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Bezirksstadtrat Tobias Dollase: Mehr Frauen in Vorstände von Vereinen

Stadtrat Tobias Dollase setzt sich für mehr Frauen in Führungspositionen in Vereinen ein. Um auf erfolgreiche Projekte hinzuweisen, lobt der Bezirk in diesem Jahr zum ersten Mal den Reinickendorfer Preis für Sportvereine „Gold für Frauen“ aus. Der Wettbewerb lenkt den Blick auf die aktive Beteiligung von Mädchen und Frauen in den Vereinen, insbesondere im Bereich der Vorstandsarbeit. „Vorbilder sind eine gute Motivation.“ so Dollase. (mg)

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Landeshaushalt 2017: Berlin mit 700 Millionen im Plus

Die Steuereinnahmen in der Republik steigen – die Wirtschaft boomt. Trotz steigender Sozialausgaben und hoher Kosten für die Flüchtlingsbetreuung, ist laut der Finanzverwaltung des Senats mit einem Überschuss von 716 Millionen Euro zu rechnen. Laut Tagesspiegel betrifft dies aber nicht nur die Steuern, sondern auch Verwaltungseinnahmen und Erträge öffentlicher Unternehmen.

Ganz besonders bei den Ausgaben für das öffentliche Personal bleibt Berlin sogar unter den geplanten Ausgaben von 8,28 Milliarden Euro. Auch dank der so unbeliebten Buß- und Strafgelder, fließen mehr als 14 Millionen Euro in die Landeskasse.

Berlins positive Finanzlage könnte sogar zur Tilgung der Schulden eingesetzt werden, denn diese betrugen Anfang des Jahres noch 59,4 Millionen Euro. (mg)

Berliner Wohnungsnot – Neubau muss her

Der Berlin-Boom ist ungebrochen: Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Fähigkeiten kommen nach Berlin und bringen Ideen, Kultur und Unternehmertum mit. Einen Platz zum Leben brauchen sie alle. Seit einigen Jahren jedoch verkompliziert sich der ohnehin schon schwierige Berliner Immobilienmarkt. Denn anders als in den meisten Städten Deutschlands ist Berlin nicht homogen gewachsen. Dies ist vor allem historisch in der Teilung der Stadt und auch der Bildung von zwei unterschiedlichen Stadtzentren begründet.

Bei der Veranstaltung Stadtentwicklung, Wohnungsmarkt und Politik wurde gestern Abend über den aktuellen und zukünftigen Wohnungsmarkt Berlins diskutiert. Die von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit organisierte Diskussionsrunde im Roten Rathaus behandelte Themen wie Wohnen in Berlin aus Anbieter-und Verbrauchersicht oder die Themen Mietpreisbremse und Zweckentfremdung.

Zu den Sprechern gehörten Wibke Werner (Stellvertretende Geschäftsführerin des Berliner Mietvereins), Klaus-Peter Hesse (Geschäftsführer des ZIA Zentraler Immobilien Ausschusses), Iris Spranger (Sprecherin für Bauen, Wohnen, Mieten, SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus), Nina Stahr (Landesvorsitzende, Bündnis 90/Die Grünen), Stefan Förster (Sprecher für Bauen, Wohnen und Denkmalschutz, FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus). Moderiert wurde das Ganze von Gerd Nowakowski (Der Tagesspiegel).

Es zeigte sich, dass ein grundlegender Konsens unter allen Beteiligten bestand: Es muss gebaut werden – und zwar dringend. Seit 2010 sind 240.000 Neu-Berliner hinzugekommen, gebaut wurden jedoch nur 40.000 Wohnungen. Platz genug ist vorhanden, verfügt Berlin doch über viele Freiflächen, die schätzungsweise Platz für 240.000 Wohnungen bieten würden.

Viele Investoren sind verunsichert durch hohe Grundstückskosten, langwierige Bauverfahren, mangelnde Akzeptanz für Neubauvorlagen und teure Auflagen. Ein weiterer Aspekt sind die Bürger selbst. Es werden zwar Wohnungen gefordert, wenn es jedoch um die Umsetzung von Neubauten geht, fürchten viele um ihren Kiez, die Preisstruktur oder die Aussicht. Die Rede ist auch meist von den beiden Extremen Luxuswohnungen und preisgebundenem Wohnraum. Auf der Strecke bleibt dabei oft der Bedarf der Mittelschicht, für die es zunehmend schwieriger wird, passenden Wohnraum zu finden.

Dabei gilt Berlin immer noch als vergleichswiese günstig. Schaut man jedoch genauer hin, lässt sich diese Behauptung kaum aufrechterhalten: Seit 2010 sind die Mietpreise in Berlin um 94% gestiegen, das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen beträgt 1.600 Euro, 22,4% der Haushalte, also fast ein Viertel, sind armutsgefährdet. Dies führt dazu, dass trotz der vergleichsweise noch relativ niedrigen Mieten, die Wohnkostenbelastung vergleichbar mit der in München ist.

Foto: © Peter Baumgärtner - Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Alle wollen das Gleiche: Berlins Wohnungen müssen bezahlbar sein und bleiben. Viele Bürger fordern daher eine stärkere Regulierung des Immobilienmarktes durch die Politik. Klaus-Peter Hesse, Geschäftsführer des ZIA, sieht das jedoch kritisch: „ Natürlich müssen Bund und Länder rechtliche Rahmenbedingungen schaffen, starke Eingriffe durch die Politik sind aber in den meisten Fällen wenig bis gar nicht hilfreich, wie man auch an der Mietpreisbremse sieht.“ Dem widerspricht Iris Spranger, Sprecherin für Bauen, Wohnen, Mieten der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, die die Mietpreisbremse durchaus als ein zielführendes Instrument ansieht, um zu verhindern, dass Mieten willkürlich angehoben werden können.

Neubau ist also die Antwort auf alle Fragen? Nicht ganz, denn viele werfen Investoren vor, am Bedarf vorbei zu bauen und nur den eigenen Profit im Blick zu haben. Tatsächlich ist Berlin eine Mieterstadt, 85 Prozent der Einwohner leben zur Miete. Entwickelt werden aber auch viele Eigentumswohnungen. Aus Sich von Klaus-Peter Hesse ist das kein Problem: „Mittlerweile denken viele über Wohnungskauf nach. Aufgrund der niedrigen Zinsen ist das nun für viele eine Option, hinzu kommt die positive Wertentwicklung. Außerdem nicht zu vergessen die zahlreichen Investoren aus dem Ausland, für die Berlin eine große Strahlkraft besitzt.“

Einige Ansätze werden durchweg positiv gesehen, so etwa die kooperative Baulandentwicklung. Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften können den Bedarf nicht alleine decken, private Investoren müssen also dringend unterstützen. Grundsätzlich vorgeschrieben ist dann auch, 30 Prozent der Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten abzugeben.

Es bleibt also zu hoffen, dass solche vielversprechenden Ansätze verbessert und fortgeführt werden. Denn alle eint das gleiche Ziel: Die Urbanität und die Vielfältigkeit Berlins müssen erhalten bleiben. Schließlich sind das die Gründe für die internationale Attraktivität Berlins, die nicht nur zahlreiche Touristen, sondern auch Unternehmen und Arbeitskräfte in die Stadt zieht. Denn auch in diesem Punkt sind sich alle einig: Berlin steht eine rosige Zukunft bevor. Die Stadt wird weiterhin wachsen und auch zunehmend an Internationalität gewinnen. Eine Immobilienblase oder eine „tote“ Innenstadt sind aus Sicht der Diskutanten nicht zu befürchten. (mg)

Die 14. Stevie Awards for Women in Business

Das Frauen in der Weltwirtschaft eine treibende Kraft sind, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Mit dem „Stevie Award for Women in Business“ möchte Michael Gallagher, Präsident und Gründer der Stevie Awards, Unternehmerinnen, Frauen in Führungspositionen und Mitarbeiterinnen weltweit dazu ermutigen, nach der Anerkennung zu streben, die sie verdienen.

Zum 14. Mal wird der renommierte Wirtschaftspreis für Frauen diesem Jahr an die weltbesten Powerfrauen verliehen. Eine Jury aus zahlreichen und weltweit führenden Unternehmerinnen sowie Führungskräften werden die Bewerbungen sichten und bewerten, bevor die Gewinnerinnen der 14. Stevie Awards for Women in Business am 17. November 2017 im Rahmen eines feierlichen Galadinners im Marriott Marquis Hotel in New York bekannt gegeben werden. Die Gewinner des Stevie Awards profitieren von der verstärkten Aufmerksamkeit der Medien, welche den Bekanntheitsgrad ihrer Marke und das positive Image als attraktive Arbeitgeberin steigern.

Bis zum 23. August 2017 können sich Unternehmen und Einzelpersonen weltweit um die höchste Auszeichnung in der Geschäftswelt bewerben. In mehr als 85 Kategorien werden die Leistungen der Frauen gewürdigt und ausgezeichnet. Die Titel Female Entrepreneur of the Year, Female Executive of the Year, Mentor or Coach of the Year, Lifetime Achievement Award, Women Helping Women, Female Employee of the Year, Woman-Owned or -Run Company of the Year und Female Innovator of the Year werden prämiert. Eine geeignete Kandidatin für Berlin wäre BVG-Chefin Sigrid Nikutta. Bereits im Jahr 2011 wurde diese in die Financial Times Deutschland Liste der „25 Top-Business-Frauen“ aufgenommen.

Informationen, wie sich Unternehmen am besten bei den 14. Stevie Awards for Women in Business bewerben, finden Sie auf der Awards-Webseite. (mg)

Zweigleisig: Das Doppelleben Berliner Beamter

8 Stunden Nebentätigkeit pro Woche sind erlaubt, also ein sechster Arbeitstag in der Woche. Was sich nach einem geringen Extrastundensatz anhört, kann sich allerdings stark auf das psychische und physische Wohlbefinden auswirken. Für Berlins Beamte jedoch wird dies immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Laut der Berliner Morgenpost übt bei der Polizei fast jeder Zehnte eine Nebentätigkeit aus – bei der Feuerwehr mehr als jeder fünfte. Egal ob Taxifahrer, Stromzähler oder sogar als Komparse vor der Kamera, viele möchten (oder müssen) etwas dazuverdienen. Ganz besonders in den letzten drei Monaten war ein deutlicher Anstieg der Nebenjobs zu verzeichnen. Der Grund: Viele entscheiden sich für einen Nebenjob, sobald die Kinder aus dem Haus sind. Eine weitere Ursache ist eine hohe Scheidungsrate.

Nichtsdestotrotz, ist es nicht wichtig, Berliner Beamte besser zu bezahlen, damit eine weitere Tätigkeit nicht zur Selbstverständlichkeit wird? Denn auch wenn ein weiterer Tag in der Woche sich nach einem zu verschmerzenden Betrag anhört, so kann dies doch langfristige Auswirkungen haben. Wer möchte denn schon, dass die Polizei, dein Freund und Helfer, vollkommen übermüdet und unkonzentriert ihrer Tätigkeit nachgeht? Es wäre doch viel besser für alle Beteiligten, wenn Berlins Beamte ausgeschlafen und entspannt sind. Dies verringert die Fehlerquote, hilft dabei, in Konfliktsituationen besser zu agieren und effizienter zu arbeiten. Langfristig gesehen wäre eine bessere Bezahlung nicht nur angemessen, sondern würde sich zudem positiv auf das Arbeitsklima sowie die Produktivität auswirken. Ein weiterer positiver Nebeneffekt wäre, dass es der Polizei mit Sicherheit nicht an qualifizierten Bewerbern mangeln würde. Nicht umsonst wurde die am 31. Juli endende Bewerbungsfrist um ganze zwei Wochen verlängert. (mg)

Foto: © Flickr.com

Berliner Rotary Clubs veranstalten „gesunden“ Kindertag

Die Berliner Rotary Clubs laden auch dieses Jahr wieder zum Rotary Kindertag– ins Deutsche Technikmuseum ein. Am 7. und 8. Juli dreht sich alles um Themen wie gesunde Ernährung, Bewegung und Leseförderung.

Bereits zum 6. Mal wird das Projekt: „Rotary Kindertag“ durch die Berliner Rotary Clubs organisiert. Schwerpunkt der Veranstaltung ist es, Kindern eine gesunde Lebensweise näherzubringen, und sie ihnen so schmackhaft wie möglich zu machen. Mit lustigen und bunten Aktionen wird spielerisch Gesundheitsprävention betrieben, um zunehmende Fettleibigkeit und Folgeerkrankungen mit richtiger Ernährung und mehr Bewegung zu begegnen.

Prof. Joseph Hoppe (stellvertretender Direktor Deutsches Technikmuseum) und Helmut Rhode (amtierender Distrikt Rotary Governor) werden den Kindertag offiziell eröffnen. Das Programm lädt Eltern und Kinder dazu ein, an Aktionsständen Verschiedenes zum Thema Gesundheit auszuprobieren.

Seit Jahren schon setzen sich die Rotary Clubs mit ihrem Aktionsprogramm ,,gesundekids‘‘ dafür ein, an Berliner Schulen und Kitas den Kindern eine gesunde Lebensführung zu vermitteln. Auch bei dem Rotary Kindertag sind allein am 8. Juli 1500 Schüler und Schülerinnen aus Rotary-Partnerschulen eingeladen. Es können aber natürlich auch alle Besucher des Technikmuseum daran teilnehmen, das Projekt heißt alle willkommen.

Der Rotary Club Berlin wurde ausgehend vom Rotary Club Hamburg, dem ältesten Rotary Club in Deutschland, am 13. Februar 1929 gegründet. Heute ist der Rotary Club Berlin der mitgliederstärkste Rotary Club in Deutschland mit einem aktivem Clubleben und einem hohem sozialen Engagement. (lg)

Bildquelle: Rotary Club

Versorgungslücken bei innovativen Psychopharmaka

Oberflächlich betrachtet herrschen auf dem deutschen Arzneimittelmarkt paradiesische Verhältnisse. Übervolle Apotheken, immer bessere Medikamente, unbegrenzte Verfügbarkeit via Internet – was will man mehr! Ein genauer Blick offenbart jedoch schnell Probleme bei der Versorgung mit neuen wirksamen Medikamenten. Geradezu exemplarisch zeigt sich dies im Bereich der Psychopharmaka.

 

Bedarf

Obwohl hier der Bedarf an neuen Mitteln mit individueller Wirksamkeit und verbesserter Verträglichkeit besonders groß ist, wurden in den vergangenen Jahren fast keine neuen Substanzen eingeführt. Mehr noch: Immer häufiger melden pharmazeutische Unternehmen den Marktrückzug ihrer Neuentwicklungen oder sie verlassen Deutschland ganz. Hintergrund ist das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG), das 2011 in einem europäisierten Pharmamarkt allein in Deutschland in Kraft trat. „Mit dem Gesetz“, heißt es im Bundesministerium für Gesundheit, „wird der Weg für fairen Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am Wohl der Patienten freigemacht. Das AMNOG schafft eine neue Balance zwischen Innovation und Bezahlbarkeit von Medikamenten. Der Zusatznutzen der Medikamente für die Patienten bestimmt künftig den Preis der Medikamente.“

 

Stillstand

Das Ziel stimmt. In der Praxis jedoch öffnete AMNOG der Bürokratie Tür und Tor. Als folgenschwer erweisen sich insbesondere die Regelungen der Nutzenbewertung und Arzneimittelerstattung, die im Rahmen eines stark formalisierten Bewertungsprozesses keine adäquate Beurteilung des Zusatznutzens innovativer Arzneimittel ermöglichen. Dadurch haben Pharmakritiker, die meist selber keine Erfahrungen in der Patientenversorgung haben, bei der einseitigen Beeinflussung von Gesundheitspolitikern und der pauschalen Verteufelung der Pharmaindustrie leichtes Spiel. Im Ergebnis können die Hersteller heutzutage kaum noch damit rechnen, für neue Substanzen entsprechende Vergütungen zu erhalten, sodass inzwischen Stillstand in der Entwicklung neuer Psychopharmaka eingetreten ist.

 

Plattform

Dagegen regt sich bei Ärzten und Patienten zunehmend Widerstand, die auch in Deutschland ungehinderten Zugang zu hochspezialisierten Medikamenten verlangen. Diesem Ziel hat sich die 2005 von Vertretern der Wissenschaft, des Gesundheitswesens und der Industrie geschaffene Deutsche Gesellschaft für experimentelle und klinische Neurotherapeutika (GESENT e. V.) verschrieben. „Wir haben GESENT gegründet“, sagt Präsident Prof. Dr. Peter Riederer, „um eine Plattform für akademische Einrichtungen, Politik, Regulationsbehörden, Laienorganisationen und forschende Arzneimittelhersteller zu bieten und das gegenseitige Verständnis der Akteure zu vertiefen. Unser Ziel ist es, Medikamentenentwicklungen zu beschleunigen und unter Berücksichtigung von Sicherheitskriterien und sozioökonomischen Faktoren den Patienten möglichst früh zur Verfügung zu stellen.“

Das ist keine einfache Aufgabe. Das gegenwärtige System der frühen Nutzenbewertung und die darauf aufbauende Preisregulierung in der Gesetzlichen Krankenversicherung für die Behandlung chronischer Erkrankungen haben nachhaltig negative Konsequenzen ausgelöst. Hinzu kommt ein negatives gesellschaftliches Klima gegenüber der Industrie für Neuro-Psychopharmaka. „So gesehen ist es nicht überraschend, dass das Engagement von pharmazeutischen Unternehmen in Deutschland insbesondere im Feld der Neuro-Psychopharmaka stagniert“, erklärt Riederer und fügt hinzu: „Außerdem machen fehlende validierte Targets und andere regulatorische Rahmenbedingungen die Medikamentenentwicklungen teuer, aber kaum noch refinanzierbar, was sich auf die Attraktivität des Pharmastandorts Deutschland für die Industrie zusätzlich negativ auswirkt.“

 

Brückenfunktion

Dadurch und aufgrund der gesundheitspolitischen Vorgaben sind in den letzten Jahren zwischen den einzelnen Interessengruppen Divergenzen immer deutlicher geworden: Biometriker und Statistiker von Begutachtungs-Instituten, Ärzte (Kliniker, Praktiker), Krankenkassen, Krankenhaus-Konzerne, Politiker, Parteien, Patientenvertreter, Zulassungsbehörden, pharmazeutische Industrie – alle sprechen verschiedene Sprachen in ihrer eigenen Welt. Dieser Zustand muss geändert und stattdessen der gegenseitige Austausch in den Vordergrund rücken. GESENT e. V. sieht sich in der Verantwortung, in einer Art Brückenfunktion, um diesen Austausch zu koordinieren – im ersten Jahr beispielsweise durch regelmäßige Round Tables, einen Jahreskongress und eine Medienkampagne. Letzterem steht auch die einzige deutschsprachige Psychopharmaka-Fachzeitschrift „Psychopharmakotherapie“ zur Verfügung, die als GESENT-Organ in jeder Ausgabe allen Netzwerkpartnern Platz für Themen, Fragen und Vorschläge bietet. Riederer: „GESENT e.V. will Promotor sein – Promotor einer Öffentlichkeitskampagne für Medikamenten-Neuentwicklungen, die nicht nur im Ausland verfügbar sind, sondern auch in Deutschland zum Nutzen der Patienten auf den Markt kommen.“ GESENT hat die Netzwerkpartner im Mai nach Berlin eingeladen, um von hier einen solchen Prozess in Gang zu setzen. (in)

Bundesgerichtshof (BGH): Geschäftsraumnutzung kein Kündigungsgrund

Wohnen ist wichtiger als Berufs- und Geschäftsbedarf

Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) und stärkt damit den Mieterschutz deutlich. Dieses Grundsatzurteil stoppt die verbreitete Praxis, den Bedarf des Vermieters an Büro- oder Geschäftsräumen als legitimen Kündigungsgrund anzuerkennen. Stattdessen müssen sich die Gerichte künftig immer den Einzelfall anschauen und genau prüfen, ob die Interessen des Eigentümers wirklich so gewichtig sind, dass ein Mietverhältnis beendet werden kann.

Klägerin war eine Berlinerin, die den Mietvertrag einer Zweizimmerwohnung mit der Begründung kündigen wollte, ihr Ehemann benötige die Wohnung zur Erweiterung seines seit 14 Jahren ausgeübten Gewerbes, da die räumliche Kapazität der hierzu im ersten Obergeschoss des Anwesens angemieteten Räume ausgeschöpft sei. Die auch als Beratungsräume genutzten Büroräume seien überfrachtet mit bis an die Decke reichenden, überfüllten Aktenregalen. Ihr Ehemann beabsichtige daher, in der Wohnung des Beklagten einen weiteren Arbeitsplatz samt Archiv einzurichten. Zur Verwirklichung dieses Vorhabens wolle sie ihm die vom Beklagten genutzte Mietwohnung zur Verfügung stellen.

Die Vorinstanzen hatten zunächst das Vorliegen eines Kündigungsgrundes bejaht, weil der von der Klägerin geltend gemachte Bedarf an der vermieteten Wohnung für die berufliche Tätigkeit ihres Ehemannes ein berechtigtes Interesse darstelle, das dem Kündigungstatbestand des Eigenbedarfs gleichstehe. Dagegen hieß es in der Urteilsverkündung des BGH, Eigenbedarfskündigungen aus beruflichen Gründen seien nicht von vorn herein berechtigt. Vielmehr müsse das Interesse des Mieters am Verbleib in seiner Wohnung in jedem Einzelfall mit dem Interesse des Vermieters an seiner Berufsausübung abgewogen werden.

Bildquelle: Wikimedia Commons/Thomas Steg

Auf Spurensuche in der Heimat – Das neue Berlin-Buch für Kinder

Weltstadt, multi-kulti, cool, politisch – das ist Berlin. Und so eine lebendige Stadt birgt viele Fragen: Wann und warum haben sich die Menschen hier niedergelassen? Wann war Berlin die einzige Inselstadt Europas und warum war Berlin geteilt? Was gibt es nur in Berlin und wieso gibt es so viel doppelt? Auf all diese Fragen und noch viele mehr gibt jetzt dieses Buch, eine Antwort für alle wissbegierigen Kinder, die mehr wissen wollen: „Mein Berlin-Buch“ von den Autorinnen Eva Boos und Dorothee Fleischmann.

Das Buch vermittelt auf lebendige Art und Weise Geschichte vor der Haustür und lädt zu einer spannenden Entdeckungsreise durch die Hauptstadt ein. Eva Boos und Dorothee Fleischmann stellen die Stadt an der Spree kenntnisreich, fantasievoll und spielerisch vor.

Die jungen Leser erfahren, wie die Stadt entstand, welche Menschen hier lebten und wer das Sagen hatte. Es geht um Essen und Trinken, Mode und Sport, Wohnkultur und Soziales und vieles mehr.

Insgesamt ist es also ein kreatives Sachbuch für Kinder, das Spaß macht und Lust weckt, einen Spaziergang in und durch die Geschichte ihrer Heimatstadt zu unternehmen. (saa)

 

New York für die Verbesserung der Situation von Frauen im Alltag

Berlin soll behindertenfreundlicher und barrierefreier im Alltag gestaltet werden, wozu die Expertise internationaler Frauennetzwerke genutzt werden soll.

Denn vom 13.-24. März fand im Rahmen der 61. Tagung der UN Kommission zum Status der Frauen eine Diskussionsrunde mit europäischen und internationalen Expertinnen und Experten in New York statt.

Die Veranstaltung wird gemeinsam mit dem internationalen Frauennetzwerk Women Enabled International und dem Women’s UN Report Network von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen durchgeführt.

Hierbei besteht die Umsetzung der UN-Konvention darin, Städte barrierefreier zu gestalten, damit die Teilnahme aller Menschen am öffentlichen Leben gewährleistet ist. Die UN Kommission dokumentiert Lebenslagen von Frauen in der ganzen Welt und entwickelt globale Standards für die Gleichstellung von Frauen.

Der Fall, dass Frauen mit Behinderungen oftmals von Mehrfachdiskriminierungen betroffen sind, trat nämlich schon gehäuft auf. Daher ist es das Ziel des Berliner Senats dagegen geeignete Strategien und Maßnahmen zu entwickeln.

„Die bessere Berücksichtigung der Belange von Frauen mit Behinderung und älteren Frauen ist ein wichtiges politisches Anliegen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen leistet mit der planerischen Vorsorge und dem weiteren Ausbau der Barrierefreiheit in Berlin einen wesentlichen Beitrag, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung stetig zu verbessern. Die Expertise internationaler Frauennetzwerke hierfür zu nutzen, ist ein Gewinn für Berlin“, erklärt Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen Katrin Lompscher. (saa)

Bildquelle: pixabay

Veranstaltungen

Deutscher Engagementpreis 2017

Verleihung des Deutschen Engagementpreises 2017. Die Siegerin oder der Sieger erhält 10.000 Euro Preisgeld.

(Einladung erforderlich)

Berliner Unternehmenspreis „Engagiert in Berlin“

Der Regierende Bürgermeister zeichnet auch in diesem Jahr wieder Berliner Unternehmen für ihr bürgerschaftliches Engagement mit dem Preis „Engagiert in Berlin“ aus.

Neben der Stärkung dieses Engagements durch die landesseitige Würdigung wollen wir zudem ein deutliches Zeichen des Bekenntnisses Berlins zu den Leistungen gesellschaftlich engagierter Berliner Unternehmen setzen.

Bewerben können sich alle Unternehmen mit Sitz oder Hauptwirkungskreis in Berlin, die mit einer auf Dauer angelegten Tätigkeit jenseits ihres eigentlichen Geschäftszwecks das bürgerschaftliche Engagement ihrer Mitarbeiter*innen ermöglichen und fördern damit einen herausragenden Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft in Berlin leisten.

Die Bewerbungskriterien orientieren sich an Ehrenamtlichkeit im Sinne einer Verknüpfung bürgerschaftlichen Engagements von Mitarbeiter*innen des Unternehmens mit Initiativen und Maßnahmen des Arbeitgebers/ der Arbeitgeberin. Dabei ist die Multisektoralität, also eine faire und förderliche Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und/oder öffentlicher Verwaltung sowie der Berlin-Bezug, bzw. die daraus resultierenden positiven Effekte für das Land Berlin und seine Bürger*innen, entscheidendes Kriterium.

Der Festakt zur Preisverleihung auf Einladung des Regierenden Bürgermeisters findet am 16. Oktober im Roten Rathaus statt.

Europa und Soziale Demokratie

Ein soziales Europa ist ein zentrales Thema und langfristiges Ziel der Sozialen Demokratie!

Mit Europa verbinden sich Hoffnungen. Europa bietet die Chance, ein Mehr an Grundwerten und Grundrechten für mehr Menschen zu verwirklichen. Mit Europa verbinden sich aber auch Ängste. Eine starke Europäische Union wird nicht von allein zu einem sozialen Europa.

Dieses Spannungsfeld ist eines der zentralen Themen des Seminars Europa und Soziale Demokratie. Schon früh – 1925 – haben Vertreter der Sozialen Demokratie „die Vereinigten Staaten von Europa“ gefordert. Wie hat sich Europa seitdem entwickelt und wie funktioniert die EU heute? Wie lässt sich ein europäisches Wirtschafts- und Sozialmodell aus Sicht der Sozialen Demokratie gestalten? Ist beispielweise eine europäische Arbeitslosenversicherung realisierbar?