebt täglich, wie sich der Umgang mit den deutschen Arbeitnehmern zunehmend verschlechtert. „Die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig den Deutschen die soften Faktoren im Arbeitsalltag sind. Gerade die Generation Y fordert soziales Engagement in allen Bereichen. Die Flüchtlingskrise hat bewiesen, wie viele Menschen gerne helfen möchten. Für viele ist Gehalt allein deshalb schon lange kein Faktor mehr für Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Das innere Bedürfnis der Menschen etwas Nachhaltiges zu leisten steigt stetig – doch mit diesem Bedürfnis leider auch der Trend, dass soziale Arbeit zu Lasten von “Niedriglohnidealisten“ gestemmt werden muss.“ Die Taschen werden sich an anderer Stelle voll gemacht. Das beste Beispiel dafür sind Pflegeeinrichtungen. Bundesweit steigen die Nachfrage und Umsätze. Doch die Pflegefachkräfte profitieren am Wenigsten von dieser Entwicklung, dürfen sich aber auf die Schulter klopfen, weil sie Bedürftigen helfen.

Social Entrepreneurship fängt im Kleinen an

Kleine Unternehmen sollten sich jedoch nicht entmutigen lassen auch weiterhin soziales Engagement im eignen Umfeld zu verwirklichen. Dies fängt zum Beispiel bereits bei der Kinderbetreuung der eigenen Mitarbeiter an. Der Erfolg des deutschen Mittelstandes gründet sich eben auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit und ist Personen zu verdanken, die mehr als nur ökonomische Interessen verfolgen. Die Schere zwischen arm und reich wird breiter und die Mitte zunehmend vergessen. Das gilt nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für die Unternehmen in Deutschland. „Kleine Unternehmen werden nicht von Prozessanweisungen und Formblättern geleitet, die Chance liegt in der Kreativität und Produktivität eines motivierten Teams, das Berge versetzen kann“, so Tanyildiz.

Politik setzt erstes, wichtiges Zeichen 

Im Jahr 2016 wurde seitens der Politik das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz erlassen, das vor allem große Unternehmen dazu bringen soll, sich an wichtige Grundsätze des Social Entrepreneurships zu halten. Für Tanyildiz ein wichtiger erster Schritt, doch erst die Zukunft wird zeigen, inwieweit sich die Unternehmen tatsächlich daran halten. Er selbst ist von der freien Marktwirtschaft überzeugt. „Man muss aber anerkennen, dass die bisherigen politischen Bemühungen, Großkonzerne dazu zu bringen angemessene Steuern zu zahlen, gescheitert sind. Das hat verschiedenste Gründe, aber unterm Strich fühlen sich rechtschaffene Mittelständler längst abgehängt. Wir erbringen und versteuern unsere Leistungen vor Ort. Jeder Vorstoß, dieses Grundprinzip endlich auch bei den Großkonzernen durchzusetzen, ist zu begrüßen.“

Social Entrepreneure weisen also auch weiterhin den Weg in die Zukunft. Das von der Familie Tanydiliz geführte Ausbildungszentrum OTA geht dabei mit gutem Beispiel voran. In dem Familienunternehmen Bildung werden benachteiligte Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf in Berufsorientierungs-, Berufsvorbereitungs- und Berufsausbildungsmaßnahmen in gewerblich-technischen, kaufmännischen und Berufen im Dienstleistungsbereich ausgebildet. Wer sich also eine Veränderung in der Gesellschaft wünscht, darf dabei nicht auf die Politik als einen der Hoffnungsträger setzen. Sondern ein jeder selbst muss für die Verbesserung einstehen, die er sich erhofft. (red)

 

Berlin macht Online stark – Hochstimmung bei Amazon

Berlin hat sich von einem ursprünglich reinen Kundenservice-Zentrum zu einem wichtigen Standort für Amazon Deutschland entwickelt. BERLINboxx hat mit Ralf Herbrich, Direktor für Maschinelles Lernen bei Amazon und Geschäftsführer des Amazon Development Center Germany, gesprochen.

Herr Herbrich, warum ist Berlin so ein attraktiver Standort für Sie?

Wir versuchen, mit unseren Büros dort zu sein, wo die besten Leute sind. In Berlin leben viele topqualifizierte Menschen aus unterschiedlichsten Branchen und Ländern. Das macht die Stadt attraktiv für uns, daher haben wir in den letzten Jahren viel in den Ausbau dieses Standorts investiert.

Wie hebt sich Berlin von anderen Metropolen ab?

Alle unsere Standorte bieten hervorragende Infrastruktur. Gleichzeitig erleben wir eine regelrechte Explosion an Ideen und Aktivität im Bereich digitaler Technologien. Diese Stadt versprüht ein Unternehmertum, das sehr gut zu uns passt und zu dem wir sehr gern beitragen.

Wie empfinden Sie den „Berlin-Boom“?

Auch wir bei Amazon erleben intern einen Berlin-Boom. In den letzten sechs Jahren haben wir den Standort stark ausgebaut. Mittlerweile beschäftigen wir im Großraum Berlin über 2.000 Mitarbeiter. Allein in den Krausenhöfen, unserem Entwicklungszentrum, sind in über 20 Teams mehr als 50 Nationalitäten vertreten. Sie forschen beispielsweise am Maschinellen Lernen, einem Schlüsselthema für die Technologien der Zukunft.

Wie würden Sie Ihre Berliner Kundschaft beschreiben?

Alle unsere Kunden – und da sind die Berliner nicht anders – sind anspruchsvoll, erwarten von uns die größte Auswahl an Produkten und ausgezeichneten Service zu niedrigen Preisen. Das zu
liefern ist unser Anspruch.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Der eben beschriebene Kundenfokus gehört entscheidend dazu. Und auch unser Innovationsgeist ist mit Sicherheit Grund des Kundenvertrauens. Bei uns gilt: Jeder Tag ist Tag Eins – an dem
wir das Leben unserer Kunden einfacher machen wollen. Damit meinen wir: Bei Amazon bewahren wir uns jeden Tag den innovativen Geist eines Start-ups – durch eine agile, unternehmerische und experimentierfreudige Arbeitsweise.

Welches Thema hat bei Amazon oberste Priorität?

Oberste Priorität hat bei uns die Kundenzufriedenheit. Produkte und Services entwickeln wir stets im Sinne unserer Kunden weiter. Dabei spielen Digitalisierung und auch Maschinelles Lernen eine zentrale Rolle, allerdings nicht als Selbstzweck, sondern als Technologie, um Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Bei jeder Technologie steht für uns im Fokus, inwiefern sie das Leben der Kunden erleichtert.

Was erwartet Ihre Kunden im Jahr 2018?

Viele Services werden zuerst in Berlin angeboten, bevor sie deutschlandweit verfügbar sind. Dazu gehört der Lieferservice Amazon Fresh, mit dem Amazon Prime-Mitglieder in Berlin und Potsdam ihren kompletten Wocheneinkauf erledigen können. Prime-Mitglieder in Berlin profitieren von Amazons ultraschnellem Lieferservice Prime Now. Mit einem Logistikzentrum in Brieselang, einer Prime Now-Station im Stadtzentrum und einem Amazon Fresh-Depot in Tegel können Waren immer schneller und flexibler zum Kunden geliefert werden. Wir arbeiten immer daran, diese und weitere Services, die bei Kunden beliebt sind, weiterzuentwickeln. An welchen Innovationen wir konkret für 2018 arbeiten, kann ich Ihnen leider nicht verraten, aber so viel kann ich sagen: Es bleibt spannend!

Was wünscht sich Amazon für das Jahr 2018?

Wir wünschen uns ein digital denkendes Umfeld, also ein Deutschland, das die Zukunft der Möglichkeiten begrüßt, nach vorne schaut und den technologischen Wandel mitgestaltet. Damit sind nicht spezifische Technologien oder Produkte gemeint, sondern die richtige Einstellung, um der Zukunft unternehmerisch zu begegnen. (red)

Sieben auf einen Streich: Sonnenstrom vom Dach

Wohnungsbaugesellschaften und Stadtwerke mit gemeinsamem Ziel: Mieterstrom-Plattform soll preiswerte Öko-Energie zugänglich machen

Kaum ein Prozent des Stroms wird heute auf den Berliner Dächern gewonnen, 25 Prozent wären möglich. Eine Mieterstrom-Plattform soll dazu beitragen, dass diese Lücke rasch geschlossen wird. Die Berliner Stadtwerke und die sechs kommunalen Wohnungsbaugesellschaften gehen dazu gemeinsam an den Start. Zusammen sollen auf den Dächern Sonnenkraftwerke gebaut werden, deren Ökostrom die Mieter in den Häusern kostengünstig beziehen können. Über diese Kooperation, die auch der Erreichung der Berliner Klimaschutzziele dient, haben sich die degewo AG, die GESOBAU AG, die Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin, die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, die STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH und WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH in einer heute zusammen mit den Stadtwerken sowie dem Land Berlin unterzeichneten Absichtserklärung verständigt.

Das Netzwerk lädt weitere Partner ausdrücklich ein

„Wir fangen nicht bei Null an, sondern haben alle schon gute Erfahrungen mit Mieterstromprojekten, die wir entweder allein oder auch mit Partnern umgesetzt haben“, sagt GESOBAU-Chef Jörg Franzen stellvertretend für die Berliner Wohnungsgesellschaften.

Berlins Energiesenatorin Ramona Pop: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit den Landesunternehmen und allen voran mit den Berliner Stadtwerken Impulse für eine beschleunigte Umsetzung der Energiewende in der Stadt zu setzen. Mit dieser Plattform, einem Netzwerk von engagierten Praktikern für nachhaltige und bezahlbare Energie von unseren Dächern, star-ten wir jetzt den Turbo für diese dezentrale Zukunftstechnik. Wir wollen, dass die Energie-wende Fahrt aufnimmt und wir wollen die Akteursvielfalt für kreative Ideen und Erfolgsmethoden. Daher ermuntere ich weitere Firmen aus der Energie- und Immobilienwirtschaft, da-bei zu sein.“

Ein Toast aufs Gelingen der Mieterstromplattform: (v.l.n.r.) Ingo Malter, Geschäftsführer STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Irmer, Christoph Beck, Vorstand der degewo AG, Snezana Michaelis, Vorstand Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin, Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH, Jan Robert Kowalewski, Geschäftsführer der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH, Berlins Senatorin für Energie, Ramona Pop, Jörg Franzen, Vorstandschef der GESOBAU AG, Berlins Senator für Finanzen, Matthias Kollatz-Ahnen sowie Wasserbetriebe-Vorstandschef Jörg Simon. | Foto: Berliner Stadtwerke

 

Die Berliner Stadtwerke wirken in der netzwerkartigen Plattform als Katalysator und ergänzen die Kompetenz der Energie-Töchter der Wohnungsbaugesellschaften. Sie investieren Landesmittel in sinnvolle Infrastrukturmaßnahmen und lassen die Mieter an der Energiewende teilhaben. In der jetzt bekundeten Zusammenarbeit sollen die Potenziale der Immobilien für Photovoltaik (PV) entwickelt, Anlagen gebaut und betrieben und der Strom direkt vor Ort an die Mieter vertrieben werden. Das Prinzip des Netzwerks: Jeder macht das, was er am besten kann; die Wohnungsbaugesellschaften kennen ihre Häuser und Mieter besser als jeder andere, die Stadtwerke haben das PV-Know-how.

„Der Grundstein ist gelegt“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Irmer. „Jetzt checken gemeinsame Teams der sieben Gründer alle Dächer der Partner auf solare Eignung, entwickeln Standard-Verträge und loten weitere Kooperationsmöglichkeiten aus.“ Hierzu gehören etwa Modelle für die gemeinsame Nutzung von Strukturen vom Einkauf bis zur Vermarktung und für den Einbezug bereits vorhandener Strommarken der Wohnungsbauunternehmen. (red)

Falsche Ernährung Ursache von 1/5 aller Todesfälle weltweit

Wie das amerikanische Wissenschaftsjournal „The Lancet“ in seiner aktuellen Ausgabe schreibt, lassen sich weltweit 20 Prozent aller Todesfälle auf falsche Ernährungsweisen zurückführen. Die Wohlstandsgesellschaft isst generell zu viel Salz, industriell verarbeiteten Zucker, weißes Mehl und Wurst bzw. Lebensmittel aus verarbeitetem Fleisch – und bringt sich damit selbst in Gefahr.
Basis für diese erschreckend hohe Zahl ist die „Global Burden of Disease Study“ für die mehr als 2500 Experten auf der ganzen Welt jedes Jahr Daten zu über 330 Krankheiten zusammentragen.

Wenn Ernährung nicht mehr am Leben erhält

Nutella Brot zum Frühstück, Imbiss zum Mittag, Pizza zum Abendbrot und Snacks vorm TV. Schon längst ist dies nicht mehr nur in amerikanischen Filmen Realität. Auch hierzulande gehören diese Ernährungsweisen längst zum Alltag. Dabei ist Geld nicht das Problem, sondern vor allem die Zeit. Laut dem Ernährungsreport 2017 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kochen nur 39% aller Deutschen noch regelmäßig. In Berlin und Brandenburg kochen sogar nur ein Drittel. In der Folge nehmen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Diabetes oder erhöhter Cholesterinspiegel dramatisch zu.

Zum Umdenken bewegen

Dass ungesunde Ernährung und Übergewicht handfeste Probleme unserer Gesellschaft sind, ist ein offenes Geheimnis. Doch nur wenige tun wirklich etwas dagegen. Um zum Umdenken zu bewegen, gibt es in Deutschland verschiedene Vorstöße. Eine Studie des Hamburger Ökonomen Tobias Effertz, die unter anderem von der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Auftrag gegeben wurde, kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass eine unterschiedlich hohe Besteuerung von gesunden und ungesunden Lebensmitteln die Zunahme von starkem Übergewicht in Deutschland Einhalt gebieten könnte.

Am effektivsten wäre laut der Studie eine Staffelung der Mehrwertsteuer orientiert an der sogenannten Lebensmittelampel. Danach würden gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse mit null Prozent, Produkte wie Nudeln, Milch oder Fleisch weiter mit sieben Prozent und besonders zuckerhaltige oder fettige Produkte mit mindestens 19 Prozent besteuert werden. Das Fazit der Studie prognostiziert im Falle einer solchen Besteuerung die Senkung des Anteils der stark übergewichtigen Menschen um zehn Prozent. Bisher wächst der Anteil dagegen stetig.

Regulierung der Lebensmittelpreise umstritten

Die Verbraucherorganisation Foodwatch forderte bereits im vergangenen Jahr eine „Zucker-Steuer“ für Getränkehersteller. Die Idee der Regulierung von Lebensmittelpreisen ist also nicht neu, aber umstritten. Während die Branche und das Bundesernährungsministerium eher eine ablehnende Haltung einnehmen, begrüßen Gesundheitspolitiker aus den Reihen der scheidenden Regierungskoalition den Vorschlag. Im europäischen Ausland ist man da schon einen Schritt weiter: Seit 2012 erhebt Frankreich eine Steuer auf gesüßte Getränke. In Großbritannien ist eine ähnliche Abgabe für 2018 geplant.

Gesunde Ernährung durch Nahrungsergänzung

Viele Menschen greifen aufgrund der mangelnden Zeit für die Zubereitung von vollwertigen Mahlzeiten zu sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln. Gesundheits-Blogs wie ZENTRUM DER GESUNDHEIT halten „hochwertige Nahrungsergänzungsmittel eine gute Lösung, dem Körper das zu geben, was er so dringend braucht und was er bei der heute üblichen Ernährung nur allzu oft vermisst“. Verschiedene Hersteller wie Anatis oder MeriMed bieten einzelne Vitamine oder Mineralstoffe an. Andere Unternehmen verkaufen Nahrungsergänzungsmittel als fertige Mischung für unterschiedliche Anwendungsziele. Prominentes Beispiel ist das Hamburger Start-up Veluvia, dass vor kurzem durch einen Auftritt in der bekannten TV Show „Die Höhle der Löwen“ von sich reden machte. Veluvia bietet beispielsweise das Produkt „Immun“ an, welches Vitamin C, Vitamin D, Zink und Selen zur Unterstützung eines gesunden Immunsystems enthält. Ebenfalls im Angebot ist ein Produkt zur Gewichtsreduzierung – letztlich eines der wichtigen sekundären Ziele gesunder Ernährung. Dies haben auch andere Hersteller wie Almased oder Yokebe erkannt und entsprechende Produkte auf den Markt gebracht.

Letzten Endes gilt: Wer ein gesundes und langes Leben führen möchte, der kommt an der Investition von Zeit und Geld in die gesunde Ernährung nicht herum. (uc)

Anbieter von Coworking rent24: Der Arbeitsplatz als Lifestyle-Objekt

Nicht nur Wohnraum wird in Berlin knapp, sondern auch Gewerbeflächen. Mit der Bereitstellung von produktiven und inspirierenden Workspaces, die die Community zu Kommunikation und Austausch inspirieren, schafft rent24 eine Lösung für immer knapper werdende Büroflächen. Wir haben mit Founder & CEO Robert Bukvic gesprochen.

Wie rent24 Coworking und Coliving vereint

Herr Bukvic, was genau ist rent24?

rent24 ist einer der größten Anbieter von Coworking und Coliving in Deutschland. Wir bieten Arbeitsplätze, Konferenzräume und Veranstaltungsmöglichkeiten in unseren Spaces, die durch einzigartiges und modernes Design besonders inspirierend sind. Dabei fördern wir auch mit beispielsweise eigenen Events oder Workshops speziell unsere Community, denn der Austausch mit Gleichgesinnten und die Erweiterung des eigenen Netzwerks sind für uns mitunter Schlüssel für erfolgreiches Arbeiten. Die Möglichkeit zum effizienten Arbeiten ergänzen wir durch unser Coliving-Konzept, was sich durch Mikroapartments und Boutique Hostel in unmittelbarer Umgebung unserer Coworking-Standorte definiert. Auch hier stehen Flexibilität, Effizienz, Design und vor allem der Community- Faktor im Vordergrund.

Ihr Unternehmen hat viele Standorte. – Ist Berlin ein besonders wichtiger?

Berlin ist für uns natürlich ein wichtiger Markt, vor allem da unsere Geschichte hier beginnt, aber auch als Hauptstadt und Start-up-Metropole. Außerdem bieten wir am Gendarmenmarkt den größten Coworking-Space Berlins. In unserer Expansion betrachten wir aber viele Städte sowohl in Deutschland als auch in Europa, die uns ebenso wichtig sind.

Wohn- und Büroräume werden immer knapper in Berlin. Wieso spielt gerade das Thema „Coworking“ und „Sharing“ dabei eine immer größere Rolle?

Berlin ist allseits beliebt, Flächen sind rar und die Nachfrage ist groß. Gerade für kleinere Unternehmen und Freiberufler stellt das Hürden dar. Durch Coworking bietet sich für viele eine ideale Lösung: größtmögliche Flexibilität, faire Preise, gute Lage und verschiedene Anmietoptionen. Außerdem sind viele Leute in Berlin zugezogen und freuen sich, in entspannter Atmosphäre Anschluss zu finden und sich austauschen zu können. Die „Share Economy“ ergibt sich bei dem heutigen Lebensstil ganz von allein – warum etwas besetzen oder ungenutzt lassen, im Zweifel sogar unnötig dafür bezahlen, wenn man jemandem damit helfen könnte? Wieso alleine irgendwo sitzen, statt mit Gleichgesinnten kreative Ideen zu besprechen? Genau hier setzt das rent24-
Konzept an.

Büroräume werden immer knapper in Berlin – Coworking-Spaces sind die Lösung

Hat Berlin das Potenzial die Top-Metropole Europas zu werden?

Für uns ist Berlin schon heute eine der Top-Metropolen Europas. Die Stadt ist sehr lebendig und ein Mix aus vielen Anderen, bietet für jeden das Richtige und immer etwas Neues. Für Berlin kann
man nicht verrückt genug sein und man hat die Möglichkeit, alles zu testen.

Geht die Party für rent24 in Berlin auch in 2018 weiter?

Berlin ist und bleibt eine spannende Stadt, daher wird auch rent24 hier weitere Spaces eröffnen. Im Jahr 2018 werden wir im Zuge unserer Expansion über 100 Locations weltweit anbieten
können und freuen uns, mit unserem Coworking- und Coliving-Konzept viele Probleme der Entrepreneure und der „Share Economy“ zu lösen. (red)

Info
Neben rent24 gibt es auch viele
weitere Coworking-Spaces in Berlin
unter anderem WeWork, SiliconAllee,
C-Base, Mindspace und Factory Berlin.

 

 

Wirtschaftsstandort Berlin: Siemens baut 870 Stellen ab

Der Technologiekonzern Siemens wird trotz eines Rekordgewinns von 6,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr weltweit rund 6.900 Stellen abbauen. Davon wird die Hälfte die Niederlassungen in Deutschland treffen, 870 allein in Berlin. Für den Wirtschaftsstandort Berlin ist das nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin und dem Verlust tausender Arbeitsplätze erneut ein herber Schlag.

Laut des Konzerns reagiere man mit dem Stellenabbau auf den rasant zunehmenden Strukturwandel in der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor. „Die Energieerzeugungsbranche befindet sich in einem Umbruch, der in Umfang und Geschwindigkeit so noch nie dagewesen ist. Der Ausbau und die Innovationskraft Erneuerbarer Energien setzen andere Formen der Energieerzeugung zunehmend unter Druck. Die jetzigen Maßnahmen knüpfen an unsere Anstrengungen an, die wir bereits vor drei Jahren gestartet haben, um unser Geschäft an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen“, so Lisa Davis, Mitglied des Vorstands der Siemens AG.

In Moabit und Spandau werden 870 Stellen gestrichen

Insgesamt 870 Arbeitsplätze sollen in Berlin gestrichen werden, davon 300 im Gasturbinenwerk in Moabit und 570 im Spandauer Dynamowerk. Nach der ersten Planung bleiben das Engineering und der Vertrieb bestehen. Die Fertigung soll allerdings entfallen. „Eine Schließung des Standorts Berlin ist jedoch nicht vorgesehen“, so Siemens. Nicht nur Angestellte und Betriebsräte sind über den massiven Stellenabbau empört, auch die IG Metall kritisiert die Siemens-Pläne scharf. Klaus Abel, der Berliner IG-Metall-Chef, kündigte bereits gestern heftigen Widerstand der Arbeitnehmerseite an.

Dynamowerk in Berlin-Spandau

Politik und Wirtschaft kritisieren die Entscheidung

Außerdem sprach er von einem „Vertrauensbruch“ seitens des Siemens Vorstandschefs Joe Kaeser. Auch  Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) kritisiert den Siemens-Konzern scharf. So habe Siemens „mit seinen Berliner Werken lange Zeit gut verdient“, sagtPop gegenüber der Berliner Zeitung „Ich erwarte, dass Siemens gemeinsam mit den Beschäftigten nach Lösungen sucht.“

Ob der Konzern, der sich unter anderem im vergangenen Jahr im Streit um die Errichtung einer Hauptstadtrepräsentanz im Garten des denkmalgeschützten Magnus-Hauses in Mitte darauf berufen hatte, seine Wurzeln in Berlin zu haben, sich von seinen Streichungsplänen abbringen lässt, bleibt abzuwarten. (red)

Lufthansa und Eurowings: Konkurrenz um Berliner Luftstrecken?

Nach der Insolvenz von Air Berlin will auch Eurowings die Strecken Berlin-Frankfurt und Berlin-München bedienen. 2018 sollen unter anderem die Strecken Berlin-Frankfurt, Berlin-München und Düsseldorf-München neu angeboten werden. Auf diesen Verbindungen ist nach dem Ende von Air Berlin derzeit die Lufthansa ohne Konkurrenz unterwegs. Dieses Privileg könnte sie allerdings bald verlieren. Kartellrecht Experten vermuten bislang, dass es zu keinem Preiskampf kommen wird. Beide Fluggesellschaften gehören schließlich demselben Konzern an. 2001 hatte die Deutsche Lufthansa AG die Billigfluglinie Eurowings übernommen.

Fehlende Konkurrenz treibt die Preise hoch

Fakt ist, dass derzeit gerade auf innerdeutschen Strecken eine sehr hohe Nachfrage herrscht. Infolge der Air-Berlin-Pleite ist das Angebot stark eingeschränkt. Das führt in den meist voll besetzten Flugzeugen zu hohen Ticketpreisen. Durch den Wegfall von Air Berlin mangelt es an Konkurrenz und so sind die innerdeutschen Flüge bis zu 50 Prozent teurer. Berliner Geschäftsreisende sind besonders betroffen, berichtete der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) in Frankfurt. Laut ihren Berechnungen sind nach der Aufgabe des Linienverkehrs der Air Berlin auf Kurzstrecken die Preise zwischen 26 Prozent an Werktagen und knapp 39 Prozent an Wochenenden gestiegen – was natürlich auch Privatkunden trifft.

Die höheren Ticketpreise im Lufthansa-Konzern seien allein durch die gestiegene Nachfrage entstanden, die ihrerseits auf das verkleinerte Angebot zurückzuführen sei, erklärte das Unternehmen. An der Preisstruktur habe sich nach Angaben einer Konzernsprecherin nichts geändert. Die Preisbildung funktioniert wie bei nahezu allen Airlines: Ist der Flugtermin noch weit entfernt und sind erst wenige Plätze verkauft, werden die Tickets günstig angeboten. Kurz vor Abflug werden die letzten Plätze aber nur noch zu Höchstpreisen abgegeben.

Überraschend ist jedoch, dass seit dem Lufthansa und die Tochtergesellschaft Eurowing bei Inlandsflügen dominieren, sich einiges verändert hat. Die Systeme zeigen viel häufiger speziell für Inlandsflüge zu günstigen Tageszeiten nur noch den Status „ausverkauft“ an.

Mehr Konkurrenz belebt das Geschäft

Die Auswirkungen der fehlenden Konkurrenz treffen allerdings ganz andere. „Es leiden insbesondere die Unternehmen, die auf Flugverbindungen von dezentralen Airports abseits der großen Hubs angewiesen sind. Deren Situation hat sich in Bezug auf Ticket-Verfügbarkeit, Frequenz und Preis dramatisch verschlechtert“, so Christoph Carnier, VDR-Präsidiumsmitglied.

Außerdem wird im nächsten Jahr noch ein zusätzlicher Konkurrent erwartet. Die britische Linie Easyjet möchte mit ihren von Air Berlin übernommenen Flugzeugen ebenfalls innerdeutsche Verbindungen fliegen. Auf welchen Strecken und zu welchen Terminen hat die britische Fluggesellschaft, die bis zu 25 Jets einsetzen wollen, bislang nicht kommuniziert

Axel Springer hy GmbH: „Wir können technologische Vorreiter werden“

In diesem Jahr baute die Axel Springer SE ihr Angebot digitaler Dienstleistungen weiter aus. Mit der Gründung der Axel Springer hy GmbH sollen interessierte Kunden künftig noch umfassender bei ihrer digitalen Transformation unterstützt werden. Die BERLINboxx hat mit CEO Lars Zimmermann über die disruptiven Herausforderungen unserer Hauptstadt gesprochen.

Wie die Axel Springer hy GmbH Deutschland digital transformiert

Dass Deutschland an der Speerspitze der Technologien stehen kann, daran glaubt Lars Zimmermann | Foto: Boaz Arad

Herr Zimmermann, gibt es Unternehmen, die für Sie vorbildhaft sind, z. B. aus dem Digitalisierungs-Mekka Silicon Valley?

Wir sollten eher weniger auf das Silicon Valley schauen, weil es ganz eigene Voraussetzungen für seine Entstehung hatte und von Grund auf neu aufgebaut wurde. Natürlich gibt es dort technologische „Big Player“, die sehr vieles richtig machen, aber wir müssen uns auch an gestandenen Unternehmen orientieren und nicht nur an Startups. Ein gestandenes Unternehmen, das sich verändern muss, hat natürlich ganz andere Herausforderungen als ein Start-up.

Warum hinkt Deutschland in Sachen Digitalisierung immer noch hinterher? Was haben uns andere Länder voraus?

Deutschland hinkt definitiv nicht hinterher. Dies wird zwar immer behauptet, aber wir sehen das ganz klar anders. Deutschland hat länger gebraucht als andere, aber die Analysephase ist nun abgeschlossen. Wir unterstützen globale Unternehmen und große Mittelständler bei der digitalen Transformation und wenn man sich Unternehmen wie Axel Springer oder Viessmann anschaut, so kann man sagen, dass sich viele etablierte Unternehmen auf den richtigen Weg gemacht haben – mit viel Klarheit, einer neuen Führungsstruktur und vor allem: sehr viel Entschlossenheit. Das Vorhaben ist riesig und gemessen an den Aufgaben sind wir zwar noch etwas langsam und nicht ambitioniert genug, aber auch nicht weniger digitalisiert als amerikanische, britische oder französische Unternehmen. Im Gegenteil: Wir arbeiten mit Unternehmen aus Japan oder Dänemark zusammen, die sich zunehmend deutsche Konzerne zum Vorbild nehmen.

Städtevergleich: Wo liegen Berlins Stärken und Schwächen im Vergleich zu anderen deutschen Städten?

Berlin hat eindeutig den Vorteil, dass es ein globaler Talentmagnet ist. Viele Gründer oder Programmierer kommen nach Berlin, um hier zu arbeiten. Allgemein mangelt es ja an Fachkräften, aber das kann man in Berlin nicht behaupten. Berlin ist auch verhältnismäßig gesehen eine immer noch sehr preiswerte Stadt, was die Wohn- und Lebenshaltungskosten betrifft. Aber auch die Nähe zur deutschen Industrie ist ein weiterer Vorteil. Vor allem Start-ups, die sich in der sogenannten „Industrie 4.0“ engagieren, brauchen natürlich Kooperationspartner aus der Industrie – damit kann Berlin als deutsche Hauptstadt in jedem Fall dienen. Einer der Nachteile ist, dass Deutschland insgesamt zu geringe Ambitionen hat, wirklich an der Speerspitze digitaler Technologien zu stehen und neue Geschäftsmodelle drum herum zu entwickeln. Ein weiterer Nachteil ist, dass Berlin als Stadt selbst das Thema Digitalisierung überhaupt nicht beachtet. Wenn Sie die Berliner Stadtverwaltung mit der in Kopenhagen oder Toronto vergleichen, so kann man sagen, dass die Stadtverwaltungen dort deutlich unterstützender sind, wenn es darum geht, die Stadt in einen Technologie-Hub zu verwandeln.

Welche Rolle spielt die Politik, wenn es um das Thema Digitalisierung geht? Was wünschen Sie sich von unseren Politikern im Jahr 2018?

Berlin wäre zum Beispiel stark damit geholfen, wenn wir eine echte Technologie-Uni von Weltruf hätten. Die haben wir nicht. Warum in Berlin keine Bundesuniversität von Weltruf aufbauen,
sodass die besten Studierenden aus aller Welt überlegen, ob sie nach Stanford, ans MIT oder eben Berlin gehen?! Ein weiteres Thema ist Fläche. Berlin hat natürlich ein sehr großes Problem bezüglich der Wohnraum- und Großflächennutzung, was sich im Jahr 2018 definitiv ändern muss. Und die Berliner Verwaltung hat es nötig, innovativer zu werden. (red)

Veranstaltungen

Re:publica 2018

Auf der Internetkonferenz tauschen Akteure aus der Netzgemeinde, Wissenschaft, Politik und Kultur sich über aktuelle Themen der digitalen Gesellschaft aus.

Die Re:publica ist die nach eigenen Angaben größte Konferenz der digitalen Gesellschaft in Europa. 2018 treffen sich zum zwölften Mal Netz-Aktivisten, Blogger, Künstler, Geschäftsleute und Unternehmensvertreter. In der Station Berlin am Gleisdreieck stehen Vorträge und Podiumsdiskussionen rund um die Themen Web 2.0, Blogs, Social Media und Netzpolitik im Mittelpunkt. Eingeladen sind rund 800 Redner, über 7000 Teilnehmer werden erwartet.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)

1. Tagung Mindfulness

Wie bringt Achtsamkeit mein Unternehmen weiter?

Auch unter dem Begriff Mindfulness bekannt setzt sich derzeit ein Konzept durch, das Stressreduktion, Enthusiasmus und kollektive Aufmerksamkeit der Mitarbeiter herbei führen soll. Doch was genau steckt hinter dieser Trendwelle? Lohnt es sich aufzuspringen?

Auf der 1. Tagung Mindfulness, die am 19. Februar von der Quadriga Hochschule veranstaltet wird, diskutieren die Teilnehmer mit führenden Experten aus Wissenschaft und Praxis inwiefern Achtsamkeitsprogramme die Effizienz der Mitarbeiterleistungen steigern und den Unternehmenserfolg langfristig sichern.

(Anmeldung erforderlich)