Startup setzt auf Nanotechnologie: Namendo Solution AG fokussiert Hightech-Metropole Shenzhen

Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie und Medizintechnik – die Namendo Solution AG will mit innovativer Nanotechnologie den chinesischen Markt erschließen. Das Unternehmen aus Berlin ist spezialisiert auf die Herstellung von funktionalen Oberflächen mittels athermischer Lasertechnologie – Kaltlasertechnik – im Micro- und Nanobereich. In der Hightech-Metropole Shenzhen will Namendo seinen Standort für den chinesischen Markt aufbauen. Die Zhongde Metal Group entwickelt in Shenzhen gemeinsam mit Partnern den Technologiepark „Baolang Technology and Innovation City“.
„Der Markt ist noch jung, es wird seit 20 Jahren geforscht, doch erste Lösungen zeichnen sich jetzt erst ab. Das Feld auf dem wir uns bewegen ist groß“, erklärt Guenther Lung, Aufsichtsratsvorsitzender der Namendo AG. Namendo ist ein junges Unternehmen. Das Team besteht aus Astrophysikern, Wirtschaftsinformatikern, Ingenieuren und Betriebswirten – gemeinsam haben sie in den vergangenen fünf Jahren an der Entwicklung der innovativen Lasertechnologie gearbeitet und mit Partnern verschiedene Pilotprojekte erfolgreich umgesetzt. Das Portfolio umfasst zwölf Patente und zwei Gebrauchsmuster – in den Bereichen Oberflächenhärtung und -Nanostrukturierung. Namhafte Forschungsinstitute und Universitäten sowie Autohersteller sind Partner der Namendo AG.
„Weniger Reibungsverluste und Haftung, verbesserte Strömung und härtere Beschichtungen – die erwünschten Effekte entstehen durch quantenmechanische Bearbeitung der Oberflächen. Wir können die Oberfläche von fast jedem bestehenden Material umstrukturieren. Die neue Oberflächenschicht verwächst in geeigneter Form mit dem Substrat, ist also stabil und für den Langzeiteinsatz geeignet“, so Lung.
Beim Einsatz der Technologie in der Automobilindustrie steht die Reduktion von Abrieb und Verschleiß im Fokus. Bei einem Pilotversuch mit einem großen Automobilhersteller ist es gelungen, den Reibungsverlust um 70 Prozent zu reduzieren. Für die Luft- und Raumfahrt sind Nano-Strukturierungen der Oberfläche interessant. Durch sie lässt sich die Aerodynamik verbessern und Erosion vermindern – Anwendung findet die Technologie bei Helikopterflügeln, Flugzeugbauteilen, Turbinen und Pumpen. Für den medizinischen Sektor hat Namendo eine Hüftprothese entwickelt, bei der Gelenkkopf und Pfanne so strukturiert sind, dass selbst bei geringstem Abrieb kein Ionenaustausch möglich ist – was wiederum das Risiko von Gelenkverletzungen deutlich reduziert.
„Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig. Für China haben wir ein Rund-um-Sorglos-Paket geschnürt, dass auch das Thema qualifizierte Mitarbeiter beinhaltet. In Kooperation mit deutschen Forschungseinrichtungen wollen wir in Shenzhen ein Doktoranten-Programm aufsetzen“, so Lung. „Stillstand ist der Tod einer jeden Entwicklung. Wir müssen permanent weiterforschen und das wollen wir im Sinne von „Made in China 2025“ gemeinsam mit Chinesen umsetzen.“
Durch die Zhongde Metal Group GmbH hat Namendo bereits Wirtschaftskontakte nach Shenzhen aufgebaut. Der Hauptgesellschafter der „Baolang Technology and Innovation City“ besuchte das Unternehmen Anfang Juli in Berlin. Aus den Gesprächen ging die Idee eines Nano-Forums hervor, dass im September in Shenzhen stattfinden soll. „Wir holen dafür Wissenschaftler und Vertreter deutscher Forschungsinstitute und Universitäten mit ins Boot – eine Kooperation mit Hochschulen in Shenzhen streben wir ebenfalls an. Die Gespräche laufen bereits.“ (red)

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