Straßenkampf in Berlin – Autostadt vs. Fahrradstadt | Foto: Wikimedia

Straßenkampf in Berlin – Autostadt vs. Fahrradstadt

Wenig wird zurzeit so stark diskutiert wie die Verkehrspolitik. Neben der Langzeit-Debatte über das Dieselverbot, steht vor allem die Konfrontation zwischen Autofahrern und Fahrradfahrern im Fokus. Spannend bleibt daher die Frage, wie Berlin das erste deutsche Mobilitätsgesetz tatsächlich umsetzen wird.

Etwas mehr Klarheit bekamen zumindest die Berliner Radfahrer. Der Senat beschloss Anfang März das Radverkehrgesetz. Die fehlende Zustimmung des Abgeordnetenhauses sei durch die Koalition reine Formsache – nicht mehr lange und Berlin wird zu einer Fahrradstadt.

Berlin soll binnen zehn Jahren zur Fahrradstadt werden

Bereits im Jahr 2016 hat die Initiative Volksentscheid Fahrrad zum ersten Mal den Entwurf des Radverkehrgesetzes vorgestellt. Über 100.000 Unterschriften sammelten die Initiatoren unter der Leitung des bekanntesten Fahrrad-Aktivisten Heinrich Strößenreuther. Innerhalb der nächsten zehn Jahre soll Berlin sich in eine Fahrradstadt verwandeln. Ganz zum Nachteil der Autofahrer.

Das Radgesetz stößt vor allem bei der Opposition und den Autofahrern auf großen Widerstand. Der Sorge, dass die Autofahrer von den Radfahrern vertrieben werden könnten, begegnet der Verkehrsrebell Strößenreuther mit nachhaltigen Argumenten. So sei der aktuelle Platzanteil der Autos zwanzigmal so hoch wie der der Radfahrer. Zwar wird ein Teil der Parkplätze für den Bau geschützter Radspuren beseitigt. In Relation betrage der Flächenverlust der Autofahrer allerdings nur zwei Prozent.

Drei zentrale Punkte für mehr Verkehrssicherheit

Die Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, nennt drei Punkte die für mehr Verkehrssicherheit relevant sind:

  1. Bundesweite Kampagne zur Erhaltung der Verkehrsregeln.
  2. Technische Systeme sollen die Gefahr von abbiegenden Lastern ausgehende Gefahr verringern.
  3. Höhere Strafen für Verkehrssünder (vor allem für Autofahrer die zu schnell fahren).

Bis Juni 2018 soll die Bundesratsinitiative für mehr Verkehrssicherheit  realisiert werden. Auch für die Radfahrer hat der Senat eine Empfehlung: „Radfahrer müssen sich an die Regeln halten- Fehlverhalten gefährdet die Radfahrer selbst und andere und kann nicht geduldet werden.“ Um künftig sicher auf Berlins Straßen zu sein, bedarf es klarer Regeln an die sich alle Parteien halten müssen. Sowohl die Autofahrer als auch die Radfahrer haben eine Existenzberechtigung. (ls)

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