App-basiertes Ride-Sharing | Foto: Andrew Caballero-Reynolds/AFP/Getty Images

Ride-Sharing in Berlin: BVG plant Sammeltaxi-Fahrdienst

Mit dem Ride-Sharing-Dienst „BerlKönig“ soll der öffentliche Personennahverkehr in der Hauptstadt um einen Transportweg erweitert werden. Das Pilotprojekt der BVG und dem Autobauer Daimler startet mit 50 Vans im Frühjahr 2018. Für den Anfang wird der Dienst in drei Bezirken angeboten: Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Pankow.

Ride-Sharing-Dienst als Ergänzung zur BVG

Der appbasierte Ride-Sharing-Dienst bietet eine alternative Transportmöglichkeit an und soll laut Daimler eine „günstige und komfortable Ergänzung“ für BVG-Kunden sein.

Über eine Smartphone-App bucht der Kunde seine Fahrt und gibt dabei Start- und Zielpunkt ein. Daraufhin berechnen im Hintergrund Algorithmen, welches Fahrzeug in der Nähe ist und welche Fahrgäste mit ähnlichen Zielen noch mitfahren können.

Die Software für den mobilen Transportdienst stammt vom US-Unternehmen Via. In den US-amerikanischen Großstädten New York, Washington und Chicago betreibt Via ähnliche Fahrdienste und hat inzwischen mehr als eine Million Kunden.

Anders als bei öffentlichen Verkehrsmittel gibt es keine festen Fahrpläne oder Haltestellen. So endet die Fahrt nicht unbedingt direkt am Ziel, sondern in der Nähe. Auf diese Weise können mehrere Fahrgäste mit unterschiedlichen Zielen transportiert werden. Damit ist der Mobildienst ein Mittelding zwischen Taxi und Bus.

Zunächst fahren 50 Vans in drei Bezirken

Im Frühjahr sollen 50 Fahrzeuge in Betrieb genommen werden. Zunächst werden Mercedes-Vans mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren angeboten, ab Sommer 2018 sollen auch Elektrofahrzeuge zur Verfügung stehen. Später soll der Fuhrpark dann auf 300 Fahrzeuge erweitert werden.

Anfangs werden die „Sammeltaxis“ nur an den Wochenenden und abends eingesetzt. Die Fahrpreise stehen noch nicht fest, werden sich aber laut dem BVG-Manager zwischen dem ÖPNV- und dem Taxitarif bewegen.

Die Ride-Sharing Branche

Die BVG und Daimler sind mit ihrem Projekt in der Branche nicht konkurrenzlos. Denn das VW-Tochterunternehmen Moia geht in Hamburg ebenfalls nächstes Jahr mit einem ähnlichen Modell an den Start. Anders als beim BVG-Projekt werden bei Moia von Anfang an Elektrofahrzeuge eingesetzt. Mit CleverShuttle und Allygator sind in Berlin auch schon andere app-gesteuerte Mitfahrdienste unterwegs.

Umstrittenes Mobildienstprojekt

Laut BVG-Chefin Sigrid Nikutta ist Ride-Sharing eine ideale Ergänzung zum ÖPNV in Berlin. „Wir bündeln Fahrten und sorgen damit für weniger Verkehr, weniger Lärm und weniger Emissionen in unserer Stadt“, verspricht Nikutta.

Der Senat hingegen sieht das Projekt kritisch. So müsse laut Verkehrssenatorin Regine Günther das im Berliner Senat umstrittene Pilotprojekt sehr genau analysiert werden. „Wir müssen sicher sein, dass nicht einfach mehr Verkehr in der Stadt entsteht.

Auch der Fahrgastverband IGEB äußerte sich gegenüber dem Vorhaben kritisch: „Die BVG hat genug eigene Baustellen, allen voran muss sie einen verlässlichen Fahrplan für die U-Bahn aufstellen, der auf den tatsächlich verfügbaren Fahrzeugen beruht.“

Der Antrag wurde eingereicht

Da es durch das Personenbeförderungsgesetz untersagt ist, Plätze in Taxis und Mietwagen einzeln zu „verkaufen“, hat die BVG im Rahmen der Experimentierklausel einen Antrag zur Genehmigung des neuen Verkehrsangebots eingereicht. (dn)

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