RBB Mieteratlas: Bremsen, Scheren, Völkerwanderung

RBB Mieteratlas: Bremsen, Scheren, Völkerwanderung

Es war einmal im Jahr 2007, da lebte eine mitteldurchschnittliche Familie in Neukölln von 1.350 Euro netto im Monat. Davon bezahlte sie für eine Standardmietwohnung (80 m² Wohnfläche, 3 Zimmer, Einbauküche, Keller, Aufzug, Balkon, mittlerer Objektzustand, mittlere Ausstattungsqualität) 400 Euro. Im vergangen Jahr allerdings musste sie von ihren verdienten 1.550 Euro eine Miete von 992 Euro aufbringen. Anders ausgedrückt: Das Einkommen stieg in rund zehn Jahren um 15, die Mieten aber um 64 Prozent.

Jana Göbel, Götz Gringmuth und Dominik Wurnig vom RBB haben Daten zum Mietwohnungsmarkt aus verschiedenen Quellen miteinander kombiniert. Anders als bei üblichen Marktstudien gibt der RBB Mieteratlas Einsicht in die zum Teil drastischen Veränderungen der letzten zehn Jahre. Und die machen sehr deutlich: Die Mietpreisbremse bremst nicht. Die Schere zwischen den Einkommen und Wohnkosten geht immer weiter auf. Rund 254.000Neuberliner, die aus anderen Bundesländern oder dem Ausland kommen, haben sich in Mitte niedergelassen, 176.500 in Friedrichshain-Kreuzberg. Der so genannte Binnenwanderungssaldo zeigt im Umkehrschluss, dass die dort angestammten Einwohner in andere Bezirke meist am Stadtrand oder ins Umland ausgewichen sind.

Wie sich diese Entwicklungen konkret auf das Leben in den Bezirken auswirken, kann man diese Woche täglich verfolgen: Abendschau, Inforadio, radioBerlin 88,8 und das Wirtschaftsmagazin was! senden die Geschichten hinter den Zahlen.