Peter Heydenbluth | Foto: IHK Potsdam

Stärkung der personellen und materiellen Ressourcen

Der Kammerbezirk Potsdam umfasst insgesamt sechs Landkreise sowie die kreisfreien Städte Brandenburg an der Havel und Potsdam und ist damit der zweitgrößte bundesweit. Über die aktuelle Lage und Perspektiven dieses Kammerbezirks sprachen wir mit dem Präsidenten der IHK Potsdam, Peter Heydenbluth.

Herr Heydenbluth, seit September sind Sie im Amt. Welche Themen standen für Sie seitdem im Mittelpunkt?

Ich habe mich mit dem Ministerpräsidenten getroffen und über den Infrastrukturausbau in unserer Region gesprochen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber habe ich deutlich gesagt, dass die Politik aufpassen muss: Neue investitionsfremde Auflagen bei der Investitionsförderung unterstützen nur die Bürokratie und verhindern Investitionen der Unternehmen. Wir müssen schauen, dass das Wirtschaften in Brandenburg nicht komplizierter ist als in anderen Bundesländern, sondern dass wir beispielsweise auch Mittel für die regionale Wirtschaftsförderung umwidmen, die ursprünglich für die Kreisgebietsreform vorgesehen waren.

Das sind essentielle Fragen. Welche politische Unterstützung wünschen Sie sich dafür?

Im ländlichen Raum ist es schwer, Auszubildende und Fachkräfte zu finden. Deshalb ist zum Beispiel eine verbindliche Ausbildungsquote völlig utopisch. Stattdessen ist es wichtig, in solchen Gegenden alles dafür zu tun, dass uns die jungen Menschen nicht abwandern. Mehr noch, der Zuzug von motivierten jungen Menschen und Fachkräften aus Deutschland und dem Ausland muss angekurbelt werden. Deshalb habe ich gemeinsam mit meiner Berliner Amtskollegin die Regierungschefs unserer beiden Länder für das kommende Jahr zu einem Spitzengespräch mit der Wirtschaft eingeladen. Denn Brandenburg ist nicht nur ein guter Ort zum Wirtschaften, sondern auch wunderbar zum Leben.

Wie fördert die IHK Potsdam die Gewinnung von mehr Fachkräften?

Wir haben jetzt das erste von insgesamt 45 „Digitalen Schwarzen Brettern“ in den Schulen unseres Kammerbezirkes online gebracht. Damit nutzen wir die Kommunikationsgewohnheiten der jungen Leute, um auch Schülern der gymnasialen Oberstufe die Karrierechancen der dualen Berufsausbildung vor Augen zu führen. Zudem haben wir Projektstellen geschaffen, um die Netzwerke zwischen Unternehmern und Schulen zu verstärken, Geflüchtete in den Ausbildungsmarkt zu begleiten und – zum Beispiel mit unserer IHK-Stiftung für Fachkräfte – Schülerfirmen zu unterstützen.

Was steht aktuell ganz oben auf Ihrer To-Do-Liste?

Wir sehen Berlin und Brandenburg immer zusammen als Hauptstadtregion. Dementsprechend haben wir in diesem Jahr die übergreifende „Allianz für Wirtschaft“ gegründet. In der machen wir uns stark für mehr Kapazitäten auf Straßen, Schienen, Wasserwegen, im Luftverkehr, für ein leistungsfähiges Gigabit-Breitbandnetz auch in ländlichen Regionen und vor allem für Fachkräfte. Außerdem möchten wir potenziellen Rückkehrern noch attraktivere Bedingungen bieten, um diese für ihre Heimat wiederzugewinnen. Hierzu haben wir uns beim jüngsten Spitzengespräch mit Ministerpräsident Dietmar Woidke verständigt und unsere Unterstützung zugesagt. In dem Zusammenhang habe ich gefordert, dass die rund 400 Millionen Euro, die nun nicht in die Kreisgebietsreform gehen, investiert werden. Schnell und unbürokratisch in die Infrastruktur, in den Nahverkehr, in Breitband sowie in die Bildung. (lj)

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