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Franziska Giffey: „Nicht nur versorgen, sondern befähigen“

Der Bezirk Neukölln durchlebt zurzeit bewegende Zeiten des Wandels. Viele Jahre Inbegriff für die Anhäufung sozialer Probleme, für Integrationsprobleme und für eine geradezu magnetische Anziehungskraft für alle Arten alternativer Lebensweisen vollzieht sich langsam ein Imagewechsel. Wie weit diese Entwicklungen bereits vorangeschritten sind und wo auf dem Weg in die Zukunft sich der Bezirk befindet, darüber sprachen wir mit Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey.

Frau Giffey, jeder Berliner Bezirk hat seine Eigenarten. Was macht Neukölln besonders?

Neukölln ist vielleicht nicht der schönste, sicher aber der spannendste Bezirk Berlins. Zwei Entwicklungen laufen hier parallel: Auf der einen Seite haben wir einen sozialen Brennpunkt, mit 75.000 Kunden im Jobcenter und über 50 Prozent Schulkindern aus sozial schwachen Verhältnissen. Aber Neukölln ist auch im Trend, wir haben jährlich über 1.000 Neugründungen und immer mehr Künstler, Kreative und Studierende wollen hier leben. Das alles macht Neukölln zum Modellbezirk. Die Themen, mit denen wir uns beschäftigen, sind auch in anderen Städten in Deutschland und Europa aktuell.

Welche sind die dringlichsten Aufgaben im Bezirk und wie sollen sie gelöst werden?

Unsere größte Aufgabe ist dafür zu sorgen, dass Menschen für sich selbst sorgen können. Etwa Dreiviertel unseres Bezirksbudgets geben wir für Transferleistungen aus. Geld, das wir nicht für Investitionen, zum Beispiel in Bildung oder die Infrastruktur nutzen können. Teilweise bis zu 80 oder sogar 90 Prozent unserer Schülerinnen und Schüler im Norden kommen aus sozial schwierigen Verhältnissen. Deshalb mache ich mich für eine frühe Kinderbetreuung in guten Kitas stark und setze auf Ganztags- und Gemeinschaftsschulen und Campus- Modelle wie beim Campus Rütli und beim Campus Efeuweg. Bildung ist die beste Chance, den Hartz-IV-Kreislauf zu durchbrechen und Kindern den Weg zu ihrem Traumberuf zu ebnen.

Welche Chancen haben Integrationsmaßnahmen hinsichtlich der Tendenzen zur Ghettobildung und zur Entstehung von Parallelgesellschaften?

Wer eine gute Perspektive für sein Leben hat, zieht sich weniger wahrscheinlich in seine Community zurück. Also geht es darum, Aufstieg zu ermöglichen und wieder um die Themen Bildung und Teilhabe. Wer sich anstrengt, kann hier viel erreichen und den unterstützen wir dabei. Übrigens ist Bildung nicht nur ein Thema bei Kindern in der Schule. Unsere Stadtteilmütter beispielsweise helfen Müttern aus anderen Kulturkreisen und klären über Themen wie Erziehung, Gesundheit und Schule auf. Sie bauen Brücken, wie es kein Integrationsleitfaden leisten kann.

Welches soziale Projekt liegt Ihnen zurzeit besonders am Herzen?

Mir liegt der Neuköllner Schwimmbär sehr am Herzen. Das ist ein Wassergewöhnungsprojekt, das Zweitklässler auf den Schwimmunterricht in der dritten Klasse vorbereitet. Ausgangspunkt war, dass Neukölln vor drei Jahren die höchste Nichtschwimmerquote bei den Drittklässlern hatte. Inzwischen ist die Quote von 42 auf 21,8 Prozent gesunken. Das ist ein toller Erfolg, an den wir weiter anknüpfen wollen. Schwimmen ist eine Überlebenstechnik, die jeder beherrschen sollte.

Was gefällt Ihnen als Neuköllnerin an Ihrem Bezirk ganz besonders?

Mir gefällt, dass bei uns Dinge gehen, die nicht 08/15 sind, weil es Menschen gibt, die etwas verbessern wollen. Gutes Zusammenleben in der interkulturellen Großstadt kann gelingen, wenn wir Menschen nicht nur versorgen, sondern befähigen, gut für sich zu sorgen. (lj)

Rot-rot-grüner Senat investiert in Bildung, Mobilität und Co.

Auf den Landeshaushalt, der am 14. Dezember für die kommenden zwei Jahre beschlossen wird, legt der rot-rot-grüne Senat noch einmal 460 Millionen Euro drauf. Im letzten Jahr betrug der Landeshaushalt 25 Milliarden Euro und in diesem Jahr sogar 26 Milliarden Euro. Allein für Bildung, Mobilität und die Bekämpfung von Armut sieht der Berliner Senat im Doppelhaushalt 2018/2019 zusätzliche Mittel in Höhe von 150 Millionen vor. Dieses Konzept stellten gestern die SPD, Die Linke und das Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam vor.

Berlin möchte Bildung mehr fördern

Marode Schulgebäude, wenige Schulplätze und fehlende Lehrkräfte – das ist leider die Realität an den Schulen der Hauptstadt. Um gegenzusteuern, leitete das Land Berlin Anfang dieses Jahres schon die ersten Maßnahmen ein: Durch eine digitale Schulplatzvergabe wurden bereits einige Bezirke entlastet. Neue Schulen und umfangreiche Schulsanierungen wurden ebenfalls vom Senat auf den Weg gebracht. Nun fördert der rot-rot-grüne Senat langfristig die Berliner Bildung mit einer Millioneninvestition. Es mangelt vor allem an Lehrkräften, insbesondere im Grundschulbereich. Um der Abwanderung von Lehramtsstudenten und Lehrkräften aus der Hauptstadt vorzubeugen, müssen auch die Gehälter angepasst werden. Im bundesweiten Ranking der Einstiegsgehälter von Lehrern sind die Berliner Besoldungsgruppen A 12 und A 13 auf dem vorletzten Platz. Durch die zusätzlichen Mittel sollen nun schneller die Gehälter von erfahrenen Grundschullehrern erhöht werden können, um sie so auch langfristig binden zu können. Außerdem soll ein Qualitätspaket für Quereinsteiger finanziell unterstützt werden. Um die Lehrqualität an Berliner Schulen zu verbessern, sollen zudem Quereinsteiger durch einen vierwöchiger Crashkurs besser auf ihre Lehrtätigkeit vorbereitet werden.

Finanzspritze für die Mobilität

Vor allem Schüler und Auszubildende werden von der Förderung im Mobilitätsbereich profitieren. Geplant sind Ausgaben von 250 Millionen pro Jahr für kostenlose Schüler- und Azubitickets. Weitere Gelder werden in den Ausbau der Tramstrecken, der Sanierung von Gehwegen sowie in den Kauf von E-Bussen fließen, um das Berliner Mobilitätsnetz weiter auszubauen. Zusätzlich werden dem Projekt „InklusionsTaxi“ finanzielle Mittel zugutekommen. Zukünftig benötigt die Hauptstadt außerdem kreative Mobilitätsideen, um beispielsweise die Verkehrssicherheit mit neuen Technologien zu optimieren. Aus diesem Grund richtet der Doppelhaushalt 2018/2019 eigens dafür einen Fördertopf ein. Die Höhe der Fördergelder wird erst mit dem Beschluss des Landeshaushaltes am 14. Dezember bekannt gegeben.

Bekämpfung von Armut ist notwendig

Auch in die Bekämpfung von Armut und Obdachlosigkeit wird der Berliner Senat in den kommenden Jahren investieren. So soll das Sozialticket der BVG, S-Bahn und DB Regio zukünftig nicht mehr nur Beziehern von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter sowie von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zustehen, sondern auch Wohngeldbeziehern und Bürgern, die eine DDR-Opferrente beziehen. Ebenso laufen bereits Verhandlungen, um für Jobtickets günstigere Konditionen auszuhandeln. Des Weiteren sind 500 zusätzliche Plätze in den Notquartieren der Berliner Kältehilfe geplant. Diese sollen Obdachlosen zukünftig länger – von Oktober bis April – zur Verfügung stehen. Um Obdachlosigkeit schon frühzeitig zu bekämpfen, fördert der Senat zukünftig Modellprojekte, wie die Bahnhofsmission sowie Beratungen mit Schulden- und Insolvenzberatern. (red)

Teilnahmerekord beim Science4Life Businessplan-Wettbewerb

40 Prozent mehr Einreichungen: Der Science4Life Venture Cup startet mit 114 Geschäftsideen aus den Bereichen Life Sciences, Chemie und Energie ins 20. Jubiläumsjahr. Die Gewinnerteams überzeugten mit innovativen Ideen gegen Krebs, Nervenkrankheiten sowie neuen Denkweisen im Energie-Bereich und erhielten ein Preisgeld von acht Mal 500 Euro.

So viele Einreichungen gab es noch nie beim Science4Life Venture Cup: Die Experten überprüften das Marktpotenzial von insgesamt 114 Ideen – eine Steigerung von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Bereiche Medizintechnik und Pharma waren dieses Jahr besonders stark vertreten. Dicht gefolgt von Energienutzung und Umwelttechnologie. Sponsoren des Businessplan-Wettbewerbs sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. „Bekämpfung von Krankheiten wie Alzheimer oder Krebs, Möglichkeiten im Bereich der alternativen Energien oder umweltpolitische Ideen wie die Fischwanderhilfe – wir freuen uns über die erstaunliche Themenvielfalt der Einreichungen“, erklärt Dr. Karl-Heinz Baringhaus, der administrative Leiter für Forschung und Entwicklung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und Geschäftsführender Vorstand von Science4Life. Auch Dr. Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der hessischen Wirtschaftsfördergesellschaft Hessen Trade & Invest und Geschäftsführender Vorstand von Science4Life, zeigte sich beeindruckt von den vielen Einreichungen in diesem Jahr: „Der Teilnahmerekord zeigt deutlich, wie wichtig der Science4Life Venture Cup für Gründer in Deutschland ist und dass neben Life Sciences und Chemie auch die Gründerszene im Bereich Energie immer stärker wird.“ Die besten fünf Teams erhielten jeweils 500 Euro Preisgeld. Die drei Gewinner im Bereich Energie wurden zusätzlich mit einem Spezialpreis von je 500 Euro ausgezeichnet. Mit der Prämierung der Ideenphase startete auch die Bewerbungsfrist für die Konzeptphase am 12. Januar 2018.

Innovationen gegen Alzheimer, Multiple Sklerose und Krebs

Die Priavoid GmbH aus Jülich in Nordrhein-Westfalen hat es sich zum Ziel gesetzt, Alzheimer durch eine neue Behandlungsstrategie mit ihrem Wirkstoffkandidaten zu bekämpfen. Breeze Technolologies aus Hamburg hilft Städten und Unternehmen eine lebenswertere Umwelt zu schaffen, in dem sie aus Umweltdaten, wie der aktuellen Luftqualität, Handlungsempfehlungen generieren. Damit beispielsweise bei Erkrankungen des Zentralnervensystems, wie kindliche Hirntumore, Medikamente in bestimmten Regionen des Gehirns wirken können, müssen sie die sogenannte Blut-Hirn-Schranke, überwinden. Mithilfe des Modells von DYNELAB aus München soll schon in einem frühen Stadium erkannt werden, ob dies der zu entwickelnde Wirkstoff schafft. PhantomX aus Berlin haben dem Krebs den Kampf angesagt: Ziel ist, den Tumor durch patentindividuelle Prüfkörper besser kontrollieren zu können sowie die Überlebenschancen zu erhöhen und Nebenwirkungen zu verringern. AeroFib aus Aachen stellen ultraleichte Fasern für die Wärmeisolation in der Mobilitätsbranche her, wodurch in Zukunft massiv an Gewicht bei Autos, Raketen und Flugzeugen eingespart werden kann. Mit dieser Idee gewann das Team gleich doppelt, denn Start-ups auf dem Energie-Bereich können beim Science4Life Venture Cup zusätzliche Spezialpreise gewinnen, die vom Land Hessen und der Viessmann Group gefördert werden. Flex4Energy aus Darmstadt haben einen skalierbaren, offenen Marktplatz mit regionalen Energieprodukten von Versorgung bis Netzdienstleistung entwickelt. Eine Fischwanderhilfe, welche die Gewässerdurchgängigkeit einfach, schonend und kostengünstig wiederherstellt, sowie den Leitstrom energetisch nutzen kann, stammt von Fishcon aus Wien, dem dritten Gewinnerteam im Bereich Energie. „Die vielen Ideen aus dem Energiebereich machen deutlich, wie wichtig die Gründungsförderung in der Energiebranche ist und welch große Rolle Science4Life dabei spielt“, sagt Fabian Stern, Head of Innovation Management bei Viessmann.

Start frei für die Konzeptphase: Aus Ideen werden Geschäftsmodelle

Der Science4Life Venture Cup besteht aus drei Phasen: Ideenphase, Konzeptphase und Businessplanphase. Teams können entweder alle Phasen durchlaufen oder sich nur für einzelne Phasen bewerben. In der nun folgenden Konzeptphase wird die Idee zu einem Geschäftskonzept weiterentwickelt. Dafür wird bis zum 12. Januar 2018 eine Darstellung des Geschäftsmodells, des Unternehmerteams und eine erste Markteinschätzung eingereicht. Die Teams der 20 besten Konzepte werden zu einem zweitägigen Intensiv-Workshop nach Berlin eingeladen. Hier steht jedem Gründerteam ein persönlicher Coach zur Verfügung, um das Konzept weiter zu verfeinern. Die besten zehn Teams werden bei der Konzeptprämierung am 13. März 2018 mit jeweils 1.000 Euro prämiert. Zusätzlich erhalten die zwei besten Geschäftskonzepte aus dem Bereich Energie einen Spezialpreis mit je 1.000 Euro Preisgeld. In der dritten Phase geht es dann richtig zur Sache, denn mit dem Ausformulieren des konkreten Businessplans legen die Start-ups den Grundstein für ihr Unternehmen. Während des gesamten Businessplan-Wettbewerbs können Gründerteams Preisgelder in Höhe von 82.000 Euro gewinnen.

Copyright: Science4Life e.V.

Berlins beste Ausbildungsbetriebe 2017 ausgezeichnet

Für ihre besonders engagierte Nachwuchsförderung haben die Handwerkskammer Berlin und die IHK Berlin am Montagabend insgesamt 13 Berliner Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet. Den Wettbewerb „Berlins beste Ausbildungsbetriebe 2017“ in der Kategorie Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern gewann die B.I.N.S.S. GmbH. Bei den Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern siegte die Viellechner Dachdeckermeister GmbH, in der Kategorie „Junge Unternehmen/Start Ups“ die Firma f3 Event. Der Sonderpreis für innovatives Azubimarketing ging an die BVG. Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, eröffnete die Preisverleihung.

Mehr als 70 Ausbildungsbetriebe haben sich beworben

Die Gewinner-Betriebe hatte die Jury aus mehr als 70 Bewerbungen und Vorschlägen ausgewählt. Die Unternehmen hatten dazu im Vorfeld einen Fragebogen mit insgesamt 30 Kriterien rund um die betriebseigenen Maßnahmen zur Ausbildung ausgefüllt. Abgefragt wurde zum Beispiel, ob das Unternehmen Teilzeitmodelle auch für Azubis ermöglicht, Geflüchtete einstellt oder Nachhilfe für leistungsschwache Jugendliche anbietet.

Gewinner bieten innovative Lernangebote und Zusammenarbeit mit Schulen

Die B.I.N.S.S. GmbH, der Siegerbetrieb in der Kategorie mehr als 50 Mitarbeitern, punktete bei der Jury u.a. mit seinen innovativen Lernangeboten. So hat das Unternehmen für Sicherheitstechnik eine eigene Lehrwerkstatt. Vor allem jedoch lobte die Jury den Einsatz bei der Nachwuchsgewinnung etwa mit Schulpartnerschaften, Azubi-Casting, Ausbildungsmessen und gezieltem Anwerben von Studienabbrechern.

Auch der Sieger bei den Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern geht neue Wege, um motivierten Nachwuchs zu finden und zu halten. Die Viellechner Dachdeckermeister GmbH setzt z.B. auf die Zusammenarbeit mit Schulen und schickt seine Azubis als Ausbildungsbotschafter in die Klassen. Mit Leistungsprämien, Zuschüssen für den Führerschein und Sponsoring von Kletterwochen wird der Nachwuchs für gute Mitarbeit belohnt und motiviert.

Die f3 Event GmbH als Sieger bei den Jungen Unternehmen und Start Ups überzeugte die Jury u.a. durch das umfangreiche Angebot an kostenfreien Schulungen und Fortbildungen für Auszubildende sowie die speziellen Azubi-Projekte.

BVG setzt auf Azubimarketing

Die Jury hat auch in diesem Jahr einen Sonderpreis verliehen. In diesem Jahr wurden die Berliner Verkehrsbetriebe für besonders innovatives Azubimarketing vor allem in den sozialen Medien und auf Youtube ausgezeichnet.

Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales: “Es ist inzwischen eine gute Tradition, Unternehmen in Berlin für ihre Ausbildungsleistungen zu ehren. Sehr gern habe ich als Jurymitglied bei der schwierigen Entscheidung um die besten Ausbildungsbetriebe mitgewirkt. Zweifellos ist die Berufsausbildung in den vergangenen Jahren noch anspruchsvoller geworden, beispielsweise durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt. Für die Auszubildenden, aber auch für die Unternehmen und die Ausbilder in Betrieb und Berufsschule ist das eine große Herausforderung. Dass sie hervorragend gemeistert werden kann, haben die heute Auszuzeichnenden bewiesen. Ich möchte daher alle Berliner Unternehmen ermutigen: Bilden Sie aus! Es lohnt sich, den Fachkräftenachwuchs im eigenen Betrieb zu qualifizieren. Das Land Berlin unterstützt die betriebliche Ausbildung insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen. Dazu haben wir mit einer neu gefassten Richtlinienförderung den Zugang zur Verbundausbildung erleichtert und die Förderung von Geflüchteten verstärkt.“

Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin: „Die Unternehmen in so ziemlich allen Branchen suchen guten betrieblichen Nachwuchs. Es wird aber immer schwieriger, passende Azubis zu finden. Zum Glück haben wir in Berlin Tausende Unternehmen, die gut und erfolgreich ausbilden. Viele Betriebe bieten ihren Azubis weit mehr als die vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte an. Sie sind ein Vorbild an Engagement und Kreativität – und das wollen wir mit der Auszeichnung öffentlich machen und zur Nachahmung anregen

Tobias Weber, Vizepräsident der IHK Berlin: „Unsere Gewinner zeigen exemplarisch, wie kreativ und vorausschauend Berliner Firmen um Fachkräftenachwuchs werben. Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Jugendliche in der Orientierungsphase gar nicht wissen, wie viele Vorteile eine duale Ausbildung für den weiteren Lebensweg mit sich bringt. Je früher und direkter Jugendliche mit den Betrieben in Kontakt kommen und ganz praktisch sehen, wie lohnend eine duale Ausbildung ist, umso besser.“

Insgesamt können sich ab sofort 13 Betriebe zu „Berlins besten Ausbildungsbetrieben 2017“ zählen. Alle ausgezeichneten Unternehmen haben durch ihr vielfältiges Engagement in der Berufsausbildung überzeugt. (red)

 

Ein Silicon Valley wie in den USA – nur eben in Berlin

Berlin floriert als deutsche Start-up-Hauptstadt. Und auch zahlreiche Unternehmen sowie Verbände der Technologiebranche haben ihren Hauptsitz in Berlin. Nun sollen diese nach dem Vorbild des US-amerikanischen Silicon Valley zusammengebracht werden: Europas größten Hubs für Finanztechnologie („FinTech“) und das Internet der Dinge („IoT“), in denen etablierte Unternehmen, Gründer und Wissenschaftler ihre Kompetenzen zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder zusammenbringen können, entstehen in Berlin.

Die Idee der Digital Hubs

Grundidee der Digital Hub Initiative ist es, dass die Zusammenarbeit von Start-ups, etablierter Wirtschaft und Wissenschaft auch im digitalen Zeitalter besonders gut auf engem Raum funktioniert und dabei Innovationen fördert. Einige dynamische digitale Hubs sind in den letzten Jahren bereits entstanden oder aktuell im Entstehen. In diesen vernetzen sich Start-ups und junge Gründer, kooperieren und stärken sich gegenseitig. Start-ups können von den Erfahrungen und Netzwerken der großen Unternehmen lernen und sich besser positionieren. Die Initiative setzt genau hier an: Deutschlands Stärken als führende Industrienation mit vorhandenem, qualitativ hochwertigem Know-how sollen hervorgehoben und Deutschland so zu einer Alternative für Gründer, Investoren und Fachkräfte aus aller Welt werden lassen.

Der Berliner Standort

Ramona Pop, Berliner Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe stellte am 18. September 2017 die beiden Hub-Standorte und die Aktivitäten des „DigiHub“ Berlins auf dem Berliner Gründercampus Factory vor. Das Konsortium aus Factory, FinLeap, Next Big Thing und Fraunhofer Leistungszentrum Digitale Vernetzung wurde im Rahmen eines Wettbewerbs zur Repräsentation des DigiHubs „IoT“ und „FinTech“ ernannt. Die Beteiligten verfügen über große Fachexpertise. Ihre Wirkung strahlt weit über Berlin hinaus aus.

Beide Hubs stärken Berlin als „IoT“- und „FinTech“-Standort im Rahmen der Hub-Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. An den Hub-Standorten im Ost- und Westteil Berlins sollen Start-ups, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und etablierte Mittelständer wie im Silicon Valley an digitalen Leuchtturmprojekten für Berlin arbeiten. (red)

Bargeld: Viele Menschen wollen nicht darauf verzichten

Die Hauptstadt wird immer schneller, immer digitaler, immer neuer. Alles ist im Umbruch. Wirklich alles? Wir haben mit Finanzsenator Kollatz-Ahnen (SPD) darüber gesprochen, was mit unserem guten, alten Bargeld passieren wird.

Herr Senator, braucht eine Metropole wie Berlin noch Bargeldverkehr?

Ja. Allerdings ist das keine Frage der Notwendigkeit. Bargeld ist nach wie vor ein sehr beliebtes Zahlungsmittel in Deutschland. Viele Menschen wollen nicht darauf verzichten. Daher wird man sich in Berlin auch weiterhin zwischen Bar- und Kartenzahlung entscheiden können. Konkret geht es der Politik aber nicht um die Abschaffung des Bargeldes, sondern um Obergrenzen. Barzahlungen ab einer Höhe von 10.000 Euro sind ausweispflichtig und nicht mehr anonym möglich. Mit dieser Maßnahme werden Steuerhinterziehung und Geldwäsche bekämpft. Eine Herabsetzung dieser Obergrenze auf 5.000 Euro wäre sicherlich noch effektiver.

Ist es vorstellbar, dass Bargeld aus unserem Leben völlig verschwindet?

Ja, andere Länder sind Deutschland bereits voraus. Die schwedische Zentralbank hat beispielsweise konkrete Pläne für eine digitale Währung vorgestellt. Die Schweden tätigen schon heute fast alle Alltagsgeschäfte bargeldlos. Dem digitalen Zeitalter wird sich auch in Deutschland niemand verweigern können. Aber es ist eben auch eine Mentalitätsfrage. Für Deutschland gilt: Bargeld hat noch nicht ausgedient.

Wo liegen die Risiken, nur noch virtuell mit Geld umzugehen?

Diese Debatte ist ja alt. John Maynard Keynes schrieb bereits vor knapp 100 Jahren, dass die Abschaffung des Bargeldes das Risiko eines Geldmengenwachstums und damit die Gefahr von steigenden Preisen erhöhen würde. Banken könnten theoretisch unendlich viel Geld erschaffen. So wichtig die Steuerung der Geld- und Kreditmenge ist, sie hängt nur zum geringsten Teil vom Bargeld ab. Gehortetes Geld, das unter der Matratze liegt, verkleinert theoretisch das Kreditvolumen der Banken. Aber gerade die große Finanzkrise 2007 und in den Folgejahren hat gezeigt, dass das Kreditvolumen einer Volkswirtschaft eben nur noch lose mit den Ersparnissen verkoppelt ist. Daher ist es umso wichtiger, dass die Europäische Zentralbank das Ziel der Preisstabilität verfolgt, aber auch Kreditvolumen, Geldmenge und deren Umlaufgeschwindigkeit im Blick hat.

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) kennt die Bargeldbedürfnisse der Berliner

Fallen mit weniger Barzahlungen nicht auch viele Jobs weg?

Diese Annahme ist sehr pauschal. Unterschiedliche Zahlungsmethoden im Einzelhandel sollten keine Auswirkungen auf die Anzahl der Arbeitsplätze haben – mit Ausnahme des zunehmenden Internethandels. Weniger zu bestellen und vor Ort einzukaufen, ist für den Einzelhandel sicherlich von Vorteil. Viel wichtiger ist mir als Finanzsenator allerdings die ordentliche Abrechnung und Versteuerung. Im Internet tummeln sich viele Firmen, die weder Steuernummern haben noch Steuern entrichten, also betrügen. Im Bargeldbereich geht es leider manchmal um Geldwäsche dessen, was nicht mit ehrlicher Arbeit erwirtschaftet wurde. Aus diesem Grund müssen wir noch enger mit anderen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten, um Bargeldgeschäfte stärker kontrollieren und Steuerhinterziehung oder Geldwäsche effektiver bekämpfen zu können. Davon profitieren am Arbeitsmarkt schließlich diejenigen, die sich an Recht und Gesetz halten. (aw)

 

Bezirksstadtrat Tobias Dollase: Mehr Frauen in Vorstände von Vereinen

Stadtrat Tobias Dollase setzt sich für mehr Frauen in Führungspositionen in Vereinen ein. Um auf erfolgreiche Projekte hinzuweisen, lobt der Bezirk in diesem Jahr zum ersten Mal den Reinickendorfer Preis für Sportvereine „Gold für Frauen“ aus. Der Wettbewerb lenkt den Blick auf die aktive Beteiligung von Mädchen und Frauen in den Vereinen, insbesondere im Bereich der Vorstandsarbeit. „Vorbilder sind eine gute Motivation.“ so Dollase. (mg)

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Wir brauchen mehr finanzielle Bildung

Einer der wichtigsten politischen Player bei Geldfragen in der Bundesrepublik ist Staatssekretär Jens Spahn (CDU). Mit ihm haben wir über die Digitalisierung unsere Zahlungsmittel und -Wege gesprochen.

Herr Staatssekretär, Bargeld bleibt uns vorerst erhalten. Das ist die Prognose vieler Entscheidungsträger und auch die der Deutschen Bundesbank. Allerdings ist der 500 Euroschein bereits verschwunden. Wieso sind digitale Bezahlsysteme so stark im Kommen?

Klar, das Bargeld spielt nach wie vor eine wichtige Rolle und das wird auch so bleiben. Gleichzeitig steigt die Attraktivität digitaler Bezahlsysteme. Dafür gibt es mehrere Gründe: Onlinehandel und digitale Dienstleistungen wachsen deutlich. In diesen Bereichen wird häufiger bargeldlos bezahlt. Das wird immer einfacher, schneller und bequemer, beispielsweise durch die kontaktlose Zahlung an der Ladenkasse. Die demografische Entwicklung spielt ebenfalls eine Rolle. Die junge Generation der Digital Natives, die mit Internet und Smartphone aufgewachsen ist, ist besonders offen für neue Bezahlverfahren, etwa mit dem Smartphone.

Wie bewerten Sie sogenannte Krypto-Währungen und fördern oder blockieren diese organisierte Kriminalität und Terrorismus? Wird Geldwäsche erleichtert oder erschwert?

Wir haben die Risiken, die mit der Anonymität von virtuellen Währungen einhergehen, selbstverständlich genau im Blick. Geldwäsche und die Finanzierung von Terrorismus dürfen nirgends eine Chance haben. Aus diesem Grund sollen Umtauschplattformen und sog. Wallet-Provider durch die aktualisierten EU-Regeln zur Bekämpfung von Geldwäsche, über die wir in Brüssel derzeit beraten, erstmals geldwäscherechtlich reguliert werden. In Deutschland sind bereits heute Plattformen und Börsen erlaubnispflichtig, an denen virtuelle Währungen gehandelt und in gesetzliche Währungen getauscht werden können. Dass wir hier Missbrauchsmöglichkeiten entgegentreten, ist gut und richtig. Gleichwohl dürfen wir uns nicht in einer Diskussion über Risiken verheddern. Grundsätzlich sehe ich technologischen Fortschritt positiv. Entscheidend ist doch, was mit einer neuen Technologie gemacht wird. Wenn virtuelle Währungen wie Bitcoin oder Ethereum oder die dahinter steckende Technologie, die Blockchain, als Vehikel genutzt werden, um beispielsweise internationale Zahlungen über Währungsräume hinweg schneller und günstiger zu machen, dann ist das etwas Gutes.

Welche Vorteile haben Ihrer Meinung nach Fintechs gegenüber traditionellen Banken?

Ein Vorteil ist: FinTechs können einfach bei Null anfangen. Sie starten mit einer Geschäftsidee, die zunächst oft auf einzelne Teilbereiche beschränkt bleibt. Dadurch sind sie agil und schlank, sie können schnell auf neue Marktbedingungen eingehen. Außerdem verstehen sie sich darin, Produkte oder Dienstleistungen passgenau auf die Kundenbedürfnisse zuzuschneiden. Denn häufig geht es bei technologischen Innovationen im Finanzbereich nicht um gänzlich neue Produkte, sondern um die Art und Weise, wie der Zugang zu altbekannten Dienstleistungen einfacher gestaltet wird. Die Etablierten haben demgegenüber andere Vorteile. Sie bringen langjährige Erfahrung mit, eine große Kundenbasis, regulatorisches Knowhow und auch immer noch einen gewissen Vertrauensvorsprung. Daher sehen wir derzeit auch den Trend zur Kooperation zwischen Fin- Techs und Etablierten. Das ist aus meiner Sicht der richtige Ansatz. Im Team sind sie oftmals stärker als alleine. Wie stark ist der Einfluss der Berliner Fintech- Szene auf bundesweite, europäische und internationale Entwicklungen?

Jens Spahn ist sich sicher: FinTechs und Banken werden künftig miteinander kooperieren

Hat die Szene ihren Höhepunkt erreicht oder geht es jetzt erst richtig los?

Berlin ist derzeit sicherlich einer der wichtigsten deutschen FinTech-Standorte. Das hängt auch mit der Stadt zusammen, die attraktiv ist für junge kreative Köpfe. Die mittlerweile beträchtliche Größe des FinTech-Standorts Berlin hat auch eine gewisse Sogwirkung für neue Player in dem Bereich. In Berlin hat sich über die vergangenen Jahre ein echtes Ökosystem für FinTechs entwickelt. Insofern hat die Berliner FinTech-Szene auf jeden Fall Strahlkraft über die Landesgrenzen hinweg. Die Szene ist international sehr gut vernetzt. Was mich freut: In Deutschland entwickeln sich an mehreren Standorten starke FinTech- „Ökosysteme“. So wird Frankfurt im B2B-Segment immer stärker und auch München, Hamburg und das Rheinland mit Köln und Düsseldorf müssen sich nicht verstecken. Das zeigt, dass wir in Deutschland „in der Breite“ gut aufgestellt sind und die verschiedenen Regionen
ihre individuellen Stärken ausspielen können.

Wie werden wir im Jahr 2050 unsere Finanzgeschäfte mit Aktien und Anlagen abwickeln? Wie werden wir im Alltag bezahlen? Sind die Start-Ups und Fintechs in dieser Hinsicht unterwegs in eine Zukunft, in der jede vorstellbarem Zahlung per App und Knopfdruck funktioniert?

Leider bin ich kein Hellseher. Was technologisch im Jahr 2050 möglich sei wird, kann heute letztlich niemand verlässlich vorhersagen. Wer etwa hätte sich vor einigen Jahrzehnten vorstellen können, was heute für uns selbstverständlich ist: Onlineplattformen ermöglichen die Kreditvergabe direkt zwischen Personen, Smartphones ersetzen die Geldbörse und Robo- Adviser den Anlageberater. Darüber hinaus stehen neue Technologien wie die Blockchain und Künstliche Intelligenz in den Startlöchern. Schon heute können per Sprachbefehl Zahlungen über KI-gestützte Assistenzsysteme initiiert werden. Auch Virtual Reality ist sicherlich eine interessante Entwicklung für die Finanzwirtschaft. Vorstellbar ist da in Zukunft vieles, was heute nach Science Fiction klingt. Ich bin mir sicher, dass wir da in den kommenden Jahren noch viele spannende Entwicklungen sehen werden.

Mit der Digitalisierung wird der Zugang zum internationalen Aktiengeschäft für jedermann immer einfacher, aber die wenigsten kennen sich aus. Gibt es nicht einen großen Nachholbedarf an Informationen und Bildung für diesen Bereich, auch zum Selbstschutz der Anleger? Muss der Staat hier „Nachhilfe“ leisten?

Finanzielle Bildung ist eine wichtige Schlüsselkompetenz. Der Umgang mit dem eigenen Geld, der Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge sind wichtige und komplexe Themengebiete. Darin allen Bürgerinnen und Bürgern eine Grundkompetenz zu vermitteln, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Staat leistet einen Beitrag, indem er selbst Informationen bereitstellt oder indem er über gesetzliche Regelungen dafür sorgt, dass Finanzdienstleister bestimmte Informationspflichten auferlegt bekommen, wenn sie einzelne Produkte anbieten. Auch die Digitalisierung schafft hier Möglichkeiten, beispielsweise über entsprechende Apps die eigenen Finanzen besser im Blick zu behalten.

Neukölln: 63 Sanierungsmaßnahmen an 34 Schulen

Der Bezirk Neukölln liegt mit seinen Sanierungs- und Baumaßnahmen voll im Zeitplan. Im laufenden Jahr 2017 werden insgesamt 63 Maßnahmen an 34 Neuköllner Schulen wie geplant umgesetzt. Dabei handelt es sich um Sanierungs-, Um- und Neubau-, Erweiterungs- und Brandschutzmaßnahmen oder um eine bloße Umgestaltung der Räumlichkeiten.

Neue Brandschutztür, Hermann-Sander-Schule

Schon seit über 15 Jahren investiert das Bezirksamt Neukölln jedes Jahr 80 Prozent seiner Investitionsmittel in Schulen und Bildungseinrichtungen. Neben den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen fließen bis 2021 über 100 Mio. Euro in neue Schulgebäude für Neuköllner Schülerinnen und Schüler. So fiel im Juli zum Beispiel der Startschuss für den Neubau der Buckower Leonardo-da-Vinci-Schule, einem der größten Neubauprojekte im Bezirk mit rund 35 Mio. Euro Bauvolumen.

Am Beispiel Neukölln zeigt sich, dass die Bezirke über die richtigen Mittel verfügen, um Schulgebäude in Stand zu halten oder zu sanieren. Dennoch bleibt immer ein Anlass für Sanierungsmaßnahmen, zum Beispiel im Bereich Energetik oder Barrierefreiheit. (ao)

Bildung: Berliner Schüler unterstützt HPI-Wissenschaftler in der Schul-Cloud-Testphase

Der 17-jährige Jonas Wanke hat die Schule noch nicht beendet, aber arbeitet schon an einem Projekt mit, das den Schulunterricht in Deutschland verändern wird: Im Rahmen eines Praktikums am Hasso-Plattner-Institut (HPI) unterstützt der Berliner Gymnasiast IT-Experten bei der Weiterentwicklung der Schul-Cloud. In der Schul-Cloud können schul- und fächerübergreifend digitale Lerninhalte zentral vorgehalten werden, sie wird derzeit an 26 Schulen des Nationalen Excellence-Schulnetzwerkes MINT-EC getestet und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Eine der Schulen ist das Heinrich-Hertz-Gymnasium in Friedrichshain, auf dem Jonas ab September die 12. Klasse besucht.

„Mein Informatiklehrer hat mich mit dem HPI in Kontakt gebracht. Er ist an unserer Schule einer der Hauptansprechpartner für die Schul-Cloud“, erzählt Jonas. Sein Unterricht sei außerhalb der Informatik-Kurse immer noch weitestgehend analog, Handys oder Tablets werden nicht genutzt. Die Schul-Cloud möchte das ändern und den Austausch zwischen Lehrern und Schülern erleichtern. Jederzeit und von jedem Ort aus wird der Zugriff auf Lehr- und Lerninhalte möglich sein. „Es gibt viel Potential, wie das Lernen in der Schule durch digitale Medien verbessert werden kann. Kürzlich hat mein Gymnasium beispielsweise einen Online-Stundenplan eingeführt, der die Organisation bereits wesentlich vereinfacht“, so Jonas.

Im Rahmen seines Praktikums hat Jonas eine Funktion für die Schul-Cloud mitentwickelt, die es Lehrern auch auf Android-Systemen erlaubt, Hausaufgaben für ihre Unterrichtseinheiten zu erstellen. „Die Schüler werden mich dafür wohl eher nicht lieben“, sagt Jonas mit einem Schmunzeln. Die notwendigen Programmierkenntnisse hat sich der junge IT-Profi seit seinem elften Lebensjahr selbst erarbeitet. Beim Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ kam er in diesem Jahr gleich in zwei Kategorien unter die ersten drei Plätze – unter anderem mit dem Projekt „Light your Dog“, einem leuchtenden Hundegeschirr, das Besitzer per Android-App steuern können. „Damit möchte ich mich gerne selbstständig machen, vielleicht sogar noch vor dem Abi“, plant Jonas.

Davor geht es allerdings noch ins Ausland: Bei der Weltmeisterschaft von „WorldSkills“, die im Oktober im Abu Dhabi stattfindet, startet er als Vertreter für Deutschland in der Kategorie „IT Software Solutions for Business“ und ist damit das jüngste Mitglied der insgesamt 42-köpfigen Nationalmannschaft.(red)

Veranstaltungen

Bildungskonferenz 2018

Die stetig schneller voranschreitende Digitalisierung hat innerhalb kürzester Zeit alle Lebensbereiche erfasst – nur im deutschen Bildungswesen ist sie noch immer nicht angekommen. Hier herrscht vielerorts Kreidezeit.

Am 19. März 2018 bringt Bitkom auf seiner Bildungskonferenz in Berlin mehr als 200 Teilnehmer aus Politik, Bildungspraxis, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um über die Bildung der Zukunft zu diskutieren.

Digitale Bildung ist keine Kür, sie ist Pflicht – für Teilhabe, für einen sicheren Job und für ein selbstbestimmtes Leben. Damit die digitale Transformation auch in der Bildung gelingt, braucht es smarte Technologien aber auch den kontinuierlichen Austausch aller beteiligten Akteure.

(Anmeldung erforderlich – gebührenpflichtig)