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Konjunkturbericht 2017: Bleibt die Berliner Wirtschaft auf Wachstumskurs?

Laut des neuen Konjunkturberichts der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hat sich der Aufschwung der Berliner Wirtschaft in diesem Jahr gefestigt. Auch die Prognose für das nächste Jahr ist erfreulich – erwartet werden 2,5 Prozent Wachstum. Die Berliner Wirtschaft liegt somit erneut über dem Bundesdurchschnitt.

Der Konjunkturbericht verspricht Wachstum

Spürbar ist die Prosperität an den Beschäftigungszahlen in den unternehmensnahen Dienstleistungen sowie Information und Kommunikation. Auch der Einzelhandel konnte angesichts starker Konsumkräfte und des boomenden Onlinehandels den Umsatz von Januar bis September 2017 gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent steigern. Stabil bleibt allerdings der Industrieumsatz, wohingegen das Bauhauptgewerbe nochmals zugelegt. Hier gab es, u.a. aufgrund der steigenden Nachfrage nach Wohnraum, ein Umsatzplus von 4,7 Prozent. Der Berlin-Tourismus hat ebenfalls einen Anstieg der Übernachtungszahlen von 1,4 Prozent zu verzeichnen.

Zahl der Arbeitslosen sinkt trotz Stellenabbau

Bei aller Freude über die erfreulichen Wachstumszahlen trüben Pleiten sowie drohender Stellenabbau die Hochstimmung. Erst die Bekanntgabe der Air Berlin Pleite, dann ein drohender Verlust von 200 Jobs in den Osram-Werken und zuletzt 870 Stellen bei Siemens, die in der Hauptstadt gestrichen werden sollen. Für einen Ausgleich könnte das wirtschaftliche Wachstum nur bedingt sorgen, denn der Jobzuwachs wird nicht in allen Berufsgruppen stattfinden. Dennoch sprechen die Zahlen für sich: Zwischen September 2016 und September 2017 ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin um rund 55.000 gestiegen. Damit verbunden sinkt die Zahl der Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote unterschreitet in Berlin seit Mai letzten Jahres die 10-Prozent-Marke. Aktuell liegt sie bei 8,5 Prozent.

„Die Berliner Wirtschaft boomt und ist weiter auf Expansionskurs. Das hohe Dienstleistungstempo und die robusten produzierenden Branchen stimmen positiv und zeigen: Der Aufschwung in der Hauptstadt setzt sich fort! Jetzt kommt es darauf an, die hohe Dynamik Berlins zu verstetigen und nachhaltig auszurichten. Dies muss mit den Anforderungen der wachsenden Stadt einhergehen, womit gerade auch den Investitionen eine zentrale Rolle zukommt. Mit dem Sondervermögen Infrastruktur investieren wir daher in Berlin verstärkt in Wohnungen, Schulen und Verkehrswege“, so Wirtschaftssenatorin Ramona Pop.

Die Berliner Wirtschaft muss noch mehr gefestigt werden

Bislang scheint die Dynamik der Hauptstadt wirtschaftlich noch nicht ganz gefestigt zu sein. Aktuell greift wieder die Job-Angst um sich, da auch der US-Konzern General Electrics (GE) plant, Stellen zu streichen. Für Berlin stehen derzeit 500 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Mit der Energiewende scheint die Industrie kaum eine andere Wahl zu haben, als sich umzustrukturieren wie es zurzeit der Großkonzern Siemens vorhat. Noch scheint der Konjunkturbericht der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe davon auszugehen, dass der Industrieumsatz auch 2018 stabil bleibt. (lj)

GE Stellenabbau: Berlin Marienfelde möchte kämpfen

Der US-amerikanische Industriekonzern General Electric (GE) plant in Berlin Stellenstreichungen. In der Hauptstadt stehen, seit der gestrigen Bekanntgabe, hunderte Arbeitsplätze auf dem Spiel. Heute präsentierte die Geschäftsführung von GE den Beschäftigten ihre Pläne zum Stellenabbau in Europa. Allein in Berlin soll die komplette Fertigung bei GE Power Conversion in Marienfelde entfallen. 500 der 650 GE Beschäftigten könnten ihren Arbeitsplatz im Bezirk Tempelhof-Schöneberg verlieren.

„Kurz vor Weihnachten ereilt uns die Nachricht vom geplanten massiven Stellenabbau GE’s in Berlin und hier vor allem an unserem Standort Marienfelde. Gar nicht so lange her, haben wir hier noch die Millioneninvestition für das neue Schulungszentrum gefeiert und nun erfolgt dieser massive Einschnitt in den Standort. Das passt nicht zusammen und vor allem hat uns diese Nachricht so unvorbereitet ereilt“, so Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler.

Marienfelde wird um die Arbeitsplätze kämpfen

Zusammen mit der IG Metall wird sich die Bezirksbürgermeisterin mit dem Betriebsrat von GE auseinandersetzen, um sich einen Überblick verschaffen. „Für die betroffene Belegschaft ist das eine sehr beunruhigende Entwicklung“, sagt Schöttler weiter. Sie ist bereit für die GE Arbeitsplätze in ihrem Bezirk zu kämpfen.

Marienfelde im Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist einer der wenigen noch vorhandenen Industriestandorte in Berlin. Mit dem Wegfall so vieler Arbeitsplätze in der industriellen Produktion wird dieser wichtige Arbeitsmarkt deutlich geschwächt. Wie bereits bei Siemens ist es das Ziel, die industriellen Arbeitsplätze in der Hauptstadt zu erhalten und zurückzuholen. (red)

Teilnahmerekord beim Science4Life Businessplan-Wettbewerb

40 Prozent mehr Einreichungen: Der Science4Life Venture Cup startet mit 114 Geschäftsideen aus den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie ins 20. Jubiläumsjahr. Die Gewinnerteams überzeugten mit innovativen Ideen gegen Krebs, Nervenkrankheiten sowie neuen Denkweisen im Energie-Bereich und erhielten ein Preisgeld von acht Mal 500 Euro.

So viele Einreichungen gab es noch nie beim Science4Life Venture Cup: Die Experten überprüften das Marktpotenzial von insgesamt 114 Ideen – eine Steigerung von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Bereiche Medizintechnik und Pharma waren dieses Jahr besonders stark vertreten. Dicht gefolgt von Energienutzung und Umwelttechnologie. Sponsoren des Businessplan-Wettbewerbs sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. „Bekämpfung von Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs, Möglichkeiten im Bereich der alternativen Energien oder umweltpolitische Ideen wie die Fischwanderhilfe – wir freuen uns über die erstaunliche Themenvielfalt der Einreichungen“, erklärt Dr. Karl-Heinz Baringhaus, der administrative Leiter für Forschung und Entwicklung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und Geschäftsführender Vorstand von Science4Life. Auch Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der hessischen Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest und Geschäftsführender Vorstand von Science4Life, zeigte sich beeindruckt von den vielen Einreichungen in diesem Jahr: „Der Teilnahmerekord zeigt deutlich, wie wichtig der Science4Life Venture Cup für Gründer in Deutschland ist und dass neben Life Sciences und Chemie auch die Gründerszene im Bereich Energie immer stärker wird.“ Die besten fünf Teams erhielten jeweils 500 Euro Preisgeld. Die drei Gewinner im Bereich Energie wurden zusätzlich mit einem Spezialpreis von je 500 Euro ausgezeichnet. Mit der Prämierung der Ideenphase startete auch die Bewerbungsfrist für die Konzeptphase am 12. Januar 2018.

Innovationen gegen Alzheimer, Multiple Sklerose und Krebs

Die Priavoid GmbH aus Jülich in Nordrhein-Westfalen hat es sich zum Ziel gesetzt, Alzheimer durch eine neue Behandlungsstrategie mit ihrem Wirkstoffkandidaten zu bekämpfen. Breeze Technolologies aus Hamburg hilft Städten und Unternehmen eine lebenswertere Umwelt zu schaffen, in dem sie aus Umweltdaten, wie der aktuellen Luftqualität, Handlungsempfehlungen generieren. Damit beispielsweise bei Erkrankungen des Zentralnervensystems, wie kindliche Hirntumore, Medikamente in bestimmten Regionen des Gehirns wirken können, müssen sie die sogenannte Blut-Hirn-Schranke, überwinden. Mithilfe des Modells von DYNELAB aus München soll schon in einem frühen Stadium erkannt werden, ob dies der zu entwickelnde Wirkstoff schafft. PhantomX aus Berlin haben dem Krebs den Kampf angesagt: Ziel ist, den Tumor durch patentindividuelle Prüfkörper besser kontrollieren zu können sowie die Überlebenschancen zu erhöhen und Nebenwirkungen zu verringern. AeroFib aus Aachen stellen ultraleichte Fasern für die Wärmeisolation in der Mobilitätsbranche her, wodurch in Zukunft massiv an Gewicht bei Autos, Raketen und Flugzeugen eingespart werden kann. Mit dieser Idee gewann das Team gleich doppelt, denn Start-ups auf dem Energie-Bereich können beim Science4Life Venture Cup zusätzliche Spezialpreise gewinnen, die vom Land Hessen und der Viessmann Group gefördert werden. Flex4Energy aus Darmstadt haben einen skalierbaren, offenen Marktplatz mit regionalen Energieprodukten von Versorgung bis Netzdienstleistung entwickelt. Eine Fischwanderhilfe, welche die Gewässerdurchgängigkeit einfach, schonend und kostengünstig wiederherstellt, sowie den Leitstrom energetisch nutzen kann, stammt von Fishcon aus Wien, dem dritten Gewinnerteam im Bereich Energie. „Die vielen Ideen aus dem Energiebereich machen deutlich, wie wichtig die Gründungsförderung in der Energiebranche ist und welch große Rolle Science4Life dabei spielt“, sagt Fabian Stern, Head of Innovation Management bei Viessmann.

Start frei für die Konzeptphase: Aus Ideen werden Geschäftsmodelle

Der Science4Life Venture Cup besteht aus drei Phasen: Ideenphase, Konzeptphase und Businessplanphase. Teams können entweder alle Phasen durchlaufen oder sich nur für einzelne Phasen bewerben. In der nun folgenden Konzeptphase wird die Idee zu einem Geschäftskonzept weiterentwickelt. Dafür wird bis zum 12. Januar 2018 eine Darstellung des Geschäftsmodells, des Unternehmerteams und eine erste Markteinschätzung eingereicht. Die Teams der 20 besten Konzepte werden zu einem zweitägigen Intensiv-Workshop nach Berlin eingeladen. Hier steht jedem Gründerteam ein persönlicher Coach zur Verfügung, um das Konzept weiter zu verfeinern. Die besten zehn Teams werden bei der Konzeptprämierung am 13. März 2018 mit jeweils 1.000 Euro prämiert. Zusätzlich erhalten die zwei besten Geschäftskonzepte aus dem Bereich Energie einen Spezialpreis mit je 1.000 Euro Preisgeld. In der dritten Phase geht es dann richtig zur Sache, denn mit dem Ausformulieren des konkreten Businessplans legen die Start-ups den Grundstein für ihr Unternehmen. Während des gesamten Businessplan-Wettbewerbs können Gründerteams Preisgelder in Höhe von 82.000 Euro gewinnen.

Copyright: Science4Life e.V.

Der BDI warnt: Deutschlands Wirtschaft bedroht von Rohstoffengpässen

Der wirtschaftliche Boom und die zunehmende Technologisierung könnten zu besorgniserregenden Rohstoffengpässen führen. Schon jetzt warnt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mit Blick auf die Technologien der Zukunft vor einer „Beschaffungskrise“.

Bei Kobalt und Graphit herrschen schon Rohstoffengpässe

Betroffen ist die ausreichende Versorgung mit Kobalt, Graphit, Lithium und Mangan. Der Bedarf der Rohstoffe für Batterien  steigt kontinuierlich. Und das schneller als die Kapazitäten bei der Förderung. Gerade die Batterien für Elektroautos benötigen Graphit und Kobalt. Zurzeit kommen 60 Prozent des global benötigten Kobalts aus dem Kongo und rund 70 Prozent des Graphits aus China. Die deutsche Industrie ist völlig auf Importe angewiesen.

Der Rohstoffbedarf wächst

Ein reiches Vorkommen der Rohstoffe ist vorhanden. Erschwert wird der Abbau durch politische Risiken sowie durch Umweltbelastungen, die bei der Rohstoffgewinnung auftreten können. Anbieter gibt es wenige und so ist die ausreichende Versorgung keinesfalls gesichert. Nur 12 von 53 benötigten Rohstoffen fallen in die Kategorie „geringe Beschaffungsrisiken“. Besonders kritisch ist die Lage derzeit bei Kobalt und Graphit. Das zeigt sich vor allem an der Börse, wo der Kobaltpreis gerade explodiert. (red)

„Netz Elbe-Spree“: Neuvergabe im Eisenbahn-Regionalverkehr startet

Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) das Vergabeverfahren des „Netz Elbe-Spree“ in die Wege geleitet. Das jetzige „Netz Stadtbahn“ wird modifiziert und erneut im Wettbewerb vergeben. Mit jährlich rund 28 Millionen Zugkilometern ist das Netz Elbe-Spree (NES) bundesweit das größte Eisenbahnnetz, das bislang im Schienenpersonennahver-kehr (SPNV) ausgeschrieben wurde. Neben den Ländern Brandenburg und Berlin beteiligen sich auch Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt an der europaweiten Ausschreibung. Der VBB führt das Vergabeverfahren im Auftrag der Länder durch.

Das Vergabenetz Elbe-Spree umfasst 17 Regional-Express- und Regionalbahnlinien sowie den Flughafenexpress (FEX) mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund 28 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Der größte Anteil der Verkehrsleistung liegt mit rund 67 Prozent im Land Brandenburg, etwa 24 Prozent befinden sich in Berlin, je 4,3 Prozent liegen in Mecklenburg- Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Um zu gewährleisten, dass wirtschaftliche und technische Risiken verteilt und ein Wettbewerb der Unternehmen im Eisenbahn-Regionalverkehr erzielt wird, ist das Vergabenetz in vier Einzellose aufgeteilt. Die Vertragslaufzeit für die Verkehrsverträge Netz Elbe- Spree beträgt zwölf Jahre, der Betrieb beginnt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022.

Berlins Senatorin Regine Günther für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: „Die Stadt wächst und die Pendlerzahlen steigen. Die Ausschreibung des Netzes Elbe-Spree reagiert darauf und wird die Verbindungen auf der Schiene deutlich verbessern. Eine gute Schieneninfrastruktur nutzt den Pendlerinnen und Pendlern und trägt maßgeblich zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Der Regionalverkehr wird mit vielen Bahnhöfen im gesamten Stadtgebiet attraktiver, der BER wird vom Hauptbahnhof alle 15 Minuten erreichbar sein. Kapazitäten, Komfort sowie die Barrierefreiheit werden ausgebaut.“

Mehr Angebote – mehr Züge – dichtere Takte

Dem Verfahren sind umfangreiche Gutachten zur Prognose der Fahrgastnachfrage vorangegangen. Danach ist bis 2030 mit erheblichen Nachfragesteigerungen von abschnittsweise bis zu 100 Prozent zu rechnen. Entsprechend werden die Kapazitäten durch eine dichtere Taktung und längere Züge erheblich erhöht, zum Beispiel:

  • RE1: drei statt zwei Fahrten pro Stunde in der Hauptverkehrszeit (HVZ) mit einer durchgehenden Zugkapazität von 600 Sitzplätzen
  • RE2: zwei statt einer Fahrt pro Stunde in der HVZ Berlin – Lübbenau (nach Infrastrukturausbau Verlängerung auf dem Abschnitt Berlin – Cottbus) und Erhöhung der Zugkapazität von 420 auf 550 Sitzplätze
  • RE7: zwei statt einer Fahrt pro Stunde Bad Belzig – Berlin Wannsee und zukünftig durchgehend mindestens 420 Sitzplätze pro Zug
    Berlin – Nauen: vier statt drei Fahrten pro Stunde
  • FEX: Erhöhung der Kapazität von 300 auf 550 Sitzplätze
  • RB24: Erhöhung der Kapazität von 300 auf 550 Sitzplätze

Mit Auslaufen der heutigen Verträge im Netz Stadtbahn im Dezember 2022 erfolgt gleichzeitig eine Neusortierung des Liniennetzes. Neue Verbindungen entstehen, wie zum Beispiel Potsdam <-> Berlin-Spandau oder Oranienburg (via Berlin Ostkreuz) <–> Ludwigsfelde.

VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel: „Der VBB hat aus den vergangenen Vergaben umfangreiche Erkenntnisse gewonnen, die jetzt in das Verfahren fließen. Nicht nur der Preis wird über die Vergabe entscheiden, sondern auch angebotene Mehrqualitäten und innovative Ideen wie zum Beispiel bezüglich alternativer Antriebe der Fahrzeuge sollen positiv bewertet werden. Wir bereiten uns auf einen spannenden Wettbewerb vor und freuen uns auf viele interessierte Bieter, die den Eisenbahnverkehr in unserer Region leistungsfähiger und moderner machen.“

Moderne Fahrzeuge – WLAN – digitale Fahrgastinformation

Den Fahrgästen sollen zeitgemäße Ausstattungsqualitäten angeboten werden. Gebrauchtfahrzeuge sind zugelassen, jedoch sind Umbaumaßnahmen und eine Runderneuerung („Re-Design“) erforderlich. Wie bisher üblich, soll auch zukünftig jeder Zug mit Personal begleitet werden. Alle Züge sollen über einen für den Fahrgast kostenlosen Internetzugang per WLAN verfügen. Für die Fahrradmitnahme wird es prioritäre Stellplätze – ohne Klappsitz dahinter – geben, die mit auffälligen Piktogrammen im und am Fahrzeug angezeigt werden. Die Erkenntnisse hierzu stammen aus dem VBB-Pilotprojekt „Rad im Regio“. Ausgehend vom Pilotprojekt „Digital im Regio“ soll künftig auch flächendeckend der Umfang der Fahrradmitnahme erfasst und beispielsweise in den Onlinemedien als Auslastung je Fahrzeug dargestellt werden. So können Fahrgäste bereits vor der Fahrt und spätestens vor Einfahrt des Zuges am Bahnsteig einschätzen, ob und wo im Zug noch genügend Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen.

Die Barrierefreiheit wird weiterentwickelt. Die sogenannten Servicemittelwagen werden zukünftig, sofern es sich um Neufahrzeuge handelt, über zwei unterschiedlich hohe Einstiege verfügen, so dass von den üblichen Bahnsteighöhen 550 mm und 760 mm stufenfrei eingestiegen werden kann.

„Netz Elbe-Spree“ setzt CO2-Minderung als Ziel

In die Vergabe kommen die Linien RB33, RB37 und RB51 auf teilweise nicht elektrifizierten Strecken. Die hier bisher fahrenden Dieselzüge sollen durch sogenannte bimodale Fahrzeuge ersetzt werden, die nicht elektrifizierte Streckenanteile mit eingebauten Batterien überbrücken können. Die Entscheidung über die Ausgestaltung liegt bei den Bietern und wird bei der Wertung honoriert.

Betriebsübergang – Arbeitsplätze werden erhalten

Wie in den bisherigen Verkehrsverträgen wird es auch im Verfahren Netz Elbe-Spree, basierend auf dem neuen Vergaberecht, die Übernahmeverpflichtung für das Betriebspersonal geben. Im Falle eines Betreiberwechsels kann jede/r Triebfahrzeugführer/in, Zugbereitsteller/in oder Kundenbetreu-er/in davon ausgehen, den Arbeitsplatz beim neuen Betreiber zu denselben Rahmenbedingungen fortzuführen.

Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider: „Mehr Angebote, mehr Leistungen im größten Vergabenetz Deutschlands. Durch rechtzeitige Vergabe erreichen wir mehr Flexibilität in den Verkehrsverträgen und können besser auf die Entwicklung der Nachfrage und nicht zuletzt auf den notwendigen Ausbau der Infrastruktur reagieren.“

Zeitplan

Nach dem jetzigen Start des Vergabeverfahrens Netz Elbe-Spree haben interessierte Bieter rund ein halbes Jahr Zeit, sich zu bewerben. Geplant ist, im Herbst 2018 den Zuschlag zu erteilen. Dadurch ergibt sich für die Verkehrsunternehmen ein notwendiger Zeitrahmen, um bis zur Betriebsaufnahme in vier Jahren die Fahrzeuge zu beschaffen bzw. zu modernisieren, eventuelle Werkstattkapazitäten aufzubauen und die Übernahme des Personals vom bisherigen Betreiber reibungslos regeln zu können. Die Betriebsaufnahme ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 vorgesehen. (red)

Berlins beste Ausbildungsbetriebe 2017 ausgezeichnet

Für ihre besonders engagierte Nachwuchsförderung haben die Handwerkskammer Berlin und die IHK Berlin am Montagabend insgesamt 13 Berliner Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet. Den Wettbewerb „Berlins beste Ausbildungsbetriebe 2017“ in der Kategorie Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern gewann die B.I.N.S.S. GmbH. Bei den Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern siegte die Viellechner Dachdeckermeister GmbH, in der Kategorie „Junge Unternehmen/Start Ups“ die Firma f3 Event. Der Sonderpreis für innovatives Azubimarketing ging an die BVG. Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, eröffnete die Preisverleihung.

Mehr als 70 Ausbildungsbetriebe haben sich beworben

Die Gewinner-Betriebe hatte die Jury aus mehr als 70 Bewerbungen und Vorschlägen ausgewählt. Die Unternehmen hatten dazu im Vorfeld einen Fragebogen mit insgesamt 30 Kriterien rund um die betriebseigenen Maßnahmen zur Ausbildung ausgefüllt. Abgefragt wurde zum Beispiel, ob das Unternehmen Teilzeitmodelle auch für Azubis ermöglicht, Geflüchtete einstellt oder Nachhilfe für leistungsschwache Jugendliche anbietet.

Gewinner bieten innovative Lernangebote und Zusammenarbeit mit Schulen

Die B.I.N.S.S. GmbH, der Siegerbetrieb in der Kategorie mehr als 50 Mitarbeitern, punktete bei der Jury u.a. mit seinen innovativen Lernangeboten. So hat das Unternehmen für Sicherheitstechnik eine eigene Lehrwerkstatt. Vor allem jedoch lobte die Jury den Einsatz bei der Nachwuchsgewinnung etwa mit Schulpartnerschaften, Azubi-Casting, Ausbildungsmessen und gezieltem Anwerben von Studienabbrechern.

Auch der Sieger bei den Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern geht neue Wege, um motivierten Nachwuchs zu finden und zu halten. Die Viellechner Dachdeckermeister GmbH setzt z.B. auf die Zusammenarbeit mit Schulen und schickt seine Azubis als Ausbildungsbotschafter in die Klassen. Mit Leistungsprämien, Zuschüssen für den Führerschein und Sponsoring von Kletterwochen wird der Nachwuchs für gute Mitarbeit belohnt und motiviert.

Die f3 Event GmbH als Sieger bei den Jungen Unternehmen und Start Ups überzeugte die Jury u.a. durch das umfangreiche Angebot an kostenfreien Schulungen und Fortbildungen für Auszubildende sowie die speziellen Azubi-Projekte.

BVG setzt auf Azubimarketing

Die Jury hat auch in diesem Jahr einen Sonderpreis verliehen. In diesem Jahr wurden die Berliner Verkehrsbetriebe für besonders innovatives Azubimarketing vor allem in den sozialen Medien und auf Youtube ausgezeichnet.

Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales: “Es ist inzwischen eine gute Tradition, Unternehmen in Berlin für ihre Ausbildungsleistungen zu ehren. Sehr gern habe ich als Jurymitglied bei der schwierigen Entscheidung um die besten Ausbildungsbetriebe mitgewirkt. Zweifellos ist die Berufsausbildung in den vergangenen Jahren noch anspruchsvoller geworden, beispielsweise durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt. Für die Auszubildenden, aber auch für die Unternehmen und die Ausbilder in Betrieb und Berufsschule ist das eine große Herausforderung. Dass sie hervorragend gemeistert werden kann, haben die heute Auszuzeichnenden bewiesen. Ich möchte daher alle Berliner Unternehmen ermutigen: Bilden Sie aus! Es lohnt sich, den Fachkräftenachwuchs im eigenen Betrieb zu qualifizieren. Das Land Berlin unterstützt die betriebliche Ausbildung insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen. Dazu haben wir mit einer neu gefassten Richtlinienförderung den Zugang zur Verbundausbildung erleichtert und die Förderung von Geflüchteten verstärkt.“

Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin: „Die Unternehmen in so ziemlich allen Branchen suchen guten betrieblichen Nachwuchs. Es wird aber immer schwieriger, passende Azubis zu finden. Zum Glück haben wir in Berlin Tausende Unternehmen, die gut und erfolgreich ausbilden. Viele Betriebe bieten ihren Azubis weit mehr als die vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte an. Sie sind ein Vorbild an Engagement und Kreativität – und das wollen wir mit der Auszeichnung öffentlich machen und zur Nachahmung anregen

Tobias Weber, Vizepräsident der IHK Berlin: „Unsere Gewinner zeigen exemplarisch, wie kreativ und vorausschauend Berliner Firmen um Fachkräftenachwuchs werben. Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Jugendliche in der Orientierungsphase gar nicht wissen, wie viele Vorteile eine duale Ausbildung für den weiteren Lebensweg mit sich bringt. Je früher und direkter Jugendliche mit den Betrieben in Kontakt kommen und ganz praktisch sehen, wie lohnend eine duale Ausbildung ist, umso besser.“

Insgesamt können sich ab sofort 13 Betriebe zu „Berlins besten Ausbildungsbetrieben 2017“ zählen. Alle ausgezeichneten Unternehmen haben durch ihr vielfältiges Engagement in der Berufsausbildung überzeugt. (red)

 

Wirtschaftsstandort Berlin: Siemens baut 870 Stellen ab

Der Technologiekonzern Siemens wird trotz eines Rekordgewinns von 6,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr weltweit rund 6.900 Stellen abbauen. Davon wird die Hälfte die Niederlassungen in Deutschland treffen, 870 allein in Berlin. Für den Wirtschaftsstandort Berlin ist das nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin und dem Verlust tausender Arbeitsplätze erneut ein herber Schlag.

Laut des Konzerns reagiere man mit dem Stellenabbau auf den rasant zunehmenden Strukturwandel in der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor. „Die Energieerzeugungsbranche befindet sich in einem Umbruch, der in Umfang und Geschwindigkeit so noch nie dagewesen ist. Der Ausbau und die Innovationskraft Erneuerbarer Energien setzen andere Formen der Energieerzeugung zunehmend unter Druck. Die jetzigen Maßnahmen knüpfen an unsere Anstrengungen an, die wir bereits vor drei Jahren gestartet haben, um unser Geschäft an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen“, so Lisa Davis, Mitglied des Vorstands der Siemens AG.

In Moabit und Spandau werden 870 Stellen gestrichen

Insgesamt 870 Arbeitsplätze sollen in Berlin gestrichen werden, davon 300 im Gasturbinenwerk in Moabit und 570 im Spandauer Dynamowerk. Nach der ersten Planung bleiben das Engineering und der Vertrieb bestehen. Die Fertigung soll allerdings entfallen. „Eine Schließung des Standorts Berlin ist jedoch nicht vorgesehen“, so Siemens. Nicht nur Angestellte und Betriebsräte sind über den massiven Stellenabbau empört, auch die IG Metall kritisiert die Siemens-Pläne scharf. Klaus Abel, der Berliner IG-Metall-Chef, kündigte bereits gestern heftigen Widerstand der Arbeitnehmerseite an.

Dynamowerk in Berlin-Spandau

Politik und Wirtschaft kritisieren die Entscheidung

Außerdem sprach er von einem „Vertrauensbruch“ seitens des Siemens Vorstandschefs Joe Kaeser. Auch  Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) kritisiert den Siemens-Konzern scharf. So habe Siemens „mit seinen Berliner Werken lange Zeit gut verdient“, sagtPop gegenüber der Berliner Zeitung „Ich erwarte, dass Siemens gemeinsam mit den Beschäftigten nach Lösungen sucht.“

Ob der Konzern, der sich unter anderem im vergangenen Jahr im Streit um die Errichtung einer Hauptstadtrepräsentanz im Garten des denkmalgeschützten Magnus-Hauses in Mitte darauf berufen hatte, seine Wurzeln in Berlin zu haben, sich von seinen Streichungsplänen abbringen lässt, bleibt abzuwarten. (red)

Axel Springer hy GmbH: „Wir können technologische Vorreiter werden“

In diesem Jahr baute die Axel Springer SE ihr Angebot digitaler Dienstleistungen weiter aus. Mit der Gründung der Axel Springer hy GmbH sollen interessierte Kunden künftig noch umfassender bei ihrer digitalen Transformation unterstützt werden. Die BERLINboxx hat mit CEO Lars Zimmermann über die disruptiven Herausforderungen unserer Hauptstadt gesprochen.

Wie die Axel Springer hy GmbH Deutschland digital transformiert

Dass Deutschland an der Speerspitze der Technologien stehen kann, daran glaubt Lars Zimmermann | Foto: Boaz Arad

Herr Zimmermann, gibt es Unternehmen, die für Sie vorbildhaft sind, z. B. aus dem Digitalisierungs-Mekka Silicon Valley?

Wir sollten eher weniger auf das Silicon Valley schauen, weil es ganz eigene Voraussetzungen für seine Entstehung hatte und von Grund auf neu aufgebaut wurde. Natürlich gibt es dort technologische „Big Player“, die sehr vieles richtig machen, aber wir müssen uns auch an gestandenen Unternehmen orientieren und nicht nur an Startups. Ein gestandenes Unternehmen, das sich verändern muss, hat natürlich ganz andere Herausforderungen als ein Start-up.

Warum hinkt Deutschland in Sachen Digitalisierung immer noch hinterher? Was haben uns andere Länder voraus?

Deutschland hinkt definitiv nicht hinterher. Dies wird zwar immer behauptet, aber wir sehen das ganz klar anders. Deutschland hat länger gebraucht als andere, aber die Analysephase ist nun abgeschlossen. Wir unterstützen globale Unternehmen und große Mittelständler bei der digitalen Transformation und wenn man sich Unternehmen wie Axel Springer oder Viessmann anschaut, so kann man sagen, dass sich viele etablierte Unternehmen auf den richtigen Weg gemacht haben – mit viel Klarheit, einer neuen Führungsstruktur und vor allem: sehr viel Entschlossenheit. Das Vorhaben ist riesig und gemessen an den Aufgaben sind wir zwar noch etwas langsam und nicht ambitioniert genug, aber auch nicht weniger digitalisiert als amerikanische, britische oder französische Unternehmen. Im Gegenteil: Wir arbeiten mit Unternehmen aus Japan oder Dänemark zusammen, die sich zunehmend deutsche Konzerne zum Vorbild nehmen.

Städtevergleich: Wo liegen Berlins Stärken und Schwächen im Vergleich zu anderen deutschen Städten?

Berlin hat eindeutig den Vorteil, dass es ein globaler Talentmagnet ist. Viele Gründer oder Programmierer kommen nach Berlin, um hier zu arbeiten. Allgemein mangelt es ja an Fachkräften, aber das kann man in Berlin nicht behaupten. Berlin ist auch verhältnismäßig gesehen eine immer noch sehr preiswerte Stadt, was die Wohn- und Lebenshaltungskosten betrifft. Aber auch die Nähe zur deutschen Industrie ist ein weiterer Vorteil. Vor allem Start-ups, die sich in der sogenannten „Industrie 4.0“ engagieren, brauchen natürlich Kooperationspartner aus der Industrie – damit kann Berlin als deutsche Hauptstadt in jedem Fall dienen. Einer der Nachteile ist, dass Deutschland insgesamt zu geringe Ambitionen hat, wirklich an der Speerspitze digitaler Technologien zu stehen und neue Geschäftsmodelle drum herum zu entwickeln. Ein weiterer Nachteil ist, dass Berlin als Stadt selbst das Thema Digitalisierung überhaupt nicht beachtet. Wenn Sie die Berliner Stadtverwaltung mit der in Kopenhagen oder Toronto vergleichen, so kann man sagen, dass die Stadtverwaltungen dort deutlich unterstützender sind, wenn es darum geht, die Stadt in einen Technologie-Hub zu verwandeln.

Welche Rolle spielt die Politik, wenn es um das Thema Digitalisierung geht? Was wünschen Sie sich von unseren Politikern im Jahr 2018?

Berlin wäre zum Beispiel stark damit geholfen, wenn wir eine echte Technologie-Uni von Weltruf hätten. Die haben wir nicht. Warum in Berlin keine Bundesuniversität von Weltruf aufbauen,
sodass die besten Studierenden aus aller Welt überlegen, ob sie nach Stanford, ans MIT oder eben Berlin gehen?! Ein weiteres Thema ist Fläche. Berlin hat natürlich ein sehr großes Problem bezüglich der Wohnraum- und Großflächennutzung, was sich im Jahr 2018 definitiv ändern muss. Und die Berliner Verwaltung hat es nötig, innovativer zu werden. (red)

Airlines im Test: Deutscher Klimaschutz liegt in der Luft

Die Klimaschutzorganisation Atmosfair veröffentlichte einen Airline-Index, indem die 200 größten Fluggesellschaften der Welt auf ihre Effizienz bei der Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen untersucht wurden. Der Airline-Index basiert auf dem Kohlenstoffdioxid-Ausstoß einer Fluggesellschaft pro Kilometer und Passagier aller geflogenen Strecken. Gerechnet wurde mit Daten aus dem Jahr 2015 wie dem Flugzeugtyp, dem Triebwerk, die Verwendung aerodynamischer Flügelspitzen, die Sitz- und Frachtkapazität und die jeweilige Auslastung auf jedem Flug.

Airline Tuifly auf den vorderen Plätzen im Klimaschutztest

Anhand der Daten teilte Atmosfair alle Fluggesellschaften in Effizienzklassen ein. Erschreckend ist, dass keine der Airlines der Klasse A zugeordnet werden konnte. In Klasse B allerdings befinden sich die britische Fluggesellschaft Tui Airways, die deutsche Tochtergesellschaft Tuifly und West Air aus China. Leider setzen nur wenige Airlines hocheffiziente Maschinen für den Luftverkehr  ein. Die Lufthansa Group schaffte es mit ihrer Airline lediglich in Klasse D und belegt damit im internationalen Ranking nur Platz 65.

Lufthansa ist noch nicht effizient genug

Ein Atmosfair Experte sagt dazu: „Lufthansa bestuhlt die Flotte insgesamt leicht unterdurchschnittlich und nutzt damit ihr Effizienzpotenzial nicht voll aus.“
Dabei setzt sich die Lufthansa Group seit geraumer Zeit für den Klimaschutz ein. Sie kooperiert beispielsweise seit geraumer Zeit mit der Schweizer Non-Profit-Organisation myclimate. Jeder Passagier kann über einen CO2-Rechner seine Emissionen gezielt berechnen und für die Einsparung der Emissionen seines Fluges spenden.

Auch ihre vier Klimaschutzsäulen sind eine tolle Vorkehrung, aber überzeugen noch nicht im weltweiten Vergleich. Das liegt mitunter daran, dass die Klimaschutzziele bis 2020 angedacht sind. Die vier Säulen umfassen die Förderung des technischen Fortschritts, verbesserte Infrastruktur, operative Maßnahmen und ökonomische Instrumente. Bis 2020 hat sich die Lufthansa vorgenommen gegenüber dem Jahr 2006 ihren CO2-Ausstoß pro geflogenem Kilometer um 25 Prozent zu senken. Somit soll das IATA Treibstoffeffizienzziel unterstützt werden.

„Die Städte sind weltweit für mehr als 70 Prozent der Emissionen von Treibhausgasen verantwortlich. Berlin soll Modellstadt für erfolgreichen urbanen Klimaschutz werden und über die Stadtgrenzen hinaus Impulse setzen. Klimaneutralität bis 2050 ist für Berlin ein notwendiges und machbares Ziel. Jetzt haben wir die Maßnahmen verabschiedet, wie umgesteuert werden soll“, ließ Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, im Juni diesen Jahres verlauten. Ob die Maßnahmen auch beinhalten, die Lufthansa mit ihren vielen von Air Berlin übernommenen Verbindungen dazu zu verpflichten, ihre Effizienzklasse zu verbessern, bleibt allerdings offen. (red)

Dr. Stefan Franzke: „Work hard, party hard“

Berlin begeistert – als Kreativmetropole, als Start-up-Hub, als innovativer Technologie- und Wissenschaftsstandort. Sie ist eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen Deutschlands. Berlin Partner-Geschäftsführer Dr. Stefan Franzke bietet an diesem international attraktiven Standort Wirtschaftsförderung und Technologieförderung für Unternehmen, Investoren und Wissenschaftseinrichtungen an.

Herr Dr. Franzke, Berlin genießt international einen exzellenten Ruf. Die Wirtschaft boomt. Was braucht Berlin, um Europas Nr. 1-Metropole zu werden?

Wir freuen uns darüber, dass Berlin – aber auch die Berlinerinnen und Berliner – in der Welt einen guten Ruf genießen. Eine Studie, die Berlin Partner vor kurzem in Auftrag gegeben hat, hat ergeben, dass mehr als 70 Prozent der international befragten Entscheider sich vorstellen können, in Berlin zu leben und zu arbeiten. Das liegt auch daran, dass Berlin in vielen Fällen schon Europas Nr. 1-Metropole ist – etwa beim Venture Capital, wo wir London bereits überholt haben.

1,5 Milliarden Euro sind allein im ersten Halbjahr 2017 an Venture Capital in Berliner Start-ups geflossen. Mit Start Alliance haben Sie ein besonderes Startup- Austauschprogramm ins Leben gerufen, an dem neben Berlin auch Paris, Shanghai, Tel Aviv, New York und London teilnehmen. Wie ist Ihre derzeitige Bilanz? Und welche Städte würden Sie sich als weitere Partner der Start Alliance wünschen?

Die Start Alliance ist ein Riesenerfolg: für Berlin, für Berlin Partner, vor allem aber für die Start-ups, die an den Programmen der Start Alliance teilnehmen. Mit mehr als 100 Unternehmen sind wir ins Ausland gefahren, rund 50 Unternehmen sind nach Berlin gekommen; die nächste Heimspiel-Runde findet im Dezember statt. Mit unseren Partnern in Shanghai, Tel Aviv und New York haben wir gute Kontakte in die weltweit wichtigen Start-up-Hubs. Wir wollen unser Netzwerk aber noch weiterspannen. Dazu gehört einerseits, dass weitere Städte – wie Wien Ende dieses Jahres – hinzukommen und bestehende Partnerschaften – wie mit New York – vertieft werden.

Berlin feierte 2017 das Bestehen seiner 50-jährigen Städtepartnerschaft mit Los Angeles mit einem 2-tägigen Festival in L.A. Wie waren die Resonanzen auf die vielfältigen Events? Und welche Projekte konnten hier für die Zukunft angestoßen werden?

Die Reise hat sich gelohnt. An beiden Tagen haben wir in unserem Berlin Lab im Arts District in Downtown Los Angeles mehr als 3.000 Besucherinnen und Besucher begrüßt. 81 Akteure, davon 15 Berlin Partner, haben die Hauptstadt nach L.A. gebracht: Wirtschaft, Technologie, Kunst, Musik und – nicht zuletzt – Kulinarisches. Höhepunkte des Labs waren die TOA Conference, eine Tech-Ausstellung, eine Street-Art-Installation von den DIXONS und die Berlin Night, unsere Jubiläumsparty. Die Resonanz war großartig. Bei vielen Gesprächen im Lab oder der Wirtschaftskonferenz, die von der IHK organisiert wurde, wurden Kontakte vermittelt, Ideen ausgetauscht und Pläne geschmiedet. Ich freue mich darauf, das in den nächsten Wochen und Monaten in die Tat umzusetzen.

Der stetige Wachstumskurs Berlins hat sich auch 2017 fortgesetzt. Geht die Party Ihrer Meinung auch 2018 weiter?

Dass Berlin und die Berliner Wirtschaft weiterhin auf Wachstumskurs sind, ist ja keine Partyleistung, sondern harte Arbeit. Aber die Zeichen stehen weiterhin auf Aufschwung. Deshalb sollte auch für 2018 gelten: Work hard, party hard.

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