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Lange Nacht der Industrie 2018 – Offene Werkstore statt „laut und schmutzig“

Gestern Abend gab die 7. Lange Nacht der Industrie (LNDI) mehr als 1.000 Teilnehmern die Möglichkeit hinter die Kulissen namhafter und regionaler Industrieunternehmen zu blicken. Um 17.15 Uhr starteten Busse von verschiedenen Standorten auf insgesamt 14, vorher wählbare Touren. Teilnehmer konnten im Zuge ihrer Anmeldung zwei Unternehmen wählen, deren Produktionsprozesse sie einmal miterleben wollten.  Die 2008 in Hamburg initiierte Veranstaltung bietet Schülern, Studierenden, arbeitssuchenden und industrieinteressierten Menschen Einblicke in die Werkhallen von 27 teilnehmenden Unternehmen. Neben dem Entdecken von spannenden Karrieremöglichkeiten, bietet die LNDI auch Unternehmen die Chance, ihre öffentliche Positionierung als Ausbilder zu stärken.

„Der Berliner Industriestandort steht für innovative, intelligente und nachhaltige Produkte und Zukunftslösungen. Ich freue mich, dass die Lange Nacht der Industrie einmal mehr die Möglichkeit bietet, hinter die Kulissen zu schauen“, so die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

BMW, Bayer, Bombardier und Florida Eis

Die diesjährige Nacht konzentrierte sich auf aktuelle Themen der Digitalisierung wie Smart City, intelligente Mobilität, 3D-Druck und Industrie 4.0. Erstmalig konnten sich Interessierte auch tagsüber von 12-17 Uhr an Ständen und durch Impulsvorträge verschiedener Unternehmen zu Karrierechancen informieren. Die Karriere-Messe auf der unter anderem die IHK Berlin, Talent Berlin und die Bundesagentur für Arbeit vertreten waren, fand im Lichthof der Technischen Universität statt. Ziel war es, laut Veranstalter, das industrielle Image als „laut und schmutzig“ zu bekämpfen. Dieses dürfte auch im Zuge etlicher Abgas-Skandale der letzten Jahre entstanden sein. Die kreative Mitarbeit der Unternehmen ermöglicht es ihnen, die Touren ab Betreten ihrer Produktionsbereiche komplett selbst zu gestalten. Der emotionale Kontakt zu den Besuchern kommt auch im sozialen Engagement für Bildungszwecke zum Ausdruck, da alle Touren kostenfrei sind.

Nach dem Credo „Persönlicher Kontakt ist durch kein Medium zu ersetzen“, bringt die gemeinsame Initiative der Wirtschaft und Bundesregierung Licht ins Dunkel. Internationale Konzerne wie BMW, Bayer, Bombardier und Siemens sind jährlich vertreten, aber auch hippe Eismarken konnten gestern Nacht probiert werden. Die Spandauer Firma Florida Eis lud zu später Stunde zum Erraten der beliebtesten Eissorte Berlins ein.

Unternehmenstouren bei der LNDI 2018. | Foto: LNDI – Arne Vollstedt

Lange Nacht der Industrie hat feste Ziele

IHK-Präsidentin von Berlin, Beatrice Kramm, zog eine positive Bilanz. Sie richtete ihr Wort nicht nur an die Teilnahme der Öffentlichkeit, sondern in diesem Jahr auch an die Politik. „Die Lange Nacht hat uns wieder deutlich gezeigt: Die Berliner Industrie hat ihren festen Platz in der Hauptstadtwirtschaft und bei den Berlinern. Mehr als tausend Schüler, Eltern, Studenten und andere interessierte Teilnehmer haben an den Unternehmensführungen teilgenommen und  live erlebt, warum die Industrie als attraktiver Arbeitgeber punktet. Neben guter Bezahlung bieten die Unternehmen spannende und hochwertige Jobs in technologie-intensiven Bereichen. Die positive Resonanz haben sich die Firmen also mehr als verdient. Das sollte auch dem Berliner Senat signalisieren: Industriepolitik lohnt sich!“, so Kramm.

Von der LNDI profitierten bisher mehr als 68.000 Teilnehmer in elf veranstaltenden Regionen Deutschlands. 600 Unternehmen öffneten bisher ihre Werkstore und lüfteten somit das Geheimnis um die angesiedelten Branchen der Region. Denn typische Zulieferer, sogenannte „Hidden Champions“ sind der Bevölkerung häufig völlig unbekannt. Auch der zunehmende Fachkräfte- und Nachwuchsmangel ist ein häufig diskutierter Zustand. Die Industriezweige erhoffen sich in dieser Hinsicht durch die geschäftige Nacht und potenzielle Bewerber, einen Aufschwung. (cn)

Made in Brandenburg: BIO Manufaktur Jouis Nour in Dahlewitz eingeweiht

Brandenburg ist um ein Vorzeigeunternehmen aus dem BIO Food-Bereich reicher. In Anwesenheit des Finanzministers des Landes Brandenburg Christian Görke wurde gestern offiziell das Werk der BIO- und IFS-zertifizierten Jouis Nour GmbH im envopark in Dahlewitz eingeweiht. Knapp 50 Mitarbeiter stellen auf rund 1.700 Quadratmeter Produktionsfläche hochwertige Bio-Tiefkühl-Snacks (Jourino®) sowie Bio-Frischeprodukte, z. B. Salat, Desserts und Snacks, her. Pro Tag werden derzeit in Handarbeit einige Tausend Produkte produziert. Dabei werden vorrangig regionale Zutaten genutzt. Das Besondere an den Jouis Nour-Produkten: Obwohl sie unbehandelt sind, bleiben sie zwischen 7 und 9 Tage lang frisch. Die Jouis Nour GmbH ist damit ein Innovationsführer der Branche.

 

Christian Görke, Finanzminister des Landes Brandenburg:

„Ich freue mich, dass ein junges, dynamisches Unternehmen den Weg in eine sich sehr erfolgreich entwickelnde Region gefunden hat. Jouis Nour vertreibt Produkte nicht nur deutschlandweit sondern auch in Österreich und der Schweiz und macht damit auch Werbung für die Marke„Made in Brandenburg. Gleichzeitig stärkt das Unternehmen durch den Bezug von regionalen Zutaten auch den wirtschaftlichen Kreislauf in der Region.“

 

Neben dem Finanzminister fanden auch Siegmund Trebschuh, stellvertretender Dezernent des Dezernates IV und Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Landkreises Teltow-Fläming, sowie Björn Fromm, Präsident des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V., ausschließlich lobende Worte für die Ansiedlung der BIO-Manufaktur im brandenburgischen Dahlewitz. Bei einer Werksbesichtigung konnten sich die Gäste von der Frische der Produkte, der modernen Technik sowie den hohen Qualitätsstandards des Unternehmens selbst überzeugen.

 

Siegmund Trebschuh, stellvertretender Dezernent des Dezernates IV und Amtsleiter für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Landkreises Teltow-Fläming:

„Das Unternehmensportfolio der Jouis Nour GmbH ist zukunftsträchtig und wir als Landkreis sind froh, dass sich das Unternehmen hier angesiedelt hat. Wir sind stolz, dass wir die Unternehmensansiedlung unterstützen durften.“

 

Björn Fromm, Präsident des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V.:

„Bernhard und Martina Klapproth haben mit der Gründung der PIN AG schon einmal Unternehmergeist bewiesen und tun das nun wieder. Wir freuen uns darüber, dass sie biologische Lebensmittel produzieren. Das ist zum Glück nicht nur ein ökologischer und ökonomischer Trend; es ist mehr. Die Produkte werden mehr und mehr nachgefragt und ich denke, das ist gut so. Im Namen des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg wünsche ich Jouis Nour alles Gute und viel Erfolg.“

 

Die Unternehmensgründer Bernhard und Martina Klapproth können auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückschauen. Das Ehepaar gründete 1999 das deutschlandweit tätige Postunternehmen PIN AG. Nach dem Verkauf an einen Konzern suchte sich das Ehepaar eine neue Herausforderung und fand sie im Bereich der gesunden Ernährung. 2007 gründeten sie die Jouis Nour GmbH und bauten ihre Tätigkeit weiter aus. Waren sie anfangs noch auf den Bio-Fachhandel konzentriert, sind die Jouis Nour-Produkte seit 2015 auch im Lebensmitteleinzelhandel verfügbar.

Seit Januar 2018 befinden sich sämtliche Unternehmenszweige (Verwaltung, Produktion und Vertrieb) konzentriert am Dahlewitzer Standort in einem der wenigen nachhaltigen Gewerbeparks Deutschlands.

 

Bernhard Klapproth, Gründer und Geschäftsführer Jouis Nour GmbH:

„Brandenburg hat sich unheimlich gemausert. Die Leute hier sind innovativ und haben Interesse an neuen und gesunden Produkten, an dem was wir tun und natürlich an den Arbeitsplätzen, die wir hier geschaffen haben. Lobend ist auch die unkomplizierte und gute Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg, der Wirtschaftsförderung dem Landkreis Teltow-Fläming und der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow hervorzuheben. Dafür möchte ich mich auch herzlich bedanken. Wir sind glücklich mit unserer Entscheidung, uns in Brandenburg angesiedelt zu haben.“

(cr)

 

QUO VADIS 2018 in Berlin: Höhepunkt René Benko, Immobilienindustrieller

Der erfolgreichste Immobilienindustrielle Europas, Karstadt-Eigner und Investor René Benko, füllte den Saal im Adlon bis auf den letzten Platz. Die öffentlichen Auftritte des Ausnahmeunternehmers wie auf dem diesjährigen QUO VADIS, sind höchst selten. Kein Wunder, denn der erst 40 Jährige Benko absolviert tagtäglich ein Arbeitspensum von 16 bis 18 Stunden. Fleiß gehört neben Ausdauer, Konsequenz, Disziplin und Klugheit zu seinen Generaltugenden. Benko berichtete im Interview mit Karsten Trompetter von seinen Anfängen in Innsbruck, wo er sich gerade mal 22-jährig die ersten Sporen mit dem Ausbau von Dachgeschossen verdiente. Ein weiteres Talent kam dem Jungunternehmer dabei zugute: Menschen mit Geld von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Damals einen Milliardär, dessen Familie eines seiner Dachgeschosse kaufte und von jedem Detail zu 100 Prozent überzeugt war. Heute die erste Garde von institutionellen Investoren. Der Aufstieg zum Immobilienunternehmer nahm seinen Gang.

Das Kaufhaus in seiner Heimatstadt Innsbruck schien ein hoffnungsloses Unterfangen zu sein – schon viele große Namen hatten sich an der hoffnungslosen Immobilie versucht – aber Benko schaffte es gegen jede Prognose und schenkte seiner Heimatstadt die Kaufhaus-Ikone Tyrol.

Der konsequente Aufstieg der Signa Gruppe

Bei Innsbruck und Wien blieb es nicht. Schon bald wuchs das Zwei-Mann-Unternehmen, das heute zu den größten privaten Immobilieninvestoren Zentraleuropas zählt.  Signa Holding heißt es seit 2006. Die zwei eigenständige Kerngeschäftsbereiche, Signa Real Estate (Immobilien) und Signa Retail (Handel), gibt es seit 2013. Signa Real Estate entwickelt und managt ein umfassendes Portfolio an außergewöhnlichen Immobilienprojekten in der DACH-Region und in Italien. Aus diesem Grund gilt das Unternehmen als führender Immobilienentwickler in Europa. Der Gross Asset Value der Immobiliengruppe beträgt über 10 Mrd. Euro und das Developmentvolumen beläuft sich auf weitere 5 Mrd. Euro.

Im Jahr 2013 zog sich Benko aus der operativen Führung der Signa Holding GmbH zurück und übernahm den Vorsitz des Beirats der Signa-Gruppe. Ein Jahr später erwarb Benko vom Finanzspekulanten Nicolas Berggruen, der Karstadt 2010 nach der Insolvenz für einen EUR übernommen hatte, die Warenhauskette. Die lag zu der Zeit durch Berggruens Untätigkeit am Boden. Die von dem Spekulanten vollmundig versprochenen Investitionen und die Modernisierungen der traditionellen Kaufhäuser blieben aus. Benko beendete die „unsägliche Ära Berggruen“ (Der Spiegel) und schaffte – entgegen aller Prognosen – mit einem professionellen Team und mit profunder Handelskenntnis den Turnaround. Wieder führte Benkos Geschick zum Erfolg und sicherte die Traditionshäuser sowie Tausende von Arbeitsplätzen.

Das Prinzip-Benko: Mit den Kardinaltugenden Fleiß, Ausdauer und Klugheit wurde er zum Marktführer

Benko zeichnet sich durch Bescheidenheit aus. Gefragt nach dem Erfolg der Signa Holding verweist Benko auf sein erfahrenes und kompetentes Management. Der Deutschlandsitz befindet sich aktuell im Upper West Berlin. Die Immobilie ist ebenfalls im Besitz der Signa und wird mit dem Deutschlandgeschäft von Timo Herzberg verantwortet. Anfang Februar erhielt Signa den Zuschlag für den Bau des Jahrhundertprojekts Elbtower in Hamburg. Mit 233 Metern Höhe wird der Elbtower das höchste Gebäude Hamburgs und neben der Elbphilharmonie das zweite Wahrzeichen der Hansestadt. Im Jahr 2017 erwarb Signa ein Portfolio mit fünf Trophy Assets in Bestlagen in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München. Das war 2017 mit einem Ankaufsvolumen von 1,5 Mrd. EUR die größte Immobilientransaktion in Deutschland. Zum Portfolio gehören daneben auch die Milestone-Objekte Upper Zeil in Frankfurt, die Alsterarkaden und das Kaufmannshaus in Hamburg sowie die Warenhäuser KaDeWe in Berlin und Karstadt am Bahnhof in München.

Karstadt-Eigner René Benko besitzt 49,9 Prozent vom Luxus-Kaufhaus KaDeWe in Berlin. | Foto: pixelio.de, Florian L.

Karstadt-Eigner René Benko besitzt 49,9 Prozent vom Luxus-Kaufhaus KaDeWe in Berlin. | Foto: pixelio.de, Florian L.

Die Gruppe beschäftigt im Real Estate-Bereich rund 200 und im Retail-Bereich über 20.000 Mitarbeiter. Somit zählt sie zu einem der größten Arbeitgeber Deutschlands. Auch wenn seine 3-Mrd.-EUR-Offerte für die Kaufhof Gruppe vor einigen Wochen im ersten Schritt nicht zum Erfolg führte, wird seine strukturierte und konsequente Business Development Strategie ganz ohne Zweifel das Wachstum der Signa Gruppe weiter fördern.

Zum Schluss des Gesprächs mit René Benko in der Hauptstadt gab es noch ein dickes Lob für die professionelle Unternehmenskommunikation der Signa Gruppe. Die Immobilienprojektentwickler setzen nämlich in ihrer Unternehmenskommunikation faktenbasiert auf Transparenz und Dialog. Der Auftritt von René Benko in Berlin trägt sicher zu dessen wachsender Reputation bei und hatte für viele Besucher dieses Immobiliengipfels Vorbildcharakter. (FS)

Gute Nachricht im ersten Quartal 2018: Hauptstadtregion befindet sich im Konjunkturhoch

Die Metropolregion Berlin-Brandenburg befindet sich in einem Konjunkturhoch. In allen Branchen florieren die Geschäfte. Die Unternehmen sind zuversichtlich, dass der konjunkturelle Rückenwind auch in den kommenden sechs Monaten anhalten wird. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern in Berlin, Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg.

Die Beschäftigungs- und Investitionsplanungen der Unternehmen sind expansiv. In Berlin behält die Konjunktur das hohe Tempo der Vorjahre bei, in Brandenburg beschleunigt sie sogar noch. Der gemeinsame Konjunkturklimaindex beider Länder beträgt 138 Punkte – und liegt damit deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 115 Punkten.

Hauptstadtregion bereits seit vier Jahren im Konjunkturhoch

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin: „Die Hochkonjunktur unserer Wirtschaft geht ins vierte Jahr und ein Ende ist nicht in Sicht. Dieser einmalige Boom wird gestützt durch das anziehende europäische und internationale Wachstumstempo und die Standortvorteile der Metropolregion. Nachfrageseitig profitieren unsere Unternehmen von wachsenden Bevölkerungs- und Besucherzahlen und immer weiter steigenden Beschäftigtenzahlen – das kommt der Kaufkraft zugute. Gleichzeitig findet die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg eine einmalige Kombination aus Wissenschaft- und Kultureinrichtungen, die den erfolgreichen für unsere Region typischen Mix aus Innovation und Kreativität erst möglich machen. Die Unternehmen sind überwiegend optimistisch gestimmt, was die Entwicklung ihrer Geschäfte im kommenden Halbjahr betrifft.

91 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass sich die Geschäfte im nächsten halben Jahr entweder gleichbleibend gut oder sogar noch besser entwickeln. Allerdings ist diese Zuversicht nicht völlig ungetrübt: Der Fachkräftemangel ist, wie in ganz Deutschland, die Achillesverse unseres Wachstumserfolges in der Zukunft. Eine gute Bildungspolitik ist dagegen das beste Mittel.
Und damit auch eine starke Konjunkturstütze.“

Investitionen florieren – aber nicht ganz von alleine

Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus: „Sowohl die Exporterwartungen als auch die Investitionsabsichten zeigen, dass die Unternehmen positiv gestimmt sind und mit weiterem Wachstum rechnen. Insgesamt 79 Prozent der Unternehmen in Berlin und Brandenburg planen neue Investitionen. Doch diese Entwicklung ist kein Selbstläufer. Vor allem in Brandenburg muss die Exportwirtschaft weiter gestärkt werden. Die Unternehmen brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen sowie starke Partner bei der Entwicklung von Produktinnovationen und bei der Begleitung in neue Märkte. So berichten 48 Prozent der Industrieunternehmen in Berlin und Brandenburg von gestiegenen Exporten. Aber während bei Berliner Industrieunternehmen die Exportquote bei 61 Prozent lag, betrug sie bei den Brandenburgern nur 29 Prozent. Berlin liegt damit weit über dem deutschlandweiten Durchschnitt von 50 Prozent. Brandenburg noch weit darunter.“

Mario Tobias, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam: „Die Personalpläne in Berlin und Brandenburg sind weiterhin auf Expansionskurs. Mehr als ein Drittel der Unternehmen will Mitarbeiter einstellen, und mehr als die Hälfte die Belegschaft konstant halten. Insbesondere auf dem Bau wird händeringend Personal gesucht. Hier tritt derzeit am deutlichsten die Lücke zu Tage: Es fehlt an Auszubildenden und an Fachkräften. Die Unternehmen geben an, dass dieser Mangel das eigene Wachstum bremst oder sogar bedroht. Aktuell liegt dieser Risikofaktor unangefochten auf Platz 1 und beunruhigt 69 Prozent der Unternehmen in der Hauptstadtregion. Aufhorchen lässt trotz sehr stabiler Verflechtungen: Der Anteil der Unternehmen, die die Bedeutung des Marktes im jeweiligen anderen Bundesland als hoch einschätzen, ist von 44 Prozent im Jahr 2016 auf aktuell 36 Prozent gesunken. Auch stagniert die Fusionsneigung in Berlin und findet in Brandenburg immer weniger Befürworter. Es sprechen sich zwar noch gut die Hälfte der Unternehmen in Berlin und Brandenburg für ein Zusammengehen der beiden Länder aus. Der Anteil der Gegner ist allerdings von 19 in 2016 auf jetzt 27 Prozent gestiegen.“

Dieselfahrverbot würde die Region schwächen

Guido Weiß, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg: „Wir haben unsere Unternehmer gefragt, wie sie ein Fahrverbot von Dieselfahrzeugen treffen würde. Auf die Hälfte aller Betriebe in Berlin und Brandenburg hätte es Auswirkungen. Desto näher die Betriebe an Berlin liegen, umso größer ist die Betroffenheit. In den Landkreisen Märkisch-Oderland und Barnim sind es zwei Drittel der Unternehmen. Dieselfahrzeuge werden in der Regel für den langfristigen Einsatz in Betrieben angeschafft. Das Dieselfahrverbot hätte also nicht nur Folgen für die Versorgung der Stadt. Es geht auch um die Investitions- und Zukunftschancen der Unternehmen in Berlin und Brandenburg. Unsere Bitte an die Politik ist, mit Augenmaß eine „Blaue Plakette“ einzuführen. Auch Produkte aus der Region gelangen nicht mit dem Lastenfahrrad zum Kunden.“

Die IHK stellt Ihren gesamten Konjunkturbericht hier zur Verfügung.

Konjunkturbericht 2017: Bleibt die Berliner Wirtschaft auf Wachstumskurs?

Laut des neuen Konjunkturberichts der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hat sich der Aufschwung der Berliner Wirtschaft in diesem Jahr gefestigt. Auch die Prognose für das nächste Jahr ist erfreulich – erwartet werden 2,5 Prozent Wachstum. Die Berliner Wirtschaft liegt somit erneut über dem Bundesdurchschnitt.

Der Konjunkturbericht verspricht Wachstum

Spürbar ist die Prosperität an den Beschäftigungszahlen in den unternehmensnahen Dienstleistungen sowie Information und Kommunikation. Auch der Einzelhandel konnte angesichts starker Konsumkräfte und des boomenden Onlinehandels den Umsatz von Januar bis September 2017 gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent steigern. Stabil bleibt allerdings der Industrieumsatz, wohingegen das Bauhauptgewerbe nochmals zugelegt. Hier gab es, u.a. aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wohnraum, ein Umsatzplus von 4,7 Prozent. Der Berlin-Tourismus hat ebenfalls einen Anstieg der Übernachtungszahlen von 1,4 Prozent zu verzeichnen.

Zahl der Arbeitslosen sinkt trotz Stellenabbau

Bei aller Freude über die erfreulichen Wachstumszahlen trüben Pleiten sowie drohender Stellenabbau die Hochstimmung. Erst die Bekanntgabe der Air Berlin Pleite, dann ein drohender Verlust von 200 Jobs in den Osram-Werken und zuletzt 870 Stellen bei Siemens, die in der Hauptstadt gestrichen werden sollen. Für einen Ausgleich könnte das wirtschaftliche Wachstum nur bedingt sorgen, denn der Jobzuwachs wird nicht in allen Berufsgruppen stattfinden. Dennoch sprechen die Zahlen für sich: Zwischen September 2016 und September 2017 ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin um rund 55.000 gestiegen. Damit verbunden sinkt die Zahl der Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote unterschreitet in Berlin seit Mai letzten Jahres die 10-Prozent-Marke. Aktuell liegt sie bei 8,5 Prozent.

„Die Berliner Wirtschaft boomt und ist weiter auf Expansionskurs. Das hohe Dienstleistungstempo und die robusten produzierenden Branchen stimmen positiv und zeigen: Der Aufschwung in der Hauptstadt setzt sich fort! Jetzt kommt es darauf an, die hohe Dynamik Berlins zu verstetigen und nachhaltig auszurichten. Dies muss mit den Anforderungen der wachsenden Stadt einhergehen, womit gerade auch den Investitionen eine zentrale Rolle zukommt. Mit dem Sondervermögen Infrastruktur investieren wir daher in Berlin verstärkt in Wohnungen, Schulen und Verkehrswege“, so Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

Die Berliner Wirtschaft muss noch mehr gefestigt werden

Bislang scheint die Dynamik der Hauptstadt wirtschaftlich noch nicht ganz gefestigt zu sein. Aktuell greift wieder die Job-Angst um sich, da auch der US-Konzern General Electrics (GE) plant, Stellen zu streichen. Für Berlin stehen derzeit 500 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Mit der Energiewende scheint die Industrie kaum eine andere Wahl zu haben, als sich umzustrukturieren wie es zurzeit der Großkonzern Siemens vorhat. Noch scheint der Konjunkturbericht der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe davon auszugehen, dass der Industrieumsatz auch 2018 stabil bleibt. (lj)

GE Stellenabbau: Berlin Marienfelde möchte kämpfen

Der US-amerikanische Industriekonzern General Electric (GE) plant in Berlin Stellenstreichungen. In der Hauptstadt stehen, seit der gestrigen Bekanntgabe, hunderte Arbeitsplätze auf dem Spiel. Heute präsentierte die Geschäftsführung von GE den Beschäftigten ihre Pläne zum Stellenabbau in Europa. Allein in Berlin soll die komplette Fertigung bei GE Power Conversion in Marienfelde entfallen. 500 der 650 GE Beschäftigten könnten ihren Arbeitsplatz im Bezirk Tempelhof-Schöneberg verlieren.

„Kurz vor Weihnachten ereilt uns die Nachricht vom geplanten massiven Stellenabbau GE’s in Berlin und hier vor allem an unserem Standort Marienfelde. Gar nicht so lange her, haben wir hier noch die Millioneninvestition für das neue Schulungszentrum gefeiert und nun erfolgt dieser massive Einschnitt in den Standort. Das passt nicht zusammen und vor allem hat uns diese Nachricht so unvorbereitet ereilt“, so Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler.

Marienfelde wird um die Arbeitsplätze kämpfen

Zusammen mit der IG Metall wird sich die Bezirksbürgermeisterin mit dem Betriebsrat von GE auseinandersetzen, um sich einen Überblick verschaffen. „Für die betroffene Belegschaft ist das eine sehr beunruhigende Entwicklung“, sagt Schöttler weiter. Sie ist bereit für die GE Arbeitsplätze in ihrem Bezirk zu kämpfen.

Marienfelde im Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist einer der wenigen noch vorhandenen Industriestandorte in Berlin. Mit dem Wegfall so vieler Arbeitsplätze in der industriellen Produktion wird dieser wichtige Arbeitsmarkt deutlich geschwächt. Wie bereits bei Siemens ist es das Ziel, die industriellen Arbeitsplätze in der Hauptstadt zu erhalten und zurückzuholen. (red)

Teilnahmerekord beim Science4Life Businessplan-Wettbewerb

40 Prozent mehr Einreichungen: Der Science4Life Venture Cup startet mit 114 Geschäftsideen aus den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie ins 20. Jubiläumsjahr. Die Gewinnerteams überzeugten mit innovativen Ideen gegen Krebs, Nervenkrankheiten sowie neuen Denkweisen im Energie-Bereich und erhielten ein Preisgeld von acht Mal 500 Euro.

So viele Einreichungen gab es noch nie beim Science4Life Venture Cup: Die Experten überprüften das Marktpotenzial von insgesamt 114 Ideen – eine Steigerung von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Bereiche Medizintechnik und Pharma waren dieses Jahr besonders stark vertreten. Dicht gefolgt von Energienutzung und Umwelttechnologie. Sponsoren des Businessplan-Wettbewerbs sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. „Bekämpfung von Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs, Möglichkeiten im Bereich der alternativen Energien oder umweltpolitische Ideen wie die Fischwanderhilfe – wir freuen uns über die erstaunliche Themenvielfalt der Einreichungen“, erklärt Dr. Karl-Heinz Baringhaus, der administrative Leiter für Forschung und Entwicklung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und Geschäftsführender Vorstand von Science4Life. Auch Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der hessischen Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest und Geschäftsführender Vorstand von Science4Life, zeigte sich beeindruckt von den vielen Einreichungen in diesem Jahr: „Der Teilnahmerekord zeigt deutlich, wie wichtig der Science4Life Venture Cup für Gründer in Deutschland ist und dass neben Life Sciences und Chemie auch die Gründerszene im Bereich Energie immer stärker wird.“ Die besten fünf Teams erhielten jeweils 500 Euro Preisgeld. Die drei Gewinner im Bereich Energie wurden zusätzlich mit einem Spezialpreis von je 500 Euro ausgezeichnet. Mit der Prämierung der Ideenphase startete auch die Bewerbungsfrist für die Konzeptphase am 12. Januar 2018.

Innovationen gegen Alzheimer, Multiple Sklerose und Krebs

Die Priavoid GmbH aus Jülich in Nordrhein-Westfalen hat es sich zum Ziel gesetzt, Alzheimer durch eine neue Behandlungsstrategie mit ihrem Wirkstoffkandidaten zu bekämpfen. Breeze Technolologies aus Hamburg hilft Städten und Unternehmen eine lebenswertere Umwelt zu schaffen, in dem sie aus Umweltdaten, wie der aktuellen Luftqualität, Handlungsempfehlungen generieren. Damit beispielsweise bei Erkrankungen des Zentralnervensystems, wie kindliche Hirntumore, Medikamente in bestimmten Regionen des Gehirns wirken können, müssen sie die sogenannte Blut-Hirn-Schranke, überwinden. Mithilfe des Modells von DYNELAB aus München soll schon in einem frühen Stadium erkannt werden, ob dies der zu entwickelnde Wirkstoff schafft. PhantomX aus Berlin haben dem Krebs den Kampf angesagt: Ziel ist, den Tumor durch patentindividuelle Prüfkörper besser kontrollieren zu können sowie die Überlebenschancen zu erhöhen und Nebenwirkungen zu verringern. AeroFib aus Aachen stellen ultraleichte Fasern für die Wärmeisolation in der Mobilitätsbranche her, wodurch in Zukunft massiv an Gewicht bei Autos, Raketen und Flugzeugen eingespart werden kann. Mit dieser Idee gewann das Team gleich doppelt, denn Start-ups auf dem Energie-Bereich können beim Science4Life Venture Cup zusätzliche Spezialpreise gewinnen, die vom Land Hessen und der Viessmann Group gefördert werden. Flex4Energy aus Darmstadt haben einen skalierbaren, offenen Marktplatz mit regionalen Energieprodukten von Versorgung bis Netzdienstleistung entwickelt. Eine Fischwanderhilfe, welche die Gewässerdurchgängigkeit einfach, schonend und kostengünstig wiederherstellt, sowie den Leitstrom energetisch nutzen kann, stammt von Fishcon aus Wien, dem dritten Gewinnerteam im Bereich Energie. „Die vielen Ideen aus dem Energiebereich machen deutlich, wie wichtig die Gründungsförderung in der Energiebranche ist und welch große Rolle Science4Life dabei spielt“, sagt Fabian Stern, Head of Innovation Management bei Viessmann.

Start frei für die Konzeptphase: Aus Ideen werden Geschäftsmodelle

Der Science4Life Venture Cup besteht aus drei Phasen: Ideenphase, Konzeptphase und Businessplanphase. Teams können entweder alle Phasen durchlaufen oder sich nur für einzelne Phasen bewerben. In der nun folgenden Konzeptphase wird die Idee zu einem Geschäftskonzept weiterentwickelt. Dafür wird bis zum 12. Januar 2018 eine Darstellung des Geschäftsmodells, des Unternehmerteams und eine erste Markteinschätzung eingereicht. Die Teams der 20 besten Konzepte werden zu einem zweitägigen Intensiv-Workshop nach Berlin eingeladen. Hier steht jedem Gründerteam ein persönlicher Coach zur Verfügung, um das Konzept weiter zu verfeinern. Die besten zehn Teams werden bei der Konzeptprämierung am 13. März 2018 mit jeweils 1.000 Euro prämiert. Zusätzlich erhalten die zwei besten Geschäftskonzepte aus dem Bereich Energie einen Spezialpreis mit je 1.000 Euro Preisgeld. In der dritten Phase geht es dann richtig zur Sache, denn mit dem Ausformulieren des konkreten Businessplans legen die Start-ups den Grundstein für ihr Unternehmen. Während des gesamten Businessplan-Wettbewerbs können Gründerteams Preisgelder in Höhe von 82.000 Euro gewinnen.

Copyright: Science4Life e.V.

Der BDI warnt: Deutschlands Wirtschaft bedroht von Rohstoffengpässen

Der wirtschaftliche Boom und die zunehmende Technologisierung könnten zu besorgniserregenden Rohstoffengpässen führen. Schon jetzt warnt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mit Blick auf die Technologien der Zukunft vor einer „Beschaffungskrise“.

Bei Kobalt und Graphit herrschen schon Rohstoffengpässe

Betroffen ist die ausreichende Versorgung mit Kobalt, Graphit, Lithium und Mangan. Der Bedarf der Rohstoffe für Batterien  steigt kontinuierlich. Und das schneller als die Kapazitäten bei der Förderung. Gerade die Batterien für Elektroautos benötigen Graphit und Kobalt. Zurzeit kommen 60 Prozent des global benötigten Kobalts aus dem Kongo und rund 70 Prozent des Graphits aus China. Die deutsche Industrie ist völlig auf Importe angewiesen.

Der Rohstoffbedarf wächst

Ein reiches Vorkommen der Rohstoffe ist vorhanden. Erschwert wird der Abbau durch politische Risiken sowie durch Umweltbelastungen, die bei der Rohstoffgewinnung auftreten können. Anbieter gibt es wenige und so ist die ausreichende Versorgung keinesfalls gesichert. Nur 12 von 53 benötigten Rohstoffen fallen in die Kategorie „geringe Beschaffungsrisiken“. Besonders kritisch ist die Lage derzeit bei Kobalt und Graphit. Das zeigt sich vor allem an der Börse, wo der Kobaltpreis gerade explodiert. (red)

„Netz Elbe-Spree“: Neuvergabe im Eisenbahn-Regionalverkehr startet

Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) das Vergabeverfahren des „Netz Elbe-Spree“ in die Wege geleitet. Das jetzige „Netz Stadtbahn“ wird modifiziert und erneut im Wettbewerb vergeben. Mit jährlich rund 28 Millionen Zugkilometern ist das Netz Elbe-Spree (NES) bundesweit das größte Eisenbahnnetz, das bislang im Schienenpersonennahver-kehr (SPNV) ausgeschrieben wurde. Neben den Ländern Brandenburg und Berlin beteiligen sich auch Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt an der europaweiten Ausschreibung. Der VBB führt das Vergabeverfahren im Auftrag der Länder durch.

Das Vergabenetz Elbe-Spree umfasst 17 Regional-Express- und Regionalbahnlinien sowie den Flughafenexpress (FEX) mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund 28 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Der größte Anteil der Verkehrsleistung liegt mit rund 67 Prozent im Land Brandenburg, etwa 24 Prozent befinden sich in Berlin, je 4,3 Prozent liegen in Mecklenburg- Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Um zu gewährleisten, dass wirtschaftliche und technische Risiken verteilt und ein Wettbewerb der Unternehmen im Eisenbahn-Regionalverkehr erzielt wird, ist das Vergabenetz in vier Einzellose aufgeteilt. Die Vertragslaufzeit für die Verkehrsverträge Netz Elbe- Spree beträgt zwölf Jahre, der Betrieb beginnt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022.

Berlins Senatorin Regine Günther für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: „Die Stadt wächst und die Pendlerzahlen steigen. Die Ausschreibung des Netzes Elbe-Spree reagiert darauf und wird die Verbindungen auf der Schiene deutlich verbessern. Eine gute Schieneninfrastruktur nutzt den Pendlerinnen und Pendlern und trägt maßgeblich zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Der Regionalverkehr wird mit vielen Bahnhöfen im gesamten Stadtgebiet attraktiver, der BER wird vom Hauptbahnhof alle 15 Minuten erreichbar sein. Kapazitäten, Komfort sowie die Barrierefreiheit werden ausgebaut.“

Mehr Angebote – mehr Züge – dichtere Takte

Dem Verfahren sind umfangreiche Gutachten zur Prognose der Fahrgastnachfrage vorangegangen. Danach ist bis 2030 mit erheblichen Nachfragesteigerungen von abschnittsweise bis zu 100 Prozent zu rechnen. Entsprechend werden die Kapazitäten durch eine dichtere Taktung und längere Züge erheblich erhöht, zum Beispiel:

  • RE1: drei statt zwei Fahrten pro Stunde in der Hauptverkehrszeit (HVZ) mit einer durchgehenden Zugkapazität von 600 Sitzplätzen
  • RE2: zwei statt einer Fahrt pro Stunde in der HVZ Berlin – Lübbenau (nach Infrastrukturausbau Verlängerung auf dem Abschnitt Berlin – Cottbus) und Erhöhung der Zugkapazität von 420 auf 550 Sitzplätze
  • RE7: zwei statt einer Fahrt pro Stunde Bad Belzig – Berlin Wannsee und zukünftig durchgehend mindestens 420 Sitzplätze pro Zug
    Berlin – Nauen: vier statt drei Fahrten pro Stunde
  • FEX: Erhöhung der Kapazität von 300 auf 550 Sitzplätze
  • RB24: Erhöhung der Kapazität von 300 auf 550 Sitzplätze

Mit Auslaufen der heutigen Verträge im Netz Stadtbahn im Dezember 2022 erfolgt gleichzeitig eine Neusortierung des Liniennetzes. Neue Verbindungen entstehen, wie zum Beispiel Potsdam <-> Berlin-Spandau oder Oranienburg (via Berlin Ostkreuz) <–> Ludwigsfelde.

VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel: „Der VBB hat aus den vergangenen Vergaben umfangreiche Erkenntnisse gewonnen, die jetzt in das Verfahren fließen. Nicht nur der Preis wird über die Vergabe entscheiden, sondern auch angebotene Mehrqualitäten und innovative Ideen wie zum Beispiel bezüglich alternativer Antriebe der Fahrzeuge sollen positiv bewertet werden. Wir bereiten uns auf einen spannenden Wettbewerb vor und freuen uns auf viele interessierte Bieter, die den Eisenbahnverkehr in unserer Region leistungsfähiger und moderner machen.“

Moderne Fahrzeuge – WLAN – digitale Fahrgastinformation

Den Fahrgästen sollen zeitgemäße Ausstattungsqualitäten angeboten werden. Gebrauchtfahrzeuge sind zugelassen, jedoch sind Umbaumaßnahmen und eine Runderneuerung („Re-Design“) erforderlich. Wie bisher üblich, soll auch zukünftig jeder Zug mit Personal begleitet werden. Alle Züge sollen über einen für den Fahrgast kostenlosen Internetzugang per WLAN verfügen. Für die Fahrradmitnahme wird es prioritäre Stellplätze – ohne Klappsitz dahinter – geben, die mit auffälligen Piktogrammen im und am Fahrzeug angezeigt werden. Die Erkenntnisse hierzu stammen aus dem VBB-Pilotprojekt „Rad im Regio“. Ausgehend vom Pilotprojekt „Digital im Regio“ soll künftig auch flächendeckend der Umfang der Fahrradmitnahme erfasst und beispielsweise in den Onlinemedien als Auslastung je Fahrzeug dargestellt werden. So können Fahrgäste bereits vor der Fahrt und spätestens vor Einfahrt des Zuges am Bahnsteig einschätzen, ob und wo im Zug noch genügend Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen.

Die Barrierefreiheit wird weiterentwickelt. Die sogenannten Servicemittelwagen werden zukünftig, sofern es sich um Neufahrzeuge handelt, über zwei unterschiedlich hohe Einstiege verfügen, so dass von den üblichen Bahnsteighöhen 550 mm und 760 mm stufenfrei eingestiegen werden kann.

„Netz Elbe-Spree“ setzt CO2-Minderung als Ziel

In die Vergabe kommen die Linien RB33, RB37 und RB51 auf teilweise nicht elektrifizierten Strecken. Die hier bisher fahrenden Dieselzüge sollen durch sogenannte bimodale Fahrzeuge ersetzt werden, die nicht elektrifizierte Streckenanteile mit eingebauten Batterien überbrücken können. Die Entscheidung über die Ausgestaltung liegt bei den Bietern und wird bei der Wertung honoriert.

Betriebsübergang – Arbeitsplätze werden erhalten

Wie in den bisherigen Verkehrsverträgen wird es auch im Verfahren Netz Elbe-Spree, basierend auf dem neuen Vergaberecht, die Übernahmeverpflichtung für das Betriebspersonal geben. Im Falle eines Betreiberwechsels kann jede/r Triebfahrzeugführer/in, Zugbereitsteller/in oder Kundenbetreu-er/in davon ausgehen, den Arbeitsplatz beim neuen Betreiber zu denselben Rahmenbedingungen fortzuführen.

Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider: „Mehr Angebote, mehr Leistungen im größten Vergabenetz Deutschlands. Durch rechtzeitige Vergabe erreichen wir mehr Flexibilität in den Verkehrsverträgen und können besser auf die Entwicklung der Nachfrage und nicht zuletzt auf den notwendigen Ausbau der Infrastruktur reagieren.“

Zeitplan

Nach dem jetzigen Start des Vergabeverfahrens Netz Elbe-Spree haben interessierte Bieter rund ein halbes Jahr Zeit, sich zu bewerben. Geplant ist, im Herbst 2018 den Zuschlag zu erteilen. Dadurch ergibt sich für die Verkehrsunternehmen ein notwendiger Zeitrahmen, um bis zur Betriebsaufnahme in vier Jahren die Fahrzeuge zu beschaffen bzw. zu modernisieren, eventuelle Werkstattkapazitäten aufzubauen und die Übernahme des Personals vom bisherigen Betreiber reibungslos regeln zu können. Die Betriebsaufnahme ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 vorgesehen. (red)

Berlins beste Ausbildungsbetriebe 2017 ausgezeichnet

Für ihre besonders engagierte Nachwuchsförderung haben die Handwerkskammer Berlin und die IHK Berlin am Montagabend insgesamt 13 Berliner Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet. Den Wettbewerb „Berlins beste Ausbildungsbetriebe 2017“ in der Kategorie Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern gewann die B.I.N.S.S. GmbH. Bei den Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern siegte die Viellechner Dachdeckermeister GmbH, in der Kategorie „Junge Unternehmen/Start Ups“ die Firma f3 Event. Der Sonderpreis für innovatives Azubimarketing ging an die BVG. Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, eröffnete die Preisverleihung.

Mehr als 70 Ausbildungsbetriebe haben sich beworben

Die Gewinner-Betriebe hatte die Jury aus mehr als 70 Bewerbungen und Vorschlägen ausgewählt. Die Unternehmen hatten dazu im Vorfeld einen Fragebogen mit insgesamt 30 Kriterien rund um die betriebseigenen Maßnahmen zur Ausbildung ausgefüllt. Abgefragt wurde zum Beispiel, ob das Unternehmen Teilzeitmodelle auch für Azubis ermöglicht, Geflüchtete einstellt oder Nachhilfe für leistungsschwache Jugendliche anbietet.

Gewinner bieten innovative Lernangebote und Zusammenarbeit mit Schulen

Die B.I.N.S.S. GmbH, der Siegerbetrieb in der Kategorie mehr als 50 Mitarbeitern, punktete bei der Jury u.a. mit seinen innovativen Lernangeboten. So hat das Unternehmen für Sicherheitstechnik eine eigene Lehrwerkstatt. Vor allem jedoch lobte die Jury den Einsatz bei der Nachwuchsgewinnung etwa mit Schulpartnerschaften, Azubi-Casting, Ausbildungsmessen und gezieltem Anwerben von Studienabbrechern.

Auch der Sieger bei den Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern geht neue Wege, um motivierten Nachwuchs zu finden und zu halten. Die Viellechner Dachdeckermeister GmbH setzt z.B. auf die Zusammenarbeit mit Schulen und schickt seine Azubis als Ausbildungsbotschafter in die Klassen. Mit Leistungsprämien, Zuschüssen für den Führerschein und Sponsoring von Kletterwochen wird der Nachwuchs für gute Mitarbeit belohnt und motiviert.

Die f3 Event GmbH als Sieger bei den Jungen Unternehmen und Start Ups überzeugte die Jury u.a. durch das umfangreiche Angebot an kostenfreien Schulungen und Fortbildungen für Auszubildende sowie die speziellen Azubi-Projekte.

BVG setzt auf Azubimarketing

Die Jury hat auch in diesem Jahr einen Sonderpreis verliehen. In diesem Jahr wurden die Berliner Verkehrsbetriebe für besonders innovatives Azubimarketing vor allem in den sozialen Medien und auf Youtube ausgezeichnet.

Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales: “Es ist inzwischen eine gute Tradition, Unternehmen in Berlin für ihre Ausbildungsleistungen zu ehren. Sehr gern habe ich als Jurymitglied bei der schwierigen Entscheidung um die besten Ausbildungsbetriebe mitgewirkt. Zweifellos ist die Berufsausbildung in den vergangenen Jahren noch anspruchsvoller geworden, beispielsweise durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt. Für die Auszubildenden, aber auch für die Unternehmen und die Ausbilder in Betrieb und Berufsschule ist das eine große Herausforderung. Dass sie hervorragend gemeistert werden kann, haben die heute Auszuzeichnenden bewiesen. Ich möchte daher alle Berliner Unternehmen ermutigen: Bilden Sie aus! Es lohnt sich, den Fachkräftenachwuchs im eigenen Betrieb zu qualifizieren. Das Land Berlin unterstützt die betriebliche Ausbildung insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen. Dazu haben wir mit einer neu gefassten Richtlinienförderung den Zugang zur Verbundausbildung erleichtert und die Förderung von Geflüchteten verstärkt.“

Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin: „Die Unternehmen in so ziemlich allen Branchen suchen guten betrieblichen Nachwuchs. Es wird aber immer schwieriger, passende Azubis zu finden. Zum Glück haben wir in Berlin Tausende Unternehmen, die gut und erfolgreich ausbilden. Viele Betriebe bieten ihren Azubis weit mehr als die vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte an. Sie sind ein Vorbild an Engagement und Kreativität – und das wollen wir mit der Auszeichnung öffentlich machen und zur Nachahmung anregen

Tobias Weber, Vizepräsident der IHK Berlin: „Unsere Gewinner zeigen exemplarisch, wie kreativ und vorausschauend Berliner Firmen um Fachkräftenachwuchs werben. Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Jugendliche in der Orientierungsphase gar nicht wissen, wie viele Vorteile eine duale Ausbildung für den weiteren Lebensweg mit sich bringt. Je früher und direkter Jugendliche mit den Betrieben in Kontakt kommen und ganz praktisch sehen, wie lohnend eine duale Ausbildung ist, umso besser.“

Insgesamt können sich ab sofort 13 Betriebe zu „Berlins besten Ausbildungsbetrieben 2017“ zählen. Alle ausgezeichneten Unternehmen haben durch ihr vielfältiges Engagement in der Berufsausbildung überzeugt. (red)

 

Veranstaltungen

TDI’18 – Tag der Deutschen Industrie

Der TDI / Tag der Deutschen Industrie vereint aktuelle Innenpolitik und internationale Perspektiven, unternehmerische Praxis und ökonomische Analysen, inspirierende Impulse und anregendes Netzwerken. Er ist die wichtigste Industriekonferenz des BDI.

Neben den Reden politischer Entscheidungsträger erwartet die Gäste außerdem ein vielfältiges Programm, dass die wichtigsten wirtschaftspolitischen Fragen in den Vordergrund stellt. Welche Trends beschäftigen Unternehmen? Welche Innovationen beeinflussen den globalen Wettbewerb? Mehrere Bühnen bieten Antworten, Meinungen und Analysen.

(nur auf Einladung)