Beiträge

Gewinner der ersten Phase des Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg stehen fest

Rund 1.200 Gründungsinteressierte und mehr als 200 Gründungsideen – die erste Wettbewerbsrunde des Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) kann sich sehen lassen. Der Ideenreichtum der Gründerinnen und Gründer ist auch in diesem Jahr wieder groß. Von hochtechnologischen Lösungen zur Simulation von Wasserströmungen oder zum Überwachen ganzer Infrastrukturnetzwerke per kombinierter Satelliten- und Drohnen-Daten bis hin zum therapiebegleitenden Wearable bei psychosomatischen Erkrankungen und zum bedenkenlos naschbaren Keksteig ist alles dabei.

Die besten sechs Teams der Wettbewerbskategorie BPW Plan und die drei Finalisten der Kategorie BPW Canvas präsentierten sich Ende letzer Woche auf großer Bühne. Die Prämierungsfeier mit 300 Gästen fand am neuen Standort der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) statt. Gastgeberin Kerstin Jöntgen, Mitglied des Vorstandes der ILB, begrüßte die Gäste und eröffnete die große BPW-Siegerfeier: „Seit seinem Start auf der deGUT im vergangenen Oktober haben sich bereits 1.158 Personen für den BPW 2018 registriert. Das sind 14 Prozent mehr als in der ersten Phase des Vorjahres und zeigt: Der BPW bietet mit seinem Angebot aus Wissen, Beratung, Netzwerk und Wettbewerb einschlägige Unterstützung für alle, die in der Region gründen wollen.“

Businessplan-Wettbewerb hilft Geschäftsideen auf die Sprünge

Dem schloss sich Albrecht Gerber, Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg an und lobte den BPW für sein umfangreiches Angebot: „Aus Geschäftsideen lassen sich verschiedene Geschäftsmodelle ableiten. Der Businessplan hilft, die vielversprechendste Option zu finden. Er ist der erste belastbare Test, ob und in welcher Art und Weise eine Idee als Geschäftsmodell funktioniert. Ohne guten Businessplan als Fundament wird auch die beste Idee nicht zu einem erfolgreichen Geschäft. Der Businessplan-Wettbewerb vermittelt angehenden Gründerinnen und Gründern das Rüstzeug, mit dem sie ein tragfähiges Geschäftskonzept entwickeln können.“

Die besten Geschäftskonzepte wurden an diesem Abend mit einem Preisgeld von insgesamt 12.000 Euro prämiert. Ausgezeichnet wurden die Teams von den Vertretern der Schirmherren des BPW, Albrecht Gerber, Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, und Christian Rickerts, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Berlin, zusammen mit Gastgeberin Kerstin Jöntgen und Potsdams Bürgermeister Burkhard Exner.

Bereicherung für Berlin und Brandenburg

BPW-Fan und traditioneller Laudator der ersten Prämierung, Staatssekretär Christian Rickerts, zeigte sich angetan vom diesjährigen BPW-Auftakt: „Die Gründungsszene in Berlin ist ausgesprochen vielfältig. Nicht nur High-Tech-Gründerinnen und -Gründer finden ein breites Unterstützungsangebot in der Stadt, sondern auch junge Unternehmen aus den Dienstleistungsbranchen, aus Handel oder Handwerk. Für den Ansatz, Gründerinnen und Gründer aus allen Branchen und mit allen möglichen Geschäftsideen mit Workshops und Seminaren zu unterstützen, steht der BPW.“

Bürgermeister Burkhard Exner lenkte den Blick nochmal auf Potsdam und das große Potenzial Brandenburgs für neue Geschäftsgründungen: „Die Landeshauptstadt Potsdam ist ein hervorragender Standort für Startups. Ein tolles Lebensgefühl und kurze Wege treffen hier auf Kreativität und Ideenreichtum gepaart mit einer breiten Unterstützungsstruktur für junge Unternehmen sowie einer herausragenden Wissenschaftslandschaft. Der Businessplan-Wettbewerb ist dabei ein wichtiges Angebot, um gezielt aus einer Idee ein erfolgreiches Unternehmen werden zu lassen.“

Spannend bis zum Schluss

Spannend blieb es bis zum Schluss. So erfuhren die sechs Teams aus BPW Plan erst an diesem Abend, wer es auf welche Stufe des Siegertreppchens geschafft hat. Die Teams aus BPW Canvas mussten derweil noch live vor Ort überzeugen und in einem einminütigen Pitch das Publikum von ihrem Geschäftskonzept begeistern. Die Gewinner wurden per SMS ermittelt. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen holte schließlich das Team „ChiliCup“ den Sieg nach Hause.

  • BPW Plan
  1. Platz: LiveEO – kombiniert automatisiert Satelliten- und Drohnen-Daten zum echtzeitnahen Monitoring von Infrastrukturnetzwerken.
  2. Platz: dive.sph – bietet eine Software zur Simulation von Wasserströmungen und trägt so zur Digitalisierung industrieller Produktentwicklung bei.
  3. Platz: QuadCover Geometry Solutions – entwickelt neue, automatisierte Methoden zur Geometrieverarbeitung für industrielle Verarbeitungs- und Designprozesse.
  • BPW Canvas
  1. Platz: ChiliCup – will das Kultgericht Chili con Carne auf Wochen-, Food- und Weihnachtsmärkte bringen und das einzigartig lecker und ökologisch nachhaltig.

Viel mehr als ein Wettbewerb

Die feierliche Prämierung war der erste Höhepunkt der dreiphasigen Initiative, die Gründerinnen und Gründer in der Region kostenlos bei der Entwicklung eines tragfähigen Geschäftskonzepts unterstützt. Der BPW ist dabei viel mehr als nur ein Wettbewerb: Er bietet vielfältiges Gründungswissen über Seminare und Workshops, individuelle Beratung durch über 300 erfahrene Experten und ein großes Netzwerk wertvoller Kontakte zu Investoren, Unternehmen, Medien und Politik.

Bereits im März geht es in die zweite heiße Phase. Bis zum 13.03. können alle angehenden Unternehmerinnen und Unternehmer aus Berlin und Brandenburg ihr Geschäftskonzept wieder online zum Wettbewerb einreichen und so an der zweiten Phase teilnehmen.

Initiative Businessplan-Wettbewerb beruht auf Partnerschaft

In allen Wettbewerbsphasen bietet der Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg (BPW) als größte regionale Existenzgründungsinitiative vielfältige kostenlose Angebote zur Begleitung von Existenzgründerinnen und Existenzgründern auf ihrem Weg von der Produktidee zum tragfähigen Geschäftskonzept.

Organisiert wird der BPW von der Investitionsbank Berlin (IBB), der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sowie den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB). Träger des Wettbewerbs sind die Hochschulen in Berlin und Brandenburg. Der BPW wird zum Großteil aus Mitteln von Premiumpartnern, Partnern und Eigenmitteln der Organisatoren finanziert. Unterstützt wird die Initiative gemeinsam durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin und das Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. (red)

IHK Potsdam wird Partner der Kampagne B96.jetzt

Die IHK Potsdam setzt sich im Interesse ihrer 76.000 Mitgliedsunternehmen gemeinsam mit der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern für einen zügigen Ausbau der Bundesstraße B 96 Nord ein und ist seit heute Partner der Kampagne www.B96.jetzt .

Der Potsdamer IHK-Präsident Peter Heydenbluth sagt: „Wir wissen, dass es zahlreiche Unternehmen in der Region gibt, die dringend auf den schnellen Ausbau angewiesen sind. Unternehmer haben sich sogar per Videobotschaft auf der Kampagnen-Internetseite geäußert und erklären, warum ihnen dieses Verkehrsprojekt so enorm wichtig ist. Wir werden uns länderübergreifend mit Nachdruck dafür einsetzen, dass der Ausbau nicht verzögert wird. Wir bemängeln, dass schon die Planungen viel zu lang dauern.“

Kammern wollen Gas geben und jegliche Verzögerungen vermeiden

Neubrandenburgs IHK-Präsident Dr. Wolfgang Blank: „Jetzt heißt es noch einmal Gas geben. Umso mehr freut es uns, dass nun so ein Schwergewicht aus Brandenburg unsere Reihen stärkt.“ Der Ausbau zwischen Oranienburg und Neubrandenburg gilt als zentrale Voraussetzung dafür, dass die Wirtschaft sowohl im Brandenburger Norden als auch im östlichen Mecklenburg-Vorpommern zukünftig floriert. Im europäischen Verkehrsnetz ist die B 96 zudem mit ihrer Anbindung an die Seehäfen eine wichtige transeuropäische Verkehrsachse nach Skandinavien. Positiv im Jahr 2016 war die Aufnahme der B 96 in den aktuellen Bundesverkehrswegeplan 2030. Dafür hatten bereits beide IHKs gemeinsam – auch über Parlamentarische Abende in Berlin – lange gekämpft.

Stand (Dezember 2017) der Planungen zur B 96 Nord

Die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben ein abgestimmtes Ausbaukonzept für die B 96 von der A 10 bis zur A 20 erarbeitet, welches den für Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zuständigen Gebietsreferaten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur im September 2017 vorgestellt wurde. Damit ist in Ergänzung zu den Neubaumaßnahmen eine Grundlage für den etappenweisen Um- und Ausbau der B 96 gegeben. Für Brandenburg enthält dies die bekannten Ortsumgehungen (OU) von Nassenheide, Teschendorf, Löwenberg, Gransee und Fürstenberg sowie die umzubauenden Streckenabschnitte.

B 96 OU Teschendorf/Löwenberg: Stand Planfeststellungsverfahren

In Vorbereitung befindet sich eine notwendig gewordene zweite öffentliche Auslegung einer aktualisierten Planunterlage. Diese ist aufgrund der Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen und vorgetragener Einwendungen aus der vorherigen Auslegung notwendig geworden.
Die Auslegung der Unterlagen wird in den jeweiligen Amts-/Gemeindebereichen durch rechtzeitige Ankündigung im Amtsblatt angezeigt. Die Auslegung wird Anfang 2018 erfolgen.

B 96 OU Fürstenberg: Stand Vorplanung

Hier hat sich am Sachstand nichts geändert. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider hat betont, dass die Prüfung von Alternativen zur geplanten Strecken-Variante für die OU Fürstenberg/Havel in jedem Fall geboten sei und zu keinen Verzögerungen in der Planung führen werde.

B96 Neubrandenburg – Neustrelitz

Derzeit befindet sich die Vorplanung für den Ausbau der B 96 zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz einschließlich der zwei Ortsumgehungen Usadel und Weisdin kurz vor dem Abschluss. Der nächste Schritt ist dann die Linienbestätigung durch das Bundesverkehrsministerium. Die weiteren Planungsschritte (Entwurfsplanung, Planfeststellung und Ausführungsplanung) werden dann von der Straßenbauverwaltung Mecklenburg-Vorpommern weitergeführt.

B96 – Ortumgehung Neubrandenburg

Weiter ist man dagegen bereits beim Teilvorhaben Ortsumgehung Neubrandenburg. Der Bau des ersten Bauabschnittes der Ortsumgehung im Zuge der B 96 wurde 2016 begonnen und soll im Sommer 2019 fertiggestellt werden.

3,1 Millionen Euro Förderung für zukunftsweisende Solarzellen

Die Oxford Photovoltaics Germany GmbH, eine Tochtergesellschaft des britischen Unternehmens Oxford PV – The Perovskite Company, investiert knapp 15 Millionen Euro in die Errichtung einer Betriebsstätte zur Entwicklung, Herstellung und zum Vertrieb von Solarzellen in Brandenburg an der Havel. Bereits im November 2016 wurde zu diesem Zweck der ehemalige Forschungs- und Entwicklungsstandort von Bosch übernommen.

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit 3,1 Millionen Euro aus dem Programm Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW-G). Das Ziel ist der Aufbau einer Pilotlinie, um die von Oxford PV entwickelte Perowskit-Solartechnologie zur Marktreife zu bringen. Mit der Investition sind 18 neue Arbeitsplätze verbunden. Den Fördermittelbescheid haben Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber und Kerstin Jöntgen, Mitglied des Vorstandes der Förderbank ILB, in dieser Woche an das Unternehmen übergeben.

Britisches Unternehmen Oxford PV investiert in Brandenburg an der Havel

Minister Gerber erklärte beim heutigen Unternehmensbesuch: „Ich freue mich, dass die Oxford PV einen Standort in Brandenburg gewählt hat, um hier ihre neue Solartechnologie zur Marktreife zu bringen und Solarzellen ,made in Brandenburg‘ zu produzieren. Die Entscheidung des britischen Unternehmens belegt, dass unser Land attraktiv ist für innovative Hochtechnologie-Unternehmen – denn bei der Standortentscheidung konnte sich Brandenburg gegen zahlreiche andere internationale Standorte durchsetzen.

Für Brandenburg sprach neben gut ausgebauter Verkehrslogistik nicht zuletzt, dass hier hoch qualifizierte Mitarbeiter, insbesondere Entwicklungsingenieure, zur Verfügung stehen. Auch die große Expertise von Dienstleistern und Lieferanten in der Region im Photovoltaikbereich fiel bei der Entscheidung von Oxford PV für Brandenburg in die Waagschale. Ich bin überzeugt, dass sich die Produktionsstätte von Oxford PV zu einem Leuchtturm entwickeln wird, der Maßstäbe setzen und weit über die Region hinausstrahlen wird.“

Neuartige Perowskit-Solarzellen sollen hier zur Marktreife gebracht werden

ILB-Vorstandsmitglied Kerstin Jöntgen  sagte anlässlich der Ansiedlung in Brandenburg: „Wenn Hochtechnologie-Unternehmen in Brandenburg Produktionsstandorte aufbauen, dann ist das immer ein Grund zur Freude. Oxford PV hatte im Vorfeld intensiv nach einer Fertigungsstätte in den USA und Europa gesucht und sich aufgrund der hohen Anforderungen an Maschinen, Infrastruktur und Qualifizierung der Mitarbeiter letztendlich für Brandenburg als Standort entschieden. Damit erlebt auch die ehemalige Bosch-Produktionsanlage in Brandenburg an der Havel eine sinnvolle Nachnutzung.“

Solarzellen, die aus dem Mineral Perowskit gefertigt sind, weisen seit Beginn der Forschungen die höchste Leistungssteigerung aller Solartechnologien auf. Seit 2009 hat sich der Wirkungsgrad von vier Prozent auf knapp 23 Prozent gesteigert. Durch die vergleichsweise simple und preiswerte Herstellung sind Perowskit-Zellen die momentan vielversprechendste Weiterentwicklung im Bereich der Solartechnologien.

ILB Förderung ermöglicht Produktweiterentwicklung

Oxford PV plant, die Technologie in Form sogenannter Tandem-Solarzellen, die neben Perowskit auch aus Silizium bestehen, auf den Markt zu bringen. Damit kann der Wirkungsgrad weiter erhöht werden.

Frank P. Averdung, Chief Executive Officer von Oxford PV, ergänzte: „Die Förderung der ILB für die Pilotlinie in Brandenburg ermöglicht es uns, die Perowskittechnologie von der Laborgröße auf die marktübliche Wafergröße aufzuskalieren und schließlich bis zur Produktreife weiterzuentwickeln.
Mittelfristig wollen wir durch die Tandembauweise einen Wirkungsgrad von über 30 Prozent erreichen. Für die Markteinführung der Module wurde bereits eine Kooperation mit einem führenden Zell- und Modulhersteller geschlossen.“ (red)

Gute Nachricht im ersten Quartal 2018: Hauptstadtregion befindet sich im Konjunkturhoch

Die Metropolregion Berlin-Brandenburg befindet sich in einem Konjunkturhoch. In allen Branchen florieren die Geschäfte. Die Unternehmen sind zuversichtlich, dass der konjunkturelle Rückenwind auch in den kommenden sechs Monaten anhalten wird. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern in Berlin, Potsdam, Cottbus und Ostbrandenburg.

Die Beschäftigungs- und Investitionsplanungen der Unternehmen sind expansiv. In Berlin behält die Konjunktur das hohe Tempo der Vorjahre bei, in Brandenburg beschleunigt sie sogar noch. Der gemeinsame Konjunkturklimaindex beider Länder beträgt 138 Punkte – und liegt damit deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von 115 Punkten.

Hauptstadtregion bereits seit vier Jahren im Konjunkturhoch

Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin: „Die Hochkonjunktur unserer Wirtschaft geht ins vierte Jahr und ein Ende ist nicht in Sicht. Dieser einmalige Boom wird gestützt durch das anziehende europäische und internationale Wachstumstempo und die Standortvorteile der Metropolregion. Nachfrageseitig profitieren unsere Unternehmen von wachsenden Bevölkerungs- und Besucherzahlen und immer weiter steigenden Beschäftigtenzahlen – das kommt der Kaufkraft zugute. Gleichzeitig findet die Wirtschaft in Berlin und Brandenburg eine einmalige Kombination aus Wissenschaft- und Kultureinrichtungen, die den erfolgreichen für unsere Region typischen Mix aus Innovation und Kreativität erst möglich machen. Die Unternehmen sind überwiegend optimistisch gestimmt, was die Entwicklung ihrer Geschäfte im kommenden Halbjahr betrifft.

91 Prozent der Unternehmen rechnen damit, dass sich die Geschäfte im nächsten halben Jahr entweder gleichbleibend gut oder sogar noch besser entwickeln. Allerdings ist diese Zuversicht nicht völlig ungetrübt: Der Fachkräftemangel ist, wie in ganz Deutschland, die Achillesverse unseres Wachstumserfolges in der Zukunft. Eine gute Bildungspolitik ist dagegen das beste Mittel.
Und damit auch eine starke Konjunkturstütze.“

Investitionen florieren – aber nicht ganz von alleine

Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus: „Sowohl die Exporterwartungen als auch die Investitionsabsichten zeigen, dass die Unternehmen positiv gestimmt sind und mit weiterem Wachstum rechnen. Insgesamt 79 Prozent der Unternehmen in Berlin und Brandenburg planen neue Investitionen. Doch diese Entwicklung ist kein Selbstläufer. Vor allem in Brandenburg muss die Exportwirtschaft weiter gestärkt werden. Die Unternehmen brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen sowie starke Partner bei der Entwicklung von Produktinnovationen und bei der Begleitung in neue Märkte. So berichten 48 Prozent der Industrieunternehmen in Berlin und Brandenburg von gestiegenen Exporten. Aber während bei Berliner Industrieunternehmen die Exportquote bei 61 Prozent lag, betrug sie bei den Brandenburgern nur 29 Prozent. Berlin liegt damit weit über dem deutschlandweiten Durchschnitt von 50 Prozent. Brandenburg noch weit darunter.“

Mario Tobias, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam: „Die Personalpläne in Berlin und Brandenburg sind weiterhin auf Expansionskurs. Mehr als ein Drittel der Unternehmen will Mitarbeiter einstellen, und mehr als die Hälfte die Belegschaft konstant halten. Insbesondere auf dem Bau wird händeringend Personal gesucht. Hier tritt derzeit am deutlichsten die Lücke zu Tage: Es fehlt an Auszubildenden und an Fachkräften. Die Unternehmen geben an, dass dieser Mangel das eigene Wachstum bremst oder sogar bedroht. Aktuell liegt dieser Risikofaktor unangefochten auf Platz 1 und beunruhigt 69 Prozent der Unternehmen in der Hauptstadtregion. Aufhorchen lässt trotz sehr stabiler Verflechtungen: Der Anteil der Unternehmen, die die Bedeutung des Marktes im jeweiligen anderen Bundesland als hoch einschätzen, ist von 44 Prozent im Jahr 2016 auf aktuell 36 Prozent gesunken. Auch stagniert die Fusionsneigung in Berlin und findet in Brandenburg immer weniger Befürworter. Es sprechen sich zwar noch gut die Hälfte der Unternehmen in Berlin und Brandenburg für ein Zusammengehen der beiden Länder aus. Der Anteil der Gegner ist allerdings von 19 in 2016 auf jetzt 27 Prozent gestiegen.“

Dieselfahrverbot würde die Region schwächen

Guido Weiß, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg: „Wir haben unsere Unternehmer gefragt, wie sie ein Fahrverbot von Dieselfahrzeugen treffen würde. Auf die Hälfte aller Betriebe in Berlin und Brandenburg hätte es Auswirkungen. Desto näher die Betriebe an Berlin liegen, umso größer ist die Betroffenheit. In den Landkreisen Märkisch-Oderland und Barnim sind es zwei Drittel der Unternehmen. Dieselfahrzeuge werden in der Regel für den langfristigen Einsatz in Betrieben angeschafft. Das Dieselfahrverbot hätte also nicht nur Folgen für die Versorgung der Stadt. Es geht auch um die Investitions- und Zukunftschancen der Unternehmen in Berlin und Brandenburg. Unsere Bitte an die Politik ist, mit Augenmaß eine „Blaue Plakette“ einzuführen. Auch Produkte aus der Region gelangen nicht mit dem Lastenfahrrad zum Kunden.“

Die IHK stellt Ihren gesamten Konjunkturbericht hier zur Verfügung.

Stärkung der personellen und materiellen Ressourcen

Der Kammerbezirk Potsdam umfasst insgesamt sechs Landkreise sowie die kreisfreien Städte Brandenburg an der Havel und Potsdam und ist damit der zweitgrößte bundesweit. Über die aktuelle Lage und Perspektiven dieses Kammerbezirks sprachen wir mit dem Präsidenten der IHK Potsdam, Peter Heydenbluth.

Herr Heydenbluth, seit September sind Sie im Amt. Welche Themen standen für Sie seitdem im Mittelpunkt?

Ich habe mich mit dem Ministerpräsidenten getroffen und über den Infrastrukturausbau in unserer Region gesprochen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber habe ich deutlich gesagt, dass die Politik aufpassen muss: Neue investitionsfremde Auflagen bei der Investitionsförderung unterstützen nur die Bürokratie und verhindern Investitionen der Unternehmen. Wir müssen schauen, dass das Wirtschaften in Brandenburg nicht komplizierter ist als in anderen Bundesländern, sondern dass wir beispielsweise auch Mittel für die regionale Wirtschaftsförderung umwidmen, die ursprünglich für die Kreisgebietsreform vorgesehen waren.

Das sind essentielle Fragen. Welche politische Unterstützung wünschen Sie sich dafür?

Im ländlichen Raum ist es schwer, Auszubildende und Fachkräfte zu finden. Deshalb ist zum Beispiel eine verbindliche Ausbildungsquote völlig utopisch. Stattdessen ist es wichtig, in solchen Gegenden alles dafür zu tun, dass uns die jungen Menschen nicht abwandern. Mehr noch, der Zuzug von motivierten jungen Menschen und Fachkräften aus Deutschland und dem Ausland muss angekurbelt werden. Deshalb habe ich gemeinsam mit meiner Berliner Amtskollegin die Regierungschefs unserer beiden Länder für das kommende Jahr zu einem Spitzengespräch mit der Wirtschaft eingeladen. Denn Brandenburg ist nicht nur ein guter Ort zum Wirtschaften, sondern auch wunderbar zum Leben.

Wie fördert die IHK Potsdam die Gewinnung von mehr Fachkräften?

Wir haben jetzt das erste von insgesamt 45 „Digitalen Schwarzen Brettern“ in den Schulen unseres Kammerbezirkes online gebracht. Damit nutzen wir die Kommunikationsgewohnheiten der jungen Leute, um auch Schülern der gymnasialen Oberstufe die Karrierechancen der dualen Berufsausbildung vor Augen zu führen. Zudem haben wir Projektstellen geschaffen, um die Netzwerke zwischen Unternehmern und Schulen zu verstärken, Geflüchtete in den Ausbildungsmarkt zu begleiten und – zum Beispiel mit unserer IHK-Stiftung für Fachkräfte – Schülerfirmen zu unterstützen.

Was steht aktuell ganz oben auf Ihrer To-Do-Liste?

Wir sehen Berlin und Brandenburg immer zusammen als Hauptstadtregion. Dementsprechend haben wir in diesem Jahr die übergreifende „Allianz für Wirtschaft“ gegründet. In der machen wir uns stark für mehr Kapazitäten auf Straßen, Schienen, Wasserwegen, im Luftverkehr, für ein leistungsfähiges Gigabit-Breitbandnetz auch in ländlichen Regionen und vor allem für Fachkräfte. Außerdem möchten wir potenziellen Rückkehrern noch attraktivere Bedingungen bieten, um diese für ihre Heimat wiederzugewinnen. Hierzu haben wir uns beim jüngsten Spitzengespräch mit Ministerpräsident Dietmar Woidke verständigt und unsere Unterstützung zugesagt. In dem Zusammenhang habe ich gefordert, dass die rund 400 Millionen Euro, die nun nicht in die Kreisgebietsreform gehen, investiert werden. Schnell und unbürokratisch in die Infrastruktur, in den Nahverkehr, in Breitband sowie in die Bildung. (lj)

Wie schmeckt die Zukunft? – Lebensmittelwirtschaft präsentiert Trends auf der Internationalen Grünen Woche 2018

Insektenburger, Cold Brew Kaffee aus der Dose oder Acai-Limonade – die Trends von heute geben einen Vorgeschmack auf die Ernährung der Zukunft. Wer genau wissen will, wie die Zukunft schmeckt, sollte deshalb den Gemeinschaftsstand der Lebensmittelwirtschaft vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) auf der Internationalen Grünen Woche 2018 besuchen. Vom 19. bis zum 28. Januar 2018 laden die beiden Spitzenverbände zu einer Reise unter dem Motto „Wie schmeckt die Zukunft?“ in Halle 22a ein.

„Superfoods, alternative Proteinquellen, angereicherte Proteine, innovative Rezepturen, Nachhaltigkeit, Regionalität oder Flexibilität – an unserem Stand finden Sie Beispiele, die den Geschmack der Zukunft repräsentieren und die Trends möglichst breit abdecken. Für uns steht heute schon fest: Die Zukunft ist vielfältig und hält für jeden das Passende bereit. Dafür sorgen unsere Hersteller und das möchten wir auch zeigen“, erklärt BLL-/BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Die Trends werden nicht nur in der „Future Food Show“ ausgestellt, sondern können teilweise auch vor Ort auf der Messe direkt verkostet werden. Verschiedene Start-Up-Unternehmen aus dem Ernährungsbereich bieten ihre Innovationen an und stehen für den Dialog mit den Besuchern zur Verfügung. Mit dabei sind u. a. Philosoffee, Grillido, Grizzly Snack, Caté, LIMAI Goodforgrowth, Popster Ice, Heyqnut und die Bug Foundation.

Junge Gründer und alte Hasen auf der Internationalen Grünen Woche 2018

Aber nicht nur die jungen Gründer wollen die weltgrößte Verbrauchermesse unsicher machen, auch zwei Größen des Lebensmittelmarktes sind sehr zu unserer Freude wieder am BLL-/BVE-Gemeinschaftsstand dabei. Die REWE Group und Nestlé Deutschland zeigen, welche Aspekte für sie zur Zukunft der Ernährung dazugehören. Minhoff betont: „Die Beteiligung von zwei großen Unternehmen unterstreicht die Bedeutung der IGW für die Wirtschaft. Sie ist die einzige Messe, auf der die Produzenten auf die Konsumenten treffen. Das wollen wir nutzen und gemeinsam in den Dialog gehen.“

In der Showküche, die nächstes Jahr erstmals von dem Traditionsunternehmen Küppersbusch gesponsert wird, können sich die Besucher der Internationalen Grünen Woche 2018 davon überzeugen, dass es auch in Zukunft vor allem vielseitig und lecker schmecken wird. Zu den „Cook & Talks“ empfangen Daniel Schade und Philip Schundau vom Verband Deutscher Köche sowie Sebastian Morgenstern Experten, die die Trendthemen mittels spezieller Speisen oder anderen Verkostungsaktionen anschaulich darstellen und live für jeden erlebbar machen. Die Küppersbusch-Showküche ist zudem Mittelpunkt für die kleinen Gäste, die sich im Rahmen des Schülerprogramms der Messe Berlin zum Schülerkochen angemeldet haben. BLL und BVE wollen auf diesem Weg Ernährungsbildung aktiv und praktisch gestalten. Weiterhin haben alle Standbesucher die Möglichkeit, in einem Quiz ihr Wissen über die Ernährung der Zukunft zu testen. Das vollständige „Cook & Talk“-Programm sowie eine Übersicht über die Vor-Ort-Zeiten der Start-Ups am Stand werden im Januar auf den Internetseiten von BLL und BVE veröffentlicht.

Stand von BVE und BLL seit neun Jahren Anziehungspunkt

Mit zuletzt mehr als 150.000 Besuchern ist der von BVE und BLL konzipierte Gemeinschaftsstand seit neun Jahren ein wichtiger Anziehungspunkt für Verbraucher, Fachbesucher, Politik und Medien auf der weltgrößten Verbrauchermesse. Die BVE ist zudem ideeller Träger der IGW.

Der Gemeinschaftsstand der Lebensmittelwirtschaft auf der Internationalen Grünen Woche 2018 wird gefördert durch die Landwirtschaftliche Rentenbank.

Innovationspreis Berlin Brandenburg 2017 in Potsdam vergeben

Erstmalig 6 Unternehmen und Kooperationen für herausragende Innovationen geehrt

 

Sechs Unternehmen und Kooperationen sind am vergangenen Freitag in Potsdam für ihre Produkte und Verfahren mit dem Innovationspreis Berlin Brandenburg 2017 ausgezeichnet worden. Der Innovationspreis Berlin Brandenburg ist der bedeutendste Wirtschaftspreis der Hauptstadtregion und wird seit 1992 jährlich von den Wirtschaftsverwaltungen der beiden Länder ausgelobt. Der Preis ist mit 10.000 Euro für jeden Preisträger dotiert.

In diesem Jahr war die Qualität der Einreichungen besonders hoch, so dass die Jury erstmalig sechs statt der bisher möglichen fünf Preisträger prämierte.

 

2017 wurden insgesamt 134 Bewerbungen aus Berlin und Brandenburg eingereicht

 

Die 17-köpfige Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger Ph. D., Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), konnte aus insgesamt 134 Einreichungen auswählen und die besten Innovationen küren.

 

Als Innovationspreisträger 2017 ausgezeichnet wurden in alphabetischer Reihenfolge:

 

  • GA Generic Assays GmbH
    „Tests für die Diagnose und Prognose der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung“
  • GEFERTEC GmbH
    mit „3D-Metall-Druck
  • Kinematics GmbH 
    Tinkerbots – Robotik-Baukasten für Kinder ab 6 Jahren
  • MotionTag GmbH 
    Seamless Traveling, neue Mobilität, Mobility-as-a-Service
  • Professor Dr. Berg & Kießling GmbH (B+K) 
    Extern befeuerte Gasturbinen zur Verwertung von hidden fuels
  • Sicoya GmbH + IHP Solutions GmbH 
    Siliziumphotonik

 

„Die Hauptstadtregion hat ein ausgesprochen lebendiges Innovationsklima. Das belegt nicht zuletzt die große Zahl an Bewerbungen, die Brandenburger und Berliner Unternehmen, universitäre Einrichtungen und Start-ups in Kooperation miteinander erarbeitet haben. Insgesamt wurden 27 länderübergreifende Verbundprojekte zum Wettbewerb eingereicht – deutlich mehr als in den Vorjahren. Weitere 25 Bewerbungen sind aus einer Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft entstanden. Erfreulich ist auch, dass sich sowohl junge als auch etablierte Unternehmen am Wettbewerb beteiligt haben. Und ganz besonders freue ich mich über die vielen Einreichungen aus dem Bereich des Handwerks“, sagt Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg.

Moderatorin Britta Elm, Staatssekretär Christian Rickerts, Staatssekretär Hendrik Fischer | Foto: B.Bartelsen/innovationspreis.de 

„Wirtschaft und Wissenschaft sind auch in diesem Jahr wieder gewinnbringende Verbindungen eingegangen. Die Nominierten und Preisträger des Innovationspreises zeigen, welchen Erfolg man mit der Umsetzung innovativer Ideen in marktfähige Produkte erzielen kann, weit über den heutigen Abend und die Preisverleihung hinaus. Die innovativen Unternehmen der Region sind ihr eigentlicher Innovationsmotor, sie lassen das Bruttosozialprodukt anwachsen und schaffen Arbeits- und ausbildungsplätze. Ich gratuliere allen Preisträgern ganz herzlich“, sagt Christian Rickerts, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Berlin.

 

Nominierte und Sonderpreis für soziale Innovation 2017 

 

Die weiteren Nominierten 2017 in alphabetischer Reihenfolge:

 

  • BTU Cottbus-Senftenberg, Fachgebiet Leichtbau mit strukturierten Werkstoffen 3
    „Hoch effiziente CFK-Profilplatten für Wärmeübertragungssysteme“
  • CHRONOS VISION GmbH
    „Universelles Guidance-System für Kateraktoperationen“
  • DILAX Intelcom GmbH
    „Citisense: vorausschauende Planung und Steuerung des öffentlichen Personenverkehrs für die Mobilität von morgen“
  • UFA GmbH + Fraunhofer HHI
    „Volumetrisches Video – Schlüsseltechnologie für den begehbaren Film“

Darüber hinaus wurde 2017 ein Sonderpreis für soziale Innovation vergeben.

 

Mit dem Sonderpreis für soziale Innovation wurde ausgezeichnet:

  • Filmwerte GmbH

„Die Gesellschaft droht zu zerfallen in voneinander abgeschottete sprachliche, kulturelle und soziale Räume. Die Menschen bleiben unter sich, kennen einander immer weniger. Ansätze, die sich entschieden gegen diese Entwicklung stemmen, finden sich auch unter den Einreichungen. Die Jury sieht darin eine soziale Innovation: Sie öffnet Türen, die sonst verschlossen blieben. Die Jury hat daher mit Unterstützung aus dem Bereich der Partner, einen Sonderpreis für soziale Innovationen vergeben“, sagt Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger Ph. D.

Jurypräsidentin Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger Ph. D. | Foto: B.Bartelsen/innovationspreis.de 

Link: www.innovationspreis.de

Bildquelle: B.Bartelsen/innovationspreis.de 

„Netz Elbe-Spree“: Neuvergabe im Eisenbahn-Regionalverkehr startet

Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt hat der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) das Vergabeverfahren des „Netz Elbe-Spree“ in die Wege geleitet. Das jetzige „Netz Stadtbahn“ wird modifiziert und erneut im Wettbewerb vergeben. Mit jährlich rund 28 Millionen Zugkilometern ist das Netz Elbe-Spree (NES) bundesweit das größte Eisenbahnnetz, das bislang im Schienenpersonennahver-kehr (SPNV) ausgeschrieben wurde. Neben den Ländern Brandenburg und Berlin beteiligen sich auch Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt an der europaweiten Ausschreibung. Der VBB führt das Vergabeverfahren im Auftrag der Länder durch.

Das Vergabenetz Elbe-Spree umfasst 17 Regional-Express- und Regionalbahnlinien sowie den Flughafenexpress (FEX) mit einem Gesamtvolumen in Höhe von rund 28 Millionen Zugkilometer pro Jahr. Der größte Anteil der Verkehrsleistung liegt mit rund 67 Prozent im Land Brandenburg, etwa 24 Prozent befinden sich in Berlin, je 4,3 Prozent liegen in Mecklenburg- Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Um zu gewährleisten, dass wirtschaftliche und technische Risiken verteilt und ein Wettbewerb der Unternehmen im Eisenbahn-Regionalverkehr erzielt wird, ist das Vergabenetz in vier Einzellose aufgeteilt. Die Vertragslaufzeit für die Verkehrsverträge Netz Elbe- Spree beträgt zwölf Jahre, der Betrieb beginnt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022.

Berlins Senatorin Regine Günther für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz: „Die Stadt wächst und die Pendlerzahlen steigen. Die Ausschreibung des Netzes Elbe-Spree reagiert darauf und wird die Verbindungen auf der Schiene deutlich verbessern. Eine gute Schieneninfrastruktur nutzt den Pendlerinnen und Pendlern und trägt maßgeblich zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Der Regionalverkehr wird mit vielen Bahnhöfen im gesamten Stadtgebiet attraktiver, der BER wird vom Hauptbahnhof alle 15 Minuten erreichbar sein. Kapazitäten, Komfort sowie die Barrierefreiheit werden ausgebaut.“

Mehr Angebote – mehr Züge – dichtere Takte

Dem Verfahren sind umfangreiche Gutachten zur Prognose der Fahrgastnachfrage vorangegangen. Danach ist bis 2030 mit erheblichen Nachfragesteigerungen von abschnittsweise bis zu 100 Prozent zu rechnen. Entsprechend werden die Kapazitäten durch eine dichtere Taktung und längere Züge erheblich erhöht, zum Beispiel:

  • RE1: drei statt zwei Fahrten pro Stunde in der Hauptverkehrszeit (HVZ) mit einer durchgehenden Zugkapazität von 600 Sitzplätzen
  • RE2: zwei statt einer Fahrt pro Stunde in der HVZ Berlin – Lübbenau (nach Infrastrukturausbau Verlängerung auf dem Abschnitt Berlin – Cottbus) und Erhöhung der Zugkapazität von 420 auf 550 Sitzplätze
  • RE7: zwei statt einer Fahrt pro Stunde Bad Belzig – Berlin Wannsee und zukünftig durchgehend mindestens 420 Sitzplätze pro Zug
    Berlin – Nauen: vier statt drei Fahrten pro Stunde
  • FEX: Erhöhung der Kapazität von 300 auf 550 Sitzplätze
  • RB24: Erhöhung der Kapazität von 300 auf 550 Sitzplätze

Mit Auslaufen der heutigen Verträge im Netz Stadtbahn im Dezember 2022 erfolgt gleichzeitig eine Neusortierung des Liniennetzes. Neue Verbindungen entstehen, wie zum Beispiel Potsdam <-> Berlin-Spandau oder Oranienburg (via Berlin Ostkreuz) <–> Ludwigsfelde.

VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel: „Der VBB hat aus den vergangenen Vergaben umfangreiche Erkenntnisse gewonnen, die jetzt in das Verfahren fließen. Nicht nur der Preis wird über die Vergabe entscheiden, sondern auch angebotene Mehrqualitäten und innovative Ideen wie zum Beispiel bezüglich alternativer Antriebe der Fahrzeuge sollen positiv bewertet werden. Wir bereiten uns auf einen spannenden Wettbewerb vor und freuen uns auf viele interessierte Bieter, die den Eisenbahnverkehr in unserer Region leistungsfähiger und moderner machen.“

Moderne Fahrzeuge – WLAN – digitale Fahrgastinformation

Den Fahrgästen sollen zeitgemäße Ausstattungsqualitäten angeboten werden. Gebrauchtfahrzeuge sind zugelassen, jedoch sind Umbaumaßnahmen und eine Runderneuerung („Re-Design“) erforderlich. Wie bisher üblich, soll auch zukünftig jeder Zug mit Personal begleitet werden. Alle Züge sollen über einen für den Fahrgast kostenlosen Internetzugang per WLAN verfügen. Für die Fahrradmitnahme wird es prioritäre Stellplätze – ohne Klappsitz dahinter – geben, die mit auffälligen Piktogrammen im und am Fahrzeug angezeigt werden. Die Erkenntnisse hierzu stammen aus dem VBB-Pilotprojekt „Rad im Regio“. Ausgehend vom Pilotprojekt „Digital im Regio“ soll künftig auch flächendeckend der Umfang der Fahrradmitnahme erfasst und beispielsweise in den Onlinemedien als Auslastung je Fahrzeug dargestellt werden. So können Fahrgäste bereits vor der Fahrt und spätestens vor Einfahrt des Zuges am Bahnsteig einschätzen, ob und wo im Zug noch genügend Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen.

Die Barrierefreiheit wird weiterentwickelt. Die sogenannten Servicemittelwagen werden zukünftig, sofern es sich um Neufahrzeuge handelt, über zwei unterschiedlich hohe Einstiege verfügen, so dass von den üblichen Bahnsteighöhen 550 mm und 760 mm stufenfrei eingestiegen werden kann.

„Netz Elbe-Spree“ setzt CO2-Minderung als Ziel

In die Vergabe kommen die Linien RB33, RB37 und RB51 auf teilweise nicht elektrifizierten Strecken. Die hier bisher fahrenden Dieselzüge sollen durch sogenannte bimodale Fahrzeuge ersetzt werden, die nicht elektrifizierte Streckenanteile mit eingebauten Batterien überbrücken können. Die Entscheidung über die Ausgestaltung liegt bei den Bietern und wird bei der Wertung honoriert.

Betriebsübergang – Arbeitsplätze werden erhalten

Wie in den bisherigen Verkehrsverträgen wird es auch im Verfahren Netz Elbe-Spree, basierend auf dem neuen Vergaberecht, die Übernahmeverpflichtung für das Betriebspersonal geben. Im Falle eines Betreiberwechsels kann jede/r Triebfahrzeugführer/in, Zugbereitsteller/in oder Kundenbetreu-er/in davon ausgehen, den Arbeitsplatz beim neuen Betreiber zu denselben Rahmenbedingungen fortzuführen.

Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider: „Mehr Angebote, mehr Leistungen im größten Vergabenetz Deutschlands. Durch rechtzeitige Vergabe erreichen wir mehr Flexibilität in den Verkehrsverträgen und können besser auf die Entwicklung der Nachfrage und nicht zuletzt auf den notwendigen Ausbau der Infrastruktur reagieren.“

Zeitplan

Nach dem jetzigen Start des Vergabeverfahrens Netz Elbe-Spree haben interessierte Bieter rund ein halbes Jahr Zeit, sich zu bewerben. Geplant ist, im Herbst 2018 den Zuschlag zu erteilen. Dadurch ergibt sich für die Verkehrsunternehmen ein notwendiger Zeitrahmen, um bis zur Betriebsaufnahme in vier Jahren die Fahrzeuge zu beschaffen bzw. zu modernisieren, eventuelle Werkstattkapazitäten aufzubauen und die Übernahme des Personals vom bisherigen Betreiber reibungslos regeln zu können. Die Betriebsaufnahme ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 vorgesehen. (red)

Bockwurst statt Weihnachtsgans: Berliner sind Kochmuffel

Laut der TK-ErnährungsstudieIss was, Deutschland.“ kochen nur ein Drittel der Befragten aus Berlin und Brandenburg regelmäßig. Damit liegt die Hauptstadtregion auf dem letzten Platz. In Baden-Württemberg kochen dagegen 63 Prozent der Umfrageteilnehmer fast täglich. Ebenfalls alarmierend ist, dass in Berlin und Brandenburg bereits jeder Vierte (26 Prozent) Probleme mit dem Stoffwechsel hat und damit Erkrankungen wie Diabetes oder zu hoher Cholesterinspiegel riskiert.

Zeit, Wille und Geld – das fehlt zur gesunden Ernährung

Die Studie gibt an, dass fehlende Ruhe und Zeit die am häufigsten genannte Erklärung dafür sei, warum sich die Menschen in Deutschland nicht gesünder ernähren. Demnach glauben 56 Prozent, dass gesundes Essen mehr Zeit kostet, die sie momentan nicht haben – ein Fluch der Dienstleistungsgesellschaft.

Nicht mal zwei Drittel essen einmal am Tag Gemüse

Viele greifen aus demselben Grund immer häufiger auf Nahrungsergänzungsmittel wie Veluvia oder Orthomol zurück, um trotz eines stressigen Arbeitsalltags die eigene Gesundheit zu fördern. Laut Veluvia schaffen es noch nicht einmal zwei Drittel der Menschen mindestens einmal am Tag eine Portion Gemüse zu sich zu nehmen und somit ausreichend Nährstoffe aufzunehmen, was den Bedarf für die Veluvia-Produkte begründe. Das Start-up sieht darin eine Alternative sich zumindest ausgewogen zu ernähren, ohne jeden Abend Gemüse schnippeln zu müssen.

Orthomol, schon etwas länger auf dem Markt, entwickelt und vertreibt Mikronährstoff-Kombinationen. Laut der Website des Herstellers basieren die Produkte auf dem Prinzip der orthomolekularen Medizin und liefern Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe in ausgewogener Dosierung.

Nahrungsergänzungsmittel sind sicherlich besser als gar nicht vorzusorgen, aber einen gemütlichen Abend in netter Gesellschaft bei gutem Essen können sie nicht ersetzen. Vielleicht sollten sich die Berliner auch dem sozialen Aspekt zuliebe, wieder mehr Zeit zum Kochen nehmen. (uc)

 

Potsdamer Kongresspreis 2017 verliehen

Am gestrigen Abend wurde mit einer festlichen Gala im Hotel Bayrisches Haus der 6. Potsdamer Kongresspreis verliehen. Anna Luise Kiss, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, führte durch einen Abend mit vielen Highlights. Zu diesen gehörten u. a. von Schauspielstudierenden der Filmuniversität vorgetragene DADA-Gedichte über die Bewerbungen zum PKP*17 sowie das musikalische Rahmenprogramm des Abends mit Eric Heiden am Klavier und Ronald Köhler am Saxophon.

Die Gewinner des Potsdamer Kongresspreises 2017

• 5. Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit (Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering GmbH) in der Kategorie „Regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen“ (Preis der Erfa-Gruppe, überreicht von ERFA-Vertreterin Angela Führer)
Die Konferenz überzeugte die Jurymitglieder durch die hohe Aktualität des Themas, renommierte Teilnehmer, den interdisziplinären Ansatz, eine besondere Imagewirkung für Potsdam sowie eine starke überregionale Presseresonanz. Zudem trägt die Plattform mit dazu bei, Potsdam im Verbund mit Berlin als Digital Hub weiter zu profilieren.

• XI. International Conference on Permafrost (Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung/ UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam) in der Kategorie „Einzelveranstaltung“ (Preis der DEHOGA Brandenburg, überreicht von Alice Paul-Lunow, Vorsitzende des DEHOGA-Kreisverbandes Potsdamer Kulturlandschaft)
Den Organisatoren der nur alle vier Jahre stattfindenden Konferenz mit international renommierten Experten zum Thema Permafrostforschung ist es zum ersten Mal gelungen, diese Veranstaltung nach Deutschland zu holen. Die Jury hob besonders hervor, dass Potsdam durch diese Tagung als ein zentraler Ort für Wissenschaft fungiert und sich darüber hinaus bei den Bewohnern und den Touristen als eine Stadt mit hoher Attraktivität auszeichnet.

• Potsdamer Netzwerkstatt 2016 – Urbane Komplexität – Emotionen (Universität Potsdam, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Institut für Geographie/ UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam) in der Kategorie „Innovative und/oder außergewöhnliche Veranstaltungen“ (Preis der Landeshauptstadt Potsdam, überreicht vom Oberbürgermeister Jann Jakobs, der auch Vorsitzender des Vereins proWissen Potsdam ist)
Die Jury prämierte die Potsdamer Netzwerkwerkstatt mit dem diesjährigen Potsdamer Kongresspreis aufgrund der gemeinsamen Auseinandersetzung von Theoretikern und Praktikern aus den unterschiedlichsten Einsatzbereichen in Städten. Die Veranstaltung konnte nicht nur mit einem hochaktuellen, innovativen Thema, sondern auch durch ein abwechslungsreiches Netzwerkstattdesign überzeugen.

• DlfE Symposium: Type 2 diabetes in African populations under transition – The State of Art (Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, Abteilung Molekulare Epidemiologie) in der Kategorie „Sonderpreis der Stiftung pearls für eine Veranstaltung mit interdisziplinärem Schwerpunkt“, überreicht von . Dr. Silke Brodersen, Geschäftsführerin der Stiftung pearls – Potsdam Research Network.

Das Anliegen der Konferenz war es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenzubringen, die zum Typ2 Diabetes bei Bevölkerungsgruppen mit Ursprung sub-Sahara Afrika forschen. Die Tagung überzeugte die Jury, weil durch ihre klare interdisziplinäre Ausrichtung erstmals die Bedeutung frühkindlicher Belastungen mit tropischen Infektionskrankheiten für den Stoffwechsel im Erwachsenenalter und neue Präventionsansätze sowie innovative Methoden zur Datenaufbereitung diskutiert wurden. Die Organisatoren des Kongresses übernahmen zudem die Kosten für die Teilnahme von Forschern aus sub-Sahara-Afrika Staaten. Auf diese Weise konnten wichtige Experten für die Entwicklung von Präventions- und Behandlungsstrategien miteinbezogen werden.

„In Afrika verbreitet sich Diabetes inzwischen fast wie eine Seuche – eine angemessene Behandlung und Prävention gelingt jedoch nur, wenn man die konkreten Gesundheits- und Lebensverhältnisse der Bevölkerung vor Ort in den Blick nimmt und neue Forschungsansätze entwickelt. Hierfür können couragierte interdisziplinäre Veranstaltungen wie das DIfE-Type2-diabetes-Symposium einen wichtigen Anstoß liefern“, betonte Silke Brodersen, die Geschäftsführerin der Stiftung pearls, die Hoffnung, dass der Preis auch für die weitere Arbeit an diesem wichtigen Thema positiv unterstützt.

Hans-Wolfgang Hubberten, der gemeinsam mit seinen Mitorganisatoren für die Internationale Permafrostkonferenz ausgezeichnet wurde, nahm den Potsdamer Kongresspreis dankbar entgegen: „Diese Auszeichnung bedeutet sehr viel für mich und mein Team und ist für alle eine Würdigung für die vielen Jahre intensiver Arbeit, die es gekostet hat, diese tolle Tagung auf die Beine zu stellen. Für mich selbst war die erfolgreiche Tagung der Abschluss meiner Laufbahn als Permafrost-Forscher, die durch den Kongresspreis gekrönt wurde.“

Angela Führer, Direktorin des Kongresshotels Potsdam und Vertreterin der ERFA-Gruppe hob hervor: „Mit dem Kongresspreis bringen wir Potsdamer Hoteliers, den Ausrichtern von Veranstaltungen und Kongressen, die viel für die Entwicklung unserer Stadt tun, eine große Wertschätzung entgegen. Potsdam ist mehr als nur Sanssouci. Viele kluge Köpfe sorgen jeden Tag in allen Bereichen dafür, dass Potsdam sich zu einer modernen, innovativen Stadt entwickelt. Die 13 Potsdamer ERFA-Hotels haben den Kongresspreis vor sechs Jahren gemeinsam mit dem Verein proWissen Potsdam und der Landeshauptstadt Potsdam ins Leben gerufen, um unseren Wissenschaftsinstituten das Gefühl zu geben, dass sie mit nationalen und internationalen Kongressen und Veranstaltungen in Potsdam gut aufgehoben sind und den gewünschten professionellen Rahmen finden.“

Mit dem Kongresspreis werden Organisatoren von in Potsdam stattfindenden Tagungen und Kongressen aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Wirtschaft und Kultur geehrt. Die Auszeichnung ist für jede der drei Kategorien mit 1.000,- € dotiert. Zusätzlich erhält der Kongress, innerhalb dessen am besten interdisziplinäre Zusammenarbeit umgesetzt wurde, eine von der Stiftung pearls gestiftete Sonderprämie in Höhe von ebenfalls 1.000,- €. (red)

Veranstaltungen

Es konnte leider nichts gefunden werden

Entschuldigung, aber kein Eintrag erfüllt ihre Suchkriterien