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Bockwurst statt Weihnachtsgans: Berliner sind Kochmuffel

Laut der TK-ErnährungsstudieIss was, Deutschland.“ kochen nur ein Drittel der Befragten aus Berlin und Brandenburg regelmäßig. Damit liegt die Hauptstadtregion auf dem letzten Platz. In Baden-Württemberg kochen dagegen 63 Prozent der Umfrageteilnehmer fast täglich. Ebenfalls alarmierend ist, dass in Berlin und Brandenburg bereits jeder Vierte (26 Prozent) Probleme mit dem Stoffwechsel hat und damit Erkrankungen wie Diabetes oder zu hoher Cholesterinspiegel riskiert.

Zeit, Wille und Geld – das fehlt zur gesunden Ernährung

Die Studie gibt an, dass fehlende Ruhe und Zeit die am häufigsten genannte Erklärung dafür sei, warum sich die Menschen in Deutschland nicht gesünder ernähren. Demnach glauben 56 Prozent, dass gesundes Essen mehr Zeit kostet, die sie momentan nicht haben – ein Fluch der Dienstleistungsgesellschaft.

Nicht mal zwei Drittel essen einmal am Tag Gemüse

Viele greifen aus demselben Grund immer häufiger auf Nahrungsergänzungsmittel wie Veluvia oder Orthomol zurück, um trotz eines stressigen Arbeitsalltags die eigene Gesundheit zu fördern. Laut Veluvia schaffen es noch nicht einmal zwei Drittel der Menschen mindestens einmal am Tag eine Portion Gemüse zu sich zu nehmen und somit ausreichend Nährstoffe aufzunehmen, was den Bedarf für die Veluvia-Produkte begründe. Das Start-up sieht darin eine Alternative sich zumindest ausgewogen zu ernähren, ohne jeden Abend Gemüse schnippeln zu müssen.

Orthomol, schon etwas länger auf dem Markt, entwickelt und vertreibt Mikronährstoff-Kombinationen. Laut der Website des Herstellers basieren die Produkte auf dem Prinzip der orthomolekularen Medizin und liefern Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe in ausgewogener Dosierung.

Nahrungsergänzungsmittel sind sicherlich besser als gar nicht vorzusorgen, aber einen gemütlichen Abend in netter Gesellschaft bei gutem Essen können sie nicht ersetzen. Vielleicht sollten sich die Berliner auch dem sozialen Aspekt zuliebe, wieder mehr Zeit zum Kochen nehmen. (uc)

 

Falsche Ernährung Ursache von 1/5 aller Todesfälle weltweit

Wie das amerikanische Wissenschaftsjournal „The Lancet“ in seiner aktuellen Ausgabe schreibt, lassen sich weltweit 20 Prozent aller Todesfälle auf falsche Ernährungsweisen zurückführen. Die Wohlstandsgesellschaft isst generell zu viel Salz, industriell verarbeiteten Zucker, weißes Mehl und Wurst bzw. Lebensmittel aus verarbeitetem Fleisch – und bringt sich damit selbst in Gefahr.
Basis für diese erschreckend hohe Zahl ist die „Global Burden of Disease Study“ für die mehr als 2500 Experten auf der ganzen Welt jedes Jahr Daten zu über 330 Krankheiten zusammentragen.

Wenn Ernährung nicht mehr am Leben erhält

Nutella Brot zum Frühstück, Imbiss zum Mittag, Pizza zum Abendbrot und Snacks vorm TV. Schon längst ist dies nicht mehr nur in amerikanischen Filmen Realität. Auch hierzulande gehören diese Ernährungsweisen längst zum Alltag. Dabei ist Geld nicht das Problem, sondern vor allem die Zeit. Laut dem Ernährungsreport 2017 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kochen nur 39% aller Deutschen noch regelmäßig. In Berlin und Brandenburg kochen sogar nur ein Drittel. In der Folge nehmen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Diabetes oder erhöhter Cholesterinspiegel dramatisch zu.

Zum Umdenken bewegen

Dass ungesunde Ernährung und Übergewicht handfeste Probleme unserer Gesellschaft sind, ist ein offenes Geheimnis. Doch nur wenige tun wirklich etwas dagegen. Um zum Umdenken zu bewegen, gibt es in Deutschland verschiedene Vorstöße. Eine Studie des Hamburger Ökonomen Tobias Effertz, die unter anderem von der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Auftrag gegeben wurde, kommt beispielsweise zu dem Ergebnis, dass eine unterschiedlich hohe Besteuerung von gesunden und ungesunden Lebensmitteln die Zunahme von starkem Übergewicht in Deutschland Einhalt gebieten könnte.

Am effektivsten wäre laut der Studie eine Staffelung der Mehrwertsteuer orientiert an der sogenannten Lebensmittelampel. Danach würden gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse mit null Prozent, Produkte wie Nudeln, Milch oder Fleisch weiter mit sieben Prozent und besonders zuckerhaltige oder fettige Produkte mit mindestens 19 Prozent besteuert werden. Das Fazit der Studie prognostiziert im Falle einer solchen Besteuerung die Senkung des Anteils der stark übergewichtigen Menschen um zehn Prozent. Bisher wächst der Anteil dagegen stetig.

Regulierung der Lebensmittelpreise umstritten

Die Verbraucherorganisation Foodwatch forderte bereits im vergangenen Jahr eine „Zucker-Steuer“ für Getränkehersteller. Die Idee der Regulierung von Lebensmittelpreisen ist also nicht neu, aber umstritten. Während die Branche und das Bundesernährungsministerium eher eine ablehnende Haltung einnehmen, begrüßen Gesundheitspolitiker aus den Reihen der scheidenden Regierungskoalition den Vorschlag. Im europäischen Ausland ist man da schon einen Schritt weiter: Seit 2012 erhebt Frankreich eine Steuer auf gesüßte Getränke. In Großbritannien ist eine ähnliche Abgabe für 2018 geplant.

Gesunde Ernährung durch Nahrungsergänzung

Viele Menschen greifen aufgrund der mangelnden Zeit für die Zubereitung von vollwertigen Mahlzeiten zu sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln. Gesundheits-Blogs wie ZENTRUM DER GESUNDHEIT halten „hochwertige Nahrungsergänzungsmittel eine gute Lösung, dem Körper das zu geben, was er so dringend braucht und was er bei der heute üblichen Ernährung nur allzu oft vermisst“. Verschiedene Hersteller wie Anatis oder MeriMed bieten einzelne Vitamine oder Mineralstoffe an. Andere Unternehmen verkaufen Nahrungsergänzungsmittel als fertige Mischung für unterschiedliche Anwendungsziele. Prominentes Beispiel ist das Hamburger Start-up Veluvia, dass vor kurzem durch einen Auftritt in der bekannten TV Show „Die Höhle der Löwen“ von sich reden machte. Veluvia bietet beispielsweise das Produkt „Immun“ an, welches Vitamin C, Vitamin D, Zink und Selen zur Unterstützung eines gesunden Immunsystems enthält. Ebenfalls im Angebot ist ein Produkt zur Gewichtsreduzierung – letztlich eines der wichtigen sekundären Ziele gesunder Ernährung. Dies haben auch andere Hersteller wie Almased oder Yokebe erkannt und entsprechende Produkte auf den Markt gebracht.

Letzten Endes gilt: Wer ein gesundes und langes Leben führen möchte, der kommt an der Investition von Zeit und Geld in die gesunde Ernährung nicht herum. (uc)

Dr. Stefan Franzke: „Work hard, party hard“

Berlin begeistert – als Kreativmetropole, als Start-up-Hub, als innovativer Technologie- und Wissenschaftsstandort. Sie ist eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen Deutschlands. Berlin Partner-Geschäftsführer Dr. Stefan Franzke bietet an diesem international attraktiven Standort Wirtschaftsförderung und Technologieförderung für Unternehmen, Investoren und Wissenschaftseinrichtungen an.

Herr Dr. Franzke, Berlin genießt international einen exzellenten Ruf. Die Wirtschaft boomt. Was braucht Berlin, um Europas Nr. 1-Metropole zu werden?

Wir freuen uns darüber, dass Berlin – aber auch die Berlinerinnen und Berliner – in der Welt einen guten Ruf genießen. Eine Studie, die Berlin Partner vor kurzem in Auftrag gegeben hat, hat ergeben, dass mehr als 70 Prozent der international befragten Entscheider sich vorstellen können, in Berlin zu leben und zu arbeiten. Das liegt auch daran, dass Berlin in vielen Fällen schon Europas Nr. 1-Metropole ist – etwa beim Venture Capital, wo wir London bereits überholt haben.

1,5 Milliarden Euro sind allein im ersten Halbjahr 2017 an Venture Capital in Berliner Start-ups geflossen. Mit Start Alliance haben Sie ein besonderes Startup- Austauschprogramm ins Leben gerufen, an dem neben Berlin auch Paris, Shanghai, Tel Aviv, New York und London teilnehmen. Wie ist Ihre derzeitige Bilanz? Und welche Städte würden Sie sich als weitere Partner der Start Alliance wünschen?

Die Start Alliance ist ein Riesenerfolg: für Berlin, für Berlin Partner, vor allem aber für die Start-ups, die an den Programmen der Start Alliance teilnehmen. Mit mehr als 100 Unternehmen sind wir ins Ausland gefahren, rund 50 Unternehmen sind nach Berlin gekommen; die nächste Heimspiel-Runde findet im Dezember statt. Mit unseren Partnern in Shanghai, Tel Aviv und New York haben wir gute Kontakte in die weltweit wichtigen Start-up-Hubs. Wir wollen unser Netzwerk aber noch weiterspannen. Dazu gehört einerseits, dass weitere Städte – wie Wien Ende dieses Jahres – hinzukommen und bestehende Partnerschaften – wie mit New York – vertieft werden.

Berlin feierte 2017 das Bestehen seiner 50-jährigen Städtepartnerschaft mit Los Angeles mit einem 2-tägigen Festival in L.A. Wie waren die Resonanzen auf die vielfältigen Events? Und welche Projekte konnten hier für die Zukunft angestoßen werden?

Die Reise hat sich gelohnt. An beiden Tagen haben wir in unserem Berlin Lab im Arts District in Downtown Los Angeles mehr als 3.000 Besucherinnen und Besucher begrüßt. 81 Akteure, davon 15 Berlin Partner, haben die Hauptstadt nach L.A. gebracht: Wirtschaft, Technologie, Kunst, Musik und – nicht zuletzt – Kulinarisches. Höhepunkte des Labs waren die TOA Conference, eine Tech-Ausstellung, eine Street-Art-Installation von den DIXONS und die Berlin Night, unsere Jubiläumsparty. Die Resonanz war großartig. Bei vielen Gesprächen im Lab oder der Wirtschaftskonferenz, die von der IHK organisiert wurde, wurden Kontakte vermittelt, Ideen ausgetauscht und Pläne geschmiedet. Ich freue mich darauf, das in den nächsten Wochen und Monaten in die Tat umzusetzen.

Der stetige Wachstumskurs Berlins hat sich auch 2017 fortgesetzt. Geht die Party Ihrer Meinung auch 2018 weiter?

Dass Berlin und die Berliner Wirtschaft weiterhin auf Wachstumskurs sind, ist ja keine Partyleistung, sondern harte Arbeit. Aber die Zeichen stehen weiterhin auf Aufschwung. Deshalb sollte auch für 2018 gelten: Work hard, party hard.

Wirtschaftssenatorin Pop: „Mehr Menschen sollen vom Wirtschaftswachstum profitieren“

Der Berliner Wirtschaft geht es besser denn je. Während andere deutsche Städte nur wenig Neuansiedlungen und teils hohe Arbeitslosenzahlen verzeichnen, nimmt die Hauptstadt die wirtschaftliche Spitzenposition ein. Die BERLINboxx sprach mit Wirtschaftssenatorin Ramona Pop über den Boom in der Stadt und wie die positive Entwicklung auch zukünftig produktiv genutzt werden kann.

Frau Senatorin, die Berliner Wirtschaft boomt. Sie rechnen für 2017 mit einem Wachstum von 2,5 Prozent. Woran liegt es Ihrer Meinung, dass Berlin wirtschaftlich die absolute Spitzenposition in Deutschland einnimmt?

Berlin ist stetig im Wandel. War früher „arm, aber sexy“ Programm, sind wir heute stolz, dynamisch und innovativ zu sein. Berlin ist attraktiv für die Wirtschaft geworden: Wir sind branchenübergreifend Gründungshauptstadt mit 40.000 Gründungen pro Jahr. Mit dem Schritt in die Selbständigkeit beweisen Gründerinnen und Gründer ihren Unternehmergeist und tragen so zur Dynamik am Wirtschaftsstandort Berlin bei. Wir unterstützen diesen Schritt mit Euro zusätzlich. Dennoch wollen wir auch weiter Schulden abbauen. Investitionen müssen auch umgesetzt werden. Dafür brauchen wir ein neues Vergaberecht, das bei weniger Bürokratie ökologische und soziale Kriterien stärkt. Mehr Menschen sollen vom Wirtschaftswachstum profitieren. Innovation ist unsere Stärke: Als Gründungshauptstadt setzen wir auf Zukunftsbranchen: Energietechnik, Gesundheitswirtschaft, Mobilität, Digitalisierung. Darin steckt viel Potenzial für Wertschöpfung – aber auch für eine Ökologisierung der Berliner Wirtschaft. Wachstum ist kein Selbstzweck. Wir wollen sozialversicherungspflichtige Arbeit schaffen mit Löhnen, die ein gutes Auskommen sichern. Nirgendwo sonst werden so viele Unternehmen gegründet wie in Berlin, Firmen suchen händeringend nach Industrievielfältigen Angeboten, um es UnternehmerInnen einfacher zu machen.

Die Digitalwirtschaft zeigt deutlich das höchste Wachstum: Seit 2008 ist der Unternehmensbestand um 67,9 Prozent gewachsen. Ein Fünftel des Berliner Wirtschaftswachstums entsteht hier. Auch siedeln sich vermehrt Unternehmen in Berlin an, die den Zugang zu unserer Start-up-Szene suchen. Daher wollen wir auch die Rahmenbedingungen für digitale Start-ups und die Vernetzung mit kleinen und mittleren Unternehmen weiter verbessern.

Innovation und Investition – inwiefern sind diese beiden Themen miteinander verbunden?

Die neue Koalition hat ein Jahrzehnt der Investitionen auf den Weg gebracht. Wir müssen aufholen, was vernachlässigt wurde. Der neue Haushalt für die Jahre 2018/19 zeigt das: 500 Millionen Euro pro Jahr für zusätzliche Investitionen, 2.700 neue Stellen vor allem bei Schulen, Polizei und Feuerwehr. Wir investieren 100 Millionen Euro in ein neues Klima-Stadtwerk. Die Bezirke erhalten mehr als 60 Euro zusätzlich. Dennoch wollen wir auch weiter Schulden abbauen.

Investitionen müssen auch umgesetzt werden. Dafür brauchen wir ein neues Vergaberecht, das bei weniger Bürokratie ökologische und soziale Kriterien stärkt. Mehr Menschen sollen vom Wirtschaftswachstum profitieren. Innovation ist unsere Stärke: Als Gründungshauptstadt setzen wir auf Zukunftsbranchen: Energietechnik, Gesundheitswirtschaft, Mobilität, Digitalisierung. Darin steckt viel Potenzial für Wertschöpfung – aber auch für eine Ökologisierung der Berliner Wirtschaft. Wachstum ist kein Selbstzweck. Wir wollen sozialversicherungspflichtige Arbeit schaffen mit Löhnen, die ein gutes Auskommen sichern.

Nirgendwo sonst werden so viele Unternehmen gegründet wie in Berlin, Firmen suchen händeringend nach Industrie flächen. Wie wollen Sie die große Nachfrage bedienen?

Das stimmt. Berlin wächst schneller als andere Bundesländer. Die Zeiten, in denen uns andere Städte um unsere vielen Freiflächen beneidet haben, sind eindeutig vorbei. Das Wirtschaftswachstum führt auch zu zunehmender Flächenkonkurrenz. Es gibt viele Unternehmen, die expandieren wollen. Es wird knapp. Es gilt, Areale, die wir haben, zu sichern und etwa beim Thema Breitbandausbau für die Zukunft fit zu machen.

Wir brauchen endlich ein Gewerbeflächenkataster, das alle zur Verfügung stehenden Flächen überhaupt erfasst. So könnten wir Gebiete sichern, um nicht nur von Konflikt zu Konflikt zu steuern. Auch sollte das Gewerbemietrecht geändert werden – ich erwarte von der neuen Bundesregierung hier tragbare Maßnahmen. Wir müssen im Recht Regelungen schaffen, um unsere soziale Infrastruktur in der Stadt aufrecht zu erhalten.

Nachhaltig, natürlich, unter Schonung natürlicher Ressourcen – so wünscht sich Ramona Pop die Berliner Industrie | Foto: SenWiEnBe

Die Berliner haben sich gegen die Schließung Tegels ausgesprochen. Angenommen der Flughafen bleibt in Betrieb, und der „Masterplan Berlin TXL – Nachnutzung des Flughafens Tegel“ wird hinfällig. Was dann?

Wir brauchen diese Fläche u. a. für wirtschaftliche Ansiedlungen. Der Senat hält am Flughafen-Konsensbeschluss von Berlin, Brandenburg und Bund fest. Rechtssicherheit ist ein hohes Gut. Nun muss eine transparente und politisch verantwortungsvolle Risikoabschätzung vorgenommen werden. Es muss geklärt werden, ob Brandenburg und der Bund überhaupt Verhandlungsbereitschaft zeigen. Anschließend müssen gemeinsam alle kostenrelevanten und planungsrechtlichen Punkte geklärt werden. Ich erwarte von einem Schlichtungsprozess mehr Transparenz und eine faktenbasierte Versachlichung der Debatte. Auf Basis dieser Ergebnisse arbeiten wir dann weiter.

Der Digitalisierung kann sich heutzutage kein Unternehmen, das wettbewerbsfähig sein will, verwehren. Wie will der Senat Unternehmen dabei unterstützen, im digitalen Wandel mithalten zu können?

Der Senat setzt gezielt wirtschaftspolitische Schwerpunkte, um die Digitalisierung der Berliner Wirtschaft weiter voranzutreiben: beispielsweise bei der Gewinnung neuer IT-Professuren und -Fachkräfte oder beim Ausbau einer leistungsstarken digitalen Infrastruktur. Diese ist ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Der Senat erarbeitet ein Konzept zur Förderung des Ausbaus des 5G-Mobilfunknetzes sowie des Breitband-/Glasfaserausbaus. In Sachen Beratung und Vernetzung kommen wir ebenfalls gut voran: Mit dem CityLAB Berlin schaffen wir einen Ort, an dem die Stadtgesellschaft gemeinsam mit Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft an konkreten Lösungen für die Herausforderungen der wachsenden und smarten Stadt arbeitet. Zudem wollen wir mit einer Digitalagentur ganz gezielt KMU und Unternehmen bestimmter Wirtschaftssektoren ansprechen und beraten, die bisher der digitalen Transformation abwartend bis skeptisch gegenüberstehen oder einen digitalen Schritt weitergehen wollen. Als Mittler und Lotse soll die Digitalagentur vorhandene Angebote, Leistungen und Ideen im Digitalisierungsbereich konkret für entsprechende Branchen und Geschäftsfelder zielgruppengerecht aufbereiten. So kommen Unternehmen zu einer realistischen und ernsthaften Auseinandersetzung über Chancen und Risiken der Digitalisierung.

Die Digitalagentur steht grundsätzlich allen Berliner Unternehmen offen, die einen Bedarf zum Thema Digitalisierung haben. Dies können einerseits Unternehmen sein, die bereits digitalisiert sind, aber ein „neues Level“ erklimmen wollen. Andererseits aber auch Unternehmen, die bisher noch keine Digitalisierungsbemühungen unternommen haben. Unterstützung soll es in jeder Phase der digitalen Transformation geben. Auch von der Unternehmensgröße her gibt es keine Einschränkungen. Die Analyse des Ist-Zustandes zeigt: Je kleiner die Unternehmen sind, desto weniger haben sie sich mit der Digitalisierung beschäftigt und investiert, desto größer ist der Aufholbedarf. Wichtig ist, dass die Digitalagentur nicht warten wird, bis sie von Unternehmen angesprochen wird, sondern auch proaktiv auf die Unternehmen zugeht.

Welche anderen Themen wollen Sie noch angehen, um Berlins wirtschaftliche Spitzenposition zu halten bzw. auszubauen?

Ich möchte, dass Berlin wirtschaftlich zukünftig noch besser dasteht als heute. Es soll mehr zukunftsfeste Arbeitsplätze geben. Die Stadt der Start-ups soll auch eine Stadt werden, in der Produkte nicht nur entwickelt, sondern auch produziert werden. Nachhaltig, natürlich, unter Schonung der natürlichen Ressourcen. Auch möchte ich die klassischen Industrieunternehmen in Berlin halten und nach Berlin holen. Und diese Unternehmen brauchen gute Rahmenbedingungen und eine gute Infrastruktur. Wir beobachten seit einiger Zeit, dass alteingesessene Unternehmen aus dem In- und Ausland nach Berlin kommen und hier eigene Start-up-Töchter gründen, die neue Produkte entwickeln.

Wir werden die Stadt ökologisch modernisieren. Berlin soll klimaneutral werden. Wir entwickeln für die wachsende Stadt Konzepte, mit denen immer mehr Menschen sicher, zügig und ressourcenschonend von A nach B kommen – mit sauberen öffentlichen Verkehrsmitteln und individuell mit elektrisch angetriebenen Autos, mit Fahrrädern oder zu Fuß. Wir sind auf dem Weg in eine Mobilität der Zukunft. Mit starken Partnern aus der Wirtschaft und den landeseigenen Betrieben arbeite ich für weiteres Wachstum und eine Ökologisierung unserer Wirtschaft.

Geht die Party auch 2018 in der Berliner Wirtschaft weiter? Oder ist ein Ende in Sicht?

Gute Zahlen sind ein Grund zur Freude. Die Stadt hat nach der Wiedervereinigung lange auf eine gute Konjunktur gewartet, seit ein paar Jahren liegen wir nun mit der Wachstumsrate über dem Bundesdurchschnitt und die Arbeitslosenquote hat sich halbiert. Jetzt kommt es darauf an, die Entwicklung zu verstetigen und darauf zu achten, dass möglichst viele Menschen auch davon profitieren. Dafür haben wir die Weichen gestellt. (cr)

BIO-Europe 2017: Die Biotech-Szene trifft sich in Berlin

Das internationale Who-is-who der Biotech- und Pharmaindustrie ist in der Hauptstadt zu Gast

Führende Entscheider aus der Biotech-, Pharma- und Finanzindustrie, Investoren und Startups treffen sich zur BIO-Europe 2017 im CityCube Berlin. Vom 6. bis 8. November laden hochkarätig besetzte Workshops, Panels und – das ist die Besonderheit der Konferenz – im Vorfeld vereinbarte One-on-one-Meetings die Teilnehmer zum intensiven Austausch ein. Ziel der internationalen Veranstaltung ist es, Innovationen durch die Verbindung gemeinsamer Kompetenzen und Interessen wertschöpfend umzusetzen.

Berlin Partner vernetzt die Biotech-Szene

Gastgeber sind die Stadt Berlin und das Cluster HealthCapital, das sich dem internationalen Publikum präsentiert und die regionalen Akteure mit den Gästen aus dem In- und Ausland auf der BIO-Europe vernetzt. Auf der Agenda stehen u.a. Internationalisierung, die Förderung regionaler Exzellenz und das Vorantreiben zukunftsfähiger Innovationen.

„Zu unseren Aufgaben gehört es, auf internationaler Ebene über die Life-Science-Region zu informieren sowie Ansiedlungen und Kooperationen auf den Weg zu bringen. Messen und Kongresse wie die BIO-Europe bieten dafür eine ideale Plattform“, so Carolin Clement, Bereichsleiterin Biotech/Pharma bei Berlin Partner. Im Übrigen verantwortet Berlin Partner auch das Management des Clusters HealthCapital.

„Der große Pool an internationalen Talenten und die dynamische Gründerszene begeistern Unternehmen aus der ganzen Welt, in Berlin mitzumischen und am Standort Entwicklungszentren zu betreiben. Große Pharmaunternehmen wie Bayer oder Pfizer suchen den Kontakt zu Startups, um gemeinsam in sogenannten Labs, Inkubatoren oder speziellen Startup-Programmen Innovationen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“, so Clustermanager Dr. Bindseil von HealthCapital.

Wirtschaftsfaktor Biotech-Unternehmen

Insbesondere für die Berliner Biotechnologie-Unternehmen ist die BIO-Europe von großem Interesse. Über 230 von ihnen leisten mit rund 5.000 Beschäftigen einen maßgeblichen Beitrag zum Kompetenzausbau und der wirtschaftlichen Stärke der Hauptstadtregion. Circa 80 Prozent forschen und entwickeln im Bereich Biomedizin. Mit der BIO-Europe 2017 steht Berlin nicht nur während, sondern bereits im Vorfeld der Konferenz im Fokus der internationalen Fachöffentlichkeit. Das Branchentreffen bietet die Gelegenheit, die Hauptstadt als einen internationalen Biotech- und Pharmastandort zu präsentieren. (red)

Peat, Cargonexx und Samcc – die Gewinner des deutschen Digitalpreises „The Spark“ 2017

Am Wochenende wurden die klügsten Köpfe im Bereich künstlicher Intelligenz und technische Innovationen beim deutschen Digitalpreis „The Spark“ ausgezeichnet. Die Erfindungen der diesjährigen Gewinner sind vielfältig: Pflanzenschädlinge mithilfe einer App erkennen und bekämpfen, Transport leichter gestalten und Spediteur und Unternehmen zusammen bringen oder die Buchhaltung erleichtern und Finanzen transparent darstellen.

App Plantix gegen „Morto Subito“

Einer der diesjährigen Gewinner entwickelte eine App mit dem Namen Plantex, die vielen Landwirten dabei helfen kann, eventuelle Schädlinge an ihren Pflanzen frühzeitig zu erkennen, zu identifizieren und zu vernichten. Das Start-up Peat aus Hannover setzt dabei künstliche Intelligenz innovativ ein und folgt damit dem Leitthema des Wettbewerbs. Den Gründern war bewusst, dass Pflanzenkrankheiten erkennbare Muster hinterlassen und die digitalen Möglichkeiten täglich wachsen. Mittlerweile erkennt die App 170 verschiedene Pflanzenschäden und soll bald von einer Million Menschen genutzt werden. Das Start-up greift mit dieser Innovation ein relevantes und brisantes Thema auf. Angesichts einer immer weiter wachsenden Weltbevölkerung und dem gleichzeitigen Defizit der Grundversorgung aufgrund von Insekten, Pilzen oder anderweitigen Erregern, stellt die App eine erste hilfreiche Lösung dar. Umso eher die Landwirte auf Schädlingsbefall reagieren können, umso eher können sie auch handeln und ihre Ernte retten. Damit gewinnen sie nicht nur Lebensmittel sondern sichern sich gleichzeitig auch ihre Existenz. Das Team bietet die App kostenlos an, um weitere Fotos zu sammeln, die der Algorithmus lernen kann. Außerdem möchten sie eine Plattform erstellen, über die Bauern gegen eine Vergütung Pflanzenschutzmittel kaufen können.

Lastverkehr effizienter organisieren mit Cargonexx

Die Gewinner des zweiten Platzes haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Lastverkehr effizienter zu organisieren und so Autobahnen zu entlasten. Das Team hat ein System entwickelt, welches Spediteure und Unternehmen zusammen bringen soll. Die Zusammenarbeit soll erleichtert werden. Dafür wurde ein Algorithmus entwickelt, der per Knopfdruck tausende von Frachten analysiert und dabei bis zu 400 weitere Faktoren berücksichtigt, um am Ende einen Preis zu kalkulieren. Die Technik funktioniert einwandfrei, die Transportbranche reagiert aber bisher skeptisch. „Das ist wie ein Guerillakampf, es geht nur Person für Person“, sagte der Cargonexx-Gründer Rolf-Dieter Lafrenz gegenüber dem Handelsblatt. Die Logistik eines Unternehmen bestimme sich immer noch intern, viele Geschäftsführer möchten selber entscheiden, wie gearbeitet werde.

Smacc ermöglicht transparente und einfache Buchhaltung

Mit einer Software, die die Buchhaltung bei kleinen und mittleren Unternehmen weitestgehend automatisieren soll, gewannen die Gründer des Berliner Softwareanbieters Smacc den dritten Preis. Das Prinzip ist einfach: Mithilfe einer Software wird eine Rechnung eingelesen, dem passenden Buchführungskonto zugewiesen und die entsprechende Überweisung automatisch vorbereitet. So werden zum einen keine Rechnungen mehr übersehen und zum anderen Kosten für die Bearbeitung von Papierbelegen gespart. Für den Mitbegründer Ulrich Erxleben entscheiden die Finanzen über die Existenz eines Unternehmens. „Viele kleine und mittelständische Unternehmen werden insolvent, weil sie keine Transparenz über ihre Finanzen haben“, gab er gegenüber dem Handelsblatt an. Damit die Software „lernen“ kann, sei die Zusammenarbeit mit Unternehmen entscheidend. Dies sei zu Beginn der Unternehmensgeschichte der schwierigste Teil gewesen, nun scheint diese Hürde aber genommen. (ao)

Ein Silicon Valley wie in den USA – nur eben in Berlin

Berlin floriert als deutsche Start-up-Hauptstadt. Und auch zahlreiche Unternehmen sowie Verbände der Technologiebranche haben ihren Hauptsitz in Berlin. Nun sollen diese nach dem Vorbild des US-amerikanischen Silicon Valley zusammengebracht werden: Europas größten Hubs für Finanztechnologie („FinTech“) und das Internet der Dinge („IoT“), in denen etablierte Unternehmen, Gründer und Wissenschaftler ihre Kompetenzen zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder zusammenbringen können, entstehen in Berlin.

Die Idee der Digital Hubs

Grundidee der Digital Hub Initiative ist es, dass die Zusammenarbeit von Start-ups, etablierter Wirtschaft und Wissenschaft auch im digitalen Zeitalter besonders gut auf engem Raum funktioniert und dabei Innovationen fördert. Einige dynamische digitale Hubs sind in den letzten Jahren bereits entstanden oder aktuell im Entstehen. In diesen vernetzen sich Start-ups und junge Gründer, kooperieren und stärken sich gegenseitig. Start-ups können von den Erfahrungen und Netzwerken der großen Unternehmen lernen und sich besser positionieren. Die Initiative setzt genau hier an: Deutschlands Stärken als führende Industrienation mit vorhandenem, qualitativ hochwertigem Know-how sollen hervorgehoben und Deutschland so zu einer Alternative für Gründer, Investoren und Fachkräfte aus aller Welt werden lassen.

Der Berliner Standort

Ramona Pop, Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe stellte am 18. September 2017 die beiden Hub-Standorte und die Aktivitäten des „DigiHub“ Berlins auf dem Berliner Gründercampus Factory vor. Das Konsortium aus Factory, FinLeap, Next Big Thing und Fraunhofer Leistungszentrum Digitale Vernetzung wurde im Rahmen eines Wettbewerbs zur Repräsentation des DigiHubs „IoT“ und „FinTech“ ernannt. Die Beteiligten verfügen über große Fachexpertise. Ihre Wirkung strahlt weit über Berlin hinaus aus.

Beide Hubs stärken Berlin als „IoT“- und „FinTech“-Standort im Rahmen der Hub-Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. An den Hub-Standorten im Ost- und Westteil Berlins sollen Start-ups, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und etablierte Mittelständer wie im Silicon Valley an digitalen Leuchtturmprojekten für Berlin arbeiten. (red)

Orderbird: Be smart, pay smart

Eat.pay.love. Die drei Wörter stehen für eine von Mastercard und orderbird deutschlandweit durchgeführten Studie zum Thema Digitalisierung in der Gastronomie. Die Studie befragte Onlineverbraucher und Gastronomen zum bargeldlosen Bezahlen. Zum allgemeinen Status Quo im Bereich digitale Zahlungsabwicklung führte die BERLINboxx ein Interview mit dem Co-Founder und CSO der orderbird AG, Patrick Brienen.

Patrick Brienen ist CSO und Co-Founder von Orderbird

Vor welchen Herausforderungen steht die digitale Zahlungsabwicklung beziehungsweise das bargeldlose Bezahlen in Deutschland?

Die große Herausforderung ist zunächst einmal die Abdeckung von Kartenzahlung. Zudem herrschen zum Teil sehr veraltete Infrastrukturen vor, die nicht zukunftsgerecht sind – beispielsweise Kartenleser, die noch keine Kontaktloszahlungen mit NFC akzeptieren können.

Könnte Berlin in Deutschland zum digitalen Vorreiter des bargeldlosen Bezahlens werden?

Berlin ist zumindest Testballon für viele spannende Projekte rund ums bargeld- lose Bezahlen. Zudem sind vor allem junge Berliner neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen ebenso wie internationale Gäste und Einwohner. Dennoch gilt Berlin nicht als Vorzeigestandort beim bargeldlosen Bezahlen. Das wird sich sicherlich ändern – hier sind unzählige Start-ups ansässig, die das gemeinsam mit den großen Playern ändern wollen.

v.l.n.r.: Artur Hasselbach, Thomas Köhl, Patrick Brienen, Jakob Schreyer und Bastian Schmidtke

Kann sich das bargeldlose Bezahlen im Einzelhandel und in der Gastronomie vollständig durchsetzen?

72,7 Prozent der von uns befragten Gastronomen bieten bereits Kartenzahlung an. Zumindest in diesem Bereich steigt die Akzeptanz von Kartenzahlung stetig. Letztendlich richten sich Händler und Gastronomen nach den Wünschen der Verbraucher und die Option zum bargeldlosen Bezahlen ist heutzutage Standard und wird erwartet. Wovon ich derzeit nicht ausgehe ist, dass das Bargeld in Deutschland durch die Karte ersetzt wird.

Welche Vor- und Nachteile hätte eine solche Entwicklung für Ihr Unternehmen?

Unser Kassensystem wickelt sowohl bargeldlose als auch Bargeldzahlungen ab. Aus technischer Sicht besteht daher für uns kaum ein Unterschied, ob ein Gast mit Karte oder „cash“ zahlt. Aus Innovationssicht ist es jedoch essenziell, dass bei jedem Gastronom die notwendige Infrastruktur vorhanden ist, um auch ohne Probleme neue Technologien für bargeldloses Bezahlen einzuführen und anzubieten. Für kleine Gastronomen sind unsere Lösungen sehr attraktiv, denn so können sie zu günstigen Konditionen mit großen Wettbewerbern mithalten. Doch: Am Ende entwickeln wir nicht der Innovation willen, sondern der Gast entscheidet, wie er zahlen will – es gibt viele Indizien, dass das immer mehr in Richtung bargeldlos geht. Sprechen Sie mal mit Leuten aus Stockholm oder Warschau! Die können sich eine Welt ohne kontaktlose Kartenzahlung gar nicht mehr vorstellen.

ÜBER ORDERBIRD

Die orderbird AG wurde 2011 von Jakob Schreyer, Bastian Schmidtke, Patrick Brienen und Artur Hasselbach gegründet. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen mehr als 120 Mitarbeiter. Mit seinen Kassensysteman-wendungen gewinnt orderbird immer mehr Gastronomen im deutsch- und englischsprachigen Raum für sich. Die Kassen-Software ist für mobile Apple-Geräte wie das Ipad gedacht und macht mobiles Bezahlen, Bonieren und sogar Bestellabläufe bei Gerichten möglich. Zu den Investoren der orderbird AGgehören unter anderem METRO, ALSTIN und Concardis. (lj)

© orderbird AG

Effizientes Online-Shopping: Lesara auf der Überholspur

Modetrends aufspüren, weiterentwickeln, produzieren und anschließend verkaufen – das alles innerhalb von 10 Tagen. Unmöglich? Der Online- Händler Lesara beweist das Gegenteil. Mit Hilfe eines Computer Algorithmus spüren sie die neusten Trends innerhalb kürzester Zeit auf. Der Computer merkt sich die meist debattierten Themen, die Mitarbeiter entscheiden, ob ein neuer Trend vorliegt oder nicht und informieren anschließend ihre Kleider- Fabrikanten in China. In China wird ein Prototyp designt, Model- Fotos geschossen und die Produktion begonnen. Nach nur 9 Tagen wird die Ware aus Fernost geliefert und wird am 10 Tag im Onlineshop angeboten.

In vier Jahren von 0 auf 100

Das erfolgreiche Berlin Start-Up wurde 2013 gegründet. Der Leitgedanke der Gründer, Roman Kirsch, Matthias Wilrich und Robin Müller, ist angesagte Fashion- und Lifestyle-Produkte zu exklusiven Best- Preisen anzubieten. Im November 2013 konnten Kunden erstmals in dem Onlineshop bestellen. 2014 wächst das Unternehmen weiter an und expandiert in die Schweiz und Österreich. Anschließend geht es steil bergauf. 2015 eröffnet Lesara einen Zweitsitz in China, expandiert in die Niederlande und Italien und kann sich über 1 Millionen Kunden freuen. Nicht nur die Größe und die Mitarbeiterzahl des Unternehmens wachsen, sondern auch der Erfolg. Nur ein Jahr später, 2016, schafft das erst drei Jahre alte Start-Up europaweit den Durchbruch. In Mailand findet die erste Lesara-Fashionshow satt. Die Gründer erhalten Auszeichnungen für das schnellst wachsende Tech-Start-Up und den Gründerszene Wachstums-Award. Zur gleichen Zeit veröffentlichen sie ihre erste TV-Kampagne und werben mit TV-Bekanntheiten für Lesara-Lieblingslooks. In diesem Jahr hat das mittlerweile 300-köpfige Team ein neues Büro in Berlin Mitte bezogen und führt die Erfolgsstrategie fort.

©Daian Gan

Onlinerevolution der Modebranche

Der Online-Händler Lesara beweist, dass angesagte Mode und exklusive Produkte nicht teuer sein müssen. Sie bieten ihren Kunden stets trendaktuelle Mode- und Lifestyle-Produkte zum besten Preis. Die Philosophie dahinter: angesagte Trends entdecken, den Kunden täglich mit neuen Produkten überraschen und so ein unvergessliches Shopping-Erlebnis schaffen. (ao)

Interview mit Silicon Allee-Gründer Travis J. Todd

Gegründet von Schuyler Deerman and Travis J. Todd in 2011, hat sich Silicon Allee zu einer wichtigen Start-up Community in Berlin entwickelt. Mit vielen Meetups, Events und einem englischsprachigen Blog ist Silicon Allee, das Pendant zum amerikanischen Silicon Valley, einer der zentralen Hubs für Berlins Start-up Szene. Wir haben beim Monthly Meetup mit Travis J. Todd, einem der Gründer, über Silicon Allee und das Start-up-Hauptstadt Berlin gesprochen.

Wie sind Sie eigentlich auf den Namen >>Silicon Allee<< gekommen?

Die Frage stellen uns wirklich alle. Wir haben auf der Prenzlauer Allee gesessen und uns gedacht Prenzlauer Allee klingt ein bisschen wie Silicon Valley. Dann haben wir einfach beides miteinander verbunden und sind bis heute bei dem Namen geblieben.

Warum haben Sie sich für Berlin als Standort entschieden?

Wie wir ja alle wissen ist Silicon Valley die Innovationsfabrik der Tech-Branche. Aber wie wir ja alle wissen ist auch Berlin ein attraktiver Ort für junge Gründer und Unternehmer. Nicht nur ist Berlin eine attraktive Metropole aufgrund der Lage und der Infrastruktur, sondern auch aufgrund der vergleichsweise günstigen Mieten im und Internationalität. Berlin entwickelt sich nach und nach zu einem europäischen Silicon Valley und wir versuchen mit Silicon Allee diesen Prozess zu beschleunigen.

Wie würden Sie Ihre Community beschreiben?

Die Community ist bunt gemischt. Wir haben Leute aus aller Welt die hier herkommen um zu arbeiten und zu netzwerken. Vor Kurzem hatten wir sogar die japanische Delegation zu Gast. Darauf waren wir sehr stolz.

Warum sind die >>Monthly Meetups<< so wichtig?

Die Monthly Meetups sind einfach die beste Möglichkeit um Business Angel, Investoren und andere Leute kennenzulernen, die einem dabei helfen können in der Branche weiterzukommen. Aber alles in einer entspannten Atmosphäre.

Wo sehen Sie Silicon Allee in 5 Jahren?

Wir möchten das Silicon Allee nicht nur ein Community Center in Berlin ist, sondern sich zu DEM Community Center entwickelt. Bereits heute profitieren wir von einer internationalen und wachsenden Community und hoffen das sich dieser Trend auch in nächster Zeit nicht ändert. Was Berlin im Gegensatz zu Silicon Valley noch fehlt ist Policy. Wie wir ja wissen ist Deutschland an sich ein sehr bürokratisches Land und wir versuchen mit unseren Public Policy Events auf die Politik positiven Einfluss zugunsten der Start-up-Szene zu nehmen. Ganz besonders weil die meisten Start-ups es selbst nicht schaffen sich mit diesen politischen Prozessen auseinanderzusetzen.

(mg)

Veranstaltungen

hub.berlin 2017

Auf der hub.berlin dreht sich alles um digitale Trends und disruptive Technologien. Die hub.berlin schlägt eine Brücke zwischen Global Playern, jungen Unternehmen und Vertretern aus Politik und Wissenschaft. Für Start-ups gibt es – neben einer eigenen Bühne für Start-up-nahe Themen – auch eine Area, in der ausgewählte Start-ups sich und ihre Produkte präsentieren können.