Supermarktgipfel Berlin: Wohnraumpotenzial über Lebensmittelmärkten

Der Wohnraum in Berlin ist teuer und wird eine immer knapper werdende Ressource. Um ein neues Konzept bemüht, hatte die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) Anfang Juni 2017 in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zum ersten „Supermarktgipfel eingeladen.

„Gute Projektbeispiele in Berlin zeigen, dass der Handel die Trendwende zum mehrgeschossigen Gebäudetyp bereits erkannt hat und die Vorteile solcher Mischnutzungskonzepte schätzt. Der ‚Supermarktgipfel‘ hat dazu beigetragen, dass künftig   Supermarktstandorte auch zum Wohnen genutzt werden. Hierbei sind für jeden Standort maßgeschneiderte Lösungen erforderlich und möglich“ so die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher.

In dieser Expertenrunde trafen Vertreterinnen und Vertreter der Lebensmittel-Filialunternehmen, des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, der IHK Berlin, der Bezirke, der Immobilienentwicklung sowie der Wohnungswirtschaft aufeinander, um über Konzepte zu diskutieren, mit denen insbesondere Wohnungsbau über Lebensmittelmärkten realisiert werden kann. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und nun veröffentlicht.

Mit über 1.000 Supermärkten und Discountern bietet die Hauptstadt ein sehr gutes Nahversorgungsangebot. Viele Filialunternehmen haben ihre Märkte in der Vergangenheit als eingeschossige Standardbauten ausgeführt, dieser Umstand könnte für den Wohnungsmarkt von Nutzen sein. Angesichts des Wohnraumbedarfs und steigender Bodenpreise in der wachsenden Metropole Berlin würden mehrgeschossige Lebensmittelmärkte den Wohnungsmarkt entlasten. Voraussetzung wäre allerdings, dass künftige Lebensmittelmärkte in mehrgeschossige Gebäude umfunktioniert werden. Das ermöglicht eine nachhaltige und intelligente Nachverdichtung, berücksichtigt Stadtentwicklungspotentiale und gewährleistet weiterhin eine qualifizierte Nahversorgung der Berlinerinnen und Berliner. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Abhängig von den Grundstückszuschnitten, den jeweiligen Wohnungsgrößen und der städtebaulichen Situation bieten mehrgeschossige Immobilien Platz für bis zu 100 Wohnungen oberhalb der Ladenflächen. Auch Büros oder medizinische Einrichtungen lassen sich über Lebensmittelmärkten realisieren. Für die Abstimmung standortspezifischer Lösungen werden den Handels- und Immobilienwirtschaftsunternehmen die zuständigen Bezirksämter zur Seite stehen.

Zukünftig soll jährlich zu einem „Supermarktgipfel“ geladen werden, um den Dialog zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und den Einzelhandelsunternehmen fortzuführen. Themenspezifisch werden vertiefende Arbeitskreissitzungen stattfinden, in denen unter anderem Standortanforderungen des Lebensmitteleinzelhandels sowie die Auswirkungen des Online-Handels diskutiert werden. Zudem ist beabsichtigt, zum Thema der Zentren- und Einzelhandelsentwicklung ein öffentliches Stadtforum durchzuführen.

Weiterführende Infos gibt es auf der Website der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. (lj)

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