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Der Handel von morgen: Handelsimmobilien 2.0

Über den Status-quo und die Zukunftsvisionen von Handelsimmobilien tauschten sich am 31. Januar und 1. Februar die Branchenexperten auf dem 14. Deutschen Handelsimmobilien-Kongress im Ellington Hotel Berlin aus.

Positive Prognose für Handelsimmobilien in 2018

Laut Prognosen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) war 2017 ein positives Jahr für den deutschen Einzelhandel. Er konnte seine Umsätze um rund vier Prozent steigern. Auch für 2018 rechnet der HDE weiterhin mit einem Umsatzplus – von ca. zwei Prozent zum Vorjahr. Insbesondere der Onlinehandel wird weiter wachsen. Gleichzeitig glauben Investoren weiterhin an den stationären Handel und investieren in diesen. Im vergangenen Jahr entfielen rund 44 Prozent der Investments auf Fachmarktzentren. Die Renditen bei Geschäftshäusern und Shoppingcentern werden 2018 hingegen weiter sinken. Mietverträge für Ladenflächen werden über kürzere Laufzeiten abgeschlossen als dies bisher der Fall war. Auch werden die Besucherzahlen in Shoppingcentern nicht nur bedingt durch den demografischen Wandel weiter sinken. Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE, verdeutlichte mit seinen Trendprognosen, dass die fortschreitende Digitalisierung Veränderungen im Handelsimmobilienmarkt fordert.

Augmented Reality, Big Data und mehr Unterhaltung für den Kunden

Stationäre Einzelhändler sind gefordert, nicht nur ihre Onlineshops zu verbessern, sondern auch ihre Läden digitaler auszurichten. Genth erklärte, dass rund 65 Prozent der Deutschen bereit sind, ihre Daten bereitzustellen. Diese Auskunftsfreudigkeit sollte von stationären Händlern genutzt werden, um das eigene Ladenkonzepte sowie die Produktpalette zu überarbeiten. „Die Konkurrenz durch den Onlinehandel stellt den stationären Handel bereits seit einiger Zeit vor eine große Herausforderung und fordert neue Denkansätze, um Kunden an sich zu binden“, sagt Nils Blömke, Geschäftsführer der HD Handelsimmobilien GmbH. „Der stationäre Handel muss sich stärker nach den Bedürfnissen und Anfordernissen seiner Kunden richten, wenn er mit dem Onlinehandel mithalten will. Bei unserem zukunftsorientierten F³x-Konzept steht genau das im Mittelpunkt. Es gibt nicht nur einen Kundentyp, sondern verschiedene Käufergenerationen. Die Altersgruppe 50+ hat ganz andere Ansprüche als die Unter-20-Jährigen. Während die erstgenannte Gruppe noch viel mehr Wert auf den Servicecharakter und die Beratung vor Ort legt, fordert die jüngere Generation vor allem digitale Connectivity und Kommunikationsqualität, Stichwort Augmented Reality. Die Herausforderung für Entwickler von Handelsimmobilien besteht darin, die verschiedenen Anspruchshaltungen miteinander zu vereinen“, so Blömke am Rande des Kongresses.

Individualität und Shoppingerlebnis statt Massenabfertigung

Dass der stationäre Handel auch heute noch durchaus einen großen Stellenwert besitzt, entdecken verstärkt auch Onlinehändler. In den USA hat so z.B. der Onlineriese Amazon stationäre Amazon books-Stores eröffnet. Whole Foods ist mit dem Internetgiganten eine Partnerschaft eingegangen, um mehr Kunden in den stationären Handel zu locken. Beim Turnschuhhersteller Nike können Kunden in ausgewählten Läden ihren eigenen Schuh vor Ort entwerfen. Für den Kunden stellt das ein völlig neues Einkaufserlebnis dar. Der Wunsch nach Individualität, der insbesondere bei jüngeren Käufergenerationen stark ausgeprägt ist, kann so befriedigt werden.

Die Fachexperten auf dem Handelsimmobilien-Kongress waren sich einig: Der stationäre Handel muss umdenken, wenn er mit dem Onlinehandel beim Kampf um Kunden mithalten will. Statt einer Massenabfertigung muss der Kunde sich individuell betreut fühlen – und die digitale Komponente darf natürlich auch nicht zu kurz kommen, um das Shoppingerlebnis von morgen attraktiv zu machen. (cr)

Oberverwaltungsgericht genehmigt Sonntagsöffnung zur Grünen Woche

Noch im Dezember hieß es, dass die Sonntagsöffnungen zur Grünen Woche, der Berlinale sowie der ITB gestrichen sind. Das Verwaltungsgericht Berlin entschied damals, dass die Geschäfte an den Sonntagen 28. Januar, 18. Februar und 11. März nicht öffnen dürfen.

Nun können die Einzelhändler jedoch aufatmen. Denn das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) hob die Entscheidung auf und erklärte die Sonntagsöffnungen wieder für zulässig.

Ver.di reicht Klage gegen Sonntagsöffnungen ein

Meist dürfen die Geschäfte vier- bis zehnmal im Jahr auch an Sonntagen öffnen. Doch seit Monaten überzieht Ver.di die Städte und Kommunen deutschlandweit mit einer Klagewelle und schien zunächst damit Erfolg zu haben. Kurz darauf wurden in etlichen Städten die verkaufsoffenen Sonntage abgesagt.

Auch Berlin war von den Klagen betroffen. Denn die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di klagte erfolgreich gegen die drei verkaufsoffenen Sonntage im ersten Halbjahr 2018. Nun hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) kurzfristig die kommenden Sonntagsöffnungen doch erlaubt.

Gericht erlaubt verkaufsoffene Sonntage

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat die vorinstanzliche Entscheidung am Dienstag aufgehoben und gleich mehrere Sonntagsöffnungen in der Bundeshauptstadt erlaubt. Das OVG urteilte, dass diese drei Veranstaltungen ein Gewicht hätten, das eine Ausnahme von der gesetzlichen Vorgabe der Sonntags- und Feiertagsruhe rechtfertigt. Die zuvor abgesagten Sonntagsöffnungen zur Internationalen Grünen Woche am 28. Januar, zur Berlinale am 18. Februar und zur Tourismusbörse am 11. März werden nun doch stattfinden.

„Die Resonanz ist großartig!“, freute sich HBB-Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen. „Unser Dank geht dabei besonders an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne deren freiwillige Bereitschaft gar keine Öffnung möglich wäre“, so Busch-Petersen weiter. Laut dem Hauptgeschäftsführer der Handelsverband Deutschland (HDE), Stefan Genth, braucht der stationäre Handel die Sonntagsöffnung. Sie seien ein wichtiger Impuls und Umsatzbringer. Schätzungen zufolge werden im Handel bis zu fünf Prozent der Erlöse sonntags verbucht.

Berlin bekommt bis zu zehn Sonntagsöffnungen

Berlin hat mit zehn Sonntagsöffnungen bundesweit die meisten. „Das ist ein gutes und wichtiges Signal für Berlin. Wirtschaft und Tourismus in Berlin profitieren von einer liberalen Ladenöffnungszeit“, so die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop zur Entscheidung des OVGs.

Zur Grünen Woche werden am kommenden Sonntag berlinweit alle Karstadt und Galeria Kaufhof Warenhäuser sowie die SB-Warenhäuser von real öffnen. Rund um den Potsdamer Platz sind zudem die Mall of Berlin und die Potsdamer Platz Arcaden geöffnet. Auch das Einkaufszentrum Alexa am Alexanderplatz wird am Sonntag seine Geschäfte öffnen. In der Friedrichstraße kommen die Galeries Lafayette und das Kulturkaufhaus Dussmann hinzu. Ebenso werden auch das Eastgate in Marzahn, die Gropius Passagen in Neukölln und die Arcaden in Spandau ihre Türen öffnen. In Steglitz empfängt unter anderem das Boulevard Berlin, das Schloss und das Forum Steglitz Kundschaft. Bis zu 2000 Läden werden in Berlin ihre Türen von 13.00 bis 20.00 Uhr geöffnet haben. (dn)

Wirtschaft: Weihnachtsgeschenke werden am häufigsten online gekauft

In Deutschland ist der Einzelhandel nicht mehr so gefragt, wenn es darum geht Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Das zeigt das aktuelle Weihnachtsbarometer 2017 ™ von Ferratum, einem führenden Anbieter für mobile Konsumentenkredite. In der Umfrage wurden mehr als 21.000 Haushalte in 20 Ländern weltweit dazu befragt, welche und auf welchem Wege sie ihre Weihnachtsgeschenke erwerben. Fast die Hälfte der Haushalte in Deutschland, 45,4 Prozent der Befragten, erledigen ihre Weihnachtseinkäufe im Internet. Damit sind sie im internationalen Vergleich inzwischen die internetaffinsten Käufer im Weihnachtsgeschäft, gefolgt von den Briten (38,6 Prozent) und den Niederländern (32,6 Prozent).

Mehrausgaben für Weihnachtsgeschenke

In diesem Jahr wollen die Deutschen 11,9  Prozent ihres verfügbaren Haushaltsbruttoeinkommens für Geschenke ausgeben. Damit liegen sie im internationalen Vergleich nur im hinteren Drittel. Nur die Dänen und Niederländer zeigen sich noch weniger spendabel. Spitzenreiter ist hingegen Mexiko mit 34,6 Prozent. Insgesamt ist international ein Aufwärtstrend erkennbar, was die Weihnachtsausgaben betrifft: „Insgesamt wollen mehr als zwei Drittel der Haushalte dieses Jahr mindestens genauso viel oder sogar mehr als letztes Jahr für Weihnachtsgeschenke ausgeben“, so Emmi Kyykkä, Pressesprecherin der Ferratum-Gruppe.

Bücher sind das beliebteste Geschenk zu Weihnachten

In Deutschland liegen in diesem Jahr vor allem Bücher (14,5 Prozent) unter dem Baum. Als Weihnachtsgeschenke liegen auch Süßigkeiten (13,2 Prozent) und Geschenkgutscheine (12,1 Prozent) im Trend. Überraschenderweise folgen Spielzeug (11,8 Prozent) und Elektrogeräte (9,7 Prozent) erst an vierter und fünfter Stelle.

„Bei den Weihnachtsausgaben zeigen sich zum Teil deutliche regionale Unterschiede. Die Ergebnisse bestätigen, dass die Deutschen beim Kauf der Weihnachtsgeschenke andere Vorlieben haben als der internationale Durchschnitt. Weltweit wird durchschnittlich deutlich mehr für Spielzeug, Kleidung und Süßigkeiten oder alkoholische Getränke ausgegeben“, sagt Kyykkä.

Deutsche verbringen Weihnachten am liebsten mit der Familie

Laut der Umfrage gaben nur 5,1 Prozent der Befragten an, dass für sie Weihnachten nichts Besonderes darstellt. Für die Mehrheit der Deutschen (70 Prozent)  ist es dagegen wichtig, an Weihnachten Zeit mit der Familie oder Freunden zu verbringen. Für die Weihnachtseinkäufe nutzen übrigens bereits 57,7 Prozent der befragten deutschen Haushalte mobiles Banking. International liegt Deutschland damit bereits im Mittelfeld. Am meisten wird mobiles Banking in der Weihnachtszeit in Australien (91,1 Prozent), Neuseeland (87,2 Prozent) und den Niederlanden (85,7 Prozent) genutzt. (red)

 

Berlins beste Ausbildungsbetriebe 2017 ausgezeichnet

Für ihre besonders engagierte Nachwuchsförderung haben die Handwerkskammer Berlin und die IHK Berlin am Montagabend insgesamt 13 Berliner Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet. Den Wettbewerb „Berlins beste Ausbildungsbetriebe 2017“ in der Kategorie Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern gewann die B.I.N.S.S. GmbH. Bei den Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern siegte die Viellechner Dachdeckermeister GmbH, in der Kategorie „Junge Unternehmen/Start Ups“ die Firma f3 Event. Der Sonderpreis für innovatives Azubimarketing ging an die BVG. Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, eröffnete die Preisverleihung.

Mehr als 70 Ausbildungsbetriebe haben sich beworben

Die Gewinner-Betriebe hatte die Jury aus mehr als 70 Bewerbungen und Vorschlägen ausgewählt. Die Unternehmen hatten dazu im Vorfeld einen Fragebogen mit insgesamt 30 Kriterien rund um die betriebseigenen Maßnahmen zur Ausbildung ausgefüllt. Abgefragt wurde zum Beispiel, ob das Unternehmen Teilzeitmodelle auch für Azubis ermöglicht, Geflüchtete einstellt oder Nachhilfe für leistungsschwache Jugendliche anbietet.

Gewinner bieten innovative Lernangebote und Zusammenarbeit mit Schulen

Die B.I.N.S.S. GmbH, der Siegerbetrieb in der Kategorie mehr als 50 Mitarbeitern, punktete bei der Jury u.a. mit seinen innovativen Lernangeboten. So hat das Unternehmen für Sicherheitstechnik eine eigene Lehrwerkstatt. Vor allem jedoch lobte die Jury den Einsatz bei der Nachwuchsgewinnung etwa mit Schulpartnerschaften, Azubi-Casting, Ausbildungsmessen und gezieltem Anwerben von Studienabbrechern.

Auch der Sieger bei den Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern geht neue Wege, um motivierten Nachwuchs zu finden und zu halten. Die Viellechner Dachdeckermeister GmbH setzt z.B. auf die Zusammenarbeit mit Schulen und schickt seine Azubis als Ausbildungsbotschafter in die Klassen. Mit Leistungsprämien, Zuschüssen für den Führerschein und Sponsoring von Kletterwochen wird der Nachwuchs für gute Mitarbeit belohnt und motiviert.

Die f3 Event GmbH als Sieger bei den Jungen Unternehmen und Start Ups überzeugte die Jury u.a. durch das umfangreiche Angebot an kostenfreien Schulungen und Fortbildungen für Auszubildende sowie die speziellen Azubi-Projekte.

BVG setzt auf Azubimarketing

Die Jury hat auch in diesem Jahr einen Sonderpreis verliehen. In diesem Jahr wurden die Berliner Verkehrsbetriebe für besonders innovatives Azubimarketing vor allem in den sozialen Medien und auf Youtube ausgezeichnet.

Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales: “Es ist inzwischen eine gute Tradition, Unternehmen in Berlin für ihre Ausbildungsleistungen zu ehren. Sehr gern habe ich als Jurymitglied bei der schwierigen Entscheidung um die besten Ausbildungsbetriebe mitgewirkt. Zweifellos ist die Berufsausbildung in den vergangenen Jahren noch anspruchsvoller geworden, beispielsweise durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt. Für die Auszubildenden, aber auch für die Unternehmen und die Ausbilder in Betrieb und Berufsschule ist das eine große Herausforderung. Dass sie hervorragend gemeistert werden kann, haben die heute Auszuzeichnenden bewiesen. Ich möchte daher alle Berliner Unternehmen ermutigen: Bilden Sie aus! Es lohnt sich, den Fachkräftenachwuchs im eigenen Betrieb zu qualifizieren. Das Land Berlin unterstützt die betriebliche Ausbildung insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen. Dazu haben wir mit einer neu gefassten Richtlinienförderung den Zugang zur Verbundausbildung erleichtert und die Förderung von Geflüchteten verstärkt.“

Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin: „Die Unternehmen in so ziemlich allen Branchen suchen guten betrieblichen Nachwuchs. Es wird aber immer schwieriger, passende Azubis zu finden. Zum Glück haben wir in Berlin Tausende Unternehmen, die gut und erfolgreich ausbilden. Viele Betriebe bieten ihren Azubis weit mehr als die vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte an. Sie sind ein Vorbild an Engagement und Kreativität – und das wollen wir mit der Auszeichnung öffentlich machen und zur Nachahmung anregen

Tobias Weber, Vizepräsident der IHK Berlin: „Unsere Gewinner zeigen exemplarisch, wie kreativ und vorausschauend Berliner Firmen um Fachkräftenachwuchs werben. Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Jugendliche in der Orientierungsphase gar nicht wissen, wie viele Vorteile eine duale Ausbildung für den weiteren Lebensweg mit sich bringt. Je früher und direkter Jugendliche mit den Betrieben in Kontakt kommen und ganz praktisch sehen, wie lohnend eine duale Ausbildung ist, umso besser.“

Insgesamt können sich ab sofort 13 Betriebe zu „Berlins besten Ausbildungsbetrieben 2017“ zählen. Alle ausgezeichneten Unternehmen haben durch ihr vielfältiges Engagement in der Berufsausbildung überzeugt. (red)

 

Buy & Build stärkt Digitalkompetenz in Deutschland

Um ihre Geschäftsmodelle für die Zukunft fit zu machen, benötigt die deutsche Wirtschaft digitales Know-How dringender denn je. Es funktioniert in diesem speziellen Bereich nicht, alte Konzepte in neue digitale Formen zu gießen. Nicht zuletzt ist dies der Grund, warum zahlreiche Unternehmen aller Größen und Branchen zunehmend dazu übergehen, systematisch digitale Unternehmen zuzukaufen oder sich an Start-ups zu beteiligen.

Ein neuer Branchenspezialist, der bei dieser Aufgabenstellung unterstützt, ist die Luxemburger Firma Buy & Build Investments S.A. „Unsere Aktivitäten konzentrieren sich auf die Konzeption von Buy-and-Build-Plattformen, Übernahmen sowie Wachstumsfinanzierungen. Wir übernehmen dabei die Konzeption und die Initiatorenrolle, managen den Prozess der Investorenansprache und begleiten die Verhandlungen bis hin zum erfolgreichen Abschluss“, sagt einer der drei Gründungspartner Joachim Oehler. Er selbst war in den letzten 15 Jahren unter anderem für die CEDC Mediengruppe, Thyssen Telecom, Underberg, TBWA, Saatchi & Saatchi, Nedschroef, Endemol sowie die Pixelpark AG tätig und engagiert sich bereits seit 2009 als Initiator für Buy-and-Build-Plattformen in der Digitalindustrie.

Drei starke Gründungspartner

Seine Partner Tilman Au und Philipp v. Stülpnagel sind ebenfalls digitale Experten. So gründete der studierte Volkswirt und erfahrene internationale Investmentbanker Philipp v. Stülpnagel
im Jahr 2001 die SUMO GmbH, die er zu einer der bekanntesten Agenturen im Bereich Suchmaschinenoptimierung entwickelte. Tilman Au hingegen gründete 1998 die New Identity AG (NIDAG), die er zum größten Multimedia-Dienstleister im Rhein-Main-Gebiet entwickelte, und beteiligt sich an zahlreichen Start-ups im Bereich Digital Media. Zusammen mit Joachim Oehler begleitete Au die Initiierung der Diva-e Gruppe.

Der Ansatz von Buy-and-Build-Plattformen ist dabei ebenso einfach wie einleuchtend: Meist inhabergeführte Unternehmen, die in ihren jeweiligen
spezifischen Märkten oder regional führend sind, werden im Rahmen einer Plattform zusammengeführt und damit zu einem bundesweit führenden Spieler geformt. Finanziert wird die Transaktion durch einen Investor. Die Gründer und Inhaber veräußern dabei den Großteil ihrer Anteile, bleiben aber mit einer Rückbeteiligung an der neuen Plattform an Bord und gestalten die weiteren Wachstumsschritte aktiv mit.

Verwurzelt in Westeuropa mit Blick auf den asiatischen Markt

Das Buy & Build-Team vereint dabei aufgrund seiner großen Erfahrung und des Track Records sowohl das unternehmerische Know-How als auch die Kontakte zu möglichen Investoren. Eine Kombination, die so in dieser Form einzigartig ist. Der Schwerpunkt des Investorennetzwerks liegt momentan in der Zusammenarbeit mit Private-Equity-Fonds, Privatinvestoren und Family Offices mit Investitionen in Westeuropa. Zukünftig wird vor allem auch der asiatische Raum in den Fokus genommen. „Aus diesem Grund engagiert sich Buy & Build nun verstärkt von Berlin aus“, begründet Joachim Oehler, „ Berlin ist das europäische Tor nach Asien. Der große Branchentreff ‘Asien-Pazifik-Wochen‘ findet hier statt. Kein anderer Standort bietet uns ein so
vielfältiges Netzwerk an Gründern und Unternehmern der Digital Economy.“(uc)

Wachstumsmarkt: Online-Handel für Lebensmittel etabliert sich zusehends

Am Anfang waren es überwiegen Buch- und Fachhandel, dann zog allmählich der gesamte Non-Food-Bereich nach und heute werden selbst die Lebensmittel online bestellt und bis vor die Haustüre geliefert. Ein Markt, der bislang nur einigen wenigen Händlern für Tiefkühlkost vorbehalten schien, schickt sich an, den regelmäßigen Gang zum Supermarkt in Zukunft entbehrlich zu machen.

Tendenz steigend: Immer mehr Verbraucher kaufen ihre Lebensmittel online

Noch hält sich die Anzahl der Verbraucher, die regelmäßig auf Online-Angebote des Lebensmittelhandels zurückgreifen, in Grenzen. Laut dem Handelsverband Deutschland sind es nur ein Prozent der Lebensmittel, die auf diesem Wege erworben werden. Dennoch ein lohnendes Geschäft, denn es geht um ein Volumen von rund 170 Milliarden Euro. Das ist die Summe, die in Deutschland jedes Jahr für Lebensmittel ausgegeben wird.

Neben etablierten Handelsketten wie Edeka und Rewe haben sich mittlerweile auch reine Internet-Supermärkte ohne Filialen wie AllyouneedFresh am Markt etablieren können, die von Beginn an deutschlandweit geliefert haben.

Die Vor- und Nachteile des Online-Einkaufs

Der wichtigste Vorteil für Online-Einkäufe ist zweifellos die damit verbundene Zeitersparnis. Dank Smartphone, Laptop und Tablet-PC lassen sich die Bestellungen von überall tätigen. Der Gang zum Supermarkt entfällt, viele Berufstätige sind früher Zuhause und müssen nur noch darauf warten, dass der Bote klingelt.

Ein Lieferservice ist natürlich genau dann Gold wert, wenn man selbst das Haus nicht verlassen kann. Sei es wegen einer Erkrankung, aus Altersgründen oder weil die Sprösslinge einer permanenten Beaufsichtigung bedürfen. Da ist es äußerst willkommen, wenn die Lebensmittel gleich zur Haustüre geliefert werden.

Ein weiterer Pluspunkt ist die sehr breite Auswahl an Produkten. Viele Onlinehändler übertreffen das Sortiment normaler Supermärkte bei Weitem. Hinzu kommen dann noch Produkte aus dem Non-Food-Bereich, die sich praktischerweise gleich mit bestellen lassen. So lässt sich auch der wöchentliche Großeinkauf in einem gut sortierten Verbrauchermarkt durch eine einzige Bestellung ersetzen.

Ein Nachteil sind die bei vielen Händlern entstehenden Zusatzkosten und Mindestbestellmengen. Wer nur eine Zutat vergessen hat und nicht gleich den Einkauf für mehrere Tage tätigen möchte, wird sich auch weiterhin selbst auf den Weg machen müssen, um diese zu besorgen.

Ein weiterer Nachteil betrifft die eher wählerischen Kunden. Gerade Gemüse und Obst werden in Supermärkten gerne näher beäugt. Nun ist es allein Sache des Händlers, dafür Sorge zu tragen, dass sich auf den Produkten keine unschönen Druckstellen, Verschmutzungen oder Beschädigungen befinden.

Kraftakt für Händler

Für Händler ist der Online-Handel mit Lebensmitteln mit einigen Herausforderungen verbunden. Gerade der Handel mit leicht verderblichen Waren erfordert eine präzise geplante Logistik und ebensolche Bestände, um den Ausschuss durch Verderb möglichst gering zu halten. Gerade Lebensmittel mit geringer Haltbarkeit sollen möglichst schnell beim Kunden sein. Noch schwieriger wird es bei Tiefkühlprodukten, denn hier gilt es, eine unterbrechungsfreie Kühlkette auf die Beine zu stellen. Schließlich soll der Kunde keine an- oder aufgetauten Produkte erhalten, die in diesem Zustand für ihn schlimmstenfalls wertlos sind.

Kurier statt Kellner: Die Zukunft des Food-Sektors

Derzeit ist davon auszugehen, dass Online-Handel mit Lebensmitteln weiter wachsen wird, denn für die meisten Verbraucher überwiegen die Vorteile. Das gilt vor allem für Berufstätige mit wenig Zeit. Dass der Markt im Wachstum begriffen ist, zeigt der Eintritt immer neuer Akteure.

 

Berliner Unternehmen kooperieren erfolgreich im Handelsgeschäft

Die beiden in Berlin ansässigen Immobilienunternehmen Deutsche Fachmarkt AG (DEFAMA) und die HD Gruppe kooperieren in Form eines Joint Ventures, um gemeinsam eine Handelsimmobilie im sächsischen Radeberg zu revitalisieren. Dafür haben die DEFAMA und HD einen Letter of Intent (LOI) beschlossen, wonach die HD Gruppe den Erwerb von 50 Prozent an der Objekttochter des EKZ Radeberg plant. Bis zum Ende des Jahres wollen die Joint Venture-Partner die Transaktion abgeschlossen haben.

„Wir freuen uns, mit der HD Gruppe einen überaus handels-affinen Co-Investor mit ins Boot holen zu können“, äußert sich Matthias Schrade, Vorstand der DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG, zur Transaktion. „Durch die gemeinsame Investition in den Standort können wir hier ein Objekt mit herausragender Marktposition in der Region schaffen.“

Die DEFAMA hatte das EKZ Radeberg Anfang 2016 für rund 5,5 Mio. Euro erworben. Das EKZ befindet sich auf einem rund 37.000 Quadratmeter großen Grundstück und hat aktuell noch eine Mietfläche von 13.630 Quadratmetern. Ankermieter im EKZ Radeberg sind derzeit ALDI Nord und Konsum sowie der Baumarkt toom.

Fit für die Zukunft

Die Joint Venture-Partner wollen nach Erteilung aller Genehmigungen voraussichtlich 2019 mit dem Umbau des Einkaufzentrums beginnen. Das Objekt soll komplett entkernt und neu strukturiert werden. „Zusammen werden wir das Einkaufszentrum fit für die Zukunft machen. Hier kommt uns unsere langjährige Erfahrung bei der Revitalisierung von Handelsimmobilien zugute“, so Nils Blömke, Geschäftsführer der HD Handelsimmobilien GmbH (HDHI), zu den Plänen für das EKZ Radeberg. Zu Blömkes Track Record gehört unter anderem die Revitalisierung des Tempelhofer Hafens. Als Leiter der Hamburger Niederlassung der IPH Handelsimmobilien GmbH verantwortete er vor seinem Wechsel zur HD Gruppe u.a. das Center Management für das Einkaufszentrum in Tempelhof-Schöneberg.

Die HD Gruppe nutzt für ein zukunftsorientiertes Vorgehen bei der Revitalisierung von Handelsimmobilien das f³-Konzept („Fit For Future“). Dieses berücksichtigt die verschiedenen Käufergenerationen und ihre Kommunikationsbedürfnisse der Handelsimmobilien. Auch in den Umbau des EKZ Radeberg wird dieses Know-how einfließen. (red)

HD Gruppe erwirbt innerstädtisches Einkaufszentrum in Mühlhausen

Die HD Gruppe hat das innerstädtische Einkaufszentrum „Burggalerie“ in Mühlhausen erworben. Die Burggalerie ist neben einem Hybrid-Center in Magdeburg die zweite Handelsimmobilie, die das Berliner Unternehmen für sein Retail-Portfolio gekauft hat.
Das Objekt umfasst eine Gesamtfläche von rund 6.100 m² und besteht aktuell aus insgesamt 17 Gewerbeeinheiten. Der Vermietungsstand beläuft sich derzeit auf rund 50 Prozent. Durch eine
Revitalisierung und konzeptkonforme Vermietung wird die Burggalerie wieder ihrer Funktion als vollwertiges und in zentraler Lage gelegenes Hybrid-Center gerecht. Dafür investiert die HD Gruppe insgesamt rund 10 Mio. Euro.
Durch das eigens entwickelte f³-Konzept konnten mit dem eigenen Asset Management bereits mit Lasten-/Nutzenwechsel erste Einsparpotenziale gehoben werden. Mit dem f³-Konzept („Fit For Future“) verfolgt die HDHI ein zukunftsorientiertes Vorgehen bei der Revitalisierung der Handelsimmobilien. Hierbei stehen die verschiedenen Käufergenerationen mit ihren Kommunikationsbedürfnissen im Mittelpunkt des Denkens.
Erst im März hatte die Berliner HD Gruppe das Tochterunternehmen HDHI gegründet, welches ein eigenes Retail-Portfolio aufbauen und die unternehmenseigenen Handelsimmobilien revitalisieren will, gleichzeitig aber auch das Asset Management für Dritte übernimmt. Bis Ende 2017 plant die HDHI ein Portfolio von 60 bis 80 Mio. Euro.
HDHI-Geschäftsführer Nils Blömke über die Pläne für das innerstädtische Hybrid-Center: „Durch eine Neustrukturierung der Mieteinheiten werden wir die Burggalerie zu einem Ort entwickeln, an dem sich die Besucher und Kunden gerne aufhalten und verweilen werden. Neben der neuen Angebotsvielfalt soll auch der Servicecharakter stärker betont werden.“ (red)

Nils Busch-Petersen: Bargeld ist das effizienteste Zahlungsmittel überhaupt

Handelsverband Berlin-Brandenburg sieht der Entwicklung von FinTechs gelassen entgegen

Geld und Handel sind untrennbar miteinander verbunden. Darum haben wir für diese Ausgabe der BERLINboxx mit dem Fachmann für den Handel in Berlin gesprochen. Nils Busch-Petersen ist Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V. und weiß, wie wir am liebsten bezahlen.

 Herr Busch-Petersen, bezahlen Sie persönlich eher in bar oder mit Karte, und wenn mit Karte: Zahlen Sie eher mit der gewöhnlichen Bankkarte oder mit einer Kreditkarte? Wie ist aus Ihrer Sicht das Verhältnis der Verbraucher zur Kreditkarte?

Ich bin nach wie vor großer Freund der Barzahlung, wo immer es geht. Wenn es doch einmal sinnvoller ist, die Karte zu nutzen, dann greife ich eher zur Bankkarte als zur Kreditkarte. Die Kreditkarte verursacht für Händler relativ hohe Kosten und da muss ich mit meiner eigenen Klientel natürlich solidarisch sein.

Was das Verhältnis der Bevölkerung zur Kreditkarte angeht: Die Deutschen sind in Geldfragen sehr praktisch veranlagt. Ich glaube, dass sie auch relativ gute Instinkte haben, was die Risiken von Kreditkartenmechanismen angeht. Es passiert ja häufig, dass Kreditkartennutzer sich relativ leicht übernehmen und mehr ausgeben, als ihnen zur Verfügung steht, weil sie nicht daran denken, dass das alles am Anfang des nächsten Monats abgebucht wird. Da ist die Geldkarte einfach praktischer, weil ich sofort sehe, dass das Geld von meinem Konto herunter ist. Man behält einen deutlich besseren Überblick.

Wie steht der Verbraucher zum Bargeld? Fühlt man sich mit Bargeldreserven zu Hause sicherer?

Eine interessante Tatsache ist, dass es vom Verbraucher her überhaupt keine Initiative dafür gibt, sich gegen das Bargeld zu wenden. Es gibt ein verändertes Verbraucherverhalten, es wird mittlerweile natürlich mehr elektronisch gezahlt. An sich wird diese Debatte über Bargeld, seine Vor- und Nachteile, traditionell in Deutschland aber nicht vom Verbraucher geführt, sondern eher von der Politik und von den Banken. Die sehen natürlich große Einsparpotenziale darin, wenn sie weniger Bargeld-Handling haben.

Die Deutschen haben im letzten Jahrhundert so viele Krisen und Hyperinflationen mitbekommen, dass sie dadurch vielleicht eine besonders innige Beziehung zu gewissen Sicherheiten entwickelt haben. Es ist zwar aktuell natürlich keine Hyperinflation zu erwarten. Die Deutschen sind aber insgesamt recht vorsichtig, sodass viele über Reserven im Haus verfügen wollen. Sinnvoll ist das deswegen, weil im Falle eines Blackouts zum Beispiel natürlich auch die Geldautomaten nicht funktionieren, das Leben muss trotzdem weitergehen.

Gibt es konkrete Gefahren, wenn Bargeld abgeschafft werden würde?

Ich glaube schon. Bargeld ist das effizienteste Zahlungsmittel. Es ist ein Zahlungsmittel, das sofort Vertrauen schafft, weil ich im Gegensatz zu allen anderen Zahlungsverkehren nicht das Risiko habe, dass mein Gegenüber möglicherweise keine ausreichende Bonität hat oder dass sein Konto nicht gedeckt ist. Wenn in bar gezahlt wird, muss ich solche Dinge nicht prüfen, weil der Beweis, dass das Geld vorhanden ist, schon erbracht ist. Das macht ganz viele normale Bezahlvorgänge so einfach und transparent wie möglich. Man darf die Effizienz und Klarheit, die Bargeld mit sich bringt, nicht unterschätzen. Zahlungsbetrug wird mit Bargeld per se ausgeschlossen, mit der seltenen Ausnahme von Falschgeld natürlich.

Eine Zahlung in bar ist außerdem sicher. Wenn wir wieder über einen möglichen Blackout sprechen, funktionieren ja nicht nur die Geldautomaten nicht mehr, sondern auch die Computersysteme laufen nicht. Meine Überweisung wird nicht gelesen, es sei denn, jemand trägt das noch mit der Hand ein. Bares funktioniert einfach. Darum wird ja auch empfohlen, bestimmte Mengen an Bargeld in verschiedenen Stückelungen immer zur Verfügung zu haben.

Zudem ist durch Bargeld nicht jeder Zahlungsfluss durch Behörden oder andere Fremde einseh- und nachvollziehbar, was für ein freies Land natürlich wichtig ist. Wir haben in Deutschland im letzten Jahrhundert die Erfahrung machen müssen, dass auch auf demokratischem Wege zu undemokratischen Verhältnissen kommen kann. Diese Erfahrung machen wir heute in einigen europäischen Ländern auch wieder. Ich will dann einer Regierung, die mein gesamtes Zahlungsverhalten ganz genau kennt und analysieren kann, auf keinen Fall ausgesetzt sein.

Es gibt also eine ganze Menge an Argumenten für den Verbleib von Bargeld. Es gibt Kritik, dass Bargeld Kriminalität fördern könnte. Erleichtert Bargeld nicht Straftaten wie Geldwäsche?

Ich kann da nur für meinen Bereich sprechen, den Handel. Was die Geldwäsche im Handel angeht, kann ich klar sagen, dass Geldwäsche sich hier nicht lohnt. Die meisten Transaktionen, rund 85 Prozent, im Handel laufen im Lebensmitteleinzelhandel und Drogeriehandel mit Durchschnittssummen von 12,00 bis 15,00 Euro. Da muss man ganz lange dran arbeiten, bis sich die Geldwäsche lohnt, das funktioniert einfach nicht.

Wird die Relevanz von Kryptowährungen als Ergänzung zum Bargeld in Zukunft steigen?

Das ist nicht auszuschließen, denn im Moment entwickelt sich alles in einem Tempo, in dem unmöglich vorherzusehen ist, was funktionieren wird und was nicht. Zurzeit spielen Kryptowährungen im Einzelhandel allerdings keine große Rolle.

In Zeiten der Digitalisierung entstehen in jeder Branche neue Dienstleistungen. Welche Rolle spielen Fintechs für den Handel in Berlin?

Der konkrete Nutzen der Fintechs ist vielleicht noch nicht für jeden erkennbar, aber wir selber erleben ja, dass Disruption auch im Handel stetig an Bedeutung gewinnt. Da werden sicherlich von den unzähligen Fintechs, die auf dem Markt sind, einige wenige bleiben, die dann auch Relevanz erlangen. Ich beobachte das aus dem Blickwinkel als Gremienmitglied einer regionalen Bank ziemlich genau. Es ist gar nicht so einfach, selbst für die Profis, die Übersicht zu behalten zwischen den vielen „Stars und Sternchen“, die plötzlich aufpoppen und zum Teil genauso schnell wieder verschwinden. Dass durch Fintechs Impulse für Innovationen gesetzt werden, die in der Lage sind, den Markt sehr zu verändern, ist nicht bestreitbar. Im Moment fühlt sich das allerdings noch an wie eine Nebelwand, vor der die meisten, selbst die Großen, noch stehen, ohne zu wissen wie und wo welche Elemente von Finanzinnovationen sinnvoll eingesetzt werden können. (aw)

 

Orderbird: Be smart, pay smart

Eat.pay.love. Die drei Wörter stehen für eine von Mastercard und orderbird deutschlandweit durchgeführten Studie zum Thema Digitalisierung in der Gastronomie. Die Studie befragte Onlineverbraucher und Gastronomen zum bargeldlosen Bezahlen. Zum allgemeinen Status Quo im Bereich digitale Zahlungsabwicklung führte die BERLINboxx ein Interview mit dem Co-Founder und CSO der orderbird AG, Patrick Brienen.

Patrick Brienen ist CSO und Co-Founder von Orderbird

Vor welchen Herausforderungen steht die digitale Zahlungsabwicklung beziehungsweise das bargeldlose Bezahlen in Deutschland?

Die große Herausforderung ist zunächst einmal die Abdeckung von Kartenzahlung. Zudem herrschen zum Teil sehr veraltete Infrastrukturen vor, die nicht zukunftsgerecht sind – beispielsweise Kartenleser, die noch keine Kontaktloszahlungen mit NFC akzeptieren können.

Könnte Berlin in Deutschland zum digitalen Vorreiter des bargeldlosen Bezahlens werden?

Berlin ist zumindest Testballon für viele spannende Projekte rund ums bargeld- lose Bezahlen. Zudem sind vor allem junge Berliner neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen ebenso wie internationale Gäste und Einwohner. Dennoch gilt Berlin nicht als Vorzeigestandort beim bargeldlosen Bezahlen. Das wird sich sicherlich ändern – hier sind unzählige Start-ups ansässig, die das gemeinsam mit den großen Playern ändern wollen.

v.l.n.r.: Artur Hasselbach, Thomas Köhl, Patrick Brienen, Jakob Schreyer und Bastian Schmidtke

Kann sich das bargeldlose Bezahlen im Einzelhandel und in der Gastronomie vollständig durchsetzen?

72,7 Prozent der von uns befragten Gastronomen bieten bereits Kartenzahlung an. Zumindest in diesem Bereich steigt die Akzeptanz von Kartenzahlung stetig. Letztendlich richten sich Händler und Gastronomen nach den Wünschen der Verbraucher und die Option zum bargeldlosen Bezahlen ist heutzutage Standard und wird erwartet. Wovon ich derzeit nicht ausgehe ist, dass das Bargeld in Deutschland durch die Karte ersetzt wird.

Welche Vor- und Nachteile hätte eine solche Entwicklung für Ihr Unternehmen?

Unser Kassensystem wickelt sowohl bargeldlose als auch Bargeldzahlungen ab. Aus technischer Sicht besteht daher für uns kaum ein Unterschied, ob ein Gast mit Karte oder „cash“ zahlt. Aus Innovationssicht ist es jedoch essenziell, dass bei jedem Gastronom die notwendige Infrastruktur vorhanden ist, um auch ohne Probleme neue Technologien für bargeldloses Bezahlen einzuführen und anzubieten. Für kleine Gastronomen sind unsere Lösungen sehr attraktiv, denn so können sie zu günstigen Konditionen mit großen Wettbewerbern mithalten. Doch: Am Ende entwickeln wir nicht der Innovation willen, sondern der Gast entscheidet, wie er zahlen will – es gibt viele Indizien, dass das immer mehr in Richtung bargeldlos geht. Sprechen Sie mal mit Leuten aus Stockholm oder Warschau! Die können sich eine Welt ohne kontaktlose Kartenzahlung gar nicht mehr vorstellen.

ÜBER ORDERBIRD

Die orderbird AG wurde 2011 von Jakob Schreyer, Bastian Schmidtke, Patrick Brienen und Artur Hasselbach gegründet. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen mehr als 120 Mitarbeiter. Mit seinen Kassensysteman-wendungen gewinnt orderbird immer mehr Gastronomen im deutsch- und englischsprachigen Raum für sich. Die Kassen-Software ist für mobile Apple-Geräte wie das Ipad gedacht und macht mobiles Bezahlen, Bonieren und sogar Bestellabläufe bei Gerichten möglich. Zu den Investoren der orderbird AGgehören unter anderem METRO, ALSTIN und Concardis. (lj)

© orderbird AG

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