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Personalmangel: Berliner Bauprojekten droht Verzug

Der zunehmende Personalmangel könnte für die Berliner Wirtschaft fatale Folgen haben. Besonders in der Baubranche werden dringend Fachkräfte gebraucht. Vielen Bauprojekten droht massiver Verzug, sollte sich nicht genug zusätzliches Personal finden.

Berlin muss endlich schneller bauen

Die dramatische Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt spitzt sich immer mehr zu. Nicht zuletzt sorgten die rasant steigenden Mieten für Aufruhr. Aufgrund der massiven Wohnungsnot und des Mangels an preiswerten Wohnungen beschloss der Senat kürzlich, dass die Übertragung städtischer Grundstücke an städtische Wohnungsbauunternehmen schneller vonstatten gehen soll.

Darüber hinaus sollen angesichts des Bevölkerungswachstums bis 2021 rund 100.000 neue Baugenehmigungen erteilt werden. Dies könnte sich jedoch schwierig gestalten, da derzeit tausende Fachkräfte fehlen.

Zu wenig Personal für Bauprojekte

Für die kommenden Jahre will der Senat nicht nur mehr Wohnungen bauen lassen, sondern auch 720 marode Schulen sanieren. Das Geld dafür ist zwar vorhanden, aber nicht das Personal. Besonders die Bauämter der Berliner Bezirke und auch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung leiden unter dem Fachkräftemangel. Nach Angaben der Finanzverwaltung ist im Hochbau nahezu jede fünfte Stelle nicht besetzt.

„Sanierung und Neubau von Schulen, Kitas, Senioreneinrichtungen, Nachbarschaftszentren und der Ausbau der Verwaltungsgebäude sind nicht umsetzbar unter den aktuellen Bedingungen“, so Florian Schmidt (Grüne), Baustadtrat in Friedrichshain-Kreuzberg. Um die geplanten Bauprojekte realisieren zu können, müssen laut Schmidt für jedes kommende Jahr sieben weitere Stellen im Hoch- und Tiefbauamt besetzt werden.

Personal muss besser bezahlt werden

Der Hauptgrund für den Personalmangel liegt in der schlechten Vergütung. Denn im Vergleich zu anderen Bundesländern wie etwa Bayern oder Hessen, fällt das Lohnniveau in der Hauptstadt verhältnismäßig gering aus.

Das hat auch die CDU erkannt und fordert daher, dass Bezirke, Senat und Bund für gleiche Arbeit den gleichen Lohn zahlen. Auch die Grünen plädieren für eine finanzielle Gleichstellung von Bediensteten in Bezirks- und Landesbehörden. Denn nur so werden die Jobs und Berufe in Berlin wieder attraktiver. Folglich könnten die benötigten Stellen im Hoch- und Tiefbau besetzt werden und so den Baugenehmigungsprozess beschleunigen. (dn)

Tradition versus Moderne: Wie kann Berlin die Wohnungsnot beseitigen?

Berlin braucht bis 2030 mindestens 194.000 neue Wohnungen, um mit dem Wachstum der Stadt Schritt zu halten und den mehr als angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten. Dies ergab sich aus einem Zwischenbericht zum Stadtentwicklungsplan 2030, den die zuständige Senatorin Katrin Lompscher im Oktober 2017 dem Senat vorlegte.

Eine erschütternde Bilanz, die eigentlich sofortiges politisches Handeln erfordert. Doch an einen verbindlichen und detaillierten Masterplan traut sich die Senatsbaudirektorin bisher nicht ran.

Berlins Kleingärten könnten die Lösung für die Wohnungsnot bedeuten

Der Anwalt und Projektentwickler Arne Piepgras hat sich nun mit einer Idee eingebracht, die die Wohnungsnot mittelfristig beseitigen könnte. Sein Versuch sich mit einem offenen Brief an Berlins Bausenatorin Gehör zu verschaffen, blieb ohne Erfolg. Sie reagierte bisher nicht. Doch Herr Piepgras wird nicht müde, es weiter zu versuchen. Am vergangenen Wochenende veröffentlichte er nunmehr einen zweiten Brief, der seinen zugegebenermaßen brisanten Vorschlag noch weiter erläutert:

Kleingartenanlagen sollen für den Bau von günstigen Wohnungen zumindest teilweise weichen.  Zugegebenermaßen berührt er damit ein Tabu. Kleingärten sind einer gewissen Generation heilig und haben eine starke Lobby. Sogar im Rot-Rot-Grünen Koalitionsvertrag wurde eine dauerhafte Sicherung der Anlagen festgehalten. Insgesamt sind rund drei Prozent der Stadtfläche, ca. 3000 Hektar, mit den privaten Grünflächen bedeckt. Laut einer Kalkulation von Piepgras, könnten auf dieser Fläche etwa 400.000 Wohnungen gebaut werden. Doppelt so viele, wie man in Berlin in den nächsten zwölf Jahren braucht.

Berlin braucht unkonventionelle Lösungen, um sexy zu bleiben

Die Kalkulation birgt also Luft nach unten: Wird nur die Hälfte der Kleingartenfläche bebaut, ist Berlins Wohnungsproblem gelöst. Da sicherlich auch noch andere Flächen erschlossen werden können, reicht ggf. sogar ein Drittel der Flächen, um ein großes Problem dieser Stadt zu beheben. Denn gibt es erstmal wieder annähernd genug Wohnungen, entspannt sich auch die Mietpreissituation.

Ist es angesichts dieser scheinbar einfachen Lösung für ein prekäres und existentielles Problem nicht zwingend nötig, zumindest eine Debatte darüber zu führen? Wieso darf eine ältere Generation von Menschen in zentraler, gut angeschlossener Lage die Hälfte des Jahres wirtschaften und die jungen Familien müssen ins Brandenburger Umland ziehen und teilweise mehrstündige Pendelverbindungen in Kauf nehmen, weil die Mietpreise in Berlin für sie nicht mehr zahlbar sind?

Sind Kleingärten überhaupt noch zeitgemäß? Wäre es vielleicht sinnvoller die in Teilzeit und privat genutzten Anlagen an den Stadtrand zu legen, einen Teil der innerstädtischen Anlagen in gemeinsam genutzte Stadtgärten zu verwandeln und den verbliebenen Teil eben für den Wohnungsbau zu nutzen?

Dies sind alles berechtigte Fragen, die dringend in einer öffentlichen Debatte geklärt werden müssen, sinnvoll organisiert und begleitet von der Politik. Warum kann sich Frau Lompscher die Arroganz leisten, neue Vorschläge in der von ihr versäumten Wohnungsbaufrage gänzlich zu ignorieren?

Die Kleingartenanlage Kolonie Westend erstreckt sich auf ca. 600 x 800 m und ist bestens angebunden an die U-Bahn, die Stadtautobahn und sogar ein Klinikum und eine Sportanlage befinden sich im direkten Umfeld. Auch das Spreeufer ist nicht weit. Ist es wirklich so abwegig einen kleinen Teil davon mit Wohnungen zu bebauen?

 

Die Not am Wohnungsmarkt muss zum Umdenken bewegen

Angesichts der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt müssen auch die eingefleischten Berliner auf die jüngeren zum großen Teil zugezogenen Familien zugehen. Letztendlich muss es hier einen gemeinsamen Lösungsversuch geben oder wie Arne Piepgras es formuliert, nur „Zusammen“ kann etwas erreicht werden.

Andernfalls wird Berlin einen Ausverkauf der Restflächen an die höchstbietenden, aller Wahrscheinlichkeit nach ausländischen Investoren erleben. Nicht jeder Bezirk nutzt so vehement sein Vorkaufsrecht wie Florian Schmidt in Friedrichshain / Kreuzberg.

Um für alle jetzigen und zukünftigen Berliner genügend Wohnraum zu schaffen, werden unangenehme oder zumindest unorthodoxe Lösungen unabdingbar sein. Auch die Idee von Aldi auf Supermärkten Wohnungen zu bauen, war zunächst ungewöhnlich und stieß auf Kritik. Inzwischen sind die ersten Modellprojekte bereits im Bau, denn ganz so abwegig ist die Idee auf den zweiten Blick eben doch nicht.

So erlebt es auch Arne Piepgras mit seinem Vorschlag. Inzwischen hat er durchaus einige Unterstützer gewonnen. Nun fehlt nur noch die Reaktion der Bausenatorin. (uc)

Pankow bekommt 2.000 neue Wohnungen auf Rangierbahnhof

Seit acht Jahren laufen Diskussionen über das Areal an der Granitzstraße. 2010 hatte der Investor Kurt Krieger das ehemalige Bahngelände in Pankow erworben. Gemäß dem Berliner Modell sollen dort künftig 2.000 Wohnungen mit 30 Prozent Sozialwohnungen, eine Schule, diverse Geschäfte und ein Fachmarkt mit einer Verkaufsfläche von 25.000 Quadratmetern realisiert werden. Insgesamt beläuft sich das Grundstück auf 34 Hektar.

Zusätzlich soll noch ein Park sowie ein Parkhaus für 1.000 Fahrräder in der Nähe des U- und S-Bahnhofs Pankow errichtet werden.

Bezirksamt Pankow und Investor einigen sich

Zu dem umstrittenen Projekt wurde am 25.04.2018 eine Grundsatzvereinbarung zwischen dem Investor Kurt Krieger, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Katrin Lompscher (Linke) und dem Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) erstellt. Laut Investor liegen die Kosten bei circa 500 Millionen Euro. Mit der Grundsatzvereinbarung haben die jahrelangen Diskussionen ein Ende. Krieger wollte ursprünglich zwei Möbelhäuser und ein großes Einkaufszentrum bauen. Das Bezirksamt Pankow setzte dagegen mehr auf den Bau neuer Wohnungen und eine verbesserte Infrastruktur.

Die ursprünglichen 30.000 Quadratmeter für das Einkaufszentrum wurden schließlich auf 25.000 Quadratmeter heruntergehandelt. Dass dort überhaupt ein Einkaufszentrum errichtet werden soll, stößt auf viel Kritik. „Wir brauchen dort kein Klein-Alexa, sondern ein lebendiges Quartier“, so ein baupolitischer Sprecher. Erfreuen darf sich der Bezirk zumindest über die durch die Grundsatzvereinbarung mehr ausgehandelten Wohnungen.

Ehemaliger Rangierbahnhof hat großes Potenzial

Die Details über die künftige Planung muss im weiteren Fortgang geregelt werden. Ein wichtiger Faktor ist, dass das Areal offiziell noch immer als Bahngelände gilt. Der Flächennutzungsplan muss dementsprechend für die Bebauung geändert werden. Laut Lompscher soll das im Herbst 2018 vonstattengehen.

Die Vereinbarung bietet ein Grundgerüst für die nächsten Schritte. Sowohl ein städtebaulicher Vertrag mit Krieger, als auch die Entwicklung eines Bebauungsplans soll in naher Zukunft realisiert werden. Von der Prenzlauer Promenade soll durch das Gelände hindurch eine neue Straße errichtet werden. Daher muss auch ein Verkehrskonzept erstellt werden. Zudem stehen die Planungen einer zusätzlichen Straßenanbindung und ein Radschnellweg auf dem Gebiet des Pankower Tors im Raum. (ls)

Bombenentschärfung am Hauptbahnhof: Verkehrschaos droht

Am Freitagmorgen wird in der Nähe des Hauptbahnhofs eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Tausende Menschen müssen in einem Sperrkreis von ca. 800 Metern rund um den Fundort in der Heidestraße aus Wohnungen, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen evakuiert werden.

Zudem wird der Verkehr rund um den Hauptbahnhof vollständig lahm gelegt und es halten zwischen 10 und 14 Uhr keine Züge dort. In der Hauptstadt droht daher ausgerechnet vor dem Start ins Wochenende ein massives Verkehrschaos.

Fliegerbombe an der Heidestraße entdeckt

Am vergangenen Samstag, den 14. April 2018, stoß ein Kranführer bei Bauarbeiten an der Heidestraße auf eine Bombe. Bei dem Blindgänger handelt es sich um eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. „Ihr Zustand ist sicher; es besteht keine unmittelbare Gefahr“, teilte die Polizei mit.

Da die Bombe nah einer Tankstelle und an Berlins wichtigstem Verkehrsknotenpunkt liegt, muss sie so schnell wie möglich entschärft werden.

In Berlin droht Verkehrschaos

Wie die Polizei mitteilte, wird ab 09.00 Uhr ein 800 Meter weiter Sperrkreis um den Fundort eingerichtet. Die Züge der Deutschen Bahn werden ab 10.00 Uhr am Hauptbahnhof ohne Halt durchfahren. Ab 11.30 Uhr wird der Zugverkehr am und um den Bahnhof dann vollständig eingestellt. Betroffen sind die S-Bahnlinien S3, S5, S7, S75, S9, die U-Bahnlinie U55 sowie die Tramlinien M5, M8, M10. Während der Nahverkehr eingestellt wird, kommt es im Fern- und Regionalverkehr lediglich zu Umleitungen und Unterbrechungen.

 

Ab 11.30 Uhr wird der Zugverkehr am und um den Hauptbahnhof vollständig eingestellt | Foto: Pixabay

Ab 11.30 Uhr wird der Zugverkehr am und um den Hauptbahnhof vollständig eingestellt | Foto: Pixabay

Darüber hinaus ist auch der Luftverkehr am Flughafen Tegel betroffen. „Für den Zeitraum der Entschärfung wird der Flugverkehr für landende Maschinen in beiden Flugrichtungen eingestellt“, sagte der Flughafensprecher Daniel Tolksdorf. Während die Autofahrer Umwege fahren müssen, empfiehlt die Polizei, dass die Anwohner zum Zeitpunkt der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen.

Auch Krankenhäuser und Behörden befinden sich im Sperrgebiet

Im Bereich des Sperrgebietes befindet sich auch die Charité. Daher müssen der nordwestliche Bereich des Campus Charité Mitte, wenige ambulante Bereiche, Teile der Verwaltung und 40 stationäre Betten evakuiert werden. Das Bettenhaus sei allerdings nicht betroffen. Bis zu tausend Patienten müssen das Gelände der Universitätsklinik verlassen.

Auch das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundeswehrkrankenhaus, der Bundesnachrichtendienst sowie die Berliner Stadtmission befinden sich im Radius und müssen geschlossen werden. Zur Zeit der Entschärfung wird das Bezirksamt zwei Notunterkünfte in der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule an der Quitzowstraße 141 und an der Grundschule Neues Tor, Hannoversche Straße 20 einrichten.

Wie lange die Bombenentschärfung dauern wird und wie viele Menschen von der Aktion betroffen sind, lässt sich noch nicht sagen. (dn)

CITY WEST: Senatorin Lompscher stellt Pläne für Hertzallee vor

Schon seit Jahren wird um die Fläche hinter dem Bahnhof Zoo an der Hertzallee und um die Neuordnung des Verkehrs auf der Frontseite, dem Hardenbergplatz, gestritten. Viele Ideen wurden in der Vergangenheit bereits diskutiert: Hochhausquartier, Wissenschaftscampus oder BVG-Betriebsbahnhof. Sogar über die Errichtung eines Riesenrades wurde laut nachgedacht.

Aktuell ist das Gelände an der Hertzallee jedoch trostlos und wird kaum genutzt, seit 2007 liegt das zentral gelegene Areal weitgehend brach. Daher hat Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke)  Ende 2017 die Planungen an sich gezogen. Wie die konkreten Pläne für das Quartier inmitten der City West nun aussehen, zeigte die Senatorin im Rahmen einer Standortkonferenz im Palazzo Spiegelpalast. Dieser gastiert aktuell auf der rund 13.000 Quadratmeter großen Fläche.

Bausenatorin Katrin Lompscher. Foto: Martin Rulsch, Wikimedia Commons. Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Katrin_Lompscher_(Martin_Rulsch)_1.jpg

Bausenatorin Katrin Lompscher. Foto: Martin Rulsch, Wikimedia Commons. Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Katrin_Lompscher_(Martin_Rulsch)_1.jpg

„Noch im Frühjahr wollen wir dazu den Aufstellungsbeschluss fertig haben“, versprach die Senatorin den rund 200 Gästen, die der Einladung gefolgt waren.

Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf steht Plänen positiv gegenüber

Auf der Konferenz ging es zunächst um die Nutzung des Bereichs nördlich der Hertzallee. Der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann (SPD), sagte, in dem Bereich wäre eine höhere Dichte durch mehr Hochhäuser vorstellbar. Die Bezirksverordnetenversammlung stünde diesen Plänen positiv gegenüber.

Das Zentrum des nun neu zu ordnenden Gevierts zwischen S-Bahntrasse, Hertzallee und Müller-Breslau-Straße bildet das freie Grundstück, auf dem lange Zeit ein Riesenrad geplant war. Das Areal gehört inzwischen dem Münchener Immobilienunternehmen Reiß & Co. „Wir wollen einen Nutzungsmix aus Büros, einem Gästehaus für die Universität, einem Hotel und studentischem Wohnen“, erläuterte Projektentwickler Oliver Reiß.

Hochhauspläne

Der Entwickler befindet sich dazu bereits in Abstimmung mit der Technischen Universität (TU) Berlin. Geplant sind insgesamt sechs Gebäudeblöcke, von denen einer ein 30-stöckiges Hochhaus direkt an der Hertzallee sein soll. Das Gebäude soll etwas niedriger sein als die Hochhäuser Upper West und Waldorf Astoria am Breitscheidplatz, die jeweils 119 Meter messen.

Die TU soll auf dem nördlichen Teil des Geländes an der Müller-Breslau-Straße ein neues Gebäude für die Mathematik und ein neues Interdisziplinäres Zentrum für Modellierung und Simulation bekommen.

Das Busdepot soll in Richtung der Bahntrasse verschoben werden. Im Gespräch ist ein Grundstückstausch zwischen der BVG und dem Entwickler Reiß. Dieser tritt einen Teil des Riesenrad-Grundstücks an die BVG ab und bekommt im Gegenzug die Flächen des heutigen Busparkplatzes.

Bürger befürworten Studentenwohnung und eine sinnvolle Verkehrslösung

Beim Publikum stießen die Pläne überwiegend auf Zustimmung. Viele Gäste plädierten für eine vernünftige Lösung der Verkehrssituation und die Entstehung von preiswerten Studentenwohnungen.

Jan Holstein, Geschäftsführer SANUS AG: Fotos: SANUS AG

Jan Holstein, Geschäftsführer SANUS AG. Foto: SANUS AG

Für Jan Holstein, Geschäftsführer des Berliner Projektentwicklers SANUS AG, die selbst viel in Charlottenburg-Wilmersdorf baut, ist das Konzept ein gelungenes Beispiel für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Investoren, Senat und Bezirk: „Bezirksbürgermeister Naumann zeigt Weitsicht, wenn er an diesem zentralen Ort eine metropolitane Hochhausplanung in Aussicht stellt. Eine ausgewogene Nutzungsmischung gewährleistet so ein lebendiges Quartier und gibt den Menschen ein bisher brachliegendes Gelände zurück. Davon profitieren alle.“ (ak)

Brandenburg will Investitionen in Infrastruktur steigern

Neue Linien, mehr Züge und der Ausbau der Infrastruktur: Das Land Brandenburg verstärkt die Investitionen in den Öffentlichen Personennahverkehr. Allein für die Umsetzung kleinerer Vorhaben sind in diesem Jahr Ausgaben von 36 Millionen Euro geplant. Über damit verbunden Aufgaben sprachen wir mit Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg.

Welche Maßnahmen stehen im Land Brandenburg bei der Verkehrsentwicklung im Vordergrund?

In der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg arbeiten wir seit Jahren eng zusammen, um die Mobilität stetig zu verbessern. Dabei haben wir schon viel erreicht, müssen aber noch besser werden. Neue Linien, mehr Züge und bessere Qualität – all das steht im Mittelpunkt des neuen Landesnahverkehrsplans, der im ersten Halbjahr 2018 verabschiedet werden soll. Für das Netz Elbe-Spree beispielsweise haben wir kürzlich deutlich mehr Verkehrsleistungen ausgeschrieben. In diesem Netz sind etwa zwei Drittel unserer Züge unterwegs.

Das Rückgrat der Brandenburger Mobilität ist der Schienenverkehr. Wo ist noch Optimierungsbedarf?

Wir sehen den Ausbaubedarf vor allem in acht Korridoren rund um Berlin. Wir wollen die Engpässe beseitigen, die auf der Stadtbahn bestehen und mehr Kapazitäten auf den Linien Richtung Nauen und nach Cottbus schaffen. Außerdem geht es um Lückenschlüsse bei der S-Bahn. Die Planungen dafür bringen wir auf den Weg. Allein für die kleineren Vorhaben, wie den Bau von Park-and-Ride-Plätzen oder der Sanierung von Bahnhöfen geben wir in diesem Jahr 36 Millionen Euro für etwa 80 Projekte aus.

Wie entwickeln sich die Investitionen in die Verkehrssysteme des Landes Brandenburg?

Investitionen in die Schieneninfrastruktur bringen natürlich wichtige Impulse für die Wirtschaft mit sich. Für die Umsetzung der Verkehrsverträge brauchen wir beispielsweise neue Fahrzeuge. Insgesamt steigen die Investitionen – sowohl in die Straßen als auch in den ÖPNV. Das Budget des Landesbetriebs Straßenwesen lag 2016 bei 400 Millionen Euro, ein Jahr später wurden 450 Millionen Euro eingesetzt. Weitere Investitionen ergeben sich in den kommenden 10 bis 15 Jahren in erheblichem Ausmaß, wenn wir die Projekte im Rahmen von i2030 auf den Weg bringen. Erste überschlägige Schätzungen gehen von 1 Milliarde Euro aus. Für die Busse und Straßenbahnen haben wir ein Paket von 70 Millionen Euro für die Förderung bis 2022 geschnürt.

Was sind Ihre Wünsche für die Entwicklung der Mobilität in den nächsten Jahren?

Basis für unsere Arbeit ist die Mobilitätsstrategie 2030, die wir im vergangenen Jahr vorgestellt haben. Wichtiges Ziel ist die Sicherung der Mobilität unserer Bürgerinnen und Bürger in den ländlichen Räumen und im Berliner Umland. Wir werden den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs fortsetzen, um den Umstieg vom Auto auf die Busse und Bahnen zu erleichtern. Dazu haben wir uns viel vorgenommen und ich wünsche mir, dass wir mit den Planungen für die Infrastrukturprojekte zügig vorankommen, sodass wir 2030 sagen können, wir haben unsere Ziele erreicht. (lj)

VBB: Leistungsfähiger ÖPNV in der Hauptstadtregion

Die Mobilität beschäftigt die 1996 gegründete Verkehrsverbund Berlin- Brandenburg GmbH, kurz VBB. Im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg, der Brandenburger Landkreise und der kreisfreien Städte und in Zusammenarbeit mit den rund 40 ansässigen Verkehrsunternehmen plant, organisiert und prognostiziert der VBB die Verkehrsentwicklung für mehr als sechs Millionen Menschen. Zum Stand der Dinge befragten wir Susanne Henckel, die Geschäftsführerin des VBB.

Frau Henckel, Mobilität ist ein riesiger Komplex mit unzähligen Themen. Welche Frage aus dem schier unendlichen Angebot beschäftigt den VBB zurzeit am meisten?

Als Regiegesellschaft für den ÖPNV in Berlin und Brandenburg beschäftigen uns immer mehrere Aufgaben gleichzeitig. Eins der zentralen Themen zurzeit ist der zunehmende Pendlerverkehr. Die Menschen werden immer mobiler und brauchen mehr durchgehende Verbindungen und mehr Umsteigemöglichkeiten. Wenn Berlin und Brandenburg enger zusammenwachsen, dann müssen wir zusehen, dass wir die Ländergrenzen, Tarifgrenzen, aber auch die Systemgrenzen überwinden.

Wie wollen Sie das erreichen?

Da gibt es viele Ansatzpunkte. Das beginnt bei den Anschlussbeziehungen geht über einheitliche Fahrgastinformationen, der Weiterentwicklung des VBB-Tarifs und digitaler Vertriebsmöglichkeiten bis hin zur besseren Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel – Stichwort multimodal. Natürlich brauchen wir bei der steigenden Nachfrage auch mehr Angebote. Was wieder mit neuen Herausforderungen verbunden ist. Mehr Verkehrsleitung heißt: bessere Infrastruktur, mehr Fahrzeuge, mehr Personal und natürlich entsprechende Finanzmittel.

Ein Beispiel bitte.

Nehmen wir die Infrastruktur. Hier geht es um Gleise, neue Strecken und die Leistungsfähigkeit der Strecken. Wir brauchen Überholmöglichkeiten, Bahnhöfe dort, wo Menschen wohnen und arbeiten, und wenn die Züge länger sein sollen, brauchen wir auch längere Bahnsteige. Auf all dem liegt jetzt der Fokus.

Wie sieht das praktisch aus?

Wir haben alle diese Aufgaben gebündelt und gemeinsam mit den Ländern und der DB das Infrastrukturprojekt „i2030“ ins Leben gerufen. Kerngedanke ist, den Ausbau und die Weiterentwicklung der Infrastruktur in unserer Region voranzutreiben. Dabei werden konkrete Planungen auf den Weg gebracht und nach Abschluss wird dann auch gebaut. Derzeit diskutieren wir auch mit dem Land Berlin, wie wir die Anbindung der S-Bahn-Stationen durch Busse als Zubringer in hoher Qualität neu konzeptionieren können. Außerdem haben wir die Plus-Bus-Linien im Land Brandenburg eingeführt. Dabei geht es um Buslinien, die in der Regel Verbindungen zu den nächsten Bahnhöfen herstellen und kurze Übergangszeiten zum Zug haben. In dem Zusammenhang wollen wir die Digitalisierung nutzen, um die Fahrgastinformation noch besser in den Griff zu bekommen.

Welche Möglichkeiten sehen Sie da?

Viele, aber sie müssen durchdacht sein, funktionieren und auch sorgfältig von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern realisiert werden können. Ich glaube, gerade bei dem Thema Kundeninformation ist es ganz wichtig, dass jeder seinen Elfenbeinturm verlässt, damit ein wirklicher Informationsaustausch über Anschlussmöglichkeiten stattfinden kann. Das klingt in der Theorie ganz gut. Aber in der Praxis gehören Baustellen auf den Straßen und auf den Schienen inzwischen zu unserem Alltag. Wir müssen uns deshalb Gedanken machen, wie wir die Fahrgäste zukünftig mit Informationen und qualitätsvollen Angeboten besser versorgen. Es muss zum Beispiel gelingen, die Menschen schon vor Antritt der Fahrt über mögliche Verspätungen, alternative Fahrtkonzepte und Anschlüsse zu informieren.

Bei all diesen Plänen geht es sicher auch um moderne Fahrzeuge. Wie sieht es damit aus?

In der Fahrzeugindustrie hat sich viel getan, aber es dauert immer noch zu lange von der Idee bis zur Zulassung eines Fahrzeugs. Die Vorgaben sind so komplex, dass die Baugenehmigungs- und Zulassungsprozesse durchschnittlich 60 Monate dauern in Europa – fünf Jahre, bis ein Fahrzeug auf die Schiene kommt. Auch unsere Region hat die Folgen gespürt, wenn die Firmen nicht liefern. Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft musste auf die KISS-Fahrzeuge von Stadler warten, die Deutsche Bahn auf den TALENT und wir warten immer noch auf die sogenannten Twindexx- Fahrzeuge, neue Doppelstockwagen, die seit drei Jahren kommen sollen.

Eine zentrale Rolle in der Region spielt die S-Bahn. Wie wird sie dieser Stellung gerecht?

In der Tat, die S-Bahn ist gewissermaßen das Rückgrat der Mobilität in unserer Region. Deshalb wünschen wir uns von ihr mehr Qualität und Zuverlässigkeit. Die S-Bahn kämpft derzeit mit mehreren Problemen – da gibt es Schwierigkeiten mit den Fahrzeugen und mit der mangelnden Zuverlässigkeit der Infrastruktur. Themen, die uns leider bereits seit Jahren beschäftigen. Außerdem fehlt es an Fahrerinnen und Fahrern. Auch hier könnte uns mehr Digitalisierung helfen, aber Lösungen sind nicht im Laden erhältlich, die müssen erst entwickelt werden. Wir brauchen Innovationen, damit die S-Bahn zu der Qualität zurückfindet, die wir uns wünschen.

Die politischen Beziehungen zwischen Berlin und Brandenburg sind ausbaufähig. Wie ist es im Verkehrsbereich?

Wir haben eine sehr gute, zuverlässige und partnerschaftliche Zusammenarbeit der Länder, die nicht nur in gemeinsamen Verträgen mit der Deutschen Bahn mündet, sondern auch in die Bereitschaft, gemeinsam zu finanzieren. Dies erleichtert die Sache, denn mit einer territorial eng abgegrenzten Finanzierung können wir bei unseren Projekten kaum punkten. Wichtig ist, dass nicht nur die Verantwortlichen intensiv miteinander reden, sondern auch die Planungsinstrumente abgestimmt werden. Der Landesnahverkehrsplan des Landes Brandenburg liegt derzeit im Entwurf vor und wird demnächst verabschiedet. Das Land Berlin stellt gerade seinen neuen Landesnahverkehrsplan auf. Es wäre natürlich ideal, wenn beide ineinandergreifen. Damit befinden wir uns gemeinsam auf einem guten Weg. (uc)

SSN Group – Berliner Landmark-Projekte schreiten voran: 600 Mio. Euro Investitionsvolumen in der Hauptstadt

Allein vier Landmark-Projekte entwickelt die Schweizer SSN Group in Berlin und ist damit einer der wichtigsten Entwickler der Hauptstadt. Die konzernunabhängige Unternehmensgruppe, die seit der Gründung im Jahr 2004 als Immobilien-Projektentwickler vorwiegend in deutschen Großstädten und in der Schweiz tätig ist, betrachtet Berlin als Schwerpunktmarkt und ist an prominenten Standorten engagiert. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bundesweit bei knapp unter 4 Mrd. Euro.

Das Quartier Bundesallee mit sieben Gebäuden in unmittelbarer Nähe zum Kurfürstendamm ist dabei sicher die Berliner Visitenkarte des Unternehmens. SSN hat bereits kurz nach Baubeginn zwei Gebäude an die Berliner Volksbank verkauft, die an der Bundesallee ihre Hauptstadtrepräsentanz einrichten wird. Schon vor Baubeginn waren in dem Projekt „Momente Berlin“ über 80 Prozent der Wohnungen verkauft. Im November 2017 wurde in Anwesenheit des Regierenden Bürgermeister Michael Müller die feierliche Grundsteinlegung begangen, mittlerweile schreiten die Tiefbauarbeiten zügig voran.

 

Frontansicht des geplanten Quartiers Bundesallee. Foto: SSN Group

Frontansicht des geplanten Quartiers Bundesallee. Foto: SSN Group

 

Die Fertigstellung des Quartiers ist bereits für das vierte Quartal 2019 geplant. Für Michael Tockweiler, CEO der SSN Group, ist das Quartier nur der Anfang des großen Engagements in der Hauptstadt: „Berlin steht bei uns verstärkt im Fokus neben den weiteren Metropolregionen in Deutschland. Das Ziel der Entwicklung des Quartiers Bundesallee war es, die Lücke an diesem exponierten und hochwertigen Standort mit einem Ensemble zu schließen, das in jeder Hinsicht auf Nachhaltigkeit setzt. Daher wurde das Quartier mit dem internationalen Nachhaltigkeitslabel LEED GOLD ausgezeichnet.“

Residenz The Wilhelm! wird bis 2020 fertiggestellt

In unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tors realisiert die SSN Group außerdem die Residenz THE WILHELM. Bis 2020 sollen am Standort luxuriöse Eigentumswohnungen unterschiedlicher Größe entstehen. Zum geplanten Konzept gehören auch eine Reihe von innovativen und hochwertigen Dienstleistungen sowie attraktive Retailflächen für die künftigen Bewohner. Aktuell befindet sich das Unternehmen in letzten Abstimmungen mit den Behörden.

Moderne Büromietflächen für die Franklinstraße bis 2019

In der Franklinstraße entwickelt das Unternehmen zudem in unmittelbarer Nähe zu den Hauptstadtniederlassungen der Autobauer Porsche, VW, Audi und Mercedes ein modernes Bürogebäude mit insgesamt 10.800 Quadratmetern Büromietfläche, verteilt auf sechs Geschosse und ein Staffelgeschoss. Aktuell finden letzte Abrissarbeiten auf dem Grundstück statt, das alte Autohaus, das sich bisher an dem Standort befand, musste weichen. Für die Fertigstellung des Objekts ist das dritte Quartal 2019 anvisiert.

 

Das geplante Franklinhaus in Berlin-Charlottenburg. Foto: SSN Group

 

Das Investitionsvolumen in der Hauptstadt beträgt insgesamt fast 600 Millionen Euro. „Die Berliner Projekte liegen mir ganz besonders am Herzen, denn unsere Präsenz in der Hauptstadt hat einen großen Stellenwert für unser Unternehmen. Daher legen wir besonderes Augenmerk darauf, dass die Ausführung allerhöchsten Qualitätsansprüchen entspricht“, so Michael Tockweiler. Im März 2018 bezieht SSN seine neuen Hauptstadtbüros in den von Professor Hans Kollhoff entworfenen Leibnizkolonnaden am Walter-Benjamin-Platz. Wachstum braucht größere Räume und die SSN Group wächst nicht nur in Berlin. Mit der Übernahme der Gerch-Group im vergangenen Jahr ist SSN bundesweit laut Bulwiengesa unter den Top 5 der Projektentwickler in Deutschland. (ak)

 

Made in Brandenburg: BIO Manufaktur Jouis Nour in Dahlewitz eingeweiht

Brandenburg ist um ein Vorzeigeunternehmen aus dem BIO Food-Bereich reicher. In Anwesenheit des Finanzministers des Landes Brandenburg Christian Görke wurde gestern offiziell das Werk der BIO- und IFS-zertifizierten Jouis Nour GmbH im envopark in Dahlewitz eingeweiht. Knapp 50 Mitarbeiter stellen auf rund 1.700 Quadratmeter Produktionsfläche hochwertige Bio-Tiefkühl-Snacks (Jourino®) sowie Bio-Frischeprodukte, z. B. Salat, Desserts und Snacks, her. Pro Tag werden derzeit in Handarbeit einige Tausend Produkte produziert. Dabei werden vorrangig regionale Zutaten genutzt. Das Besondere an den Jouis Nour-Produkten: Obwohl sie unbehandelt sind, bleiben sie zwischen 7 und 9 Tage lang frisch. Die Jouis Nour GmbH ist damit ein Innovationsführer der Branche.

 

Christian Görke, Finanzminister des Landes Brandenburg:

„Ich freue mich, dass ein junges, dynamisches Unternehmen den Weg in eine sich sehr erfolgreich entwickelnde Region gefunden hat. Jouis Nour vertreibt Produkte nicht nur deutschlandweit sondern auch in Österreich und der Schweiz und macht damit auch Werbung für die Marke„Made in Brandenburg. Gleichzeitig stärkt das Unternehmen durch den Bezug von regionalen Zutaten auch den wirtschaftlichen Kreislauf in der Region.“

 

Neben dem Finanzminister fanden auch Siegmund Trebschuh, stellvertretender Dezernent des Dezernates IV und Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Landkreises Teltow-Fläming, sowie Björn Fromm, Präsident des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V., ausschließlich lobende Worte für die Ansiedlung der BIO-Manufaktur im brandenburgischen Dahlewitz. Bei einer Werksbesichtigung konnten sich die Gäste von der Frische der Produkte, der modernen Technik sowie den hohen Qualitätsstandards des Unternehmens selbst überzeugen.

 

Siegmund Trebschuh, stellvertretender Dezernent des Dezernates IV und Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Landkreises Teltow-Fläming:

„Das Unternehmensportfolio der Jouis Nour GmbH ist zukunftsträchtig und wir als Landkreis sind froh, dass sich das Unternehmen hier angesiedelt hat. Wir sind stolz, dass wir die Unternehmensansiedlung unterstützen durften.“

 

Björn Fromm, Präsident des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V.:

„Bernhard und Martina Klapproth haben mit der Gründung der PIN AG schon einmal Unternehmergeist bewiesen und tun das nun wieder. Wir freuen uns darüber, dass sie biologische Lebensmittel produzieren. Das ist zum Glück nicht nur ein ökologischer und ökonomischer Trend; es ist mehr. Die Produkte werden mehr und mehr nachgefragt und ich denke, das ist gut so. Im Namen des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg wünsche ich Jouis Nour alles Gute und viel Erfolg.“

 

Die Unternehmensgründer Bernhard und Martina Klapproth können auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückschauen. Das Ehepaar gründete 1999 das deutschlandweit tätige Postunternehmen PIN AG. Nach dem Verkauf an einen Konzern suchte sich das Ehepaar eine neue Herausforderung und fand sie im Bereich der gesunden Ernährung. 2007 gründeten sie die Jouis Nour GmbH und bauten ihre Tätigkeit weiter aus. Waren sie anfangs noch auf den Bio-Fachhandel konzentriert, sind die Jouis Nour-Produkte seit 2015 auch im Lebensmitteleinzelhandel verfügbar.

Seit Januar 2018 befinden sich sämtliche Unternehmenszweige (Verwaltung, Produktion und Vertrieb) konzentriert am Dahlewitzer Standort in einem der wenigen nachhaltigen Gewerbeparks Deutschlands.

 

Bernhard Klapproth, Gründer und Geschäftsführer Jouis Nour GmbH:

„Brandenburg hat sich unheimlich gemausert. Die Leute hier sind innovativ und haben Interesse an neuen und gesunden Produkten, an dem was wir tun und natürlich an den Arbeitsplätzen, die wir hier geschaffen haben. Lobend ist auch die unkomplizierte und gute Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg, der Wirtschaftsförderung dem Landkreis Teltow-Fläming und der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow hervorzuheben. Dafür möchte ich mich auch herzlich bedanken. Wir sind glücklich mit unserer Entscheidung, uns in Brandenburg angesiedelt zu haben.“

(cr)

 

Berlin und Brandenburg investieren 9 Millionen Euro in den Pendlerverkehr

Gute Nachrichten für Pendler: Die Länder Berlin und Brandenburg wollen eine hohe Summe in den Ausbau des Schienenverkehrs investieren.

Dabei sind sich die beiden Länder Berlin und Brandenburg, wenn es um den Pendlerverkehr ging, jahrelang aus dem Weg gegangen. Inzwischen sind beide Partien anderer Ansicht und möchten mit einem Millionenbetrag die Fahrt für Pendler angenehmer gestalten.

Die Zahl der Pendler ist stark angestiegen

Aufgrund der Not auf dem Wohnungsmarkt und den steigenden Grundstückspreisen zogen vergangenes Jahr laut Berliner Morgenpost rund 10.000 Berliner über die Landesgrenze ins benachbarte Bundesland. Insgesamt stieg die Pendlerzahl in den vergangenen Jahren stark an. Rund 300.000 Menschen waren letztes Jahr täglich zwischen Berlin und Brandenburg unterwegs. Überfüllte Züge sind da zum Alltag geworden.

Um auf die wachsenden Pendlerströme zu reagieren, trafen sich am vergangenen Dienstag der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und Brandenburgs Ministerpräsident, Dietmar Woidke, gemeinsam zu einer Kabinettssitzung im Schloss Neuhardenberg. Mit von der Partie waren auch Bahn-Chef Richard Lutz und der Vorstand für Infrastruktur, Ronald Pofalla. Ganz oben auf der Tagesordnung stand die Verbesserung des Schienenverkehrs.

Neun Millionen für Pendler

Im Hinblick auf die zunehmende Pendlerzahl sind Angebotsverbesserungen dringend nötig. „Viele Menschen brauchen jeden Tag diese Infrastruktur“, so Michael Müller. Laut dem Tagesspiegel wollen die Länder Berlin und Brandenburg im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel bis 2022 jährlich neun Millionen Euro in die Verbesserungen des Schienenverkehrs investieren. Dabei soll Brandenburg sechs Millionen und Berlin drei Millionen Euro zur Verfügung stellen.

 

Die Kapazität der Regionalzüge sollen erhöht werden | Foto: Wikimedia

Die Kapazität der Regionalzüge sollen erhöht werden | Foto: Wikimedia

 

Von den Millionenbeträgen wird der Großteil in den Ausbau der Züge fließen. Dieser soll möglichst schon im April anfangen. Vor allem soll durch Einsatz von Doppelstockwagen, zusätzlichen Wagons und Takt-Verdichtung die Kapazität und die Zahl der Sitzplätze erhöht werden. So soll in den Zügen der RB13 zwischen Berlin-Jungfernheide und Wustermark die Zahl der Sitzmöglichkeiten von 160 auf 300 steigen. Des Weiteren steigt zwischen Berlin und Oranienburg die Kapazität von 150 auf knapp 200 Plätze. Im zweiten Quartal 2019 soll es den nächsten großen Schub geben: Die Sitzplätze der RB10 zwischen Berlin und Nauen sollen von 460 auf 600 verstärkt werden.

Wohnen, wo die Züge fahren

Neben dem Ausbau des Schienenverkehrs stand auch der Wohnungsbau auf der Agenda. Neue Wohnungen und Häuser sollen möglichst entlang der Haltepunkte des Schienennahverkehrs entstehen. Ziel ist es, dass zukünftig mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, um Emissionen zu reduzieren. Daher sollen nicht nur die Regionalzüge ausgebaut werden, sondern auch die Berliner S-Bahnen. Die neuen S-Bahnzüge sind bereits bestellt und sollen 2021 in Betrieb gehen. Die Auslieferung der neuen Fahrzeuggeneration soll bis 2023 abgeschlossen sein. Mit den neuen Zügen wird vor allem die Zuverlässigkeit und Qualität der Verkehrsleistung sichergestellt.

 

Die S-Bahn bekommt eine neue Fahrzeuggeneration | Foto: PxHere

 

Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB sieht dem ganzen Vorhaben jedoch kritisch entgegen: „Ab 2023 werden wir gute S-Bahn- Fahrzeuge haben, aber keine richtig gute Infrastruktur“. Im Hinblick darauf haben die Bundesländer Berlin und Brandenburg gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG das Projekt „i2030“ ins Leben gerufen. Mit diesem Konzept erklären sich die Beteiligten bis 2030 die nötigen Finanzmittel für den Ausbau der Infrastruktur des Schienenverkehrs in Berlin und Brandenburg bereitzustellen. Bis der Ausbau jedoch fertig umgesetzt wird, kann es noch Jahrzehnte dauern. Da helfen selbst Züge mit mehr Sitzplätzen wenig. Dennoch ist die Erweiterung der Züge schon mal ein wichtiger Schritt, um dem wachsenden Pendlerstrom zu begegnen. (dn)

Veranstaltungen

Kommunikationsstrategien für Infrastrukturprojekte – Durch Partizipation zum Erfolg

Der Windpark auf kommunaler Gemarkung, die geplante Stromtrasse in der Nähe von Wohnbebauung oder die Erweiterung des Einkaufszentrums im innerstädtischen Bereich – Proteste der betroffenen Anwohner sind hier vorprogrammiert.

Unternehmen und Kommunen, die sich nicht frühzeitig um Akzeptanz bemühen, laufen Gefahr zu scheitern, denn gegen die Öffentlichkeit lässt sich mittlerweile kein großes  Bauvorhaben oder Infrastrukturprojekt mehr realisieren. Das Seminar vermittelt eine anschauliche konzeptionelle Vorgehensweise und praxisnahe Instrumente für die kommunikative Begleitung von Infrastrukturprojekten.

(Anmeldung erforderlich und gebührenpflichtig)